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Der Nullpunkt

«watson» erreicht den absoluten Tiefpunkt.

Es soll Leute geben, die das Trashprodukt aus dem Hause Wanner für jugendaffin halten. Eine Mischung aus leichter Unterhaltung und schwerer Information. In Wirklichkeit ist es seicht, grell, schamlos, geschmack- und hirnlos, eine Verblödungsmaschine erster Ordnung.

Was sonst überall in den Medien längst verstaubt, wird hier unermüdlich gepflegt: das Listical. Also die Aneinanderreihung von Idiotischem, gruppiert um ein an den Haaren herbeigezogenes Thema. Hier ist es «watson» nun gelungen, den absoluten Tiefpunkt zu erreichen. Es gab schon viele Versuche, aber so herausragend wie dieser ist kein anderer:

Leider unterschreitet der Inhalt die Schambarriere von ZACKBUM; gefestigte Leser, die sich nicht so schnell erschüttern lassen, dürfen es hier anschauen. Wir lassen es bei einem Müsterchen bewenden:

ZACKBUM ist nicht gerührt, aber geschüttelt und wischt «watson» von der Liste der zu beobachtenden Organe. Obwohl es wenigstens eine gute Nachricht gibt (man muss nicht alles in ihr verstehen, «watson» halt): «Und während sie im eher harzigen Mittelteil dieser Staffel zu Bros geworden sind, verlässt Simone Meier das watson-Büro für ein paar Wochen, und mit ihr geht auch der wunderbare Duft sommerlicher Leichtigkeit, der sie stets umgibt.» Besonders, wenn sie launig von «Juden canceln» schwafelt.

Eine gute Nachricht

Die Welt wird besser. Ein wenig. Vorübergehend.

Es mag nun ZACKBUM-Leser geben, die sagen: wer hört auf? Woran merkt man das? Was wäre, wenn die weitergemacht hätte?

Damit zeigen sie aber nur, dass ihnen wesentliche journalistische Spitzenleistungen an einem gewissen Körperteil vorbeigehen. Nein, nicht hinten, eher vorne. Denn «Nina Jolie» führte einen – wir nehmen die Hand vor den Mund und flüstern – einen Sex-Blog. Bei «watson». Richtig, tiefer kann das Niveau kaum sinken.

Es ist gar noch nicht so lange her, dass sich «Nina» forsch ankündigte: «Hoi! Ich bin die Neue! Nerv ich euch schon?» Ein vielstimmiges Ja schreckte sie aber nicht davor ab, die Nachfolge einer gewissen «Emma Amour» anzutreten. Denn im Qualitätsprodukt aus dem Hause Wanner ist man sich sicher: sex sells. Aber da meint man ja auch, «watson» habe eine Zukunft.

Also widmete sich «Nina» mutig Themen wie «Ich hab’s euch ja versprochen. So war mein erster Vierer», «Valentin und ich haben Bondage ausprobiert …», «Darum war mein ONS mit einem Banker der schlimmste #tbt». Muss man das verstehen? Nein, muss man nicht. Ausser, man liebt fremdschämen.

Aber nun ist schon Schluss mit «Nina». Warum denn das? Jetzt müssen wir alle ganz stark sein und Mitgefühl heucheln: die Verbalerotikerin will nicht mehr «ihr ganzes Liebesleben vor einem so grossen Publikum breittreten». Wobei höchstens der unterbelichtetste aller «watson»-Leser annahm, dass auch nur ein Wort der Storys nicht erfunden war. Deshalb war dann auch der Druck zu gross, «jede Woche eine Story abliefern zu müssen». Wenn man halt keine Fantasie hat …

Aber richtig ans Herz geht der dritte Grund: sie sei in den Kommentarspalten immer so ganz schlimm angefeindet worden. Fazit: «Der Blog hat ihr oft eine Menge Spass bereitet! Aber leider nicht genug, um weiterzumachen.» Immerhin, einer Person soll es oft Spass gemacht haben, ist doch was.

Versucht nun «watson», daraus etwas zu lernen, dass bereits der zweite Versuch gescheitert ist, mit schlecht erfundenen Sex-Storys die Leser zu animieren? Aber nein, dann wäre es doch nicht «watson»: «Wir haben entschieden, dass wir dem Liebes- und Sex-Blog eine Sommerpause gönnen und im August mit einem neuen Format wieder starten werden.»

Endlich kann man sich neben dem 1. August auf ein anderes tolles Ereignis in diesem Monat freuen. Obwohl wir bei solchen Themen überhaupt nicht sattelfest sind, wagt ZACKBUM doch einen kleinen Tip: wie wäre es mit einem gendergerechteren Autor*In? Vielleicht ein bipolarer Transvestit mit Selbstfindungsproblemen und einem Hang zum Fetisch? Oder ein Autor*In, der sich darum bemüht, alle circa 164 offiziell gezählten Gender durchzuprobieren? Mit lustigem Wettbewerb: wer errät, wie ich diesmal gendermässig drauf bin?

 

Im Medienhimmel

Auffahrt ist’s; Zeit für leichtere Kost.

Himmlische Spitzenleistungen aus dem Schaffen unserer Qualitätsmedien.

Arbeiten wir uns von ganz unten nach oben. Wie «watson» scharf beobachtete, gingen Pixelmännchen (oder -frauen) an diesen Wettbewerb. Wo der Geschmack einen weiten Bogen macht, da ist das Organ mittendrin. Traut sich aber nix.

Was soll denn das zu meckern geben? Ist doch super, dass der «Blick» seinem Regenrohr im Logo nachlebt und nun auch Gartentipps gibt. Gehört sicherlich zur Resilienz. Allerdings: diese Story ist sehr, sehr resilient. Sie begleitet den Leser schon seit Tagen online. Seit Wochen. Bald einmal seit Monaten. Irgendwann seit Jahren. Bis es keine Brennnesseln mehr gibt.

Eigentlich ist das die alte Masche des Boulevards. Nur wen man vorher gehypt hat, kann man anschliessend richtig schön in die Pfanne hauen. Macht doch nix, dass auch Tamedia «Mr. Corona» lobhudelte. Welche Gelassenheit. Welches Vertrauen. Welche Geduld. Welche Stimme. Was für ein Mann. Und arbeitet (als Beamter!) sogar noch über seine Pensionierung hinaus. Ohne ihn hätten wir Corona sicher nicht überlebt. Und jetzt? Versäumnisse, Versager, verpeilt, wie konnte er nur, entrüstet sich der Tagi.

Das ist klassischer «#metoo»-Journalismus. Da gibt’s die Meldung, dass in Spanien Gesetz werden soll, dass Frauen mit starken Regelschmerzen deswegen zu Hause bleiben dürfen. Olé! Da überrascht der Chefredaktor seine Mannschaft mit einem Genieblitz: Das ist doch ein Thema. Aber wir müssen es lokal spielen. Also ran an die Umfrage, was meinen die Ostschweizer dazu? – Die Ostschweizer:Innen, korrigiert ihn seine feministische Fraktion. Natürlich, verbessert er sich, das ist ja ein Frauenthema. – Nein, das ist ein Menschenthema, kriegt er nun um die Ohren. Also gut, sagt er, nun aber ans Werk.

Das wird aber ein Werkchen, im Tagblättchen von St. Gallen: «Das sagen zwei Ostschweizer Politikerinnen, eine Feministin, der Thurgauer Gewerkschaftsbund und der St.Galler Gewerbeverband.» Minimale Pflichterfüllung, sagt ZACKBUM.

Ein (in Zahlen 1) russischer Diplomat hat einen starken Abgang hingelegt und sich mit Getöse gegen seinen Staat und seine Regierung gewandt. Das ist ausserordentlich und ausserordentlich mutig. Aber ist’s schon eine Welle? der Diplomat ging bei der Genfer UNO-Delegation Russlands von Bord. Also wie gemacht für die geballte Recherchierpower von Tamedia. Oder auch nicht. Die Artikel stammen von Frank Nienhysen, der schaffte auch ein Interview mit dem abtrünnigen Diplomaten. So arbeitet man halt bei der «Süddeutschen» immer noch. Während die Schweizer Tamedia-Redaktoren Maulaffen feilhalten und zuschauen.

Ergreift der Häuptling das Wort, geben sich die Indianer immer besonders Mühe. Eric Gujer ordnet mal wieder die Welt in der NZZ, zeichnet die ganz grossen Linien und blickt kompetent in die Zukunft. «Der Sieger im Ukraine-Krieg steht schon fest: China.» Welch ein Blick durch die Dinge hindurch. Aber wie bebildert man das nur? Krisensitzung der Bildredaktion, rote Striemen auf der Kopfhaut vor lauter Kratzen. Ernste Gesichter, leichte Schweissausbrüche, Angst um den Arbeitsplatz. Bis jemand die rettende Idee hatte: Chinesinnen. Auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Hinten Mao, vorne lacht’s. Das traf zunächst auf Unverständnis und offene Münder. Aber der clevere Entdecker legte nach: Als Bildlegende schreiben wir «China könnte zum lachenden Dritten werden.» Allgemeine Erleichterung, Applaus, tiefes Einschnaufen, anerkennendes Kopfnicken. Und keiner merkt, wie lachhaft dieses Foto zu diesem Text ist. Ob’s wenigstens der Autor rafft?

Wumms: Peter Blunschi

Germanist, Sportredaktor und Weltenlenker. Beim Weltorgan «watson».

Gut, es ist leicht unfair. Aber Blunschi exemplifiziert auf engem Raum perfekt, was über die Meinungsstärke und Denkschwäche der Journalisten im «besinnlichen Sonntag» geschrieben ist.

Da müssen wir nun durch, auch wenn’s schmerzhaft peinlich wird. Denn «Putin schwächelt», schliesst  Schreibtischdiagnostiker Blunschi aus untrüglichen Anzeichen; bei der Siegesparade «wirkte der russische Präsident defensiv, um nicht zu sagen verzagt».

Wahrscheinlich ahnte er, dass Blunschi ihm auf «watson» den Rest geben wird. Also nicht er persönlich, dafür hat er sich die Politikerfloskel geklaut, der Westen und die Ukraine seien «gefordert, den Druck hochzuhalten». Wie, das erklärt Blunschi gleich:

  • Es ist wichtig, die Ukraine mit auch schweren Waffen zu beliefern, selbst wenn die Gefahr besteht, dass Russland sie ausschaltet und die Rüstungsindustrie davon profitiert.

  • Es ist wichtig, dass westliche Geheimdienste die ukrainische Armee über russische Truppenbewegungen informieren, wie zuletzt bei der Zerstörung von Pontonbrücken.

  • Es ist wichtig, an den Sanktionen festzuhalten und sie weiter zu verschärfen, mit einem Embargo auf russische Energiequellen (Gas, Kohle, Öl, Uran).

  • Es ist wichtig, dass westliche Politiker in die Ukraine reisen, ihre Solidarität mit dem geplagten Volk ausdrücken und die Aufklärung von Kriegsverbrechen einfordern.

  • Es ist wichtig, dass die Medien weiterhin über den Krieg berichten, auch wenn die Aufmerksamkeit des Publikums mit zunehmender Dauer nachlassen dürfte.

  • Es ist wichtig, dass Finnland und Schweden den Nato-Beitritt durchziehen. Und andere Neutrale, vor allem die Schweiz, mit der Ukraine solidarisch bleiben.

Leider machten da nicht alle mit, bedauert Blunschi, eigentlich kaum jemand ausserhalb der NATO. Dann benützt Blunschi endlich die Phrase, die uns bislang erspart blieb: «Das aber ist kein Grund für den Defätismus, der im «offenen Brief» von Alice Schwarzer und anderen Pseudo-Intellektuellen  zum Ausdruck kommt.»

Defätismus, das war neben Patriotismus, Vaterland und Gehorsam eine der Lieblingsvokabeln der Kriegsgurgeln in den Weltkriegen. Aber Blunschi setzt noch einen daruf mit den «Pseudo-Intellektuellen». Was für ein Kläffer, der Schwarzer, Alexander Kluge oder auch Jürgen Habermas so tituliert, weil ihm deren Meinung nicht passt.

Welch ein Mängelexemplar von Journalist, dessen Vorstellung der eigenen Bedeutung und intellektuellen Kapazität umgekehrt proportional zur Wirklichkeit ist.

Als die Bilder laufen lernten

Die Mainstream-Medien entdecken das Bewegtbild. Sogar in Farbe.

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Tamedia setzt auf skelettierte Redaktionen und Videos zwecks Bespassung der immer kleineren Leserschar. Allerdings ist das Anschauen meistens reine Zeitverschwendung. So führt Tamedia stolz ein Video vor, das angeblich die angebliche Jacht von Präsident Putin zeigen soll, die in einem italienischen Hafen beschlagnahmt wurde.

Das informative und unterhaltsame Video zeigt – die Jacht. Aus verschiedenen Perspektiven. Von der Seite. Von vorne. Nochmals von der Seite. Von nahe, so weit halt ein Tele heranzoomen kann. Man sollte diese Minute verschwendeter Lebenszeit dem Konzern in Rechnung stellen.

Das Gleiche gilt auch für den Videobericht über die Explosion in Havanna, bei der das Hotel Saratoga schwer beschädigt wurde. Es muss mit Dutzenden von Todesopfern und Verletzten gerechnet werden. In dieser Minute sieht man – die rauchenden Trümmer der Hotels. Aus verschiedenen Perspektiven. Nochmals eine Minute Lebenszeit geklaut.

Ringier setzt bekanntlich auf «Blick TV», eine Art Nachrichtenshow. Zwar zuletzt runtergespart bis zum Gehtnichtmehr, aber immerhin mit eigenen Reportern vor Ort. So zum Beispiel auf dem Friedhof bei Riehen, wo traditionell eine Gedenkfeier anlässlich des sowjetischen Sieges über Hitlerdeutschland stattfindet. Da schaltet «Blick» live zum Reporter vor Ort. Leider nur zu spät, denn der kann nur berichten, dass gerade eigentlich nichts los sei, was eine einsame Person im Hintergrund stumm bestätigt.

Aber wozu gibt es den Rückblick; zuvor sei etwas los gewesen, berichtet er. Da hätten sich doch zwei Frauen in ukrainischen Farben vor den Gedenkstein gestellt, worauf Russen (und Russinnen, wir sind bei Korrekt-TV) «das Gespräch» gesucht hätten, anschliessend seien die beiden Frauen davongelaufen. Einblick in Einfalt-TV.

Wie es sich gehört, setzt das Blatt für die besseren Stände natürlich nicht auf Videoschnipsel, sondern produziert unter dem passenden Namen «NZZ Format» eigene Dokumentationen, über interessante und manchmal auch weniger interessante Themen.

CH Media, der Konzern mit den meisten eigenen Privat-TV-Stationen und jeder Menge Dudelfunk, hat allerdings noch nie etwas von Synergien gehört. Der Web-Auftritt seiner Unzahl von Kopfblättern ist völlig frei von Bewegtbild und -ton. Vielleicht muss da technologisch noch aufgerüstet werden.

Dafür setzt einer der drei Auslandredaktoren, die sich der Konzern leistet, seine Serie der Blödel-Alliterationen fort. Putin, Potemkin, Parade, wer kann da schon widerstehen. Auch wenn auf dem Roten Platz keine Holzfassaden vorbeigetragen wurden.

«20Minuten» zeigt auch in diesem Bereich, wieso es weiterhin alle Bezahlzeitungen in seiner Reichweite abtrocknet. Gleich eine ganze Videogalerie nimmt auf die Sehgewohnheiten auch der jüngeren Leserschaft Rücksicht.

«watson» hingegen, Überraschung, bemüht sich auch in der Abteilung Video, das Niveau unermüdlich tieferzulegen. Mit Erfolg:

Und wie steht es denn mit der «Republik»? 50 Nasen, Millionenbudget, sollten da zur Rettung der Demokratie nicht auch Videos eingesetzt werden? Beschallt wird der Leser ja mit Podcasts, aber zum Bewegtbild hat’s noch nicht gereicht. Wahrscheinlich braucht es dafür zunächst eine neue Bettelrunde unter der Leserschaft.

Die Null-Meldung

Vorhersehbar, dass «watson» schnell an die Reihe kommt.

Russische Staatsmedien haben einen Schnipsel aus diesem Treffen zwischen Präsident Putin und dem russischen Verteidigungsminister veröffentlicht. Über den wurde schon fleissig spekuliert, dass er verschwunden sei. Abgesetzt. In Ungnade gefallen. War nix. Aber auf ein Neues:

Nun ist es ein «bizarres», ja «skurriles» Treffen. Indizien? Putin klammere sich an den Beistelltisch. er lasse hier Nähe zu, wo er doch sonst an überlangen Konferenztischen für Distanz sorgt. Aber noch wichtiger: ist Putin krank? Also nicht nur im Kopf? Wieso klammert er sich an den Tisch? Leider gibt eine «Expertin für Körpersprache» Entwarnung: «Er sitzt da, wie wir ihn seit Jahren kennen. Zurückgelehnt, nicht wahnsinnig, sich selber präsentierend.»

Also alles in allem eine Null-Meldung. Überflüssig. Inhaltsleer. Dem Prinzip jeder Null-Meldung folgend: Man stellt eine bange Frage, beantwortet sie negativ – und spült nicht etwa den ganzen Artikel.

«watson» widerlich

Der Titel sagt schon alles: «History Porn». Aber das ist erst der Anfang.

Im ewigen Bemühen, aus allem ein Listical zu machen, ist «watson», die Online-Plattform für die Armen im Geist, beim «History Porn» (nicht fragen, wie krank man sein muss, um auf so einen Titel zu kommen) bei Folge LXXXVII angelangt. Das führt zur Frage, wieso unbedingt römische Ziffern verwendet werden müssen – und wie viele Mitarbeiter von «watson» in der Lage sind, die Zahl richtig zu sagen.

Diesmal geht es um «Geschichte in 25 Wahnsinnsbildern». Das ist die Fortsetzung von «Geschichte in 28 Wahnsinnsbildern». Vom Titel der Serie will man sich nicht trennen, auch wenn nachdenklich eingeräumt wird:

«Wir können verstehen, dass es teilweise etwas respektlos anmuten mag, von geschichtlichen Tragödien in Verbindung mit dem Begriff «Porno» zu lesen.»

Nein, «teilweise etwas respektlos» ist weit von der richtigen Qualifikation entfernt, wenn in dieser widerlichen Folge unter anderen diese Fotos gezeigt werden:

Knapper Kommentar darunter: «Junge Kriegsveteranen

Wer «watson» kennt, weiss, dass damit noch nicht der Gipfel der Geschmacklosigkeit erreicht ist. Der kommt hier:

Soll das also eine Serie über die Grauen von Kriegen und Faschismus werden? Ach was, es herrscht die völlige Beliebigkeit:

Das sind «die beiden Schwestern Dagmar und Alexandra von Dänemark». Ist’s Wahnsinn, so hat’s doch keine Methode. Üble Pornographie wirkt geradezu geschmackvoll, anständig, erbaulich und verführerisch im Vergleich zu diesem Sammelsurium. Um es anzurichten, braucht es wenig:

Keinen Geschmack, Schmerzfreiheit, Schamlosigkeit und Indolenz. Pardon, für «watson»-Mitarbeiter: Gleichgültigkeit.

 

Löpfe verstehen für Fortgeschrittene

Auf «watson» ist alles erlaubt. Aber grenzenlos ist nie gut.

Philipp Löpfe ist bei «watson» für die Welterklärung zuständig. Also dann, wenn Peter Wanner mal Pause macht und keine klare Kante zeigt oder den Dritten Weltkrieg herbeischreiben will.

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Dann darf sich Löpfe um die grossen und letzten Fragen der Menschheit kümmern. Zum Beispiel diese hier:

 

Um dieser grossen Problematik Herr zu werden, versichert sich Löpfe der Unterstützung anderer Grossdenker:

««Sollte Putin Erfolg haben bei seinem Versuch, die Unabhängigkeit und die Demokratie in der Ukraine zu untergraben, dann wird die Welt zu einem aggressiven und intoleranten Nationalismus, der an das frühe 20. Jahrhundert erinnert, zurückkehren», warnt Francis Fukuyama im Magazin «Foreign Affairs»».

Das ist der gleiche Fukuyama, der sich unsterblich lächerlich machte, indem er nach dem Zusammenbruch des Ostblocks das «Ende der Geschichte» verkündete. Ob seine aktuelle Prognose eher zutrifft?

Aber Löpfe lässt es gleich nochmal krachen und zitiert einen Autor der «New York Times». Der Mann liest die internationalen Medien wie kein zweiter, will er uns damit sagen. Da könnte sich selbst Erich Gysling noch eine Scheibe von abschneiden.

Löpfe denkt sich durch die Weltgeschichte

Nun holen wir alle tief Luft und folgen gebannt dem ersten eigenen Gedankengang Löpfes:

«Putins Krieg ist mehr als ein scheusslicher Überfall auf eine souveräne Nation. Der Ausgang dieses Krieges wird die Zukunft der Menschheit entscheidend beeinflussen.»

Dieser «Wasserscheide» angemessen greift Löpfe nun in die Geschichte zurück. Liberalismus, Aufklärung, Immanuel Kant. Hat zwar alles nicht so wirklich miteinander zu tun, hört sich aber gut an.

Nun hebt Löpfe ab: «Im Zuge des Neoliberalismus wurde die Einsamkeit zum grössten sozialen Problem der westlichen Gesellschaften.» Das wussten wir nicht, das ist ja schrecklich. Denn:

«Die Natur mag bekanntlich kein Vakuum. In das durch die Sinnkrise des Liberalismus geschaffene Vakuum dringen daher die Zombies der Vergangenheit wieder ein. Verschwörungstheoretiker und Schwurbler schaffen Pseudo-Gemeinschaften. Rechtspopulisten holen eine überwundene Idee des Nationalstaates wieder aus der Mottenkiste.»

Man muss ein Löpfe sein, um zu erkennen, was die Natur mag und was nicht. Wir Laien würden eher davon ausgehen, dass Mutter Natur nur so ein Sinnbild ist, das man nicht zu wörtlich nehmen sollte. Oder hat schon jemals jemand gehört, wie sich die Natur schüttelte und sagte: Das mag ich nicht?

Der Endkampf an der Wasserscheide, Löpfe lässt nun die Natur in Ruhe, wird sich zwischen einem «liberalen Gegenmodell» und einem «Ethno-Nationalismus» abspielen.

Vom Liberalismus zum Nationalismus, Faschismus und zurück

Zuvor ist eben der Liberalismus zum Neoliberalismus verkommen, der wiederum die Einsamkeit des modernen Menschen auf dem Gewissen hat. Und «der Ethno-Nationalismus ist jedoch letztlich nichts anderes als eine Variante des guten alten Faschismus, selbst wenn er mit Religion angereichert wird.»

Was der «gute alte» Faschismus mit seiner bekannten Verbindung zur Kirche ja unterliess. Was aber, so fragen wir das Orakel Löpfe, was aber ist der Ausweg?

«Ein «gesunder» Nationalismus, ein Nationalismus, der nicht in einen Blut-und-Boden-Chauvinismus abgleitet, ist schwierig, aber möglich.»

Der Begriff «gesund», wie in «gesunder Volkskörper», ist nun in diesem Zusammenhang vom «guten alten» Faschismus ziemlich angebräunt worden. Aber was kümmert das Löpfe auf seinem Irrflug durch die Zeiten, die Ideologien und an die Wasserscheide, wo die freie Welt (im Gegensatz zur unfreien) überleben könnte. Wenn jemand auf Löpfe hören würde.

Leider versteht ihn aber niemand so wirklich, also wird wohl auch diese Wasserscheide unbemerkt an uns vorbeifliessen.

 

 

 

 

 

 

Freie Presse

Kommentar? Kommentar fast überflüssig. Die neue Rubrik.

Wir widmen uns wieder mal dem, was übrigbleibt, wenn das Überthema Ukraine wegfällt. Fangen wir mit dem Auflageking an, «20 Minuten»:

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Chli stinke muess es, aber nicht hier.

Zeitpunkt verpasst.

Wir spazieren zum Mutterhaus Tamedia:

Links, subventioniert, pleite. Der ewige Dreiklang.

Alles, einfach alles ist problematisch in der Welt des Tagi.

 

Was bietet CH Media an klarer Kante?

Hat aber nichts mit den Privatradios des Wanner-Konzerns zu tun.

Wir brauchen was Leichtes, sagte der Tagesverantwortliche …

Nun zum Blatt der gebildeten Stände und des differenzierten Nachdenkens. Richtig geraten, «Blick»:

Das ist mal politisch korrekt, keine Namensnennung.

Pierin Vincenz im «Blick», mit namentlich genannter Dame an seiner Seite.

Sag beim Abschied leise Ma-ma-maske.

Könnte das irgendwie rassistisch sein?

Auf jeden Fall ist es die passende Überleitung zum zweiten Intelligenzblatt. Genau, die NZZ:

Was dem einen sein Sauerkraut, ist dem anderen sein Sauerteig.

Immerhin ein Wort der Vernunft.

Das passende Stichwort – für «watson», claro.

Wer hier lacht, sollte sich untersuchen lassen. Ernsthaft.

Wir wollen am Schluss versöhnlich sein (oder auch nicht).

Es darf gelacht werden: was bleibt

Wenn man das Überthema auslässt, wird’s aschgrau in den Medien.

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Wir wollen viel Luft nach oben, deshalb fangen wir mit «watson» an:

ZACKBUM ist sich sicher, dass uns der Leser dankbar ist, wenn wir kein einziges zeigen …

Scheitern im Alphabet, auch das kann «watson». Nein, damit sind nicht die grässlichen Rechtschreibfehler gemeint, sondern das hier:

Alphabet ist immer gut, nur gibt es halt so blöde Buchstaben wie MMännerdominanz»), Xx-mal») oder YYes-Man»). Daran sind schon viele Versuche gescheitert, eine Auflistung nach Alphabet zu machen. Geht noch ein Listical?

Vielleicht noch ein Absackerchen:

Sex sells, weiss doch jeder. die Frage bleibt: kann man bei «watson» von digitaler Umweltverschmutzung sprechen?

Damit es uns beim Anstieg nicht schwindlig wird, gehen wir eine halbe Etage nach oben. Der «Blick» hat immer noch nicht ganz aufgegeben:

Allerdings ein etwas verzweifelter Versuch, das Überthema Corona wachzuküssen; das liegt im Koma.

Seit der «Blick» beschlossen hat, seine weibliche Seite zu entdecken, also Frauen nicht mehr als Sexobjekte zu missbrauchen, findet das Thema nur noch so statt:

Eine Win-Win-Situation: Dildo im Blatt, erst noch als bezahltes Inserat. Beim «Seite 3»-Girl musste der «Blick» noch Fotohonorar zahlen …

Das hier tut nun echt beim Anschauen weh:

Obwohl’s das auch als Bewegtbild gibt, ist sich ZACKBUM nicht sicher, ob es sich nicht um einen Deep Fake handelt.

Schliesslich, ein Regenrohr und ein runder Punkt im Logo verpflichten, kümmert sich «Blick» noch um ein Ereignis, das leider auch im Schatten von grösseren Ereignissen steht:

Wie heisst es so schön? Die Geste zählt.

Weiter hinauf, in die schwindelnden Höhen von «Blue News». Dort hat man einen Blick auch für die kleinen menschlichen Gesten:

Das ist schön, wie’s im spanischen Königshaus zugeht, echt menschlich, verzeihend, anteilnehmend. Eigenschaften, die die Bourbonen nicht unbedingt durch die Geschichte begleiteten.

Auch aus der Forschung gibt es einen Durchbruch zu vermelden; wir verstehen nun unsere vierbeinigen Koteletts endlich richtig:

Nicht länger mehr «oink» ist «oink»: «Ob Schweine gut oder schlecht gelaunt sind, können Forscher nun anhand der Grunzlaute der Tiere erkennen.» Wir als Schweinekenner würden sagen, dass man sich nur in einen Schlachthof und an eine Schweinesuhle stellen müsste, um gewisse Unterschiede in den Grunzlauten wahrzunehmen, aber wir sind da keine Fachleute.

Auch «blue News» begibt sich in die Hölle eines Listicals:

Da liegt die Latte (Pardon) doch ziemlich hoch. Erschwerend kommt hinzu, dass der Autor – ein Mann ist. Ts, ts. Das arme Schwein (Pardon) musste nun 51 Gründe zusammenkratzen, da wollen wir gleich beim ersten Nachsicht walten lassen:

«1. Aus den Daten des Bundesamtes für Statistik geht hervor: 50,4 Prozent der in der Schweiz lebenden Menschen sind weiblich – mehr als die Hälfte also

Auch nach tiefem Nachdenken fällt ZACKBUM nicht ein, was das mit baldiger Gleichberechtigung zu tun haben könnte.

Wer uns bis hierher durch die Hölle des Seicht-Journalismus begleitet hat, kann das ohne Weiteres als bestandene Mutprobe werten.