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Die Kultur des Tötens

21. November 2022/2 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Bei einem Bösewicht ist alles erlaubt. Wirklich alles?

Es gibt eine unselige Tradition solcher Aufrufe.

Nun kann der feinsinnige Kunstkenner einwenden, dass es sich bei dieser im Strassenmagazin «Surprise» erschienenen Geschmacklosigkeit um einen Aufruf handle, der dann erst noch im Rahmen der künstlerischen Freiheit ohne strafrechtliche Folgen blieb.

Während das Titelzitat in der «NZZamSonntag» den Wunsch eines Interviewten wiedergibt, der damit seiner Verzweiflung über die Zustände in Russland Ausdruck verleihen möchte.

Nun mag das der britische Historiker Orlando Figes so gesagt haben und möchte damit sicherlich PR für sein neuestes Buch über Russland machen.

Das ist seine Sache, es ist aber die Sache der NZZaS, ob sie dieses Zitat auch publiziert und erst noch zum Titel des Interviews macht. Offenbar geniessen dort die Ressortleiter immer noch gewaltig Narrenfreiheit. Wenn sich Peer Teuwsen zum Narren machen will, ist das wiederum seine Sache.

Dass aber dieses Titelzitat durch alle Instanzen rutschte, gereicht der Sonntagstante nicht zur Ehre. Sondern es ist eine Schande, ein Schmutzfleck auf der ansonsten weissen Weste. Das gehört sich nicht, es gehört zur Fürsorgepflicht eines seriösen Blatts, dass man auch Interviewpartner vor sich selbst beschützt, wenn die menschlich verständlich durchrasten.

Wenn dieser britische Historiker Putin töten will, dann sollte er es doch versuchen. Statt drüber zu quatschen. Falls der Kulturteil der NZZaS weiterhin ernst genommen werden will, dann sollte er solche boulevardesken Brüller nicht als Aufmacherschlagzeile missbrauchen. Denn das wertet alle ab. Den Interviewten und den Interviewer und das Blatt.

Schlagworte: Aufruf zum Töten, Mordwunsch, NZZaS, Orlando Figes, Peer Teuwsen, Putin
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2021/11/Short1.jpeg 291 627 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2022-11-21 05:30:022022-11-20 10:47:13Die Kultur des Tötens
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2 Kommentare
  1. Gili
    Gili sagte:
    21. November 2022 um 9:20

    Nobody is perfect!

    Antworten
  2. Niklaus Fehr
    Niklaus Fehr sagte:
    21. November 2022 um 7:27

    Das ist wirklich makaber. Und mit der Formulierung «gerne» wird es zur Mordlust. Schönen Zeiten gehen wir entgegen. Wie heisst es im Lied der Linde?
    Wer die meisten Sünden hat,
    fühlt als Richter sich und höchster Rat.
    Raucht das Blut, wird wilder nur das Tier,
    Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

    Antworten

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