Neue Chefredaktorin für Tamedia

Weniger Indianer, mehr Häuptlinge: willkommen, Kerstin Hasse.

Was tut man nicht alles, wenn man 40 Prozent Frauenanteil auf allen Ebenen versprochen hat. Die Schrumpf-Indianer bei Tamedia wird’s ausnehmend freuen, dass es einen neuen Häuptling gibt: die Chefredaktorin Kerstin Hasse.

Dabei hat der «Tages-Anzeiger» doch schon eine. Aber gut, die ist nur Co-Chefredaktorin, und Oberchef Arthur Rutishauser schreckt weiterhin vor einer Geschlechtsumwandlung zurück. Da muss also noch eine Frau an Bord.

Hasse reiste mit leichtem Gepäck vom «Bündner Tagblatt» zur «Annabelle» und ist Präsidentin des «Vereins Medienfrauen», eine als feministische Kampfgruppe verkleidete Stellenbörse, sie ist beim Frauenstreik und all dem Zeugs dabei:

ZACKBUM ist dabei. Nur: was ist denn das?

Ansonsten ist sie eher den angenehmen Seiten des Lebens zugetan:

Selfie im Goldspiegel des «Trois Rois» in Basel (Zimmer ab 600 Fr.).

Aber was macht sie denn nun als Chefredaktorin? Lassen wir sie es in eigenen Worten sagen, im schriftlich geführten «Interview» mit persoenlich.com:

«Mein Fokus liegt also sich auf der Schärfung des Storytellings. Wie wollen wir welche Geschichte wo erzählen?»

ZACKBUM würde die Schärfung der richtigen Satzbildung anregen, aber wer sind wir schon. Auf die Frage, wo denn eine Geschichte erzählt wird, hätten wir eine Anregung: wenn sie tatsächlich Chefredaktorin Digital wird, vielleicht digital?

Wir freuen uns aber schon auf viele scharfe Ferienstorys von schönen Orten, luxuriösen Hotels und angenehm gefüllten Tellern oder Gläsern.

Natürlich gewürzt mit violetter Frauenpower, bitte.

Als Warnung für männliche Indianer: Wir dürfen an ihrer Kompetenz zweifeln, Ihr nicht. Wir dürfen Quotenfrau schnöden, Ihr nicht.

 

 

 

13 KOMMENTARE
  1. Gerd Sommer
    Gerd Sommer says:

    Spricht hier Kerstin Hasse vom „Brand Storytelling“ in einem Erzählrahmen? Um relevant zu bleiben, müssen digitale Medienunternehmen daher gute Geschichten erzählen um ihr Publikum begeistern zu können. Wie im TV, wird ansonsten schnell weggezappt.

    Im Lehrbuch mag dies etwa so tönen:

    Jede Geschichte braucht ein Ziel: Was wollen Sie mit der Story bewirken? Was ist Ihre Kernaussage?

    Keine Story ohne Held oder Heldin: Wer ist die Hauptfigur, mit der sich ihr Publikum identifizieren soll? Hierfür eignen sich nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und sogar anthropomorphisierte Objekte wie der Pixar-Roboter Wall-E.

    Machen Sie ein Drama draus: Schon Aristoteles befand, dass eine wirkungsvolle Geschichte aus mehreren Akten bestehen muss, die einen Konflikt enthält.

    Lösen Sie den Konflikt: Die meisten Menschen empfinden die positive Auflösung des Problems als bestes Ende einer Geschichte – daher ist das Happy End so beliebt.

    Fazit: Der digitale Tagesanzeiger wird wohl bald nicht mehr zu erkennen sein, wenn dieser Erzählrahmen der Fabulierkunst von der Frau Hasse umgesetzt wird.

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  2. Eveline Maier
    Eveline Maier says:

    Wer das Wort „storytelling“ verwendet im seriösen Journalismus, disqualifiziert sich selber.

    Ein Texter in einer Werbeagentur, mag ein Storyteller sein; gelegentlich auch mit Hilfe halluzinativer Mittel – und mehr. Sprücheklopferei im Journalismus ist nicht gerne gesehen.

    Das MAZ in Luzern sollte das Wort „storytelling“ für trendy Jungjournalisten verbieten lassen.

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    • Olivia Borner
      Olivia Borner says:

      Im Content-Marketing mag „storytelling“ seinen Platz haben. Bei echten Qualitätsmedien ist dieser Begriff ein vollkommenes Tabu.

      Soll aus dem Tagesanzeiger also eine Werbebroschüre werden? Sam Thaier hat untenstehend mit dem Begriff „ Annabellisierung“ gut umschrieben, wohin die Reise in diesem Tamedia-Verlag hingeht.

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  3. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Hasse: «Mein Fokus liegt also sich auf der Schärfung des Storytellings. Wie wollen wir welche Geschichte wo erzählen?»

    Bedeutung von Storytelling: Geschichten erzählen werden, um Menschen von einer Sache zu überzeugen bzw. sie von der Sache zu begeistern.

    Kerstin Hasse, noch eine Quotenfrau mit überschaubaren Leistungsausweis (etwas Bündner Pampa und Annabelle), sogar als Chefredaktorin. Da werden einige Frauen an der Werdstrasse die auf den Posten spekuliert haben «not amused» sein. Viel ist nicht zu erwarten, die Messlatte für Hasse ist nicht hoch. Es gibt beim TA Dutzende die irgendwelche Geschichten erzählen, versuchen zu beeinflussen und den Mahnfinger ständig oben haben. Objektiv und wertungsfrei zu informieren ist beim TA immer weniger angesagt, dafür die Leserschaft auf den Werdstrasse Mainstream bringen.

    Die «Medienfrauen Schweiz» wird es freuen, dank des Quotenzwangs ist eine der ihren auf einem guten Posten gelandet, ohne besonderen Leistungs- oder Kompetenznachweis!

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    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer says:

      In vier Jahren ist folgedessen Kerstin Hasse von den Annabelle-Volontärin zur Tagesanzeiger-Chefredaktorin aufgestiegen.

      Man sehe sich zum Vergleich den Lebenslauf von Oberchef Dr Arthur Rutishauser an:

      https://zuerich-nord.rotary2000.ch/it/agenda/show/60757

      Seit seinem Praktikum im Journalismus im Jahre 1995, hat sich Dr Rutishauser über viele, viele Jahre hochgearbeitet.

      Fussnote: Arthur Rutishauser hat aus Bescheidenheit keinen Wikipedia-Eintrag. Frauen von der Sorte von Patrizia Laeri und Kerstin Hasse können sich im Gegensatz nicht genug in den Himmel loben auf dieser Plattform. Erbärmlich dieser Narzissmus dieser durchschnittlichen Vereinsfrauen, die sich gegenseitig überschwängliche Wikipedia-Einträge schreiben müssen. Selbstsicherheit, Therapie und Balsam via Wikipedia als stützende Lebenshilfe. God mercy.

      Dr Arthur Rutishauser will nicht sichtbar sein. Es verweigert sich diesem peinlichen, infantilen Ego-Theater. Bravo Oberchef.

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      • Sam Thaier
        Sam Thaier says:

        Ein guter Hinweis, wie hier Dr Arthur Rutishauser die Antithese der Sichtbarmachung manifestiert.

        Das Label «Sichtbarmachung der Frauen», explizit im Medienbereich, nimmt wirklich groteske Züge an. Die ellenlangen Wikipedia-Einträge scheinen bei diesen Frauen eine heilende Therapiefunktion zu haben.

        Ist interessant, dass mittelbegabte Journalistinnen die längsten Wikipedia-Einträge haben. Wäre einmal ein Schwerpunktthema wert.

        Im «Verein Medienfrauen» bekommen diese Frauen übrigens den ehrenvollen Titel «Expertinnen» verliehen. Patrizia Laeri scheint sich zurückgezogen zu haben, von dieser Zunft.

        https://www.medienfrauen.ch/expertinnen

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      • Corinne Oberle
        Corinne Oberle says:

        Beeindruckende Tellerwäscherinnen-Karriere von Kerstin Hasse. In vier Jahren auf dem Olymp.

        Kann gut möglich sein, dass sich langjährige interne Kandidatinnen des TA übergangen fühlen.

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  4. Mario Sacco
    Mario Sacco says:

    Die Sichtbarmachung der Frauen klappt immer besser bei Tamedia. Frau Hesse, die vor vier Jahren als Volontärin bei der Annabelle begonnen hat, macht es vor mit einem grossen Karriereschritt.

    Ihre Agenda beim TA wird wohl sein, die Frauen dort noch umfassender zu vernetzen. Über Frauen soll ja nur noch «divers» berichtet werden, gemäss ihrem Credo.

    Wie bei der Primarschule in der Stadt Zürich, wo um 80% der Lehrerinnen weiblich sind, wird der dünn gewordene Tagesanzeiger in Frauenhand übergehen.

    Kluge Männer machen diese Beliebigkeit im Journalismus nicht mehr mit.

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  5. Benno Derung
    Benno Derung says:

    Gegenentwurf: Ich fordere einen kompletten, ehrlichen und authentischen Journalismus.

    Plattitüden von der «Schärfung des storytelling» lässt Böses erahnen bei dieser Frau Chefredaktorin.

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    • Laura Pitini
      Laura Pitini says:

      Ist das Wort «storytelling» ein Synonym für Schwindel – und Lug und Betrug? Im ernsthaften Journalismus hat dieses neumodische Wort nichts zu suchen.

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  6. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    Frau Storytelling wird unter grosser Beobachtung stehen. Ihre Inszenierung vor einem goldenen Spiegel in einem teuren Hotel spricht Bände. Ist wohl Definition für ihre fairy tales-storytelling – Allüren.

    Im jetzigen Journalismus in der Schweiz gilt: Man nimmt, was man bekommt. Gute Journalisten tun sich dieses JEKAMI nicht mehr an.

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    • Lea Howald
      Lea Howald says:

      Wichtigtuerische Influencerinnen inszenieren sich gerne vor goldenen Spiegeln in einer 5-Sterne Umgebung.

      Machen dies gerne in der vornehmen Lobby des Hotels, wo es gratis ist.

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  7. Sam Thaier
    Sam Thaier says:

    Habe schon mehrmals mit Besorgnis auf die Annabellisierung™ des einstigen Qualitätsorgan «Tagesanzeiger» hingewiesen. Hier sind wir jetzt also……….

    Ein weiterer Beweis, wohin die Reise hingeht bei dieser Tageszeitung im «anything goes»- Modus.

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