Korrekt, korrekter, Polizei

Was darf man denn heute noch ungestraft sagen?

Marc Besson ist der Mediensprecher der Zürcher Kantonspolizei. Die ist sich Kummer gewöhnt; wird ein Chügelidealer an der Langstrasse angehalten, muss der nur «Rassisten» schreien, schon werden die Polizisten ausgepfiffen und angerempelt.

Daher versucht Besson, Medienmitteilungen so zu schreiben, als ginge er dabei auf rohen Eiern. Dabei kommt dann ein solcher Titel heraus:

«Drei mutmassliche Taschendiebe in flagranti verhaftet».

Das hat nun das Zeug zu höherem Slapstick. Denn offenbar, aber wir referieren hier Mutmassungen, wurden drei jugendliche Algerier mutmasslich dabei beobachtet, wie sie sich verdächtig verhielten und dann am Bahnhof einer Frau das Portemonnaie aus dem Rucksack klauten. Mutmasslich.

Dabei scheint es sich aber nicht um eine Mutmassung zu handeln, denn die drei wurden geschnappt, das Portemonnaie der Besitzerin zurückgegeben. Wobei ZACKBUM das nur mutmasst, aufgrund der Mitteilung.

Das nennt man in Fachkreisen «in flagranti». Für Nicht-Lateiner: «in (crimine) flagranti», beim brennenden Verbrechen, also während der Tat.

Es ist nun richtig, dass auch hier im Prinzip die Unschuldsvermutung gilt. So wie bei Pierin Vincenz und allen anderen, die noch nicht rechtskräftig verurteilt wurden.

Auf der anderen Seite dürfte wohl selbst der Korrekteste aller Korrekten nichts dagegen haben, wenn man die Worte «mutmasslich» und «in flagranti» nicht nebeneinander verwendet.

4 KOMMENTARE
  1. Didier Venzago
    Didier Venzago says:

    Marc Besson wird mutmasslich jede Medienmitteilung viermal querlesen und korrigieren damit ihn der Woke-Stadtrat nicht in flagranti bei einer rassistischen Mitteilung erwischt welche Migrant:innen verunglipft. Sonst wird er am Schluss noch durch irgendwelche Studienabbrecher:innen aus dem rotgrünen Milieu ersetzt. Mutmasslich.

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  2. Robert Holzer
    Robert Holzer says:

    Frage an die Gelehrten. Geht dieser Satz, «Drei mutmassliche Taschendiebe in flagranti verhaftet» evtl. als Pleonasmus durch?
    So wie rückwärts zurück fahren oder der kirchliche Terminus virgo intacta?

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    • Noah Fetter
      Noah Fetter says:

      Nein, das ist quasi ein Oxymoron. Denn mutmasslich und flagranti schliessen sich ja aus; wie bittersüss, alter Knabe usw.
      Rückwärts und Virgo sind aber Pleonasmen.

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    • Adrian Venetz
      Adrian Venetz says:

      Antwort eines «Gelehrten»: Es ist halt wie mit «Es gilt die Unschuldsvermutung». Oft lächerlich, aber juristisch nun mal korrekt. Dass die Strafverfolgungsbehören formal und regelkonform informieren, sollte man ihnen nicht vorwerfen.

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