Neues aus der Manosphere
Hitzschlag bei Tamedia? Männlichkeit im Wahnsinn.
Wieder einmal wird der Mehrheit der Leser Unerquickliches serviert. Tagi-Redaktorin Sabrina Bundi will wissen: «Jeder fünfte Schweizer Mann hegt restriktiv-dominante Männlichkeitsvorstellungen». Seither fragt sich ZACKBUM, wer aus unserem Bekanntenkreis, der mehr als fünf Männer umfasst, diese Ferkel sein mögen.
Natürlich fokussiert sich der Verdacht auf Junge: «Bei 18- bis 24-Jährigen sind es sogar 31 Prozent, die zur Hochrisikogruppe zählen.»
Bundi ist einschlägig als Manosphere-Kreische bekannt und erregt sich auch darüber, dass Präsident Trump (die völlig richtige) Zahl von 72 Prozent Ausländern in Schweizer Gefängnissen verwendet hat. Die ist natürlich durch so einen kontaminiert und nicht mehr zu gebrauchen. Wir kommen darauf zurück.
Hier bezieht sie sich auf «eine neue Studie», die vom «Jacobs Center for Productive Youth Development, Universität Zürich» veranstaltet wurde. Lähmend lange 102 Seiten verwendete es darauf, zu behaupten, jeder fünfte Mann sei «beispielsweise der Meinung, dass Gewalt ein legitimes Mittel sei, dass ihm gegenüber einer Frau eine Vormachtstellung zusteht, oder dass ein echter Mann niemals Emotionen zeige».
Mitverfasser ist Markus Theunert, Co-Geschäftsleiter von männer.ch. Der Berufsbetroffene fiel schon durch unverschämtes Geplapper über die beiden #metoo-Opfer Kevin Spacey und Till Lindemann unangenehm auf. Mit einem Rechtsverständnis, das in einem Rechtsstaat eigentlich keinen Platz haben sollte. So antwortete er auf die Frage, dass mit Falschanschuldigungen hier eine Karriere ganz und eine andere teilweise zerstört wurde:
«Die Anschuldigungen erwiesen sich ja nicht als falsch, sondern in den beiden konkret untersuchten Fällen als strafrechtlich nicht genügend. Bei beiden Männern gibt es von zahlreichen Menschen ähnliche Anschuldigungen. Es ist für mich schwer vorstellbar, dass da einfach nichts dran sei.»
Hier jammert er: Er «musste kurz leer schlucken, als er die Studienresultate sah – obwohl er sie erwartet hatte: «Wir haben gefunden, was wir vermutet haben.»»
Das ist eine verräterische Aussage, denn diesen Umfragen wird zu recht vorgeworfen: Wenn beispielsweise eine Studie «toxische Männlichkeit», «Frauenfeindlichkeit» oder «Bedrohungsgefühle» untersucht, basiert dies auf Fragebögen und daraus konstruierten Indizes. Die Ergebnisse hängen deshalb stark davon ab,
- wie Fragen formuliert werden,
- welche Antworten zusammengefasst werden,
- wo die Schwellenwerte gesetzt werden.
«Manosphere, misogyne Ideologie, restriktiv-dominant, diskriminierende Einstellungen», kein Kampfbegriff darf fehlen. Und natürlich auch das hier nicht: «Im Jahr 2025 starben 34 Personen wegen häuslicher Gewalt. Drei von vier waren Frauen.» Genauer waren es 23 Frauen, 5 Männer und 6 Minderjährige, was einen Frauenanteil von 67,65 Prozent ergibt. Aber Frauen und Mathematik …
Übrigens gibt es rund 4 Millionen Privathaushalte, womit die Todesquote bei 0,00085 Prozent läge, gerundet bei 0,00.
Aber was interessieren ideologische Fanatiker schon Zahlen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen. Übrigens, etwas anderes passt da auch nicht rein. Gibt es eigentlich, wie formulieren wir das politisch korrekt, soziologische, geographische, migratorische Hintergründe zum Entstehen dieser männlichen Vorstellungen?
Nun, räusper, hüstel, Mund verzieh, in einem klitzekleinen Teil einer länglichen Aufzählung wird doch tatsächlich erwähnt, dass bei jungen Männer mit Vorstellungen dominanter Männlichkeit «ihre Väter ausserhalb der Schweiz in patriarchalen Strukturen geboren wurden».
Nein, darf man hier das Wort von Männerfantasien in patriachalisch-islamisch geprägten Kulturen verwenden? Nein, darf man sicher nicht, obwohl das natürlich eine Hauptursache ist.
Da relativiert sich doch auch gleich die Aussage, dass frauenverachtend «jeder fünfte Schweizer Mann» denke.
Denn die Aufteilung nach der Hochrisikogruppe von Männern ergibt dann blöderweise dieses Bild:

Wobei erstaunt, dass Ex-Jugoslawien der Spitzenreiter sein soll, während die Moslems aus Nordafrika & naher/mittlerer Osten lediglich zu 30 Prozent zu dieser angeblichen Gruppe von Frauendiskriminierern gehören.
Allerdings ist ein Umfragesample von ganzen 177 Teilnehmern aus Ex-Jugoslawien und 136 aus Afrika & Co. alles andere als repräsentativ. Nordamerika, Australien, Neuseeland mit 30, Subsahara-Afrika mit 40 oder Ostasien/Polynesien mit 65 Vertretern wurden hingegen «wegen zu kleiner Fallzahlen» ausgeschlossen.
Dass ganz allgemein Gewalttätigkeit einen überproportional hohen ausländischen Hintergrund hat, ist eine Tatsache. Aber die wird von Studien-Mitautor Denis Ribeaud weggeschwurbelt: «Wichtig ist mir, in diesem Kontext festzuhalten, dass wir Herkunft nicht als Ursache verstehen, sondern als Hinweis auf unterschiedliche soziale und strukturelle Bedingungen.»
Eine Umfrage, deren Antworten das ergeben, was die Fragen insinuieren. Garniert mit allen Kampfbegriffen von Manosphäre abwärts, deren wissenschaftliche Belastbarkeit mehr als fragwürdig ist. Wobei der Faktor Zuwanderung weiträumig umfahren wird. Ein voreingenommener Studienmitarbeiter, eine völlig unkritische Tamedia-Redaktorin: welch eine Mischung.
Ein übles Gebräu, das der überwiegenden Mehrheit der Tamedia-Leser (männlich, weiblich und beyond) sauer aufstösst.
Darf man vielleicht fragen, wieso es keine Untersuchungen zum Männerhass bei Frauen und Frauenverstehern gibt?













