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«Blick» gaga

Im Frühling spriessen auch Journalisten ins Kraut.

Man nehme: einen Zeitungsbericht aus dem fernen Ausland, zitiere den brav und demontiere ihn anschliessend im eigenen Artikel.

Fertig ist ein klassisches Boulevard-Stück, obwohl der «Blick» doch gar nicht mehr Boulevard sein will. Dabei kann er doch, wenn er will:

Das ist genialisch, perfekter Boulevard. Jede Menge Teaser schon im Titel. Porno, Musk, Indianer. Wunderbar, mehr davon.

Aber leider, leider: «Lassen die Demokraten Biden fallen?», diesen Fragetitel versteckt «Blick+» sogar hinter der Bezahlschranke. Wollen wir ihn uns plussen?

Das «Wall Street Journal» zitiere ein paar Politiker, die den US-Präsidenten Joe Biden als leicht bis schwer senil beschreiben. «So murmle er unverständlich, schliesse die Augen, verspreche sich und verwechsle Personen», zitiert Guido Felder das WSJ.

Nun kommt das pädagogische Stück. Wir führen den Leser eng auf Mann durch die wichtigsten Fragen. Wunderbar. Dazu gehört, ob das WSJ, eine der grössten, seriösesten und angesehensten Zeitungen der Welt, die einen Ruf zu verlieren hat, auch «seriös» sei. Auch die nächste Frage ist putzig: «Wie reagiert Joe Biden?» Gar nicht natürlich, hat vielleicht den Artikel des WSJ nicht verstanden oder gemeint, es gehe nicht um ihn.

Aber Scherz beiseite, so geht’s weiter. «Wie realistisch ist es, dass Biden ausgetauscht wird?» Völlig unrealistisch, aber schön, haben wir gefragt. Logische Folgefrage: «Wer würde Biden ersetzen?» Da kommen die üblichen Verdächtigen, angeführt von der farblosen Vizepräsidentin, die als Grüssaugust auf den Birkenstock geschickt wird, während Biden lieber mit George Clooney und Julia Roberts zusammen ist. Verständlich, so senil kann er doch nicht sein.

Schliesslich, logo: Hätte ein Biden-Ersatz gegen Trump eine Chance? Besser als der «Blick» könnte es auch ZACKBUM nicht formulieren: «Ein Wechsel käme einem Himmelfahrtskommando gleich

Sonst noch was? Doch, Claudia Brühwiler, USA-Expertin an der Uni St. Gallen, macht bei dem Gaga-Stück mit und will sich offenbar für etwas mediale Aufmerksamkeit den Ruf ramponieren. Sie lässt sich von den Alumni der HSG so anpreisen: «Claudia Franziska Brühwiler ist die meistgesuchte Forschende der HSG».

Allerdings zählen die Alumni unter den «neusten öffentlich zugänglichen Publikationen» von Brühwiler als jüngste Werke ein Stück in der NZZ und eines im «Schweizer Monat» auf. Von 2021, respektive 2020.

Man fragt sich: warum macht Brühwiler bei einem solchen Stunt mit? Man fragt sich auch: warum muss das Blatt mit dem Regenrohr im Logo seinen Ruf weiter ramponieren? Ist der Führungskopfsalat mit Chiefs und Heads und Chefs, ist überhaupt die oberste Chefetage nicht schon schlimm genug?

Plofessolales oder joulnalistisches Velsagen?

Auch die NZZ pflegt den modernen Recherchierjournalismus. Anfüttern lassen, draufhauen.

Die HSG hat ziemlich Pech mit ihrem Personal. Bis in die Führungsebene hinein sind die Professoren nicht gerade Lichtgestalten. Nebenjobs, Verwicklungen, Versagen. Alleine ein Johannes Rüegg-Stürm reicht aus, um das Image nachhaltig zu beschädigen.

Wohlbezahlter Vollversager als VR-Präsident bei Raiffeisen, wo er alle schummrigen Spesenabrechnungen von Pierin Vincenz durchwinkte – und gleichzeitig Direktor des HSG-Instituts für «Public Governance». Als VR-Präsident trat er mitten in der Krise zackig zurück, an seiner Professur hält er eisern fest.

Illustrierte Wirklichkeit in der NZZ. Bloss: reine Fiktion.

Nun noch das: «So weit reicht Chinas Einfluss auf Schweizer Hochschulen», titelt die NZZ ein Gewaltsstück mit republikanisch langen 20’000 Anschlägen. Die Story: ein Doktorand der HSG twittert Kritisches über die chinesische Regierung, daraufhin wird er um Ruhe gebeten – schliesslich als Doktorand rausgepfeffert.

In üblicher Manier aufbereitet und aufgepumpt

Toller Skandal, oder wie sich die NZZ mit einem szenischen Einstieg versucht: Als das Opfer vernimmt, «dass seine Tweets ihn seinen künftigen Doktortitel kosten könnten, sitzt er in seinem alten Kinderzimmer».

Er solle seine politische Ausdrucksweise auf den Social Media sofort mässigen, habe ihm seine HSG-Professorin geschrieben. Dabei hat der Student doch bloss getwittert:

«So handeln paranoide Feiglinge. Sie haben weder meinen Respekt noch meine Dankbarkeit verdient. #ChinaLiedPeopleDied»».

Wie auch immer, als ihn auch seine chinesische Freundin darum bittet, sich zu mässigen, zitiert die NZZ seine Reaktion: «Ich bin in der Schweiz, nicht in China», antwortet er. «Hier kann ich sagen, was ich will.»

Oder nicht? Nun, die NZZ weiss: «Die HSG hat fünfzehn Abkommen und damit fast doppelt so viele wie die ETH. An der HSG gibt es zudem seit acht Jahren ein «China Competence Center», dessen Ziel es ist, die «produktiven Beziehungen zu China zu stärken und zu vertiefen».»

Aha.

Dem Opfer wird dann noch sein HSG-Mail-Account gesperrt, die Professorin und die Uni will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Er ist exmatrikuliert und wird auch nicht mehr an der HSG immatrikuliert, seine Doktorarbeit ist für die Katz, «es fühlte sich an, als sei ich über Nacht eliminiert worden», jammert das Opfer.

Eine fabelhafte Geschichte. Aber eine Fabel

Das ist eine fabelhafte Geschichte. Das ist eine Fabel, keine Geschichte. Denn eigentlich stimmt daran – nichts. Ausser, dass sie sich schon vor anderthalb Jahren zutrug und das Opfer sich erst lange danach entschloss, via NZZ Rache zu nehmen.

Natürlich rudert die übrige Medienmeute gleich hinterher:

«20 Minuten» im Streubereich der Wahrheit.

Die Fakten sind folgende. Das Opfer begann tatsächlich eine Doktorarbeit an der HSG. Gleichzeitig bekam es aber auch ein Dreijahresstipendium an einer chinesischen Uni.  Ausgerechnet in Wuhan. Es fliegt dorthin, verliebt sich und schreibt an seiner Doktorarbeit. Nebenbei reicht es ein Essay über chinesische Umerziehungslager ein – und wundert sich, dass es dafür die schlechteste Note bekommt.

Nun kann man nicht gleichzeitig an zwei Unis doktorieren, bzw. das wäre ein ziemlich komplizierter Prozess. Zudem gibt es an der HSG ein Zeitlimit für das Einreichen einer Dissertation. Also wird dem Opfer geraten, sich in St. Gallen zu exmatrikulieren – in erster Linie, damit diese Zeitlimite aufgehoben wird. Eine spätere Wiederimmatrikulierung sei möglich, wird dem Opfer bedeutet.

Wenn es keine Beziehung gibt, kann die auch nicht beendet werden …

Wohlgemerkt besteht also seit 2018 keinerlei offizielle Beziehung mehr zwischen dem Opfer und der HSG. Trotzdem wird aus Goodwill das Betreuungsverhältnis fortgesetzt und der Dokorand kann auch seinen E-Mail-Account an der Uni behalten.

Aber in der NZZ darf er der Uni vorwerfen, «dass sie ihn wegen seiner kritischen Tweets hinausgeworfen hat». Nicht mal Konjunktiv im Qualitätsblatt. Es behauptet zudem: «Der NZZ liegen Kopien dieser Tweets sowie Gerbers* Korrespondenz mit der Professorin und anderen HSG-Vertretern vor. Sie stützen weitgehend die Position des ehemaligen Doktoranden.» (*Pseudonym in der NZZ.)

Es darf noch einen draufsetzen:

««Ich kann nicht fassen, dass so etwas in der Schweiz passiert ist.» Sein dreijähriger Forschungsaufwand: zerstört wegen eines Tweets.»

Ist das so? Ist eine Schweizer Uni in vorauseilendem Gehorsam eingeknickt, schmeisst einen Doktoranden raus, bloss weil der sich in ein paar Tweets kritisch über die chinesische Regierung geäussert hat?

Ein Doktorand und sein Verhältnis zur Realität

So mag das der Doktorand sich schönreden, nur: ein exmatrikulierter Student kann nicht hinausgeschmissen werden. Er kann auch nicht doktorieren. Sein Problem ist nicht die HSG, sondern die Pandemie, wegen der er nach einem nur als Kurzurlaub geplanten Besuch in der Schweiz an Weihnachten 2019 nicht mehr nach Wuhan zurückkehren konnte. Deshalb hängt seine dortige Dissertation in der Luft, deshalb wollte er sich dann wieder zur HSG zurückorientieren.

Die müsste ihn dafür aber wieder immatrikulieren, wovon sie allerdings Abstand nimmt. Dumm gelaufen. Die Rückkehr an die HSG hat sich der Doktorand spätestens mit diesem Artikel in der NZZ endgültig verbaut. Das ist seine Entscheidung.

Wieso allerdings die NZZ auch damit anfängt, sich anfüttern zu lassen, Gegenmeinungen nur kursorisch und pro forma einzuholen – und auch wider besseres Wissen am Narrativ des Doktoranden festhält – das bleibt das süsse Geheimnis der Redaktion des Weltblatts.

Immer wiederAnlass zur Warnung: die gelbe Gefahr …

Der Prorektor der HSG darf zwar richtigstellen, dass es sich um einen anderen Tweet des Doktoranden gehandelt habe, der eindeutig als «rassistisch wahrgenommen wurde». Im Übrigen sei die Betreuung rein freiwillig erfolgt und «es sei «gutes Recht» der Professorin, diese jederzeit zu beenden, wenn das Vertrauensverhältnis gestört sei. Weiter habe Gerber kein vollständiges Gesuch zur erneuten Immatrikulation gestellt, sondern versucht, seine Reimmatrikulation zu erzwingen».

Aber macht ja nix, wieso soll man sich davon den schönen Titel über einen angeblichen chinesischen Einfluss auf Schweizer Hochschulen kaputt machen lassen. Der mag ja existieren. Aber dieses Beispiel zeichnet sich nur durch eines aus: seine Untauglichkeit.

 

 

Ex-Press XXIII

Blasen aus dem Mediensumpf.

Wir wissen nichts Genaues, aber anpinkeln ist immer eine gute Idee.

 

Humorloser Tages-Anzeiger

Geraune ist die neue Währung im Gesinnungsjournalismus bis zur Besinnungslosigkeit. Und anpinkeln. Ein Meister dieser Kunst ist der Kulturredaktor Andreas Tobler vom kulturlosen «Tages-Anzeiger». «Hass ist keine Meinung», meinte Tobler hasserfüllt, als er über den deutschen Musiker Naidoo herzog. Aber er ist ein typischer Angstbeisser.

Als er sich mit Roger Schawinski anlegte, Plagiat und unsaubere Zitiermethode unterstellte, bot ihm der an, das vor offenem Mikrophon auszufechten. Tobler lehnte feige ab.

Als man von ihm wissen wollte, wieso er die Schlingensief-Imitation «Roger Köppel tötet. Tötet Köppel Roger.» verständnisvoll als «Theatermord» verharmloste – kniff er.

Wenn er nicht kneift, schreibt er ab.

Bei der WoZ im Fall der Sammlung Bührle; «Instagram löscht SVP-Video», verbellt er eine Meldung des Katzenvideo-Organs «watson». Wenn man ihm Gelegenheit zur Stellungnahme geben will, richtig, kneift er.

Bei Tobler brodelt der Bodensee – oder nicht

Jetzt hat sich der lebende Beweis, dass es im Hause Tamedia wirklich keine Kulturredaktion mehr braucht, des «Nebelspalters» angenommen. «Kampf um Satirezeitschrift», titelt er. Was für ein Kampf? Egal: «Züchtet Somm ein rechtsgerichtetes «Biest»?», fragt er dann bang. «Brodelt es am Bodensee?», so leitet er seinen wie mit der Klosettbürste geschriebenen Schmähartikel ein.

Dann benützt er fleissig das beste Hilfsmittel eines Denunzianten: den Konjunktiv in allen Abwandlungen. «Stimmung scheint angespannt, könnte für gröbere Konflikte sorgen, sei telefonisch nicht erreichbar, scheint für Gesprächsstoff gesorgt zu sein.» Wo der Konjunktiv abtritt, kommt der Vermutungsjournalismus:

«Die Befürchtung, Teil eines radikalen Umbaus zu werden, ist stark verbreitet.»

Dann werden 2 von 200 freien Mitarbeitern zitiert, die nicht mehr für den «Nebelspalter» arbeiten wollen. Und schliesslich wird ein Zitat von Andreas Thiel vergewaltigt, damit «Biest» in den Titel kann. Selbst aus der Liberalität Somms, der kein Problem damit hat, sich im eigenen Organ karikieren zu lassen, macht Tobler noch eine Sottise: «In der Zeitschrift wird er verspottet.» Das wäre nicht einmal bei Tobler innerhalb von Tamedia möglich.

Ach, übrigens: weder Mannschaft, noch Inhalt, noch Ausrichtung ist bislang mehr als nebulös bekannt. Man könnte ja auch auf das Erscheinen warten. Aber warum nicht schon vorher unken.

 

Hinterlistige SonntagsZeitung

Ende September 2020 titelte die SoZ: «Rassismus-Vorwürfe an der HSG». In bester Boulevardmanier legte sie los: «Ein ehemaliger Student und Anwalt packt aus.» Er sei abgezockt, ausgegrenzt, in eine persönliche Krise gestossen und abserviert worden. Logisch, als Brasilianer. Garniert wurde das mit den üblichen «anonymen Quellen», die von einem «institutionellen Rassismus» sprachen.

Die HSG zuckte auf Anfrage damals zusammen, nahm die ihr vorher unbekannten Vorwürfe «sehr ernst» und versprach eine Untersuchung. Die fand statt, dauerte vier Monate und kam zum Ergebnis: Alle namentlich erhobenen Vorwürfe liessen sich nicht verifizieren, alle anonymen erst recht nicht. Da diese externe Expertenkommission durchaus prominent besetzt war, fällt es schwer, ihr bezahlte Weisswäscherei vorzuwerfen.

Auf die Anfrage, ob die SoZ nun auch ausführlich dieses Untersuchungsergebnis publiziere, wich man aus; man habe zwar Einblick verlangt, aber keinen bekommen. Und die im Artikel aufgeführten Ankläger, bzw. Opfer seien nicht einmal kontaktiert worden. Was für eine Untersuchung sei denn das.

Allerdings: Das war eine vertrauliche Untersuchung, ohne Einblicksrecht für die Medien. Und die angeblich «Betroffenen», von denen nur einer namentlich bekannt wurde, sind nicht kontaktiert worden, weil sie ihre Vorwürfe niemals, mit oder ohne Namen, der HSG mitgeteilt hatten.

Ein typischer Fall, wie man einem Studienversager auf den Leim kriecht, der der HSG noch eine reinwürgen will, weil man ihm klar bedeutete, dass er den Masterkurs wohl nicht bestehen wird.

 

Unanständige NZZaS

Alt Bundesrat Moritz Leuenberger ist dafür bekannt, dass er sich für einen begabten Worteschmied hält, der auch als Satiriker bestehen kann. Leider oftmals in eigener Sache. Etwas verschwurbelt wollte er in einem Interview mit der NZZaS tiefgründelnd der Frage nachgehen, ob Lügen in der Politik manchmal legitim seien. Nach einem längeren Exkurs auf die Frage, ob er denn selbst schon gelogen habe, plauderte er munter weiter: «Kommt eine Geisel frei, ist wohl meist bezahlt worden.» Das abzustreiten, sei eine legitime Lüge.

Manchmal sollte es die Aufgabe des Journalisten sein, zumindest in seriösen Blättern, einen unter Aufmerksamkeitsmangel leidenden, schon immer an der Welt und an vielem leidenden Ex-Bundesrat vor sich selbst zu schützen. Aber wenn man einen Mitarbeiter beschäftigt, der vorher auf dem Boulevard seine Brötchen verdiente, ist’s mit solchem Anstand vorbei.

Schwafelnde NZZaS

Felix E. Müller ist eigentlich pensionierter Chefredaktor. Aber wenn Sparzwang auf Mitteilungsdrang trifft, dann werden natürlich auch Rentner reaktiviert. Denn sowohl in der NZZ wie in der NZZaS wurden die Medienkritiker nach Hause geschickt. Aber ein wenig darf’s schon sein, und bei Müller kann man sich sicher sein, dass er garantiert nicht seinen ehemaligen Brötchengeber und Zahler einer üppigen 2. Säule kritisieren wird.

Das ist sowieso nicht seine Sache, ob er sich als Fachexperte für Auslandreisen verdingt oder einem Bundesrat ein liebedienerisches Grossinterview schenkt: Müller weiss, wo er nett sein muss. Da natürlich auch Kritik an den anderen grossen Medienhäusern als NZZ-Konzernjournalismus gewertet werden könnte, wird das Personal rar, über das man herziehen könnte.

Roger Köppel ist immer ein sicherer Wert, Markus Somm war’s mal und wird’s wieder, Christoph Blocher war’s auch mal, wird’s aber immer weniger, aber die SVP im Allgemeinen und Christoph Mörgeli im Speziellen ist auch immer eine Sottise wert. Neuerdings auch René Zeyer.

 

Eiernde CH Media

Das Zitat des Monats kommt von CH Media. Da werden namenlose «PR-Profis» zitiert, die sich gleich selber in die Pfanne hauen, ohne es zu merken: «Anonyme Stimmen hätten im Kampf um die Deutungshoheit keine Glaubwürdigkeit», sagen die anonymen PR-Blödis.