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Kornelius und die Kotztüte

23. Februar 2024/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Bis zum Überdruss, der Mann. Aber ZACKBUM gibt nicht auf.

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Tamedia quält seine Leser wieder mal mit den absonderlichen Ansichten des Weltenlenkers Stefan Kornelius aus München. Eigentlich ist der Mann schon restlos disqualifiziert, aber er gibt nicht auf, ZACKBUM hat eine Berichterstatterpflicht und kriegt nicht mal Schmerzensgeld dafür.

Aber immerhin, diesmal äussert er ein paar kritische Ansichten zum neuen Märtyrer und Heiligen Alexej Nawalny: «Nichts an diesem Mann ist einfach. Seine Geschichte ist überladen mit Widersprüchen, Mythen und einer ungesunden Ideologisierung.»

Ja Wahnsinn, mag da der Leser denken, ein intelligent-kritisches Wort von Kornelius? Das darf ja nicht wahr sein. Damit hat der Leser recht, es ist nicht wahr:

Daher lautet das korrekte, ungekürzte Zitat: «Nichts an diesem Mann ist einfach. Die Geschichte des Wikileaks-Gründers, Hackers und Politaktivisten ist überladen mit Widersprüchen, Mythen und einer ungesunden Ideologisierung.»

Der Atlantiker Kornelius will nichts auf die recht bekleckterte Weste der US-Wildwestjustiz kommen lassen. Daher schäumt er gegen all die, die den Amis «eine Politisierung der Justiz unterstellen, die ein Verfahren in den USA unmöglich erscheinen lässt».

Unglaubliche Frechheit, ist Kornelius ausser sich: «Das ist eine groteske Unterstellung, die seit Jahren schon angestellt wird, um den Fall politisch aufzuladen.» Dass ein US-Verteidigungsminister seinen Tod gefordert hat, dass selbst Friedensnobelpreisträger Obama grimmig wurde, wenn es um Assange geht, dass von US-Politikern sein Tod ohne Prozess gefordert wurde, was soll’s. Kaum sonst wie in seinem Fall, sollte er tatsächlich seinen Häschern in den USA ausgeliefert werden, gälte das Wildwestprinzip: give him a fair trail. And then hang him. Gebt ihm eine faire Verhandlung Und dann hängt ihn auf.

Kornelius macht einen Zwischenschritt: «Natürlich hat dieses Leak auch gewaltige Missstände aufgedeckt. Doch …» Dann demontiert er aber alles, was noch an Vernunft vorhanden gewesen sein mag:

«Die Publikation von einer Viertelmillion Datensätzen hält keinem Vergleich stand, in ihrer Masslosigkeit und Radikalität widerspricht sie allen journalistischen Grundsätzen.»

Der Mann sollte kein Zeugs mehr rauchen. Ein Journalist der «Süddeutschen Zeitung», die schon ungezählte Male an der Ausschlachtung und Publikation von Millionen von gestohlenen Datensätzen beteiligt war, bezeichnet das, was Assange tat, als masslos und im Widerspruch zu journalistischen Grundsätzen?

Ein entsprechender Verdacht verdichtet sich zur Gewissheit, wenn man dieses Schmierenstück liest: «Offenbar ist er aber auch ein kranker Mann, der an sich, seiner Selbstisolation und der Verfolgungswelt zerbrochen ist.»

Assange sei an sich selbst zerbrochen, er habe sich selbst isoliert? Und was soll denn eine «Verfolgungswelt» sein?  Meint er etwa Verfolgungswahn?

Wenn ein Putin-Propaganda-Troll einen solchen Schwachsinn über Nawalny absondern würde, wäre das selbst dem Kreml so peinlich, dass er für sofortige Löschung besorgt wäre. Oder, wie das im Hause Tamedia heisst, für Depublikation.

ZACKBUM ruft mit ermatteter Stimme: gibt’s denn im Glashaus niemanden mehr, der solche Leserverarsche verhindern kann? Man spürt förmlich, wie Kornelius bedauert, das Wort Wehrkraftzersetzung nicht benützen zu dürfen. Aber vielleicht kommt das noch. Lieber Herr Supino, sind Sie nicht entsetzt, wenn Sie so etwas lesen? Halten Sie das wirklich für akzeptabel? Schämt sich da keiner mehr für nichts?

Schlagworte: Atlantiker, Auslieferung, Julian Assange, Märtyrer, Nawalny, Obama, Stefan Kornelius, Supino, widerlich, Wildwestjustiz
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2024/02/Bildschirmfoto-2024-02-22-um-18.41.35.png 317 605 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-02-23 05:00:522024-02-23 08:17:32Kornelius und die Kotztüte
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8 Kommentare
  1. C. Wallens
    C. Wallens sagte:
    23. Februar 2024 um 9:41

    Dafür hat ein Tagi-Leser den Stasi-Begriff «Wehrkraftzersetzung» in der Kommentarspalte durchgeschmuggeln können. Ironische Beiträge fallen noch des Öfteren durch das engmaschige Zensurregime des woken Zeigeistblattes.

    Antworten
    • René Zeyer
      René Zeyer sagte:
      23. Februar 2024 um 10:16

      Nazi-Begriff bitte.

      Antworten
  2. Slavica Bernhard
    Slavica Bernhard sagte:
    23. Februar 2024 um 7:38

    Aber ja, Herr Keller, hat nicht Präsident Obama auch den Friedensnobelpreis erhalten?

    Und ob Herr Biden noch etwas im Kopf hat, ist zumindest fraglich?

    Antworten
    • Hans Keller
      Hans Keller sagte:
      23. Februar 2024 um 10:12

      Zumindest hat Jo Biden einen beständigen, gut ausgewiesenen Stab in seiner Administration.

      Lesen sie hierbei, wieviele Chefbeamte geschasst oder freiwillig gegangen sind in den vier Jahren Donald Trump.

      https://www.nzz.ch/international/waehrend-trumps-amtszeit-herrscht-ein-koepferollen-in-atemberaubendem-tempo-ld.1308725

      Ein Misstrauensvotum gegenüber dieser Person ist klar berechtigt.

      Antworten
      • C. Wallens
        C. Wallens sagte:
        23. Februar 2024 um 13:44

        «..beständigen, gut ausgewiesenen Stab…» Ernsthaft jetzt? Meinen Sie etwa Blinken, Austin, Kirby, Yellen und die alle überstrahlende VP Harris? Herr Kornelius wäre sicher stolz auf Sie, würde er Ihre Zeilen zu Gesicht bekommen.

        Antworten
  3. Hans Keller
    Hans Keller sagte:
    23. Februar 2024 um 6:41

    Sie haben sich definitiv auf Stefan Kornelius eingeschossen. Ihr Vokabular der Kotztüte nicht angebracht; vorallem auch nicht im Blog-Journalismus.

    Schon vergessen, dass der damalige Präsident Barak Obama Chelsea Manning begnadigt hatte. Obama sah auch davon ab, Julian Assange anklagen zu lassen.

    Donald Trump liess Assange später wieder anklagen.….

    Beim jetzigen Präsidenten Biden vermutet man, dass er die Clinton-Mail-Leaks nicht aus dem Kopf kriegt und deshalb nicht von der Assange-Auslieferung und einem Prozess gegen ihn abrücken will.

    Einen Vergleich mit Navalny ist völlig törricht.

    Antworten
    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:
      23. Februar 2024 um 8:03

      Das Subjekt in den Akkusativ zu setzen aber auch. Vor allem dann, wenn der Satz ins Leere zielt, weil er etwas als völlig törricht bezeichnet, was zumindest Zeyer just nicht getan hat.

      Antworten
      • Hans Keller
        Hans Keller sagte:
        23. Februar 2024 um 9:23

        Ablenkung pur. Die Kotztüte bleibt.

        Antworten

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