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Brechreiz

So lässt sich die Berichterstattung über Crans-Montana beschreiben.

Täglich fragt der Chefredaktor: was haben wir als Nachzug? Bei den Klickraten müssen wir unbedingt nachlegen.

Und so schaut’s dann beim «Blick» aus:

Dann hätten wir noch das hier:

Wer sagt da, dass «Blick+» keinen Mehrwert böte.

Noch etwas Olfaktorisches.

Schliesslich der klassische Nachnachnachzug:

Natürlich macht auch das Blatt der Qualitätsberichterstattung fleissig mit:

Gleich eine eigene Rubrik gönnt der Tagi dem Inferno, der Katastrophe.

Auch «20Minuten», obwohl nur noch digital, macht weiter mit. Allerdings eher im unteren Bereich der Homepage:

Hier ist’s die «Katastrophe», bzw. die «Silvester-Katastrophe», und E-Promi Yara Buol darf sich über Gratis-Werbung freuen.

Auch in die heiligen Hallen der alten Tante findet die «Brandkatastrophe» weiterhin Eingang:

Da capo, findet die NZZ, wozu hat man denn ein abgebrauchtes Symbolbild:

Die Lieblingsformulierung des kritischen Journalismus à la Falkenstrasse: «… wirft erneut Fragen auf».

«Inside Paradeplatz» hingegen zeigte und zeigt, was ein kritischer Ein-Mann-Journalismus auf einem Gebiet, das nicht zu seinen Kernkompetenzen gehört, leisten kann. Dagegen wirkt die Konkurrenz ermattet und schlapp.

Es gäbe noch ein paar Nachzüge, auf die wir sehnlichst warten:

Eine Leiche erzählt

Exklusiv: jetzt redet das Feuer

Bei welcher Temperatur schmelzen auch Zähne?

Überlebenstipps in 1000 Grad

Was sollte man bei einem zukünftigen Barbesuch beachten

Darf man den Anmachspruch noch verwenden: hast du mal Feuer?

ZACKBUM fügt ermattet hinzu: wenn wir nochmal das Wort «unfassbar» hören oder lesen, bekommen wir einen Blutrausch.

Serientäter

ZACKBUM möchte vom Tagi lassen. Aber der lässt es nicht zu.

Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (FÖG) nennt es «News-Deprivation». Und die nehme immer mehr zu. Bereits 46 Prozent der lesefähigen Bevölkerung der Schweiz informiere sich nicht mehr über die klassischen Newsquellen.

Eigentlich heisst das News Avoidance, aber das FÖG ist nach dem Tod von Kurt Imhof auch nur noch eine Schatten seiner selbst. Denn Deprivation ist natürlich gaga: das bezeichnet den Zustand der Entbehrung, des Entzuges, des Verlustes oder der Isolation von etwas Vertrautem sowie das Gefühl einer Benachteiligung.

Auf jeden Fall bemüht sich Tamedia nach Kräften, diese Zahl zu steigern. Mit einer unbekömmlichen Mischung aus Alarmismus, Rechthaberei, erhobenem Zeigefinger, Selbstbetrachtung und Abkehr von klassischem News-Journalismus.

Michael Marti fragt sich im Tagi völlig zu recht: «Wer sich also vor den News-Deprivierten gruselt, sollte sich zuerst fragen und dann verstehen, wovor viele dieser News-Deprivierten sich gruseln.» Allerdings vermeidet er tunlichst die naheliegenden Antwort: vor dem Tamedia-Journalismus.

Die Sopranistin Netrebko singt im Opernhaus? Ja schon, aber weil ein verlorenes Dutzend ein paar ukrainische Flaggen schwenkt, kam es dabei angeblich zu Misstönen. Ganz abgesehen davon, dass sich die Primadonna assoluta angeblich nicht deutlich genug von Putin und dem Ukrainekrieg «distanziert» habe. Unglaubliches Kulturbanausentum.

Dann der Alarmismus:

Marc Brupbacher, ehemals bekannt als Corona-Kreische und Beschimpfer von Bundesräten, hat umgesattelt. Klima ist schliesslich nachhaltiger als so ein flüchtiges Virus.

Der ehemalige Bundesrat Ueli Maurer gehört zu den Lieblings-Watschenmännern des Tagi. Kaum hat eine reingekriegt, weil er den Leonhard-Kreis präsidiert, der für Meinungspluralismus eintritt (was ist das, fragt sich fassungslos der Tagi-Redaktor, es gibt doch nur eine Meinung, nämlich die richtige, also meine), bekommt er schon wieder einen Kübel Häme übers Haupt geschüttet:

Für Tagi-Redaktorin Nicoletta Gueorguiev, eine Allzweckwaffe («Disney einigt sich im Rechtsstreit mit US-Schauspielerin Gina Carano», oder «Walliser sollen ihre Weihnachts­beleuchtung um 1 Uhr nachts abschalten»),wird eine freie Debatte gleich mit «umstritten» gelabelt. Obwohl Streit doch der einzig sichere Weg zu neuer Erkenntnis ist.

Sie beschwert sich: «Weder auf der Website noch im Programm ist indessen ersichtlich, welche Beiträge wissenschaftlich fundiert sind und welche nicht.» Bevor sie solche unfundierte Beschwerde erhebt, sollte sie sich vielleicht mal informieren, was man unter «wissenschaftlich fundiert» versteht. Nämlich Beobachtung, Experimente, Datenerhebung, Hypothesenbildung, Überprüfung und Veröffentlichung in Fachkreisen.

Dazu ein Beispiel: wenn der Tagi behauptet, er  betreibe «Qualitätsjournalismus», möchte ZACKBUM mal gerne eine wissenschaftlich fundierte Beweisführung dafür sehen. Sonst muss man das zumindest als «umstritten» bezeichnen …

Dann kommen wir zur Abteilung «wenn Wünsche wahr werden sollen»:

Meint Claudia Franziska Brühwiler. Angeblich «die meistgesuchte Forschende der HSG». Allerdings mit eher spärlichen Veröffentlichungen, während sie auch für den Tagi zu zu «den profiliertesten USA-Kennerinnen der Schweiz» gehöre. Was sie von Fehlprognosen aber noch nie abgehalten hat.

Dann hätten wir noch die Pflege von Randgruppenproblemen:

Wie viele lesbische Paare es in der Schweiz gibt und wie viele von ihnen vor diesem Problem stehen, ist schwer eruierbar. Im Jahr 2022 haben rund 350 lesbische Paare geheiratet. Wie viele das mit einem Kinderwunsch verbinden? Alle? Die «Ehe für alle» trat am 1. Juli 2022 in Kraft. Nehmen wir an, dass es seither 1000 Heiraten gab. Selbst wenn alle diese Paare einen Kinderwunsch verspürten und per Adoption befriedigen wollen, so wären das rund 0,01 Prozent der Wohnbevölkerung …

Schliesslich noch ein Beitrag zu «die Welt ist schlecht und wird immer schlechter»:

Woher kommt diese Zahl, wie wird sie eruiert, wie verlässlich ist sie? Alles journalistische Fragen, auf die das Qualitätsorgan Tagi nur rudimentäre Auskünfte erteilt. Bzw. einfach abschreibt, was die NGO «Save the Children» behauptet. Diese Organisation ist auf vielen Gebieten in schwerer Kritik, interner Kultur, Führungsstruktur, Kommunikation und politischer Stellungnahme. Plus wie meist bei solchen NGO die Saläre der Führungsschicht. Aber das soll doch eine knackige Schlagzeile nicht kaputtmachen.

Das ist von einem beliebigen Tag das gesammelte Bemühen von Tamedia, den Leser davon zu überzeugen, dass es rausgeschmissenes Geld ist, dafür auch noch etwas zu bezahlen. Ausser natürlich für Masochisten, Anhänger einer strengen Belehrung oder für Menschen, die gerne testen wollen, ab wann sie depressiv werden.

 

Sag Ja zu Nein

Oder nein zu ja. Oder so. Oder Raphaela Birrer. Leserverarsche, Part IV und Schluss.

Es ist die Frage, ob es subversive Absicht ist, dass der Leitartikel der Oberchefredaktorin Birrer unter der Rubrik «Karikatur der Woche» erscheint.

Auf jeden Fall vollbringt sie das intellektuelle Wunder, etwas Unmögliches zu fordern. Nämlich ein vorsichtiges «Ja, aber» zu den EU-Verträgen.

Zunächst darf man sie an Matthäus 5,37 erinnern: «Eure Rede aber sei: Ja, ja, nein, nein. Was darüber ist, das ist von Übel.» Sagt immerhin Jesus.

Aber zurück ins irdische Jammertal, wo vom Tagi-Leser mal wieder Fremdschämen abgefordert wird. «Wegducken geht jetzt nicht mehr – mit dem Ende der Vernehmlassung zu den EU-Verträgen endet auch die Zeit des Lavierens.» Dabei fängt sie im Gegenteil jetzt erst richtig an.

Während «nur» die SVP dagegen sei, seien alle anderen grossen Parteien dafür. «Damit zeigen sie Realitätssinn», behauptet Birrer. Der gehe der SVP ab, impliziert sie.

Dann benützt sie ein Wort, dass schon von Ex-Bundeskanzlerin Merkel zu Schanden geritten wurde: «Die neuen Verträge sind insofern alternativlos». Sind sie natürlich nicht, denn selbstverständlich gibt es immer Handlungsalternativen.

Dann begibt sich Birrer ins weite Reich des Wünschens und Wollens: «Trotz dieser beachtlichen Erfolge bleiben erhebliche Mängel, die es jetzt in der Schweiz zu lösen gilt.» Welche Mängel sollen denn in der Schweiz gelöst werden, wenn es dazu das Einverständnis des Verhandlungspartners EU bräuchte?

Einen gravierenden Mangel sieht auch Birrer in der «zwingenden Rechtsübernahme», deren Ausbleiben mit «Sanktionen» beantwortet werden kann. Was tun?

«Deshalb ist es unerlässlich, dass die Schweiz sich wirkungsstark bereits in den EU-Gesetzgebungsprozess einbringt. In welcher Form dies geschehen soll, ist zum heutigen Zeitpunkt allerdings unklar.»

Die Schweiz soll sich «wirkungsstark» im Bürokratiemonster Brüssel, im dysfunktionalen EU-Parlament, in der jeglicher demokratischer Legitimation ermangelnden EU-Kommission einbringen? Deren Präsidentin an zwei Kandidaten vorbei von Mutti Merkel auf die Position gehievt wurde? Das ist mehr als «unklar», wie das gehen sollte.

Dann wagt sich Birrer aber doch ziemlich kühn in den Gegenwind aller EU-Anhänger: «Ein doppeltes Mehr aus Volk und Ständen an der Urne ist vor diesem Hintergrund zwingend.» Was sie dann wohl sagt, wenn das abgewürgt werden sollte?

Und am Schluss noch etwas Pfeifen im Wald: «Es ist der Schweiz zuzutrauen, dass sie mit ihrem präzisen demokratischen Räderwerk in den strittigen Fragen Lösungen findet – und das Paket damit mehrheitsfähig macht.»

Der Schweiz wäre es vielleicht zuzutrauen – wenn sie mit der Schweiz verhandeln würde. Aber im alles andere als präzisen und alles andere als demokratischen Räderwerk der EU?

Und letztlich, so ist das auch bei 2000-seitigen Vertragswerken, die angeblich ausverhandelt auf dem Tisch liegen: entweder sagt man Ja – oder man sagt Nein.

Das ist genauso wie bei intimen Begegnungen. Da ist ein Nein ein Nein. Und nur ein klares Ja ein Ja. Ein «Ja, aber» würde doch einwandfrei als Nein gewertet werden. Oder sieht das Frau Birrer anders?

 

Slogans lesen macht dumm

Eigentlich sollten solche Werbekampagnen strafbar sein.

«20 Minuten» gibt seine Printausgabe auf. Verständlich. Die Gratispostille gibt für jedes Exemplar alles in allem einen Franken aus. Das ist heutzutage durch Printwerbung nicht mehr reinzuholen.

Natürlich ist die kommende Umstellung Anlass, mal richtig Gas zu geben. Da läuft ein «Head of Product» zu grosser Form auf. Die Chefredaktorin Desirée Pomper leitet, ein CTO ist auch an Bord, dazu das Entwicklerteam, versteht sich. Plus noch die üblichen Werber, diesmal von der Grossagentur «Prophet», von deren erfolgreichen Wirken man allerdings noch nicht viel gehört hat.

Item, mit erster Priorität muss am Logo rumgefummelt werden. Denn so geht das ja nicht mehr:

Wurde zwar 25 Jahre etabliert, kennt inzwischen jeder, aber das ist ja kein Grund, es nicht wegzuschmeissen (Argument sicherlich: Das ist ja eine Schreibmaschinenschrift, igitt) und durch das hier zu ersetzen:

Damit fällt das Logo auseinander und geht in die Breite. Eine Allerweltsschrift, die Digitalzahlen 20 sind leicht schräg gestellt und angeblich von einem «frischeren Blau» umgeben. Ach ja, und natürlich wurden die Kanten leicht abgerundet. Der Zusammenhang zwischen Zahl und Zeitangabe geht verloren. Grossartig. An Beliebigkeit nicht zu überbieten.

Ein Beitrag zu: nach dem Redesign ist vor dem Redesign. Denn da fallen selbst der ChatGPT aus dem Handgelenk zwei, drei Verbesserungsvorschläge ein. Und erst noch kostengünstig:

Die ganze Übung erinnert an das verunglückte Redesign der «Blick»-Familie.

Auch die gibt wieder Gas:

Begleitet vom üblichen Gequatsche: «Nach unserem visuellen Relaunch machen wir das Versprechen unserer Marke nun auch mit der neuen Kampagne sichtbar» (Maximilian Börke, Head of Marketing Ringier Medien Schweiz), und natürlich unvermeidlich: «Wir wollen nicht nur berichten, sondern alle Facetten einer Geschichte beleuchten», behauptet Ladina Heimgartner, die sich dazu den Hut «CEO Ringier Medien Schweiz» aufsetzt.

Dabei ist auch dieser Spruch an Einfalt schwer zu überbieten. Gemeinsames Bewegen? Wenn «uns» bewegt, was «euch» bewegt, wieso soll man dann den «Blick» lesen dafür? Und kann mal einer (oder eine) ein Beispiel geben, wo der «Blick» «alle Facetten einer Geschichte beleuchtet» hätte?

Irgendwie haben die Verantwortlichen bei Medien kein glückliches Händchen bei der Auswahl der Typen, die am Logo rumfummeln. Wo dann ein Regenrohr beim «Blick» rauskommt und leicht abgerundete Kanten bei «20minuten». Pardon, «20 Minuten».

Ach, und dann gab es ja noch das «plussen» bei der völlig verunglückten Einführung von «Blick+». Auch da kann «20minuten» mithalten:

Echt jetzt? Fühlen sich auch die Leser von ZACKBUM sexy? Alle?

Ein Slogan sollte eigentlich den Zweck erfüllen, beim Betrachter ein «muss haben» auszulösen. Oder zumindest ein «finde ich gut». Die Voraussetzung dafür ist, dass der Betrachter den Slogan überhaupt mal kapiert.

Da liegen eigentlich alle Medienhäuser Kopf an Kopf, was den Wettkampf um den schwachsinnigsten Slogan betrifft. «Haltung zeigen – watson lesen». Hä? Haltung für Listicals, Fails, dumme Sprüche und pseudolustige Videos? «Plussen» mit «Blick+». Hä? Nix verstan. «Finden wirs raus.» Hä? Wobei soll ich als Betrachter dem Tagi helfen?

Und nun «Lesen macht sexy». Wer liest, vornehmlich «20Minuten» (oder ausschliesslich?), wird also sexuell anziehend, erotisch attraktiv oder reizvoll, verführerisch. Womit wir schon mitten im starken Geruch nach Sexismus wären.

Soll die Lektüre dafür sorgen, dass die Leser übereinander herfallen und wie die Karnickel …? Dabei kann man dann aber schlecht lesen, nicht wahr.

Natürlich ist es nicht einfach, einen neuen Werbeslogan für eine Gratispostille zu erfinden. Toll wäre es aber, wenn der auch nur weit entfernt etwas mit dem Angebot, dem Inhalt, der USP zu tun hätte. Die Frage beantworten würde: und wieso soll ich das Blatt lesen?

Immerhin, die NZZ, ein Lichtblick, hat einen einigermassen akzeptablen Slogan: «Gemacht für Zeiten des Umbruchs». Unschlagbar ist nach wie vor die uralte Werbekampagne der FAZ. Man sieht einen durch das Blatt verborgenen Leser, plus: «Dahinter steckt immer ein kluger Kopf

Aber «Lesen macht sexy», what a bullshit, würde sogar Trump sagen. Und ZACKBUM sagt: sexy sind wir selber, dafür müssen wir nicht eine Gratispostille lesen.

Die Narrative der Einfältigen

Am Fall Baris Weiss lässt sich das ganze Elend illustrieren.

Fakt ist: die Journalistin Bari Weiss wird neue Chefredaktorin beim US-TV-Sender CBS.

Die Interpretation in der Süddeutschen (ausgestrahlt in den Tagi, der ja keine nennenswerte eigene Auslandberichterstattung hat):

«Rechte Journalistin übernimmt CBS: Ein Kniefall vor Donald Trump

So brabbelt Andrian Kreye vor sich hin und behauptet: «Die 41-jährige Bari Weiss wiederum steht für den Strukturwandel und den Rechtsruck in der Medienwelt.»

Weiss sei bekannt geworden, als sie sich mit Getöse von der «New York Times» verabschiedete. Mit laut Kreye windiger Begründung: «Nach Essays, in denen sie sich für kulturelle Aneignung und gegen linke Hetze positionierte, hätte die Zeitung sie weder gegen die heftige Kritik noch gegen die Shitstorms in den sozialen Medien verteidigt, so Weiss’ Begründung

War das ihre Begründung?Bullshit, wie Trump wohl sagen würde. In Wirklichkeit hatte sie Mobbing im Arbeitsumfeld, ideologische Konformität und den Einfluss von Social Media auf redaktionelle Entscheidungen beklagt.

Was ihr ehemalige Kollegen nachrufen, illustriert perfekt ihre Anklage.

So referiert die NZZ: «Der «New York Times»-Autor Jamelle Bouie verspottete ihre Ernennung auf Bluesky als «herzerwärmende Geschichte». Offenbar, so Bouie, sei es «kein Hindernis für Erfolg, ein unmoralischer und talentloser Schreiberling zu sein, wenn man bereit ist, den widerwärtigen Ansichten reicher Idioten endlos zu schmeicheln».»

Nett, nicht wahr? Aber da geht doch noch was, laut NZZ:

«Als «De-facto-Verbündete der Trump-Regierung» könne sie nun ihre «Bemühungen, progressive und propalästinensische Stimmen zum Schweigen zu bringen», vorantreiben. So formulierte es ein Gastautor des «Guardian», David Klion, in einer 20 000 Zeichen langen Abrechnung mit der «ungehaltenen ‹NYT›-Journalistin, die nach der Macht greift».

Doch damit nicht genug. NZZ:  «Weiss werde «wahrscheinlich versuchen, ein Netzwerk von Denunzianten und rechten Gedankenpolizisten zu rekrutieren», raunt Klion Denn offensichtlich solle sie «als ideologische Kommissarin in den höchsten Ebenen der Medienbranche» dem Weissen Haus helfen, die letzten Widerstandsnester in den Medien, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft auszuheben.»

Ungeheuerliche Denunziationen, bevor Weiss überhaupt ihre Position angetreten hat.

Die Journalistin Weiss ist also als Provokation bei der NYT zurückgetreten. Die Begründung, die Blasenschreiber Kreye von der SZ liefert, ist hanebüchen und falsch.

Was ihre Ex-Kollegen ihr vorwerfen, ist unglaublich.

Die letzten Widerstandsnester ausheben? Da muss man leider sagen: wenn Schwätzer wie Kreye und Denunzianten wie Bouie oder Klion ihre Plattformen und Multiplikatoren verlören, wäre das kein Verlust für den Journalismus, sondern im Gegenteil ein Beitrag zu seiner Verbesserung.

Einer Journalistin, deren politische Position einem nicht passt (abgesehen davon, dass Weiss viel differenzierter argumentiert als ihre Hasser), zu unterstellen, sie sei ein unmoralischer Schreiberling, der eine rechte Gedankenpolizei rekrutieren wolle, ist zwar durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

Damit verlassen aber diese Schreiberlinge die Ebene der argumentativen Auseinandersetzung , die Debatte, den auch harten und angriffigen Meinungsaustausch.

Stattdessen greifen sie zu übelsten Unterstellungen und völlig unbewiesenen Behauptungen. Was eigentlich nur eins zum Ausdruck bringt: die ohnmächtige Wut von Kleingeistern, die darunter leiden, dass ihnen die Diskurshoheit im öffentlichen Raum abhanden gekommen ist.

Und denen schmerzlich, aber uneingestanden auffällt, dass sie argumentativ nicht viel zu bieten haben, darin auch einer Weiss deutlich unterlegen sind.

Also bleibt nur haltloses Geschimpfe und Getobe. Wobei sie nicht einmal merken, welch jämmerlichen Eindruck sie damit hinterlassen.

 

 

 

Der seriöse «Tages-Anzeiger»

Nach der Lösung aller Erektions- nun die aller Finanzprobleme.

Lendenlahme Männer konnten aufatmen: «Erektionslösung: So steht er wieder wie eine Eins». Und das erst noch mit einer «Online-Behandlung» von schlappen fünf Minuten.

Damit lassen sich woke Tagi-Journalisten ihr Salär mitfinanzieren, denn das war ein «gesponserter» Inhalt, oder auf Deutsch: eine täuschend ähnlich wie ein redaktioneller Beitrag aufgemachte Werbung.

Welche Probleme beschäftigen die Männer und die Menschen denn sonst so? Richtig, wer hat denn keine Geldsorgen. Aber auch da gibt es Abhilfe:

«Ein Anbieter garantiert jetzt sogar einen günstigeren Kreditzins – oder zahlt 150 Franken!»

Her mit der Kohle, sagt sich da doch der Leser, selbst wenn er das kleine Märkli «Sponsored» nicht übersehen hat und daher nicht davon ausgeht, dass es sich hier um einen redaktionellen Beitrag handelt.

Ganz zuunterst gesteht Tamedia dann, wer denn genau für «dieses irre Versprechen» verantwortlich ist:

«Dieser werbliche Beitrag wurde von Switzerlend AG erstellt. Er wurde von Commercial Publishing, der Unit für Content Marketing, die im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia kommerzielle Inhalte produziert, für die Publikation aufbereitet, wobei die Haftung für Inhalte (Wort, Bild) und externe Links bei Switzerlend AG liegt.»

Tamedia verdient also gleich mehrfach an diesem Inserat. Der Werbetreibende zahlt natürlich für die Klicks, zudem hat er für die «Aufbereitung der Publikation» bezahlt.

Sollte der Leser wider Erwarten nicht einen billigeren Kredit bekommen, sondern vielmehr draufzahlen – nun, jegliche Haftung liegt beim Werbetreibenden, nicht etwa beim Aufbereiter und Abkassierer.

Wie seriös ist wohl ein Angebot, das verspricht: «Mit dieser Aktion spart man garantiert», das behauptet «entweder der derzeitig gezahlte Zins wird unterboten oder man erhält 150 Franken aufs Konto! Garantiert gespart!»

Was ist von einer Firma zu halten, die auf Trust Pilot mit 2,7 von 5 möglichen Sternen bewertet wird, davon von 50 Prozent mit einem Stern?

Selbst unterstellt, dieser Kreditanbieter kann durch Crowdlending und «peer to peer»-Kredite tatsächlich günstigere Konditionen als andere anbieten: hat sich die immer noch vorhandene Wirtschaftsredaktion des Tagi mal die Mühe gemacht, diese Firma unter die Lupe zu nehmen?

Und da nein: wieso nicht? Wäre es nicht interessant, dem Versprechen, unter bestimmten Umständen den bislang bezahlten Zins zu unterbieten, nachzugehen?

Oder der Frage, wo denn der Profit entstehen soll, wenn versprochen wird, bei Nichteinlösung des Versprechens 150 Franken aufzuwerfen?

In der besten aller Welten würde hier der Tagi seinen Lesern einen Extraservice bieten, der ihre Kreditzinszahlungen spürbar verringert («Auf lend.ch zum Beispiel spart man bei einer Ablösung im Schnitt über 500 Franken, je nach Kreditbetrag und Laufzeit auch deutlich mehr»).

Das wäre doch win-win-win: der Leser gewinnt, indem er spart. Tamedia gewinnt doppelt, indem es die Inserate- und die Herstellungsgebühren kassiert. Der kritische und aufrechte Wirtschaftsjourni verdient einen Teil seines Gehalts damit.

Ist das toll oder ist das toll? Ist das seriös oder ist das nicht seriös? In der nicht-besten aller Welten.

Himmel, der Pimmel

Die Erektionskurve bleibt hoch. Obwohl es völlig gaga ist.

ZACKBUM-Redaktor René Zeyer gesteht, dass er mehr als zwei Frauen kennt. Mehr als zwei Frauen, die von Alter und Äusserem her männliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im erweiterten weiblichen Bekanntenkreis, dem auch durchaus jüngere Damen angehören, machte ZACKBUM daher eine Umfrage.

Schlaffes Resultat: niemand. Keine. Nicht mal verlangt. Was?

Nun, das, was der ehemalige Stadtammann von Baden aus seinen Amtsräumen zu verschicken pflegte. Genau, ein Dickpic. Für weibliche (und auch männliche) Leser, die noch nie davon gehört haben: damit bezeichnet man die unerwünschte Zusendung des eigenen erregten (oder vielleicht sich auch in Ruhestellung befindlichen) Penis an ein weibliches Wesen.

Wie es diesbezüglich bei der LGBTIQA+-Community steht, ist leider nur ungenügend untersucht. Ebenso wenig wie die Frage, wie viele Männer schon unaufgefordert, aber lassen wir das.

Für einmal ist, das muss lobend erwähnt werden, der Titel des Tagi, der diesen Nonsens von der SZ übernommen hat, besser als das Original: «Form von sexualisierter Gewalt: «Das Dickpic funktioniert als Macht­demonstration – oder auch als Drohung»»

Da erregt sich Kerstin Lottriz nämlich: «Plötzlich ploppt ein Bild am Handy-Bildschirm auf. Ein nackter Penis. Fast jede zweite Frau im Alter von 16 bis 24 Jahren hat schon mindestens einmal ungefragt ein Nacktfoto erhalten.»

Die Redaktorin der Süddeutschen «plant als Chefin vom Dienst die aktuellen Themen im Bereich Kriminalität, Katastrophen, Kurioses und Promi-Klatsch für das Internet sowie die gedruckte und digitale Zeitung». Aber das ist ja auch keine Entschuldigung.

Immerhin, der Erkenntnis, dass das Dickpic «kein Austausch auf Augenhöhe» sei, der kann ZACKBUM noch zustimmen. Ausser, aber lassen wir diese Männerfantasie aussen vor.

Zu diesem ewig rezyklierbaren Thema interviewt Lottriz die Psychologin Sarah Koldehoff. Wer? Also bitte, die Autorin des neusten Buchs zum ewigen Aufregerthema mit dem eingängigen Titel «Dick Pics».

Dabei spricht die Psychologin harte Wahrheiten knallhart aus: «Relativ wenige Männer geben an, dass sie die Bilder aus bewusster Misogynie verschicken, ungefähr jeder Sechste. Der Grossteil gibt bei der Frage nach der Motivation an, dass sie etwas zurückbekommen wollten oder es sie erregt habe.»

Es mag nun durchaus männliche Geschlechtsgenossen geben, für die man sich schämen muss und die wie Geri Müller weiland tatsächlich Fotos des eigenen Gemächts verschicken und meinen, dass das bei der Empfängerin Lustgefühle auslöse.

Auf der anderen Seite: das sei schon fast jeder zweiten Frau im dafür empfänglichen Alter widerfahren?

Nun ist die ZACKBUM-Umfrage keinesfalls repräsentativ, auch wenn die Erweiterung der Frage, ob die Befragte vielleicht eine kenne, die eine kenne, die schon mal so ein Pimmelbild ungefragt bekommen habe, immer noch auf ein schlappes Nein stiess.

Also entweder muss sich ZACKBUM Gedanken über die Art seines weiblichen Bekanntenkreises machen – oder diese Behauptung ist blanker Unsinn. Auf der Ebene, dass der unkommentierte oder unverhüllte Anblick eines Mohrenkopfs (von seinem Verzehr ganz zu schweigen) Gefühle der Diskriminierung, des Rassismus oder des allgemeinen Unwohlseins auslösen könnte.

Leider ist ebenfalls nicht untersucht, was das Versenden (gefragt oder ungefragt) eines Dubler-Mohrenkopfs beim Empfangenden (wir wollen doch mal woke korrekt bleiben) auslöst.

Gibt es denn irgendwelche verlässlichen Untersuchungen, Umfragen oder was auch immer, die diese immer wieder kolportierte Behauptung stützen? Selbst eine auf Hochtouren arbeitende KI findet nicht mehr als eine englische Umfrage von 2018, bei der 41 Prozent der 2121 befragten Frauen behaupteten, sie hätten mindestens einmal und unaufgefordert ein Penisbild erhalten.

Und sonst? Nix, null, nada. Ausser einer unscharfen Schwemme von Umfragen über sogenannten «image-based sexual abuse», der aber alle Formen, beispielsweise auch das Weiterleiten von erhaltenen Nacktfotos, enthält. Hier ergab eine internationale Studie mit immerhin 16’000 Teilnehmern aus zehn Ländern, dass 22,6 Prozent damit Erfahrungen gemacht hätten. Wohlgemerkt mit irgend einer der vielen Formen.

Wodurch man zur Schlussfolgerung gelangen muss – auch wenn man sich dem Vorwurf aussetzt, ein alter, weisser Cis-Mann, Sexist und Sonst-noch-Was zu sein –, dass diese Behauptung kompletter Schwachsinn ist, auf dem sich aber immer wieder Autorinnen und Journalistinnen und Berufsopfer ihr Süppchen kochen.

DIE Grammatik

Ist weiblich. Alexandra Kedves scheitert dennoch daran.

«Das grosse Abc: Unser Sprachquiz», verspricht der «Tages-Anzeiger». Mit nur drei Fehlern sei man «ein Profi». Nun, ist Kedves eine Prof*In?

«Sprachliche Präzision … sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen». Das war einfach, kann jeder. Aber schon bei Frage zwei wird’s problematisch. Die Wendung «über die Achsel ansehen», sei richtig, behauptet Kedves. Und führt dazu Mörike oder Frisch an. «Unter die Achsel stecken», sei dagegen falsch. Das angeblich Richtige ist zumindest veraltet, das angeblich Falsche richtig.

Bei der nächsten Frage entspreche keines der angeführten Beispiele der «Standardsprache». Darunter auch «Fenster auf!», der völlig korrekte Imperativ, wenn die Fenster geöffnet werden sollen.

«Jogging fürs Gehirn» soll hingegen bei der nächsten Frage «völlig korrekt» sein. Ist’s aber nicht.

Sauglattismus dann bei Frage sechs. Ist «Versteckitalis», «Shadow banning», «Bannbilden», «Ausradieren» oder «Disappearing» der richtige Ausdruck für «das Unsichtbarmachen auf den Social-Media-Plattformen»? «Shadow banning» ist im Gegenteil der Versuch, das zu verhindern. Begriff richtig, Frage falsch.

Dann geht ihr spürbar die Luft aus: «Diese Flucht- oder Geheimsprache hat ihrerseits bereits einen eigenen Namen erhalten und wird erforscht. Wie lautet er?» Nur harte Kenner kommen auf «Algospeak», was weniger mit sprachlicher Präzision, dafür mehr mit Fachsprache zu tun hat.

Wir überspringen eine banale Frage zu nicht steigerbaren Wörtern und kommen wieder zum Jugendsprech:

«Übernehmen Sie sprachlichen Klumpatsch telquel, wenn Sie ihn hören, auch weil Sie voll mit Neudeutsch parlierenden Jugendlichen viben, oder eher nicht?» Man zähle die Fehler, inklusive Zeichensetzung. Kedves Antwort: null. Allerdings kennt der Duden das Verb «viben» nicht, Klumpatsch ist hingegen korrekt. Wenn man wie im 19. Jahrhundert sprechen möchte.

Dass bei der nächsten Antwort «Bonei» nicht der Plural von Bonus sein kann, wissen hingegen nicht nur Banker.

Schliesslich als Absackerchen die Frage, ob man auf Englisch «bestest friend» sagen könne. Hat zwar nichts mit Deutsch zu tun, kann man eigentlich nicht, wird aber umgangssprachlich als Steigerung verwendet.

Wir fassen zusammen und erteilen Noten. 14 Fragen, davon vier Gagafragen. Kedves selbst macht fünf Fehler, also kann sie sich nicht als ProfIn bezeichnen.

Aber wer das Korrektorat zusammenholzt, Printrevisionen nicht mehr durchführt und dafür von den Redaktoren Fehlerfreiheit verlangt, muss sich nicht wundern, wenn solche Leserverarsche herauskommt. Das ist ein korrekt gebildetes Kompositum, allerdings etwas derb. Daher dem Verwendungszweck gemäss. Und das Substantiv ist erst noch weiblich.

Tiefenlot für den Tagi

ZACKBUM muss technologisch aufrüsten.

Mal im Ernst, liebe knollige Tagi-Knilche und Knilch*Innen** (Pardon, liebe Qualitätsjournalisten). Wisst Ihr eigentlich, was die Anschaffung eines anständigen Tiefenlots kostet, das man für die Messung Eures kostenpflichtigen Schaffens braucht?

Fast 700 Franken. Okay, das ist immer noch billiger als ein «Classic Plus»-Abo. Das kostet 838 Franken. Für Masochisten, die gerne etwas dafür zahlen, damit sie gequält werden.

Die publizistische Leiter nach unten Simon Bärtschi sorgt mit der Ankündigung neuer, normierter Textlängen für Aufruhr in der Redaktion.

Die unterstützt derweil absurde Forderungen der Grünen nach «Recht auf Schatten» und Warnungen vor unerträglicher Hitze. Bei kühlenden Regenschauern und angenehmen Temperaturen tagsüber.

Daher kann sie nicht einmal einen Hitzschlag als mildernden Umstand für solchen Output anführen:

Kann man als mutigen Vorstoss in ein Tabuthema schönreden. Oder: wir stopfen einen Tampon (oder eine Binde) ins Sommerloch.

Oder mit einem Ausflug in die ferne Zukunft:

Unsere Hoffnung, dass das schon früher geschehen möge, begleitet ihn.

Eine herbe Niederlage musste allerdings die Feministenfraktion in der Redaktion einstecken. Das Interview mit dem Gaga-Politikwissenschaftler Francis FukuyamaEnde der Geschichte») war zuerst so betitelt:

Dann wurde es geändert:

Wetten, dass es nicht funktioniert, wenn Fukuyama das prognostiziert? Aber die Hellseherei erfahren nur die wahren Masochisten – Aboschranke.

Nicht nur für Ornithologen, sondern für alle wird über ein «Wunder» vom anderen Ende der Welt berichtet:

Was so weit weg passiert, kann nicht mit eigenen Kräften berichtet werden. Eine DPA-Meldung, behandelt von einer «anna». ZACKBUM schliesst sich einer Lesermeinung an: ««Der Experte entnahm dem Tier ein paar winzige Federn» Wie würde es ihm gefallen, wenn man ihm ein paar Haarbüschel rausreisst

Sex darf natürlich nie fehlen. Zuerst eine den Erektionswinkel senkende, schlechte Nachricht für den Hauptharst der Tamedia-Leser:

Könnte man die Altersschranke auch so definieren: wenn man ab sechzig immer noch den Tagi abonniert hat?

Eine Meldung vom anderen Ende, bzw. Anfang der menschlichen Entwicklung:

Wobei grössere Köpfe nicht unbedingt auf mehr Intelligenz schliessen lassen.

Das hier geht nun alle Sexisten, Machos, Patriarchen und überhaupt Männer an, die nur das Eine wollen:

 

Auch hier ist eine gewisse Verunsicherung des wohl männlichen Redaktors, der für die Titelei zuständig ist, zu verspüren. Zuerst lautete er:

Nicht gerade aufklärerisch, dass Tamedia dieses Interview von der «Süddeutschen Zeitung» übernimmt und nur zahlenden Lesern serviert. Die erfahren Erstaunliches: «Jungs haben ihren Penis schon in der Hand, bevor sie sprechen können.» Da sind sie aber noch keine Jungs; ansonsten ist mann sprachlos.

Etwas gewagt erscheint allerdings die im Symbolbild transportierte These, dass nur Tätowierte guten Sex haben:

Screenshot Tamedia. 

Überhaupt kriegen Männer beim Tagi eins übergebraten:

Der männliche ZACKBUM-Redaktor verwahrt sich in aller Form gegen diese generalisierte Unterstellung mit hohem Sexismusfaktor. Die Autorin Lisa Füllemann würde öffentlich laute Geräusche von sich geben, wenn es ein Mann wagte zu meinen: «Frauen – euer ständiges Quieken (nein, wo hast du denn diese Schuhe gekauft?) nervt».

Eine ganz schlechte Nachricht (diese Veröffentlichung muss interne Folgen haben) gegen Schluss für alle, die für ein Recht auf Schatten sind:

Was fällt dem Sommer nur ein, diesem Schlingel. ZACKBUM fordert das Recht auf ein stabiles Hoch. Sonst muss der Staat Schadenersatz zahlen.

Als Absackerchen noch die Aktion billiger Jakob. Jetzt zugreifen, nur noch wenige Tage, einmaliges Sonderangebot, der Countdown läuft. Masochismus muss nicht teuer sein:

News-Pause bei Tamedia

Der Sommer ist da. Mitsamt Loch.

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Das kann man bebildern – mit wortreich nichtssagenden Artikeln der Qualitätszeitung «Tages-Anzeiger», samt angehängtem Kopfblattsalat.

Das ist der zeitweilige Aufmacher auf der Homepage, glücklicherweise nur für Masochisten lesbar. Denn die zahlen dafür, um gequält zu werden.

Wer noch nicht genug hat:

Keiner zu klein, Besserwisser zu sein.

Wie Ironie zu Sauglattismus werden kann:

Frei nach dem Uralt-Brüller: Schirmträger, aufgepasst: morgen regnet’s. Wenn man die Interpunktion im Griff hat.

Nein, die Berichterstattung war von Anfang an eine Tortur:

Die Quälerei geht weiter; nichts und niemand ist einsam genug, um den neugierigen Augen eines aus dem letzten Sommerloch pfeifenden Blatts zu entgehen:

News-Pause nennt der Tagi dieses Gefäss, obwohl die Rubrik eigentlich generell verwendet werden könnte:

Man hört deutliche Kratzgeräusche, wo ganz unten im Topf noch die letzten Reste ins Internet befördert werden.

News von gestern, knackfrisch serviert:

Hier wird sogar der Gratis-Leser nicht verschont und atmet (ohne Maske) den Geruch von getragenen, alten Socken ein.

Hier hingegen werden seine Augen geschont, Abo-Schranke:

Das hier ist eine Leiharbeit von Max Fluder, Volontär bei der «Süddeutschen Zeitung», dem Tamedia-Leser kostenpflichtig serviert:

Wir nähern uns dem Ende:

Ob’s dann mal heissen wird: Den Tagi käuflich zu erwerben, war immer ein bisschen Zeitverschwendung?

Ganz zum Schluss noch einen Schuss Realsatire, die unermüdlich beim Aufrufen der Homepage weckert:

Billig, billiger, am billigsten. Angefangen bei der Illustration.