• Home
  • QA
  • Links
  • Podcast
  • Video
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Hätte, könnte, würde

10. Januar 2024/1 Kommentar/in Allgemein/von René Zeyer

Eine Meldung plus Denkstoff.

So titelt das Qualitätsorgan «Tages-Anzeiger»:

Der Medienminister behaupte, dass die Haushalte mehr Geld für Journalismus ausgäben – und begründet so, dass auch er eine Senkung der Zwangsgebühren für vertretbar hält. Aber Statistiken des Bundes zeigten das Gegenteil. So Titel und Lead des Artikels von Iwan Städler. Der arme Mann hat Karriere andersrum gemacht. Früher mal Mitglied der Chefredaktion und Redaktionsleiter «Tages-Anzeiger», ist er nun einfacher «Inlandredaktor». Der Kalauer sei erlaubt: mit Glied ist man halt nicht mehr Mitglied beim Tagi.

Zunächst: Tamedia ist bei solchen Fragen nicht ganz unbefangen. Zum einen meckert der Konzern kräftig gegen den Internetauftritt von SRF, das sei unfaire Konkurrenz. Zum anderen hängt auch Tamedia am Subventionstropf, gefüllt mit Steuergeldern. Zum Dritten hat auch Tamedia die Ablehnung der zusätzlichen Subventionsmilliarde für reiche Verlegerclans noch nicht verdaut. Und zum Vierten sucht man nach neuen Vorwänden, um mit den ewig gleichen Schlagwörtern («Vierte Gewalt, Kontrolle, Demokratie, staatstragend») noch mehr Kohle rauszuleiern.

Denn die Unfähigkeit des obersten Managements, Newsproduktion gewinnbringend zu verkaufen, wird nur durch die Geldgier des Coninxclans übertroffen.

In dieser Gemengelage ist es immer gut, den SVP-Medienminister anzugreifen. Denn der ist von der SVP, was schon mal gegen ihn spricht. Dann ist er beliebt, was nochmal gegen ihn spricht. Und dann war er Mitinitiant der Initiative, die die Zwangsgebühren auf 200 Franken deckeln will. Vertritt nun aber als Bundesrat tapfer einen Kompromissvorschlag. Aber wenn bei der SRG gespart werden könnte, dann ginge das doch auch bei der Subventionierung privater Medienkonzerne, so die Befürchtung von Tamedia.

Also auf ihn. «Sind die Medienausgaben der Schweizer Haushalte tatsächlich gestiegen? Entsprechende Zahlen sucht man in den Vernehmlassungsunterlagen vergeblich.» Nicht nur das, eine Statistik des Bundes besage, dass «die Medienausgaben von 2012 bis 2020 gesunken» seien, « – von 309 auf 264 Franken pro Haushalt und Monat».

Ha. Oder doch nicht? Röstis Departement führt eine repräsentative Umfrage ins Feld, laut der die Nutzung von Angeboten von Netflix und Co. deutlich gestiegen sei. Nun ja, räumt der Tagi ein, mag so stimmen, aber: «Topaktuell sind die Zahlen freilich nicht. Die neusten Daten beziehen sich aufs Jahr 2020.» Lustig, bei den vom Tagi ins Feld geführten Zahlen, die ebenfalls 2020 enden, stört das Städler aber nicht.

Damit legt er sich mit quietschenden Reifen in die Kurve, wobei man nicht sicher sein kann, ob er den Schluss ernst oder ironisch meint: «Es ist also nicht ausgeschlossen, dass seither die Ausgaben für Medien plötzlich wieder gestiegen sind. So würde die Aussage von Röstis Leuten doch noch zutreffen.»

Ja was denn nun? Alle arbeiten mit nicht «topaktuellen» Zahlen. Ob die Medienausgaben der Haushalte gestiegen sind oder gesunken, Genaues weiss man nicht. Kann man so oder so sehen. Kommt darauf an. Deine Statistik, meine Statistik. Einfache Arithmetik: 1 minus 1 ergibt 0. Ein Artikel als Nullnummer, Platzverschwendung, Leserverarschung. Ohne zählbaren Erkenntnisgewinn. Überflüssig wie ein zweiter Kropf.

Schlagworte: Ausgaben, Initiative, Iwan Städler, Medienminister Rösti, Nullnummer, Statistiken, SVP, Tages-Anzeiger, topaktuell, Zahlen
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf LinkedIn
  • Per E-Mail teilen
https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2023/12/Bildschirmfoto-2023-12-25-um-11.12.14.png 348 694 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-01-10 05:30:522024-01-09 23:42:35Hätte, könnte, würde
Das könnte Dich auch interessieren
Vergurkt
Marc Bloch als Lackmustest
Häppchen-Journalismus
Kleiner Kopf, grosses Thema
Wo bleibt die Bööggin?
Wumms: Cédric Wermuth
ZAV jubiliert
Geheimpläne
1 Antwort
  1. Ruedi Rudolf
    Ruedi Rudolf sagte:
    11. Januar 2024 um 0:19

    Ein Kommentar Aus den weiten des Internets:

    ”Medien und Politik im Sumpf festgefahren – keine Besserung in Sicht – Da war doch was?»

    “Bundesratswahl“

    Wieder einmal ein künstlich hoch gehypter Höhepunkt in der Schweizer Demokratiefolklore. Unterm Strich ein konfliktunfähiges Land. Mit konfliktunfähiger Bevölkerung, mit in den Kantonen vorhandenen Feudalstrukturen, aus alteingesessenen Familien, und Gemeinschafts/Duschen/Amigos der Rekrutenschulen als Ersatz für «Rechtsstaat.» Am Ende dient auch die Harmonie-Show der Bundesratswahl, nur der Schweizer Selbstbeachtung: “Mit direkter Demokratie etwas Besonderes zu sein.»

    Dem traditionellen wirtschaftlichen Erfolgsmodel des Landes, die Kohle von nun wirklich jedem Halunken weltweit ungestört einzusammeln, und den Schweizer Mutterboden blumentopfweise als Bauland für Höchstpreise an die zu verticken – die dieser ganzen Nummer noch auf den Leim gehen. Ja liebe Leute, natürlich verdient Ihr in der Schweiz Spitzengehälter! – Aber Ihr macht es Euch leichter, wenn Ihr das alles als Schmerzensgeld seht! – Die Bundesratswahl steht auf genau dieser Linie!

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar Antwort abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Kleines Vademecum für Kommentarschreiber27. August 2020 - 16:08
  • Wer wir sind und was wir wollen25. August 2020 - 15:07
  • ZACKBUM.ch startet: Die Rückkehr der Medienkritik25. Juli 2020 - 6:05
© Copyright - Zackbum | Webdesign: 60francs.ch |  info@zackbum.ch | Datenschutz |  Impressum
Link to: 75 Stellen weg Link to: 75 Stellen weg 75 Stellen weg Link to: Mehrfachverwertung Link to: Mehrfachverwertung Mehrfachverwertung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen
Unsere Website verwendet Cookies zur besseren Bedienbarkeit. Durch Ihre Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.