«Christoph will nicht sterben»

Zwei durchgesickerte Mitteilungen. Zwei Reaktionen.

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) leistete sich einen Kampfleserbriefschreiber und einen Wichtigtuer als geheimen Berater. Roger E. Schärer munitionierte den damaligen Chef des Geheimdienstes mit schwachsinnigen Analysen, Strategievorschlägen und behauptete, er sei dick mit bedeutenden Politikern.

So log er offenbar nassforsch: «Mit Magdalena Martullo Blocher bin ich befreundet». Sie entgegnet, dass sie vor 45 Jahren zur Ehefrau Schärers in den Kindergarten gegangen sei und seither keinerlei Kontakt unterhalten habe. Das hält den Recherchierjournalisten Thomas Knellwolf nicht davon ab, einen weiteren Blödsinn Schärers in Tamedia zu kolportieren: «Christoph will nicht sterben, bevor seine Tochter Bundesrätin wird

Das nimmt er gleich als Titel seines leider nicht humoristisch gemeinten Beitrags, denn wenn es darum geht, dem Gottseibeiuns von Herrliberg eine reinzuwürgen, mit welchen Mitteln auch immer: Knellwolf ist dabei.

Zur gleichen Zeit veröffentlichte der Finanzblog «Inside Paradeplatz» ein ernstgemeintes Mail eines mächtigen Medienmanagers. Marc Walder bat darin seine «lieben Kollegen», seiner hysterischen Reaktion am Anfang der Pandemie zu folgen und der Empfehlung des Bundesrats, dass alle zu Hause bleiben sollten, prominenten Platz in ihren Medien einzuräumen. Er selbst habe bereits die Frontseiten frei gemacht.

Das sind nun Aussagen, die – im Gegensatz zu diesem Unsinn eines Wichtigtuers – breite Resonanz verdienten. Dass bei Ringier dazu kein Sterbenswörtchen erscheint, mag noch einigermassen verständlich sein. Aber bei Tamedia, bei CH Media? Bei der NZZ? SRG? Tiefes Schweigen, peinliche Berührtheit, weil es ja nicht der erste Fauxpas des Ringier-CEO ist.

Dabei sind diese vier Konzerne damals die Adressaten von Walder gewesen und haben seine flehentlichen Bitten mehr oder minder folgsam erfüllt. Da gäbe es vielleicht Erklärungsbedarf.

Aber nein, lieber mit Slapstick eines «geheimen Beraters» ablenken. Aschgrau.

1 reply
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Roger E. Schärer, Oberst a.D., (auf Drogen), ist ein alter Mann der sich seit Jahrzehnten überschätzt. Es ist um unsere Sicherheit nicht gut bestellt wenn staatliche Stellen auf das Gelaffer des Mannes hören. Auf keinen Fall auf Leserbriefe von Schärer reagieren der deckt einem sofort mit Müll zu, Dokumente seines vermeintlich wichtigen sicherheitspolitischen Schaffen. Dabei ist er käuflich, solange er Gelder von Gaudin bekam lobte er BR Amerd über denn grünen Klee. Als die Gelder nicht mehr flossen versuchte er Amherd zur Schnecke zu machen. Der Wichtigtuer Schärer ist nicht Referenz für Offiziere der Schweizer Armee!

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