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Schlagwortarchiv für: Nebelspalter

René Zeyer

Somms Alptraum

3. September 2026/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Vom Armeeabschaffer zur Kriegsgurgel. Auch eine Karriere.

Es gibt den Spruch: «Wer mit zwanzig kein Kommunist ist, hat kein Herz; wer mit vierzig noch Kommunist ist, hat keinen Verstand.»

Beim Chef des Randgruppen-Organs «Nebelspalter» ist ein anderes Phänomen zu beobachten. Er war zwar in seiner Jugend Trotzkist und später Mitglied der GSoA, deren Initiative «für eine Schweiz ohne Armee» 1989 von immerhin 35,6 Prozent befürwortet wurde.

Somm half auch beim Unterschriftensammeln gegen den Kauf der F/A-18-Kampfflugzeuge. Sie erreichte 1993 sogar 42,9 Prozent Ja. Aber wie jeder Renegat muss er bis ins hohe Alter Abbitte leisten. Erst ist längst kein Trotzkist mehr, aber das mit dem Verstand, nun ja.

ZACKBUM hat sich schon mehrfach mit dieser unappetitlichen Entwicklung beschäftigt und wollte es eigentlich lassen. Aber nun hat Somm sogar noch nachgelegt. Dank des Verkaufs der BaZ an Tamedia darf er immer noch eine Kolumne in der «Sonntagszeitung» vollschmieren.

Der Titel seines neusten Machwerks: «Der Kontinent steht vor einem Bürgerkrieg». Oder variiert im Nebelwerfer, Pardon, «Nebelspalter»:

«Europa steht vor einem Bürgerkrieg».

Illustriert mit dem zerstörten Eifelturm. Denn Somm möchte nicht in seine Vergangenheit zurückblicken, daher wird er zum Seher und schaut in die Zukunft. Genauer ins «Jahr 2042».

In seinem Newsletter deliriert er diese «Fakten»: «Im Jahr 2042 stehen die christlichen Staaten von Osteuropa unversöhnlich den islamistischen in Westeuropa gegenüber. Es kommt zum Krieg.» Wie das? Nun, der Kandidat der «Vereinigten Islamischen Linken» habe die Präsidentschaftswahlen in Frankreich gewonnen. Es sei «ein weiterer einst christlicher Staat an den Islam gefallen», fantasiert sich Somm seine Zukunft.

Das sind wohl «alternative Fakten» im Sinne der ehemaligen Trump-Beraterin Kellyanne Conway.

Der Gedanke ist nicht mal sonderlich originell. Bereits 2015 hatte der Philosoph Michel Houellebecq in seinem Roman «Soumission» die Unterwerfung Frankreichs unter den Islam dargestellt. Im Gegensatz zu Somm allerdings auf hohem intellektuellem Niveau.

Bei der Unke im Nebel ist das hingegen nur die Einleitung zu noch Schlimmerem:

«Deutschland, mittlerweile wieder die stärkste Militärmacht in Europa, hatte unter Bundeskanzlerin Alice Weidel gar den Generalstab wieder eingeführt. 1946 war er von den Alliierten auf immer verboten worden.
In Berlin sann man auf Krieg. Ein islamistisches Europa? Nicht mit den Deutschen – und nicht mit den Russen, den engsten Verbündeten der Deutschen.»

So nebenbei, da ja Somm angeblich Historiker ist: Der alliierte Kontrollrat hatte die «Auflösung der Wehrmacht» beschlossen, nicht nur des Generalstabs. Im Potsdamer Abkommen war bereits 1945 die vollständige Entmilitarisierung Deutschlands angekündigt worden. Die Wiederbewaffnung ab 1955 und das Entstehen der Bundeswehr ist ein anderes Kapitel.

Aber zurück zum schreckensbleichen Alptraum Somms. Gegen Schluss seiner Apokalypse hat er allerdings die kühne Ankündigung im Text vergessen und schwächt in Frageform ab: «Kommt es zum Krieg zwischen Islamisten und Christen?»

Dann wird es ziemlich nebulös, denn was dieser Absatz uns sagen soll, verschwindet im Nebel seiner wirren Gedanken: «In Bern gab es niemanden mehr, der die Neutralität infrage gestellt hätte. Wer es dennoch tat, bekam es mit dem Aussenminister zu tun, Cédric Wermuth von der SP, der von Saal zu Saal zog, um die immerwährende, bewaffnete Neutralität zu verteidigen. Alle wussten, dass sie das beste Mittel darstellte, um den nächsten Krieg zu überstehen.»

Während so unverständlich die Kolumne in der SoZ endet, fährt Somm in seinem Newsletter fort: «Ein unplausibles Szenario? Wer das meint, soll mir erklären, warum er im 2010 den Ukraine-Krieg nicht vorausgesehen hatte.»

Tja, um ihn vorsichtig an eine wichtige Erkenntnis heranzuführen: Weil 2010 diese Möglichkeit dermassen unplausibel erschien. Man könnte genauso gut die dumme Frage stellen, wieso niemand 2010 die Präsidentschaft Trumps vorausgesehen habe. Das soll die Plausibilität von Somms Alptraum unterstützen?

ZACKBUM rät ein letztes Mal: Somm sollte diese Abbitten an seine Vergangenheit doch besser seinem Tagebuch eines Ketzers anvertrauen – und die Öffentlichkeit davon verschonen.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/08/Bildschirmfoto-2026-08-31-um-10.13.45.png 295 561 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-09-03 05:00:282026-09-02 08:20:50Somms Alptraum
René Zeyer

Wumms: Dominik Feusi

27. Juni 2026/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Peinliche Entblössung in aller Öffentlichkeit.

Was soll man dazu sagen? Der vorletzte Mohikaner bei Markus Somms Trauerspiel «Nebelspalter» wollte von Bord gehen. Verständlich, Arbeitsplatzsicherung ist heutzutage im Journalismus von zentraler Bedeutung. Und da sieht es bei der NZZ doch entschieden besser aus als beim Schrumpfprodukt, wo Somm zuerst mit grosser Kelle anrichtete, dann so ziemlich alles falsch machte, was man falsch machen kann – und schliesslich ganz klein und bescheiden in der Bedeutungslosigkeit verharrt.

Also wurde der Wechsel von Feusi in die Wirtschaftsredaktion der NZZ verkündet. Offenbar ist dort Kompetenz und Kenntnis in Wirtschaftsdingen nicht mehr so wichtig.

Aber dann passierte irrerweise etwas Ähnliches, was schon mit  Somm passiert war. Der war kurzzeitig als möglicher neuer Chefredaktor der alten Tante im Gespräch. Bis ihn ein Aufstand der Redaktion abschoss.

Im Fall Feusi war es aber offensichtlich ein Einzeltäter. Der hatte schon vor einiger Zeit ein Plagiat von Feusi entdeckt und ging damit hausieren. Nur: keiner wollte einen ansonsten verdienstvollen Journalisten deswegen öffentlich ans Kreuz nageln. Nicht mal die NZZ selbst.

Also wurde der Vorwurf in den Stehsatz genommen und für eine bessere Gelegenheit aufbewahrt. Die war gekommen, als der Wechsel Feusis kurz bevorstand. Nun musste der Heckenschütze nur noch einen Journalisten finden, der sich als Scharfrichter hergab. Und der fand sich im Ein-Mann-Recherchierteam Fabian Eberhard.

Der ist zwar selbst nicht über jeden Zweifel erhaben. Zumindest Sachen wie einen «Zusammenschrieb», aber unter seinem Namen, lässt er die Ringier-Medienstelle einräumen.

Auf diese entscheidende Frage wollte aber niemand antworten: Was sagen Sie zum Vorwurf, sich damit dafür instrumentalisieren zu lassen, dass gewisse Kreise in der NZZ die Anstellung von Feusi unbedingt verhindern wollten?

Denn genau darum ging es ja. Nachdem Feusis Plagiat am 3. Oktober 2024 im «Nebelspalter» erschienen war, stocherte ein NZZ-Redaktor nach, im Text wurden die «fälschlicherweise weggelassenen Quellen nachträglich ergänzt». Peinlich, aber eigentlich damit erledigt.

Doch nicht für Eberhard. Er «konfrontierte» den armen Sünder nochmals, der sofort gestand: «Es gibt überhaupt keine Entschuldigung dafür. Das ist ein klares Plagiat.» Die NZZ reagierte eher hysterisch und feuerte Feusi, bevor der überhaupt seine Stelle angetreten hatte.

Somm beschränkte sich im Wesentlichen darauf, zu dementieren, dass er damals bei der NZZ interveniert habe, um die Veröffentlichung eines Artikels über dieses Plagiat zu verhindern. Das hatte der Rechercheur Eberhard zunächst behauptet, musste dann aber die entsprechende Passage wieder löschen. Peinlich.

Nun hing Feusi sozusagen zwischen Stuhl und Bank. Beim «Nebelspalter» hatte er gekündigt, die NZZ hatte ihm gekündigt. Aber wenn die Alternative das RAV ist, dann kriecht der Gekreuzigte zu Kreuze. Somm verkündete generös, dass der Fall für ihn erledigt sei, Feusi behält seine Stelle als stellvertretender Chefredaktor und Autor. Peinlich.

Denn welcher Chefredaktor nimmt schon einen zurück, der zuvor gekündigt hatte und damit klar zum Ausdruck brachte, dass er seine Zukunft nicht beim Nebi sieht? Nur einer, dem gar nichts anderes übrigbleibt. Denn inzwischen ist die Rumpfmannschaft auf sechs Nasen reduziert worden, von denen nicht mal alle vollamtlich beim Nebelblatt arbeiten.

Mal wieder eine Intrige, die nur Verlierer kennt. Die NZZ, der «Nebelspalter», Somm und Feusi. Natürlich auch das Kameradenschwein Eberhard. Unglaubliche Zustände im deutschschweizerischen Journalismus.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-06-27 05:00:192026-06-25 23:15:03Wumms: Dominik Feusi
René Zeyer

Ausgespielt

12. Juni 2026/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Die Verteidigungslinie von SRF gegen Patrick Fischer ist zusammengebrochen.

Im Hochmittelalter befassten sich Scholastiker mit Fragen wie: Haben Engel einen Körper? Können mehrere Engel gleichzeitig am selben Ort sein? Das wurde in der spöttischen Frage karikiert: Wie viele Engel haben auf einer Nadelspitze Platz?

Weltfremde und haarspalterische Debatten, um Absurdes zu erklären und aus Glauben Gewissheit zu machen. Auch aktuell gibt es immer wieder Scholastiker, die Offensichtliches leugnen und stattdessen Fantastisches herbeischwurbeln. So wie im Fall des geschassten Eishockeytrainers Patrick Fischer. Der war bekanntlich vom SRF-Journalisten Pascal Schmitz in die Pfanne gehauen worden. Fischer hatte ihm bei einem Mittagessen erzählt, dass er sich ein Covid-Zertifikat gekauft habe, um an die Winterolympiade 2022 nach Peking reisen zu können.

Nun hat Fischer via PR-Bude ein Gespräch aufzeichnen lassen, in dem er zum ersten Mal seine Sicht der Dinge schildert. «Entweder wurde hier vorsätzlich gelogen oder mir fahrlässig Unrecht getan», ist seine Kernaussage. Dabei geht es darum, ob dieses Gespräch «off the record» war oder nicht. Der Begriff bedeutet, dass eine gemachte Aussage nicht veröffentlicht werden darf. Weder direkt noch indirekt, auch nicht paraphrasiert. Einfach nicht. Und natürlich dürfen daraus auch keine Schlussfolgerungen gezogen werden.

Schon der dabei anwesende Medienchef des Schweizer Eishockeyverbandes hatte klargestellt, dass es eine eindeutige Zusicherung gegeben habe. Schmitz hatte schriftlich festgehalten: «Ich schreibe dir bezüglich unseres Off-the-Record-Gesprächs am Mittagstisch in Altstetten. Mir ist die Bedeutung einer Off-the-Record-Vereinbarung sehr bewusst, und ich nehme dies ernst.»

Daran gäbe es wenig zu deuteln. Eigentlich. Nun haben sich aber bereits die Vorgesetzten von Schmitz in die Schlacht geworfen. Nachrichtenchef Gregor Meier: «Es ist nicht ein vertrauliches Off-the-Record-Gespräch.» TV-Noch-Chefredaktor Tristan Brenn: «Es war kein Off-the-Record-Gespräch.»

Wie das? Die alten Scholastiker hätten ihre helle Freude an den anschliessenden Turnübungen am sprachlichen Hochreck: Das Mail belege nur eine Reaktion auf die nachträgliche Forderung, das Gespräch als off the record zu behandeln.  Ergo: «eine vorgängige Off-the-Record-Vereinbarung wurde damit nicht bestätigt». Und überhaupt:

«Eine Off-the-Record-Vereinbarung muss vorgängig, explizit und gegenseitig erfolgen – das ist ein anerkannter journalistischer Grundsatz. Das war hier nicht der Fall.»

Das ist formalistischer Quatsch. Schmitz selbst bezeichnet es als «Off-the-record-Gespräch». Daran gibt es nichts zu deuteln. Im Rahmen eines Vertrauensverhältnisses gibt es zudem stillschweigende Regeln, immer gibt es die journalistische Ethik. Immer ist der Journalist als Benützer eines grossen Megaphons namens medialer Öffentlichkeit dazu verpflichtet, mögliche Folgen seines Handelns abzuwägen.

Dass sich Schmitz und SRF bewusst waren, auf welch dünnem Eis sie sich hier bewegen, zeigt auch ihr damaliges Verhalten. Statt diese Aussage von Fischer einfach hinauszutrompeten, besorgte man sich unter fragwürdigem Verweis auf öffentliches Interesse den damaligen Strafbefehl gegen Fischer – und konfrontierte den Verband und ihn damit. Wobei stolz erwähnt wird, dass man sich ja an die Vertraulichkeit des Gesprächs gehalten und kein Wort davon publiziert habe.

Das ist ungefähr so realitätsnah wie die Erkenntnis der Scholastiker, dass zwei Engel nicht gleichzeitig am gleichen Ort sein könnten. Die richtige (oder falsche) Beantwortung dieser Frage ist allerdings völlig unerheblich, weil es Engel gar nicht gibt.

Im Fall von Fischer ist damit eine erfolgreiche Karriere abrupt beendet worden – unter ungnädiger Mithilfe eines überforderten Sportverbandes.

Kurt W. Zimmermann bezeichnet die dafür Verantwortlichen bei SRF als «moralische Schurken», die zu entlassen seien. Die Affäre werde «zum Charaktertest für die TV-Chefs Susanne Wille und Roger Elsner». Zunächst verwendete Zimmi einen noch stärkeren Ausdruck, der dann aber offenbar vom Rechtsanwalt der WeWo gecancelt wurde. Allerdings geistert er weiterhin fröhlich durch die Kommentare zum Artikel, saukomisch.

Bislang wird von SRF Normalität zelebriert und Schmitz durfte sogar wieder auf den Bildschirm zurückkehren.

Auch der inzwischen veröffentlichte vollstände Text der E-Mail von Schmitz ändert daran nichts. Gegen ein klares off the record ein angebliches öffentliches Interesse zu setzen, ist Haarspalterei, unredlich und verlogen.

Die Affäre erinnert stark an den Blattschuss, den Fabian Eberhard vom «SonntagsBlick» dem Bundeshaus-Journalisten Dominik Feusi versetzte. Wegen eines Plagiats aus dem Jahr 2024 wurde aus dessen Wechsel vom «Nebelspalter» zur NZZ nichts. Der Fehltritt war längst bekannt und wurde schon länger herumgeboten – ohne mediale Folgen. Bis Eberhard zugriff und die überforderte Geschäftsleitung der NZZ damit konfrontierte.

Dass Eberhard selber im Glashaus sitzt, hinderte ihn nicht daran, mit Steinen zu schmeissen, nachdem er entsprechend angefüttert worden war.

Wenn der Zweck die Mittel heiligt, kommt es zu solchen Entgleisungen.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-10-um-08.15.28.png 503 1192 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-06-12 05:00:372026-06-11 14:32:48Ausgespielt
redaktion@zackbum.ch

Der Nebelspalter und die Zahlen

7. Juni 2026/7 Kommentare/in Allgemein/von redaktion@zackbum.ch

Rechnen ist Glückssache.

Von Thomas Baumann
Dass im Nebelspalter hin und wieder abgeschrieben wird, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Doch nicht nur im Umgang mit Quellen, sondern auch im Umgang mit Zahlen hapert es dort öfters.
In seinem Newsletter Somms Memo erklärt uns der spätdoktorierte Grossintellektuelle Markus Somm gerne die Welt. So auch, zum Beispiel, am 29. Mai.
Da schrieb er über den Unternehmer Fredy Gantner, der sich seit kurzem genussvoll ins politische Getümmel stürzt: Ihn als «Klimakriminellen» zu bezeichnen, «dürfte den Straftatbestand der Verleumdung erfüllen». Wir lernen daraus: Seinen Doktor hat Somm ganz bestimmt nicht in Jurisprudenz gemacht.
Immerhin, im selben Artikel hatte es noch zwei Grafiken — und Somm hatte mächtig Dusel, dass er sich bei einer Quelle bediente, die tatsächlich alles richtig machte: Facts4Future hat nämlich in der Grafik, welche den CO2-Ausstoss mit dem BIP in Verbindung setzt, das BIP deflationiert.
Auch so zeigt sich in der Schweiz noch eine Halbierung des CO2-Ausstosses pro realem BIP-Franken zwischen 2000 und 2025.
Was herausgekommen wäre, hätte man nicht deflationiert, zeigt ein Hinweis auf die Inflationsraten gewisser Länder: Türkei rund 8500% seit 2000, im Libanon eine Verzechzigfachung und in Argentinien und im Sudan eine Verdreissigfachung der Preise seit 2020 alleine. Im Iran haben sich die Preise seit 2012 vervierzigfacht und die Hyperinflation in Zimbabwe und Venezuela schenken wir uns.
Kurz: All diese Länder hätten es geschafft, den CO2-Ausstoss pro BIP-Einheit um einen Faktor 10 oder 100 zu senken — alleine aufgrund der Inflation.
Für einmal durfte Somm also das Glück der Tüchtigen für sich in Anspruch nehmen.
Dass es sich dabei tatsächlich eher um Glück im (zufälligen) Finden der richtigen Quelle als um ausgeprägtes mathematisches Verständnis handelte, bewies Somm bloss ein paar wenige Tage zuvor.
Da widmete er sich dem Zusammenhang zwischen Unternehmenssteuern und Arbeitsplatzwachstum. Mit einer hübschen Grafik, die er sich aus Daten von PWC zusammengebastelt hatte.
Wir sehen auf der linken Achse den Unternehmenssteuersatz und auf der rechten Achse die neu geschaffenen Arbeitsplätze pro Kanton.
Und was entnehmen wir der Grafik? Zweierlei: Die Tiefsteuerkantone Unterwalden, Appenzell, Glarus und Uri haben fast keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, der Hochsteuerkanton Zürich hingegen (in absoluten Zahlen) sehr viele. Und daraus zieht Somm messerscharf den Schluss: An der Steuern (alleine) liegt es nicht, wenn Menschen zuwandern.
Damit hat er allerdings recht. Trotzdem ist die Grafik purer Unsinn. Würde es einzig von der Höhe des Unternehmenssteuersatzes abhängen, wo sich Unternehmen ansiedeln, müssten sich alle (ohne Ausnahme) im Kanton mit dem tiefsten Steuersatz drängen.
Was sie natürlich nicht tun. Denn der Unternehmenssteuersatz ist ein Gewinnsteuersatz und ohne fähige Mitarbeiter kein Gewinn. Schon das alleine verbietet, dass sich alle Unternehmen im Kanton Luzern (dem Kanton mit dem aktuell tiefsten Unternehmenssteuersatz) ansiedeln.
Wenn schon, hätte man die Höhe des Steuersatzes mit dem prozentualen (anstatt absoluten) Arbeitsplatzwachstum in Verbindung setzen müssen. Oder — noch einen Schritt weiter — hätte man untersuchen können, ob Kantone durch eine Senkung des Unternehmenssteuersatzes ihr Arbeitsplatzwachstum im Vergleich zu anderen Kantonen überdurchschnittlich in die Höhe treiben können.
Kleine und grosse Kantone beim Arbeitsplatzwachstum in absoluten Zahlen über einen Kamm zu scheren, ist hingegen glatter Unsinn.
Kommt Somm hier noch mit einem knappen «ungenügend» davon, rechnet sich sein Vize Dominik Feusi so richtig ins Nirvana.
In einem Artikel vergleicht er nämlich Zuwanderung und Arbeitsplatzwachstum und stellt fest: Es braucht fast sechs Zuwanderer für eine Vollzeitstelle.
Wie das? Indem er die Bruttozuwanderung mit den ausländischen Beschäftigten vergleicht. Und da findet Feusi eben: Von Anfang 2016 bis Ende 2025 sind brutto 1,84 Millionen Ausländer in die ständige Wohnbevölkerung zugewandert, während die Zahl der ausländischen Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) «nur» um 330’000 zugenommen hat.
Ergibt ergo, dass auf 5,6 Zuwanderer nur eine Vollzeitstelle besetzt wird. Faule Ausländer! Wandern nur in den Sozialstaat anstatt in den Arbeitsmarkt ein! Pfui! All diese deutschen Professoren und Ärzte: Keiner arbeitet, alle auf dem Sozialamt!
Nun, dass an der Rechnung etwas faul sein muss, hätte eigentlich auch Feusi mit ein wenig gesundem Menschenverstand auffallen müssen. Da es dies nicht tat, rechnen wir sein Unglück einmal zu Ende.
Ende 2025 belief sich die ständige ausländische Wohnbevölkerung gemäss Staatssekretariat für Migration (SEM) auf 2,4 Millionen Personen.
Zwischen 2016 und 2025 sind davon gemäss Feusi gut 1,84 Millionen zugewandert. Rechnen wird noch ein wenig weiter zurück: Zwischen Anfang 2010 und Ende 2015 sind nochmals etwa eine Million brutto zugewandert. Macht zusammen mit den erwähnten 1,84 Millionen rund 2,8 Millionen.
Seien wir ein wenig nett mit Feusi: Berücksichtigen wir korrekterweise, dass ein Teil der zugewanderten Ausländer keine Ausländer mehr sind, weil sie in der Zwischenzeit eingebürgert wurden. Dann können wir von den 2,8 Millionen nochmals 640’000 abziehen. (Wobei es hierzu zu bemerken gibt: Die ganzen 640’000 von den nach 2015 Eingewanderten abzuziehen, ist eigentlich überzogen, da die meisten Eingebürgerten wohl bereits vor 2016 eingewandert sind).
Wie dem auch sei… Rechnet man mit Feusis Daten noch weiter zurück, dann käme man irgendwann zwischen 2007 und 2010 an den Punkt, an dem die ausländische Bevölkerung in der Schweiz … unter Null sinkt.
Feusis Fehler in Kürze: Bei der Berechnung der Zuwanderung berücksichtigt er nur die Zuwanderung, nicht aber die gleichzeitige Abwanderung von Ausländern. Das ist ungefähr so, als würde man bei der Berechnung des Geburtenüberschusses nur die Geburten, nicht aber die Todesfälle berücksichtigen…
Oh, Feusi!
Zäumen wir das Pferd nochmals anders auf: Gemäss SEM betrug die ständige ausländische Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2015 exakt 1’993’916 Personen. Ende 2025 waren es gemäss SEM genau 2’414’408 oder 420’492 Personen mehr. Darauf hätte eigentlich auch Feusi kommen können.
Dividiert man diesen Zuwachs durch die zusätzlichen 330’000 VZÄ, dann ergibt sich: 1,3 Ausländer in der ständigen Wohnbevölkerung mehr führen zu einem zusätzliches «ausländisches» VZÄ auf dem Arbeitsmarkt.
Stellt sich die Frage: Ist eine derart hohe Quote plausibel? Wohl kaum. Sie erklärt sich dadurch, dass bei den Arbeitskräften auch die Grenzgänger mitgezählt werden.
Diese trugen im Zeitraum 2016-2025 ziemlich genau dreissig Prozent zum Wachstum der erwerbstätigen Ausländer bei.
Rechnet man diesen Faktor (d.h. die Grenzgänger) heraus und berücksichtigt das tendenziell höhere Arbeitspensum von Grenzgängern, dann resultiert eine Quote von ungefähr 2:1 Zuwanderern pro zusätzlichem Vollzeitäquivalent.
Wichtig ist jedoch nicht so sehr die genaue Zahl, als die Feststellung: Feusi rechnet nicht nur beim Zähler seines Quotienten baren Unsinn zusammen, sondern auch der Nenner stimmt nicht bzw. hat nichts mit dem Zähler zu tun. Im Zähler steht der Zuwachs der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung, im Nenner alle ausländischen Arbeitskräfte inklusive Grenzgänger, welche eben gerade nicht zur ständigen Wohnbevölkerung zählen.
Also gleich doppelt falsch, Zähler und Nenner falsch. Falscher geht nicht mehr.
Anstatt derart Unfug mit der öffentlichen Statistik zu betreiben, sollte sich Dominik Feusi in Zukunft vielleicht wirklich besser aufs Abschreiben beschränken. Da kann er deutlich weniger Schaden anrichten.
https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-04-um-17.34.54.png 534 1192 redaktion@zackbum.ch https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg redaktion@zackbum.ch2026-06-07 05:00:132026-06-04 18:34:04Der Nebelspalter und die Zahlen
René Zeyer

Plagööri oder Plagiator?

4. Juni 2026/3 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Fabian Eberhard vom SoBli wirft im Glashaus mit Steinen.

Es war ein sauberer Blattschuss. Kurz vor seinem Stellenantritt warf Eberhard dem «Nebelspalter»-Redaktor Dominik Feusi einen «Plagiat-Eklat» vor. Daraufhin bestätigte die NZZ, dass Feusi nicht als Wirtschaftsredaktor tätig würde, sondern gekündigt sei.

Feusi habe im Herbst 2024 eine Nahost-Analyse beim britischen «Telegraph» abgeschrieben. Das hätten ««SonntagsBlick»-Recherchen» ergeben. Die «SoBli-Analyse» zeige, «dass rund 90 Prozent des Textes von Feusi nahezu eins zu eins vom britischen Original übernommen wurden».

Unter dem knackigen Titel «Abgeschrieben, aufgestiegen, rausgeschmissen» garniert Eberhard seinen Artikel mit einer ausführlichen Gegenüberstellung des Originals vom 2. Oktober und des Plagiats von Feusi vom 3. Oktober 2024.

Das ist übel. Obwohl Feusi zu Kreuze kroch und es als unentschuldbar bezeichnete, «so etwas darf nicht passieren», löste die NZZ seinen Vertrag auf. Oder in den Worten Eberhards: «Als SonntagsBlick am Samstag die «NZZ» mit der Recherche konfrontiert, kommt es zum Knall.»

Das ist der Knall, aber wer hat die Munition ins Eberhards Flinte gesteckt? Was hat der grosse Investigativ-Journalist, der nicht mal das Büro des Internetradios Kontrafunk fand, aber dennoch eine Fake-Verschwörungstheorie daraus bastelte, denn hier selber recherchiert?

«Ausgerechnet die «NZZ», Feusis baldige Arbeitgeberin, wurde damals auf das Plagiat aufmerksam. Ein Redaktor der Zeitung konfrontierte den «Nebelspalter»-Journalisten mit Fragen. Das Blatt aber sah schliesslich davon ab, das Plagiat publik zu machen.»

Das ist tatsächlich «pikant», wie Eberhard maliziös schreibt. Aber aus anderen Gründen. Denn hier wird klar, dass dieser Blattschuss nicht aus eigenen Kräften abgefeuert wurde. Sondern dieser Redaktor (oder ein anderer Heckenschütze aus der NZZ) muss Eberhard die Sache gesteckt haben. Um die Anstellung Feusis doch noch zu verhindern, nachdem ihm das selbst offenbar nicht gelungen war.

Offensichtlich liess sich Eberhard willig anfüttern, um einen «rechtsbürgerlichen» Journalisten abzuschiessen. Nicht wirklich die feine Art bei einem längst geständigen Sünder.

Schlimmer noch: wie hält es Eberhard denn selbst mit dem heiklen Thema Plagiat? In Zeiten von Internet und KI verwischen sich immer mehr die Grenzen zwischen Selbstgebastelt und Zusammengeschrieben.

Daher hat ZACKBUM ihn mit einem ausführlichen Fragenkatalog konfrontiert:

Aus gegebenem Anlass möchte ich Ihnen Gelegenheit geben, Stellung zu folgenden Fragen bezüglich Ihres Artikels «Sterben hier die Präsidentschaftsträume von J. D. Vance?» vom 12. 4. 2026 zu nehmen.
1. Haben Sie diesen Artikel mit KI-Unterstützung geschrieben?
2. Neben direkten und ausgewiesenen Quellenübernahmen aus Axios, gibt es weitere Passagen, die Sie direkt oder paraphrasierend übernommen haben?

3. Wenn man den gesamten Aufbau des Axios-Artikels mit Ihrem vergleicht, fällt auf, dass beide gleichartig sind:

  • Vance als Chefunterhändler
  • höchste diplomatische Mission seit 1979
  • persönliches politisches Risiko
  • mögliche Auswirkungen auf seine Zukunft
  • innenpolitische Spannungen innerhalb des Trump-Lagers
  • Pakistan als Vermittler
  • Kushner und Witkoff als Begleiter
4. Sind Sie damit einverstanden, dass es sich bei diesem Artikel nicht um eine eigenständige Analyse, sondern um einen Zusammenschrieb mehrerer englischsprachiger Quellen handelt? ergänzt um boulevardeske Zuspitzungen?
5. Wären Sie einverstanden, dass man ihn deshalb als Paraphrasenplagiat bezeichnen kann?
6. Wären Sie damit einverstanden, dass man ihn als Strukturplagiat bezeichnen kann?
7. Wären Sie damit einverstanden, dass man sagen kann, dass Sie dem Leser suggerieren, dass diese Recherche, dieser Gedankengang oder diese Formulierungen von Ihnen stammen, obwohl sie in Wahrheit von jemand anderem übernommen wurden?
8. Falls Sie nicht einverstanden sind, warum?
9. In Ihrem Artikel «Abgeschrieben, aufgestiegen, rausgeschmissen» schreiben Sie, dass eine «SoBli-Analyse» ergeben habe, dass Feusi 90 Prozent abgeschrieben habe. Haben Sie diesen Textvergleich selbst gemacht?
10. Sie erwähnen, dass bereits ein Redaktor der NZZ Feusi mit diesem Plagiat konfrontiert habe; man habe das nicht publiziert. Bestreiten Sie, dass dieser Redaktor (oder ein anderer Heckenschütze aus der NZZ) Sie mit diesem Plagiatsvorwurf angefüttert hat?
11. Was sagen Sie zum Vorwurf, sich damit dafür instrumentalisieren zu lassen, dass gewisse Kreise in der NZZ die Anstellung von Feusi unbedingt verhindern wollten?

12. Halten Sie es für ethisch vertretbar, jemanden, der bereits zu Kreuze gekrochen ist und alles einräumt, gnadenlos mit diesem Blattschuss zu erledigen?

 

Wie heutzutage üblich, darf nicht der Journalist selbst antworten, sondern die Ringier-Medienstelle. Entsprechend setzt es eine Portion Geschwurbel:
„Der von Ihnen erwähnte Artikel ist ein Zusammenschrieb und eine Einordnung der damaligen Nachrichtenlage. Dafür haben wir mehrere Quellen herangezogen, darunter den im Text als Quelle ausgewiesenen Bericht von Axios. Dass sich bei einer solchen Aufbereitung einzelne Formulierungen an die Vorlagen anlehnen oder diese paraphrasieren, lässt sich nicht ausschliessen.
Die von Ihnen aufgeführten Übereinstimmungen betreffen jedoch im Kern den tatsächlichen, vielfach berichteten Geschehensablauf, den jede seriöse Berichterstattung in vergleichbarer Reihenfolge wiedergeben würde. Eine eigenständige Recherche-Leistung von Axios haben wir nicht als eigene ausgegeben.
Ihre Einordnung als Plagiat teilen wir deshalb nicht.“
Dumm nur, dass ZACKBUM gar nicht eingeordnet hat, dass es sich um ein Plagiat handle. Die blödeste Art, Fragen nicht zu beantworten.
Und Fragen 9 bis 12?
Da ging selbst das Gedöns aus:
„Über die Antwort hinaus werden wir nichts kommentieren, zudem gilt der Quellenschutz.“
Quellenschutz? Auf die Frage, ob es eine Quelle gab oder nicht? Auf die Frage, ob Eberhard den Textvergleich selbst gemacht hat?
Lachen oder weinen, das ist hier die Frage. Armer Eberhard.
https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-03-um-12.15.22.png 596 1047 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-06-04 05:00:112026-06-03 17:37:13Plagööri oder Plagiator?
René Zeyer

Ensemble für ein Schmierentheater

2. Juni 2026/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Es folgt die Mannschaft in alphabetischer Reihenfolge.

Jean-Martin Büttner, Fabian Eberhard, Dominik Feusi, Markus Somm und als Special Guest Star Roger Köppel.

Was wird genau aufgeführt? Ein Ein-Personen-Stück und eine gemeinsame Leistung, bzw. Schmiere. Der Prolog stammt vom Ein-Mann-Recherchierteam Fabian Eberhard. Das ist der stellvertretende Chefredaktor des «SonntagsBlick», der nicht mal die Büroräumlichkeiten des Internetradios Kontrafunk findet. Daraus aber eine grosse Fake-Enthüllungsstory bastelte.

Das ist der Denunziant, der titelt «Russland nutzt «Weltwoche» für Propaganda-Operation». Und ausholt: «Tatsächlich verbreitet das Blatt von Roger Köppel seit Russlands Angriff auf die Ukraine immer wieder plumpe Putin-Propaganda.» Um aber im Lead zurückzukrebsen: «Der Bayerische Verfassungsschutz stellte die Zeitung deshalb an den Pranger – nun muss er zurückkrebsen».

ZACKBUM nannte diese Methode «Ich sage nicht, Sie sind ein Arschloch». Nun hat Eberhard einen neuen «Scoop» gelandet:

Das hat dem zweiten Kopf neben Markus Somm beim «Nebelspalter» die ersehnte neue Stelle in der Wirtschaftsredaktion der NZZ gekostet. Es wäre tatsächlich die Frage gewesen, was der Mann von Wirtschaft versteht. Wenn man sich die Zahlen des «Nebelspalter» anschaut: nichts. Nach diversen Sparmassnahmen musste Feusi dort so ziemlich alles machen, während sein Chef Somm auch auf allen Kanälen wenig Sinniges und viel Unsinniges verzapft («die Israeli sind die Guten, man sollte Moskau bombardieren»).

Was tun, wenn das Hirn leer, aber der Internetauftritt noch leerer ist? In der Not greift der Journalist zum Plagiat. In diesem Fall schrieb Feusi fast eins zu eins eine Schwachsinns-Meinung des britischen «Telegraph« ab. Immerhin hat Eberhard hier recherchiert und kommt zum Ergebnis: «Eine Analyse von Blick zeigt, dass rund 90 Prozent des Textes von Feusi nahezu eins zu eins vom britischen Original übernommen wurden.» Das untermauert er sogar in seinem Artikel.

Die Untat geschah schon im Herbst 2024. Und sei damals einem Redaktor der alten Tante aufgefallen: «Das Blatt aber sah schliesslich davon ab, das Plagiat publik zu machen. Warum, ist unklar.*» Das Sternchen hat sich Eberhard eingebrockt, weil er was behauptete, was er nicht belegen konnte: «* Hinweis: In einer früheren Version stand, Markus Somm hätte laut Insidern bei der «NZZ» interveniert. Laut Somm stimmt das nicht. Der eine Satz wurde deshalb entfernt.»

Geht doch nichts über eine versuchte Anpinkelei nach der Devise «ich sagen nicht, dass Sie …». Auf jeden Fall hat nun die NZZ herausgefunden, «dass dieser Sachverhalt mit ihren publizistischen Grundsätzen nicht vereinbar ist». Und bevor Feusi am 1. Juli seine Stelle hätte antreten können, ist er schon weg. Erinnert etwas an Patrizia Laeri, aber das wäre wieder eine andere Story.

Während Somm das macht, was man halt so macht, wenn etwas sehr Peinliches passiert ist – abwiegeln –, tritt Eberhard fröhlich nach: «Bevor Gujer 2015 die Chefredaktion übernahm, scheiterte ein Versuch rechtsbürgerlicher Kreise, Markus Somm an die Spitze der «NZZ» zu hieven, am Widerstand der Redaktion. Nun scheitert auch der Transfer von Somms Schützling Feusi.»

Schützling, Transfer? Feusi wollte offensichtlich seine Arbeitsplatzsicherheit erhöhen und nicht länger im roten Bereich Storys liefern müssen. Einen, wie heisst’s so schön, «rechtsbürgerlichen» Journalisten abschiessen wegen eines Uralt-Plagiats, die feine Art ist anders. Das ist die hämisch-schäbige Art, wobei Eberhard offensichtlich aus der NZZ angefüttert wurde.

Allerdings muss man Feusi tatsächlich vorwerfen, dass vor und während den Zeiten von KI es doch das Mindeste ist, einen plagiierten Text wenigstens neu zu mixen und kräftig durchzuschütteln. Aber daran sind auch schon viele Doktoranden gescheitert.

Eberhard hat das Problem des Plagiats weniger. Denn was er selbst erfindet, hat er ja exklusiv und muss dafür auch nichts direkt abschreiben.

Zwei grosse Koryphäen des Metiers.

Ach, dann wäre da noch Jean-Martin Büttner. Seit er den Sparmassnahmen bei Tamedia zum Opfer fiel, eiert er zwischen seinem ehemaligen Blatt Tagi, der «Weltwoche» und anderen Organen herum. Und tut im «Magazin» etwas, wofür selbst ZACKBUM die Worte fehlen:

Daraus macht das «Magazin», inzwischen völlig schamfrei, seine Titelstory:

Acht Seiten, schonungslos bebildert, schonungslos entblösst, wie dem Journalisten die Finger seiner linken Hand abhanden kamen. Und was das für ihn bedeutet. Früher hätte man den Mann vor sich selbst geschützt und ihm nahegelegt, das seinem intimen Tagebuch anzuvertrauen. Heutzutage hilft man ihm bei der Selbstentblössung. Unsäglich, schändlich.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-01-um-17.10.59.png 560 1135 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-06-02 05:00:392026-06-01 20:55:52Ensemble für ein Schmierentheater
René Zeyer

Somm, der Exhibitionist

27. April 2026/10 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Zeigen was man nicht hat. Die Spezialität des nebulösen Chefredaktors.

Es gibt Menschen, die verspüren den merkwürdigen Drang, sich vor anderen öffentlich zu entblössen. Dabei empfinden sie Erregung oder Befriedigung.

Markus Somm, der schon viele Millionen mit seinem Steckenpferd «Nebelspalter» verbraten hat, bei dem er so ziemlich alles falsch machte, was man falsch machen kann, pflegt eine Kolumne in der «SonntagsZeitung». Keiner weiss, wieso eigentlich. Denn er will sich ständig mit Fehlprognosen selbst übertreffen. Oder mit absurden Aussagen (die Israelis sind die Guten, man sollte Moskau bombardieren).

Das scheint ihm auf Dauer langweilig geworden zu sein, neu versucht er sich in Exhibitionismus. Er entblösst sich öffentlich, indem er zeigt, dass er von Banken, Bankenregulierung und der Gefahr, die von der Monsterbank UBS ausgeht, nicht den blassesten Schimmer hat, nackt und unbeleckt von jeglicher Kenntnis dasteht.

Die NZZ lässt einen «Bankenexperten» Andreas Uta zu Wort kommen, der gegen die Vorschläge des Bundesrats zur Eigenkapitalausstattung der monströsen Bank vom Leder zieht. Der ist allerdings Experte, weil es bis 2019 UBS-Direktor war, wie der «Infosperber» enthüllt. Und ist weiterhin Bankberater und VR einer Regionalbank. Also alles andere als unabhängig oder neutral.

Wieso sich Somm ohne Not zu einem Thema äussert, von dem er noch weniger Ahnung hat als von Geschäftsführung, ist hingegen schleierhaft. Auf jeden Fall macht er sich wieder zur Lachnummer.

«Nun will unsere Regierung die letzte verbliebene Grossbank zur Strecke bringen. O. k., nicht deren Ruin wird betrieben, aber doch in Kauf genommen, dass die UBS ins Ausland zieht, da sich die Rahmenbedingungen für ihr Geschäft in der Schweiz irreversibel verschlechtert haben.» Daran stimmt nun schlichtweg nichts.

Gaga-Begründung: Die Forderung nach einer vollständigen Unterlegung ausländischer Töchter mit Eigenkapital sei «erstens teuer, und zweitens erhält die Schweiz damit die wohl humorlosesten, da härtesten Eigenmittelvorschriften des Westens – was die UBS im internationalen Wettbewerb zu einem Invaliden macht, der den übrigen Banken nachhumpelt, als hätte er sich selbst in die Knie geschossen».

Humorlos? Ist Bankenregulierung eine Spassveranstaltung? Wieso sollte die UBS ins Ausland ziehen, wo sie in der Schweiz doch eine implizite Staatsgarantie geniesst, für die sie nichts zahlt? Und harte Eigenkapitalvorschriften, das ist nun eine humoristische Bemerkung. Bei einer Bilanz, die grösser ist als das BIP der Schweiz (mit Abstand Weltrekord), müsste das EK noch viel höher sein als die lausigen paar Prozent vor und nach einer Erhöhung. Und dass mehr EK mehr Vertrauen gibt und damit einen Marktvorteil, wer bringt das Somm bei?

Wenn er mehr Geld für seine Dilettantenveranstaltung braucht, muss er seine Investoren anbetteln, nachzuschiessen. Wenn die UBS mehr EK braucht, kann sie einfach Aktien ausgeben. Das Einzige, was dagegenspricht: das verwässert ein wenig den Bonus der geldgierigen Bankenlenker.

Anderswo sei man flexibler. Wieso? Die Erklärung zum Tränenlachen: «Weil niemand so besinnungslos den eigenen Finanzplatz ruiniert wie die schweizerische Regierung.» Wenn der Dinosaurier UBS schon wieder ins Straucheln geraten würde, dann hinterliesse sein Fall einen Krater, der nicht viel kleiner als die Schweiz wäre. Und dass Bankenlenker besinnungslos zocken und bonusgetrieben sind, haben sie wohl zur Genüge unter Beweis gestellt.

Neuerdings mit Investments in Schattenbanken (soll Somm mal einer erklären, was das ist), mit dem die UBS letzthin den Kleckerbetrag von 500 Millionen in den Sand setzte.

Weiter im Fantasieland Somm: «Gewiss, 2008 musste die UBS vom Staat gerettet werden». Was er unterschlägt: zweimal. Das erste Mal, weil sie sich verzockt hatte. Und das zweite Mal musste der Staat das Bankgeheimnis schleifen, weil die UBS schon wieder am Abgrund stand. «Genauso wenig kostete es den Staat 2023 etwas, als die UBS auf Drängen des gleichen Staates die CS übernahm.» So etwas wie 16 Milliarden Tier 1 Bonds sind für Somm offenbar Peanuts, die gar nicht erwähnenswert sind. Oder er weiss nicht, was das ist.

Und dann noch, obwohl das Zwerchfell schon schmerzt, der Schlussgag: «Politiker haben den Steuerzahler bisher sehr viel mehr gekostet als alle Bankenkrisen zusammen.» Nun, es ist die Aufgabe von Politikern, Steuergelder auszugeben. Das ist allerdings nicht die Aufgabe der Banken, was man Somm behutsam näherbringen sollte.

Und Politiker haben in den letzten Jahrzehnten einiges in den Sand gesetzt, aber das gesamte, weltweite Finanzsystem fast gegen die Wand klatschen, das haben nur Banker geschafft. Die dann weltweit mit Multimultimillarden gerettet werden mussten.

Also lieber Markus Somm: versuch doch einmal über etwas zu schreiben, von dem Du den Hauch einer Ahnung hast. Kindererziehung vielleicht. Oder das Leben Blochers.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-26-um-17.06.36.png 254 665 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-27 05:00:412026-04-27 07:20:28Somm, der Exhibitionist
René Zeyer

Verzweiflungstaten

26. April 2026/3 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Was haben drei Ereignisse gemeinsam?

Auf den ersten Blick scheinen sie nicht viel miteinander zu tun zu haben.

Christian Brönnimann, ehemals «Recherchedesk» von Tamedia, ist als Mediensprecher zur Bundesanwaltschaft (BA) gewechselt.

Michèle Binswanger, langjährige Redaktorin bei Tamedia, wechselt zum «Nebelspalter».

Die IMG, Betreiber des Portals nau.ch, übernimmt Christoph Blochers Zeitungshaus AG, seine Sammlung von Gratisanzeigern.

Brönnimann wurde unrühmlich bekannt, als er unter Ausschlachtung von Hehlerware, auch bekannt als Leaks und Papers, einen unbescholtenen schweizerisch-angolanischen Geschäftsmann und dessen Firma ruinierte. Er versuchte sich auch mal an einem kleinen Rufmord gegen den ZACKBUM-Autor René Zeyer, der ihn für seinen Geschmack ungebührlich kritisiert hatte.

Binswanger wurde unter anderem dafür bekannt, dass sie ein Buch über die Merkwürdigkeiten einer Zuger Landammann-Feier schrieb und dafür von der betroffenen Kämpferin gegen Hass im Internet kräftig gehasst und mit Prozessen überzogen wurde.

Während Brönnimann jegliche Verantwortung für sein Tun ablehnte, scheint im Fall von Binswanger die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers an seine Grenzen gekommen zu sein: per Crowdfunding muss sie Geld einsammeln, um sich der juristischen Bekämpfung durch eine verfolgende Unschuld zu erwehren.

ZACKBUM kennt das Problem ein wenig; so versuchte ein Mohrenkopf-Professor, ihn mit einer Beleidigungsklage finanziell zu schädigen. Was allerdings in diesem Fall in einem völligen Desaster für ihn endete. Er musste nicht nur die Kosten seiner Anwältin, sondern auch die Gerichtskosten und die Honorarnoten der Anwälte von «Weltwoche» und ZACKBUM bezahlen.

Dann hätten wir den Zusammenschluss von 23 Printtiteln mit einer Gesamtauflage von über 700’000 Exemplaren und einem reinen Online-Portal mit über 4 Millionen monatlichen Nutzern. Dieses Zusammenkaufen durch Blocher, nachdem er sich schmählich von der «Basler Zeitung» getrennt hatte, hat eigentlich niemand verstanden. Ist vielleicht eine Altersfrage, noch in Gedrucktes zu investieren.

Zu einem nicht veröffentlichten Preis (ob es mehr als ein symbolischer Franken ist?) kauft nun die IMG das Blätterbündel, während Blochers Holdinggesellschaft Robinvest sich mit 15 Prozent an der IMG beteiligt. Womit klar ist, wer der Juniorpartner bei dieser Fusion ist.

Was haben nun diese drei Ereignisse gemeinsam?

Es sind Verzweiflungstaten.

Vom wohldotierten Recherchedesk, wo jeder Mitarbeiter ungeniert seine Steckenpferde reiten konnte, zur Schnarch- und Flopbehörde BA, deren Lieblingsvokabel in der Medienarbeit ist: Dazu können wir keine Stellung nehmen.

Von der im heutigen Journalismus Schoggiposition der Gesellschaft-Autorin zum abrebelnden «Nebelspalter», dessen vorletzter Vielschreiber Dominik Feusi gerade zur NZZ abgesprungen ist, nachdem schon vorher angeberische Büroräume und eine aufgeblasene Payroll abgestossen werden mussten.

Und schliesslich Blochers Experiment, wenigstens in Gratisgazetten eine Kolumne führen zu können, die allerdings nicht wirklich zur Kenntnis genommen wurde. Dafür hätte er es auch bei Blocher-TV bewenden lassen können; das wird schlank und rank produziert.

Aber Print-Dinosaurier werden als Stand-alone-Geschäftsmodell den doppelten Einschlag von Internet und KI nicht überleben. Worin soll ihre Existenzberechtigung bestehen, wenn sie am Morgen druckwelk das servieren, was sich bis am späteren Vorabend zugetragen hat? Garniert mit Bauchnabelbetrachtungen der Journalisten und ihren unermüdlichen und ungehörten Ratschlägen an die Welt.

Dafür auch noch Geld zu verlangen, das ist langsam eine Frechheit. Wobei wir die NZZ und die «Weltwoche» von diesem Urteil ausnehmen wollen. Die beide natürlich auch einen durchmarschierenden Online-Auftritt haben.

Dass Blochers Blattsalat eine Ergänzung im Internet brauchte, ist sonnenklar. Wozu nau.ch mittelfristig Print braucht, ist unklar. Dass Brönnimann bis zur Frühpensionierung eine ruhige Kugel schieben will, ist klar. Dass es Binswanger im ungebremst woken Gutmenschenblatt Tamedia nicht mehr ausgehalten hat, ist ebenfalls klar.

Da sich Brönnimann von jeglichem journalistischen Anspruch verabschiedet hat, allerdings weniger erfolgreich als die ehemalige publizistische Leiter nach unten Pascal Hollenstein, erübrigt sich jegliche Qualifikation.

Ob Binswanger allerdings im Nischenprodukt «Nebelspalter», der es wie Blochers Organe nie zu Relevanz und Bedeutung gebracht hat, nochmal durchstarten kann, ist ebenfalls unklar. ZACKBUMs gute Wünsche begleiten sie auf jeden Fall.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-22-um-11.54.07.png 473 1277 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-26 05:00:492026-04-22 11:57:49Verzweiflungstaten
René Zeyer

Wumms: «Republik»

8. Oktober 2024/7 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Fast täglich grüsst das Murmeltier der «Republik»-Redaktion.

Was haben Markus Somms «Nebelspalter» und Constantin Seibts «Republik» gemeinsam? Beide sind belanglos, wirkungslos und schrumpfen und schrumpfen.

Beide kämpfen mit untauglichen Mitteln dagegen an. Die «Republik» versucht es mit einer Salve von E-Mails, jeweils von allen Redaktionsnasen unterzeichnet. Widersprüchlich wird versucht, den unschuldigen Leser zu einem Abo zu nötigen.

Eigentlich könnte man die «Republik» seit einiger Zeit einfach gratis lesen, auch so eine verzweifelte Werbemassnahme. Oder aber, man kann selbst bestimmen, wieviel man bereit ist, für ein Abo zu zahlen. Oder aber, man «profitiert» von einem «Einsteigerangebot». Das verspricht eine lukrative Preissenkung. Von 240 Franken im Jahr auf  läppische 222. Sagenhafte 18 Franken gespart. Oder 202 Franken zu viel ausgegeben, wenn man doch stattdessen das Magazin auch für 20 Franken abonnieren könnte.

Oder 222 Franken zu viel ausgegeben, da man es doch auch gratis lesen kann.

Der versteckte Sinn hinter all dem billigen Jakob: ob jemand Vollzahler ist oder läppische 10 Franken aufwirft, jeder kommt in die Statistik der «Verleger» des Magazins. Deren Zahl oszilliert um 27’000 herum. Das sind rund 1000 weniger, als mal als unbedingt nötig zum Überleben bezeichnet wurden. Aber was geht die «Republik» ihr dummes Geschwätz von gestern an. Wären alle aktuell ausgewiesenen 27’109 Abonnenten Vollzahler, würde das 6,5 Millionen in die Kasse spülen. Aus der die 48 Kostenstellenbesetzer gleich wieder 4,6 Millionen abzapfen. Ohne Sozialleistungen, Infrastruktur, Spesen oder 13. Monatslohn.

Trotz aller behaupteten «völligen Transparenz» weist die «Republik» aber nicht aus, wie viele der Abonnenten Vollzahler, wie viele Wenig-Zahler sind.

In dem neusten Werbemailing ist zudem ein absolut verräterischer Satz versteckt. Der sagt besser als alles andere, wes Geistes Kind diese Redaktion ist:

«Mit weniger als 5 Franken pro Woche – dem Gegenwert einer Tasse Kaffee – helfen Sie, unsere Gehälter und unsere Arbeit zu finanzieren.»

Verräterisch ist hier die Reihenfolge. Zunächst geht es den mutigen Verteidigern der Demokratie um ihre Gehälter, erst dann um ihre Arbeit. Diese Reihenfolge ist auch richtig, denn verdient wird viel, geleistet wenig.

Und niemals nicht, unter keinen Umständen kam es diesen Helden der Arbeit in den Sinn, auf einen Teil ihres Gehalts zu verzichten, wenn es mal wieder eng wurde. Da drohten sie lieber mit Selbstmord, sollte der Leser nicht wieder einmal ein Finanzloch mit milden Gaben und Spenden stopfen. Aber Eigenbeteiligung, zum Beispiel Reduktion des Fixgehalts von 8000 Franken auf immer noch für ein Start-up erträgliche 7000 oder gar 6000 – niemals. Ausgeschlossen.

Das ist so armselig wie der Inhalt der «Republik». ZACKBUM schlug vor einiger Zeit eine Fusion mit dem «Nebelspalter» vor. Damit wären noch einige weitere Millionäre «an Bord» gekommen, die diese Amateur- und Hobbyveranstaltung durchfinanzieren würden, so wie sie es bei Bruchpilot Somm tun.

Da der inzwischen für seine feudalen Büroräumlichkeiten einen Nachmieter per sofort sucht, könnten die paar überlebenden Nebi-Nasen problemlos Unterschlupf im Rothaus finden. Ist zwar nicht so vornehm, hat aber eine angeschlossene Bar, wo man seinen Frust ertränken kann.

Zudem wäre ein neues Traumpaar des Journalismus geboren. Somm und Seibt, die Wiederbelebung von Dick und Doof.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-10-08 06:00:372024-10-07 08:44:37Wumms: «Republik»
René Zeyer

Heiteres Kriegerlis-Raten

17. August 2024/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Da guckst du. Was macht denn die Ukraine in Russland?

Nun ist’s doch schon einige Tage her, dass ukrainische Truppen in Russland eingefallen sind. Das brachte vor allem die deutsche Regierung etwas in die Bredouille; weil schon wieder deutsche Panzer in der Nähe von Kursk, das erinnert halt fatal ans letzte Mal, als unter Adolf Nazi die deutsche Wehrmacht hier barbarisch hauste.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich die Indizien verdichten, dass die Sprengung der Nordsee-Pipeline von Selenskyj höchstpersönlich angeordnet und von ukrainischen Tauchern durchgeführt wurde. Das geht jedenfalls aus einem profunden Recherchierstück des «Wall Street Journal» hervor. Und das wäre dann nicht nett gegenüber Deutschland.

Aber fast noch schlimmer hat’s alle Kriegsgurgeln und Kommentatoren und Analysten und Besserwisser und Schreibtischgeneräle erwischt. Was soll man von diesem Einmarsch halten? Der Leser erwartet Einordnung und Analyse. Serviert bekommt er Gewäsch:

«Zurzeit sei sehr schwer abzuschätzen, ob diese Operation tatsächlich ein strategischer Erfolg wird, sagt der Militärexperte Georg Häsler in dieser Videoanalyse.» Wo ist nur der zackige Oberst Häsler in der NZZ, wenn man ihn mal braucht.

Auch der ETH-Militärexperte Marcus Keupp «ordnet ein». Unverdrossen, nachdem er schon mal den baldigen Sieg der Ukraine vorhergesagt hatte. Allerdings für den Herbst 2022. Dadurch gewitzt, ist er nun entschieden vorsichtiger geworden und äussert nur noch Brei:

«Die Ukraine führt diesen Krieg als eine Art Testoperation.» Ach was, was wird denn da getestet? «Es gibt kein klares Operationsziel, sondern man versucht eher, Lücken im Gelände ausfindig zu machen.» Und was macht der Russki? «Auch wenn die Russen im Moment ziemlich dilettantisch agieren, wird es ihnen irgendwann schon gelingen, diesen Raum abzusichern.» Raum absichern, das Gummiwort des Tages.

Wie immer völlig sicher in seiner Analyse ist sich der Kriegstreiber am heimischen Herd der «Süddeutschen Zeitung» in München. Der Tagi übernimmt brav, was Stefan Kornelius nicht wieder alles weiss: «Moskau soll sehen, dass es verwundbar ist». Inzwischen hat er auch den Kremlherrscher Putin völlig durchschaut: «Offensichtlich gehört es zu den Mustern des Krieges, dass Putin Muster nicht erkennt.»

Völlig gaga wie immer ist der «Nebelspalter». «Die Ukraine trägt den Krieg nach Russland. Gut so.» Na ja, wenn man einen Chef hat, der schon die Bombardierung Moskaus forderte …

Nur «watson» ist für einmal nachdenklich: «Ukrainer rücken in Russland vor – und haben sich damit womöglich komplett übernommen». Ein Hintertürchen gibt’s allerdings, sollte das nicht der Fall sein: das Zauberwort «womöglich». Und selbst die SDA buddelt etwas im Sandkasten: «Ukraine sieht Kursk als Faustpfand für Friedensverhandlungen.»

Eher fatalistisch gestimmt ist dagegen «20 Minuten»: «Ukraine erobert 1000 km2 Russland – und wartet auf Putins Rache». Und «Cash» schliesslich weiss: «Krisensitzung in Moskau: Putin will endlich Ruhe an neuer Front von Kursk».

Ruhe, wer will das nicht. Der Leser will vor allem seine Ruhe vor all diesen Kommentatoren, die doch Mal für Mal nichts anderes zeigen als: sie haben keine Ahnung. Sie können nichts vorhersehen. Ihre Analysen haben eine Halbwertzeit von einer Flasche Wodka bei einem russischen Umtrunk. Niemand von ihnen hat mit der Möglichkeit gerechnet, dass die Ukraine die Grenze zu Russland überschreitet.

Keiner ist in der Lage, die möglichen Folgen aufzuzählen. Ein Debakel nach dem anderen. Nach wie vor ist völlig unklar, wie sich diese Lage weiterentwickeln wird. Genauso unklar, wann es endlich zu Friedensverhandlungen kommen wird. Denn nur völlig verblendete Kriegsgurgeln rechnen ernsthaft damit, dass die Ukraine Russland zurückschlagen oder gar besiegen könnte.

Wer Sieger wird, steht in den Sternen. Nur die Verlierer sind längst bekannt. Die ukrainischen und russischen Soldaten. Die Zivilbevölkerung. Und der Leser, der sich solchen Quatsch und solches Gequassel anhören muss. Muss? Muss er eben nicht …

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2024/08/Bildschirmfoto-2024-08-16-um-18.51.36.png 414 843 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-08-17 05:30:102024-08-17 13:21:21Heiteres Kriegerlis-Raten
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