Wumms: Markus Somm

Damit verabschieden wir uns von der Berichterstattung über den verpeilten Historiker.

Das Blatt, von dem er Chefredaktor ist, lesen im Schnitt 4000 Nasen. Oder haben’s zumindest abonniert. Höchstwahrscheinlich aus Mitleid. ZACKBUM hat mehr Leser …

Aber Markus Somm darf weiterhin in der «SonntagsZeitung» unter Beweis stellen, dass er sich nicht nur bis heute für seine linke Vergangenheit schämt, sondern der Meister der schrägen Geschichtsvergleiche ist.

Neuster Streich: «Wer sich aber gleicht, ist Kissinger & Co. und Neville Chamberlain, der glücklose britische Premierminister, der in den 1930-Jahren die Politik des Appeasements erfand.» Da sei dem Brachialvergewaltiger historischer Fakten doch einfach die Lektüre von «München» empfohlen. Das sehr genaue Werk von Robert Harris wurde auch verfilmt, da versteht man dann die Zusammenhänge noch besser.

Womit hat sich denn der uralte Henry Kissinger diesen Vergleich eingehandelt? Er empfahl am WEF, realpolitisch zu werden und die Annektion der Krim sowie des Donbass plus die Neutralität der Ukraine zu akzeptieren.

Oder in der Version von Somm: «Kurz, Herr Selenski, geben Sie endlich auf», sei der Ratschlag dieser Appeaser. Wahrscheinlich mag Somm den grossen deutschen Stückeschreiber Bertolt Brecht auch nicht besonders. Aber ein Zitat zum Thema des grossen Dialektikers könnte er sich hinter die Ohren schreiben:

«Das grosse Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.»

König Pyrrhos I soll 279 v.u.Z. nach einer Schlacht gesagt haben: «Noch so einen Sieg über die Römer, dann sind wir vollständig verloren.» Vielleicht hätte hier ein guter Rastschlag auch Schlimmeres verhindern können.

Aber der Vorteil eines Historikers ist ein doppelter. Er kann beliebig mit den historischen Fakten spielen. Und er ist in keiner Form für seine Ratschläge verantwortlich zu machen. Allerdings: Irgendwann wird’s dann einfach zu blöd.

6 KOMMENTARE
  1. Roger Umbricht
    Roger Umbricht says:

    Für das regelmässige Austeilen gegen Somm fehlt es in den entsprechenden Beiträgen an Zündstoff und Relevanz. Bitte sich auch hier von Fakten und nicht von persönlichen Befindlichkeiten leiten lassen. (immer noch beleidigt, weil es mit dem Autorenjob beim Nebelspalter nicht geklappt hat?)

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    • René Zeyer
      René Zeyer says:

      Red. Aber nein, nichts dergleichen. Es ist wirklich so, wie im Schlusssatz beschrieben: irgendwann wird’s einfach zu blöd. Repetitiv blöd, das hält ZACKBUM nur begrenzt aus.

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  2. Blair Witch
    Blair Witch says:

    3000 der 4000 Abos sind nicht kostenpflichtig. Seit Ende letzten Jahres muss sich der Nebelspalter online finanziell am Printprodukt bedienen. Das Ganze war eine einzige Somm-Show. Der Nebelspalter die Bühne, die Journalisten die Nebendarsteller. Glänzende Kulisse, nichts dahinter.

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  3. B. Walens
    B. Walens says:

    Als kriegstrommelnder Transatlantiker, der seinen «Wertewesten» als moralisch überlegen sieht, soll er doch seine Kinder in die Schlacht nach Luhansk schicken. Säbelrasseln hinter dem Bildschirm ist nur billige Selbstüberhöhung.

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