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Hacker-KI attackiert IP

Finanzmedium war mehrfach nicht erreichbar.

Von Manuel Badzong*

Dahinter steckt kein defekter Server, sondern Angriffsserie, die wohl mit KI gesteuert wurde.

Wer in den vergangenen Tagen auf Inside Paradeplatz (IP) klickte und eine Fehlermeldung erntete, hat nichts falsch gemacht. Die Seite war komplett down.

Zum ersten Mal am 5. August, kurz vor acht Uhr morgens. Am 9. August erwischte es uns gleich viermal, verteilt über den ganzen Tag.

Am 10. August war eine volle Stunde nichts zu holen, von 08.58 bis 10.00 Uhr. Und heute, am 11. August, noch einmal von 09.13 bis 10.19 Uhr, wobei in 34 dieser 66 Minuten wirklich gar nichts mehr ging.

Wir bitten das zu entschuldigen. Gerne erzählen wir, was passiert ist.

Um zu verstehen, was uns getroffen hat, haben wir sämtliche Protokolle der letzten zwei Wochen durchgeforstet. Das sind 91,7 Millionen einzelne Zugriffe, Zeile für Zeile.

Von Hand liest das kein Mensch, auch nicht mit sehr viel Kaffee. Diese Arbeit macht bei IP ein KI-Agent, und der braucht dafür einen Morgen statt drei Monate.

Angefangen hat alles am 30. Juli. Ein paar Server tasteten die Seite ab: Welche Bausteine laufen hier, in welcher Version, und wo ist die dünnste Stelle?

Zwei Tage später, am 1. August, ging es richtig los. Es folgten fünf Angriffswellen, und jede zielte auf eine andere Ebene unserer Technik. Wir schlossen eine Lücke, die Gegenseite kam zurück und zielte eine Etage tiefer.

Anfangs hielten die langjährig von Hand aufgebauten Abwehrmassnahmen relativ gut stand. Die Geschwindigkeit der Angriffsmodulation war aber zu hoch.

Darum setzten wir auch auf unserer Seite für Analyse, Schwachstellensuche und Abwehr KI ein und konnten so innert kürzester Zeit auf jede neue Variante des Angriffs reagieren.

Besonders war bei den Angriffen das Tempo. Unsere wirksamste Gegenmassnahme ging am 5. August um 8.42 Uhr scharf.

Um drei Uhr in der Nacht darauf stand bereits der nächste Angriff, mit exakt dem Werkzeug, das wir achtzehn Stunden zuvor entschärft hatten, plus einer frisch umgebauten Variante gleich hinterher.

So schnell ist kein Mensch. Auch kein Team, das sich abwechselt.

Das passt zu einer Entwicklung, die in der Branche gerade alle Alarmglocken läuten lässt. CrowdStrike zählte für 2025 ein Plus von 89 Prozent bei Angreifern, die nachweislich KI einsetzen.

Am 10. Mai 2026 wurde der erste vollständig selbständig durchgeführte Angriff dokumentiert, von der Erkundung bis zur eingebauten Hintertür. Gesamtdauer: unter acht Minuten.

Solche Werkzeuge gibt es heute ab Stange, und sie lernen aus jedem Fehlschlag.

Dazu kommt der Preis. Ganz vorne standen 25 gemietete Server, dahinter eine Armee aus 18’603 privaten Internetanschlüssen in Grossbritannien, Deutschland und der Schweiz.

Ganz normale Wohnzimmer also, deren Besitzer keine Ahnung haben, dass ihr Router nebenbei eine Zürcher Newsplattform attackiert.

Die gesamte Kampagne, elf Tage und fünf Wellen, dürfte die Angreifer zwischen 100 und 400 Franken gekostet haben. Für den Preis eines anständigen Zürcher Abendessens zu zweit.

So billig bekommt man heute ein Botnetz, eine KI und elf Tage Schnellfeuer. Das betrifft nicht nur IP, sondern jede Bank und jedes KMU mit einer eigenen Website.

Die gute Nachricht ist trotzdem substanziell. Es ist nichts passiert: Kein fremder Zugriff auf ein Redaktionskonto, keine verlorenen Daten, keine manipulierten Artikel, keine gefälschten Kommentare.

Am schönsten war die Nacht auf den 6. August. Da wiederholte die Gegenseite ihren grössten Angriff mit denselben Mitteln, über eine Million Anfragen in zwölf Minuten, und die Abwehr schluckte sie komplett.

Auch am 11. August wurden 99 Prozent der Anmeldeversuche abgewiesen, bevor sie überhaupt irgendwo ankamen. Trotzdem brach die IP-Infrastruktur unter der enormen Last zusammen.

Der Angriff endete nicht, weil unsere Abwehrmassnahmen funktioniert hatte, sondern weil die Gegenseite von selbst aufhörte.

Wir stehen noch. Auf die nächste Welle sind wir gut vorbereitet.

Morgen früh sehen wir vermutlich bereits, ob unsere Massnahmen der nächsten Welle standhalten können. Falls nicht, hat unsere KI bereits die nächste Eskalationsstufe vorbereitet. Für die Ausfälle bitten wir um Verständnis.

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*Der Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz». Mit freundlicher Genehmigung.

Lauter Lämpels

Tamedia ist voll von Oberlehrern. Angeführt von einer Plappertante.

Ehre, wem keine gebührt, oder zumindest Ladies first: Jessica Peppel-Schulz (oder ihr Avatar oder eine Sprechpuppe) hat dem österreichischen «Standard» ein Interview gegeben. Zwei Jahre Sabbatical, dann seit zwei Jahren CEO von Tamedia. Mancher fragt sich: wieso dieser Aufstieg? Das lässt sich nur damit erklären, dass der unkaputtbare Big Boss Pietro Supino keine Kompetenz-Konkurrenz möchte. Und da liegt die Latte ziemlich tief.

Die Frage hingegen, wo genau der Unterschied zwischen Sabbatical und Leitungsfunktion sei, zeugt von abgrundtiefem Sexismus und Misogynie, was ZACKBUM aufs schärfste verurteilt.

Peppel-Schulz verschmäht ihre eigenen Blätter und weicht nach Wien aus. Zum Einstieg versucht sie, witzig zu sein. So auf der Ebene von Arrigoni: «Als gefühlte Schweizerin tröstet mich immerhin: Wir sind bei der Fußball-WM weiter gekommen als andere. Aber im Ernst …» Im Ernst gesteht sie unbekümmert ihr Versagen: «Von vier Schweizer Franken Werbespendings gehen drei an die großen Tech-Plattformen.» So ein knackiges englisches Wort, wofür es problemlos auch ein deutsches gäbe – das macht das Bullshit Bingo des Managergequatsches aus.

Dazu gehört auch, Fake News zu verbreiten: «Unser digitales Werbegeschäft ist 2025 um 30 Prozent gewachsen – in einem Markt, der insgesamt schrumpft.» Display-Werbung ist in der Schweiz 2025 um 0,6 Prozent – gewachsen. Das hat auch damit zu tun, dass Google Änderungen an der Erfassung von Search-Werbung vorgenommen hat, sonst wäre das gemessene Wachstum noch stärker.

Das ist nur die Einleitung zum richtigen Hammer: «Aber strategisch zählt für uns nur eines: das Abonnement.» Ergänzt mit: «Wir hängen noch zu mehr als 85 Prozent von Print-Einnahmen ab.» Bei Tamedia. Bei TX stammen inzwischen zwei Drittel des Konzernumsatzes aus digitalen Geschäften.

Bei Ringier sieht es so aus, dass inzwischen 83 Prozent des operativen Gewinns aus dem Digitalgeschäft stammen. Werbung insgesamt (digital und Print) machen 82,5 Millionen des Gesamtumsatzes aus, «digitale Aktivitäten» insgesamt dagegen 459,4 Millionen. Print-Abos dürften noch für rund 130 Millionen Franken zuständig sein. Tendenz abnehmend.

Tagianer, fürchtet euch, oder sagten wir das schon? Im September läuft die Beschäftigungsgarantie für die überlebenden Journalisten ab. Und wie soll’s denn in die Zukunft gehen, mit dem einzigen Zähler Abo? Da läuft das Bullshit Bingo zu Höchstformen auf:

«Journalismus muss serviceorientierter, alltagstauglicher sein. Er muss unterschiedliche Perspektiven anbieten – «vielstimmig statt eintönig» ist der Claim unserer aktuellen Werbekampagne. Wir müssen Lokaljournalismus neu denken. Denn wenn wir die regionale, die lokale Geschichte nicht erzählen, erzählt sie niemand.»

Toll, also mehr Power ins Regionale? Jein, also eigentlich nein, aber dann doch irgendwie ja:

«Das heißt jetzt nicht, dass wir neue Regionalredaktionen eröffnen. Wir können nicht mehr in Büros denken und investieren, wir investieren in Reichweite vor Ort. Nähe zu den Menschen, das schafft Vertrauen – ergänzt um Hyperlokalität mithilfe von KI, die uns hilft, auch kleinste Gemeinden abzudecken, die wir mit klassischen Redaktionsstrukturen nie erreicht hätten.» Hä?

Und wie wirkt sich die nächste Qualitätssteigerung durch Rausschmeissen aus, wie das die journalistische Leiter nach unten Simon Bärtschi formulieren würde? «Das Medienunternehmen verändert sich dynamisch weiter. Und wer das ehrlich sagt, kann keine absoluten Garantien über die Zukunft geben. Was ich aber versprechen kann: Unser Fokus liegt klar auf Wachstum mit wirtschaftlich nachhaltigem, unabhängigem Journalismus», plappert Peppel-Schulz.

In Wirklichkeit liegt der Fokus auf penetranter Belehrung und eintöniger Rechthaberei, übernommen zu grossen Teilen aus München. Aber auch die wenigen Wortmeldungen aus dem Glashaus an der Werdstrasse kommen im Lehrer-Lämpel-Gestus daher. So schurigelt «Sportjournalist» Thomas Schifferle: «Infantino wird immer dreister – Europa muss ihn endlich stoppen». Los, marsch, Europa, tu endlich was. Damit sich Schifferle befriedigt zurücklehnen kann:

«Ach!“ spricht er, „die größte Freud
Ist doch die Zufriedenheit!“
Wilhelm Busch

Ganz anders gestimmt ist die SZ-Unke Hubert Wetzel. Er tut wieder  das Unglaubliche: «Trump tut im Ukrainekrieg doch noch das Richtige». Da wird Trump aber aufatmen und ZACKBUM fragt sich, ob das auch mit der Hitze zu tun haben könnte. Allerdings, da der Irre im Weissen Haus seine Positionen schneller wechselt als seine Bräunungscreme, kann es wieder passieren, dass Wetzel diesen hier macht:

Wer soll nun für Lämpel leiten
Seine Amtestätigkeiten
Wilhelm Busch

Die Wirklichkeit wäre dann sozusagen Max & Moritz, und die spielt Arrigoni, Supino, Peppel-Schulz, Bärtschi, Schiferle und Wetzel ständig böse Streiche. Das Sextett eint dabei eines: sie tun ihr Mögliches, den Journalismus aus dem Hause Tamedia abzuschaffen.

Wenn einem NZZ-Journalisten gar nichts einfällt

Kein Problem. Einfach vor sich hinlabern.

Da die Börse ein ziemlich irrationaler Marktplatz ist, dem auch mit kompliziertesten Modellen (oder blöden Sprüchen wie «sell in May and go away» oder «dead cat bounce») nicht beizukommen ist, kann mit Prognosen über die Zukunft das Sommerloch gefüllt werden.

In dieser Leserquälerei versucht sich Eflamm Mordrelle in den heiligen Hallen der NZZ-Wirtschaft. Unter Gerhard Schwarz wäre das nicht passiert.

Mordrelle beginnt mit einer Banalität, die schwer zu übertreffen ist, obwohl er es anschliessend probiert: «Die Sommerferien sind da, und an der Börse ist die erste Halbzeit des Jahres vorbei.» Ehrlicher wäre gewesen: Das Sommerloch ist da, ich muss Weissraum füllen, aber mir fällt gar nichts ein.

Stattdessen quält er den Leser durch eine Binse nach der anderen.

«Notorisch heikle Phase … doch wer diesen typischen Sommereffekt kennt … Das bedeutet nicht, dass der Effekt jedes Jahr eintreten muss … machen in den Sommermonaten Juli und August gerne Ferien … mit statistischen Ausreissern zu tun … Über die Ursachen der Septemberschwäche rätseln die Experten … Ein Carry-Trade ist eine Anlagestrategie …» Usw, usf.

Unser Liebling: «Für einen sommerlichen Schwächeanfall («summer swoon») brauchte es nicht viel.» Wie wahr, Herr Mordrelle, wie wahr.

Nachdem er sich so verbreitert hat und über mögliche Möglichkeiten, die aber auch unmöglich sein könnten, perseverierte, kommt er zum ernüchternden Schluss: «Das macht es für den einzelnen Anleger schwierig, die eigenen Investitionsentscheide auf solche Effekte abzustützen.»

Das darf ja alles nicht wahr sein, also hat ZACKBUM die KI gefragt, ob dieser Text wirklich von einem Menschen stammt, und wenn ja, wie man ihn qualitativ einordnen kann.

Das vernichtende Ergebnis: war wohl im Wesentlichen ein Mensch, aber:

Was nach KI-Unterstützung aussehen könnte:

  • Sehr gleichförmiger Rhythmus. Fast jeder Abschnitt erklärt ein Phänomen nach demselben Muster:

    1. Begriff nennen.
    2. Definition.
    3. Erklärung.
    4. Beispiel.
    5. Fazit.

    Das erinnert an die Arbeitsweise von Sprachmodellen.

  • Leichte Wiederholungen. Mehrfach wird praktisch dieselbe Aussage wiederholt:

    • geringe Liquidität im Sommer,
    • deshalb höhere Volatilität,
    • kleine Ereignisse können grosse Wirkung entfalten.

    Ein erfahrener Redaktor hätte hier wahrscheinlich stärker gekürzt.

  • Etwas lexikalischer Stil. Formulierungen wie

  • «Ein Carry-Trade ist eine Anlagestrategie…»

    oder

    «Halloween markiert dabei den Übergang…»

    lesen sich eher wie aus einem Nachschlagewerk als wie aus einer Reportage.

  • Etwas mechanische Übergänge. Die Kapitel stehen relativ unabhängig nebeneinander; der Text entwickelt wenig eigene These.

ZACKBUM mag diese binär gesteuerte Zurückhaltung in der Beurteilung; gleichförmiger Rhythmus, mechanische Übergänge, wenig eigene These.

Dabei gäbe es doch ein paar interessante Themen, auch diesen Sommer. Im Weissen Haus regiert ein beleidigter Narzisst, der seine ständigen Niederlagen (und seine unglaubliche Selbstbereicherung) mit einem Zollchaos und einem Irankrieg übertünchen will. Damit die Weltwirtschaft ins Elend stürzt und den US-Konsumenten das Leben schwer macht.

Oder wie wäre es mit dem grossen Börsenhype und sich abzeichnenden Flop von Elon Musks jüngstem IPO? Dem Hunger nach Rechenleistung durch ungezügelten Ausbau der KI? Oder der Beurteilung der Frage, ob China nun ein robustes und gesundes Wachstum hinlegt oder finanziell auf ganz wackeligen Füssen steht? Oder mit der Frage, ob auch die aktuelle Regierung den Industriestandort Deutschland weiter gegen die Wand fährt und das Terrain für eine AfD-Regierung vorbereitet?

Da gäbe es doch so dies und das und jenes, was einer vertieften Betrachtung zwecks Erquickung des Lesers würdig wäre. Aber stattdessen ein Gedankenloch zum Sommerloch? Da sollte sich die NZZ was schämen.

Das Ende der Swiss Marketplace Group?

Die KI frisst den Marktplatz – warum ImmoScout, Ricardo & Co. um ihre Existenz kämpfen.

Lange Zeit schien das Geschäftsmodell unschlagbar. Wer ein Haus kaufen wollte, ging auf ImmoScout. Wer sein Auto verkaufen wollte, auf AutoScout. Wer eine gebrauchte Uhr suchte, auf Ricardo. Diese Plattformen lebten von einem einfachen Prinzip: Sie kontrollierten Angebot und Nachfrage und kassierten dafür eine Maut.

Doch nun taucht ein Konkurrent auf, der dieses Modell im Kern infrage stellt. Er heisst künstliche Intelligenz.

Bisher musste sich der Nutzer durch Dutzende Webseiten klicken. Er verglich Preise, las Beschreibungen und sortierte Resultate. Genau diese mühsame Arbeit übernehmen nun KI-Agenten. Der Nutzer wird künftig nicht mehr fragen: «Auf welcher Plattform finde ich das?» Sondern: «Finde mir das beste Angebot.»

Der Unterschied ist fundamental.

Die klassische Plattform lebt davon, dass möglichst viele Menschen ihre Website besuchen. Dort werden Inserate, Werbung und Zusatzdienstleistungen monetarisiert. Ein KI-Agent dagegen besucht die Plattform stellvertretend für Millionen Nutzer, extrahiert die relevanten Informationen und präsentiert sie in einer einzigen, personalisierten Antwort. Die Plattform wird vom Ziel zum blossen Datenlieferanten degradiert.

Genau das ist ihre grösste Gefahr.

Denn die Marktmacht der Plattformen beruhte nie auf ihrer Technologie. Sie beruhte auf Netzwerkeffekten. Käufer gingen dorthin, wo viele Verkäufer waren; Verkäufer inserierten dort, wo viele Käufer suchten. Diese Spirale schuf hohe Eintrittsbarrieren.

KI hebelt diesen Mechanismus aus.

Wenn ein intelligenter Suchagent gleichzeitig Hunderte Quellen durchsucht, verschwinden die Grenzen zwischen den einzelnen Plattformen. Für den Kunden spielt es keine Rolle mehr, wo ein Angebot ursprünglich veröffentlicht wurde. Er sieht nur noch das beste Resultat.

Damit verlieren Plattformen ihre wichtigste Währung: Aufmerksamkeit.

Besonders gefährdet sind Portale mit weitgehend standardisierten Daten. Immobilien, Fahrzeuge oder Occasionsartikel lassen sich hervorragend maschinell vergleichen. Preis, Lage, Baujahr, Kilometerstand oder Ausstattung sind strukturierte Informationen, die sich von einer KI problemlos analysieren und gewichten lassen.

Hinzu kommt ein zweiter Effekt.

Schon heute investieren Plattformen enorme Summen in Suchmaschinenoptimierung und Werbung bei Google. Wenn künftig immer mehr Suchanfragen direkt an KI-Assistenten gehen, sinkt der direkte Besucherstrom dramatisch. Weniger Besucher bedeuten weniger Werbeeinnahmen, weniger Premium-Abonnements und sinkende Zahlungsbereitschaft der Inserenten.

Die Plattform gerät in eine Abwärtsspirale.

Überleben werden deshalb wahrscheinlich nur jene Plattformen, die sich vom Marktplatz zum Dienstleister entwickeln. Automatische Preisbewertungen, Vertragsabwicklung, Finanzierung, Bonitätsprüfung, digitale Notare oder komplette Verkaufsagenten könnten neue Einnahmequellen schaffen. Reine Inserateplattformen dagegen geraten unter enormen Druck.

Bedeutet das den Untergang von ImmoScout, Ricardo oder ähnlichen Portalen?

Nicht morgen. Aber der Erosionsprozess dürfte bereits begonnen haben. Innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre werden KI-Agenten den Suchverkehr spürbar verändern. In fünf bis zehn Jahren könnten klassische Plattformen einen erheblichen Teil ihrer heutigen Gatekeeper-Rolle verloren haben. Wer sich bis dahin nicht neu erfindet, droht das Schicksal vieler einst dominanter Internetportale zu teilen.

Denn die Geschichte der Digitalisierung kennt kein Mitleid.

Zeitungen glaubten einst, niemand könne ihre Inserate ersetzen – dann kamen die Onlinebörsen. Reisebüros hielten Flugportale für eine Randerscheinung – bis Booking und Expedia den Markt umkrempelten. Nun stehen die digitalen Marktplätze selbst vor demselben Schicksal.

Die Ironie ist offensichtlich: Die Disruption, mit der sie einst andere Branchen zerstörten, trifft nun sie selbst.

Besonders betroffen ist SMG, die Swiss Marketing Group. 2021 als Joint Venture von TX Group, Ringier, Mobiliar und General Atlantic gegründet, erreichte sie eine Marktkapitalisierung von 4,7 Milliarden Franken. Ringier fuhr einen hübschen Sondergewinn ein, gleichzeitig sorgte die SMG mit dafür, dass die bereits als sicher geglaubte Subventionsmilliarde für geldgierige Medienclans mit einem Referendum gebodigt wurde.

Wenn die Chefetagen der Verlage wieder gleich unfähig auf KI reagieren, wie sie das bereits beim Internet taten, dann gute Nacht.

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Dieser Text wurde – bis auf die beiden Schlussabsätze – von einer KI geschrieben. Das Aufmacherbild wurde von ihr gemalt. Und ist damit besser als der Grossteil des Gestammels, das in den Mainstreammedien von überforderten Kindersoldaten in Verrichtungsboxen in der Hölle des Newsrooms abgesondert und mit aufgeblasenen Symbolbildern illustriert wird.

Immerhin ist Intelligenz drin

Wenn die Maschine den Leitartikel schreibt.

Die Verlockung ist gross. Zu gross. Ein Klick – und schon produziert die künstliche Intelligenz einen Kommentar zur Weltlage, einen Hintergrundbericht über die Krise im Nahen Osten oder ein Porträt eines Spitzenpolitikers. Schnell, billig, fehlerfrei, behaupten die Verkäufer der neuen Wunderwaffe für Redaktionen. Die Realität sieht anders aus.

KI ist für den Journalismus das, was die Tiefkühlpizza für die Gastronomie ist: praktisch, günstig, erstaunlich ansehnlich – aber kein Ersatz für eine richtige Küche.

Die Krise der Medien spielt den Anbietern von KI-Systemen in die Hände. Redaktionen sparen, fusionieren, zentralisieren. Immer weniger Journalisten müssen immer mehr Inhalte produzieren. Da erscheint die Maschine als Erlösung. Weshalb noch einen erfahrenen Gerichtsreporter bezahlen, wenn ein Sprachmodell in Sekunden eine Zusammenfassung erstellt? Weshalb noch einen Wirtschaftsjournalisten auf eine Bilanz loslassen, wenn die KI die wichtigsten Kennzahlen extrahieren kann?

Die Antwort lautet: Weil Journalismus mehr ist als das Aneinanderreihen von Sätzen.

Ein Reporter recherchiert, zweifelt, überprüft. Er erkennt Widersprüche, riecht Unstimmigkeiten und weiss, wann eine Quelle lügt. Eine KI tut nichts davon. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten. Sie produziert den statistisch plausibelsten nächsten Satz. Das ist kein Erkenntnisgewinn. Es ist sprachliche Mustererkennung.

Besonders unerquicklich wird es dort, wo Medienhäuser ihre Verantwortung an Algorithmen delegieren. Die amerikanische Website CNET veröffentlichte Dutzende von KI-generierten Finanzartikeln – viele davon enthielten sachliche Fehler. Der US-Sender Sports Illustrated geriet in die Kritik, weil Artikel unter erfundenen Autorenprofilen erschienen. Selbst renommierte Medien experimentieren mit automatisierten Texten, versehen mit diskreten Hinweisen, die kaum ein Leser bemerkt.

Das Grundproblem bleibt: KI kennt keine Wahrheit. Sie kennt nur Wahrscheinlichkeit.

Wer mit Sprachmodellen arbeitet, weiss, wie überzeugend sie Unsinn formulieren können. Sie erfinden Quellen, verwechseln Personen, verdrehen Zusammenhänge und liefern Zitate, die nie gefallen sind. Die Branche spricht beschönigend von «Halluzinationen». Tatsächlich handelt es sich um Falschinformationen mit stilistischer Eleganz.

Hinzu kommt die Gleichförmigkeit. KI-Texte tendieren zur sprachlichen Mittelmässigkeit. Alles klingt geschniegelt, ausgewogen und steril. Die Ecken und Kanten verschwinden. Polemik, Originalität, sprachlicher Mut – all das wird vom Algorithmus abgeschliffen. Es entsteht der journalistische Einheitsbrei: korrekt klingend, aber unerquicklich.

Besonders absurd wird es, wenn Journalisten beginnen, KI-generierte Texte wiederum mit KI zu redigieren. Die Maschine schreibt, die Maschine korrigiert, die Maschine optimiert die Suchmaschinenbegriffe. Und am Ende wundert man sich, weshalb Leser kündigen und das Vertrauen in die Medien sinkt.

Das bedeutet nicht, dass KI nutzlos wäre. Im Gegenteil. Sie kann Protokolle zusammenfassen, Daten auswerten, Dokumente durchsuchen oder bei Übersetzungen helfen. Als Werkzeug ist sie wertvoll. Als Ersatz für journalistisches Denken ist sie gefährlich.

Denn guter Journalismus lebt von Erfahrung, Skepsis und Verantwortungsbewusstsein. Er entsteht durch Menschen, die bereit sind, unbequeme Fragen zu stellen und die Konsequenzen ihrer Arbeit zu tragen.

Die Maschine kennt weder Mut noch Gewissen. Sie hat keine Haltung, keine Erfahrung und keine Verantwortung.

Wer glaubt, Journalismus lasse sich auf die Produktion wohlformulierter Absätze reduzieren, hat den Beruf nie verstanden. Und wer die Öffentlichkeit mit billigem KI-Konfekt abspeisen will, sollte sich nicht wundern, wenn das Publikum irgendwann den Appetit verliert.

Bis hierhin wurde dieser Text zu 100 Prozent von ChatGPT erstellt. Zusatz von ZACKBUM: zwei Dinge sind erschreckend.

  1. Der Text ist besser als vieles, was menschengemacht in Schweizer Leitmedien erscheint.
  2. Vieles, was in diesen sogenannten Qualitätblättern erscheint, ist bereits mit KI erstellt oder von ihr unterstützt. Ohne dass das ausgewiesen würde. Reine Leserverarschung.

Nicht komisch

Tamedia spart jetzt auch beim Humor.

Felix Schaad war seit 1999 für den «Tages-Anzeiger» am Zeichenstift. Sicher ist ihm nicht immer alles gelungen. Und so jemanden wie Nico (ältere Semester erinnern sich) findet man halt auch nicht alle Tage.

Nun ist der Karikaturist in die wohlverdiente Pensionierung abgeschwirrt. Und der 36-jährige Marco Arrigoni übernahm ab 1. April ohne Scherz. In einem 50-Prozent-Pensum, also sozusagen als halbe Portion.

In seinem Werdegang werden Highlights wie Mitarbeit bei der schnarchlangweiligen Late-Night-Show «Deville» und verschiedene Satire-Formate in der Schweiz und in Deutschland aufgeführt.

Allerdings würde selbst Ex-Bundesrat Johann Schneider-Ammann über das Schaffen von Arrigoni niemals sagen: «Rire c’est bon pour la santé». Denn bei dem gibt es wirklich nichts zu lachen, hat der arme Leser nichts zu lachen.

Oder anders formuliert: ein unbeholfener Zeichnungsstil paart sich perfekt mit holprigen Scherzen. Dazu müssen wir nun ein paar Bildzitate bringen:

«Er hat eins an der Glocke»? Man kann etwas an die grosse Glocke hängen (was man bei diesem Schwachscherz unterlassen sollte), man kann jemandem eins auf die Glocke hauen, man kann die Glocke von Friedrich Schiller zitieren oder man kann eins auf die Glocke kriegen. Aber man hat eins an der Waffel. So viel zum Inhalt. Zeichnerisch ist zu sagen: das Strichmännchen links soll Präsident Trump sein, das Strichmännchen rechts König Charles.

Oder dieser hier:

Öhm. Also links, das soll offenbar eine Urinprobe sein. Die bis heute für Dopingtests verwendet wird. Und rechts der Laufschuh des Marathon-Manns. Ist der nun gedopt? Wird der Schuh auf Doping untersucht? Wieso ist nun Material entscheidender als Urin? Sicher kein Spitzenwitz über den Spitzensport. Dafür garantiert ungedopt.

Aller schlechten Dinge sind drei, noch einer:

Der dunkelbraune Fleck hinten soll offenbar ein Wal sein. Der obere Nacktschwimmer mit falsch angesetztem Arm soll Präsident Trump sein, der untere mit deutlich verkürzten Beinen der abgewählte Ministerpräsident Orbán. Soweit ist das Bilderrätsel entschlüsselbar. Nur: der Witz ist wohl abgesoffen, vom Wal verschluckt worden, laut schreiend aus der Malträtur – eine Karikatur kann man das nicht nennen – geflohen.

Geht da doch noch einer, ist eine Absenkung – eine Steigerung kann man das nicht nennen – möglich?

Dankää, sagt da verständnislos der Bündner, was soll da komisch sein? Die beiden Schweine oder Rinder mit draufgepappten langen Hörnern vorne sollen wohl Steinböcke sein. Und wo soll da ein Bancomat explodieren, mitten in der Pampa oder im Wald?

Nun wird nicht jeder als Gary Larson geboren Oder als Luis Murschetz oder F.K. Wächter. Von Daumier, Hogarth,  Disteli oder Leiter ganz zu schweigen.

Aber das hier?

Das ist die Errichtung einer humorfreien Zone mit Zeichnungen auf Kindergartenniveau. Da vergisst jemand ständig, einen Scherzkeks zu frühstücken.

Dabei wäre die Lösung ganz einfach und auf der Hand liegend. Zudem ganz im Sinne von Big Boss Pietro Supino. Denn wenn immer mehr Artikel – so sie nicht von der Süddeutschen übernommen werden – mit KI hergestellt werden, wenn KI nun auch die Moderation von Leserbriefen übernimmt, wieso dann nicht KI als Karikaturist?

Schlechter kann’s ja wohl nicht werden, besser alleweil. Und, lieber Herr Supino, aufgepasst, es wäre kein 50-Prozent-Job. Sondern 100 Prozent gratis!

Die KI-Karikatur über dem Artikel ist vielleicht nicht oberste Liga. Aber zeichnerisch und inhaltlich allem hier Gebotenen haushoch überlegen.

Tamedia: Die Journalisten dürfen, die Leser dürfen nicht

Die Tamedia-Zeitungen löschen einen Leserkommentar willkürlich. Und schreiben dann das Gleiche in einem redaktionellen Artikel.

Von Marco Diener*

Am 10. April erschien auf den Internet-Portalen der Tamedia-Zeitungen ein Artikel über die Iran-Gespräche in Pakistan: Titel: «Welcher Plan? Friedensverhandlungen starten auf wackliger Basis.»

Ein Leser kommentierte das Vorgehen der USA auf bernerzeitung.ch so: «Motto in Moskau und Beijing: Unterbrich deinen Feind nicht, wenn er Fehler macht.» Er hatte seinen Kommentar an eine Schlagzeile des «Economist» angelehnt: «Never interrupt your enemy when he’s making a mistake.»

Tamedia lehnte den Kommentar ab. Warum, ist unklar. Denn über Löschungen führen die Zeitungen «keine Korrespondenz». Erstaunlich ist die Löschung deshalb, weil er nicht gegen die Tamedia-Kommentarregeln verstösst.

Noch erstaunlicher ist allerdings, dass auf den Internet-Portalen der Tamedia Zeitungen ein paar Stunden später ein weiterer Artikel erschien. Und dort stand: «Den Gegner nicht stören, wenn er Fehler macht.»

Mit anderen Worten: Tamedia löschte den Leserkommentar und schrieb ein paar Stunden später in einem redaktionellen Artikel das Gleiche.

Deshalb wollte Infosperber wissen:

  • Gegen welche Regeln hat der Kommentar verstossen?
  • Warum darf im redaktionellen Artikel stehen, was im Leserkommentar nicht zulässig ist?

Tamedia brauchte mehr als eine Woche für eine Antwort. Wobei – eine Antwort ist es nicht. Im Mail steht bloss ein bisschen Werbung in eigener Sache: «Tamedia steht für hochwertigen Journalismus, Ausgewogenheit und Vielfalt.» Und: «Auf unseren Angeboten gelten klare Community-Regeln und ein professioneller Moderationsrahmen

Übrigens: Der Infosperber-Leser kommentierte auch den zweiten Artikel auf bernerzeitung.ch: «Lustig: ‹The Economist› hat genau den gleichen Titel und Lead wie die Berner Zeitung, hat wohl abgeschrieben

Natürlich löschte Tamedia auch diesen Kommentar.

Ergänzung:  Leser von Tamedia-Zeitungen wundern sich, dass ihre Kommentare einfach so gelöscht werden. Jetzt ist klar: KI steckt dahinter.

Dieser Artikel von Marco Diener erschien zuerst auf «Infosperber». Mit freundlicher Genehmigung.

Kehraus zum Proletentag

Der 1. Mai: Vom Kampftag zur Kampfzone am Grillbuffet.

Es war einmal ein Tag, an dem Arbeiter mit erhobener Faust durch die Strassen zogen, rote Fahnen im Wind flatterten und Kapitalisten nervös ihre Zylinder festhielten. Der 1. Mai, dieser heroische internationale Kampftag der Arbeiterklasse, war eine Drohung, ein Versprechen, ein Aufstand mit Blasmusik.

Heute ist er vor allem: ein verlängertes Wochenende mit mittelmäßigem Kartoffelsalat.

Man muss den historischen Niedergang bewundern. Aus dem revolutionären Symbol gegen Ausbeutung wurde in nur wenigen Generationen ein gesetzlich garantierter Brückentag mit Wanderschuhen. Früher rief man „Alle Macht den Räten!“, heute fragt man: „Hat jemand noch Grillkohle?“ Das Proletariat, einst organisiert in Fabriken und Gewerkschaftslokalen, trifft sich nun im Baumarkt vor dem Sonderangebot für Hochdruckreiniger.

Natürlich gibt es sie noch, die Demonstrationen. Sie marschieren tapfer durch Innenstädte, begleitet von Rentnern, drei Hunden und einer Samba-Gruppe, deren politisches Programm im Wesentlichen aus Trommeln besteht. Auf Transparenten stehen kämpferische Parolen wie „Solidarität statt Prekarität“, während daneben ein Foodtruck vegane Klassenkampfburritos für 11,50 Euro verkauft.

Der Feind hat sich eben gewandelt. Früher war es der Fabrikherr mit Zigarre. Heute ist es der Algorithmus, der dir um 22.43 Uhr noch eine Slack-Nachricht schickt. Aber gegen digitale Ausbeutung lässt sich schlecht mit Mistgabeln aufmarschieren. Wie streikt man gegen Push-Benachrichtigungen? Wer stürmt die Produktionsmittel, wenn sie in einer Cloud in Irland liegen?

Hinzu kommt: Die Arbeiterklasse selbst hat ein Imageproblem. Wer will noch Arbeiter sein? Man ist „Knowledge Worker“, „Freelance Creator“ oder „selbstständiger Mikrounternehmer im Plattformökosystem“, was früher Lieferfahrer hiess. Karl Marx hätte heute vermutlich einen Coworking-Space abonniert und ein Podcast-Mikrofon.

Der 1. Mai wurde folgerichtig angepasst. Statt Barrikaden gibt es Familienwanderungen. Statt Klassenanalyse Frühschoppen. Statt Revolution Maibaum. In manchen Regionen besteht der radikalste Akt des Tages darin, morgens schon Bier zu trinken. Der Umsturz findet höchstens im Bollerwagen statt.

Und doch lebt der Geist des Kampftags fort – nur anders. Wenn Büroangestellte am 30. April kollektiv um 16 Uhr „wegen Feiertag“ aus Teams verschwinden, dann ist das auch eine Form von Arbeitskampf. Wenn jemand am Montag nach dem 1. Mai konsequent nicht erreichbar ist, ist das beinahe Sabotage. Selbst das passive-aggressive Ignorieren von E-Mails trägt Züge proletarischer Gegenwehr.

Vielleicht ist der Niedergang des 1. Mai also nur scheinbar. Vielleicht hat sich der Klassenkampf lediglich ins Unsichtbare verlagert: in Homeoffice-Kalender, Tarifverhandlungen und den heroischen Widerstand gegen unbezahlte Überstunden. Vielleicht ist der wahre Revolutionär heute jener Mensch, der pünktlich Feierabend macht.

Trotzdem bleibt Wehmut. Denn wo einst „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ erklang, hört man heute Bluetooth-Boxen mit 90er-Playlists am Badesee. Wo früher Barrikaden brannten, glimmt nun der Einweggrill.

Der Kapitalismus hat den 1. Mai nicht abgeschafft. Er hat ihn eventisiert.

Und vielleicht ist das seine größte Leistung: Aus einem Kampftag einen Feiertag gemacht zu haben, an dem die Arbeiter freiwillig Gartencenter besuchen.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch — aber bitte erst nach dem Brunch.

Da heute Feiertag ist (allerdings nicht überall in der Schweiz), hat ZACKBUM diesen Text von einer KI schreiben lassen. Das bedeutet, er ist viel besser als das meiste, was heute in den Gazetten erscheint …

 

Wort zum Sonntag

Willkommen in der Unübersichtlichkeit.

Mal Hand aufs Herz. All diejenigen, die sich nicht in ihrer Gesinnungsblase unter Luftabschluss sauwohl und geborgen fühlen: irgend eine Ahnung von irgendwas?

Wie ist eigentlich die Lage im Gazastreifen? An der ukrainischen Front? Gibt’s Krieg mit dem Iran? Neuigkeiten vom Völkermord in Afrika? Ist das «Board of Peace» (allmächtiger Chef auf Lebenszeit Donald J. Trump) ein Furz oder bewegt es was? Sollte die Schweiz beitreten oder nicht?

Auch nicht ganz unwichtig: ist die KI-Blase am Platzen? Oder das Geschäftsmodell von Elon Musk, eine Wahnsinnsidee mit der nächsten zu ersetzen, was ihm von der «Weltwoche» eine anhimmelnde Titelgeschichte einbrachte («Da Vinci, genialster Unternehmer der Geschichte»)? Bei deren Prognose- und Wirtschaftskompetenz («la crise n’existe pas») gar kein gutes Zeichen.

Sind die EU-Verträge einfach unvermeidlich oder das Ende der direkten Demokratie? Oder kommt das, wenn die Zwangsabgabe für die SRG geschrumpft wird? Ist Crans-Montana ein Zeichen der Verluderung bei Schweizer Behörden oder halt einfach das Wallis? Warum muss das Bundesverwaltungsgericht einer staatlichen Behörde nach der anderen (FINMA, BAG) eine Klatsche verpassen?

Ach, und ganz wichtig: bringt Ex-Prinz Andrew das englische Königshaus ins Wanken? Mindestens so wichtig: beherrschen Superreiche wie Bezos, Gates, Thiel, Musk die Welt? Und wenn ja, ist das gut oder schlecht? Ist das Thema Corona aufgearbeitet oder verdrängt? Sind die Schneemengen ein Zeichen für den Klimawandel?

Werden in der Ukraine westliche Werte gegen asiatische Unmenschen verteidigt oder bloss einer der korruptesten Staaten der Welt unterstützt? Ist Trump der Fürst der Finsternis oder der grosse Disruptor, der endlich Bewegung in viele Problemfelder bringt? Ist Kuba selber schuld, wenn auf der Insel die Lichter ausgehen, oder ist das die Folge eines völkerrechtswidrigen Embargos durch die USA?

Wie kann es sein, dass der grosse Freund ennet des Teichs, der Leuchtturm von freedom and democracy, der Garant unserer Wertegemeinschaft, zum Totengräber Europas wird? Plant der Iwan den Angriff auf NATO-Staaten, wie eine Kriegsgurgel ausser Rand und Band in der NZZ befürchtet? Ist #metoo, Gendersternchen, Achtsamkeit, das Vermeiden böser Worte und die Schneeflocken-Empfindsamkeit vorbei – oder macht sie nur Pause?

Wo gibt es Halt in haltlosen Zeiten?

Früher, ja früher gab es auch im deutschen Sprachraum wenigstens eine mediale Welt, die gegen Bezahlung sich bemühte, einzuordnen, zu analysieren, Verständnis zu liefern. Wenn man heute den Begriff «eine Einordnung» liest, weiss man, dass man weiterblättern oder -scrollen kann.

Der Erkenntnisstand des durchschnittlichen Journalisten ist auf Augenhöhe mit einem sich im Internet informierenden Zeitgenossen. Mangelndes Hintergrundwissen, Bildung oder historische Kenntnisse werden durch Meinungsstärke ersetzt. Die aus Unsicherheit keinen Widerspruch duldet, weil die meisten Journalisten dieser intellektuellen Herausforderung mental und nervlich nicht gewachsen sind.

Das alte Lied: wieso gibt es im deutschen Sprachraum keine Organe wie die Financial Times, das Wall Street Journal, den New Yorker, The Atlantic, Mother Jones, selbst The New York Times oder die Washington Post und einige mehr?

Natürlich ist der sprachliche Einzugsraum viel grösser. Aber auch die Manpower. Während in der deutschen Schweiz vielleicht noch 4000 festangestellte Journalisten arbeiten, davon schon mal rund 1000 bei SRF, sieht das in den USA ganz anders aus.

Alleine die NYT beschäftigt immer noch rund 1700 Redakteure. Die WaPo vor der letzten Entlassungswelle rund 800. Ebenso viele sind bei der FT in Lohn und Brot, beim WSJ 900.

Symbolisch für den Unterschied steht der Wirecard-Skandal. Diese Luftnummer wurde von der FT aufgedeckt, gegen den erbitterten Widerstand auch der deutschen Medien, die meckerten, dass das fiese Albion den Teutonen ihre erfolgreiche IT-Bude neide.

Wer sich täglich durch das Elend der Schweizer Medien pflügt, wo sich gedankliche Tiefe oder analytische Schärfe meistens in Millimetern über Grund messen lässt, fragt sich, woher der mündige Bürger eigentlich heutzutage seine Entscheidungsgrundlagen, seine Welterkenntnis beziehen soll.

Der zunehmende Einsatz von KI wird weitere Heerscharen von Gebrauchshandwerkern im Journalismus überflüssig und arbeitslos machen. Gut so. Die Sonntagspresse wird in absehbarer Zukunft verschwinden. Gut so. Print wird immer mehr zu einer Veranstaltung im Altersheim. Eine Mehrheit der Jugendlichen informiert sich nicht mehr in den klassischen Medien, stellt aber immerhin langsam fest, dass die Beschallung in Echokammern zwecks Bestätigung der vorgefassten Meinung nicht wirklich Erkenntnisgewinn bringt.

Wie sieht also die Informationsvermittlung in der Zukunft aus? Fake News, Deep Fakes, alternative Wahrheiten, inhaltsleere Beschallung mit skandalisierten Triggermeldungen?

Nun, Lektüre oder Informationsaufnahme zwecks Erweiterung der Welterkenntnis war schon immer etwas für die happy few. Neu war nur die Illusion, dass nun die breiten Massen auch daran teilhaben. Könnten sie eigentlich, mit überschaubarem zeitlichen und finanziellen Aufwand. Wollen sie aber gar nicht.

 

Zum Haareraufen

KI killt die Werber.

Das waren noch Zeiten, als es Starwerber wie Frank Bodin gab. Zwar mehrfach Konkurs gegangen mit seinen Firmen, aber grosses Image und Selbstbewusstsein.

Selbst wenn er der Blick-Familie ein völlig verunglücktes Logo mit Kästchen und Regenrohr verpasste, brachte er das durch. Für ein sagenhaftes Honorar.

Aber diese Zeiten sind bald ganz vorbei. Was früher Texter, AD, Projektleiter, Junior und Senior Consultants und jede Menge weiterer überflüssiger Kostenträger brauchte, die dann mit überlegener Miene eine Präsentation aufführten, lässt sich heute mit zwei Klicks in Sekundenschnelle und erst noch gratis erledigen.

Aufgabenstellung:

Schreibe einen Werbetext über ein Haarwuchsmittel namens Patrol. Slogan, Headline, kurzer knackiger Text. Vier Varianten, nach Zielgruppen. 1. Alle Betroffenen, 2. Jugendliche, 3. Männer, 4. Frauen.

Schwups:

1. Zielgruppe: Alle Betroffenen

Slogan: Patrol – Dein Haar. Dein Selbstbewusstsein.
Headline: Volles Haar beginnt mit einem Schritt: Deinem.
Text:
Patrol unterstützt dich auf deinem Weg zu stärker wirkendem, voller erscheinendem Haar. Einfach anzuwenden, angenehm im Alltag – und entwickelt für alle, die ihr Haarwachstum fördern möchten. Starte heute. Fühle morgen den Unterschied.


2. Zielgruppe: Jugendliche

Slogan: Patrol – Mehr Haar, mehr Style.
Headline: Sei du. Nur mit besserem Haar.
Text:
Patrol hilft dir, dein Haar kräftiger und voller aussehen zu lassen – ganz ohne Stress. Für alle, die ihren Look upgraden wollen. Schnell, easy, daily: Dein Boost für mehr Selbstvertrauen.


3. Zielgruppe: Männer

Slogan: Patrol – Bring Stärke zurück.
Headline: Wenn das Haar nachlässt, leg nach.
Text:
Patrol stärkt dein Haar dort, wo es zählt. Entwickelt für Männer, die dünner werdendem Haar entspannt entgegenwirken wollen. Kraftvoll, unkompliziert und zuverlässig – für einen Look, der Eindruck macht.


4. Zielgruppe: Frauen

Slogan: Patrol – Schönheit beginnt am Ansatz.
Headline: Mehr Fülle. Mehr Gefühl. Mehr Du.
Text:
Patrol pflegt, stärkt und unterstützt sichtbar volleres Haar – genau dann, wenn du es brauchst. Für Frauen, die Wert auf Natürlichkeit, Pflege und ein selbstbewusstes Auftreten legen. Entfalte dein Haarpotenzial.

Zusatzwunsch: Claims und Social Media Posts, auf das Angebot, eine ganze Kampagne zu entwickeln, wurde verzichtet:

1. Zielgruppe: Alle Betroffenen

Claims (5 Varianten)

  • Patrol – Für sichtbar volleres Haar, jeden Tag.

  • Vertraue deinem Haar. Vertraue Patrol.

  • Starkes Haar beginnt mit einer starken Routine.

  • Mehr Fülle. Mehr Selbstvertrauen.

  • Patrol – Die tägliche Kraft für dein Haar.

Social-Media-Posts (3 Varianten)

Post 1:
Volles Haar? Möglich. Patrol unterstützt dich täglich, wenn du deinem Haar etwas zurückgeben willst. 💪✨
#Haarwuchs #Patrol #SelfCare

Post 2:
Jeder verdient das Gefühl von starkem, vollem Haar. Starte heute – die Zukunft deines Looks beginnt jetzt. 🌱
#Haarpflege #PatrolPower

Post 3:
Neue Routine, neues Haargefühl. Patrol passt in jeden Alltag – und macht den Unterschied sichtbar. 🔥
#HairJourney #BoostYourHair


2. Zielgruppe: Jugendliche

Claims (5 Varianten)

  • Patrol – Dein Upgrade fürs Haar.

  • Mehr Haar, mehr Vibes.

  • Bring deinen Style auf Level Next.

  • Patrol – Einfach. Schnell. Stark.

  • Haarpower, die mit dir geht.

Social-Media-Posts (3 Varianten)

Post 1:
Weniger Volume? Mehr Patrol! 💥
Hol dir den Boost für deinen Look – easy, fresh, daily.
#GlowUp #PatrolHair

Post 2:
Neuer Style incoming! Patrol unterstützt dein Haar, stärker und voller auszusehen. 🚀
#TeensStyle #HairGoals

Post 3:
Dein Haar. Deine Confidence. Patrol gibt dir den Extra-Push! ✨
#PatrolBoost #LevelUp


3. Zielgruppe: Männer

Claims (5 Varianten)

  • Patrol – Für Männer, die nach vorne schauen.

  • Zurück zu kraftvollem Haar.

  • Mehr Stärke am Ansatz.

  • Patrol – Für einen Look, der bleibt.

  • Männlich. Markant. Mehr Haar.

Social-Media-Posts (3 Varianten)

Post 1:
Volles Haar muss kein Zufall sein. Patrol gibt dir die tägliche Unterstützung für ein kraftvolleres Auftreten. 💼💪
#MenCare #PatrolHair

Post 2:
Wenn du Gas gibst, sollte dein Haar mitziehen. Patrol stärkt – ohne Aufwand. 🔧
#ForMen #StrongerHair

Post 3:
Mach Schluss mit dünner werdendem Haar. Patrol bringt Power zurück. 🔥
#Männerpflege #HairRevive


4. Zielgruppe: Frauen

Claims (5 Varianten)

  • Patrol – Das Geheimnis für sichtbar volle Haare.

  • Fülle, die man fühlt.

  • Mehr Glanz. Mehr Stärke. Mehr Du.

  • Frauenpower beginnt beim Haar.

  • Patrol – Natürlich schön, natürlich voller.

Social-Media-Posts (3 Varianten)

Post 1:
Dein Haar verdient Liebe – und Patrol. Für sichtbar mehr Fülle und ein Gefühl von Stärke. ✨🌸
#HairCare #FemalePower

Post 2:
Gönn deinem Haar die Pflege, die wirkt. Patrol unterstützt dich jeden Tag – sanft und effektiv. 🌺
#BeautyRoutine #Haarwunder

Post 3:
Volles Haar ist mehr als ein Look – es ist ein Gefühl. Mit Patrol gehört es wieder dir. 💖
#PatrolForWomen #Haargefühl

Zusatzangebot: «Wenn du möchtest, kann ich dir auch Bildideen für Social Media, Hashtag-Sets, Storyboard-Ideen für Werbeclips, Landingpage-Texte oder eine komplette Kampagne erstellen.»

Das hören natürlich alle Werbefuzzis gar nicht gerne, ist aber die bittere Wahrheit: hätte Bodin & Co. auch nicht besser hingekriegt. Nur viel teurer …

Die gute Nachricht ist: er braucht kein Haarwuchsmittel.