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Schlagwortarchiv für: Weltwoche

René Zeyer

Ach, Gujer

12. Oktober 2026/0 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Wenn ein Leuchtturm irrlichtert, ist Konsternation angesagt.

Der abtretende Chef und Grossdenker Eric Gujer von der NZZ seziert normalerweise messerscharf  mit seinen Wochenkommentaren. Stilistisch, intellektuell auf einem eigenen Niveau, eingebettet in bildungsbürgerliche Weltläufigkeit.

Nun kann jeder mal einen schwachen Tag haben. Und einen Titel setzen, der Programm ist: «Wie man sich täuschen kann». Allerdings schreibt Gujer dann: «Iran wird gewinnen, Trump muss kapitulieren. Das war die Einheitsmeinung bald nach Ausbruch des Krieges. Der aber dauert immer noch an. Ein Lehrstück, wie blinder Hass auf Trump den nüchternen Blick trübt.»

Wie man sich täuschen kann und mit Schwimmen gegen den Strom à la «Weltwoche» unter Wasser gerät.

Zunächst einmal im Bereich des Faktischen. So behauptet Gujer über den Verkehr in der Strasse von Hormuz: «Diese ist für iranische Schiffe unpassierbar, während Frachter unter amerikanischem Schutz das Öl zu den vor Hormuz ankernden Tankern bringen. Inzwischen erreichen die Exporte das Vorkriegsniveau.» Das liegt höchstens im Streubereich der Wahrheit, ist also falsch.

Die Formulierung «inzwischen erreichen die Exporte das Vorkriegsniveau» als Beschreibung der gegenwärtigen Lage ist irreführend. Sie beschreibt eine zwischenzeitliche Erholung Ende September, nicht zuverlässig die Situation vom 10. Oktober.

Aber auch im Analytischen wird’s für einmal dünn und fragwürdig: «Immer wieder wurde der amerikanischen Regierung vorgehalten, sie habe keine Strategie. Teheran lasse die USA ins Leere laufen. Das war nie so recht überzeugend, denn auch das Pentagon kennt die Militärgeschichte.»

Da bleibt aber die Frage, warum das selbsternannte stabile Genie im Weissen Haus denn nicht von allem Anfang an diese tolle Strategie mit der Gegenblockade gefahren ist. Bevor er Tausende von Menschen, darunter viele Zivilisten, Frauen und Kinder, getötet hat, bevor er praktisch seine gesamten strategischen Reserven an Munition verpulvert hat, bevor ihm die Iraner einen Grossteil seiner Stützpunkte im arabischen Raum zusammengeschossen haben und last not least – bevor der Ölpreis auf deutlich über 100 $ das Fass angestiegen ist.

Und Irrwisch Trump sich sogar von Russlands Präsidenten Putin Diesel liefern lässt, in einem verzweifelten Versuch, damit die Midterm-Wahlen doch noch rumzureissen. Ob da auch Gujers Diktum gilt: «Amerika kann den Krieg, den es angeblich schon verloren hat, zu tragbaren Kosten fortführen.» Bislang kostet das erfolglose Abenteuer rund 47 Milliarden Dollar, die gesamten Kriegskosten schlagen pro US-Haushalt mit bis zu 1200 Dollar zu Buche. Für die meisten Amis kein Klacks.

Dann hebt Gujer in ein Paralleluniversum ab, als hätte er sich die Beschreibungen Russlands und Putins in der «Weltwoche» zum Vorbild genommen:

«Der Präsident straft seine zahllosen Kritiker Lügen. Diese sollten sich endlich zu der Einsicht durchringen, dass Emotionen keine nüchterne Analyse ersetzen. Abscheu und Hass allein genügen nicht, um das Phänomen Trump zu erklären. Trotz Sprunghaftigkeit und bizarren Reden beweist er ein erkleckliches Mass an Rationalität.»

Das beweist Trump höchstens in der ungeheuerlichen Selbstbereicherung seines gesamten Clans, ein nie dagewesener Raubzug am helllichten Tag eines US-Präsidenten.

Dagegen: «Europäische Staatsmänner – vor allem die sozialdemokratischen – betrachten den Persischen Golf aus der Froschperspektive des frustrierten Tankstellenkunden. Strategische und geopolitische Überlegungen scheinen ihnen fremd zu sein. Keiner von ihnen spricht die einfache Wahrheit aus, dass Iran zusammen mit dem Islamismus die grösste Bedrohung der westlichen Sicherheit im Nahen Osten ist.»

Vielleicht könnte man da auch noch das despotische Saudi-Arabien erwähnen, oder Israel.

Nach einer Philippika gegen Brüssel, die sogar im Ventilieren der Möglichkeit einer Ablehnung des neusten Vertragspakets durch die Schweiz gipfelt, schliesst Gujer: «Gegen so viel Aktionismus und Opportunismus wirkt der amerikanische Präsident geradezu berechenbar.»

Trump ist schon vieles vorgeworfen worden. Aber dass er berechenbar sei, darauf muss man erst mal kommen.

ZACKBUM wünscht gute Besserung, denn ohne einen Gujer in Normalform ist die Schweizer Medienlandschaft noch elender.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/10/Bildschirmfoto-2026-10-10-um-08.47.23.png 354 920 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-10-12 05:00:562026-10-10 09:42:17Ach, Gujer
René Zeyer

«Weltwoche» und Putin

5. Oktober 2026/15 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Wenn schon Irrtum, dann richtig.

Die Unfähigkeit der «Weltwoche», den Kreml-Herrscher zu begreifen oder seine Absichten zu verstehen, hat eine lange Geschichte.

Ausgerechnet an dem Tag, an dem Putin in die Ukraine einmarschieren liess, publizierte die «Weltwoche» die Titelstory «Der Missverstandene». So nach der Devise «er will doch nur spielen».

Das erinnerte fatal an «La crise n’existe pas», eine Jubelgeschichte über «UBS und CS wieder auf dem Vormarsch», publiziert ausgerechnet an dem Tag, als die UBS zu Kreuze kriechen und Staatshilfe erbetteln musste.

Neben dem Autor und regelmässigen Mitarbeiter von «Russia Today» Thomas Fasbender widmeten sich ganze sieben Artikel dem grossen Missverstandenen im Kreml. In einer «Kleinen Psychologie der Putin-Kritik» versteigt sich Hobby-Historiker Roger Köppel von einem schrägen historischen Vergleich zu einer Abrechnung zwischen «Tradition, Familie, Patriotismus, Krieg, Religion, Männlichkeit, Militär, Machtpolitik und nationale Interessen», verkörpert durch Putin.

Der sei eine «wandelnde Kriegserklärung an den Zeitgeist, an die «Woke»- und «Cancel-Culture», der unsere Intellektuellen und viele unserer Politiker so inbrünstig huldigen». Also kurz, er entlarve «den hohlen Moralismus seiner Gegner. Und die Dekadenz des Westens.» Der gesunde Naturbursche Putin, der sich gerne mit nacktem Oberkörper auf dem Pferd präsentiert, als Gegenbild zum verweichlichten westlichen Intellektuellen, der unter Bedenkenträgerei fast zusammenbricht.

Das war vielleicht peinlich. Wird aber konsequent weitergeführt. Auch nachdem die nur wenige Tage dauernde «militärische Spezialoperation» zu einem jahrelangen Abnützungskrieg mit Zehntausenden von Toten und immensen materiellen Schäden auf beiden Seiten geworden ist.

Aktuell warnt Köppel immer verzweifelter vor einem möglichen Krieg in Europa. Woran, wenn es denn stattfinden sollte, einer nicht schuld ist. Der Friedensfürst im Kreml.

Der wird wieder mal absichtlich missverstanden, dabei sagt er doch glasklar, laut WeWo:

«Viele Menschen in Europa, so Putin, sagten inzwischen, sie erwarteten einen Angriff Russlands und müssten sich deshalb auf Kampfhandlungen und einen Krieg mit Russland vorbereiten. Genau dieser Darstellung widersprach der russische Präsident ausdrücklich.

«Ich möchte noch einmal betonen, dass wir uns nicht auf Kampfhandlungen mit Europa vorbereiten», sagte Putin. «Wir haben keine derartigen Pläne, keine Gründe dafür und vor allem keine wirklichen Motive, die Lage mit Europa zu verschärfen – unabhängig davon, was gesagt wird, auch von den baltischen Staaten.»»

Das entlarvt natürlich alle gegenteiligen Befürchtungen als typische Propagandalüge, ja Kriegshetze des Westens.

Denn niemals nicht macht die ehrliche Haut in Moskau das Gegenteil von dem, was er sagt. Das beweisen seine treuherzigen Ankündigungen vor seiner Invasion der Ukraine.

Noch im Dezember 2021 behauptete er, «wir bedrohen niemanden». Noch am 15. Februar 2022, neun Tage vor dem Angriff, antwortete er auf die Frage, ob es Krieg geben würde: «Wollen wir einen Krieg oder nicht? Natürlich nicht.»

Am 20. Februar 2022, vier Tage vor Kriegsbeginn, sagte der russische Botschafter in Washington Anatoli Antonow: «Es gibt keine Invasion, und es gibt auch keine solchen Pläne.»

Bei solch tiefer Wahrheitsliebe ist es völlig klar, dass man auch heute seine Beteuerungen, dass keine Mauer gebaut werde, Pardon, dass sich Russland auf keine Kampfhandlungen gegen Europa vorbereite, unbedingt Glauben schenken sollte.

All die kleineren oder grösseren Provokationen, die Behauptung Deutschlands, Russland stecke hinter dem missglückten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig, das sind westliche Propagandalügen, gegen die sich der grosse Missverstandene zu wehren versucht.

Schön, dass es wenigstens ein Organ gibt, das ihm Gerechtigkeit widerfahren lässt. Eigentlich sollte die WeWo all diese unzähligen Gegen-den-Strom-Geschichten mit einer Unterzeile versehen:

Statt «Proletarier aller Länder, vereinigt euch», sollte es heissen: Wahrheitsliebende aller Länder.

Denn inzwischen hatte Köppel seine Sternstunde. Präsident Putin höchstpersönlich geruhte, ihm ein paar nichtssagende Antworten zu geben, was die Journaille in der Schweiz in Schnappatmung versetzte.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-30-um-09.18.36.png 235 994 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-10-05 05:00:382026-10-04 12:11:45«Weltwoche» und Putin
René Zeyer

Ach, Alex

27. September 2026/14 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Alex Baur und Benjamin Netanjahu. Zwei Schwätzer liegen sich verbal in den Armen.

Der eine ist ein mutmasslicher Kriegsverbrecher, der andere ein geschichtsvergessener Journalist.

«Es gibt keinen Nationalsozialisten und keinen völkisch Gesinnten, der von der Schwatzbude am Königsplatz irgendeine mannhafte, deutsche Tat erwartet.» Schrieb 1927 der Nazi und spätere Reichsminister Wilhelm Frick über den Berliner Reichstag. Er wurde in den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und gehängt.

«Die Uno in New York ist eine Schwatzbude, in der Regierungschefs eine internationale Tribüne primär für Botschaften an die eigene Bevölkerung nutzen», schreibt Alex Baur in der «Weltwoche» in einer Lobeshymne auf die genau dafür bestimmte Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Er wird steckbrieflich gesucht, wegen des hinreichenden Verdachts auf Kriegsverbrechen wie das Aushungern von Zivilisten, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mord und vorsätzlich gegen die Zivilbevölkerung gerichtete Angriffe.

Das ist ein biblisches Auge um Auge, Zahn um Zahn gegen die Gräueltaten der fundamentalistischen Wahnsinnigen von der Hamas.

Gegen mehrere Korruptionsprozesse schützt Netanjahu nur die Immunität seines Amtes. Seine Kabinettsmitglieder übertreffen sich mit menschenverachtenden Aussagen. Der damalige Verteidigungsminister Yoav Galant sagte 2023 gegenüber der Bevölkerung Gazas: «Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und verhalten uns entsprechend.» Der Minister für Kulturerbe hielt den Einsatz der Atombombe für «eine Möglichkeit». Offen wird mit einem erzwungenen Exodus der gesamten Bevölkerung geliebäugelt.

Netanjahu selbst verteidigt die Verbrechen israelischer Siedler im Westjordanland und behauptete in seiner Rede vor der Uno: «Israel des Genozids zu beschuldigen, ist die grösste Lüge des Jahrhunderts.» Den Angriffskrieg gegen den Iran bezeichnete er als alternativlos. «Wenn wir das nicht getan hätten, wären wir alle tot.»

Den europäischen Regierungen hingegen warf er Verweichlichung vor: «Sie haben sich für Schwäche entschieden. Sie haben sich für Appeasement entschieden.»

Die fast vollständige Zerstörung des Gazastreifens und das Massaker an seiner Bevölkerung mit mindestens 73’000 Toten. Der militärische und politische Fehlschlag des Angriffs auf den Iran, der die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht.

Die barbarischen Verbrechen der Hamas und des Ayatollah-Regimes in Teheran sind das eine. Der Versuch, Konflikte durch die völlige Zerstörung des Gegners zu beenden, ist das andere, Aussichtslose.

Aber für Baur war diese Ansprache «eine rhetorische Glanzleistung, in der er (Netanjahu, Red.) die Absurdität der globalen Israel-Phobie ebenso plastisch wie drastisch sezierte. Jedes Wort ein Volltreffer.»

Da haben sich zwei getroffen. Ein Politiker, der Israel zu einem weiteren Paria in der internationalen Gemeinschaft gemacht hat. Der die Grenzen überschreitet, wo das Gute im Kampf gegen das Böse – und natürlich kann man den Kampf gegen die Hamas und die Ayatollahs so paraphrasieren – selbst so böse wird, dass es seine moralische Legitimation verliert.

Und ein Journalist, der gleich im ersten Satz seiner Ode an einen mutmasslichen korrupten Kriegsverbrecher den mehr als angebräunten Begriff der Schwatzbude verwendet. Weil ihm offensichtlich historische Kenntnisse abgehen.

Selbst die israelische Serie Fauda geht mit dem Chaos des Konflikts zwischen Palästinensern und Israelis differenzierter um als der Brachialrhetoriker und der Banaljournalist.

«Israels Premier ragte heraus aus einem Meer von Mittelmass und Heuchelei», lobhudelt Baur. Herausragend war’s tatsächlich. Es war eine verbale Kriegserklärung an den gesunden Menschenverstand, es war eine perspektivlose Kampfrhetorik, mit der Netanjahu auch Freunde Israels vor den Kopf stösst und die israelische Gesellschaft spaltet wie kein Regierungschef vor ihm. Sicher spricht er nicht für die Mehrheit der Israelis.

Es geht ihm nicht etwa um eine Perspektive für das mittelfristige Überleben des israelischen Staates. Sondern um sein eigenes ausserhalb des Knasts.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-26-um-14.24.59.png 403 1037 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-09-27 05:00:022026-09-26 15:37:42Ach, Alex
René Zeyer

«Arschloch» Mike Müller

21. September 2026/19 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Der Einzige, der Dick und Doof als Solist spielen kann.

Der Komiker kann nicht zählen. Auf Elon Musks Plattform X poltert er:

«Was ich nicht so verstehe, warum der Kanzler eines achtzig Mio.-Landes wegen einer knappen Million Nazis in einem gescheiterten Gliedstaat zurücktreten soll.»

Eigentlich versteht er gar nichts. In Sachsen-Anhalt haben insgesamt 1,3 Millionen gewählt. Davon 576’000 die AfD. Aber weder sie, noch die Wähler der SPD, CDU oder der Grünen sind Nazis. Und Sachsen-Anhalt ist kein Gliedstaat, sondern ein Bundesland, das nicht weiss, dass es gescheitert sein soll. An was auch, an Mike Müller etwa?

Der Komiker kann nicht lesen. «Der Weltwoche-Autor René Zeyer stellt fest, gewisse Begriffe im AfD-Programm seien «deutlich angebräunt». Fun fact: es stört ihn nicht.»

Der Komiker ist auch hier nicht komisch. Der Autor schrieb, dass der Begriff «Verzicht auf kulturfremde Fachkräfte» deutlich angebräunt sei. Wie der Staatshumorist daraus schliessen kann, dass ihn das nicht störe, versteht keiner.

Anschliessend zeigte er durch einen Vergleich mit den Wahlprogrammen der CDU, der SPD und des BSW, wie austauschbar sie sind. Aber das war offensichtlich zu hoch für Müller.

Sein primitives Gepolter gegen die meisten Wahlbeteiligten in Sachsen-Anhalt brachte ihm eine Strafanzeige von Peter Müller ein. Er ist der Sohn des Milliardärs Theo Müller («Alles Müller, oder was?») und lebt in der Schweiz.

Er hat seinen Namensvetter wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beschimpfung angezeigt. Gegenüber dem «Blick» sagt er: «Ich finde es schockierend, wie Mike Müller die Wähler einer demokratischen Partei pauschal mit den schlimmsten Verbrechern der deutschen Geschichte gleichsetzt.»

Hat Dick und Doof wenigstens ein wenig Einsehen? «Es ist Wasser auf die Mühlen der SVP, wenn es Ausländer gibt, die sich schlecht benehmen», will er wieder komisch sein. Und noch ein Brüller: «Ich würde nie Milch trinken, die so heisst wie ich.»

Eigentlich heisst er Michael Müller, aber das war ihm offensichtlich nicht komisch genug, also liess er sich im Handelsregister als «Michael genannt Mike Müller» eintragen.

Schon während den Corona-Zeiten fiel er durch Brachial-Beleidigungen auf und beschimpfte einen Impfskeptiker als «ungeimpftes Arschloch».

Gegen Christoph Mörgeli rülpste er diese Geschmacklosigkeit: «Und Sie? Fahren Sie zusammen mit Roger Köppel zu einer Gruppenvergewaltigung im Donbass?» Überhaupt haben es ihm SVP-Politiker angetan. Über Andreas Glarner: «Übelste Denkfaulheit. Rechtsextreme Gosse.» Über die SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann: «Solange sich Profis nicht inszenieren wie rassistische SVP-Nationalrätinnen, müssen wir uns keine Sorgen machen.»

Muss man sich über den Komiker, der nicht komisch ist, Sorgen machen? Eigentlich nicht, denn schliesslich darf sich jeder öffentlich zum Deppen machen. Und schliesslich ist Müller oder wie oder was der lebende Beweis für die Pisa-Studie. Rechenschwäche, Leseschwäche, Denkschwäche und Ernährungsschwäche, die zu Adipositas geführt hat.

Wahrscheinlich Frustfressen, weil ihn keiner komisch findet.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-20-um-12.41.28.png 606 1060 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-09-21 05:00:202026-09-20 15:50:34«Arschloch» Mike Müller
René Zeyer

Der islamistische Terror

28. Juli 2026/9 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Das Ende der Willkommens-Unkultur.

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz zählt rund 27’200 Personen, die islamistischen Organisationen oder Strömungen zugerechnet werden. Davon seien mehr als 9000 potenziell gewaltbereit. Insgesamt leben 5,5 Millionen Muslime in Deutschland.

Zunächst die Packungsbeilage: natürlich gibt es auch friedliebende Anhänger der mittelalterlichen, niemals reformierten Religion: «Wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet …» (Sure 9:5).

Ausgerechnet am Christopher Street Day hat ein fundamentalistischer Wahnsinniger wieder zugeschlagen. Bei Weitem nicht so erfolgreich wie das Attentat am 14. Juli 2016 in Nizza. Am französischen Nationalfeiertag raste Mohamed Lahouaiej-Bouhel mit einem 19-Tonnen-LKW durch die feiernde Menschenmenge, tötete 86 Menschen und verletzte mehr als 400. Als er anschliessend das Feuer auf Polizisten eröffnete, wurde er erschossen.

In Berlin sieht das anders aus:

Eine Tote, 29 zum Teil lebensgefährlich Verletzte. Der Täter war polizeibekannt und nur auf freiem Fuss, weil er in den Genuss einer sogenannten Vorbewährung kam. Dazu gehörte die Teilnahme an sogenannten Deradikalisierungsprogrammen. Den dritten Termin nächste Woche kann Abdoul Ball-out nicht mehr wahrnehmen.

Nun beginnen wieder die üblichen Rituale. Die einen fordern verstärkte Überwachung und Massnahmen, die anderen warnen vor der Diskriminierung einer ganzen Glaubensgemeinschaft. Einzeltäter, dessen Mordanschlag man nicht auf den Islam zurückführen könne – oder radikaler Gläubiger des Koran. Auf jeden Fall wird am Schluss wieder übrigbleiben: gut, haben wir drüber geredet.

Es gibt allerdings ein Detail, das in den grossen Medien bislang en passant abgehandelt wird. Der mutmassliche Täter (so viel Unschuldsvermutung muss sein) wurde in einer Schrebergartensiedlung aufgespürt. Die wurde von der Polizei umstellt und dann abgeriegelt.

Schliesslich marschierte ein SEK auf, ein Sondereinsatzkommando der Polizei. Es handelt sich um eine hochspezialisierte Einheit der Landespolizeien, die für besonders gefährliche Einsätze ausgebildet ist. Die Beamten des SEK absolvieren eine anspruchsvolle Auswahl und eine intensive Spezialausbildung. Sie sind unter anderem in Schiesstechnik, taktischem Vorgehen, Nahkampf, Abseilen, Sprengen von Zugängen sowie medizinischer Erstversorgung ausgebildet.

Auf diese Rambos soll der Islamist mit einer Machete bewaffnet losgegangen sein. Und wurde, wie Ohrenzeugen berichten, mit mehreren Salven erledigt.

Das provoziert die Frage, wieso diese bis an die Zähne bewaffneten, mit Körperschutz und allen Arten von Waffen ausgerüsteten Spezialisten sich nicht anders zu verteidigen wussten, als einen mit einem langen Messer Bewaffneten zu durchlöchern. Laut Ohrenzeugen sollen zweimal vier Schüsse abgegeben worden sein.

Die Berliner Polizei hat 2025 insgesamt 154 mal Schusswaffen abgefeuert. In 115 Fällen wurde auf Tiere geschossen, 16 Schüsse lösten sich unbeabsichtigt, in lediglich vier Fällen wurde auf Menschen geschossen (ein Toter, zwei Verletzte).

Sind Beamte des SEK nicht in der Lage, den lediglich mit einem Messer Bewaffneten durch Schüsse kampfunfähig zu machen? Schon alleine, damit er vernehmungsfähig bleibt und mögliche Hintermänner oder Unterstützerorganisationen enttarnt werden können.

Die «Weltwoche» insinuiert eine Hinrichtung. Das dürfte wohl zu weit gegriffen sein, wir sind hier nicht in Russland. Aber dieses Ende eines Terroristen sollte genauer untersucht werden.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-27-um-12.21.43.png 536 974 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-07-28 05:00:222026-07-28 00:25:43Der islamistische Terror
René Zeyer

Zensur-Skandal

12. Juli 2026/4 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Der Fall des Schweizers Jacques Baud zeigt allgemeines Versagen.

Am 15. Dezember 2025 wurde der Schweizer Oberst a.D. Baud vom Ministerrat der EU als Nummer 57 auf eine Sanktionsliste gesetzt. Der Rat begründete dies damit, Baud sei ein regelmässiger Gast in russischen Medien und verbreite nach Auffassung der EU pro-russische Propaganda sowie Desinformation über den Ukrainekrieg. Zu den Massnahmen gehören das Einfrieren von Vermögenswerten in der EU und das Verbot, ihm wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen; ausserdem gelten Einreise-, bzw. Ausreisebeschränkungen.

Das bedeutet für den in Brüssel lebenden Publizisten, dass er nur dank Nachbarschaftshilfe in seiner Wohnung bleiben kann und etwas zu essen hat. Skandal Nummer eins.

Er kann nicht in sein Heimatland Schweiz ausreisen, auch seine hiesigen Konten sind gesperrt, obwohl die Schweiz diese Sanktion nicht mitträgt. Skandal Nummer zwei.

Dieser Ministerrat ist eine demokratisch wackelig legitimierte Dunkelkammer der EU, in den je nach Thema die Mitgliedstaaten dafür zuständige Minister entsenden. Dennoch hat er zentrale Funktionen in der dysfunktionalen EU, beispielsweise die Verabschiedung von Gesetzen. Und das Erlassen von Sanktionen gegen Einzelpersonen. Skandal Nummer drei.

In einer Pressekonferenz machte Baud einmal mehr klar, dass er sämtliche Vorwürfe kategorisch zurückweise. Er habe in seinen Publikationen lediglich versucht, darzulegen, welche Motive die Kriegsparteien im Ukrainekonflikt hätten. Er habe sich niemals für russische Propaganda einspannen lassen. Skandal Nummer vier.

Die EU-Kommission widerspricht. «Man habe Beweise dafür, dass die gelisteten Personen «für Handlungen oder politische Massnahmen verantwortlich sind, die die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit, die Stabilität oder die Sicherheit untergraben», sagt die Sprecherin Anitta Hipper auf Anfrage. Dies schliesse die «Planung, die Anordnung oder Unterstützung von Informationsmanipulation und Einmischung» ein», zitiert sie die NZZ, die als einziges Schweizer Medium über diese PK berichtete. Skandal Nummer fünf.

Weiter in der NZZ: «Die Frage, ob man diese Beweise vorlegen könne, verneint Hipper jedoch. Aus Gründen des Datenschutzes könne man diese ausschliesslich an die betroffenen Personen oder deren Rechtsvertreter übermitteln. Baud und sein Team bestreiten jedoch, je eine Begründung erhalten zu haben, die über die kurze, öffentlich zugängliche Zusammenfassung der Vorwürfe hinausgegangen sei.» Skandal Nummer sechs.

Wirr-Organe wie die WoZ hingegen applaudierten diesem Zensurentscheid der EU: «Die Wochenschrift der linken Denkungsart macht sich mit rechten Schwätzern gemein», kritisierte ZACKBUM diese Denunziation nach dem Prinzip Kontaktschuld. Unsere damalige Schlussfolgerung: «Neuerdings reimt sich WoZ offenbar auf kotz.» Dass eine solche allen Grundprinzipien der Meinungsfreiheit widersprechende Massnahme auch von linken Kreisen applaudiert wird: Skandal Nummer sieben.

Wenn vom publizistischen Schaffen Bauds tatsächlich eine solch dramatische Gefahr ausgehen sollte, könnte man versuchen, weitere öffentliche Stellungnahmen von ihm zu verbieten. Besser wäre es allerdings, ihnen im freien Diskurs zu widersprechen. Aber seine Existenzgrundlage zu gefährden, ihn schlichtweg von einem Tag auf den anderen ohne Vorwarnung von allen finanziellen Mitteln abzuschneiden, das ist ungeheuerlich. Skandal Nummer acht.

Seine Möglichkeiten zur Gegenwehr sind beschränkt. Er kann einen Antrag auf Überprüfung bei eben diesem Rat stellen. Er kann Klage beim Gericht der Europäischen Union einreichen. Was ihm nur möglich ist, weil ihn Anwälte pro bono, also kostenfrei, vertreten. Trotzdem sind seine Erfolgsaussichten beschränkt; bis zu einem rechtsgültigen Urteil kann es Jahre dauern. Vielleicht endet das mit einer biologischen Lösung, Baud ist gerade 71 Jahre alt geworden. Skandal Nummer neun.

Meinungsfreiheit darf nur durch klare gesetzliche Bestimmungen begrenzt werden. Grundlose Willkürzensur durch demokratisch höchstens wackelig legitimierte EU-Dunkelkammern müssten mindestens zu einem Aufschrei in den Medien wie in den Fällen Assange oder Snowden führen. Stattdessen bewegt sich kaum ein Blatt im Blätterwald. Mit der verdienstvollen Ausnahme der «Weltwoche». Skandal Nummer zehn.

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Dieser Artikel erschien zuerst in der «Weltwoche online» hinter der Aboschranke.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-03-um-12.20.06.png 524 1177 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-07-12 05:00:592026-07-11 15:27:46Zensur-Skandal
René Zeyer

Ensemble für ein Schmierentheater

2. Juni 2026/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Es folgt die Mannschaft in alphabetischer Reihenfolge.

Jean-Martin Büttner, Fabian Eberhard, Dominik Feusi, Markus Somm und als Special Guest Star Roger Köppel.

Was wird genau aufgeführt? Ein Ein-Personen-Stück und eine gemeinsame Leistung, bzw. Schmiere. Der Prolog stammt vom Ein-Mann-Recherchierteam Fabian Eberhard. Das ist der stellvertretende Chefredaktor des «SonntagsBlick», der nicht mal die Büroräumlichkeiten des Internetradios Kontrafunk findet. Daraus aber eine grosse Fake-Enthüllungsstory bastelte.

Das ist der Denunziant, der titelt «Russland nutzt «Weltwoche» für Propaganda-Operation». Und ausholt: «Tatsächlich verbreitet das Blatt von Roger Köppel seit Russlands Angriff auf die Ukraine immer wieder plumpe Putin-Propaganda.» Um aber im Lead zurückzukrebsen: «Der Bayerische Verfassungsschutz stellte die Zeitung deshalb an den Pranger – nun muss er zurückkrebsen».

ZACKBUM nannte diese Methode «Ich sage nicht, Sie sind ein Arschloch». Nun hat Eberhard einen neuen «Scoop» gelandet:

Das hat dem zweiten Kopf neben Markus Somm beim «Nebelspalter» die ersehnte neue Stelle in der Wirtschaftsredaktion der NZZ gekostet. Es wäre tatsächlich die Frage gewesen, was der Mann von Wirtschaft versteht. Wenn man sich die Zahlen des «Nebelspalter» anschaut: nichts. Nach diversen Sparmassnahmen musste Feusi dort so ziemlich alles machen, während sein Chef Somm auch auf allen Kanälen wenig Sinniges und viel Unsinniges verzapft («die Israeli sind die Guten, man sollte Moskau bombardieren»).

Was tun, wenn das Hirn leer, aber der Internetauftritt noch leerer ist? In der Not greift der Journalist zum Plagiat. In diesem Fall schrieb Feusi fast eins zu eins eine Schwachsinns-Meinung des britischen «Telegraph« ab. Immerhin hat Eberhard hier recherchiert und kommt zum Ergebnis: «Eine Analyse von Blick zeigt, dass rund 90 Prozent des Textes von Feusi nahezu eins zu eins vom britischen Original übernommen wurden.» Das untermauert er sogar in seinem Artikel.

Die Untat geschah schon im Herbst 2024. Und sei damals einem Redaktor der alten Tante aufgefallen: «Das Blatt aber sah schliesslich davon ab, das Plagiat publik zu machen. Warum, ist unklar.*» Das Sternchen hat sich Eberhard eingebrockt, weil er was behauptete, was er nicht belegen konnte: «* Hinweis: In einer früheren Version stand, Markus Somm hätte laut Insidern bei der «NZZ» interveniert. Laut Somm stimmt das nicht. Der eine Satz wurde deshalb entfernt.»

Geht doch nichts über eine versuchte Anpinkelei nach der Devise «ich sagen nicht, dass Sie …». Auf jeden Fall hat nun die NZZ herausgefunden, «dass dieser Sachverhalt mit ihren publizistischen Grundsätzen nicht vereinbar ist». Und bevor Feusi am 1. Juli seine Stelle hätte antreten können, ist er schon weg. Erinnert etwas an Patrizia Laeri, aber das wäre wieder eine andere Story.

Während Somm das macht, was man halt so macht, wenn etwas sehr Peinliches passiert ist – abwiegeln –, tritt Eberhard fröhlich nach: «Bevor Gujer 2015 die Chefredaktion übernahm, scheiterte ein Versuch rechtsbürgerlicher Kreise, Markus Somm an die Spitze der «NZZ» zu hieven, am Widerstand der Redaktion. Nun scheitert auch der Transfer von Somms Schützling Feusi.»

Schützling, Transfer? Feusi wollte offensichtlich seine Arbeitsplatzsicherheit erhöhen und nicht länger im roten Bereich Storys liefern müssen. Einen, wie heisst’s so schön, «rechtsbürgerlichen» Journalisten abschiessen wegen eines Uralt-Plagiats, die feine Art ist anders. Das ist die hämisch-schäbige Art, wobei Eberhard offensichtlich aus der NZZ angefüttert wurde.

Allerdings muss man Feusi tatsächlich vorwerfen, dass vor und während den Zeiten von KI es doch das Mindeste ist, einen plagiierten Text wenigstens neu zu mixen und kräftig durchzuschütteln. Aber daran sind auch schon viele Doktoranden gescheitert.

Eberhard hat das Problem des Plagiats weniger. Denn was er selbst erfindet, hat er ja exklusiv und muss dafür auch nichts direkt abschreiben.

Zwei grosse Koryphäen des Metiers.

Ach, dann wäre da noch Jean-Martin Büttner. Seit er den Sparmassnahmen bei Tamedia zum Opfer fiel, eiert er zwischen seinem ehemaligen Blatt Tagi, der «Weltwoche» und anderen Organen herum. Und tut im «Magazin» etwas, wofür selbst ZACKBUM die Worte fehlen:

Daraus macht das «Magazin», inzwischen völlig schamfrei, seine Titelstory:

Acht Seiten, schonungslos bebildert, schonungslos entblösst, wie dem Journalisten die Finger seiner linken Hand abhanden kamen. Und was das für ihn bedeutet. Früher hätte man den Mann vor sich selbst geschützt und ihm nahegelegt, das seinem intimen Tagebuch anzuvertrauen. Heutzutage hilft man ihm bei der Selbstentblössung. Unsäglich, schändlich.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-01-um-17.10.59.png 560 1135 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-06-02 05:00:392026-06-01 20:55:52Ensemble für ein Schmierentheater
René Zeyer

Wumms: Lorenzo Petrò

16. Mai 2026/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Das Tiefenlot muss für den Tagi schon wieder verlängert werden.

Petrò hat «an der ZHAW Journalismus-Praxis unterrichtet und verbringt seine Freizeit auf einem Quartierhof in der Stadt. Seinem Interesse für Mensch, Boden, Tier und Wurst geht er in unterschiedlicher Intensität auch immer wieder beim Schreiben nach».

Seinem Interesse für Wurstigkeit geht er hier nach:

Das schlägt nun der Wurst die Krone ins Gesicht, oder so. Köppel mache auf Charlie Kirk? Man erinnert sich: der politische Aktivist stellte sich in Podiumsdiskussionen in den USA mit seinen erzkonservativen Ansichten der offenen Debatte an Universitäten. Bis er am 10. September 2025 in Utah bei einer solchen Veranstaltung erschossen wurde.

Kurz darauf kündigte der Besitzer und Chefredaktor der «Weltwoche» an, dass er eine Diskussionsreihe «Köppel auf dem Campus» starten werde. Es dauerte acht Monate, bis der Verein der Studierenden der Uni Zürich (VSUZH) den Mut fand, ihn tatsächlich einzuladen:

Das gibt natürlich unter den angehenden Akademikern der Uni ein grosses Hallo. Dabei zeigt sich, dass einzelne Vertreter unserer geistigen Elite das intellektuelle Niveau einer Stubenfliege haben.

«Einer aus der 5.Kolonne… Nichts gelernt seit dem 2. Weltkrieg …Komplett unnötig persone ihlade und e bühni büüte wo nur wänd werbig für ihri krude ahsichte und ihstellige mache … Zudem solltet ihr offenlegen, was Roger Köppel für dieses Format erhält oder verlangt hat … Ihr hättet einfach «Nein» sagen sollen … de chan grad wider gah …»

Unmöglich, schliesslich falle Köppel «seit Jahren durch rassistische, frauenfeindliche und demokratiepolitisch problematische Aussagen» auf, holzt ein anderer Anonymus.

Dumm wie Brot, diese Studenten; offenbar reine Verschwendung von Steuergeldern, ihnen akademische Bildung zuteil werden zu lassen. Dass Erkenntnis nur im offenen Schlagabtausch verschiedener Meinungen möglich ist, dass niemand gezwungen ist, an dieser Veranstaltung teilzunehmen – das ist diesen beleidigten Schneeflocken in ihrer Gesinnungsblase egal.

Was will uns nun der Tagi-Redaktor mit seinem launigen Titel sagen? Wenn Köppel auf Kirk mache, soll damit angedeutet werden, dass ihm auch das gleiche Schicksal blühen könnte? Wird er damit zum Abschuss freigegeben?

Wäre nicht das erste Mal. Als er mutig die Mohammed-Karikaturen nachdruckte, war es nur dem aufmerksamen Sicherheitsdienst zu verdanken, dass ein fundamentalistischer Wahnsinniger mit Messer nicht zu ihm vordringen konnte. Als das schlecht benannte «Zentrum für politische Schönheit» 2016 angeblich per Exorzismus «den Schleicher» aus Köppel austreiben wollte («Tötet Roger Köppel! Köppel Roger tötet!») und einen Saubannerzug Richtung seines privaten Wohnsitzes begann, brachte er seine Familie vorsichtshalber in einem Hotel in Sicherheit. Die Aktion endete dann allerdings kläglich schon an der Stadtgrenze von Zürich.

Und nun titelt der gleiche Tagi, der das damals als verzeihliche Ankündigung eines «Theatermords» verharmloste, dass Köppel einen auf Kirk machen wolle.

Wetten, dass erregte Demokratieretter und Befürworter der freien Meinungsäusserung – solange es ihre Meinung ist – versuchen werden, die Veranstaltung zu verhindern? Dieser Titel dazu ist im besten Fall geschmacklos, im schlechtesten Fall hetzerisch.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-05-16 05:00:552026-05-15 17:53:43Wumms: Lorenzo Petrò
René Zeyer

Verzweiflungstaten

26. April 2026/3 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Was haben drei Ereignisse gemeinsam?

Auf den ersten Blick scheinen sie nicht viel miteinander zu tun zu haben.

Christian Brönnimann, ehemals «Recherchedesk» von Tamedia, ist als Mediensprecher zur Bundesanwaltschaft (BA) gewechselt.

Michèle Binswanger, langjährige Redaktorin bei Tamedia, wechselt zum «Nebelspalter».

Die IMG, Betreiber des Portals nau.ch, übernimmt Christoph Blochers Zeitungshaus AG, seine Sammlung von Gratisanzeigern.

Brönnimann wurde unrühmlich bekannt, als er unter Ausschlachtung von Hehlerware, auch bekannt als Leaks und Papers, einen unbescholtenen schweizerisch-angolanischen Geschäftsmann und dessen Firma ruinierte. Er versuchte sich auch mal an einem kleinen Rufmord gegen den ZACKBUM-Autor René Zeyer, der ihn für seinen Geschmack ungebührlich kritisiert hatte.

Binswanger wurde unter anderem dafür bekannt, dass sie ein Buch über die Merkwürdigkeiten einer Zuger Landammann-Feier schrieb und dafür von der betroffenen Kämpferin gegen Hass im Internet kräftig gehasst und mit Prozessen überzogen wurde.

Während Brönnimann jegliche Verantwortung für sein Tun ablehnte, scheint im Fall von Binswanger die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers an seine Grenzen gekommen zu sein: per Crowdfunding muss sie Geld einsammeln, um sich der juristischen Bekämpfung durch eine verfolgende Unschuld zu erwehren.

ZACKBUM kennt das Problem ein wenig; so versuchte ein Mohrenkopf-Professor, ihn mit einer Beleidigungsklage finanziell zu schädigen. Was allerdings in diesem Fall in einem völligen Desaster für ihn endete. Er musste nicht nur die Kosten seiner Anwältin, sondern auch die Gerichtskosten und die Honorarnoten der Anwälte von «Weltwoche» und ZACKBUM bezahlen.

Dann hätten wir den Zusammenschluss von 23 Printtiteln mit einer Gesamtauflage von über 700’000 Exemplaren und einem reinen Online-Portal mit über 4 Millionen monatlichen Nutzern. Dieses Zusammenkaufen durch Blocher, nachdem er sich schmählich von der «Basler Zeitung» getrennt hatte, hat eigentlich niemand verstanden. Ist vielleicht eine Altersfrage, noch in Gedrucktes zu investieren.

Zu einem nicht veröffentlichten Preis (ob es mehr als ein symbolischer Franken ist?) kauft nun die IMG das Blätterbündel, während Blochers Holdinggesellschaft Robinvest sich mit 15 Prozent an der IMG beteiligt. Womit klar ist, wer der Juniorpartner bei dieser Fusion ist.

Was haben nun diese drei Ereignisse gemeinsam?

Es sind Verzweiflungstaten.

Vom wohldotierten Recherchedesk, wo jeder Mitarbeiter ungeniert seine Steckenpferde reiten konnte, zur Schnarch- und Flopbehörde BA, deren Lieblingsvokabel in der Medienarbeit ist: Dazu können wir keine Stellung nehmen.

Von der im heutigen Journalismus Schoggiposition der Gesellschaft-Autorin zum abrebelnden «Nebelspalter», dessen vorletzter Vielschreiber Dominik Feusi gerade zur NZZ abgesprungen ist, nachdem schon vorher angeberische Büroräume und eine aufgeblasene Payroll abgestossen werden mussten.

Und schliesslich Blochers Experiment, wenigstens in Gratisgazetten eine Kolumne führen zu können, die allerdings nicht wirklich zur Kenntnis genommen wurde. Dafür hätte er es auch bei Blocher-TV bewenden lassen können; das wird schlank und rank produziert.

Aber Print-Dinosaurier werden als Stand-alone-Geschäftsmodell den doppelten Einschlag von Internet und KI nicht überleben. Worin soll ihre Existenzberechtigung bestehen, wenn sie am Morgen druckwelk das servieren, was sich bis am späteren Vorabend zugetragen hat? Garniert mit Bauchnabelbetrachtungen der Journalisten und ihren unermüdlichen und ungehörten Ratschlägen an die Welt.

Dafür auch noch Geld zu verlangen, das ist langsam eine Frechheit. Wobei wir die NZZ und die «Weltwoche» von diesem Urteil ausnehmen wollen. Die beide natürlich auch einen durchmarschierenden Online-Auftritt haben.

Dass Blochers Blattsalat eine Ergänzung im Internet brauchte, ist sonnenklar. Wozu nau.ch mittelfristig Print braucht, ist unklar. Dass Brönnimann bis zur Frühpensionierung eine ruhige Kugel schieben will, ist klar. Dass es Binswanger im ungebremst woken Gutmenschenblatt Tamedia nicht mehr ausgehalten hat, ist ebenfalls klar.

Da sich Brönnimann von jeglichem journalistischen Anspruch verabschiedet hat, allerdings weniger erfolgreich als die ehemalige publizistische Leiter nach unten Pascal Hollenstein, erübrigt sich jegliche Qualifikation.

Ob Binswanger allerdings im Nischenprodukt «Nebelspalter», der es wie Blochers Organe nie zu Relevanz und Bedeutung gebracht hat, nochmal durchstarten kann, ist ebenfalls unklar. ZACKBUMs gute Wünsche begleiten sie auf jeden Fall.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-22-um-11.54.07.png 473 1277 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-26 05:00:492026-04-22 11:57:49Verzweiflungstaten
René Zeyer

Rechenkünstler Zimmi

13. April 2026/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Zu viel Häme ist fehl am Platz. Aber ein bisschen muss schon sein.

«Denn als einziger Journalist in Westeuropa kann ich rechnen.» Ein kühner Satz. Ein arroganter Satz. Ein Satz, der zwei Möglichkeiten liess. Entweder, Kurt W. Zimmermann, der aus persönlichen Gründen meint, Ungarn besser als die meisten anderen zu verstehen, kann das grosse Triumphgeheul anstimmen.

Oder aber, er muss sämtliche verbalen Register ziehen, um mit einer Mischung aus gesenktem Kopf und trotzigem «wer nicht wagt, der nicht verliert»-Gestus einzugestehen, dass er sich verrechnet hat.

Und zwar nicht um ein hauchdünnes Weniges. Die Sitzverteilung im ungarischen Parlament sieht wohl so aus: die Opposition hat 138 Mandate, Viktor Orbán 55. Das nennt man einen Erdrutsch, einen Kantersieg, eine Gewalts-Niederlage.

Orbán hat bereits seine Niederlage eingestanden und verlegt sich auf Durchhalteparolen: «Wir geben nicht auf, nie, nie.»

Wie kam nun Zimmermann zu seiner Fehlanalyse, mit der er allerdings in der besten Tradition der «Weltwoche» («la crise n’existe pas») steht?

Das Schicksal des Geisterfahrers, der die Warnmeldung im Autoradio hört und sagt: Einer? Hunderte – das hat ihn wohl nicht irritiert.

Wegen der üblichen Mischung aus Arroganz und Besserwisserei, mit der die meisten Journalisten zwei Wahlsiege von Trump nicht wahrhaben und anschliessend ihn wegschreiben wollten.

«All die Journalisten, die sich mit ihren Wahlprognosen auf Umfragen stützen, haben indessen keine Ahnung vom ungarischen Wahlsystem.» Das mag durchaus sein, nur: recht hatten sie trotzdem.

Rechenkünstler Zimmermann meinte hingegen: «Erster Teil also: 63 bis 65 Direktmandate für Orbáns Partei.» Nicht mal das stimmt. Plus: «Bei der Listenwahl kommt die Fidesz damit auf 37 oder 38 Mandate.» Macht nach Adam Riese und nach Kurt W. Zimmermann 100 Abgeordnete in einem Parlament mit 199 Sitzen. Et voilà.

Da bleibt nur noch die Schadenfreude, dass der Wahlsieger schliesslich unter Getöse aus Orbáns Partei ausgestiegen ist und wohl charakterlich und von der Prinzipientreue her seinem Gegner nicht nachsteht.

Worauf basiert Zimmermann seine singuläre Position? «Ich habe mit meiner ungarischen Frau viele Jahre in Budapest gelebt. Ich bilde mir deshalb ein, ein bisschen etwas von Ungarn zu verstehen.»

Da möchte ZACKBUM-Redaktor René Zeyer ihm ein kleines Geständnis mit auf den Weg geben. Er hat viele Jahre mit seiner kubanischen Frau in Kuba gelebt. Das hat dafür ausgereicht, dass er sicher weiss, dass er keine Ahnung hat, wie die Kubaner ticken, was sie antreibt, wie sie funktionieren, wie sie das immer dysfunktionaler werdende Regime weiter ertragen.

Auf die banale Frage, wie viele der compañeros denn die Revolution bis zum heutigen Tag unterstützen, kann die richtige Antwort nur sein: das weiss niemand. Das Regime weiss es nicht, kein Ausländer weiss es, nicht einmal die Kubaner selbst wissen es.

Bevor wir den armen Zimmi in seinem Elend ruhen lassen: «Wenn ich richtig liege, dann schenke ich mir ein Glas Kreinbacher Egoiste Brut ein.»

Da kann man nur sagen: hoch die Flasche …

PS: Wer’s aushält: hier versuchen Chefredaktor Roger Köppel und Fehlprognostiker Kurt W. Zimmermann, die krachend falsche Vorhersage einzufangen und zu erklären. ZACKBUM hat nach zwei Minuten Gegiggel und guter Laune aufgegeben. Leider können wir uns morgens so etwas nicht schönsaufen.

Etwas mehr Demut anstelle überhebliches Grinsen wäre vielleicht angebracht:

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-12-um-23.53.53.png 280 661 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-13 05:00:312026-04-13 10:36:56Rechenkünstler Zimmi
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