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Selbstkritik? Igitt, pfui

Aber doch nicht bei den transparenten selbsternannten Demokratierettern.

Endlich ist der Deckel vom Dampfkochtopf geflogen. Der jüngste Untersuchungsbericht belegt schonungslos das Versagen aller Beteiligten beim Zürcher Herzklinik-Skandal mit wohl über 70 vermeidbaren Todesfällen.

Nun wird natürlich geeiert und verwedelt und geschwiemelt. Der «Tages-Anzeiger», der eine gewisse Rolle bei der Aufdeckung dieses Skandals spielte, gibt Regierungsrätin Natalie Rickli Gelegenheit zur Weisswäsche. Peinlich. In der «SonntagsZeitung» darf die aktuelle CEO Monika Jänicke ihre Sicht der Dinge darlegen. Na ja.

Richtig schmerzlich peinlich wird’s aber, wenn man die Berichterstattung der «Republik» vom März 2021 anschaut. Die Gefahr ist allerdings nicht allzu gross, dass das viele tun. Denn in ihrer Trilogie «Zürcher Herzkrise» haben die drei Autoren Philipp Albrecht, Dennis Bühler und Brigitte Hürlimann sagenhafte 134’159 A darauf verwendet, den Skandal völlig falsch darzustellen.

Nimmt man noch einen Nachbrenner von Mitte März dazu, in dem die «Republik» ihrem Lieblingsfeind Tamedia eine reinwürgt, sind es sogar 146’193 A. Das war schon damals unerträglich, heute kommt noch erschwerend hinzu, dass sich diese angeblichen Cracks völlig verrannt hatten.

Sie ätzen gegen ihre Kollegen «Das Tamedia-Recherche­desk reagierte mit einem Gegen­angriff», als handle es sich hier um Kampfhandlungen und nicht um die Aufdeckung eines Skandals.

Der Whistleblower André Plass, der den Skandal ins Rollen brachte, der dadurch Stelle und Karriere verlor und dem heute sogar von er CEO des Unispitals gedankt wird, wurde von der «Republik» damals so abgekanzelt: «er soll im Team ein aufbrausendes, unkollegiales Verhalten gezeigt haben.  … Manche beschreiben ihn gar als «gefährlich»».

Der fehlbare und geldgierige Chefarzt mit Professortitel, aber ohne Doktortitel Francesco Maisano wird hingegen in den Himmel geschleimt: «An Maisanos Fähigkeiten als Chirurg, Akademiker und Innovator zweifelt fast niemand, weder Freund noch Feind

Im Licht der heutigen Erkenntnisse geradezu brüllend komisch, wenn es nicht so tragisch wäre. Aber die «Republik» legte noch einiges drauf:

«Von einem übermässigen Einsatz der Devices, an denen Maisano beteiligt ist, kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Es werden am USZ erstaunlich wenige davon implantiert. Die klinische Forschung verläuft regelkonform.

Maisano ist an 7 Firmen beteiligt. Das ist zwar eine stattliche Zahl, aber nicht verboten.

Mit 12 weiteren Firmen hat der Herzchirurg Berater­verträge abgeschlossen. Auch das ist nicht wenig, aber mehr als zwei Drittel der Einnahmen daraus fliessen ans USZ und an die Universität.»

Das Laberblatt schafft es tatsächlich, auf fast 150’000 A den Begriff Cardioband nur zweimal Mal zu verwenden. Stattdessen ist schönfärberisch von «Devices» die Rede.

Eine Redaktion, die noch ein wenig Ehre im Leib hätte, würde nach einer solchen Peinlichkeit sich selbst kritisieren und ihre Leser um Entschuldigung bitten. Am besten durch einen Mitarbeiter, der mit dieser völlig verschriebenen Monsterstory nichts zu tun hätte.

Aber doch nicht die Korrektmenschen vom Rothaus. Da darf die Mitautorin Hürlimann «eine Reflexion über unsere Berichterstattung» absondern. Über unsere? Ja, auch über ihre eigene.

Zunächst werden die Erkenntnisse des Untersuchungsberichts ellenlang referiert – am 8. Mai, als hätten das selbst verschnarchte «Republik»-Leser nicht schon längst mitgekriegt. Aber auch hier gilt: wenn man eigentlich nichts zu sagen hat, sagt man’s auf 12’675 A.

Nach mehr als 9000 Buchstaben kommt Hürlimann endlich auf die Berichterstattung der «Republik» von damals zu sprechen: «Im März 2021 nahm sich auch die Republik der Vorkommnisse am Universitätsspital an.»

So, so. Ein «dreiköpfiges Autorinnenteam schilderte, … berichtete … thematisierte … beleuchtete die Frage …» und Blabla. Dann kommt Mitautorin Hürlimann etwas mehr zur Sache. Sie habe die beiden «Protagonisten» ins Zentrum gerückt: «Klinikdirektor Maisano, der in Mailand als Chefarzt an der Klinik San Raffaele in Mailand nach wie vor am Herzen operiert, und Whistleblower Plass, der heute für die SVP im Kanton Schwyz politisiert und regelmässig fürs Portal «Inside Paradeplatz» schreibt.»

Na, lieber Leser, wer von beiden ist wohl der Sympathischere? Von wem würden Sie sich am Herzen operieren lassen? Hm? Einmal raten, bitte.

Damals habe es eine «Medienlawine» gegeben, daran angeknüpft die pseudo-selbstkritische Frage: «Aber war die Republik nicht Teil dieser «Lawine»

Aber nein, weiss Hürlimann heute noch: «Unsere Berichterstattung deckt sich im Wesentlichen mit den Erkenntnissen einer Untersuchung, die von einer Subkommission des Zürcher Kantonsrats durchgeführt und zeitgleich mit unserem ersten «Herzkrise»-Artikel publiziert wurde.» Dass diese Untersuchung reine Weisswäscherei war, ungenügend, inkompetent und dermassen schlecht, dass sie dringend durch den aktuellen Untersuchungsbericht ersetzt werden musste – kein Wort drüber.

Also kein Hauch einer Selbstkritik? Doch, aber wirklich nicht mehr als ein Hauch, die Antäuschung eines Hauchs:

«Aus der Distanz und unter Berücksichtigung der neuesten Untersuchungsergebnisse stellen wir von der Republik fest: Zwar hat sich unsere systemische Kritik bestätigt – die Leitungsorgane des Universitätsspitals haben während der «Zürcher Herzkrise» total versagt. Zu optimistisch aber beurteilten wir die Innovationen und Intentionen von Klinikdirektor Maisano.»

Zu optimistisch? Das ist eine geradezu nordkoreanische Umdeutung eines krachenden Versagens. Das ist so, wie wenn ein Boxer k.o. geschlagen wird, und nach dem Aufwachen sagt: ich habe den Ausgang des Kampfes wohl zu optimistisch beurteilt. Das ist nicht mehr peinlich, das ist lachhaft.

Aber nicht mal so kann es Mitautorin Hürlimann stehen lassen: «Wir taten das auf der Grundlage zahlreicher Gespräche mit Herzspezialistinnen und der bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Untersuchungen von Medizinerinnen oder von der Anwaltskanzlei Walder Wyss.»

Tja, aufgrund von viel weniger Gesprächen kamen andere zu ganz anderen, richtigen Ergebnissen in der Recherche.

Der Gipfel der Unverschämtheit ist aber, dass die «Republik», also die mitschuldige Autorin Hürlimann, Maisano heute noch in Schutz nimmt. Der äussere sich schliesslich im Untersuchungsbericht so:

«Der Mailänder Herzchirurg kritisiert in erster Linie die Zusammensetzung der Untersuchungskommission. Es fehle an interventionellen Kardiologen und damit an jenen Fachleuten, die seine Methoden korrekt beurteilen könnten. Diese unterschieden sich «grundlegend von der konventionellen Herzchirurgie». Und nicht zuletzt betont Maisano, die therapeutischen Entscheide seien stets von multidisziplinären Herzteams getroffen worden

Aus Geldgier ein dysfunktionales Cardioband verwendet, das zum Tod von zahlreichen Patienten führte und den Geldbeutel des Chirurgen durch den Verkauf des Patents füllte. Das wäre die Wahrheit. Aber die hat in der «Republik» schlechte Karten, keinen Platz.

Man kann mal daneben hauen. Aber auch noch Jahre danach im Licht der heutigen Erkenntnisse als Mitschuldige diese Schönschreibübung abliefern, das ist grotesk.

Das ist etwa so, wie wenn Relotius im «Spiegel» über seine Artikel räsonieren dürfte – oder Heidemann über die Hitler-Tagebücher im «stern». So wird der Bock zum Gärtner gemacht, wenn man das heutzutage über eine Frau noch sagen darf.

Tagi oberpeinlich

Was wollten Sie zum eigenen Versagen schon immer mal sagen, Frau Rickli?

Gleich zwei Journalisten bot das Kompetenzzentrum für Qualitätsjournalismus an der Werdstrasse auf, um Regierungsrätin Natalie Rickli Gelegenheit zu geben, unbehelligt von kritischen Fragen in geradezu obszön-peinlicher Weise Weisswäscherei in eigener Sache zu betreiben.

Was Fabienne Sennhauser und Stefan Häne hier abgeliefert haben, ist an Fremdschäm-Faktor höchstens durch die Schmiere der «Republik» aus dem Jahr 2021 («Zürcher Herzkrise – eine Trilogie») zu übertreffen.

Schon bei der Antwort auf die erste Frage des Tagi, ob man sich mit gutem Gefühl im Unsipital Zürich behandeln lassen könne, tun sich Abgründe auf: «Mein Partner musste sich vor zweieinhalb Jahren einer schweren Herzoperation unterziehen. Diese wurde in der USZ-Herzklinik durchgeführt – ich glaube, das sagt alles.»

Nein, das sagt nichts, müsste da jeder Journalist mit etwas Ehrgefühl im Leibe replizieren, denn zu dieser Zeit war der skandalumwitterte Arzt Francesco Maisano schon längst Geschichte. Also was soll das?

Aber hier wird nicht Journalismus betrieben, wird kein Interview als harte, aber faire Gelegenheit zur Stellungnahme geführt, sondern es wird geschleimt. Denn auch diesen Satz darf Rickli ohne Widerspruch sagen:

«Wir haben alles gemacht, was uns rechtlich möglich war

Das ist nun grob unrichtig. Denn wie alle anderen Beteiligten am Skandal hat auch Rickli entweder nichts getan – oder alles, um den Skandal als Ausdruck von klinikinternen Querelen herunterzuspielen. Sie bezweifelte sogar die Kompetenz des Whistleblowers André Plass, der so unermüdlich wie vergeblich auf die erschütternde Todesrate und das Wirken von Maisano, seine Geldgier, hingewiesen hatte. Das brachte Rickli eine Anzeige wegen Verleumdung ein, auf die die Staatsanwaltschaft aber nicht eintreten mochte.

Statt ihr eine Liste von eigenem Versagen vorzulegen, wird es Rickli gestattet, sich zu wiederholen: «Ja, ich trage die politische Verantwortung für das USZ. Als Gesundheitsdirektorin bin ich die Eigentümervertreterin. Aber ich war erst ab Mai 2019 im Amt, und ich kann sagen: Nachdem ich im Januar 2020 erstmals von den Vorwürfen erfahren hatte, habe ich gemacht, was möglich war

Statt nachzufragen, was denn möglich war, und vor allem, wieso ihr so vieles unmöglich war, schleimt sich der Tagi mit der nächsten Frage wirklich unappetitlich an die Politikerin ran: «Leiden Sie in solchen Tagen wie jetzt an Ihrem Amt

Darauf kann Rickli, ganz Staatsfrau, mit getragenem Pathos antworten: «Als Regierungsrätin verpflichtet man sich, Verantwortung zu tragen. Und ich glaube, dass ich Verantwortung übernehme, das habe ich auch in der Corona-Zeit gezeigt

Statt auch hier nachzuhaken und zu fragen, wie genau Rickli denn in der Corona-Zeit Verantwortung übernommen habe (oder welche Vorwürfe man ihr zu diesem Thema machen könnte), arbeiten die beiden Journalisten einfach ihren Fragenkatalog ab und wechseln ansatzlos zum vom Konkurs bedrohten Spital Wetzikon.

Abgehakt, nächstes Thema: Rickli for Bundesrat? Muss man solche Worthülsen wirklich dem gepeinigten Leser servieren? «Ich habe nie gesagt, dass ich das Bundesratsamt anstrebe. Das tue ich auch jetzt nicht.» Ungeschoren kommt sie auch mit der verklausulierten Fortsetzung davon, mit der sie im Prinzip ihre Kandidatur anmeldet: «Sollte Bundesrat Parmelin eines Tages zurücktreten, würde ich mir das zum gegebenen Zeitpunkt allenfalls überlegen

Im vorherigen Artikel hat ZACKBUM die Arbeit von «Inside Paradeplatz» zum Thema gewürdigt, insbesondere auch die Kritik am mangelhaften und fragwürdigen Verhalten von Rickli. Wieso kommt hier beim Tagi nichts davon zur Sprache?

Es ist natürlich möglich, dass Rickli als gewiefte Politikerin Bedingungen für das Interview stellte, es ist möglich, dass sie oder ihre Kommunikationsabteilung beim Autorisieren kräftig den Weichspüler auf den Text gossen.

Wäre das so, hätte das der Tagi offenlegen – oder am besten auf die Publikation dieses Tiefpunkts in der Geschichte des Interviews verzichten müssen. Alleine das Schamgefühl hätte die beiden Autoren dazu veranlassen sollen, dringlich davon abzuraten, diese Selbstbeweihräucherung einer überforderten Politikern zu publizieren.

Aber eben, im heutigen Elendsjournalismus ist das Elend der Normalfall geworden.

Tief unten

Wieso hält niemand die NZZaS auf?

Die NZZ-Aktionäre waren friedlich gestimmt und winkten an der GV alles durch. Dabei half sicherlich die verfehlte 200-Franken-Dividende, die sich der Verlag eigentlich gar nicht leisten kann.

Während das Stammblatt einigermassen Kurs hält, kennt die NZZaS eigentlich nur das Motto des französischen Autors Joris-Karl Huysmans: «Là-bas», Tief unten. Falls noch so viel Bildung auf der Redaktion existiert.

«Mein Kind ist in der Kita. Droht ihm dort Gefahr?» Da müsste der SoBli protestieren, dass ihm die Konkurrenz ein Boulevard-Thema wegnimmt. Und wenn schon Hemmungslosigkeit ausgebrochen ist: «Lasst Timmy sterben!» Was der Wal aber zur Begeisterung des Publikums ums Verrecken nicht tut. Man vermisst irgendwie eine Teilnahme an der Debatte, ob in Zürich Tauben gekeult werden dürfen oder nicht.

Aber die Kita-Krise gibt schon genug skandalisierbaren Stoff: «Nach Jahren des Wachstums befindet sich die Kita-Branche in einem prekären Zustand.» Beweis? «Das zeigen auch Hilferufe von Betreuerinnen auf Social Media». Echt jetzt?

Die Letzten, die sich an einem Kita-Bashing versuchten, waren die Demokratieretter von der «Republik». Und gingen wie üblich mit ihren unbelegten Vorwürfen baden.

Die NZZaS versucht es mit der Luftpumpe. «Mitte Juni letzten Jahres ging bei einem Ausflug ein «kleiner Bub» verloren». Und wurde in der Obhut eines Buschauffeurs aufgefunden. Furchtbar, ein Systemversagen. Denn «der Fall steht nicht isoliert da». Erst kürzlich ging ein kleiner Bub « am Zürcher Glattpark-See vergessen». Jesses, zwei Fälle. Früher brauchte es für eine Welle mindestens drei. Aber bei den allgemeinen Sparmassnahmen …

Und dann die Übergriffe. Immerhin zwei aktuelle Fälle. Aber für die «tragischen Wiederholungen» muss weit in die Vergangenheit gegriffen werden. 2011, 2019. Immerhin, das sind vier, also eindeutig eine Welle. Und heutzutage kommt dann schnell die Frage auf: «Sollen Männer überhaupt in Kitas arbeiten?» Denn fast alle Übergriffe werden von pädophilen Männern verübt. Deshalb gibt es in Australien bereits einen «nappy ban». «Den männlichen Pädagogen ist es seither verboten, Windeln zu wechseln oder Kinder auf die Toilette zu begleiten

Weil die Doppelseite trotz Riesensymbolbild und dem wie immer absonderlichen Editorial von Beat Balzli noch nicht voll ist, halt noch ein Kasten mit Kommentaren einer Facebook-Gruppe «von Kita-Betreuungs- und Leitungspersonen». Das nennt man heutzutage eine harte Recherche.

Dann räumt der Orbán-Ersatz in Ungarn offenbar bereits kräftig auf. Immerhin ein witziger Titel über einer nicht ganz taufrischen Story: «Zittern auf goldener Toilette».

Überhaupt scheint die Produktion einen Scherzkeks gefrühstückt zu haben. Über neue Gewohnheiten auf dem Bau: «Linie statt Lager hell». Allerdings doch etwas hingeprügelt, so wie das Symbolbild mit fremder Geldnote:

Dann die schon fast obligatorische Haut-die-SVP-Story. Ein japanischer Konzern will 3000 Arbeitsplätze ins Limmattal bringen. «Und die SVP muss sich nochmals fragen, wie sie zum Wachstum steht». Hallo SVP, bitte antworten, die NZZaS wartet.

Dann wieder Abteilung Sauglattismus auf dem Boulevard: «Showdown der Superspermien». Soll das ein Angebot an den SoBli werden, die beiden Blätter zusammenzulegen?

Als wäre es der NZZaS selber peinlich, kommt dann aber endlich ein Artikel, der ganz, ganz oben ansetzt: «Was hält diese Welt eigentlich noch zusammen?» Gute Frage, aber leider soll sie Hans Joas beantworten. Hans who? Der «Soziologe und Philosoph» hat leider nur philosophisches Kleingeld dabei und mäandert etwas um die regelbasierte Weltordnung gestern, heute und vorgestern herum.

Mit Ausflügen ins Absurde: «Ich sehe grosses Potenzial in einem Bündnis global aufgestellter Religionen.» Wunderbar, angeführt von Donald Trump, Benjamin Netanyahu und einem noch nicht liquidierten Religionsführer aus dem Iran wird diese Gemeinschaft dann Friede, Freude, Eierkuchen verbreiten.

Die Wirtschaft, oh je, versucht’s mit einer Titelstory über – Weleda. Ja, diese anthroposophisch angehauchte Hautpflegebude. Dann lebt Klaus Schwab offenbar immer noch, was schön für ihn ist. Benjamin Triebe erklärt anhand des Ölpreises langatmig, was ein ein Margin Call ist und wieso der gefährlich sein kann. Dafür schaut man sich besser den wohl genialsten Film über die Finanzbranche an: eben «Margin Call». Kevin Spacey wie immer grossartig, sogar Demi Moore liefert ab, und Jeremy Irons als Big Boss ist unerreicht. Von der Story ganz zu schweigen; endlich versteht hier auch der Laie, welcher Wahnsinn in den grossen Finanzhäusern regiert.

Nicht viele Tierfreunde macht sich dann die NZZaS mit der ausführlichen Darstellung, wie segensreich so ein Walkadaver am Meeresgrund sein kann, dank ihm entstehe «ein einzigartiges Ökosystem». Ob man dem Blatt vielleicht sagen sollte, dass dieser Timmy mit seiner Höhe von 1,6 m aus dem flachen Wasser ragt?

Und wenn sie schon dabei ist, sich Freundinnen zu machen:

«Frauenherrschaft gab es noch nie».

Wumms. Denn «für die Existenz eines Matriarchats gibt es bis heute null Belege». Hui, das kann Ärger geben.

Die Hochkultur widmet sich dann tatsächlich dem Biopic über Michael Jackson. Auch hier ist der Titel noch das Beste: «Weder schwarz noch weiss». Wer dann schon immer mal wissen wollte, was eine «Belieberin» ist (nein, nicht das, was einige männliche Schweine unter den Lesern jetzt denken), sollte unbedingt S. 52 lesen. Alle anderen: einfach überblättern.

Tja, und damit hat sich’s auch fast ausgeblättert. Und man ist geplättet, um diesen Kalauer nicht ungenutzt zu lassen.

Wenn das so weitergeht, wird der Sonntag noch zeitungsfrei.

 

 

 

Der Grenzgänger

Daniel Ryser hat mal wieder den Arbeitgeber gewechselt.

Der Mann ist flexibler als ein Gummibärchen. Von der WoZ wechselte er zur «Republik», beschimpfte dort in einer selten schlampig recherchierten Serie («Die Infokrieger») alle Kräfte des Bösen wie «Weltwoche» und Co. und insbesondere deren Chefredaktor Roger Köppel.

Dann gab’s bei der «Republik» einen kantigen Abgang. Die «Republik» setzte ihn in bewährter Manier in den Sand und musste ihm ein hübsches Sümmchen zahlen. Aber man hat’s ja.

Dann tauchte Ryser zur allgemeinen Überraschung an der Seite von Darth Vader auf und schrieb fleissig für die WeWo. Rings und lechts, was soll’s, man muss ja von was leben.

Und nun die nächste Häutung, Ryser hat beim «Infosperber» angeheuert. Redaktionsleiter Hannes Britschgis Alterswerk. Ob der Abschied von der WeWo friedlich oder nicht erfolgte, ist nicht bekannt.

Auf jeden Fall eine Gelegenheit für ZACKBUM, sich das Organ, von Urs P. Gasche gegründet, mal genauer anzuschauen. Redaktor René Zeyer war ein Weilchen beim gleichzeitig entstandenen «Journal21» unterwegs, bis er dort die tiefer gelegte Toleranzschwelle übertrat. Unvergesslich, als er sich das letzte Mal in eine Redaktions-Telco einwählte, sich höflich vorstellte, eisiges Schweigen, dann rappelte sich Heiner Hug auf: «Wir wollen hier aber über Dich sprechen, ohne Dich.» So hört sich gelebte Pluralität an.

Das war aufs falsche Pferd gesetzt. «Journal21» riecht immer mehr nach Altherrenschweiss plus leichte Inkontinenz. «Infosperber» hingegen mausert sich trotz bescheuertem Namen immer mehr zu einer lesenswerte Alternativquelle.

«Iran-Krieg: Die Uno und die EU sind die grossen Verlierer», eine Analyse, in der mehr Gehirnschmalz steckt als im ganzen Geseire von Tamedia und NZZ. Ryser richtet in einem grossen Artikel den Amok und Berufs-Provokateur Nicolas A. Rimoldi hin, der mal wieder vor Gericht stand und wegen eines alle Grenzen des guten Geschmacks überschreitenden Blöd-Spruchs verurteilt wurde.

Helmut Scheben geht kenntnisreich der Geschichte der Zensur nach, «Man muss die Verletzung des Völkerrechts klar benennen», sagt Professor Oliver Diggelmann von der Uni Zürich zum Angriffskrieg gegen den Iran. Christoph Schütz macht den Presserat darauf aufmerksam, dass er einmal mehr viel zu spät urteilt und dabei erst noch seine eigenen Richtlinien über Bord wirft.

Gut, es kommentiert auch Werner Vontobel, und eine Kampffeministin macht sich mit einer Brandrede gegen die Bezeichnung «minderjährige Frau» lächerlich. Aber das sind Kollateralschäden.

Dafür haben wir Rudolf Strahm, auch Gasche publiziert weiterhin fleissig und kampfeslustig. Dazu werden auch immer wieder Artikel von Lukas Hässig auf seinem «Inside Paradeplatz» übernommen.

Und neben seinem Stück über Rimoldi hat Ryser bereits wie meist fleissig in die Tasten gegriffen, «Störsender ohne Störung», ein interessanter Kommentar zur SRG-Initiative, bei dem man nicht weiss, ob der Mann nun dafür oder dagegen ist oder nur seine eigene journalistische Zickzacklinie aufarbeiten möchte. Plus natürlich Trump-Bashing, was in der WeWo nicht so genehm war.

Also alles in allem Buntes und Munteres. Stiftungs- und spendenfinanziert, mit dem Slogan: «Infosperber sieht, was andere übersehen».

Manchmal entstehen auch hier Artikel am Schreibtisch, die vor Ideologie triefen und die Wirklichkeit als störendes Element betrachten. So behauptet eine Martina Frei über Kuba: «Kranke und Verunfallte können nicht mehr versorgt werden, weil es an allem fehlt. Schuld ist die Sanktionspolitik der USA.» Erstens waren und sind die USA der drittgrösste Aussenhandelspartner Kubas, was sich schlecht als Sanktionspolitik verkaufen lässt. Zweitens: Schon seit Langem sind Lebensmittel und medizinische Artikel von allen Restriktionen ausgenommen. Nur hat Kuba nicht das Geld, um alles Nötige zu kaufen. Drittens gibt es nun tatsächlich zum ersten Mal ein vollständiges Ölembargo, was natürlich völkerrechtswidrig ist. Und viertens ist die Autoblockade durch ein völlig verfehltes Wirtschaftssystem die Hauptursache für die Malaise. Eine karibisch-fruchtbare Insel, die über 90 Prozent der Lebensmittel importieren muss, das ist ein hausgemachtes Desaster.

Aber man kann halt nicht alles über alles wissen, auch nicht beim «Infosperber». Der dennoch eine interessante Nahrungsergänzung ist.

Die Faschismus-Unke

Einer muss es ja machen, meint Daniel Binswanger.

Die schreibende Schmachtlocke wandelt auf den Spuren von Constantin Seibt, dem ehemaligen Starschreiber der «Republik». Der hat sich im ganzen vergangenen Jahr haarscharf zwölfmal gemeldet. Zwar in gewohnter Länge (ungern unter 35’000 A), aber doch etwas abgespacet: «Der dritte Besuch aus dem Weltall: Ist es ein Koment? Oder sind es Ausserirdische», lautet sein letztes Werk vom November 2025.

Idyllische Zustände für Schreiber, wenig Gegenwert für Abonnenten, Pardon, Verleger.

Doch zurück zur Unke Binswanger. Die warnt: «Der Faschismus ist auf dem Vormarsch. Doch es gibt Gegenkräfte.» Aber da gibt es eine Kraft des Bösen, die Binswanger aus der wohlgeheizten Redaktionsstube ankläfft:

«Trump betreibt Politik auf die einzige Weise, die er versteht: als zynisches Spiel der Aufmerksamkeitsökonomie. Ohne Prinzipien, ohne ethische oder rechtliche Tabus. Und wenn er glaubt, damit durchzukommen, mit horrender Brutalität.»

Nachdem er es dem kräftig gegeben hat (Trump soll echt erschüttert gewesen sein, als er das las), wendet sich Weltstratege Binswanger Europa zu, denn auch diese Staaten bedürfen seines Ratschlags: «Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen.» Meine Güte, dass da noch niemand drauf gekommen ist.

Aber auch hier muss gewarnt und geunkt werden: «Zum anderen werden aber auch in Europa die Kräfte des Rechtsradikalismus immer virulenter.» Fremdwörter sind Glücksache, oder sagten wir das schon.

Man muss bei dieser Gemengelage den Überblick behalten und es auf eine Banalität unterbrechen: «Womit wir es heute zu tun haben, in Europa, in den USA und natürlich auch in Russland, das ist Faschismus.»

Neben dem Faschismus allerorten gibt es noch einen zweiten Gefahrenherd, vor dem dringend gewarnt werden muss: «Die Unterminierung der amerikanischen Demokratie beschleunigt sich. Der Epstein-Skandal ist ein schreckliches Symptom dieser Entwicklung.»

Hier hebt die Schmachlocke, Pardon, Schmachtlocke mit dem ausgeleierten Gag an, einen zu zitieren: «Es ist quasi normal geworden, dass sich die Vereinigten Staaten unter Trump im «permanenten Ausnahmezustand» befinden, um den Begriff zu verwenden, mit dem der Philosoph Giorgio Agamben das Machtsystem des Dritten Reichs beschrieb

Das ist bestechende Logik. Einer verwendet einen Begriff für den Hitlerfaschismus, den wendet Binswanger auf die USA an, also herrscht dort auch Faschismus. Q.e.d., wie der Lateiner sagen würde. Und anschliessend prustend loslachen.

Es ist bei Binswanger «quasi» normal geworden, ständig auf den Zehenspitzen zu stehen und lauthals zu krähen und zu warnen, um ZACKBUM zu zitieren.

«Die Epstein-Klasse» überschreibt Binswanger diese Kolumne von ermüdenden 15’000 A. Zunächst mäandert er sich um Trump herum, dann macht er einen Ausflug in die Medienlandschaft:

«Denn in Zeiten des Autoritarismus ist es für Plutokraten nicht mehr prioritär, den unabhängigen Journalismus zu fördern, sondern ihn auf Regierungslinie zu zwingen oder klein und unbedeutend zu machen. Die «Washington Post» ist ein tragisches Lehrstück dafür, wie gefährlich es ist, wenn Medien von Plutokraten kontrolliert werden.»

Was er wohl zum Vorwurf sagen würde, dass es die «Republik» ohne die tiefen Taschen von zwei Millionenerben nicht mehr geben würde? Und ob das dann auch Plutokraten sind?

Nach gefühlt 100’000 A kommt er dann endlich auf sein Titelobjekt zu sprechen: «Die Epstein-Affäre ist ein horrender Höhepunkt struktureller misogyner Gewalt.» Solche Aussagen sind ein Höhepunkt des Rezyklierens von längst Gesagtem und Bekanntem. Auch das nächste Urteil ist nicht gerade neu: «Wenn Epstein eines ist, dann der Beleg für den jämmerlichen Zynismus von Repräsentanten der globalen Machtelite

Da wird sich Noam Chomsky, der sicherlich im Geistesolymp von Binswanger einen besonderen Platz einnimmt, aber freuen, dass er auch ein jämmerlicher Zyniker sei.

Aber auch hier muss Binswanger wohl oder übel mal zum Schluss kommen, so Leid ihm das tut (und wie sehr auch der Leser vorher leiden musste). Da hat er, Überraschung, noch einen Ratschlag zur Hand, den sich die USA hinter die Ohren schreiben sollten: «Wie werden die USA aus dem Epstein-Skandal herauskommen? Nichts könnte dringlicher sein als eine echte, tabulose Aufarbeitung. Es sieht bisher nicht danach aus, dass sie stattfinden wird. Auch das ist eine Bedrohung für die amerikanische Demokratie.»

Wie wäre es mal, nur so als Frage, mit einer echten, tabulosen Aufarbeitung der «Republik»-Skandale? Die ganzen Falschbeschuldigungen von Globe Garden aufwärts und abwärts? Das Wegmobben des Gründers und ersten Chefredaktors Christof Moser? Das Wegmobben seines Nachfolgers? Das Rausschmeissen eines Starreporters, ohne dem Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, was die «Republik» ein hübsches Sümmchen kostete?  Das wären doch mal naheliegende Themen, die Co-Chefredaktor Binswanger energisch angehen könnte.

Anschliessend kann er sich immer noch um die Rettung der Welt kümmern.

 

Alles Zoll oder was?

Das teuflische Gift der Handlungsunsicherheit.

Trump-Hasser triumphieren. «Trumps Zollhammer trifft ihn selber», kommentiert Charlotte Walser in der «Süddeutschen» und im Kopfblattsalat Tamedia, weitgehend unbeleckt von Kenntnissen. Das gilt auch für andere: «Linke fordern sofortigen Stopp der Verhandlungen mit Donald Trump».

«Trumps Niederlage ist ein Erfolg für die Welt», nimmt ein Simon Book im «Spiegel» die ganze grossen Worte aus dem Schrank. Selbst die NZZ kann sich ein abtemperiertes Trump-, Pardon, Triumphgeheul nicht verklemmen: «Das wichtigste Signal des Zollurteils: Amerikas totgesagte Demokratie lebt – auch unter Donald Trump». Wieso man das aus einer Entscheidung der Judikative schlussfolgern kann, das verrät das Blatt der tiefen Denke allerdings nicht.

Ein Winand von Petersdorff-Campen ernennt in der FAZ die Entscheidung gar zum «Tag der Befreiung». Die «Frankfurter Rundschau» hopst von einem Bein aufs andere: «Grösste Pleite der Amtszeit». Der «Blick» hingegen denkt schon einen Schritt weiter: «Diese Optionen bleiben Trump, um weitere Zölle zu erheben». Da packt der «Redaktor News» Gabriel Knupfer die grosse Wissenskanone aus. Was eine kurze Konsultation von ChatGPT nicht alles ans Tageslicht fördert …

Und «20Minuten» schliesslich greift auf Bewährtes zurück: «US-Wahlkampfexperte: «Zoll-Urteil ist Trumps schwerste Niederlage in zweiter Amtszeit»». Wofür es nicht alles Experten gibt. Der hier hat eine besonders weitreichend zurückliegende Expertise: «Politberater Guido Weber hat viele Abstimmungskampagnen in der Schweiz mitgeprägt. Er kennt aber auch die USA und den Washingtoner Politbetrieb, seit er für das Wahlkampfteam des Demokraten Gary Hart arbeitete, dem demokratischen Hoffnungsträger für die US-Wahl 1988.» Und lebt …

Die «Weltwoche» hingegen, die ansonsten Trump für die grösste Gabe an die Menschheit seit Elon Musk und der Erfindung des Rades hält, muss sich erst sortieren und beschränkt sich ungewohnt zurückhaltend auf die Vermeidung des Faktischen.

Nur bis zum Blatt der korrekten Denkungsart und der Rettung der Demokratie hat es sich noch nicht durchgesprochen. Die «Republik» erfreut ihre Leser stattdessen mit lustigen Tiergeschichten: «Warum Kakadus Abfall klauen und Fische vergnügt in giftigen Gewässern planschen – eine Exkursion ins Reich der klugen Tiere».

Könnte man doch nur eine Exkursion ins Reich der klugen Journalisten machen. Nun, die «Financial Times» hat gleich eine ganze Salve von Artikeln über «Trumps tariffs» abgefeuert. Darin die wirklich wichtigen Aspekte, die im Triumphgeheul hierzulande weitgehend untergehen.

Da das Urteil absehbar war – denn Trump mag ein Amok sein, völlig verblödet ist er nicht – hat er schnell neue Zölle aus der Tasche gezogen, basierend auf den zahlreichen in der langen Geschichte der US-Legislative verborgenen gesetzlichen Bestimmungen.

Die nicht ganz unwichtige Frage, ob dieses Urteil nun bedeutet, dass die zu Unrecht erhobenen Zölle im Multimilliardenbereich zurückgezahlt werden müssen, beantworten die obersten Bundesrichter in ihrer grossen Weisheit hingegen nicht. Oder vielleicht sehen sie das realistisch-pragmatisch. Kommt doch und versucht, es aus uns rauszuleiern, würden die USA sagen, und viel Spass dabei.

Auf jeden Fall jubilieren können Anwälte, Berater und Experten. Die werden Jahre damit beschäftigt sein, dieses Schlamassel einigermassen aufzuräumen.

Zwei wichtige Aspekte dieses Desasters werden aber viel zu wenig beleuchtet. Der erste: Trump scheint diese Entscheidung zu akzeptieren. Was nicht selbstverständlich ist. Denn welche Mittel hätte der oberste US-Gerichtshof gehabt, sein Urteil durchzusetzen, wenn Trump gesagt hätte: wisst ihr was, steckt es euch sonstwohin?

Der wichtigste: damit setzt sich fort, was reines Gift für gesundes Wirtschaften ist. Handlungsunsicherheit. Wer investiert, wer unternehmerische Entscheidungen zu treffen hat, braucht bei aller Unwägbarkeit der Zukunft wenigstens ein paar Entscheidungsgrundlagen. Zum Beispiel die, dass gesetzgeberische und andere Rahmenbedingungen während der Payback-Zeit stabil bleiben.

Wer ein Produkt herstellt und exportiert, kann schlecht voraussehen, dass er plötzlich mit 39 Prozent Zöllen belegt wird. Oder doch nicht. Oder nur 15. Oder vielleicht 30. Oder 100. Ab heute. Oder morgen. Oder rückwirkend. Das ist die reine Hölle, Chaos, Unübersichtlichkeit. Ganz abgesehen von den zusätzlichen Kosten, die durch die Beschäftigung von Beratern entstehen, die versuchen müssen, in diesen Amokläufen des US-Präsidenten den Überblick zu bewahren.

Da aber die meisten Journalisten von Wirtschaft nur verstehen, dass man dort ein Feierabendbier (oder zwei oder drei) runterkippen kann und ansonsten ein Naturgesetz garantiert, dass spätestens am 25. der Zapfen auf dem Konto ist, lassen sie diese Aspekte beiseite.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz». 

Wenn die «Republik» die Welt nicht versteht

Das reine Eingeständnis wäre wunderbar. Aber …

«Republik»-Gewächs Dennis Bühler ist selbst ein begnadeter Verschwörungstheoretiker. So verstieg er sich (mit anderen) beim Skandal um die Zürcher Herzklinik zu einer Philippika gegen den Whistleblower, der die tödlichen Implantate zuerst intern, dann öffentlich anprangerte.

ZACKBUM schrieb damals, «das Schmierenblatt hatte eine ganze Trilogie auf die «Zürcher Herzkrise» gegossen; insgesamt über 134’000 A Halbgares und Halbwahres und Angefüttertes. Dafür wurde die «Republik» dann unter anderem vom Presserat gerügt und musste knirschend eine Gegendarstellung des «Tages-Anzeigers» abdrucken – eine der Keimzellen einer späteren Racheserie gegen Tamedia.» Es «recherchierten» Philipp Albrecht, Dennis Bühler und Brigitte Hürlimann.

Daher fühlt sich Bühler offenbar dem Urheber der Bargeld-Initiative Richard Koller und seinen Mitstreitern irgendwie seelenverwandt.

Aber sozusagen als spiegelbildliches Gegenteil, denn: «Mit ihrer Initiative unterstellen sie, es gebe geheime Bestrebungen, Münzen und Noten abzuschaffen. Obwohl es dafür keinen Beleg gibt, und obwohl der Bundesrat sowie hohe Vertreterinnen der Nationalbank das Gegenteil beteuern. Es ist nicht die erste Initiative, mit der diese Kreise Zweifel und Zwietracht säen, und es wird nicht die letzte sein.»

Auf für die «Republik» völlig unüblichen schlappen 5666 A macht Bühler hinter dem Initiativkomitee ein Sammelsurium von finsteren und fragwürdigen Gestalten aus:

«Zweitunterzeichner der Bargeldinitiative ist Christian Oesch, Gründer des Vereins WIR, Klimawandel-Leugner und Anhänger zahlreicher Verschwörungstheorien – ein Mann, der in unzähligen Berichten von «Globalisten», «Plandemie» und «Great Reset» schwadroniert und der dem rechtspopulistischen österreichischen TV-Sender Auf1 nach eigenen Angaben als Schweizkorrespondent dient.»

Es ist wahrlich ein Gerümpelturnier schlimmer Finger, Vordenker des «Alpenparlaments», dazu Felix Hepfer, «dem enge Verbindungen zum Sektenprediger Ivo Sasek nachgesagt werden». Nachgesagt wird das in einem obskuren Beitrag aus dem Jahr 2020 auf einer Webseite namens «Forum Faktencheck Elektrosmog».

Im Schweizer Parlament habe die Bargeldinitiative im Ständerat nur die Unterstützung von Pirmin Schwander und im Nationalrat von «15 SVP-Männern» gefunden, darunter «der wegen Rassendiskrimnierung verurteilte Jean-Luc Addor, «Gaga-Rechtsextremist» Andreas Glarner und Erich Hess, der selbst vor stark rassistischer Sprache nicht zurückschreckt». Wie tut er das? Hess verteidigt die Verwendung der Begriffe «Zigeuner» und «Neger» in einem entsprechenden Kontext, was Bühler nicht davor zurückschrecken lässt, das als angeblich stark rassistische Sprache zu denunzieren.

Also ein Schreckenskabinett von Verpeilten, Verurteilten, Sonderlingen, Verschwörungstheoretikern mit Verbindungen zu Sektenpredigern «im Milieu rechter Esoteriker». Aber, das macht Verschwörungstheoretiker Bühler fassungslos: die Initiative sende zwar «ein politisch fragwürdiges Signal aus», aber «mehr als 60 Prozent der Stimmbürgerinnen wollen ihr zustimmen». Man kann davon ausgehen, dass das auch bei Stimmbürgern und everybody beyond so ist. «Fragt sich bloss, warum», jammert Bühler verzweifelt.

Denn: «Mit ihrer Initiative unterstellen sie, es gebe geheime Bestrebungen, Münzen und Noten abzuschaffen. Obwohl es dafür keinen Beleg gibt.»

Es sind wohl für Bühler reine Verschwörungstheorien, dass Bargeldverwendung immer strengeren Grenzen unterliegt. Als Begründung gilt der Kampf gegen Geldwäsche. So ist in der Schweiz zwar die Verwendung von Bargeld theoretisch unbegrenzt möglich, bei Zahlungen von über 10’000 Franken gilt aber faktisch eine Melde- und Begründungspflicht. Das ist auch in der EU so, wobei in Frankreich und Spanien sogar eine Obergrenze von 1000 € gilt.

Zudem ist die Einführung eines ergänzenden digitalen Euros geplant.

Bargeld hat gegenüber jeder anderen Form der Bezahlung einen unschlagbaren Vorteil: die Herkunft einer Banknote ist unbekannt, wer damit zahlt, bleibt anonym, der Empfänger weiss ebenfalls nichts Genaues. Das ist bei elektronischen, geschweige denn digitalen Finanztransaktionen anders.

In jedem Währungsraum hat der Staat via Portemonnaie und Geld die direkteste Zugriffsmöglichkeit auf seine Bürger. Er kann ihnen das Geld weginflationieren, er kann sie enteignen, ihre Transaktionen kontrollieren, Bankkonten sperren, Auffälligkeiten registrieren, bestimmte Zahlungen verbieten oder sanktionieren. Die Kontrolle über elektronischen Zahlungsverkehr ist total. Die finanzielle Unterstützung von Oppositionsbewegungen in Unrechtsstaaten ist nur über Bargeld oder alternative Zahlungsmethoden wie in Bitcoin möglich.

Das hat nichts mit Schwurbeln oder verschwörungstheoretischer Abneigung gegen den Staat zu tun. Sondern ist eine legitime Verteidigung des Freiraums des Bürgers, was glücklicherweise von der Mehrheit der Bevölkerung so gesehen wird. Für eine Minderheit, zu der Bühler gehört, ist das aber Anlass für wilde Verschwörungstheorien.

Was für ein Witz, aber ein schlechter: was er den Initianden vorwirft, trifft auf ihn selber zu. Wie sagte F.W. Bernstein so unsterblich richtig:

«Die schärfsten Kritiker der Elche
waren früher selber welche.»

 

Das Elend des Geknödelten

Daniel Binswanger lesen macht nicht schlauer. Ist aber erkenntnisreich.

Man kann den desolaten Zustand des linksintellektuellen Diskurses an vielen Beispielen exemplifizieren. Oder einfach eine einzige Kolumne der schreibenden Schmachtlocke lesen.

Dabei entsteht zwar das Gefühl, in ein nasses Handtuch zu beissen und Kreide auf einer Wandtafel quietschen zu hören. Aber da muss man durch.

Folgt also ZACKBUM in die Vorhölle des Präpotenten, Hochstaplerischen, wo jemand meint, niveauvoll zu denken. Aber an sich selbst jämmerlich scheitert.

In seinen 13110 A über das angebliche «Ende einer Illusion» behauptet Binswanger: «Die alte Wertordnung zerfällt. Wir müssen eine neue schaffen.» Diese Erkenntnis ist ungefähr so umwerfend originell wie die Feststellung, dass bei Föhn der Schnee schmilzt. Und die Forderung, damit überfordert er sich gleich selbst.

Was tut dieser kleine Vorspiegler luzider Intellektualität? Banal, so zitiert er fleissig und macht name dropping: «wie die Autorin Anne Applebaum zu recht bemerkt … schäumt Trumps Vize-Stabchef Stephen Miller … deklariert Markus Somm … wie es der französische Geostrategie-Experte Olivier Schmitt darlegte … der Afghanistan-Experte Emran Feroz hat dargelegt … der Republik- Autor Daniel Strassberg hat dargelegt … in einem Strategiepapier, dass der finnische Präsident Alexander Stubb publizierte …»

Dann will er eine gewisse Bildungsnähe vorspiegeln, indem er den inzwischen zu Tode zitierten Orwell mit «1984» bemüht. Frivol-komisch ist hingegen, zu behaupten, man solle sich «auf «Die gefährlichen Liebschaften» von Choderlos de Laclos besinnen». Tollkühne Interpretation dieses Werks von 1782 (!):

«Diese Romanerzählung über sexuelle Intrigen in einer Welt der Kälte, der Verachtung und des Egoismus kulminiert in einer Szene, in der das Hauptopfer des zynischen Verführers Valmont diesen anfleht, doch bitte zu lügen: Eine Weltordnung der frommen Lügen ist tragfähiger als die ungefilterte Aggression.»

Kurze Lachpause, dann zum nächsten Element seiner Schaustellerei: gewählte Fremdwörter einstreuen. «Es ist die Welt, die ideologisierte Zeloten im Kielwasser des US-Präsidenten mit ekstatischer Begeisterung bejubeln.» Fremdwörter sind halt Glücksache.

«Sekundäre Relevanz», die Nato werde «eine Mutation von bitterer Ironie durchmachen» (hä?), «das Völkerrecht war zu Teilen immer eine kontrafaktische Unterstellung» (hä?), «das Völkerrecht wurde nicht immer gewahrt – seine Legitimität aber affirmiert» (hä?). Und niemals fehlen, so wie «unfassbar» bei Crans-Montana, dürfen natürlich der «Paradigmenwechsel» und die «Äquidistanz».

Geschäumtes, um die eigene Gesinnungsblase zu stimulieren, darf natürlich auch nicht fehlen, und wer böte sich da mehr an als Gottseibeiuns Trump: «Der Fluchtpunkt seiner Mobster-Instinkte … feuchte Träume der Brutalisierung … Einerseits ist er ein maligner Narzisst, der schamloser, zwanghafter und häufiger lügt als jeder andere US-Präsident … Andererseits liegt Trumps wahrhaft destruktive Macht aber genau darin, dass er es nicht mehr für notwendig erachtet, zu lügen.» Ja was denn nun?

Leider bleibt Binswanger, aber auch er kann nicht an zwei Dinge gleichzeitig denken, die Antwort auf seine einleitende Behauptung schuldig, «wir» müssten eine neue Weltordnung schaffen: nämlich wie das, und wer ist «wir»?

Diesen Erguss auf inhaltlichen Mehrwert, auf gedanklich Neues abzuklopfen, das ist ungefähr so sinnvoll, wie die Belastbarkeit von Eierschnee zu prüfen, die Stabilität eines Wackelpuddings.

Am Schluss lässt er noch die Seifenblase platzen, beim finnischen Präsidenten handle es sich um einen tiefen Denker. Den zitiert Binswanger so:

«Die neue Ordnung wird geschaffen werden von Entscheidungen, die die Verantwortlichen sowohl in grossen wie in kleinen Staaten fällen, ob es sich nun um demokratische, autokratische oder dazwischen zu situierende Regierungen handelt.»

Das ist von einer geradezu erschütternden Trivialität und Banalität. Wobei die Verantwortlichen in grossen oder vielmehr mächtigen Staaten wohl ein Mü mehr diese Ordnung schaffen als Kleinstaaten wie Cabo Verde, Nauru oder Tuvalu.

Woran merkt man nun, wenn Binswanger seine Ausführungen auf Höhe Meeresspiegel zu Ende geführt hat? Ganz einfach.

Es folgen keine Buchstaben mehr, und es stellt sich Erleichterung ein.

Ist also diese Lektüre Zeitverschwendung und Quälerei? Nein, es ist lehrreich, entlarvend und kann als archetypisches Geschwurbel, als abschreckendes Beispiel beliebig oft gelesen werden. Gut, einmal reicht.

 

Nordkorea bei der «Republik»

Fehlt nur der Haarschnitt von Kim Jong-un.

Während der ehemalige Star- und heutige Vielschreiber Constantin Seibt die unendlichen Weiten des Weltalls durchpflügt, fanden in der Genossenschaft «Republik» Wahlen und Abstimmungen statt.

Mit der ewig gleichen launigen Anrede «Sehr geehrte Frau Verlegerin, Sehr geehrter Herr Verleger and everybody beyond!» gibt das Organ der korrekten Lebens- und Denkart die Resultate bekannt.

Mit Selbstironie hat es die «Republik» nicht so, dafür ist die Lage zu ernst. Sonst wäre ihr aufgefallen, dass diese Meldung brüllend komisch ist.

Zunächst lag die Wahlbeteiligung bei lachhaften 3471 «Mitgliedern». Das wären 13,35 Prozent von «aktuell rund 26’000 Mitgliedern», wie der NL vermeldet.

Etwas anderer Meinung ist das Cockpit des Organs der absoluten Zahlensicherheit:

Davon wären es noch 11,9 Prozent. Aber ist ja eigentlich wurst, oder nicht?

Das wäre in Nordkorea nie passiert, dort arbeitet man daran, dass die Wahlbeteiligung endlich mal bei über 100 Prozent liegt.

Näher an Nordkorea sind allerdings die Abstimmungsergebnisse.

  • «Der Geschäfts­bericht inklusive Konzern­rechnung wurde mit 3194 zu 7 Stimmen angenommen.

  • Die Jahres­rechnung von Project R wurde mit 3139 zu 9 Stimmen genehmigt.

  • Der Vorstand wurde mit 3160 zu 11 Stimmen entlastet.

  • Die neue Revisions­stelle wurde mit 2926 zu 39 Stimmen bestätigt.

  • Die aktuelle Höhe der Mitglieder­beiträge wurde mit 3220 zu 18 Stimmen bestätigt.»

Alleine die Revisionsstelle müsste sich fragen, wieso sie denn so viele Gegenstimmen erhalten hat. Vielleicht, weil sie sich unbeliebt macht, indem sie immer wieder verklausuliert darauf hinweist, dass die «Republik» eigentlich die Bücher deponieren müsste, so überschuldet wie sie ist.

Allerdings haben zwei reiche Erben mit tiefen Taschen Rangrücktritt bei ihren Darlehen erklärt – oder mit anderen Worten klargemacht, dass sie davon ausgehen, dass das Geld sowieso futsch ist.

Etwas gewagt erscheint allerdings dieses PS, wie immer in einer ellenlangen Reihe von Nachschriften:

«Einen Stressfaktor können wir Ihnen jetzt schon abnehmen: Die Suche nach dem richtigen Geschenk. Ein «Republik»-Abo können Sie guten und schlechten Bekannten gleich herzlich überreichen. Es verstaubt nicht und verursacht keinen Müll. Und Sie unter­stützen unabhängigen Journalismus.»

Dass das Abo nicht verstaube, ist eine kühne Behauptung. Da so viele «Verleger» sich zwar aus Solidarität eins leisten, aber niemals in die ermüdend langen Sprachdurchfälle eintauchen, die hier Artikel genannt werden. Vielleicht verursacht es keinen Müll, enthält aber solchen in Überfülle.

Und unabhängiger Journalismus? Unabhängig von Qualitätsstandards, Ausgewogenheit, Lesbarkeit und origineller Information.

ZACKBUM möchte ein letztes Mal auf die naheliegenden Lösung für diese Misere, diese Agonie hinweisen. Denn es gibt ja ein zweites Organ, das unter ähnlichen Problemen leidet. So wie sich der Blinde und der Lahme gegenseitig helfen können, könnte doch eine Fusion zwischen «Republik» und «Nebelspalter» die Lösung für zwei dahinsiechende Organe sein.

Die schreibende Schmachtlocke und der Fehlanalytiker vom Dienst könnten sich, unter Beizug einer Quotenfrau, die Führung teilen. Somm hat etwas mehr Erfahrung im Rausschmeissen, dafür befleissigt sich Binswanger mehr eines staatstragenden Orgeltons.

Kleine ideologische Differenzen, nun ja, da würden dann die rund 50 «Republik»-Nasen den paar «Nebelspalter»-Nasen kräftig Saures geben.

Natürlich bräuchte es auch einen neuen Namen, der diese Fusion widerspiegelt. Da drängen sich «Republikspalter» oder «Nebelrepublik» auf.

Das Sahnehäubchen: ZACKBUM verlangt keinen roten Rappen für diese durchdachte Lösungsstrategie.

Wumms: Constantin Seibt

Endlich. Er kümmert sich ums ganz Grosseganze.

Mit 36’500 A sprengt der «Republik»-Schreiber keinesfalls seine Schreibgrenzen. Mit einer solchen Strecke schreibt er sich normalerweise erst warm, während der Leser ermattet die weisse Flagge hisst.

Der Faschismus und die Faschisten in den USA gehören zu seinen Lieblingsthemen auf Erden. Aber nun hat er etwas noch Grösseres entdeckt: das Weltall. Das unendliche.

Dabei macht er brandneue und verblüffende Erkenntnisse:

«Der leere Raum ist eines der grössten Rätsel im Universum, als wäre die sichtbare Materie – die weniger als 5 Prozent der Substanz ausmacht – nicht schon rätselhaft genug.»

Übersetzt auf irdische Dimensionen: der leere Raum in seinen Schriftwerken ist auch ein Rätsel, als wäre der Inhalt, der nie mehr als 5 Prozent der Substanz ausmacht, nicht schon rätselhaft genug.

Aber jetzt, rückt beiseite, ihr Fans der Area 51, hier kommt der jüngste Alien-Forscher:

Sind sie unter uns, waren sie schon längst da, kommen sie erst? Sicher ist nur: «Zugegeben: Wir sehen erst seit 300’000 Jahren hinauf zum Himmel. Und erst seit 400 Jahren durch Teleskope. Doch das hätte genügen sollen, um irgendwo Zeichen von Zivilisation zu entdecken. Doch bisher … Schweigen.»

Aber Schweigen, das kann Seibt nicht vom Schreiben abhalten. Denn es gibt neue Erkenntnisse und einen Schuldigen, dass wir ihnen nicht nachgehen: «Die konkreteste Spur von ausserirdischem Leben entdeckte man diesen September: Der Mars-Roboter Perseverance fand in einem Stein Sprenkel aus Eisenphosphat, die verdächtig dem Werk von vor Milliarden Jahren tätigen Mikroben glichen.»

Wahnsinn, aber:

«Die Regierung Trump strich die Mittel der Nasa radikal zusammen – so wie das Budget für so gut wie alle Forschungsprogramme. Auf die Missionen der Nasa wirkt das wie ein Kometeneinschlag. Zahlreiche Spezialisten sind bereits gefeuert – und mit ihnen geht ihr Wissen. Ihre Projekte sind nicht einfach verschoben, sondern tot. Was bedeutet: Wahrscheinlich ändert sich in naher Zukunft nichts daran, dass unklar bleibt, ob wir allein im Universum sind.»

Unglaublich, was diese menschliche Abrissbirne alles kaputtmacht.

Aber damit sind ja noch nicht Zehntausende von Buchstaben in den leeren Raum gepustet. Also wird’s delirisch, oder was Seibt vielleicht für lyrisch hält: «Es braucht wenig Fantasie, sich den Abscheu raumfahrender Bäume vorzustellen, sollten sie das erste vegetarische Restaurant entdecken.»

Ähm, doch, ZACKBUM verfügt nicht über diese Fantasie. Unsere reicht höchstens für Schweine im Weltall.

Wobei der Ausserirdische letztlich auch nicht anders ist als Trump, nur mit edleren Motiven: «Gut möglich, dass gerade gutartige Ausserirdische uns ein Ende machen. Aus Ekel. Aus Gerechtigkeitsgefühl. Oder aus Mitleid

Das fehlt Seibt hingegen völlig seinen Lesern gegenüber: «Aber wenn Sie schon bis hierher gekommen sind, spricht nichts dagegen, noch ein paar weitere Minuten Ihrer Zeit zu verschwenden.»

Doch, muss man dem entgegenhalten: alles spricht dagegen. In erster Linie der galaktische Sprachdurchfall, den Seibt bis hierher servierte. Man kann ihm nur dringend Douglas Adams als Vorbild empfehlen. Der brauchte nicht 36’500 A, um die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und allem zu geben.

Die habe der grösste existierende Computer in 7,5 Millionen Jahren errechnet.Sie lautet «42».