Wumms: Nicole Althaus

Rechnen mit der «Chefredaktorin Magazine bei der NZZaS».

Die eigenen journalistischen Leistungen sind, aus Angst vor Sexismusanklagen ganz sanft formuliert, bescheiden. Nur in Spurenelementen vorhanden. Wir machten uns schon so unsere Gedanken darüber, und ja, der Männeranteil bei ZACKBUM beträgt haargenau 100 Prozent.

Aber Althaus ist natürlich viel genauer beim Zählen als wir.

«Der Nobelpreis für Literatur ging in den letzten zwanzig Jahren dreizehnmal an einem Mann. Aber drei der letzten sechs Preise erhielten Frauen.»

Bevor sich der (sicherlich männliche) Leser von seiner Verwirrung erholt hat, was uns Althaus mit diesem Kabinettsstückchen im Zahlenzoo sagen will, legt sie mit einem Bandwurm- (männl.) Satz (männl.) nach, der nun endgültig die Spreu (weibl.) vom Weizen (männl.) trennt:

«Solange weibliches Empfinden und Erleben marginalisiert und in eine Schublade gesteckt wird, die sicher kein Mensch anderen Geschlechts irrtümlich öffnet, womit er ungewollt in ein Neuland aus manchmal verstörend anderer Wahrnehmung und mitunter blutigen körperlichen Vorgängen tappen könnte, so lange bleibt die Frau und ihre Realität die Abweichung von der Norm.»

Also sagen wir mal so: wir haben als Mensch anderen Geschlechts die Schublade Althaus keinesfalls irrtümlich geöffnet. Dass damit Neuland aus verstörend anderen Wahrnehmungen betreten wurde, kann ZACKBUM bestätigen. Von blutigen körperlichen Vorgängen ist uns hingegen nichts bekannt. Worüber wir auch sehr froh sind.

Aber bei all dieser Zahlenbeigerei über den Anteil von Männlein und Weiblein an irgendwas, fällt uns doch sehr störend auf: wieso diese Dichotomie? Wieso diese Geschlechtsfixierung? Und wenn schon, es gibt inzwischen rund 164 verschiedene Gender, liebe Frau Althaus. Schon mal an die Repräsentanz von noch nicht geouteten Transgender mit unklarem Zugehörigkeitsgefühl gedacht?

Wie steht es denn mit verschiedenen Hautfarben? Den Homosexuellen? Körperlich Behinderten? Glatzeträgern? Ü-60? U-30? Veganern? Kannibalen? Moslems? Vertretern indigener Völker? Analphabeten? Kurzsichtigen? Einbeinigen? Rollstuhlfahrern? Trägern weisser Socken?

Das müsste doch alles auch berücksichtigt werden, wenn schon. Sonst ersetzt frau doch eine Ausgrenzung nur durch die nächste. Eine Inklusion durch eine Unzahl von Exklusionen. Und das geht doch nicht, wenn wir eine männliche Perspektive einbringen dürfen.

1 reply
  1. Noah Fetter
    Noah Fetter says:

    Und was ist mit den Rothaarigen, den Linkshändigen und den Blauäugigen? Es gibt noch viel zu tun Frau*In Althaus.

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