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Tamedia und CH Media: Fusion!

1. April 2022/5 Kommentare/in Allgemein, Highlight/von René Zeyer

Eine kurzfristig anberaumte PK mit vier Teilnehmern.

Das ist eine faustdicke Überraschung. Mit ultrakurzer Frist luden heute Morgen Tamedia und CH Media zu einer Pressekonferenz per Videocall. Weil die falschen Zugangsdaten verschickt wurden, gelang es nur wenigen Medien, darunter ZACKBUM, teilzunehmen. Obwohl eine Sperrfrist bis 8 Uhr verhängt wurde, setzen wir uns im Stile von publizistischen Leitern darüber hinweg.

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Im geviertelten Bildschirm sah man Peter Wanner und Patrik Müller von CH Media. Dazu Pietro Supino und Arthur Rutishauser als Vertreter von Tamedia.

Die Vier von der Geldtankstelle.

Wanner, Alter vor Schönheit, wie er launig bemerkte, eröffnete die Veranstaltung und liess sofort die Katze aus dem Sack.

«Angesichts eines anhaltend herausfordernden Umfelds haben Tamedia und CH Media beschlossen, unsere Printaktivitäten im Bereich Tageszeitungen zu bündeln.»

Supino übernahm und führte aus, dass ein Gewinn von über 800 Millionen Franken und eine Sonderdividende in der TX Group nur dann nachhaltig garantiert werden könne, wenn in der Business Unit Tamedia die Verluste gekürzt und die Gewinne verlängert würden. Das sei aber nicht weiter durch Sparmassnahmen realisierbar.

«Wir versprechen uns davon eine deutliche Qualitätssteigerung des Angebots», fügte Rutishauser, Oberchefredaktor Tamedia, hinzu. «Wir bringen das Korrespondentennetz und das Know-how der «Süddeutschen Zeitung» ein, ausserdem wird nun «Das Magazin» auch sämtlichen Printtiteln von CH Media beigelegt.»

Supino erläuterte, dass natürlich «TX Markets», «Goldbach» und «20 Minuten» nicht fusioniert werden. «Bei uns bleibt «watson» ausserhalb der Fusion», ergänzte Müller; «unsere TV- und Radiostationen werden wir ebenfalls in Eigenregie weiterbetreiben».

«Leider wird diese Fusion nicht ohne die Freistellung einiger Mitarbeiter genügend Synergien schaffen», sagte dann Supino routiniert. «Es ist eine lineare Kürzung von 25 Prozent auf allen Hierarchiestufen vorgesehen.»

«Das neue Unternehmen wird logischerweise CH Tamedia heissen», erwähnte Wanner; «mein Freund Pietro und ich werden uns das Präsidium des VR teilen, die Geschäftsleitung werden Arthur und Patrik gemeinsam bespielen. Mittelfristig ist hier vorgesehen, dass es dann nur einen CEO geben kann und wird. Möge der Bessere gewinnen.»

Dann setzten die Vier noch einen Akzent zum Schluss, der nicht bei allen Zuschauern gleichgut ankam. Supino schnippte mit den Fingern und sagte leise an «eins, zwei, drei.» Darauf riefen alle im Chor:

«Wir sind CH Tamedia. Wir bleiben dran. Wir finden’s raus. Stoppt den Krieg in der Ukraine.»

Schlagworte: Arthur Rutishauser, CH Media, Fusion, Patrik Müller, Peter Wanner, Pietro Supino, Tamedia
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/04/Fusion.jpeg 387 786 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2022-04-01 06:30:142022-03-31 18:40:05Tamedia und CH Media: Fusion!
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5 Kommentare
  1. Ernest M.
    Ernest M. sagte:
    1. April 2022 um 12:58

    April, April!

    Antworten
  2. Tim Meier
    Tim Meier sagte:
    1. April 2022 um 9:40

    Die Wirklichkeit hat die Fiktion längstens überholt. Projekt «Prawda 2.0». Der CEO vom Blick – wie hiess er nun schon wieder, gibt’s den überhaupt noch? – hat vor ein paar Monaten bereits vorgespurt. Mit korrekten Zugangsdaten.

    Antworten
  3. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:
    1. April 2022 um 9:22

    Eher wahrscheinlich. Supino sitzt mit den SZ Herausgebern Schaub, Friedmann, Rebmann im Tantris in München und besprechen eine erweiterte Zusammenarbeit, sprich noch grössere Abhängigkeit des TA von der SZ.

    Die TA Auslandberichterstattung wird vollständig von der SZ übernommen, Wissenschaft und Wirtschaft global ebenso, Wirtschaft national bleibt an der Werdstrasse. Anspruchsvolle Gesellschaftsthemen nur noch aus München. Die Redaktion in Zürich treibt die Annabellisierung und den Nonsensausbau des TA gezielt und mit vereinten Kräften voran. Rutishauser, Amstutz und Stäuble werden mit schönen Worten und einem Handgeld verabschiedet. Die Chefredaktion übernehmen zu zweit die Garanten für wöchentlichen Blabla, Paulina Szczesniak und Isabel Hemmel

    Antworten
    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer sagte:
      1. April 2022 um 17:08

      Wunderbarer Vorschlag mit dem Duo Szczesniak/Hemmel in der Chefredaktion. Schlage die Laura de Weck als Blattmacherin vor. Ihre wegweisenden szenische Kolumnen müssen einen zeitungsumfassenden Stellenwert erhalten.

      Antworten
  4. Jürg Streuli
    Jürg Streuli sagte:
    1. April 2022 um 7:01

    Gratulation zum gelungenen Aprilscherz. Das beschriebene Szenario könnte eines Tages durchaus eintreten.

    Antworten

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