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Schlagwortarchiv für: Urs Gehriger

René Zeyer

Götterdämmerung

21. Juni 2026/10 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Trump-Groupie Urs Gehriger kritisiert Trump.

Ist es enttäuschte Liebe? Schon im April hatte der WeWo-Redaktor einen ersten Schwächeanfall, die Trumpete war kurzzeitig verstopft und verstimmt. Aber dann fand er wieder zu alten Lobeshymnen und verglich die wirre Zickzackpolitik des Amoks im Weissen Haus mit den «Prinzipien des antiken chinesischen Meisterstrategen Sun Tzu». Auf diese irre Idee muss man erst mal kommen.

Im März hatte Gehriger noch behauptet: «Umfragen zeigen: Maga steht mit 94 Prozent hinter «Epic Fury»». Also hinter dem Iran-Desaster des Präsidenten. Das habe eine angeblich unabhängige Studie ergeben. Selbst Trump würde da von Fake News sprechen. Überhaupt feierte Gehriger die Präsidentschaft des narzisstischen Versagers als «Rückkehr der Vernunft».

Aber, oh Schreck, was ist denn nun passiert? «Trumps Iran-Deal: Im Tausch gegen trügerische Ruhe werden die Kernprobleme vertagt. Dem Teheraner Regime ist nicht zu trauen. Trotzdem kriecht Trump ihm auf den Leim. Und stärkt es.» Also wenn der Mann so weiterschreibt, wird er nicht mehr in den Protzpalast Mar-a-Lago eingeladen, um den wippenden Rock von Melania Trump bewundern zu dürfen.

Trump habe, so sieht er es überraschungsfrei selbst, einen «grossartigen Deal» ausgehandelt mit dem Iran. Aber Gehriger wagt es doch tatsächlich, gegen den Stachel zu löcken: «Mit Verlaub, Mister President, Sie täuschen sich!»

Nein, nix Verlaub, so eine Majestätsbeleidigung erlaubt Trump niemals. Aber Gehriger ist nicht zu stoppen: «Offenbar steht die Freigabe von Milliarden Dollar im Raum – ein fataler Fehler.» Trump und fataler Fehler? Wie kann er es nur wagen.

Kühn ergreift er auch das Wort für alle Iraner: «Die rund neunzig Millionen Iraner, die unter extremer Repression leben, fühlen sich von den USA betrogen.» Gnadenlos listet Gehriger weitere Schwachstellen dieses angeblichen Deals auf:

«Gänzlich ausgeklammert ist offenbar das iranische Programm für ballistische Raketen, mit welchen Atomsprengköpfe verschossen werden können. … Ebenfalls nicht thematisiert ist die finanzielle und militärische Unterstützung regionaler Terrorgruppen wie Hisbollah, Hamas und Huthis, welche die Region in kriegerische Beugehaft nehmen.»

Zum Schluss, das wird dann Ärger bei der nächsten Einreise in die USA geben, holt Gehriger zum vernichtenden Schlag aus: «Nach monatelangen Kämpfen und exorbitanten Kriegskosten gibt der bedrängte US-Präsident dem Regime genau das, was es will: Anerkennung und Konsolidierung als Schlüsselmacht über Nahost hinaus. Von «Frieden und Sicherheit für die gesamte Region» kann keine Rede sein.»

Nun gibt es natürlich die Möglichkeit, dass selbst Gehriger die geniale Anwendung der Prinzipien von Sun Tzu durch Trump nicht mehr durchschaut. Oder aber, es ist wie in jeder emotionalen Beziehung: es gibt bessere und schlechtere Tage. Man liegt sich in den Armen und wippt mit – oder man versteht sich nicht und wagt grimmige Worte.

Eine alte Regel: Niemand kritisiert sein ehemaliges Idol so scharf wie der Renegat.

ZACKBUM hingegen glaubt an das Gute im Menschen (obwohl dafür immer weniger Anlass besteht). Es ist auch denkbar, dass Gehriger endlich aus seinem Schlaf der Vernunft erwacht ist, das Licht gesehen hat und nun wie viele andere abgefallene Trump-Jünger (Tucker Carlson lässt grüssen) sein gefallenes Idol basht. Weiter so, rufen wir ihm ermunternd zu. Am Anfang tut’s weh, aber dann ergeben sich ungeahnte neue Einsichten in die wirkliche Welt.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-16-um-10.27.27.png 584 1201 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-06-21 05:00:522026-06-18 15:15:44Götterdämmerung
René Zeyer

Die Trumpete

20. April 2026/18 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Mal im Ernst: Hilft nur noch Galgenhumor bei diesem US-Präsidenten?

Nach einem kurzen Schwächeanfall hat sich Urs Gehriger von der «Weltwoche» wieder erholt: «Don Tsu: Mit der Blockade der iranischen Seeblockade adaptiert Donald Trump Prinzipien des antiken chinesischen Meisterstrategen Sun Tzu. Mit Folgen, die für Überraschung sorgen könnten».

Dessen Strategeme so missbräuchlich zu verwenden und ihre Anwendung einem Präsidenten zu unterschieben, der wohl im Leben noch nie ein Buch gelesen hat und nie von diesem Feldherrn gehört hat: immerhin schenkt uns das einen herzlichen Lacher, und das können wir brauchen.

Denn inzwischen ist es amtlich, leider nur noch nicht exekutiert: der Mann spinnt nicht nur, und zwar im pathologischen Sinn. Sondern er hat auch grösstenteils den Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Ein nicht unbekanntes Phänomen bei notorischen Narzissten, wenn die verzweifelt um die Erkenntnis herumrudern, dass sie mal wieder der Loser sind.

Der neuste Beweis, als ob es noch eines weiteren bedurft hätte: Kommenden Mittwoch läuft mal wieder ein Ultimatum ab. Dann endet die zweiwöchige Waffenruhe. Falls sie nicht verlängert wird.

Als grossen Erfolg, haben wir gelacht, verkaufte Trump, dass damit der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus wieder freigekämpft sei. Oder doch nicht, denn Schiffe mit iranischer Destination oder Herkunft würden nun von der US-Navy blockiert werden.

Das ist nicht schlecht. Hör auf mit deiner Blockade. Schön, du hast aufgehört. Dafür blockieren nun wir. Resultat dieser grossartigen Adaption eines Strategems: nach nur 24 Stunden, in denen gerade mal eine Handvoll Schiffe durchschlüpften, blockiert nun der Iran ebenfalls wieder.

Gelegenheit für den Auslandchef des Kopfblatt-Salats von Tamedia, sich mit einer Meinung, nein, einer «Analyse» lächerlich zu machen. Aber auch gut für einen Lacher.

Damit die Lachtränen weiter fliessen, legt US-Präsident Trump nun noch einen drauf. Er sieht eine neue Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan. Dafür sollen wieder sein Vizepräsident JD Vance, die Unglückskrähe Orbáns, Steven Witkoff (qualifiziert durch seine Freundschaft mit Trump) und Jared Kushner (qualifiziert durch seinen Status als Schwiegersohn) nach Islamabad reisen.

Ob sie das wirklich tun werden, ist allerdings unklar. Sonst wäre es ja kein echter Trump, sondern Trumpetengold. Schliesslich würden die USA einen «sehr fairen und vernünftigen Deal» anbieten, behauptet Trump, der auch behauptet, die Gespräche liefen vor diesem Treffen sehr gut.

Falls sie dann doch nicht so gut laufen sollten, droht er gleichzeitig, dass in diesem Fall die USA «jedes einzelnen Kraftwerk, jede einzelne Brücke im Iran zerstören» würden.

Da Trump auch immer mehr unter Sprachdurchfall leidet, perseveriert er dann einfach weiter. Das muss man sich im Original zu Gemüte führen:

«SCHLUSS MIT DEM NETTEN KERL! Sie werden schnell und ohne Zögern fallen, und wenn sie den DEAL nicht annehmen, wird es mir eine Ehre sein, das zu tun, was getan werden muss und was andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren gegenüber dem Iran hätten tun sollen. Es ist Zeit, die Vernichtungsmaschinerie des Iran zu beenden!»

Was sind das für Zeiten, in denen religiöse Wahnsinnige vernünftiger wirken als der US-Präsident? Die einen metzeln allerdings friedliche Demonstranten zu Tausenden nieder, der andere kündigt Mal für Mal schwerste Kriegsverbrechen an.

Der Iran stellt fest, dass es zurzeit kein zweites Treffen geben wird. Der ständige Kurswechsel der USA und haltlose Forderungen seien «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».

Ein Mad Man im Oval Office. Sollten wir das überleben, kann man rückblickend immerhin sagen: haben wir gelacht. Denn anders kann man dieser tödlichen Bedrohung nicht mehr begegnen.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-19-um-22.13.04.png 548 963 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-20 05:00:012026-04-19 22:20:38Die Trumpete
René Zeyer

Wundertüte Urs Gehriger

12. April 2026/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Gleich noch ein Lob. Das Trump-Groupie wendet sich enttäuscht ab.

Die Versuche, den erratischen Bewegungen des Mad Man im Weissen Haus Zweck und Sinn zu geben? Vorbei, gestrichen, abgehakt.

Es ist wie in einer Beziehung, die in die Brüche gegangen ist. Statt Lob Tadel, statt Anhimmeln Niedermachen, Enttäuschung, die schmerzt.

Aber Resultate zählen. Gehriger neu in der «Weltwoche»: «Donald Trumps Drohung mit dem «Untergang einer ganzen Zivilisation» markiert einen Tiefpunkt seiner Präsidentschaft.» Zack.

Wie das? «Die eskalierende Rhetorik ist die eines Mannes, der den Kompass verloren hat.» Bum.

Statt Loblieder auf Trump singt Gehriger nun Arien über den Iran und will damit sicherlich auch die eigene Bildung unter Beweis stellen:

«Der Iran ist der Erbe der jahrtausendealten persischen Zivilisation, einer der einflussreichsten in der Geschichte der Menschheit.
Kyros der Grosse schuf im 6. Jahrhundert v. Chr. die erste Charta der Menschenrechte.
Die Perser errichteten mit der «Königsstrasse» eines der ersten organisierten Postsysteme der Welt. Sie entwickelten antike Kühlschränke und unterirdische Bewässerungssysteme.
Iranische Gelehrte wie Avicenna prägten die europäische Medizin. Ohne Al-Chwarizmi, Begründer der Algebra, wären Blüten der heutigen Wissenschaften undenkbar.» Und so weiter, und so fort.

Aber zurück zum Objekt der enttäuschten Liebe: «Sollte er zur Tat schreiten, würde er sich ein in die Riege von Barbaren einreihen wie den Taliban, welche die Buddhas von Bamiyan in die Luft sprengten. Oder den Dschihadisten des Islamischen Staates, die im syrischen Palmyra wüteten.»

Hoppla, Trump als Barbar in der Tradition der Taliban, der Dschihadisten. Damit riskiert Gehriger aber seine nächste Einreise in die USA und seinen nächsten Besuchs in Trumps Prunkpalast Mar-a-Lago.

Wobei, aus alter Gewohnheit gibt’s dann doch noch einen halbherzigen Rettungsversuch: «Man kann versuchen, Trumps Worte umzudeuten.» Aber nach etwas schlappen Ansätzen gibt Gehriger schnell auf: «Trumps Gedankenwelt ist erratisch.» Wirklich ein Schnellmerker.

Der mit einem vernichteten Resümee endet. Trumps abbröckelnde Anhängerschar lobe die ständigen Wendungen als Regierungsform der «strategische Unsicherheit». Vergesst es, hält dem Gehriger entgegen: «Sie stiftet vor allem eines: Chaos.»

Da ist ZACKBUM aber gespannt, ob Gehriger in Zukunft diese Linie beibehält – oder im Sinne seines gefallenen Idols auch eine Pirouette hinlegt …

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-08-um-13.00.14.png 274 632 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-12 05:00:482026-04-08 13:06:58Wundertüte Urs Gehriger
René Zeyer

Ach, Gehriger

25. März 2026/10 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

ZACKBUM sieht eine Männer-WG im Luftschutzbunker mit Gehriger, Häsler und Rüesch.

Während US-Präsident Donald Trump mal wieder TACO spielt und sein Ultimatum locker verlängert, wird sein Groupie Urs Gehriger immer kreischiger.

Da ihm zurzeit beim besten Willen nichts mehr einfällt, was er am stabilen Genie im Weissen Haus loben könnte, fällt er über die iranischen Mullahs her.

Die können sich schlecht dagegen wehren, und eine Fatwa dürfte ihnen Gehriger dann doch nicht wert sein. Also kann er ungehemmt vom Leder ziehen:

«Schummeln, tricksen, lügen: Die Mullah-Diktatur in Teheran führt die Welt seit Jahren hinters Licht.
Jetzt, da es von den USA und Israel angegriffen wird und mit dem Rücken zur Wand steht, lässt es die Maske fallen.»

Unglaublich, diese Ayatollen. Sie versprechen nicht nur jedem Märtyrer den Empfang mit 72 Jungfrauen oben im Himmel. Sondern sie haben doch tatsächlich behauptet, Raketen nur mit einer Reichweite von bis zu 2000 km herzustellen.

Und jetzt das: «Am Freitagmorgen Ortszeit feuerte der Iran zwei ballistische Mittelstreckenraketen auf Diego Garcia ab, einen gemeinsamen Militärstützpunkt der USA und Grossbritanniens im Indischen Ozean. Diego Garcia liegt knapp 4000 Kilometer weit vom Iran entfernt.»

Gehriger kriegt sich fast nicht mehr ein: die Iraner haben gelogen. Jetzt lassen sie ihre Maske fallen und Gehriger fühlt sich offenbar persönlich von ihnen bedroht:

«Kritiker der Militärmission der USA und Israel behaupten seit Wochen, die Gefahr der Iraner werde übertrieben. Von Kriegspropaganda ist die Rede. Die Kleriker-Riege stelle keine unmittelbare Gefahr dar.
Mit den jüngsten Angriffen auf Diego Garcia ist klar: Europa ist nicht vor iranischen Aggressoren sicher. Städte wie Berlin, Rom oder Paris sind in Reichweite des iranischen Raketenprogramms.»

Gefahr, Gefahr, japst Gehriger wiederholt. Die auch Zürich droht, nebenbei.

Es braucht natürlich die Abgefeimtheit eines fundamentalistischen Wahnsinnigen, um solche schrecklichen Lügen in die Welt zu setzen. Mit der iranischen Führung zu verhandeln und ansatzlos und ohne Kriegserklärung über den Iran herzufallen, das ist hingegen anständig-zivilisiertes Verhalten.

Eine Mädchenschule wegen angeblich veraltetem Kartenmaterial bombardieren, zuerst jede Schuld am Tod von über 160 Menschen abstreiten und dann eine «Untersuchung» ankündigen, das ist selbstverständlich lobenswert und korrekt.

Vielleicht könnte sich Gehriger auch einen Moment lang fragen, was die USA eigentlich auf Diego Garcia zu suchen haben, ein letztes Überbleibsel des englischen Kolonialimperiums. Gehriger könnte sich fragen, ob es friedenssichernd ist, dass die USA neben Diego Garcia über 800 Militärstützpunkte auf der Welt unterhalten.

Gehriger könnte sich fragen, ob die mehr als 500 Eingriffe in innere Angelegenheiten anderer Länder seit dem Zweiten Weltkrieg (offen militärisch oder verdeckt subversiv), die häufig so lange abgestritten wurden, bis den USA nichts anderes übrig blieb, als sie zuzugeben, keine Anreihung von Lügen sind.

Aber nein, die Mullahs haben doch tatsächlich über die Reichweite ihrer Raketen geschwindelt. Wobei davon auszugehen ist, dass im Gegensatz zu Gehriger viele informierte Kreise das wussten.

Abgesehen davon, dass keine der Raketen den Stützpunkt erreichte: wenn US-Militärs tatsächlich überrascht auf diesen Versuch reagiert haben sollten, dann sind sie noch bescheuerter, als sie mit dem bislang gescheiterten Angriffskrieg auf den Iran beweisen.

Es ist allerdings zu hoffen, dass Gehriger seinen sicherlich vorhandenen Luftschutzbunker abgestaubt hat, die Vorräte auffüllte und sich sicherheitshalber nie weiter als zehn Minuten Fluchtdistanz davon aufhält. Oder aber, Gehriger, Häsler und Rüesch haben sich zur Dreifachnutzung entschieden.

Möglicherweise trägt der WeWo-Journalist bei der Arbeit bereits einen Schutzhelm. Der ihm aber immer wieder über die Augen rutscht.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-23-um-14.44.56.png 297 867 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-25 05:00:442026-03-23 15:16:46Ach, Gehriger
René Zeyer

Noch ein Ausrutscher bei der NZZ

24. März 2026/4 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Andreas Rüesch dreht plötzlich im roten Bereich.

Der stellvertretende Leiter Ausland der NZZ fällt ruppig über den zurückgetretenen Leiter der US-Terrorabwehr her. Schon im Titel seiner Tirade stapelt er grobe Anwürfe aufeinander. Joe Kent sei ein Wirrkopf, antisemitisch dazu.

Deshalb sei er «ein höchst unglaubwürdiger Zeuge. Er ist ein notorischer Anhänger von Verschwörungstheorien und ein antijüdischer Agitator, zu dessen Abgang sich Amerika nur beglückwünschen kann.»

Wer, noch dazu in der NZZ, dermassen austeilt, sollte vielleicht ein paar Argumente für diese Hassrede haben. Da wird es dann aber ganz, ganz dünn:

«Der vermeintliche sicherheitspolitische Experte behauptet allen Ernstes, dass bereits bei der Entscheidung zur Irak-Invasion von 2003 die Israeli die Fäden gezogen hätten. Es ist eine bösartige Verdrehung der Tatsachen, da Israel damals in Wirklichkeit keineswegs begeistert über den von der Regierung Bush beschlossenen Krieg gewesen war.»

Der vermeintliche Kenner der Sachlage Rüesch behauptet allen Ernstes, dass Israel damit nichts zu tun gehabt habe. Und vergisst (oder verdrängt), dass Israel die USA mit Geheimdienstinformationen über Saddam Hussein fütterte, darunter die blanke Lüge, dass der Diktator über Massenvernichtungswaffen verfüge. Der ehemalige israelische Botschafter in den USA und damalige Regierungsberater  Salman Shoval sagte in einem Interview 2003 in aller Offenheit: «Saddam Hussein ist für Israel eine direkte Gefahr». Denn «so eine Gefahr wie Hussein darf nicht einfach weiter bestehen, … daher unterstützen wir die amerikanische Position».

Kent betrauert in seinem Rücktrittsschreiben den Tod seiner Frau, die einem Anschlag in Nordsyrien im Jahr 2019 zum Opfer fiel. Das sei in einem «von Israel fabrizierten Krieg» geschehen. Man kann über diese Analyse geteilter Meinung sein, aber: «Dass Kent sogar den Tod seiner Frau für abstruse Theorien instrumentalisiert, wirkt infam.»

Selten etwas Hämisch-Infameres gelesen.

Dann galoppiert Rüesch in die Schlusspointe seines miesen Machwerks: «Kent ist offensichtlich ein Extremist, der überall die bösen Israeli am Werk sieht. Warum sollte man ihm da abnehmen, dass Trump Iran auf israelisches Geheiss angegriffen habe?»

Vielleicht könnte man Kent abnehmen, dass er Kraft seines Amtes etwas mehr Innensicht hat als der ausser sich geratene Rüesch. Damit das seine Hinrichtung von Kent nicht stört, verzichtet Rüesch vollständig darauf, den Kernpunkt des Rücktrittsschreibens zu erwähnen.

Der besteht darin, dass Kent keinerlei unmittelbare Gefahr erkennen konnte, die vom Iran gegen die Sicherheit der USA ausginge – was der einzig erlaubte Grund für Präsident Trump wäre, diesen Angriffskrieg ohne Vorwarnung und ohne Erlaubnis des Parlaments loszutreten.

Und wenn es diese Gefahr nicht gibt, dann handelt Trump einmal mehr illegal. Genau wie im Fall Kubas. Die völlig abgewirtschaftete Insel stellt weder eine Bedrohung der Sicherheit der USA dar, noch unterstützt sie den internationalen Terrorismus. Das gibt Trump aber als Grund für sein völkerrechtswidriges Ölembargo an.

Stattdessen will Rüesch am Schluss Kent den Todesstoss versetzen: «Aber wer Trumps Iran-Kurs hinterfragt, sollte mit Argumenten operieren, nicht dubiose Zeugen vorführen. Joe Kent ist kein Held, sondern ein antisemitischer Wirrkopf.»

Da gehört auf einen groben Klotz ein grober Keil: wer einen hochdekorierten Mann in leitender Funktion, der aus Protest zurücktrat, dermassen niedermacht und dabei nicht den Schatten einer nachvollziehbaren Begründung dafür liefert, dass Kent ein «antisemitischer Wirrkopf» sei, der ist sicherlich fehl am Platz als stellvertretender Auslandchef einer Qualitätszeitung, die normalerweise Wert auf gesittete Auseinandersetzung mit fundierten Argumenten legt.

Da passt dieses Geschwätz und Gepolter wie die Faust aufs Auge. Offenbar hat auch God Almighty Eric Gujer ein Qualitätsproblem. Zum möglichen Abgang Rüeschs könnte man den NZZ-Leser nur beglückwünschen. Vielleicht könnte er dann zusammen mit Urs Gehriger von der «Weltwoche» ein Pressebüro für absonderliche Wahrnehmungen der Wirklichkeit aufmachen.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-22-um-21.03.55.png 342 970 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-24 05:00:162026-03-22 21:42:22Noch ein Ausrutscher bei der NZZ
René Zeyer

Der Propaganda-Journalist

22. März 2026/12 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Urs Gehriger ist immer noch stramm auf Trumps Seite.

Er kann zwar meins und deins nicht immer unterscheiden. Aber seit er als Trump-Groupie seinen Helden im Palast der absoluten Geschmacklosigkeit erleben durfte und über Melanias wippenden Rock schwärmen, hat er das Licht gesehen.

«Ein Bote tritt an Trump heran. Der Präsident steht auf, breitet den Arm um den Emissär und gibt ihm mit seinem weiten Jackett Deckung wie Batman mit seinem Cape. Es ist einer jener intensiven Momente, die Trump-Vertraute die «New Yorker Minute» nennen.»

Gehriger ist sicherlich der einzige Journalist der Welt, der Trump mit Batman verglichen hat.

Aber zurück zur bitteren Aktualität. Da zweifeln doch immer mehr (auch in der «Weltwoche», horribile dictu «Tickt Trump noch richtig?», Wolfgang Koydl) an der Weisheit des Mafioso im Weissen Haus.

Aber auf einen Büttel kann sich Trump verlassen. «Umfragen zeigen: Maga steht mit 94 Prozent hinter «Epic Fury»», weiss Gehriger. Woher er das weiss? Das ergebe eine «Studie» der Vanderberg Coalition, die sei «spezialisiert auf Trump-Wähler, bei bisherigen Umfragen konnte sie eine hohe Genauigkeit ausweisen».

Aber wie seriös ist denn diese Quelle? Nicht wirklich. Keine Angaben zur Methode der Umfrage (Stichprobe, Gewichtung, Zeitraum, Teilnehmerzahl, Fehlermarge): typische Anzeichen für Propagandaumfragen. Hier konkret:

Diese «Umfrage» erfüllt gleich mehrere Kriterien für propagandistische oder unseriöse Daten:

  • nicht überprüfbare Grundlage
    politisch selektive Zielgruppe
    keine Transparenz
    starkes Framing

Die Zielsetzung dieser Beeinflussungsgruppe sind klar: «Die Vandenberg Coalition ist eine gemeinnützige, überparteiliche Organisation, die sich für eine starke und stolze amerikanische Außenpolitik einsetzt, die den Interessen der Amerikaner im ganzen Land gerecht wird.» Stark und stolz, könnte direkt von Trump sein.

Damit zeigen also Gehringers «Umfragen», dass sie gar nichts Aussagekräftiges, dafür lediglich propagandistisch Verwertbares beinhalten. Nun ist der Anlass seiner «epic fury», dass immerhin der Terrorabwehrschef der USA zurückgetreten ist. Er könne seine Tätigkeit nicht länger verantworten, bei diesem Präsidenten, schimpft er.

Gehriger schimpft zurück: «Wer hat je von einem Mann namens Joe Kent gehört?» Dass das daran liegen könnte, dass Kent in seiner Position nicht gerade das Licht der Öffentlichkeit suchte, geschenkt. Auf jeden Fall behauptet der doch, «es habe «keinerlei Geheimdienstinformationen» über einen unmittelbar bevorstehenden iranischen Grossangriff gegeben. Und: Israel und seine Lobby in den USA hätten Trump in den Krieg geködert».

Damit hat es Kent bei Gehriger verschissen: «Kents faktenfreie Klage, geäussert auf Tucker Carlsons Online-Podcast, klingt eher wie eine antisemitische Verschwörungstheorie als glaubwürdige News», behauptet Gehriger verschwörerisch und faktenfrei.

Sicherlich hat Gehriger die ganzen zwei Stunden (!) dieses Podcasts angehört, in dem sich vor allem Carlson episch über das Problem verbreitert, dass Kritiker der US-Aussenpolitik, die sich im Nachhinein als richtig erwiesen, immer steifen Gegenwind kriegen, das sei schon seit dem Vietnamkrieg so gewesen.

Wer sich die zwei Stunden antun will, hört hier einen kompetent und differenziert argumentierenden Kent. Wer das ist, im Übrigen? Kent war 20 Jahre in der US-Armee mit 11 Kriegseinsätzen bei den Special Forces im Kampf gegen internationalen Terrorismus, mehrfach dekoriert.

Einer, der weiss, worüber er spricht, wenn er sagt:

«Ich kann den andauernden Krieg in Iran nicht guten Gewissens unterstützen. Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für unser Land dar.»

Nicht nur Carlson oder Kent kritisieren Trump dafür, schon wieder eines seiner Wahlversprechen (keine neuen Kriege) gebrochen und sich konzeptlos in einen völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen den Iran geworfen zu haben, der die gesamte Weltwirtschaft bedroht.

Aber Gehriger rückt alles zurecht:

«Gemäss dem Narrativ von der wegbrechenden Basis sei Trump ein «Blindflieger», der von Israel gesteuert werde. Dissidenten wie Kent sind nützliche Figuren, um dieser Kampagne vermeintlich Gravitas zu verleihen. Mit der Wirklichkeit haben sie wenig zu tun, wie die zitierte Umfrage nahelegt.»

Nützliche Figuren, um den Ausdruck Idioten zu vermeiden, behauptet die Figur Gehriger. Mit der Wirklichkeit hat allerdings die von ihm zitierte «Umfrage» wenig zu tun, auch scheitert sein Versuch, Kent zu diskreditieren. Zudem zeugt sein Rekurs auf diese unbedeutende Propagandaorganisation, die ausserhalb der Politik in Republikanerkreisen kaum bekannt oder von Bedeutung ist, dass er etwas verzweifelt nach Pro-Trump-Stimmen sucht.

Man fragt sich bloss: wieso tut Gehriger das? Ist er immer noch Melanias schwingendem Rock betört und sieht in Trump die Reinkarnation von Batman? Ob ihm mal einer sagt, dass der Fledermausmann eine Comic-Figur ist?

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-20-um-08.16.58.png 528 765 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-22 05:00:202026-03-22 21:34:29Der Propaganda-Journalist
René Zeyer

Kann Trump Fernhypnose?

17. Januar 2026/3 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Das würde Urs Gehrigers Geschreibsel erklären.

Zunächst die camouflierende Packungsbeilage in der «Weltwoche»: «Rechtlich betrachtet, ist Trumps Grönland-Kiste ein No-Go.»

Aber he, wieso muss man denn die Dinge rechtlich betrachten. Man sollte sie vielmehr «nüchtern» sehen, obwohl sich das dann im Fall Gehrigers als vollbesoffen herausstellt.

Also «nüchtern betrachtet – und Nüchternheit ist der beste Ratgeber in emotional echauffierten Zeiten – kann es durchaus in Europas Interesse liegen, wenn die Amerikaner für die Sicherheit auf Grönland sorgen».

Ach was. Wieso denn das? «Wenn sich um Grönland neue Transitrouten öffnen, ist das für Europäer ebenso relevant wie für die USA. Sollte sich bei diesem Rennen um Handelswege Russland durchsetzen, hat das Auswirkungen auf dessen Macht in Europa.»

Und wie würde dann diese «Sicherheit» hergestellt? «Sicherheit kann nicht durch episodisches Engagement erreicht werden. Sie erfordert ein entschlossenes langfristiges Engagement. «Wissen Sie, wie ihre Verteidigung aussieht? Zwei Hundeschlitten», spottete Trump jüngst über den dänischen Wehraktivismus. Russland und China hingegen verfügten über «Zerstörer und U-Boote überall».»

Wo soll man bloss anfangen? Vielleicht damit: wenn Präsident Trump selbst gegenüber verbündeten Nato-Mitgliedern offen mit dem Einsatz von militärischer Gewalt droht, um sich die grösste Insel der Welt anzueignen, ist das kein Beitrag zur Sicherheit.

Es ist Wildwest, Raub durch die Macht des Stärkeren, es ist der Ersatz einer regelbasierten und rechtsstaatlichen Ordnung durch Faustrecht, Willkür, durch Barbarei und hemmungslose Gier. Es ist ein weiterer Raubzug im vollen Tageslicht.

Begleitet von atemberaubender Verlogenheit. Trump behauptet, die Sicherheitsinteressen der USA würden es verlangen, Grönland zu annektieren. Denn die Verteidigung der Insel bestünde aus zwei Hundeschlitten, während sie von russischen und chinesischen Zerstörern und U-Booten umkreist werde.

Dabei vergisst der grösste Lügner aller Zeiten zu erwähnen, dass die einzige Nation, die einen Militärstützpunkt auf der Insel unterhält – die USA sind.

Dabei vergisst er zu erwähnen, dass selbstverständlich auch die USA mit Zerstörern und U-Booten präsent sind.

Dabei vergisst er zu erwähnen, dass die USA seit 1945 sukzessive ihre Militärpräsenz auf der Insel abgebaut haben und Stützpunkte aufgaben – die seither die Umwelt verseuchen.

Er vergisst zu erwähnen, dass die USA mal bis zu 10’000 Soldaten auf Grönland stationiert hatten, heute noch rund 200. Wenn es den USA also rein um die Sicherheit ginge, könnten sie problemlos und vertraglich abgesichert eine beliebige Anzahl weiterer Truppen auf Grönland stationieren und ihre alten Basen säubern und wieder in Betrieb nehmen.

Also ist das Argument «Sicherheit» schlichtweg vorgeschoben, eine glatte, offene und leicht erkennbare Lüge.

Auf die niemand hereinfällt – ausser Gehriger und ein paar weitere Dünnbrettbohrer.

Natürlich geht es – wie im Fall Venezuela – weder um Sicherheit, noch um den Schutz der Demokratie. Sondern um den Besitz von Rohstoffen und deren Ausbeutung.

Das ist so offensichtlich wie das Polarlicht.

Stattdessen irrlichtert Gehriger: «Mit dem Kauf von Grönland könnte Trump einen «Jahrhundert-Deal» landen, schreibt der Economist. Damit würde er nicht nur die Sicherheit Amerikas erhöhen, so das Wirtschaftsblatt, sondern auch die der Nato-Verbündeten.»

Abgesehen davon, dass sich auch der «Economist» irren kann: also die Sicherheit der Nato-Verbündeten würde dadurch erhöht, dass ein Nato-Mitglied einem anderen völlig illegal und notfalls mit Gewalt ein Riesenstück Land klaut? Abenteuerlich.

Mit der Begründung, dadurch würde die Sicherheit erhöht – dabei könnte sie problemlos und einfach durch die Stationierung von mehr Truppen erhöht werden. Ungeheuerlich.

Genauso bescheuert wie Gehriger reagieren allerdings bislang die Nato und die EU. Es wurden 13 (!) deutsche und ein paar französische und spanische Soldaten in die Kälte geschickt. Mit denen würden selbst die wenigen auf der Insel stationierten US-Soldaten fertig.

Und die EU wackelt aufgeregt mit vielen Zeigefingern und wiederholt mit ernster Miene, dass das ja wohl nicht anginge. Lachhaft.

Statt dem Grölaz (grössten Lümmel aller Zeiten) in seinem goldüberkrusteten Büro in Washington klar zu machen: das geht nicht, du Lümmel. Und wir haben dann zwar nicht so viele wie du, aber durchaus genügend Atomwaffen, im Fall. Also such dir ein anderes Spielfeld aus. Gibt doch genügend Gegenden der Welt, wo du US-Sicherheitsinteressen durchsetzen könntest.

Ukraine, Gazastreifen, Kolumbien, Panama, Mexiko …

 

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/01/Bildschirmfoto-2026-01-16-um-13.39.35.png 627 885 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-01-17 05:00:172026-01-16 14:18:51Kann Trump Fernhypnose?
René Zeyer

Echt jetzt?

18. November 2025/3 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Wenn eine Manie zur Obsession wird.

Die Methode ist so bekannt wie langweilig. Wenn alle dagegen sind, sind wir dafür. Und umgekehrt. Warum? Darum. Das ist das wohl wichtigste journalistische Credo der «Weltwoche».

Sie versammelt in besseren Zeiten in einer Ausgabe mehr anregende Artikel als manche Tageszeitung in einer ganzen Woche. Oder in einem Monat.

Andererseits gibt es Manien, die langsam obsessiv werden und kaum neue Leser begeistern können, einfach die Crowd in der Gesinnungsblase nochmal und nochmal in ihrer vorgefassten Meinung bestärken.

Während sich Präsident Putin vom «Unverstandenen» langsam zum bösen Buben wandelt, bleibt die WeWo ein Fanmagazin des US-Präsidenten Trump.

Aber jeder Fan braucht immer wieder neue Nahrung, und da wird es manchmal dünn. So entsteht dann eine Titelgeschichte wie «Trump ist sensationell, Mamdani killt New York».

Welche Koryphäe, welcher Kenner der Sachlage hat sich hier geäussert? Es handelt sich um Joe Germanotta. Joe who? Also bitte, der weltberühmte «Gastro-Unternehmer» Germanotta. Hä? Na, der betreibt das Restaurant Joanne Trattoria in New York, also ist er doch Gastro-Unternehmer.

Vielleicht kein besonders erfolgreicher, während der Pandemie rief er zu Spenden auf, um seine Kneipe über Wasser zu halten.

Qualifiziert ihn das wirklich, seine Meinung über Trump und den neuen New Yorker Bürgermeister in der WeWo zum Besten geben zu dürfen? Mit den beiden Gaga-Aussagen «Trump ist sensationell» und «Mamdani killt New York»?

Gaga gibt dabei den entscheidenden Hinweis. Denn ausser Wirt ist der Mann auch noch Vater von Lady Gaga. Die hat zwar politisch ganz andere Ansichten als der Papa, aber das möchte Urs Gehriger nicht so gerne in der WeWo lesen. Also interviewt er den Vater, der sich über so viel Aufmerksamkeit from Switzerland sicher freut.

So darf er seine Erkenntnisse auf Stammtischniveau auf den Teller klatschen. Zunächst zu Mamdani: «Wissen Sie, am Abend der Wahl konnte ich mir die Ergebnisse gar nicht ansehen. Ich war so nervös.» Aber offensichtlich hat er sich dann doch wieder eingekriegt. Und ledert im Stil seines grossen Vorbilds Trump ab: «Er will die Prostitution nach New York City zurückbringen, was Kriminalität und Drogen mit sich ziehen wird.»

Während 40 Millionen Amis auf Essensmarken angewiesen sind, poltert Germanotta:

«Und staatlich unterstützte Lebensmittelläden? Ich möchte nicht auf zwei Brote beschränkt sein. Ich möchte in einen Lebensmittelladen gehen und kaufen können, was ich will. Und dafür bezahlen.»

Tja, wenn er kann …

Ähnlich profund ist seine Meinung zum US-Präsidenten: «Ich wusste schon, als er gewählt wurde, dass die Wirtschaft boomen würde. Und sie tut es auch. Wenn man sich den Aktienmarkt ansieht, steigt er jeden Tag weiter und weiter. Seine Politik ist stark.»

Dann noch zum Ausschleichen ein paar Fragen zu seiner Tochter, und fertig ist das Desaster.

Ob es wohl eine gute Idee ist, dem WeWo-Leser als Titelgeschichte ein Gaga-Interview mit einem Wirt in New York zu servieren, dessen Ansichten so flach wie das Papier sind, auf das sie gedruckt werden? In dieser servilen pseudo-kritischen Frage-Art serviert, die man auch durch die einfache Feststellung hätte ersetzen können: was wollten Sie schon immer mal sagen, aber normalerweise werden Sie schnell unterbrochen, wenn Sie solchen Stuss reden?

Newswert: der Papa von Lady Gaga ist leicht gaga. Dafür hätte man allerdings eine einzige Zeile gebraucht.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-14-um-21.17.30.png 746 1482 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-11-18 05:00:232025-11-16 13:13:09Echt jetzt?
René Zeyer

Die Heiligsprechung

20. September 2025/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Der Chäf hat vorgebetet, Urs Gehriger frömmelt hinterher.

«Mord an einem Brückenbauer», jammert Gehriger in der «Weltwoche» und wiederholt die Worte seines Vorbeters: «Das Attentat auf Charlie Kirk ist ein Anschlag auf das Herz der Demokratie.»

Denn das schlug offenbar in Kirk und nirgends sonst. Auch die Schuldfrage ist für Gehriger geklärt: «Politiker und Massenmedien tragen Mitschuld an seinem Tod.»

Also ZACKBUM schon mal nicht, aber wir sind ja auch kein Massenmedium.

Zunächst geht es um die Heiligsprechung: «Dabei hat er seine Werte stets ostentativ nach aussen getragen: seinen Glauben an Gott. Seinen Patriotismus. Seine Ablehnung des Gender-Wahns. Seinen Einstand für sichere Grenzen und Widerstand gegen unkontrollierte Einwanderung und Kriminalität.»

Kirk war von sanfter Überzeugung, laut Gehriger: «Viele ertrugen Kirks kritische Stimme nicht. Er wurde angefeindet. Kirk liess sich nicht einschüchtern. Er doppelte nach: «Bekämpfe Hassreden mit mehr Meinungsfreiheit» war seine Losung.»

Vielleicht sollte bereits der Papst eine Vormerkung machen: «Kirk war ein Frühberufener.» Das wäre doch ein Doppelschlag: Kirk wird heilig gesprochen und Trump kriegt den Friedensnobelpreis. Oder umgekehrt. Oder beide beides.

Dann zitiert Gehriger Präsident Trump, der seinerseits für versöhnliche Worte, Ausgleich und Brückenbauen bekannt ist: «Seit Jahren vergleichen radikale Linke wunderbare Amerikaner wie Charlie mit Nazis und den schlimmsten Massenmördern und Verbrechern der Welt. Diese Art von Rhetorik ist direkt verantwortlich für den Terrorismus, den wir heute in unserem Land erleben, und sie muss sofort aufhören.»

Terrorismus in den USA? Der grösste Terroranschlag von US-Staatsbürgern war das Oklahoma City Bombing von 1995. Fast 170 Menschen wurden getötet, darunter 19 Kinder. Ausgeführt wurde er von den zwei rechtsradikalen Gegnern von Waffenkontrolle und überhaupt staatlichen Massnahmen Timothy McVeigh und Terry Nichols.

Aber he, nicht nur Trump lügt notorisch und stetig.

Kirk war ein Sprachrohr der Wahlfälschung-Verschwörungstheoretiker von 2020 und nahm an «Stop the Steal»-Veranstaltungen teil. Als er vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses aussagen und seine wilden Behauptungen belegen sollte, machte er vom 5. Verfassungszusatz Gebrauch, also von seinem Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen.

Er brüstete sich damit, dass seine Organisation «Turning Point» im Januar 2021 80 Busse «voller Patrioten» nach Washington schicken werde, um Trump zu unterstützen. Später räumte sein Haufen dann ein, dass es eher sieben Busse gewesen seien.

Ganz schlimm sind seine fundamental-christlichen Aussagen. Gefragt, ob ein vergewaltigtes zehnjähriges Kind die Schwangerschaft austragen sollte, sagte er, das sei ein furchtbares Beispiel, «aber ja, das Kind würde zur Welt gebracht werden».

Grauenhaft ist auch sein Vergleich von Abtreibung mit dem Holocaust:

«Das ist, wie wir Auschwitz bekommen, das ist, wie wir den grössten Horror des 20. Jahrhunderts bekommen haben.»

Auf Nachfrage, ob er Abtreibung wirklich mit der Judenvernichtung vergleiche, antwortete er: «Absolut. In Wirklichkeit ist es schlimmer, es ist schlimmer.»

Oder in den salbungsvollen Worten von Gehriger: «Für Kirk war der Glaube der Urquell für alles, was er tat. Die Bibel war ihm Kraftstoff und Referenzschrift für alle Situationen im Leben.»

Dabei war sich Kirk, säuselt die WeWo, seiner menschlichen Begrenztheit durchaus bewusst: «Wir sind alle Sünder. Wir alle haben Probleme. Wir alle haben Laster, doch Jesus macht uns ganz.»

Kirk gleich als Messias hochzujubeln, das traut sich Gehringer dann doch nicht. Noch nicht. Aber dafür hat er einen anderen Vergleich auf Lager, der einem die Lachtränen in die Augen treibt:

«Sein Rhetorikstil erinnerte an Sokrates, den antiken Philosophen, den wir aus Platons Werken kennen. Durch Fragen und Nachfragen legte er Widersprüche im Denken des Gesprächspartners offen.»

Charlie Sokrates Kirk, Wahnsinn.

Das ist Abteilung Dadaismus und Gagaismus. Aber Gehriger kann auch hinterfotzig: «Medien und Politiker bis hinauf in die Staatsspitze haben über Jahre eine Stimmung geschaffen, die das Terrain für den Mord an Kirk ebneten.»

Die ausgeleierte alte Leier: die Medien waren’s, und wenn nicht sie, dann die Politiker. Ausschliesslich die linken natürlich. Dann wird es ganz, ganz dünn: «Gewalt gegen Politiker und Aktivisten gibt es in den USA auf beiden Seiten. Doch Konservative werden auffällig oft ins Visier genommen.»

Als Beleg dafür kratzt Gehriger gerade mal einen angeschossenen republikanischen Abgeordneten und ein vereiteltes Attentat auf einen Bundesrichter zusammen. Plus natürlich die beiden Attentatsversuche auf Trump.

Am 14 Juni 2025 wurden die demokratische Politikerin Melissa Hortman und ihr Mann erschossen. Kurz zuvor gab es einen Anschlag auf den demokratischen Senator John Hoffmann und seine Frau, die beide schwer verletzt wurden. 2022 wurde bei einem Kidnappingversuch der Ehemann von Nancy Pelosi schwer verletzt. Im gleichen Jahr gab es einen Attentatsversuch auf den demokratischen Bürgermeisterkandidaten Craig Greenberg. Usw.

Irgendwie passen alle drei zusammen. Trump, Kirk und Gehriger. Alle drei nehmen es mit dem Fakten nicht so genau, dafür polemisieren sie ungehemmt. An der Frömmigkeit muss er vielleicht noch etwas arbeiten. Aber auch da kann er sich seinen Chäf als Vorbild nehmen.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/09/Bildschirmfoto-2025-09-18-um-22.53.42.png 802 1366 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-09-20 05:00:592025-09-19 10:15:21Die Heiligsprechung
René Zeyer

Der perfekte Journalist

15. November 2024/10 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

ZACKBUM bastelt sich ein Ideal.

Der Homunculus sieht so aus. Man nehme Roger Köppel und kreuze ihn mit Constantin Seibt. Dazu eine Prise Tom Kummer und als Abrundung etwas Urs Gehriger. Vielleicht noch einen Schuss Philipp Loser dazu. Und obendrauf, sonst wäre das Bild sexistisch, brauchen wir noch Raphaela Birrer, Salome Müller und Aleksandra Hiltmann.

Dieses Wunderwerk, diese Verkörperung geballter Kompetenz, Schreibkraft, Redlichkeit, intellektueller Ausstrahlung und des festen Willens, die Realität möglichst nach dem eigenen Wunschdenken zu gestalten – das ist das Zukunftsmodell.

Mit der Hilfe von AI sollte es möglich sein, eine solche Verschmelzung durchzuführen. Widmen wir uns kurz einigen wesentlichen Bestandteilen dieses Homunculus, dieses Golems.

Da hätten wir mal Constantin Seibt. Er ist der fatal Angeschlagene in diesem Bund. Er sieht rabenschwarz: «Bei allen Fehlern waren die USA lange das Licht der Welt. Das wird nun ausgelöscht. Ein Besuch in der tiefen, beängstigenden Dunkelheit.» Denn: «Seien Sie freundlich! Denn der Faschismus ist zurück». Das ist ja furchtbar. Seibt hatte schon mit Zehntausenden von Buchstaben davor gewarnt. Vergeblich. Denn der Faschismus war nie weg. Seibt hat ihn in den USA überall entdeckt. Seit vielen Monaten. Er hat heute nur noch endzeitliche Ratschläge:

«Das wahrscheinlich Klügste, was Sie tun können: Reservieren Sie Zeit für den Menschen an Ihrer Seite, für die Kinder – und wen Sie sonst noch lieben.»

Der Mann braucht dringend Medikamente, aber er verkörpert perfekt den Doomsday-Journalismus, dem sich so viele hingeben. Allerdings ist er so deprimierend, dumm und falsch, dass wir ihn doch schnell verlassen wollen.

Ganz anders dagegen Roger Köppel. Der ist voll im Saft und nimmt sich selbst zurück: «Draussen ist es dunkel. Ich steige ins Auto. Es klingelt. Rückruf. Am Telefon ist Gerhard Schröder.» So geht das zu in den einsamen Höhen des Ich-Journalismus. Man beachte: Schröder ruft ihn an. Nicht umgekehrt.

Aber Schröder ist fast nur noch eine Randfigur – Köppel hat IHN gesehen. Einem «vierstündigen, beeindruckenden Auftritt» gelauscht. Und seither weiss er: «Wir sind jetzt gegen eine Atommacht Kriegspartei.» Damit meint er nicht unbedingt sich selbst, aber die Schweiz.

Dagegen das: «Zum ersten Mal erlebe ich ihn aus nächster Nähe, während über vier Stunden, hochkonzentriert, differenziert, Vortrag, dann freie Rede, fast in sich gewandt, kein Einpeitscher, der einstudierte Parolen für die Heimatfront abfeuert. Darf man es sagen? Ich bin beeindruckt von diesem Mann.» Der Mann braucht keine Medikamente, aber vielleicht psychologische Betreuung: «Putin, so weit mein Eindruck, ist ein Marathonmann von Substanz und Energie.» Das ist Köppel ja auch, nur: was bringt’s?

Aber eigentlich ist selbst Putin für Köppel nur Staffage, es geht ihm schon mehr um sich: «Sein (Putins, Red.) Vortrag, mit dem er den Abend lanciert, in forschem, vorwärts drängendem Rhythmus geschäftsmässig abgelesen wie der Jahresrückblick eines internationalen Grosskonzerns, erinnert mich an ein Interview, das ich vor vielen Jahren mit Henry Kissinger in dessen Büro in Manhattan führen durfte.»

Das war ja auch ein Kriegsverbrecher, logisch, dass Köppel das einfällt.

Aber zurück zu Köppel, äh Putin. Den erlebt er hier ganz als Mensch: «Ist Putin ein Autokrat, ja, ein Diktator gar, wie bei uns ebenso unhinterfragt behauptet wird? An diesem Abend wirkt er nicht wie einer. Geduldig, höflich beantwortet er die Fragen.» Na dann, der Beweis: Putin ist kein Autokrat. Er verhält sich nur wie einer, läuft wie einer, herrscht über eine korrupte Oligarchie wie einer, trifft einsame Fehlentscheidungen wie einer, konnte von niemandem davon abgehalten werden, die grösste militärische Fehleinschätzung des 21. Jahrhunderts abzuliefern, was bei Autokraten halt üblich ist. Aber er ist keiner, meint Köppel,

Ergänzen wir den Homunculus noch mit dem Trump-Groupie Urs Gehriger. Der schwärmte schon mal von Melania Trumps wippendem Rock im Palast der absoluten Geschmacklosigkeit Mar-a-Lago. Nicht zuletzt deshalb darf er wieder dabeisein und aus der Kammerdienerperspektive die Mächtigen ehrfürchtig beobachten: «Donald Trump sitzt auf der Veranda seines Schlosses. Er hat eine schneeweisse Maga-Mütze auf, die ihm eine feierliche Aura verleiht. Neben ihm Elon Musk, ganz in Schwarz.»

Aber auch Gehriger geht es eigentlich in erster Linie um sich selbst: «Ich setze mich im Foyer auf einen Rokokostuhl mit Blick auf Palasteingang und Terrasse. … Eric, Donald Trumps Zweitgeborener, geht an mir vorbei, den Blick vergraben in sein Smartphone.» Wow, da wird Geschichte geschrieben, und Gehriger ist dabei.

Er gibt uns tiefe Einblicke, wie sie sonst niemand hat: «Ein Bote tritt an Trump heran. Der Präsident steht auf, breitet den Arm um den Emissär und gibt ihm mit seinem weiten Jackett Deckung wie Batman mit seinem Cape. Es ist einer jener intensiven Momente, die Trump-Vertraute die «New Yorker Minute» nennen.»

Aber auch er selbst wird beachtet: «Robert F. Kennedy Jr. tritt heraus. «Hey there», sagt er zu mir. Wir haben uns an der Wahlgala am Vorabend getroffen. Er reicht die Hand. «How are things?»» Wow, Kennedy spricht mit ihm.

Aber zurück zum Geschichtemachen und Zeuge sein: «Trump spricht am Telefon. Musk schaut ihm zu. Telefoniert er mit Selenskyj? Man hört es nicht.» Wow, Trump telefoniert, Musk hört zu. Der Mantel der Geschichte weht.

Aber auch Gehriger selbst macht Geschichte: ««Urs!», ruft eine vertraute Stimme. Es ist Edward McMullen, Trumps ehemaliger Botschafter in der Schweiz. Er möchte eine Grussbotschaft an die Schweiz richten.» Wow, und wer darf der Botschafter des Botschafters sein? Genau, Gehriger himself.

Er gönnt uns auch eine Blick in die Zukunft: «Trump wird seine Truppe nach dem Kriterium Loyalität zusammenstellen. Dann wird er loslegen, «mit Lichtgeschwindigkeit», wie eine ehemalige Trump-Beraterin erklärt.»

Wow, er hat mit einer ehemaligen Trump-Beraterin geredet. Einfach Wahnsinn, dieses Groupie.

Braucht’s bei diesen drei noch Kummer, Loser und die Frauen? Eigentlich nicht. Schon so angefüllt, wankt der Homunculus bedeutungsschwer vor dem Leser auf und ab – und bricht unter der eigenen Wichtigkeit zusammen, zerbröselt. Experiment der künstlichen Herstellung des idealen Journalisten gescheitert.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2024/11/Bildschirmfoto-2024-11-14-um-19.10.02.png 513 908 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-11-15 06:45:542024-11-15 06:45:54Der perfekte Journalist
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