Immerhin ist Intelligenz drin
Wenn die Maschine den Leitartikel schreibt.
Die Verlockung ist gross. Zu gross. Ein Klick – und schon produziert die künstliche Intelligenz einen Kommentar zur Weltlage, einen Hintergrundbericht über die Krise im Nahen Osten oder ein Porträt eines Spitzenpolitikers. Schnell, billig, fehlerfrei, behaupten die Verkäufer der neuen Wunderwaffe für Redaktionen. Die Realität sieht anders aus.
KI ist für den Journalismus das, was die Tiefkühlpizza für die Gastronomie ist: praktisch, günstig, erstaunlich ansehnlich – aber kein Ersatz für eine richtige Küche.
Die Krise der Medien spielt den Anbietern von KI-Systemen in die Hände. Redaktionen sparen, fusionieren, zentralisieren. Immer weniger Journalisten müssen immer mehr Inhalte produzieren. Da erscheint die Maschine als Erlösung. Weshalb noch einen erfahrenen Gerichtsreporter bezahlen, wenn ein Sprachmodell in Sekunden eine Zusammenfassung erstellt? Weshalb noch einen Wirtschaftsjournalisten auf eine Bilanz loslassen, wenn die KI die wichtigsten Kennzahlen extrahieren kann?
Die Antwort lautet: Weil Journalismus mehr ist als das Aneinanderreihen von Sätzen.
Ein Reporter recherchiert, zweifelt, überprüft. Er erkennt Widersprüche, riecht Unstimmigkeiten und weiss, wann eine Quelle lügt. Eine KI tut nichts davon. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten. Sie produziert den statistisch plausibelsten nächsten Satz. Das ist kein Erkenntnisgewinn. Es ist sprachliche Mustererkennung.
Besonders unerquicklich wird es dort, wo Medienhäuser ihre Verantwortung an Algorithmen delegieren. Die amerikanische Website CNET veröffentlichte Dutzende von KI-generierten Finanzartikeln – viele davon enthielten sachliche Fehler. Der US-Sender Sports Illustrated geriet in die Kritik, weil Artikel unter erfundenen Autorenprofilen erschienen. Selbst renommierte Medien experimentieren mit automatisierten Texten, versehen mit diskreten Hinweisen, die kaum ein Leser bemerkt.
Das Grundproblem bleibt: KI kennt keine Wahrheit. Sie kennt nur Wahrscheinlichkeit.
Wer mit Sprachmodellen arbeitet, weiss, wie überzeugend sie Unsinn formulieren können. Sie erfinden Quellen, verwechseln Personen, verdrehen Zusammenhänge und liefern Zitate, die nie gefallen sind. Die Branche spricht beschönigend von «Halluzinationen». Tatsächlich handelt es sich um Falschinformationen mit stilistischer Eleganz.
Hinzu kommt die Gleichförmigkeit. KI-Texte tendieren zur sprachlichen Mittelmässigkeit. Alles klingt geschniegelt, ausgewogen und steril. Die Ecken und Kanten verschwinden. Polemik, Originalität, sprachlicher Mut – all das wird vom Algorithmus abgeschliffen. Es entsteht der journalistische Einheitsbrei: korrekt klingend, aber unerquicklich.
Besonders absurd wird es, wenn Journalisten beginnen, KI-generierte Texte wiederum mit KI zu redigieren. Die Maschine schreibt, die Maschine korrigiert, die Maschine optimiert die Suchmaschinenbegriffe. Und am Ende wundert man sich, weshalb Leser kündigen und das Vertrauen in die Medien sinkt.
Das bedeutet nicht, dass KI nutzlos wäre. Im Gegenteil. Sie kann Protokolle zusammenfassen, Daten auswerten, Dokumente durchsuchen oder bei Übersetzungen helfen. Als Werkzeug ist sie wertvoll. Als Ersatz für journalistisches Denken ist sie gefährlich.
Denn guter Journalismus lebt von Erfahrung, Skepsis und Verantwortungsbewusstsein. Er entsteht durch Menschen, die bereit sind, unbequeme Fragen zu stellen und die Konsequenzen ihrer Arbeit zu tragen.
Die Maschine kennt weder Mut noch Gewissen. Sie hat keine Haltung, keine Erfahrung und keine Verantwortung.
Wer glaubt, Journalismus lasse sich auf die Produktion wohlformulierter Absätze reduzieren, hat den Beruf nie verstanden. Und wer die Öffentlichkeit mit billigem KI-Konfekt abspeisen will, sollte sich nicht wundern, wenn das Publikum irgendwann den Appetit verliert.
Bis hierhin wurde dieser Text zu 100 Prozent von ChatGPT erstellt. Zusatz von ZACKBUM: zwei Dinge sind erschreckend.
- Der Text ist besser als vieles, was menschengemacht in Schweizer Leitmedien erscheint.
- Vieles, was in diesen sogenannten Qualitätblättern erscheint, ist bereits mit KI erstellt oder von ihr unterstützt. Ohne dass das ausgewiesen würde. Reine Leserverarschung.
