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Vive la France mal comprise

Ausland ist gegendarstellungsfrei. Immer gut für Blödeleien.

Vom «Tages-Anzeiger» abwärts (obwohl da nicht mehr viel Luft ist) ging ein Heulen und Zähneklappern durch die Medien. Präsident Macron spinnt. Hat einen Todeswunsch. Macht alles kaputt. Hat Neuwahlen angesetzt, die ja nur ein Ergebnis haben können: das Rassemblement National wird gewinnen. Die Rechtsradikalen. Die Rechtspopulisten. Die Neofaschisten. Die Rassisten. Die Hetzer. Die Familie Le Pen.

Weltuntergang, die Republik ist am Ende. Was bedeutet das, wenn Marine Le Pen oder ihr politischer Ziehsohn Jordan Baradella an die Macht kommen? Versinkt die Grande Nation im Elend, im braunen Sumpf? Muss man auswandern? Droht eine neue Flüchtlingswelle, diesmal aus dem Westen?

Schon die Europawahlen waren ein Menetekel. «Rechtsextreme bedrängen Europas Mitte», warnte Stephan Israel in Tamedia. «Macrons grosser Trugschluss», orakelte Oliver Meiler aus Fronkraisch. Dazu der «französische Soziologe», die Kassandra: «Macron ist nicht der Retter Europas, sondern dessen Zerstörer». Geht noch einer drüber? Sicher: «Rechtsruck in Europa – droht jetzt der grosse Riss in der Zivilisation

Nein, eher der Hirnriss, aber das ist ja nichts Neues. «Macrons übles Spiel hilft den Rechten», wusste der Fronkraisch-Kenner Meiler noch vor den Wahlen. Bereits schwant ihm das Übelste: «Was die Lepenisten planen, falls sie an die Macht kommen». Grauenhaft: «Und was, wenn Marine Le Pen sehr hoch gewinnt?» Und noch nach der ersten Wahlrunde: «Le Pen Welle schwemmt Macrons Machtaura weg».

Aber dann: «Überraschung in Frankreich». Überraschung? Die Linke (antisemitisch, populistisch und geführt von Krawallanten) gewinnt, Macrons Haufen wird immerhin Zweiter, das Rassemblement landet abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Ist das wirklich eine «Überraschung»? Überraschung ist, wenn die Wirklichkeit nicht so will wie der Schreiberling. Überraschung ist, wenn der Fronkraischkenner (wobei Meiler nur ein Beispiel unter vielen ist) weder die Franzosen, noch deren Wahlsystem noch sonstwas verstanden hat. Überraschung ist, wenn der Leser mal wieder auf den Arm genommen wird, dafür bezahlt, verscheissert zu werden. Wenn er Geld abdrücken soll, damit überlegene Kompetenz, Analyse, Einordnung und viel Fachwissen auf ihn niederregnen. Zumindest fantasiert davon die Chefredaktorin Raphaela Birrer. Betriebsblindheit, Realitätsverlust ist auch keine schöne Sache.

Gewinnt die AfD in Deutschland, weiss die Journaille nicht, ob sie das kleinschreiben soll oder Angst vor einer braunen Welle schüren. Wird deren Führungspersonal souverän wiedergewählt, möchte der Deutschland-Korrespondent gerne vergessen machen, dass es laut ihm schwer gewackelt hat.

Verliert das Rassemblement in Frankreich, greift der Korrespondent zur billigsten aller Ausreden. Statt sich zu schämen und zu entschuldigen dafür, dass er krachend danebenlag.

Das fördert die Leser-Blattbindung ungemein. Das steigert das Image von überlegener Kompetenz in die Stratosphäre. Das löst beim Leser die Frage aus: wenn nicht einmal Frankreich im Einzugsbereich sinnvoller Analysen liegt, wie steht es dann mit dem ferneren Ausland? Kann man Tamedia bei China, bei den USA, in Afrika, in Asien, in Lateinamerika vertrauen?

Die Frage stellen heisst, sie beantworten. Wozu ist Tamedia dann noch gut, Geld wert? Bevor ZACKBUM den Telefonjoker nehmen muss: vielleicht mit der Rubrik «Taylor Swift in der Schweiz»? Oder mit dem Kommentar «ESC verhindern – hat die SVP nichts Besseres zu tun?» Oder mit der Rubrik «Ab ans Mittelmeer»? «Fit und gesund durch den Sommer»? Nein, wir haben’s. Mit dem Video «Chickpea-Dürüm nach Elif». Das löst garantiert «muss haben» aus.

Tagi neu mit Ton

Aber wenn der Inhalt gleich bleibt …

Tamedia versucht’s mit einer neuen Dienstleistung für seine Leser. Die können jetzt auch zu Hörern werden. Denn jedem Artikel ist ein Audioschnipsel vorgeschaltet. Wie meist beim Tagi ist’s eine halbe Mogelpackung. «Hören Sie diesen Artikel», verspricht sie, dabei sind es jeweils nur Teile des Artikels, die von einem Chatbot vorlesen werden. Kommen englische Ausdrücke vor, bekommt der Roboter plötzlich einen englischen Akzent. Mehr Unterhaltsprogramm also.

Bei Silke Bigalkes «Leitartikel» im Tagi ist es sogar nur die Einleitung, danach sollte man sich einloggen; also auch noch dafür zahlen, dass das Qualitätsmedienhaus aus Zürich mal wieder die Meinung der Moskau-Korrespondentin der «Süddeutschen Zeitung» mietet und übernimmt.

«Im Lande Putin» lautet der Originaltitel, der war dem Tagi offenbar nicht knackig genug:

Man könnte diesen «Leitartikel» schnell abhandeln, indem man einfach darauf hinweist, womit er sich die Seite teilt:

Offenbar hat der/die/das Kim seinen Schreibstau überwunden. Auch das noch.

Aber widmen wir uns nicht seinem Gestammel, sondern demjenigen obendrüber. «Der grössere Teil der Bevölkerung steht nicht mehr hinter dem Präsidenten», weiss Bigalke. Das ist eine steile These. Sie ist ungefähr so realistisch wie die Behauptung, eine Wahlbeteiligung von 46,6 Prozent in der Schweiz bedeute, dass mehr als die Hälfte der Stimmbürger «nicht begeistert hinter der Schweizer Demokratie» stünde, «sondern sie läuft eher passiv mit». Nur schrieb Bigalke natürlich Putin statt Schweizer Demokratie.

Aber Bigalke blickt noch tiefer in die Seele Russlands: «Auch russische Wähler gehen eher nicht wählen, wenn sie wissen, dass ihre Stimmen ohnehin nichts wert sind – und nie waren sie wertloser als jetzt.»

«Auch»? So wie die Schweizer Wähler? Sie beweist damit, dass eine Berufsgattung unkaputtbar ist: die des Kremlastrologen. Nur hat sich dessen Fokus verschoben. Früher konzentrierte er sich auf das Deuten der hermetisch abgeriegelten Prozesse innerhalb des Entscheidungszirkels der KPdSU und schloss beispielsweise aus leichten Umstellungen auf der Tribüne beim Abnehmen der Parade zum Ersten Mai auf Machtverschiebungen innerhalb des Politbüros. Krachte es dort dann tatsächlich mal, waren die Astrologen regelmässig überrascht, denn das hatte ihnen die Glaskugel nicht gezeigt.

Nun stellt Bigalke wilde Vermutungen auf. Wie die, dass «der grösste Teil» der Bevölkerung aus passiven Mitläufern bestehe. Das ist allerdings ein Phänomen, das weltumspannend nicht unbekannt ist. Und woran sie das bei Russland festmacht; irgend ein Indiz, der Hauch eines Arguments, das fehlt völlig.

Aber dieses wackelige Konstrukt ist nur das Sprungbrett für einen Abflug in die Zukunft. «Die Militarisierung der Gesellschaft wird zunehmen, die nationalistische Erziehung umfassender werden.» Prognosen haben den grossen Vorteil, dass sie zwangsweise aus reinen Vermutungen bestehen. Von  denen hat Bigalke jede Menge zu bieten: «Die Opposition wird völlig verschwinden. Gelegenheiten für Andersdenkende, sich gefahrlos öffentlich zu zeigen, werden seltener werden.»

Solche Wahrsagereien haben noch einen zweiten Vorteil. Schon morgen wird sich niemand mehr daran erinnern. Auch nicht an den dunklen Schluss dieses Leitartikels: «Die Frage ist, wann es nicht mehr reicht, einfach nicht dagegen zu sein.» Hä?

Was will uns die Russland-Kennerin damit sagen? Die Mehrheit der Russen sei nicht für Putin, sondern einfach nicht gegen ihn, bestehe aus Mitläufern. Aber irgendwann reiche das nicht mehr? Wieso, wofür, warum?

Wenn der Tagi schon meinungslos Gequatsche von der SZ übernimmt, könnte er doch wenigstens für teures Geld seiner Leser dafür sorgen, dass der einen Leitartikel auch versteht. Aber das ist offenbar zu viel verlangt, heutzutage.

Wahlen sind Quatsch

Putin wurde überraschend wiedergewählt.

Der Mann mit dem Napoleon-Komplex hat Russland in einen desaströsen Abnützungskrieg geführt. Er hat sich zum Paria gemacht, indem er die völkerrechtliche Zusicherung, dass die territoriale Integrität der Ukraine von Russland respektiert werde, brach. Er hat Russland einen Schaden zugefügt, der noch lange über sein persönliches Ende hinauswirken wird.

Letztlich hat Putin Russland zum Rohstoff- und Waffenlager Chinas degradiert.

Selbst hochkorrupt, herrscht er über eine Kleptokratie, betreibt eine kriminelle Günstlingswirtschaft und lässt unliebsame Kritiker umbringen. In einem Interview äusserte er unlängst höflich ausgedrückt befremdliche Ansichten über die Rolle Polens beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Daher muss man sich fragen, wie limitiert sein Zugang zur Wirklichkeit ist.

Nun hat er die Wahlen mit dem Traumergebnis von 87,85 Prozent «gewonnen». Gesteigert wird das lediglich von Nordkorea. Dort schafft man gelegentlich sogar 100 Prozent Zustimmung bei 100 Prozent Wahlbeteiligung. An höheren Zahlen arbeitet man noch. China verzichtet vollständig auf solchen Quatsch wie Wahlen.

Selbst die «Weltwoche» äussert leise Kritik: «Echte Oppositionskandidaten waren nicht zugelassen, gegen Kritiker ging die Regierung mit grosser Härte vor. Die Wahl wurde von Protestaktionen begleitet, trotz Einschüchterungsversuchen der Behörden.»

Das kommt aber bei der Mehrheit der Kommentarschreiber ganz schlecht an.

«Wenn man mich heute fragt, ob Wahlen in Russland oder den USA fairer und freier sind, muss ich leider mit Russland antworten. – Im Unterschied zu Russland stehen im Westen ausschließlich Kandidaten der Macht auf dem Wahlzettel. – Vladimir Putin hat die Wahlen gewonnen in Russland, ob jetzt diese Wale für den Westen legitim ist oder nicht kann uns allen egal sein. – Fakt ist aber, dass hinter Putin und Lukaschenko wirklich und real 60% der Wähler stehen! – Die Russen dürfen ihren Präsidenten wählen. Das dürfen die Deutschen nicht, weder den Präsidenten noch den Kanzler. – Ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass die Wahlen nicht demokratisch waren, liefert keine Zeitung vor.»

Meinungsfreiheit ist eine schönes Sache, und jeder darf sich öffentlich zum Deppen machen. Aber vielleicht sollte sich die «Weltwoche» fragen, welchen Anteil – um nicht zu sagen welche Mitschuld – sie an dieser Ansammlung von gehirnamputierten Meinungen hat.

Unter den anfänglich 67 Kommentaren hat es einige wenige, für die die Kommentatoren in Russland ein paar Jährchen ins Straflager kämen. Aber was einem hier mehrheitlich an dumpfer Dummheit entgegenschlägt, ist beeindruckend.

Geschwurbel, Whataboutism, Realitätsverlust, Unkenntnis oder Unfähigkeit, die Realität zur Kenntnis zu nehmen.

Einzig interessant wäre die Beantwortung der Frage, wieso Putin diese Farce überhaupt abhalten liess und wieso er so ängstlich darauf bedacht war, mehr als ein Dutzend Kandidaten von der «Wahl» ausschliessen zu lassen. Um oppositionelle Manifestationen identifizieren und liquidieren zu können? Als Temperaturfühler? Aber dazu eigenen sie sich ja auch nicht, so manipuliert, wie sie waren.

Dabei ist Putins Problem ein ganz anderes. Solche Wahlen dröhnend gewinnen, das ist der einfache Teil. Unbeschädigt oder lebend die Abgabe der Macht in ferner Zukunft zu überstehen, das ist dann der wirklich anspruchsvolle Teil seiner Lebensplanung. Denn Diktator in Pension, das hat bislang nur ein einziger geschafft. Der grosse Fidel Castro in Kuba. Alle anderen starben, während sie an der Macht waren – oder wurden gewaltsam von der Macht entfernt. Was sie nie überleben.

Multitasking

Woher Tamedia seine Meinung übernimmt.

Es ist ein anhaltender Skandal, dass einer der wenigen überlebenden Medienkonzerne der Schweiz seine Meinung aus München übernimmt und sie seinen zahlenden Schweizer Lesern als Eigenleistung präsentiert. Man kann hier sogar von einem Etikettenschwindel sprechen.

Denn Clara Lipkowski wird dem Tamedia-Leser serviert als «Redaktorin im Ressort International mit Schwerpunkt Ukraine und Russland».  Die Wahrheit ist, dass sie nach einem Volontariat «freie Mitarbeiterin» der «Süddeutschen Zeitung» ist, «seit August 2020 Korrespondentin für Franken». All das qualifiziert sie ungemein, neben Artikeln über das Wachsen Nürnbergs, über «Warum es an Bayerns Flughäfen zu Reiseausfällen kommt» oder «Eltern tun alles, um einen Kita-Platz zu finden» einen Kommentar über die russischen Wahlen abzusondern.

Ein Kommentar, den die SZ selbst (bislang) nicht für veröffentlichungswürdig hält. Anscheinend funktioniert dort noch eine gewisse Qualitätskontrolle. Aber bei Tamedia mausert er sich zum «Leitartikel». Das Wort bedeutete früher mal was.

Aus ihrer sicheren Schreibstube rechnet Lipkowski mit Präsident Putin ab: «Seine Macht kennt kaum Grenzen. Er räumt aus dem Weg, wer ihm gefährlich wird. Alexei Nawalny musste deshalb sterben. Putin steuert die Medien, er personifiziert die Alternativlosigkeit, neben ihm gibt es keinen Platz.»

Die Wahlen in Russland seien eine Farce, erklärt sie überraschungsfrei. Dann aber wagt sie einen Blick in  die Zukunft: «Wie kann Russland zurückfinden zu einer russischen Demokratie?» Zurückfinden, Demokratie? Wann gab’s denn das? Unter den Zaren? Unter Lenin? Unter Stalin? Unter Gorbatschow? Unter Jelzin? Hat die Dame neben Kenntnissen über Franken auch nur den Hauch einer Ahnung von Russland?

Aber auf jeden Fall weiss sie, was in Russland geschehen sollte:

«Die Eliten sind es, die Putin die Gefolgschaft verwehren müssten. Sicherheitskräfte, auch die Putin unterstellte Nationalgarde, müssten Befehle ignorieren, die Waffen niederlegen. Staatsbedienstete dem Staat den Dienst verweigern. Kremltreue Konzernchefs Putin den Rücken kehren. Erst so kann das System von innen beginnen zu bröckeln.»

Fränkisches Wolkenkuckucksheim. Aber sie schwebt noch höher in Illusionswolken: wie soll der Westen mit den Wahlen umgehen? «Ein Weg wäre es, sie und damit Putin als Präsident nicht anzuerkennen. So wie es der Westen 2020 im Fall von Alexander Lukaschenko getan hat.»

Das empfiehlt sie allen Ernstes EU-Politikern; für zwei hat sie noch einen weiteren Ratschlag zur Hand: «Wirkung hätte dieser Schritt wohl nur, wenn der Westen geeint agiert. Wenn Leute wie der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Kanzler Olaf Scholz aufhören würden, sich in öffentlich ausgetragenen Streitereien um europäische Bodentruppen oder Marschflugkörper in der Ukraine zu zerreiben.»

Sagen wir so: In der SZ existieren offenbar noch Spurenelemente einer Qualitätskontrolle, wo man sogar einer Autorin (!) zu sagen wagt: schreib lieber etwas über Franken, davon verstehst du vielleicht was.

Aber Tamedia weiss weder, wo Franken liegt, noch, was man dem Leser nicht zumuten sollte. Statt ständig Rochaden in der Teppichetage vorzunehmen. Mathias Müller, vulgo von Blumencron, beendet seine Tätigkeit als «publizistischer Leiter». Woran man das merkt? Gute Frage. An seiner Stelle rauscht nun Simon Bärtschi an seiner Chefin Raphaela Birrer vorbei. Zuvor war er ihr Untergebener als Chef «Berner Zeitung» und «Bund». Dort erwies er sich als gehorsamer Terminator, als Tamedia das heilige Versprechen brach, dass niemals nie «BZ» und «Bund» verschmolzen würden. Und nun ist er als neuer «publizistischer Leiter» Birrers Vorgesetzter.

Sein gröbstes Problem dabei: er ist (soweit ZACKBUM bekannt) ein Pimmelträger. Und keine Quotenfrau. Wo bleibt da der versprochene Anteil von mindestens 40 Prozent Frauen (trans, hybrid, fluid, queer, notbinär, Pardon, nonbinär ist leider nicht berücksichtigt)? ZACKBUM will sich keinesfalls in den Intimbereich Bärtschis einmischen. Aber das offizielle Macho-Foto mit männlich-bestimmtem Blick und Dreitagebart, muss das sein? Da erwarten wir wenigstens etwas weibliche Sanftheit. Sonst gibt’s dann mal wieder ein Protestschreiben …

zVg Tamedia

Wie Birrer die Welt sieht

Es ist eine kleine Welt, seziert mit kleinem Besteck.

Tamedia ist immerhin ein Teil des Duopols der öffentlichen Meinungsbildung im Tageszeitungsbereich. Also hat es schon Wirkung und Einfluss, wenn die Oberchefredaktorin Raphaela Birrer das Wort ergreift und staatsfraulich etwas zu den nächsten Wahlen sagt.

Könnte man meinen. Aber vielleicht ist es gar nicht schlecht, dass ihre Wahlprognose so gehaltvoll wie ein Schluck Wasser ist. Somit kann man Tamedia wenigstens einmal keine Parteinahme vorwerfen. Wobei, dass die SVP die grosse Wahlsiegerin werden soll, das passt Birrer schon nicht wirklich.

Gleich am Anfang verwirrt sie den Leser (und auch die Leserin, von den Leser*Innen ganz zu schweigen): Die «SVP piepst – und die (sozialen) Medien machen Lärm. Keine andere Partei hält sich derzeit konsequenter im Gespräch als die Volkspartei. Keine ihrer Provokationen ist offenbar zu simpel, um auf Resonanz zu stossen.»

Gerade hat doch ein Meinungsbüttel unter ihrer Oberhoheit sogar das Verbot, mindestens die scharfe rechtsstaatliche Beobachtung der SVP gefordert. Und ist es nicht so, dass jeder Pieps der Partei zu schimpfendem Tschilpen bei Tamedia führt?

Mit etwas komplexeren Formulierung ist Birrer allerdings überfordert. So will sie wohl sagen: «… um nicht auf Resonanz zu stossen».

Aber gut, vielleicht ist das ja eine Selbstkritik, denn auch Birrer selbst, aber das wäre wohl zu kompliziert gedacht für sie. Dabei bemüht sie sich so um einen gepflegten Orgelton: «Die permanente Öffentlichkeit in allen diskursiven Räumen könnte nun handfeste Folgen haben.» Diskursive Räume, aber hallo. Was zum Henker hingegen ist die «permanente Öffentlichkeit» dort? Meint sie permanente öffentliche Präsenz? Und was für «handfeste Folgen»? Faustrecht à la SVP? Dunkel ist das Frauenwort.

Nachdem sie einen möglichen Zugewinn der SVP konstatiert, analysiert sie den möglichen Verlust der Grünen. Das sei besonders bitter, denn «immerhin erachten 42 Prozent der Stimmbevölkerung den Klimawandel als drängendstes Problem».

Schon, aber 70 Prozent sehen es bei den Gesundheitskosten, 53 Prozent bei der Altersvorsorge, 48 Prozent bei der Zuwanderung, 43 bei der Energieversorgung. Erst dann kommt abgeschlagen auf Platz 5 der Klimawandel. Also ist das ein Thema unter ferner liefen. Also ist die Analyse der Oberchefredaktorin grottenfalsch.

Das gilt auch für ihre Behauptung, die SVP «bewirtschafte Themen ausgiebig», sie könne «das eigene Lager meisterhaft mit einer proaktiven Themensetzung mobilisieren». Proaktive Themensetzung oder Bewirtschaftung? Beides zusammen geht halt nicht, das gebietet nicht männliche Logik, sondern reine Logik. Widersprüchlich ist das Frauenwort.

Und ob Bewirtschaftung oder produktive Themensetzung: könnte es nicht vielleicht so sein, dass die SVP Themen aufnimmt, die der Bevölkerung tatsächlich unter den Nägeln brennen und bei denen die anderen Parteien, vor allem die Linken und die Grünen, mit Vorstellungen aus dem Wolkenkuckucksheim – Multikulti, offene Grenzen und Asyl ist ein Menschenrecht, die 10-Millionen-Schweiz macht Spass – an den Wählern vorbeipolitisieren?

Wäre es also nicht angebracht, in den diskursiven Raum einzubrechen, wohin es führt, wenn Parteien die Interessen der Wähler negieren, sie vielmehr erziehen wollen, sie gar beschimpfen, wenn die sich angeblich fremdenfeindlich oder gar rassistisch äussern? So wie der Konzernjournalist, dessen Namen hier nicht mehr genannt werden soll, die SVP und damit ihre Wähler beschimpft und meint, sie damit erziehen zu können. Aber vielleicht ist er nicht so blöd und will sich einfach wohlfeil den Applaus aus dem eigenen Lager, das sowieso niemals SVP währen würde, abholen.

Aber es hat alles sein Gutes. Mit einer so analyse- und schreibschwachen Oberchefredaktorin wird Tamedia zu einem Es der politischen Meinungsbildung. Und das ist gut so.

Wenn die NZZ knutschen will,

dann interviewt sie Gerhard Pfister.

Die frischgebackene «Redaktorin Gesellschaft» Esthy Baumann-Rüdiger wirft dem Mitte-Chef Pfister Kusshändchen, Pardon, Fragen zu.

Beziehungsweise Feststellungen, Einladungen zum Plaudern: «Sie haben ein besonderes Verhältnis zur Literatur.» Dann der Klassiker jedes People-Interviews im niederen Boulevardbereich:

«Sie waren acht Jahre alt, als Ihre Mutter starb. Was hat das mit Ihnen gemacht

Da bleibt sie dann investigativ hartnäckig: «In welchen Momenten hat Ihnen eine Mutter gefehlt? – Sie lernten Ihre Mutter also eher über andere Menschen kennen?» Aber auch tiefe Fragen hat sie im Köcher: «Gibt es Dinge, die Sie fürchten?» Eigentlich geht es auch um die letzten Fragen: «Sie sagten, es sei Zufall, dass Sie noch am Leben seien. Andere würden es Schicksal oder Vorbestimmung nennen. – Hat sich dadurch die christliche Perspektive auf ein Leben nach dem Tod für Sie relativiert

Sie arbeitet gnadenlos den Katalog der einfühlsamen Talkshow-Fragen bis zum letzten Posten durch: «Welchen Traum würden Sie sich gerne erfüllen

Ach, und die Antworten? Freundliches Geplauder, nicht der Rede wert.

Interessant ist aber die Frage, wieso sich die NZZ nicht mehr allzu entfernt von den nächsten Wahlen so an den Chef der Mittepartei ranschmeisst. Vielleicht deswegen, weil deren Bundesratssitz genauso wackelt wie einer der beiden FDP-Sitze.

Sicherlich, eingekleidet ist das in eine typische Sommerserie. Wir sprechen mit allen Parteichefs, Bedingung: es wird über alles gequatscht, nur nicht über Politik.

Erschwerend kommt hinzu, dass im konservativen Lager die SVP die FDP längst abgehängt hat und die liberale Partei trotz langer Tradition höchstens noch als Juniorpartner mitspielen dürfte. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die FDP sowohl in der Frage Neutralität und Ukrainekrieg wie auch beim blamablen Ramschverkauf der Credit Suisse nicht gerade mit Ruhm und Ehre bekleckert hat. Ausgerechnet die Wirtschaftspartei hat eine Bundesrätin, die von Wirtschaft oder Finanzen oder Banken nun wirklich keine Ahnung hat, aber Finanzministerin ist.

Das alles mögen Gründe sein, sich bei der «Mitte» etwas ranzuschmeissen. Aber muss das gleich so peinlich sein? Man könnte doch auch aus der Distanz mal einen koketten Blick rüberwerfen, in die Mitte. Sich beim Setzen den Stuhl zurechtrücken lassen. Mit den Wimpern klimpern. Aber gleich so? Das ist eine Ranschmeisse, die Pfister ohne weiteres als übergriffig zurückweisen könnte. Tut er natürlich nicht.

Aber wundern tut er sich sicherlich. So wie der NZZ-Leser auch.

 

Mehr Nordkorea für die «Republik»

Lasst das doch einfach mit den Wahlen.

Nordkorea kann auch mal Vorbild sein. Denn dort beträgt die Wahlbeteiligung gerne mal 100 Prozent, genauer 99,99 Prozent bei den letzten «Parlamentswahlen». Und es herrscht auch (fast) Einstimmigkeit bei den Resultaten.

So viel Wahlbeteiligung wird die «Republik» wohl nicht schaffen. Dafür ist die Urabstimmung etwas zu hektisch angesetzt. Per Newsletter vom 10. Juli ab dem 10. bis zum 20. Juli. In aller Eile muss ein neuer Vorstand der Genossenschaft gewählt werden. Denn seit dem Rücktritt von Roger de Weck – plötzlich und aus unbekannten Gründen – sassen da nur noch zwei Vorständler auf der Stange – die aber auch bekannt gegeben haben, dass sie so schnell wie möglich abtreten wollen.

Obwohl in Zürich beheimatet, ging die «Republik» das Problem dann sehr, sehr gemächlich, geradezu bernerisch an. Obwohl sie für über 100’000 Franken im Jahr «beraten» wird, fiel niemandem dabei auf, dass der Vorstand einer Genossenschaft aus mindestens drei Mitgliedern bestehen muss. Und nicht aus nur zwei. So was wäre Kim nie passiert.

Aber auch beim kleinen Steuerproblem in der Höhe von fast einer Million war es keinem der teuren «Berater» aufgefallen, dass da ein kleines Damaskus droht.

Also wurden Gremien gebildet, wichtig getan, viel gequatscht – und nichts geleistet. Business as usual bei der «Republik». Im gegenseitigen Bauchtreten, Intrigieren und Koalieren ging dann vergessen, dass es das Handelsregister schon ernst meint mit solchen Organisationsmängeln. Also mussten die «Republik»-Koryphäen, statt friedlich in den Sommerschlaf zu verfallen, urplötzlich eine Urabstimmung aus dem Ärmel schütteln. «Was keinen kleinen Aufwand bedeutet», vermelden sie stöhnend.

Es braucht nun aber gleichzeitig einen Genossenschaftsvorstand und einen Verwaltungsrat, denn eine AG hat die «Republik» ja auch noch, so als schnittige Holding. Himmels willen, alles auf einmal. Was tun? Nun, wenigstens einen fixen und festen Kandidaten hat die «Republik» aus dem Hut gezaubert. Und dazu noch drei weitere. Der Einfachheit halber gleich für die Genossenschaft und die AG. Das nennt man Good Governance at its best …

Der Einfachheit halber alles Pensionäre. Der Einfachheit halber kandidieren drei der vier mal nur bis zu den ordentlichen Wahlen im November. Sozusagen als Übergangslösung, um nicht zu sagen als Feigenblatt in der Not. Einschlägige Fachkenntnisse bezüglich Strategie und Einkommensgenerierung für ein notleidendes Medienorgan – bringt keiner mit.

Auch das wäre Kim niemals passiert. Nur einer habe bereits das «reguläre Bewerbungsverfahren durchlaufen», tut die «Republik» wichtig. «Die drei anderen stellen sich zur Verfügung, bis wir den Rekrutierungsprozess zu Ende geführt haben, mindestens bis zur nächsten Urabstimmung diesen Herbst», erzählt Co-Geschäftsführerin Katharina Hemmer auf Anfrage persoenlich.com.

Das Pipifax-Magazin tut so, als wäre die Besetzung dieser Positionen ungefähr so bedeutend wie die Wahlen in die «Kommission für Staatsangelegenheiten», wo in Nordkorea die Entscheidungen getroffen werden. Das wird aber dort jeweils sorgfältig vorbereitet und erfolgt keinesfalls im Galopp.

Also könnte die «Republik» von Kim und Nordkorea eigentlich noch einiges lernen. Abstimmungstechnisch weniger; da nur eine relative Mehrheit der Abstimmenden genügt, ohne dass Enthaltungen gezählt werden, kann man die Prognose wagen, dass alle vier Kandidaten gewählt werden. Also doch eine Ähnlichkeit mit Nordkorea. Immerhin.

Ähnlichkeit mit einer Witzzeichnung hat allerdings dieses Organigramm; ZACKBUM legt Wert auf die Feststellung, dass wir das nicht erfunden haben:

Wer’s nicht fassen kann: hier kann man sich mit dem Original vergnügen.

«TagesWoche», «bajour», «Kosmos», «Republik». All diese Projekte haben gemeinsam, dass sie absurd viel Geld verrösten – für absurd wenig Leistung. Bauchnabelschau, Selbstbestätigung im luftdichten Raum der Gesinnungsblase, «Expeditionen in die Wirklichkeit» sind in Wirklichkeit die Bestätigung vorgefasster Ansichten. Neues, Überraschendes, Anregendes, intellektuell Hochstehendes hat die «Republik» nicht zu bieten.

Inzwischen stolpert man bei banalsten organisatorischen Fragen über die eigenen Füsse. Der «Genossenschaftsrat» (man suche ihn oben im Wimmel-Organigramm) behauptet doch tatsächlich, ohne sich der völligen Lächerlichkeit seiner selbst oder dieser Aussage bewusst zu sein:

«Mit vereinten Kräften setzten wir uns innerhalb der Findungs­kommission dafür ein, für die gewünschten Profile passende Kandidatinnen zu finden. In der ersten Juniwoche stand dann aber fest, dass wir, trotz sehr qualifizierter Interessenten, mehr Zeit für eine sorgfältige Rekrutierung benötigen würden

Im nächsten Jahr, so ist die finster verkündete Absicht, sollen wieder 6,6 Millionen Franken ausgegeben werden. Verröstet, zum Fenster rausgeschmissen, zur Finanzierung der Selbstbespassung und -bespiegelung missbraucht werden.

Ein Steuerpuff, ein Organisationspuff wie bei Gosplan in den letzten Zügen, man sitzt in Gremien und schaut wichtig, man kriegt nicht mal eine stabile Chefredaktion hin, und vor allem: das Wichtigste, die Produktion von einen Kaufanreiz bietenden Leistungen – ist inexistent.

Oder Hand aufs Herz, wer kann sich an den letzten «Republik»-Artikel erinnern, der bereichernd war? Nicht ärgerlich, lächerlich, langfädig?

Will man die «Republik» mit einem Symbolbild darstellen, muss es das hier sein:

Das ist Ri Chun Hee, die über dreissig Jahre lang die Nachrichten im nordkoreanischen Staats-TV verlas. Kürzlich wurde sie, weil 75, in Pension geschickt. So alt wird die «Republik» nie werden. Sie existiert seit Januar 2018. In den fünfeinhalb Jahren ihrer Existenz hat sie geschätzte 35 Millionen Franken verpulvert. Sonderzuwendungen, Nothilfen, die Abwendung von Selbstmorddrohungen nicht mitgezählt.

Dafür gibt es nur ein Wort: Desaster. Oder: nach dem «Kosmos» ist vor der «Republik» …

Die «Republik» versemmelt’s

mal wieder. Nicht mal ihre Organisation haben die Cracks im Griff.

Mehr als 11’500 Anschläge Geeier und Mäandrieren braucht die «Republik» in ihrem neusten Newsletter, um den «Sehr geehrte Frau Verlegerin, Sehr geehrter Herr Verleger and everybody beyond!» zu beichten, dass sie nicht mal in der Lage ist, banalste Formvorschriften zu erfüllen.

Aber zuerst wird natürlich schwer angegeben: «Wir haben das Budget für das kommende Jahr auf 6,6 Millionen Franken gekürzt, uns wieder stärker aufs Kern­geschäft konzentriert, den publizistischen Fokus geschärft (auf: mehr Aktualität!), das Journal geschlossen, einen Fortsetzungs­roman und eine neue Kolumne gestartet, sicher­gestellt, dass es die «Republik» weiterhin zum Hören gibt, das Klima­labor weiter­entwickelt und entscheidende Schritte vorwärts­gemacht (nicht zuletzt bei der Finanzierung) – und eine neue Besetzung für die strategischen Gremien zusammen­gestellt.»

Das schafft nur die «Republik». Mit dem «Klimalabor» blöffen, aber keinen Ton dazu sagen, ob die jüngste Bettelaktion um 250’000 Franken bis August nun Erfolg gehabt habe oder nicht.

Nun ist bekanntlich die gesamte Führungsriege, zuvorderst der Kurzzeit-VR-Präsident Roger de Weck, zurückgetreten. Na und, dachte die «Republik» offenbar, so what. Aber:

«Bei der Erneuerung müssen wir allerdings schneller Posten besetzen, als wir es uns gewünscht hätten. Der Grund ist das Handels­register­amt: Bei Unter­besetzung von strategischen Gremien kennt es wenig Geduld. Und die Project R Genossenschaft befindet sich seit dem Rücktritt von Roger de Weck im Frühling in einem sogenannten Organisations­mangel – da ein Genossenschafts­vorstand aus mindestens drei Personen bestehen muss.»

So etwas springt natürlich die kompetente «Republik»-Führung mit x überflüssigen Positionen wie aus dem Nichts an. Wer kann das auch ahnen, sapperlot. Dann kommt die übliche Portion Gejammer:

«Das heisst, wir müssen die Gremien noch vor Ende Juli besetzen. Was keinen kleinen Aufwand bedeutet: für den Verwaltungsrat eine ausser­ordentliche General­versammlung, für die Project R Genossenschaft eine ausser­ordentliche Urabstimmung … Die Neubesetzung der strategischen Gremien ist kein einfacher Job … Zur Findung stellten wir intern ein breit abgestütztes Gremium zusammen … Die Zeit war ziemlich knapp … Sie kandidieren alle drei zunächst nur bis auf weiteres, was heisst: mindestens bis zur regulären Urabstimmung im November.»

Also Monate darüber gebrütet, wen man denn provisorisch bis zum kommenden November wählen könnte. Um dann gleich nochmals zu wählen. Neuster Gag der «Republik»: nach der Bettelaktion ist vor der Bettelaktion. Das hatten wir doch schon. Neu: Nach den Wahlen ist vor den Wahlen. Sagenhaft.

Nun geht’s holterdipolter: «Die Wahlurnen öffneten heute, am 10. Juli, Schlag Mitternacht. Die Wahlurnen schliessen am 20. Juli, Schlag Mitternacht.»

Dann noch das übliche PS bis PPPPPS.

Dass die «Republik» ihre Finanzen nicht im Griff hat, ist bekannt. Dass die «Republik» viel zu wenige, dafür viel zu lange Artikel veröffentlicht, ebenfalls. Dass sie ausschliesslich für ihre Gesinnungsblase schreibt und in der Öffentlichkeit nicht vorkommt, nix Neues. Dass das Selbstbewusstsein der Mitarbeiter umgekehrt proportional zu ihren Fähigkeiten entwickelt ist, auch. Aber dass die «Republik» sogar eine banale, bekannte, jedem Anfänger des Genossenschaftsrechts geläufige Tatsache erst vom Handelsregisteramt erklärt bekommen muss: wie peinlich ist das denn?

Wie soll man diesen Nasen denn eine Analyse, gar eine Kritik an anderen Firmen, an der Schweiz, an der Welt abnehmen, wenn die nicht mal den eigenen Saftladen im Griff haben?

Besonders bedrückend: Leute rausgeschmissen, viel zu viel Geld rausgeschmissen, beratungsresistent eine Expansion zur Implosion geführt, ein «Klimalabor» bemannt, das noch nichts gebacken hat und dennoch mal schnell 250’000 braucht, den Rücktritt kurz nach Antritt eines de Weck vermelden müssen – aber Anlass zur Selbstkritik? Aber nein, der neuste Newsletter kommt im üblichen arrogant schnöseligen Ton daher, im Gestus: kleine Probleme, aber wir haben’s schwer im Griff. Und machen uns sogar darüber lustig.

Zuerst wird Rilke zitiert (kleiner hat man’s halt nicht), dann kommt der Scherz: «Sagen wir, jemand fragt Sie heute Abend: «Was haben Sie heute getan?» Und Sie sagen: «Ich habe einen Organisations­mangel behoben.»» Zum Totlachen. Hoffentlich.