Schlagwortarchiv für: Tamedia

Wumms: Fabienne Sennhauser

Woher die Nähe von Dame und dämlich?

Sennhauser ist «diensthabende Redaktorin im Ressort Zürich. Als solche verantwortet sie regelmässig die Berichterstattung des Ressorts

Auch ihre eigene? Das ist die Frage, denn wie kann man (unseretwegen auch frau) eine solche Nonsens-Meinung verantworten?

Gut, es braucht keinen bestandenen IQ-Test, um bei Tamedia meinen zu dürfen. Und vielleicht traut sich niemand von den wenigen noch vorhandenen Profijournalisten, einer Frau zu sagen: willst du dich ernsthaft zum Gespött machen? Oder willst du das, beim Titel angefangen, nicht nochmal überdenken?

Denn welche Chance verpasst Daniel Jositsch denn angeblich? Die leitet Sennhauser mit dem einzig richtigen Satz in ihrer Meinung ein: «Das Gezanke, das die Sozialdemokraten in den letzten Tagen öffentlich zur Schau stellten, ist schlicht grotesk.»

Um ihn dann gleich anschliessend kaputt zu machen: «Jositsch hätte die Chance gehabt, das Theater – zumindest um seine Person – zu beenden und mit erhobenem Haupt abzutreten.»

Abgesehen davon, dass die SP-Delegierten diese Chance auch gehabt hätten: tritt er denn stattdessen mit gesenktem Haupt ab oder vielmehr an?

Was sollte denn der mit höchstem Stimmenanteil gewählte Schweizer Politiker tun, wenn er auf Sennhauser hören würde, was er glücklicherweise nicht tut?

Wäre er ein Sesselkleber wie der Co-Parteipräsident Cédric Wermuth, hätte er es sicherlich geschafft, mit etwas Biegsamkeit und gesenktem Haupt die 15 Delegiertenstimmen zu holen, die ihm für eine Nominierung durch seine Partei gefehlt haben.

Im Gegensatz zu Wermuth hat Jositsch auch noch einen Beruf und ein Einkommen als Rechtsprofessor, wäre also nicht auf das Politikergehalt angewiesen. Das macht ihn für eine immer sektiererische SP-Delegiertenversammlung unbequem – und letztlich unwählbar.

Zumindest für eine knappe Mehrheit, der eine mächtige Minderheit gegenüberstand.

Ob Sennhauser aus weiblicher Solidarität es unterlässt, die miese Rolle zu erwähnen, die Jacqueline Badran in dieser Intrige spielt? Denn groteskes Gezanke, das ist doch genau deren Part.

Dazu noch aus dem Hinterhalt. Statt vor der Abstimmung verlauten zu lassen, dass sie dann im Fall als Jositsch-Ersatz bereitstünde, aber an der Delegiertenversammlung nicht mal zu erscheinen – wäre es nicht anständiger gewesen, es dort auf ein direktes Duell ankommen zu lassen?

Aber davor hatte die Verbal-Ramme Badran keinen Bock. Wäre auch blöd gewesen, wenn bei dieser Ausgangslage sich eine Mehrheit doch lieber für Jositsch entschieden hätte.

Dafür haben sie nun Badran gekriegt, die noch nicht mal ordentlich nominiert, aber kaum mehr als Kandidatin zu verhindern ist.

«Doch er ist nicht bereit, von der Bühne zu gehen», schimpft Sennhauser über Jositsch. Und wie steht es dann mit der älteren Badran?

Sind herabwürdigende Sprüche wie «Möchtegern-Alphamännchen» oder reine Fake News wirklich das Niveau, das von Sennhauser begrüsst wird? Auf jeden Fall kann man kein Wort darüber in ihrer «Meinung» lesen.

Die mit einem wirren, dunklen Satz endet, der weder mit weiblicher, noch mit männlicher Logik zu entschlüsseln ist: «Im Herbst 2027 wird sich zeigen, wem ihr (der Stimmbürger, Red.) Applaus gebührt und ob sie Profil oder Parteiverankerung höher gewichten

Abgesehen davon, dass Stimmbürger nicht applaudieren: was soll hier gewichtet werden? Wäre dann Jositsch das Profil, während Badran keins hat, dafür eine Parteiverankerung, die Jositsch nicht hatte? Als bestgewählter SP-Ständerat? Himmel, hilf.

Wer hat hier eine Chance verpasst? Eindeutig Sennhauser. Die Chance, sich nicht öffentlich lächerlich zu machen.

Ensemble für ein Schmierentheater

Es folgt die Mannschaft in alphabetischer Reihenfolge.

Jean-Martin Büttner, Fabian Eberhard, Dominik Feusi, Markus Somm und als Special Guest Star Roger Köppel.

Was wird genau aufgeführt? Ein Ein-Personen-Stück und eine gemeinsame Leistung, bzw. Schmiere. Der Prolog stammt vom Ein-Mann-Recherchierteam Fabian Eberhard. Das ist der stellvertretende Chefredaktor des «SonntagsBlick», der nicht mal die Büroräumlichkeiten des Internetradios Kontrafunk findet. Daraus aber eine grosse Fake-Enthüllungsstory bastelte.

Das ist der Denunziant, der titelt «Russland nutzt «Weltwoche» für Propaganda-Operation». Und ausholt: «Tatsächlich verbreitet das Blatt von Roger Köppel seit Russlands Angriff auf die Ukraine immer wieder plumpe Putin-Propaganda.» Um aber im Lead zurückzukrebsen: «Der Bayerische Verfassungsschutz stellte die Zeitung deshalb an den Pranger – nun muss er zurückkrebsen».

ZACKBUM nannte diese Methode «Ich sage nicht, Sie sind ein Arschloch». Nun hat Eberhard einen neuen «Scoop» gelandet:

Das hat dem zweiten Kopf neben Markus Somm beim «Nebelspalter» die ersehnte neue Stelle in der Wirtschaftsredaktion der NZZ gekostet. Es wäre tatsächlich die Frage gewesen, was der Mann von Wirtschaft versteht. Wenn man sich die Zahlen des «Nebelspalter» anschaut: nichts. Nach diversen Sparmassnahmen musste Feusi dort so ziemlich alles machen, während sein Chef Somm auch auf allen Kanälen wenig Sinniges und viel Unsinniges verzapft («die Israeli sind die Guten, man sollte Moskau bombardieren»).

Was tun, wenn das Hirn leer, aber der Internetauftritt noch leerer ist? In der Not greift der Journalist zum Plagiat. In diesem Fall schrieb Feusi fast eins zu eins eine Schwachsinns-Meinung des britischen «Telegraph« ab. Immerhin hat Eberhard hier recherchiert und kommt zum Ergebnis: «Eine Analyse von Blick zeigt, dass rund 90 Prozent des Textes von Feusi nahezu eins zu eins vom britischen Original übernommen wurden.» Das untermauert er sogar in seinem Artikel.

Die Untat geschah schon im Herbst 2024. Und sei damals einem Redaktor der alten Tante aufgefallen: «Das Blatt aber sah schliesslich davon ab, das Plagiat publik zu machen. Warum, ist unklar.*» Das Sternchen hat sich Eberhard eingebrockt, weil er was behauptete, was er nicht belegen konnte: «* Hinweis: In einer früheren Version stand, Markus Somm hätte laut Insidern bei der «NZZ» interveniert. Laut Somm stimmt das nicht. Der eine Satz wurde deshalb entfernt.»

Geht doch nichts über eine versuchte Anpinkelei nach der Devise «ich sagen nicht, dass Sie …». Auf jeden Fall hat nun die NZZ herausgefunden, «dass dieser Sachverhalt mit ihren publizistischen Grundsätzen nicht vereinbar ist». Und bevor Feusi am 1. Juli seine Stelle hätte antreten können, ist er schon weg. Erinnert etwas an Patrizia Laeri, aber das wäre wieder eine andere Story.

Während Somm das macht, was man halt so macht, wenn etwas sehr Peinliches passiert ist – abwiegeln –, tritt Eberhard fröhlich nach: «Bevor Gujer 2015 die Chefredaktion übernahm, scheiterte ein Versuch rechtsbürgerlicher Kreise, Markus Somm an die Spitze der «NZZ» zu hieven, am Widerstand der Redaktion. Nun scheitert auch der Transfer von Somms Schützling Feusi.»

Schützling, Transfer? Feusi wollte offensichtlich seine Arbeitsplatzsicherheit erhöhen und nicht länger im roten Bereich Storys liefern müssen. Einen, wie heisst’s so schön, «rechtsbürgerlichen» Journalisten abschiessen wegen eines Uralt-Plagiats, die feine Art ist anders. Das ist die hämisch-schäbige Art, wobei Eberhard offensichtlich aus der NZZ angefüttert wurde.

Allerdings muss man Feusi tatsächlich vorwerfen, dass vor und während den Zeiten von KI es doch das Mindeste ist, einen plagiierten Text wenigstens neu zu mixen und kräftig durchzuschütteln. Aber daran sind auch schon viele Doktoranden gescheitert.

Eberhard hat das Problem des Plagiats weniger. Denn was er selbst erfindet, hat er ja exklusiv und muss dafür auch nichts direkt abschreiben.

Zwei grosse Koryphäen des Metiers.

Ach, dann wäre da noch Jean-Martin Büttner. Seit er den Sparmassnahmen bei Tamedia zum Opfer fiel, eiert er zwischen seinem ehemaligen Blatt Tagi, der «Weltwoche» und anderen Organen herum. Und tut im «Magazin» etwas, wofür selbst ZACKBUM die Worte fehlen:

Daraus macht das «Magazin», inzwischen völlig schamfrei, seine Titelstory:

Acht Seiten, schonungslos bebildert, schonungslos entblösst, wie dem Journalisten die Finger seiner linken Hand abhanden kamen. Und was das für ihn bedeutet. Früher hätte man den Mann vor sich selbst geschützt und ihm nahegelegt, das seinem intimen Tagebuch anzuvertrauen. Heutzutage hilft man ihm bei der Selbstentblössung. Unsäglich, schändlich.

Reine Panik

Den Gegnern der 10-Millionen-Initiative geht inzwischen der Arsch auf Grundeis.

Das ist ein schöner teutonischer Ausdruck, mindestens so sympathisch für den Schweizer wie «ich krieg‘ dann noch ein Bier».

Die Geschichte wiederholt sich als Farce. Es gab mal eine Kampagne, die an Bescheuertheit schlecht zu überbieten war:

Ein Willy Tell mit dysfunktionaler Armbrust, der nicht etwa die benützt, sondern mit einer Zeitung (!) auf eine Mauer (!) eindrischt, auf die «Fake News» gesprüht wurde. Das und die Geldgier der Medienclans Coninx und Ringier sorgte dafür, dass die schon sicher geglaubte Subventionsmilliarde flöten ging.

Nach anfänglicher, überheblicher Sicherheit breitete sich immer mehr Panik aus, als das Abstimmungsdatum näher rückte.

Genau das gleiche Phänomen lässt sich wenige Tage vor der Abstimmung über die SVP-Initiative zur Begrenzung der Wohnbevölkerung beobachten.

Einmal mehr klafft ein ziemlicher Spalt zwischen der Position der meisten Parteien und Medien und der Meinung der Bevölkerung. Ausser der SVP natürlich sind die anderen Parteien deutlich oder weniger deutlich dagegen. Natürlich ist Tamedia ausgesprochen dagegen, «Blick», CH Media oder NZZ eiern herum, sind aber zumindest chefredaktionell auch dagegen. Vom Schweizer Farbfernsehen ganz zu schweigen.

Auch hier war die Werbekampagne eine ganze Zeitlang eher staatsmännisch:

Plakate müssen plakativ sein und eine Botschaft möglichst einfach transportieren. Dieses Sujet war etwas leblos, also wurde Tell durch Helvetia ersetzt:

Aber mit zunehmender Panik wurde mehrere Gänge hochgeschaltet und ein neuer Kampfbegriff geboren und in den Vordergrund geschoben:

Das folgt dem guten, alten Propagandaprinzip: hau einen möglichst negativen Begriff raus und untermaure ihn mit unbewiesenen, aber Ängste schürenden Behauptungen. Sollte die Initiative angenommen werden, bräche Chaos aus. Keine Behandlung oder Betreuung mehr in Spitälern.

Schlimmer noch:

Dass sich ein Ständerat für den Schwachsinns-Slogan «Unsere Polizei würde blind» hergibt, bedenklich.

Hier versucht man’s mit einem schlechten KI-Bild und dem gleichen Topos. Allerdings, ein Polizist mit Haarproblemen von hinten, der auf einen leeren Bildschirm starrt, statt Verbrecher zu fangen, na ja. Wieso das dysfunktionale Schengen-Regime, das nicht einmal mehr von unserem grossen Nachbarn im Norden befolgt wird, für weniger Kriminalität sorgen sollte, ist allerdings schleierhaft.

Natürlich darf diese Angstmacherei nie fehlen:

Und wer verantwortet diesen Quatsch?

Die ««Allianz «NEIN zur Chaos-Initiative», c/o FDP. Die Liberalen Schweiz». Der ehemals liberalen Kraft scheint es nichts auszumachen, mit der SP und allen linken Kräften im gleichen Boot zu sitzen. Und kräftig gegen die eigene Wählerschaft anzurudern.

Es ist nun möglich, dass diese jämmerliche Kampagne von ausländischen Kommunikationskräften konzipiert wurde. Es ist aber auch möglich, dass Schweizer Nichtskönner am Gerät sind.

ZACKBUM wartet und hofft darauf, dass im Schlussspurt ein Wilhelm Tell hereinströmende Ausländer begrüsst, mit einem Juchzer willkommen heisst und ihnen einen Apfel offeriert. Oder so.

 

Panik macht sich breit

Keiner zu klein, Meinungsträger zu sein.

Es ist wie beim Referendum gegen die schon auf sicher geglaubte Subventionsmilliarde für reiche Medien-Clans. Zuerst überhebliches Grinsen, dann ernste Gesichter und schliesslich reine Panik beim Schlussspurt. Eine bescheuerte Werbekampagne mit einem Wilhelm Tell, der mit einer Zeitung eine Mauer kaputthaut. Haben wir gelacht.

Bei der 10-Millionen-Initiative spielt sich sehr Ähnliches ab. Zuerst meinten die Gegner, das Massieren der Anti-SVP-Reflexe, plus ein Sprutz «alles Rassisten und Fremdenfeinde», plus Panikmache (wenn ihr das annehmt, gibt es in den Spitälern kein Personal mehr; dann ist eure Rente futsch), das würde doch locker reichen.

Aber dann, ja dann, ergaben die Meinungsumfragen, dass sich doch tatsächlich eine Mehrheit abzeichnet. Nun geht’s wieder los. Die Medien tun ihr Möglichstes, die Menge der Befürworter der Initiative zu steigern.

Zunächst, das ist gefürchtet bei Freund und Feind, griff Tamedia-Chefredaktorin Raphaela Birrer in die Tasten und warnte: «Achtung: Die SVP will Sie täuschen». Die Täuschung bestand allerdings darin,  dass es sich hier um einen Leitartikel mit Sinn und Verstand handeln sollte.

Auch das Hausgespenst bei Ringiers gibt Laut und Frank A Meyer empfiehlt den Lesern seiner Besserwisserkolumne im SoBli, dass sie gefälligst ein Nein in die Urne zu legen hätten.

Nun kommt noch Stefan Schmid von CH Media. Stefan who? Bitte schön, der Mann am Fenster beim St. Galler Tagblatt, dessen Einzugsbereich ebenfalls die Weltblätter Werdenberger & Obertoggenburger umfasst. Der darf in der immerhin auflagenstärksten Zeitung «Schweiz am Wochenende» seine Erkenntnisse auf den Leser regnen lassen.

Allerdings braucht der keinen Regenschirm und dürfte sich schon beim Titel leicht indigniert abgewandt haben: «Die Schweiz sitzt auf einem hohen Ross». Ach was, wie macht das denn die Schweiz?

Nun, so: «Nur wir Schweizer debattieren über volle Züge, Wohnungsknappheit und Expats, die das Bier auf Englisch bestellen. Luxusprobleme in einem der reichsten Länder Europas». Hm, interessant, in keinem anderen Land Europas wird über Dichtestress, Wohnungsknappheit und Masseneinwanderung debattiert?

Ist es ein Wunder, dass in der Schweiz lebhaft debattiert wird? Nein, aber dazu müsste der IQ leicht angehoben sein, weil erstens im Gegensatz zu allen anderen Ländern im Haus Europa in der Schweiz Volksabstimmungen ständig stattfinden. Und zweitens, weil sich die Wohnbevölkerung Deutschlands in den letzten 5 Jahren um 1 Prozent gesteigert hat, in der Schweiz um 17 Prozent.

Aber wieso soll man sich durch Fakten Geschwurbel kaputt machen lassen.

Dann will sich Schmid didaktisch in die Kurve legen: «Man muss Wachstumsschmerzen ernst nehmen. Die Schweiz wächst schnell und die Politik ist langsam. Der Wohnungsbau etwa ist ungenügend». Aber das wäre dann doch zu verständnisvoll, also fährt er fort: «ein freilich selbst gemachtes Problem, das wir nicht den Asylbewerbern in die Schuhe schieben können». Was eigentlich auch keiner tut, aber was soll’s.

Dann spricht Schmid eine Binse gelassen aus: «Ein Ja zur 10-Millionen-Initiative würde man in unseren Nachbarstaaten nicht als freundeidgenössischen Wink über den Gartenhag interpretieren.» Nein, würde man nicht. Nur: na und?

Aber wenn Schmid schon bei Banalitäten und Plattheiten verweilt, wieso nicht noch eine: «Europa wird der vom Wohlstand verwöhnten Eidgenossenschaft nicht entgegenkommen.» ZACKBUM wiederholt sich: na und? Erwartet das jemand?

Dann erhebt er die Banalität des Gedankens zur Weltordnung:

«Wir riskieren stattdessen ausgerechnet in einer Zeit, in welcher man sich mit den Nachbarn lieber gut stellt, weil auf andere kein Verlass mehr ist, politische und wirtschaftliche Verwerfungen. In der Konsequenz gar das Ende der bilateralen Verträge. Das wäre unklug.»

Die Schweiz soll sich also mit den verlässlichen Nachbarn Frankreich, Deutschland oder Italien gutstellen? Mit Liechtenstein vielleicht, warum nicht.

Aber was sind Banalitäten ohne einen guten Schuss reinen Schwachsinns? «Aber Deutschland, dessen Bürger bitte nicht in die Schweiz emigrieren sollen, darf uns dann wenigstens vor Russland schützen. Widersprüche noch und nöcher.» Deutschland schützt die Schweiz vor Russland? Weil sonst der Alptraum aller kalten Krieger von anno dazumal wahr würde und der Iwan käme? Und nicht mehr länger der Deutsche droht, das kleine Stachelschwein im Rückzug einzunehmen?

Aber auch hier gilt: Zum Glück oder zum Pech ist mal der Platz alle, also hurtig noch eins draufgesetzt aus den wilden Gefilden von Absurdistan: «Ein Kleinstaat, selbst ein reicher wie die Schweiz, sollte demütig bleiben, solidarisch auch, freundlich zu den anderen. Erfolg ist nicht gottgegeben. Man kann herunterfallen, wenn man nicht aufpasst, vom hohen Ross.»

Lustigerweise nennt man diese Sprachmarotte Rechtsversetzung. So kann ZACKBUM nur demütig bitten: ist denn niemand so freundlich, Schmid vor sich selbst zu schützen?

Wumms: Kaltërina Latifi

Keiner zu klein, Opfer zu sein.

Im völlig runtergewirtschafteten «Magazin» des Qualitätsmedienhauses Tamedia gibt es ein Duo infernal:

Der Herr links ist dermassen unerträglich, dass ZACKBUM ihn seit Längerem ignoriert. Die Dame rechts fiel auch schon mehrfach unangenehm auf.

Es gehört inzwischen zu den verpflichtenden Menschenrechten, Opfer zu sein. Opfer eines unziemlichen Übergriffs. Allerdings: woher nehmen und nicht stehlen? Da greift Latifi weit in die Vergangenheit zurück. Wahrscheinlich war das Erlebnis eines «Übergriffs» dermassen traumatisch, dass sie erst nach ausführlicher Therapie darüber heute sprechen kann.

Ihre Kolumne fängt harmlos an: «Vor ziemlich genau einem Jahr kontaktierte mich ein Journalist einer angesehenen deutschen Tageszeitung und bat mich um ein Interview. Ihn habe meine Habilitationsschrift zum Thema Fragment in der deutschen Literatur sehr beeindruckt und er wolle mit mir darüber sprechen.»

Das ist Selbstvermarktung at its best. So nebenbei die Habilitationsschrift erwähnen, und dass die im Fall journalistische Aufmerksamkeit errege, dazu bei einer angesehenen Zeitung, wow. Das Unheil nahm dann aber seinen Lauf. Man traf sich «auf halbem Wege» in einer «grösseren deutschen Stadt und setzten uns in ein Café».

Aber auch an öffentlichen Orten ist frau niemals in Sicherheit. Der Journalist habe angefangen, über sich selbst zu erzählen, was ja eigentlich Latifi vorbehalten ist, dann über die Brüche in seinem Leben, obwohl das Thema auch Latifi gepachtet hat. Und schliesslich habe er sogar angefangen zu heulen.

Da sagte ihr «Bauchgefühl nur weg von hier», aber Frauen haben halt ein weiches Herz. Ganz falsch. Ihre «Nachsicht» habe nicht «zu einer Normalisierung der Lage» geführt, sondern: «Er sei so fasziniert von mir, ob ich denn einen Partner hätte?» Unverschämt, gell? Bis hierher kann man dem Journalisten höchstens tölpelhafte Anmache vorwerfen.

Aber jetzt kommt’s:

«Und als wäre es das Natürlichste auf der Welt, legte er später unaufgefordert auch noch seinen Arm um meine Schultern.»

Das ist nun allerdings ein Übergriff, der tiefe Spuren in der Seele von Latifi hinterlassen hat. Solche Furchen, dass sie sich auch ein Jahr später noch genau daran erinnert.

Damit ist aber selbst bei einer Kurzkolumne der Platz noch nicht alle, also folgt noch das: «Seither habe ich mich oft gefragt, warum vor allem wir Frauen zu dieser sozialen Kulanz neigen, womit ich meine, höflich zu bleiben, die Unannehmlichkeiten über uns ergehen zu lassen, ja uns dumm zu stellen

ZACKBUM hingegen fragt sich, ob diese Geschichte wahr, erfunden oder ausgeschmückt ist. Also stellten wir diese Frage der Autorin und baten sie darum, doch bitte den Namen der Heulsuse bekannt zu geben, damit wir ihr Gelegenheit geben könnten, dazu Stellung zu nehmen. Natürlich würden wir seine Anonymität auf Wunsch respektieren.

Aber da vergass Latifi plötzlich den Anstand und stellte sich dumm: auch auf wiederholte Anfrage keine Antwort. Dabei würden wir eidesstattlich versichern, ihr gegenüber niemals mit Heulen anzufangen, kein Interesse an ihren persönlichen Verhältnissen zu haben und keinesfalls, unter keinen Umständen und auch nicht auf Aufforderung den Arm um ihre Schultern legen würden.

So aber bleibt es Mysterium: Ist’s Wahrheit oder fragmentarische Dichtung?

Allerdings räumen wir ein: ihre Habilitationsschrift interessiert uns null.

Tagi am peinlichsten

Pascal Blum erklimmt den Gipfel der Beknacktheit.

Der Redaktor bei Tamedia ruinierte seinen Ruf schon durch unappetitliches Nachtreten gegen Kevin Spacey. Nachdem der grossartige Schauspieler von allen Anschuldigungen freigesprochen worden war, versuchten noch ein paar Nachzügler, sich ihre 15 Minuten Ruhm zu holen. Was Blum zu einem widerlichen Artikel mit einem widerlichen Titel animierte: «Neue Vorwürfe gegen Kevin Spacey: Wie kann man zu «Saving Private Ryan» masturbieren

Inzwischen ist Blum der König der Schneeflocken, der King der Achtsamkeit geworden, niemand kann ihn beim Thema woker Wahnsinn übertreffen. Zunächst legt ZACKBUM Wert auf die Feststellung, dass das keine Satire ist, höchstens Realsatire:

Hier verabschieden wir uns von unseren nicht-schweizerischen Lesern, denn: «Ungeniertes Anschauen im öffentlichen Raum scheint typisch schweizerisch zu sein. Betroffene erzählen, wie sich der Blick anfühlt – und was er über unsere Gesellschaft verrät.»

Vergesst sexistische Sprüche, vergesst Catcalling, vergesst übergriffiges Verhalten, vergesst frauenfeindliche Bemerkungen, vergesst Populismus, Rassismus und Diskriminierung. Jetzt reden Betroffene über eine bislang unbekannte Form der, nun ja, wovon eigentlich? Virtuellen Vergewaltigung? Nein, das ist eine andere Erfindung. Belästigung? Im Prinzip ja.

Denn es soll den sogenannten «Swiss Stare» geben. Hat den Vorteil, dass es alliteriert, was bei einem sinnentleerten Begriff schon mal gut ist. Woher der kommt? «Im Netz finden sich zahlreiche Beiträge über diese nationale Eigenheit: Wir starren andere Menschen im öffentlichen Raum unaufhörlich an

Ganz schlimm: «Reisende warnen einander in Onlineforen.» Aber auch hier Lebende leiden darunter: «Nelson* erlebt die starrenden Schweizerinnen und Schweizer jeden Tag.» Allerdings traut er sich nicht, mit seinem richtigen Namen zu dieser Behauptung zu stehen. Aber er weiss: «Besonders interessant finde ich den Blick, den ich bekomme, wenn ich im Anzug zur Arbeit gehe oder generell gut gekleidet bin. Da schwingt oft Selbstgefälligkeit mit, aber auch eine Bewunderung für etwas Niedliches – fast so, wie man einen Schimpansen im Smoking anstarren würde

Blum schiebt des Rätsels Lösung nach: «Nelson ist schwarz und lebt und arbeitet in der Schweiz.» Und fühlt sich als Schimpanse im Smoking angestarrt. Hoffentlich braucht er keine therapeutische Unterstützung.

Nach diesem putzigen Beispiel kommt unweigerlich waseliwas? Richtig gestarrt, äh, geraten, die «Psychologieprofessorin Anne Böckler-Raetting an der Universität Würzburg» freut sich, in die Medien zu kommen. Und sei es auch nur in die unterste Schublade beim Tagi. Allerdings sagt sie nichts Nennenswertes, so dass Blum gleich wieder auf «Onlineposts» zurückgreifen muss.

Da kommt es aber knüppeldick:

«Der intensive Blick dringe in die Privatsphäre ein und sei vergleichbar mit einer unerwünschten Berührung.»

Seit Blums Kollege Beat Metzler den Blick-o-Meter erfunden hat, ohne ihn so zu nennen, wurde der übergriffige Gehalt von Blicken nie mehr so brutal entlarvt wie durch diese Schneeflocke. Bei Metzler war’s noch ein Beitrag zu Männer sind Schweine: «Dabei würden viele Männer den Blick, den sie Frauen zumuten, selber gar nicht ertragen.»

Man stelle sich vor, was passiert, wenn sich Männer mit diesem Blick im Spiegel anschauen. Das wäre für sie unerträglich, sie würden ohnmächtig zu Boden sinken oder zu Stein erstarren. Männer als Medusa, auf die Idee muss man mal kommen.

Bei Blum ist das Starren aber geschlechtsunspezifisch, sondern wird am Schweizertum festgemacht. Das hat nun allerdings übel riechendes Rassistisches, ein ganzes Volk pauschal zu Starrern zu erklären.

Diese eidgenössische Unsitte ist gegenüber Nachpfeifen auf der Strasse und solchen Schweinereien noch viel gefährlicher: «Der «Swiss Stare» geht aber weit über alltagssexistische oder -rassistische Muster hinaus. Schweizerinnen und Schweizer starren sich auch gegenseitig an

Für einmal sind nicht nur Frauen (and everybody beyond) Opfer: «Auf den Strassen und Trottoirs wird der ungenierte Blick derweil zum Teil eines Machtkampfs, nicht selten zwischen Männern: Wer als Erstes ausweicht, hat verloren

Vielleicht, aber nur vielleicht, war neben Morgenstern und Hellebarde dieses Starren die Geheimwaffe der alten Eidgenossen, mit der sie die Gegner in die Knie zwangen.

In diese Richtung denkt auch eine weitere anonyme Angestarrte: «Kali hat ein fast poetisches Verständnis von den Situationen gewonnen, in denen sie angestarrt wird. Manchmal komme es ihr vor, als würden die Vorfahren der Schweizerinnen und Schweizer sie bei den Blicken mitbeobachten, sagt sie. Und dann frage sie sich, ob das in den Blicken auch mitschwingt: Vielleicht ist es ja ein Gruss dieser Ahnen an ihre eigenen Vorfahren

Nein, auf diesen Absatz kann man noch so lange starren, er ist und bleibt unverständlich. Schweizer Ahnen starren über die Jahrhunderte hinweg die Ahnen dieser Kali an? Irr.

Nach diesem Starrkrampf von Artikel gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Sie betreffen wie geschrieben nur Schweizer Leser, denn wir sind hier in Rassenkunde unterwegs.

Also, guter Ratschlag: hört endlich auf, unangenehm und übergriffig andere Menschen anzustarren. Denn ihr wollt doch sicher nicht selber angestarrt werden.

Oder aber, wenn ihr das Pech habt, dem Autor dieses Schwachsinns zu begegnen, dann starrt ihn in Grund und Boden. Auf dass er erstarre und einen Schreibkrampf erleide. Bevor seine Leser einen Schreikrampf kriegen.

 

Tamedia: Die Journalisten dürfen, die Leser dürfen nicht

Die Tamedia-Zeitungen löschen einen Leserkommentar willkürlich. Und schreiben dann das Gleiche in einem redaktionellen Artikel.

Von Marco Diener*

Am 10. April erschien auf den Internet-Portalen der Tamedia-Zeitungen ein Artikel über die Iran-Gespräche in Pakistan: Titel: «Welcher Plan? Friedensverhandlungen starten auf wackliger Basis.»

Ein Leser kommentierte das Vorgehen der USA auf bernerzeitung.ch so: «Motto in Moskau und Beijing: Unterbrich deinen Feind nicht, wenn er Fehler macht.» Er hatte seinen Kommentar an eine Schlagzeile des «Economist» angelehnt: «Never interrupt your enemy when he’s making a mistake.»

Tamedia lehnte den Kommentar ab. Warum, ist unklar. Denn über Löschungen führen die Zeitungen «keine Korrespondenz». Erstaunlich ist die Löschung deshalb, weil er nicht gegen die Tamedia-Kommentarregeln verstösst.

Noch erstaunlicher ist allerdings, dass auf den Internet-Portalen der Tamedia Zeitungen ein paar Stunden später ein weiterer Artikel erschien. Und dort stand: «Den Gegner nicht stören, wenn er Fehler macht.»

Mit anderen Worten: Tamedia löschte den Leserkommentar und schrieb ein paar Stunden später in einem redaktionellen Artikel das Gleiche.

Deshalb wollte Infosperber wissen:

  • Gegen welche Regeln hat der Kommentar verstossen?
  • Warum darf im redaktionellen Artikel stehen, was im Leserkommentar nicht zulässig ist?

Tamedia brauchte mehr als eine Woche für eine Antwort. Wobei – eine Antwort ist es nicht. Im Mail steht bloss ein bisschen Werbung in eigener Sache: «Tamedia steht für hochwertigen Journalismus, Ausgewogenheit und Vielfalt.» Und: «Auf unseren Angeboten gelten klare Community-Regeln und ein professioneller Moderationsrahmen

Übrigens: Der Infosperber-Leser kommentierte auch den zweiten Artikel auf bernerzeitung.ch: «Lustig: ‹The Economist› hat genau den gleichen Titel und Lead wie die Berner Zeitung, hat wohl abgeschrieben

Natürlich löschte Tamedia auch diesen Kommentar.

Ergänzung:  Leser von Tamedia-Zeitungen wundern sich, dass ihre Kommentare einfach so gelöscht werden. Jetzt ist klar: KI steckt dahinter.

Dieser Artikel von Marco Diener erschien zuerst auf «Infosperber». Mit freundlicher Genehmigung.

Die Zocker-Lobby

Die UBS lobbyiert im roten Bereich.

Eigentlich geht es nur um eine Winz-Witz-Eigenkapitalerhöhung von 20 Milliarden Franken, bei einer Bilanzsumme von 1600 Milliarden. Peanuts, viel zu wenig bei dem systemischen Risiko, das von dieser Monsterbank ausgeht, die ein viel grösseres Rad als das gesamte BIP der Schweiz dreht (einsamer Weltrekord).

Weil aber vom gehebelten EK der Bonus abhängt, wehren sich CEO Sergio Ermotti & Co. mit Händen und Füssen gegen dieses symbolische Pflästerchen. Und setzen Lobbying in einer für die Schweiz bislang ungenannten Dimension ein. Drohen sogar mit Wegzug, als ob sie anderswo eine Gratis-Staatsgarantie (von wegen too big to fail) kriegen würden.

Natürlich ist es auch eine mediale Schlacht, mit interessanten Kampflinien. Dass ein Dumpfschwätzer wie Markus Somm auf die UBS-Propaganda reinfällt, nun ja, bedauerlich, nicht überraschend, so what.

Bedenklicher ist schon, dass die NZZ sich plötzlich zum Sprachrohr der UBS aufschwingt und einen kritischen Kommentar nach dem anderen veröffentlicht, dass diese durch Aktienausgabe kinderleicht zu finanzierende Kapitalerhöhung eigentlich des Teufels sei und unbedingt vermieden werden müsse.

Sonst drohe mehr oder minder der Untergang der Eidgenossenschaft. Sogar ehemalige UBS-Direktoren dürfen hier als «Experte» verkleidet dagegen anstänkern.

Währenddessen ist der «Blick» das Sprachrohr der Kritiker der UBS geworden, wo wahre Experten wie Marc Chesney die dürftigen Argumente der UBS zerpflücken dürfen und sich Bundesrätin Karin Keller-Sutter in gewählten Worten über die Propagandaschlacht der UBS erregen darf: «Es entspricht aber nicht dem gängigen Stil, dass man so dezidiert gegen unsere Institutionen antritt. Das ist ein eher neuer Stil im Umgang eines Unternehmens mit dem Staat.»

Chesney geht noch einen Schritt weiter und prognostiziert die nächste Bankenkrise. Aus einem einfachen Grund. US-Präsident Donald Trump lockert wieder einmal die Regulierungsvorschriften für Banken in den USA: «Erste Erleichterungen sind bereits in Kraft, die zentralen Punkte wie eine tiefere Eigenkapitalquote sollen bis Anfang 2027 folgen. Darüber hinaus werden die Aufsichtsbehörden zurückgebunden und wird ihr Personalbestand erheblich gekürzt», fasst der «Blick» zusammen. Chesney setzt noch einen drauf: «Die Zutaten für die nächste akute Krise sind vorhanden, die Frage ist nur, wann sie kommt.»

Denn die letzte von 2008 begann genau mit solchen Lockerungsübungen.

Aber auch Gegner der Kapitalerhöhung wie der emeritierte Bankenprofessor Martin Janssen kommen zu Wort, er spricht gar von «einer Erpressung des Parlaments». Allerdings nicht durch das Lobbying der UBS, sondern durch die Finanzministerin.

Die NZZ unkt: «Keller-Sutter droht eine Niederlage im Parlament». Auch Beat Balzli steuert einen seiner verpeilten Kommentare bei: «Die UBS-Phobie oder warum die reine Fixierung auf das Kapital von gestern ist».

Tamedia tut das, was das Qualitätshaus an der Werdstrasse am besten kann: es eiert herum und interviewt. Auch CH Media ist sich nicht sicher, ob sich der Wannerclan das Wohlwollen der UBS verspielen will oder nicht. «Scharfe UBS-Regulierung würde Kredite verteuern», darf hier der Gastkommentator Urs Furrer schreiben. Er ist Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes und offenbar von Finanzkenntnissen eher unbeleckt.

Redaktorin Florence Vuichard flüchtet sich ebenfalls in ein gepflegtes Einerseits-Andererseits: «Der Bundesrat verschärft die Eigenkapitalvorschriften für die Grossbank, macht aber auch Konzessionen.» Ist das gut oder schlecht? Eben, einerseits, andererseits.

Und «20 Minuten» macht ebenfalls das, was das Pendlerorgan am besten kann: es zitiert Artikel der anderen. So habe die «Financial Times» geschrieben, «Parlamentarier hätten führenden UBS-Managern zugesichert, die strengen neuen Vorschriften würden abgeschwächt».

Was die UBS hier tut, ist tatsächlich ein professionelles, nicht gerade billiges Lobbying mit allen Schikanen. Direktkontakte zu Parlamentariern und Medienschaffenden. Einsatz von Verbänden als Multiplikatoren. Drohung mit Abstrichen bei der Parteienfinanzierung.

Zugleich werden die Narrative gesetzt («Schweiz verliert Wettbewerbsfähigkeit, Kapitalregeln gefährden Jobs»). Dazu typisches Framing. Diese Reform gefährde die Schweiz (weniger Kredite, teurere Hypotheken, Schwächung Finanzplatz). «Experten» werden mobilisiert, Reputations- und Elitennetzwerke aktiviert.

Klare Drohungen werden umgeschminkt (Vermeidung des Worts Bestrafung, Ersatz durch «Überdenken» von Optionen).

Bei den Medien ist die Drohung mit Inserateboykott bei unbotmässiger Berichterstattung Vergangenheit. Heute kommen andere Formen von Sponsoring zum Einsatz:

  • Konferenz-Sponsorings (Wirtschaftsforen, Debattenformate)
  • Content-Partnerschaften / Thought Leadership
  • Podcast- und Video-Sponsoring
  • Beilagen, Themen-Specials, Roundtables

Die Drohung mit einem Streichen dieser Anlässe wirkt genauso …

All das belegt ironischerweise genau das, was die Monsterbank abstreitet: sie hat offensichtlich viel zu viel politische Macht, weil sie systemrelevant ist.

Die Tages-Anzeigerin reloaded

Oder der Mief-Tages-Anzeiger als Frauenversteher.

Ein längst verglühtes Sternchen am Tamedia-Himmel gab mal die «Tages-Anzeigerin» heraus. Frauen haben’s bis heute nicht leicht:

Es gibt nun auch ein «Gender Sleep Gap». Aber dafür müssen sich (die meisten) Frauen nicht rasieren.

Frauen haben’s nicht leicht:

Gut, der Wal Timmy (Kosename «Hope») hat’s auch nicht leicht.

Allerdings hätte ZACKBUM nie gedacht, dass ausgerechnet Meret Schneider einmal die einzige weibliche Stimme der Vernunft im Tagi sein könnte:

Frauen haben’s nicht leicht, und Männer sind Schweine:

Wie gut, dass sie Unterstützung von gewichtiger Stelle haben:

Für die Influencerinnen, die Opfer von Deepfakes geworden sind, wirft sich Raphaela Birrer mit der ganzen Kraft ihrer argumentativen Fähigkeiten in die Schlacht:

««Diese Männer sind das Problem, nicht wir», sagen sie und erinnern mit dieser selbstbewussten Haltung an die dutzendfach vergewaltigte Gisèle Pelicot.»

ZACKBUM-Autor René Zeyer hat ja schon Schreibverbot im Tagi, aber nach einem dermassen geschmacklosen Vergleich würde er es für sich selbst fordern. Und wenn Birrer schon in die falsche Richtung galoppiert, dann richtig: «Von Fernandes sind zahlreiche Deepfake-Pornos im Umlauf.» Sie hat dabei indirekt ihren Ex-Mann beschuldigt, der streitet aber die Herstellung nachdrücklich ab. Also wohl mal in erster Linie Bestandteil von üblen Post-Scheidungs-Nachwehen.

Daher fordert Birrer nun gesetzliche Massnahmen, was sonst. Denn falls nicht: «Handeln wir nicht, senden wir als Gesellschaft ein fatales Signal: Es ist irgendwie in Ordnung, aus realen Frauen virtuelle Sexmaschinen zu machen.»

Man fragt sich bei solchem Gebrabbel schon, was Birrer dazu qualifiziert, Chefredaktorin zu sein. Ausser ihrem Frausein. Man fragt sich als Mann auch: gibt es eigentlich solche Deepfakes nur von Frauen? Ausschliesslich? Ach so, Männer sind ja Schweine, da macht da nix bei ihnen. Keanu Reeves und andere sollen sich nicht so haben und das Feld den protestierenden Frauen überlassen.

ZACKBUM hält zu Gnaden: es gibt auch Männer mit Problemen.

Nicht nur Frauen können sich ausheulen, das können auch Männer.

Die haben dann noch ganz andere Probleme:

Aber da spricht wieder niemand vom «Gender-Prostata-Gap». Das interessiert die weibliche Sicht der Tages-Anzeigerin halt nicht, weil Frauen keine haben.

Und last, but not least, dieser Mann hat dann wirklich ein Problem:

«Es war der schmerzhafteste Stierangriff meines Lebens», soll der Torrero im Spital gesagt haben. Tja, wenn der Stier den Spiess umdreht, nicht wahr.

So nebenbei, niemand konnte das schöner beschreiben als Ernest Hemingway. Wer’s unter unseren gebildeten Lesern nicht kennt: «Tod am Nachmittag». Wie schreibt er da so richtig: «Es gibt keinen großen Stierkämpfer, der nicht früher oder später aufgespiesst wird.» Gut, es sind dann doch 544 Seiten in der Rowohlt-Ausgabe, dafür aber auch mit 81 Fotos.

Das alles findet sich am 21. April 2026 auf der Homepage des Tamedia-Kopfblattsalats. Natürlich ohne Hemingway. Als hätte Mattea Meyer den Startschuss gegeben, dass eigentlich nur noch gejammert, gelitten und geblubbert werden soll. Das Schicksal eines verpeilten Wals, der ums Verrecken nicht in tiefere Gewässer schwimmen, aber auch nicht abkratzen will, interessiert mindestens so wie die neusten Entwicklungen in der Prostatakrebs-Früherkennung oder der neu entdeckte «Gender Sleep Gap».

Und Opfer, das ist mal klar, sind ausschliesslich Frauen. Oder Wale. Wobei Timmys Geschlecht nicht bekannt ist (die Bestimmung soll bei Walen auch ziemlich tricky sein). Aber typisch männliche Weltsicht, DER Wal ist ein Er …

Das grösste Opfer ist und erbringt aber der Leser, gleich welchen Geschlechts. Der soll sich um das Schicksal von sogenannten Influencern bekümmern und zur Kenntnis nehmen, dass Deepfakes ausschliesslich mit Frauen hergestellt werden, die zu «virtuellen Sexmaschinen» gemacht würden.

Zugegeben, wir wiederholen uns, aber wir sind ja auch männlich: so fährt sich dieser Kopfblatt-Salat selber gegen die Wand, erfüllt Pietro Supinos grössten Traum: dass er sich endlich von diesen Print- und Newsmedien verabschieden kann. Denn Phantom-News führen zum Ableben, und es bleibt nur ein Phantomschmerz.

Die Trumpete

Mal im Ernst: Hilft nur noch Galgenhumor bei diesem US-Präsidenten?

Nach einem kurzen Schwächeanfall hat sich Urs Gehriger von der «Weltwoche» wieder erholt: «Don Tsu: Mit der Blockade der iranischen Seeblockade adaptiert Donald Trump Prinzipien des antiken chinesischen Meisterstrategen Sun Tzu. Mit Folgen, die für Überraschung sorgen könnten».

Dessen Strategeme so missbräuchlich zu verwenden und ihre Anwendung einem Präsidenten zu unterschieben, der wohl im Leben noch nie ein Buch gelesen hat und nie von diesem Feldherrn gehört hat: immerhin schenkt uns das einen herzlichen Lacher, und das können wir brauchen.

Denn inzwischen ist es amtlich, leider nur noch nicht exekutiert: der Mann spinnt nicht nur, und zwar im pathologischen Sinn. Sondern er hat auch grösstenteils den Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Ein nicht unbekanntes Phänomen bei notorischen Narzissten, wenn die verzweifelt um die Erkenntnis herumrudern, dass sie mal wieder der Loser sind.

Der neuste Beweis, als ob es noch eines weiteren bedurft hätte: Kommenden Mittwoch läuft mal wieder ein Ultimatum ab. Dann endet die zweiwöchige Waffenruhe. Falls sie nicht verlängert wird.

Als grossen Erfolg, haben wir gelacht, verkaufte Trump, dass damit der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus wieder freigekämpft sei. Oder doch nicht, denn Schiffe mit iranischer Destination oder Herkunft würden nun von der US-Navy blockiert werden.

Das ist nicht schlecht. Hör auf mit deiner Blockade. Schön, du hast aufgehört. Dafür blockieren nun wir. Resultat dieser grossartigen Adaption eines Strategems: nach nur 24 Stunden, in denen gerade mal eine Handvoll Schiffe durchschlüpften, blockiert nun der Iran ebenfalls wieder.

Gelegenheit für den Auslandchef des Kopfblatt-Salats von Tamedia, sich mit einer Meinung, nein, einer «Analyse» lächerlich zu machen. Aber auch gut für einen Lacher.

Damit die Lachtränen weiter fliessen, legt US-Präsident Trump nun noch einen drauf. Er sieht eine neue Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan. Dafür sollen wieder sein Vizepräsident JD Vance, die Unglückskrähe Orbáns, Steven Witkoff (qualifiziert durch seine Freundschaft mit Trump) und Jared Kushner (qualifiziert durch seinen Status als Schwiegersohn) nach Islamabad reisen.

Ob sie das wirklich tun werden, ist allerdings unklar. Sonst wäre es ja kein echter Trump, sondern Trumpetengold. Schliesslich würden die USA einen «sehr fairen und vernünftigen Deal» anbieten, behauptet Trump, der auch behauptet, die Gespräche liefen vor diesem Treffen sehr gut.

Falls sie dann doch nicht so gut laufen sollten, droht er gleichzeitig, dass in diesem Fall die USA «jedes einzelnen Kraftwerk, jede einzelne Brücke im Iran zerstören» würden.

Da Trump auch immer mehr unter Sprachdurchfall leidet, perseveriert er dann einfach weiter. Das muss man sich im Original zu Gemüte führen:

«SCHLUSS MIT DEM NETTEN KERL! Sie werden schnell und ohne Zögern fallen, und wenn sie den DEAL nicht annehmen, wird es mir eine Ehre sein, das zu tun, was getan werden muss und was andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren gegenüber dem Iran hätten tun sollen. Es ist Zeit, die Vernichtungsmaschinerie des Iran zu beenden

Was sind das für Zeiten, in denen religiöse Wahnsinnige vernünftiger wirken als der US-Präsident? Die einen metzeln allerdings friedliche Demonstranten zu Tausenden nieder, der andere kündigt Mal für Mal schwerste Kriegsverbrechen an.

Der Iran stellt fest, dass es zurzeit kein zweites Treffen geben wird. Der ständige Kurswechsel der USA und haltlose Forderungen seien «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».

Ein Mad Man im Oval Office. Sollten wir das überleben, kann man rückblickend immerhin sagen: haben wir gelacht. Denn anders kann man dieser tödlichen Bedrohung nicht mehr begegnen.