Kann Trump Fernhypnose?
Das würde Urs Gehrigers Geschreibsel erklären.
Zunächst die camouflierende Packungsbeilage in der «Weltwoche»: «Rechtlich betrachtet, ist Trumps Grönland-Kiste ein No-Go.»
Aber he, wieso muss man denn die Dinge rechtlich betrachten. Man sollte sie vielmehr «nüchtern» sehen, obwohl sich das dann im Fall Gehrigers als vollbesoffen herausstellt.
Also «nüchtern betrachtet – und Nüchternheit ist der beste Ratgeber in emotional echauffierten Zeiten – kann es durchaus in Europas Interesse liegen, wenn die Amerikaner für die Sicherheit auf Grönland sorgen».
Ach was. Wieso denn das? «Wenn sich um Grönland neue Transitrouten öffnen, ist das für Europäer ebenso relevant wie für die USA. Sollte sich bei diesem Rennen um Handelswege Russland durchsetzen, hat das Auswirkungen auf dessen Macht in Europa.»
Und wie würde dann diese «Sicherheit» hergestellt? «Sicherheit kann nicht durch episodisches Engagement erreicht werden. Sie erfordert ein entschlossenes langfristiges Engagement. «Wissen Sie, wie ihre Verteidigung aussieht? Zwei Hundeschlitten», spottete Trump jüngst über den dänischen Wehraktivismus. Russland und China hingegen verfügten über «Zerstörer und U-Boote überall».»
Wo soll man bloss anfangen? Vielleicht damit: wenn Präsident Trump selbst gegenüber verbündeten Nato-Mitgliedern offen mit dem Einsatz von militärischer Gewalt droht, um sich die grösste Insel der Welt anzueignen, ist das kein Beitrag zur Sicherheit.
Es ist Wildwest, Raub durch die Macht des Stärkeren, es ist der Ersatz einer regelbasierten und rechtsstaatlichen Ordnung durch Faustrecht, Willkür, durch Barbarei und hemmungslose Gier. Es ist ein weiterer Raubzug im vollen Tageslicht.
Begleitet von atemberaubender Verlogenheit. Trump behauptet, die Sicherheitsinteressen der USA würden es verlangen, Grönland zu annektieren. Denn die Verteidigung der Insel bestünde aus zwei Hundeschlitten, während sie von russischen und chinesischen Zerstörern und U-Booten umkreist werde.
Dabei vergisst der grösste Lügner aller Zeiten zu erwähnen, dass die einzige Nation, die einen Militärstützpunkt auf der Insel unterhält – die USA sind.
Dabei vergisst er zu erwähnen, dass selbstverständlich auch die USA mit Zerstörern und U-Booten präsent sind.
Dabei vergisst er zu erwähnen, dass die USA seit 1945 sukzessive ihre Militärpräsenz auf der Insel abgebaut haben und Stützpunkte aufgaben – die seither die Umwelt verseuchen.
Er vergisst zu erwähnen, dass die USA mal bis zu 10’000 Soldaten auf Grönland stationiert hatten, heute noch rund 200. Wenn es den USA also rein um die Sicherheit ginge, könnten sie problemlos und vertraglich abgesichert eine beliebige Anzahl weiterer Truppen auf Grönland stationieren und ihre alten Basen säubern und wieder in Betrieb nehmen.
Also ist das Argument «Sicherheit» schlichtweg vorgeschoben, eine glatte, offene und leicht erkennbare Lüge.
Auf die niemand hereinfällt – ausser Gehriger und ein paar weitere Dünnbrettbohrer.
Natürlich geht es – wie im Fall Venezuela – weder um Sicherheit, noch um den Schutz der Demokratie. Sondern um den Besitz von Rohstoffen und deren Ausbeutung.
Das ist so offensichtlich wie das Polarlicht.
Stattdessen irrlichtert Gehriger: «Mit dem Kauf von Grönland könnte Trump einen «Jahrhundert-Deal» landen, schreibt der Economist. Damit würde er nicht nur die Sicherheit Amerikas erhöhen, so das Wirtschaftsblatt, sondern auch die der Nato-Verbündeten.»
Abgesehen davon, dass sich auch der «Economist» irren kann: also die Sicherheit der Nato-Verbündeten würde dadurch erhöht, dass ein Nato-Mitglied einem anderen völlig illegal und notfalls mit Gewalt ein Riesenstück Land klaut? Abenteuerlich.
Mit der Begründung, dadurch würde die Sicherheit erhöht – dabei könnte sie problemlos und einfach durch die Stationierung von mehr Truppen erhöht werden. Ungeheuerlich.
Genauso bescheuert wie Gehriger reagieren allerdings bislang die Nato und die EU. Es wurden 13 (!) deutsche und ein paar französische und spanische Soldaten in die Kälte geschickt. Mit denen würden selbst die wenigen auf der Insel stationierten US-Soldaten fertig.
Und die EU wackelt aufgeregt mit vielen Zeigefingern und wiederholt mit ernster Miene, dass das ja wohl nicht anginge. Lachhaft.
Statt dem Grölaz (grössten Lümmel aller Zeiten) in seinem goldüberkrusteten Büro in Washington klar zu machen: das geht nicht, du Lümmel. Und wir haben dann zwar nicht so viele wie du, aber durchaus genügend Atomwaffen, im Fall. Also such dir ein anderes Spielfeld aus. Gibt doch genügend Gegenden der Welt, wo du US-Sicherheitsinteressen durchsetzen könntest.
Ukraine, Gazastreifen, Kolumbien, Panama, Mexiko …











