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Gegen den Montags-Blues

Wochenstart, Ferienstart, Wetter mies, da hilft nur ein Licht-«Blick».

Den gestaltet ZACKBUM mal wieder in Form einer Fotoromanza, denn bei dem Blatt mit grossen Buchstaben, bunten Bildern und nur gelegentlichen Geistesblitzen ist damit alles gesagt.

Wir beginnen gleich mit dem absoluten Höhepunkt (bitte Nase zuhalten):

Wollen wir die Antwort wirklich wissen?

Dann kommen wir zu dem, was der «Blick» offensichtlich für ewige Werte hält:

Denn dieser Zusammenschrieb steht sage und schreibe seit dem 26. Juni zuoberst in dieser Rubrik. Dass einige Festivals inzwischen schon Geschichte sind, who cares?

Das gilt auch für diese Rubrik:

Gut, hier werden Werbefränkli generiert, aber «wie sicher ist Wandern wirklich?», echt jetzt? Wie wäre es mit einem Ratgeber: wandern, aber richtig. Man ziehe sich Wanderschuhe an, begebe sich in ein Wandergebiet und beginne damit, einen Fuss vor den anderen zu setzen. Aber bitte schön abwechslungsweise.

Was Tamedia kann, kann der «Blick» schon lange. Eine Portion Geeiertes zu den US-Wahlen.

Die «spannende Analyse» dahinter: die Zustimmung bei demokratischen Wähler für Biden ist nach dem TV-Flop gestiegen. Aber insgesamt fällt der senile Greis gegen den Amokgreis zurück. Andere Kandidaten bei einer Auswechslung hätten noch weniger Chancen. Ausser Michelle Obama. Die will aber nicht. Also zusammenfassend: Biden bleibt Kandidat und verliert. Banal.

Und jetzt ein grosser Trommelwirbel; weltexklusiv, Breaking News:

Wer sich in Zürich nicht s auskennt: im ehemaligen Baur en Ville, im heutigen Mandarin Oriental Savoy am Paradeplatz. Die Milliardärin soll man kurz das ganze Hotel gekauft, nein, gemietet haben, man will ja nicht von kreischenden Fans beim Schlummertrunk an der Bar gestört werden. Allerdings: im Management hat’s gekracht, das Hotel wurde zu Tode renoviert, die Banker von der gegenüberliegenden CS, Pardon, UBS, werden nicht amüsiert sein, wenn sie sich durch Horden von «Swifties» kämpfen müssen.

Dann haben wir eine News von allgemeinem Interesse:

Ach, hoppla, das ist ja eine als «Blick»-Artikel verkleidete Werbung.

Dann ein Beitrag zum Thema «ach, der lebt ja auch noch»:

Geht da noch einer als Absackerchen? ZACKBUM ist sich unsicher, die Konkurrenz ist nicht klein:

Wollten wir alle das nicht schon nicht wissen?

Oder doch lieber nochmal «ach, der lebt ja auch noch»:

Oder nein, unser Favorit ist «fliegen für Dummies»:

Eigentlich müsste man hier plussen, um in den Besitz dieser heissen Infos zu gelangen. ZACKBUM will «Blick+» keinesfalls dringlich benötigte Einnahmen weggnehmen, daher verraten wir nur die drei blödesten der fünf Tipps. Hm, gar nicht so einfach, aber gut; wir probieren’s:

«Clever packen. Flugtag beachten. Clever einchecken». Und abfliegen nicht vergessen.

 

Wumms: Annik Hosmann

Schluss mit dem Frauenverquoten!

«Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.» Zu Zeiten Shakespeares wäre niemand auf die Idee gekommen, völlig absurde Forderungen aufzustellen. Aber der Redaktorin im «Ressort Zürich Leben» ist eine kaum vorstellbare Steigerung gelungen.

Annik Hosmann fordert, dass «Schluss mit Ausflüchten» sein müsse. Gar ein «Teufelskreis» müsse durchbrochen werden. Worin besteht der? «Denn auf verschiedenen Schweizer Festivalbühnen spielen diesen Sommer bedenklich wenig Frauen.» Was tun? Da nimmt Hosmann gleich mal die Sponsoren in die Pflicht:

«Ist das Thema Nachhaltigkeit mittlerweile selbstverständlich, so scheint es die Diversität noch immer nicht zu sein. Wobei es hier nur um eine Geschlechterdiversität geht – von diversen Sprachregionen oder verschiedenen kulturellen Hintergründen wollen wir in diesem ersten Schritt einmal absehen.»

Diversität? Hier ist nur von Männlein und Weiblein die Rede, wie steht es aber mit den übrigen rund 164 Genderorientierungen? Was sollen die Sponsoren denn tun?

«Geld sollte nur dann vergeben und eine Zusammenarbeit eingegangen werden, wenn ein ausgeglichenes Line-up gewährt ist. In diese Planung sollten Sponsoren Einsicht haben – und sich im schlimmsten Fall, sollten die Veranstalter nicht einlenken und mehr Frauen buchen, zurückziehen.»

Aber wenn es zu wenig Homosexuelle oder Lesben hat? Hosmann hat auch für Festivalfans einen guten Rat: «Einen kleinen Beitrag könnte theoretisch jeder und jede leisten: Wenn Open Airs, die keine oder kaum Frauen in ihren Line-ups haben, nicht besucht werden.»

Das ist weder komisch, noch absurd, noch bescheuert. Das ist brandgefährlich. Das Quotenfrauen an Festivals auftreten sollen, notfalls auch ohne ein Instrument zu beherrschen oder singen zu können, das ist dermassen vernagelt, dass man sich wieder einmal fragen muss, wieso bei Tamedia alle Qualitätskontrollen versagen und so ein Unfug mehr als einer Million Lesern serviert wird.

Hosmann geht es, da verrät sie sich, ja nur «in einem ersten Schritt» um Frauenquoten. Anschliessend kämen noch Quoten für Sprachregionen, kulturelle Hintergründe, Körpergrösse und -umfang, Haarfarbe, Behinderungen, sexuelle Orientierungen, geographische Herkunft, usw. Bis der Festivalveranstalter sich den Kopf zerbrechen darf: ich bräuchte noch einen dunkelhäutigen, transsexuell orientierten Flötisten aus Asien, der unter einer Gehbehinderung leidet und Rastas trägt und auf Vietnamesisch summt.

Es ist verblüffend, dass Redaktorinnen wie Hosmann nicht merken, dass sie ihrem Anliegen einen Bärendienst erweisen. Es ist beelendend, dass sich bei Tamedia niemand traut, eine solche Autorin vor sich selbst zu schützen, damit sie sich nicht coram publico lächerlich macht.

Die Kommentarschreiber sind in Wallungen geraten, natürlich alles Sexisten; einer bringt es ziemlich gut auf den Punkt:

»Ich frage mich, wie Frauen wie Tina Turner, Aretha Franklin, Diana Ross, Mary J Blige, Joni Mitchell, Elke Brooks, Dolly Parton, Carmel, Kim Wilde, Debbie Harry, Cher, Neneh Cherry, Miriam Makeba, Celine Dion, Whitney Houston, Melissa Etheridge, Annie Lennox, Marla Glenn, Nina Simone, Nina Hagen, Joan Baez, Chi Coltrane, Marianne Faithful, Adele, Anastacia, Lady Gaga, Madonna, usw. die Liste könnte noch um viele erfolgreiche Sängerinnen erweitert werden, es geschafft haben, sich im Musikbusiness durchzusetzen, ohne die Hilfe der Gender Fraktion.»