Wumms: Ladina Heimgartner

Die CEO der Blick-Gruppe lässt Marc Walder nicht allein.

Oops, nun auch sie. Pietro Supino hat’s getan. Pascal Hollenstein hat’s getan. Marc Walder hat’s auf seine Art getan. Nun klappert auch noch das «Mitglied Group Executive Board» von Ringier nach.

Sie leistet damit einen weiteren Beitrag zur strikten Trennung zwischen Verlag und Redaktion. Allerdings ist «Blick»-Oberchefredaktor Christian Dorer ein ausgekochter Subversiver. Sonst hätte er diesen Stuss nicht unredigiert publiziert.

Vom grottenschlechten Titel an geht’s inhaltlich senkrecht nach unten – und hört lange nicht auf. Wieso soll denn diese angebliche Übergangslösung «überlebenswichtig» sein? Das würde ja heissen: sollte sie abgelehnt werden, beginnt das grosse Sterben im Medienbereich.

Bei Heimgartner beginnt das Verröcheln jeglicher Logik und Glaubwürdigkeit schon ganz am Anfang ihres Balla-Balla-Kommentars, wo sie über die Gegner der Medienclanmilliarde herzieht:  «Dabei setzen sie in fast schon selbstverständlicher Manier ihre eigenen Medienkanäle systematisch als strategisches PR-Instrument ein, sorgen sich aber zugleich angeblich um die Unabhängigkeit der anderen Medien, falls zusätzliche Bundesmittel fliessen.»

Das ist bei «Blick» ganz anders; der kroch nicht nur Bundesrat Berset überall rein, der ist so unabhängig, dass er seiner CEO sagt: diesen verunglückten Schuss ins eigene Knie bringen wir nicht.

Denn:

«Journalistinnen und Journalisten sind im Wissen um ihre Verantwortung der Gesellschaft und der Wahrheit verpflichtet. Es geht ihnen darum, Fakten ans Licht zu bringen und einzuordnen, damit sich die Leserinnen, Zuschauer, User ihre eigene Meinung bilden können.»

ZACKBUM wälzt sich am Boden vor Lachen und winselt um Gnade.

 

 

5 KOMMENTARE
  1. Andi Volkart
    Andi Volkart says:

    Mir gefallen die nuancierten Anspielungen von Ironie und Sarkasmus in diesem Artikel; «…Sie leistet damit einen weiteren Beitrag zur strikten Trennung zwischen Verlag und Redaktion.»
    Aber ohne Sarkasmus kann man heute fast keine Medienkritik mehr betreiben. Besser, man sieht das Leben durch die Brille eines Dieter Nuhrs oder eines Komikers.

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  2. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Ladina Heimgartner:
    «Echter Journalismus ist nie nur Beruf, sondern immer auch Berufung. Journalistinnen und Journalisten sind im Wissen um ihre Verantwortung der Gesellschaft und der Wahrheit verpflichtet». Ausser der CEO will die Wahrheit nicht!
    Gut hat sie die sensationsgeilen 25 Fr.-Leserreporter nicht erwähnt.

    Was Frau Heimgartner unter gesellschaftlicher Verantwortung versteht konnte man in den letzten Tagen an der Berichterstattung über das getötete Mädchen von Köniz lesen und sehen, Podcast! Eine Tragödie ausschlachten bis zum geht nicht mehr. Anstelle von Respekt gegenüber den Betroffenen, vom Leid derer profitieren, Klicks und Aufmerksamkeit um jeden Preis. Verantwortung? Frau Heimgartner weiss nicht wovon sie geschrieben hat!

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    • Andi Volkart
      Andi Volkart says:

      Ein Detail am Rande: Früher gab es Fotoreporter, die bei Unfällen, Unwettern und Überfällen als erstes jeweils vor Ort waren. Diese verkauften damals für gutes Geld ihre Fotos an Agenturen oder Medien. Heute hat jeder ein Smartphone und wird mit einem geringen Betrag von einer Redaktion abgespiesen.
      Genau der gleiche Scheiss fand bei den Banken statt: Warum Banken eigentlich heute noch Bankmitarbeiter am Schalter beschäftigen, wenn dank Online-Banking die Mehrheit der Arbeit kostenfrei für die Bank auf den Endbenutzer abgewälzt wurde und im Prinzip ein grosser Wasserkopf dennoch bei der Bank eingespart werden könnte. Es gibt genügend KI-Systeme, die heute weit aus besser als jeder Broker oder Banker wäre.

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  3. Eveline Maier
    Eveline Maier says:

    Überlebenswichtig……..oder Sterbebett?

    Bestimmt macht Verleger René Schuhmacher aus seinem K-Tipp eine funktionierende Tageszeitung, wenn dieses Mediengesetz abgelehnt wird. Alle Anderen würden wohl mausetot sein.

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