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Weiheiheinachten

Auch ZACKBUM ruht bei kulinarischen Genüssen aus

 
und reitet auf dem Rentier in den Sonnenaufgang.

Bis am Montag, 27. Dezember, wieder. In alter spritziger Frische.

 

Ach, Weihnachten

Pflichtstoff für die Medien. Alle Jahre wieder. Aber diesmal ist alles anders.

Immerhin fast 500 Treffer erzielt man an einem Montagmorgen in der Mediendatenbank SMD bei der Suche nach dem Begriff Weihnachten.

Schon am Sonntag mussten sich natürlich die Blätter damit beschäftigen, denn nächster Sonntag ist bereits der 26. Dezember, dann ist die Sause ja soweit vorbei. Dabei geht auch unter, dass dieses Jahr mal wieder sehr arbeitnehmerfeindlich ist; die Feiertage fallen mit dem Wochenende zusammen, keine Extrafreitage.

Aber so richtig besinnlicher Kaufrausch will sowieso nicht aufkommen. Es wird vond er deutschen «Bild» schon als gute Nachricht abgefeiert, dass es Weihnachten ohne Lockdown geben werde. Da kann sich der Deutsche dann einen «Rotkäppchen»-Sekt für sagenhafte 2,39 € reinpfeifen.

Immerhin, das «Bündner Tagblatt» zeigt noch Grösse und widmet gleich eine ganze Seite der Erörterung:

Allerdings, wenn man eine kleine Stilkritik anbringen darf, «mehr als nur», das hat nun einen noch längeren Bart als der Weihnachtsmann.

Richtig bösartig wird die NZZ:

Der Autor stellt ein wahres Horrorkabinett von Weihnachtsliedern zusammen:

«War Roy Blacks «Weihnachten bin ich zu Haus» am unerträglichsten oder doch «Weihnachten mit Heintje»? Wie steht es mit Freddys «Weihnachten auf hoher See», Wolfgang Petrys «Freudige Weihnachten» und «Weihnachten mit Bernd Clüver»? Wie nachsichtig sollte man mit Johnny Cashs «Classic Christmas Album» und Peter Alexanders «Wunderschöne Weihnachtszeit» umgehen?»

Mit der nötigen Nüchternheit und der Objektivität eines Wetterberichts geht hingegen nau.ch das Thema an:

Sehr nutzwertorientiert ist hingegen der «Landbote»:

Allerdings vermisst man im Licht der Prognose von nau.ch Vorkehrungen gegen Regen von oben.

Ganz in den Dienst der Volksaufklärung stellt sich hingegen – für ein Mal – «watson»:

Hier kann man höchstens über das völlige Fehlen der Originalität meckern; die Geschichte des Weihnachtsbaums ist nun wirklich auserzählt.

Mit einem Trauerrand gedenkt die «Aargauer Zeitung» dem kommenden Fest:

Tamedia hingegen bleibt sich auch bei diesem Thema treu. Das Wichtigste ist die Bauchnabelschau:

SRF begeistert Komapatienten

Zuerst aber drei Kopfnüsse für den Staatssender

Menschenjunges, für einmal zeigt sich SRF fast übermutig! Über die Weihnachtstage verführt der Sender sein Publikum mit Filmen aus dem allseits beliebten Giftschrank. Die ZACKBUM-Filmredaktion ist sich einig: Mit diesem Programm wird Netflix in den Senkel gestellt: «Sissi» (23.12.), «Der kleine Lord», «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», «Römisch-katholische Christmette» (alle 24.12.), «Patti Basler Talk» (25.12.), «Unser Garten Eden – Geschichten aus dem Schrebergarten» (29.12.) usw.

Die meisten dieser Knüller laufen nicht auf Netflix, wahrscheinlich nie. Kinohits aus der jüngsten Vergangenheit werden nicht aufgeführt. Ist auch nicht nötig. Die «Silvestershow mit Jörg Pilawa und Francine Jordi» schlägt Hollywood 5:1. Warnung an alle Autofahrer: Am Samstagabend (2.1.2021) werden die Strassen wie leergefegt sein. Denn es läuft «Samschtig-Jass: das grosse Jass-Finale 2020». Wie geil wird das denn?

Der ewige Konkurrent ORF bringt wieder einmal das falsche Programm über die Weihnachtstage. Hier die langweiligen Filme: «Creed – Rocky’s Legacy» (25. Dezember), der Cyber-Thriller «Blackhat» (27. Dezember), «Jurassic World» (1. Januar), «The Walk» (3. Januar), «Daddy’s Home» (4. Januar) und «Sicario» (7. Januar).

Und: «Lange erwartet», so die Österreicher, komme am 26. Dezember «Honig im Kopf». «Lange erwartet» –  ein schöner Begriff. Kennt man in Leutschenbach wohl kaum.