Tamedia, die Lachnummer
Der Gaga-Gag des Jahres: Anuschka Roshani ist wieder an Bord.
Es war eine der höchsten Wellen der #metoo–Hysterieflut. Mit Hilfe des völlig entgleisten «Spiegel» richtete die ehemalige «Magazin»-Redaktorin ihren Ex-Chefredaktor öffentlich hin.
Jahrelang habe sie seine Quälereien erdulden müssen, es sei unerträglich gewesen. Dennoch hatte sie es jahrelang ertragen. Ein ganzer Chor von verurteilenden Stimmen erschallte, Finn Canonica konnte sich nirgends mehr blicken lassen.
Nur Roger Schawinski (und ZACKBUM) machten sich die Mühe, die Behauptungen von Roshani zu überprüfen und Canonica die Chance zum Widerwort zu geben. Dabei blieb nicht viel übrig von ihren Behauptungen.
Im Gegenteil, es stellte sich heraus, dass es sich um die Rache einer Enttäuschten handelte. Denn Roshani hatte versucht, ihren Chef wegzumobben und sich an seine Stelle zu setzen. Mit einer Initiativbewerbung als Chefredaktorin und Denunziationen gegen ihn, obwohl Canonica damals noch in Amt und Würden war. Dann der Erfolg: ihm wurde gekündigt. Dann die Niederlage: statt den begehrten Posten zu ergattern, wurde auch Roshani gefeuert.
Dann die Rache im «Spiegel».
Aber damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Denn Roshani klagte gegen ihren Rausschmiss. Da Tamedia offensichtlich nicht nur journalistisch, sondern auch juristisch ziemlich schwach auf der Brust ist, mit Erfolg. Dass Canonica die Kohle ausging und er den «Spiegel» nicht richtig verklagen konnte und seinen Antrag auf einstweilige Verfügung zurückziehen musste, verständlich.
Aber auch der Big Boss von Tamedia himself, Pietro Supino, klagte gegen das Hamburger Woke-Magazin, er fühlte sich in die Nähe des US-Sexualstraftäters Harvey Weinstein gerückt.
Dieser Fall ist noch hängig.
Roshani hingegen triumphierte in zwei Instanzen gegen Tamedia: ihre Kündigung ist missbräuchlich, entschied auch das Zürcher Obergericht. Nicht nur das, in ihrem Fall bedeutet das, dass das Arbeitsverhältnis ungekündigt weiterbesteht. Was bedeutet, dass ihr 33 Monatslöhne zu überweisen sind, mehr als 200’000 Franken.
Ist damit die Posse beendet? Aber nein, sonst wäre es nicht Tamedia.
«Im Auftrag von Raphaela» teilt Claudia Bianca, Assistentin der Chefredaktion, der Tagi-Redaktion mit:
«Ich bitte euch, Anuschka bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit zu unterstützen.»
Offenbar ist Raphaela Birrer anderweitig so ausgelastet, dass sie nicht einmal so wichtige Mails selber schreiben kann. Wahrscheinlich arbeitet sie Tag und Nacht mit Simon Bärtschi an der Qualitätssteigerung durch das grosse Rausschmeissen.
Der Vorgang ist dermassen absurd, dass ZACKBUM bei Tamedia nachfragte, ob das wirklich stimmt. Und in der Tat: «Wir bestätigen, dass das Urteil des Zürcher Obergerichts bezüglich der angefochtenen Kündigung inzwischen rechtskräftig ist. Wir unterstützen die Kollegin – wie alle Mitarbeitenden – bei der Aufnahme der Tätigkeit.»
Als ob es die gebeutelte Restredaktion nicht schon schwer genug hätte, jetzt auch noch das. Eine solche Kollegin, mit der arbeitet doch jeder gerne zusammen, die unterstützen doch alle gerne.
Aber Vorsicht. Ja keine möglicherweise anzüglichen Sprüche machen. Kein Aufenthalt mit ihr alleine hinter verschlossener Türe. Und auf keinen Fall, einfach überhaupt niemals nie, ein Hakenkreuz auf ihr Manuskript kritzeln.
Da bleiben zwei Fragen: wie wird Roshani vor weiteren verbalen Übergriffen geschützt? Und wie schützt sich die Redaktion vor Roshani?










