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Sonntagszeitungen ade?

Fällt noch eine, ist die Distribution futsch.

Auf Englisch gibt es ein grossartiges, wenn auch etwas rustikales Erfolgsprinzip im Detailhandel: get the shit on the shelves. Hau das Zeugs in die Regale. Denn nur was in der Auslage liegt, kann verkauft werden.

Bei den drei verbleibenden Deutschschweizer Sonntagszeitungen heisst das: hau das Zeugs in die Briefkästen. Früher gab es noch die Zeitungsboxen, alleine der SonntagsBlick unterhielt über 3000. Weg, rentierte sich nicht mehr.

Die gesamte Auflage ist in den letzten 15 Jahren um bis zu 60 Prozent eingebrochen, auf rund 400’000 Exemplare (Print plus E-Paper). Der SoBli verkauft noch knapp 100’000 Exemplare, die NZZaS rund 90’000 und die SoZ um die 80’000.

CH Media eierte eine Zeitlang auch im Sonntagsmarkt herum. Zuerst mit «Der Sonntag», dann ab 2013 mit der «Schweiz am Sonntag», die dann im Februar 2017 eingestellt und durch die «Schweiz am Wochenende» ersetzt wurde. Die erscheint kostengünstiger am Samstag. und ist mit einer Auflage von rund 380’000 der Platzhirsch am Wochenende.

Denn Sonntag ist in erster Linie teurer als Wochentage. Die Redaktion muss am Samstag arbeiten, was vielen verweichlichten Familienvätern kräftig auf den Zeiger geht. Die Druckerei muss Samstagnacht arbeiten, und schliesslich muss in aller Herrgottsfrühe die Verteilung in die Briefkästen und an die Kioske klappen, die sonntags geöffnet haben.

Dabei greift der Staatsbetrieb Post den Verlegern kräftig unter die Arme. Diese Zustellung gehört zur universellen Dienstleistungspflicht oder Grundversorgung. Dabei liegen die verrechneten Preise deutlich unter den tatsächlichen Kosten. Diese Subvention läppert sich auf insgesamt bis zu 100 Millionen Franken im Jahr.

Für die frühmorgendliche Zustellung (wochentags und am Sonntag) ist die Presto-Presse-Vertriebs AG zuständig. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Schweizerischen Post AG und beschäftigt ungefähr 8000 Zusteller. Daneben gibt es noch die Somedia Distribution AG, die sich um die Zustellung von Tages- und Sonntagszeitungen in Graubünden und Teilen der Ostschweiz kümmert. Auch die TX Group (das Mutterhaus von Tamedia) beschäftigt noch ein paar eigene, kleine Zustelldienste.

Im Elendstal der Printdistribution sind die Sonntagsblätter besonders gefährdet. Ihr mögliches Ende würde durch ein Bündel von Faktoren beschleunigt:

– die Auflage sinkt unter eine kritische Schwelle, die keinen Deckungsbeitrag mehr erwirtschaftet
– die Inserate im Print nehmen weiter ab
– Druck- und Papierkosten steigen weiter
– das Frühzustellungsnetz reisst
– die zahlende Leserschaft, die nur noch digital konsumiert, überschreitet die Schwelle von 75 Prozent, während die Print-Abos weiter überaltern
– Die Preissteigerungen erreichen ein Level, bei dem die Zusatzeinnahmen die Abgänge nicht mehr kompensieren

Es kein Naturgesetz, dass wochentags um 6.30 Uhr und sonntags um 7.30 Uhr ein Druckexemplar im Briefkasten des Abonnenten liegt. Nicht allzu selten ist der Inhalt bereits online überholt worden und altert auch durch den Tag relativ schnell.

Gegen eine Einstellung spricht, dass die Sonntagszeitung hohe Reichweitenmultiplikatoren haben und werbliche Pluspunkte (Lesezeit, Freizeit, ergänzende Hochglanzbeilagen) sammeln.

Sollte allerdings eine der drei verbleibenden Deutschschweizer Sonntagsblätter auch noch das Handtuch werfen (am ehesten wohl die «SonntagsZeitung», gell Herr Supino?), dürfte die Distributionsinfrastruktur in Frage gestellt werden.

Daher ist zu vermuten, dass sich Ringier, Tamedia und NZZ belauern, ob einer der Drei plant, den Sonntag im Print aufzugeben. Nachdem Tamedia bereits bei «20 Minuten» diesen Schritt vollzogen hat, würde ZACKBUM Wetten in nicht unbegrenzter Höhe halten, dass sich dieses Jahr hier was bewegen wird.

Dafür spricht auch, dass bereits die Integration der früher unabhängigen Sonntagszeitungsredaktionen in die Stammredaktion weitgehend stattgefunden hat. Vorbei die lustigen Zeiten, als eine Sonntagszeitung einen raushaute, worauf ihr vom eigenen Verlag am Montag selbst eine reingehauen wurde.

Kein Markt für die SMG?

Hat Pietro Supino schon wieder einen Fehler gemacht?

Eine solche Kursentwicklung der mit grossem Trara gestarteten Swiss Marketplace Group (SMG) sieht kein Aktionär gerne:

IPO, gestartet mit knapp 50 Franken an der Börse, 4,5 Milliarden Gesamtwert der Ansammlung von Handelsplattformen wie Homegate, Autoscout, Tutti, usw. Das grosse Joint Venture von Tx Group und Ringier.

Die neue Geldquelle, die Zukunft, nachdem Tamedia langsam aber sicher der Schnauf ausgeht. Daher gab es schon zum Start der SMG eine Sonderdividende von rund 44,5 Millionen Franken für die Tx-Aktionäre, also in erster Linie den Coninx-Clan. Dann in Champagnerlaune ein grosses Aktienrückkaufprogramm.

Während die SMG-Mitbesitzer Ringier und Mobiliar vom Höchstkurs profitierten und Cash machten, meinte Big Boss Supino, dass er keine einzige Aktie hergeben wolle. Denn das Teil würde doch sicher weiter fliegen, the sky is the limit und so.

Tja. Stattdessen innert nur acht Wochen seit Börsengang ein Absturz um 30 Prozent, von 48.25 auf um die 33 Franken. 1,4 Milliarden haben sich in Luft aufgelöst.

Nach dem IPO-Hype ein Taucher, dann geht’s sicher wieder aufwärts? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber es gibt viele Faktoren, die dagegen sprechen.

Der Immobilien- und Onlinemarkt kühlt sich ab. Investitionen in Technologie und Kosten der Zusammenlegungen belasten das Ergebnis. Die Integration kostet halt Zeit und Geld. Wichtiger noch: der Markt ist hoch kompetitiv, und bislang sind die grossen Player wie Google & Co. noch gar nicht richtig eingestiegen.

Sollte das passieren, gilt im Internet immer: the biggest is the winner and takes it all. Niemand geht auf die zweit- oder drittgrösste Plattform …

Als wären das nicht schon genug schlechte Nachrichten: welche Bedeutung KI auf diesem Gebiet gewinnen wird, ist zurzeit unabsehbar. Als persönlicher Agent eines Suchenden oder Anbietenden. Womit der Marktplatz, der Vermittler, knallhart ausgeschaltet würde.

Zudem haben die happigen Preissteigerungen auf den Marktplätzen der SMG auch nicht viele neue Freunde gemacht. Newhome und andere Anbieter profitieren davon.

Die P/S Ratio, das Kurs-Umsatz-Verhältnis, liegt momentan bei 11. Stagniert der Gesamtumsatz (statt erwarteter Steigerungsraten von bis zu 10 Prozent), fällt die Gewinnmarge von 35 auf 25 Prozent, dann fällt die P/S Ratio dadurch auf 5 bis 6. Das entspräche einer Marktkapitalisierung von maximal 1,8 Milliarden Franken. Und einem Aktienkurs von rund 20 Franken …

Schliesslich gibt es noch einen Soft Factor, der gar nicht so soft ist. Was ist von einem wohlbezahlten Management zu halten, das sich seit Jahren in der Online-Werbung von Google & Co. die Butter vom Brot nehmen lässt – ohne dass ihm eine Gegenstrategie einfällt? Die meisten Herren (und wenigen Damen) in der obersten Führungsetage sind zudem nicht gerade Digital Natives.

Oder einfacher gesagt: sie kapieren bis heute das Internet nicht.

Wenn also der vermeintliche Goldesel SMG Verstopfung kriegt und keine Dukaten mehr scheisst, woher sollen dann noch die Gewinne kommen, um den Coninx-Clan bei Laune zu halten? Von Tamedia sicher nicht, das wilde Zusammenkaufen eines Kopfblattsalats hat sich nicht rentiert und erinnert etwas an die Hunter-Strategie der Swissair.

Goldbach ist auch nicht gerade ein ewigwährender Strom von Profit.

Was bleibt dann noch? Als letzte Option der Verkauf des ganzen Ladens, solange man noch genügend Geld verlangen kann.

Der Coninx-Clan

Die Schweiz hat schon Pech mit ihren Verlegerfamilien. Ehemals Herausgeber, jetzt mehr Herausnehmer.

Im Vergleich mit dem Wanner– und dem Ringier-Clan ist die Besitzerfamilie des Unternehmens Tx (oder TX oder «Tages-Anzeiger» AG, inkl. Tamedia AG) speziell.

Ihr Gesamtvermögen wird auf rund 1,5 Milliarden Franken geschätzt. Nach dem Börsengang des Joint-Venture Swiss Marketplace Group (SMG) dürfte es nochmals kräftig angeschwollen sein.

Der deutsche Bergbauingenieur Otto Coninx-Girardet legte den Grundstein, indem er seit 1918 den «Tages-Anzeiger» herausgab. Otto Coninx-Wettstein führte weiter und baute aus, dann kam Hans-Heinrich Coninx und ab 2007 schliesslich sein Neffe Pietro Supino.

Die TX Group, wie die Holding inzwischen heisst, verfügt über einige Grossaktionäre. Darunter Pietro Supino ~ 13,6 %, Dr. Severin Coninx ~ 13.20%,  Rena Maya Coninx Supino ~ 12.95 %, Dr. Hans Heinrich Coninx ~ 11.93 %, Fabia Schulthess~ 5.53 %, Andreas Schulthess~ 5.53 %, Regula Hauser-Coninx~ 4.63 %, etc.

Schätzungsweise hält die Familie – inklusive Verwandten und Beteiligten – zusammen knapp 74 % der Aktien von TX Group, wobei eine Gruppe von 19 Kleinaktionären der Familie sich bloss 2.14 % des Kapitals teilen.

Der Umsatz der TX Group liegt etwas unter einer Milliarde Franken im Jahr. Das Sorgenkind der Holding ist Tamedia, der Medienteil. Weder dem Big Boss Supino, noch seinen wohlbezahlten Medienmanagern fällt eine Strategie ein, wie man das profitabel machen könnte. Ausser, indem man das Angebot und die Woke Force (Pardon, Work Force) runterholzt und das als «Synergie» und «Qualitätssteigerung» verkaufen will.

Die Zukäufe eines ganzen Kopfblattsalats haben zudem viel gekostet und wenig gebracht.

Auf der anderen Seite besteht die ganze Coninx-Sippe, wenn man auch Angeheiratete und Lebenspartner dazuzählt, aus ungefähr 70 bis 90 Personen, reine Blutsverwandte gibt es etwa 50 bis 65.

Die wollen alle durchgefüttert werden und ihren teils kostspieligen Hobbys frönen.

Sie verstehen sich auch nicht mehr unbedingt als Herausgeber von Medienprodukten im klassischen Sinn.

Sondern vielmehr als Herausnehmer von Dividenden, Sonderdividenden und Profiteure von teuren Aktienrückkaufprogrammen.

Die zentralen Segmente der Tamedia AG, Pardon, der TX Group AG, sind Tamedia (Medien), «20 Minuten», Goldbach Group und TX Markets.

TX Markets machen dabei Margen im zweistelligen Bereich von bis zu 40 Prozent, Goldbach liegt bei 10 bis 20 Prozent, 20 Minuten bei 7, Tendenz stark abnehmend, und Tamedia bei 0 bis 1 Prozent.

Also ist völlig klar, wenn man keine Herausgeber-, sondern vielmehr eine Herausnehmer-Perspektive hat, wo die Zukunft der Firma liegt – und wo die Vergangenheit ohne Zukunft.

Das haben nur noch nicht alle 1800 Mitarbeiter (wobei die Zahl ständig schrumpft) von Tamedia mitgekriegt. Aber in naher Zukunft werden sie ihre Lieblingsbeschäftigungen – Bauchnabelbetrachtung, Befehle und Ratschläge an die Welt – aufgeben müssen.

Wenn die Stellensuche erste Priorität bekommt. Denn zu Herausgeben und Herausnehmen gehört eben auch Herausschmeissen.

TX Group weiter auf Clan-Gewinnkurs

Der Börsengang von Swiss Marketplace Group (SMG). Nun ein Aktienrückkauf. Den Coninx-Clan freut’s.

Investitionen in Journalismus dagegen: nada. Dafür dort sparen bis aufs Skelett.

Grandioser Börsengang, Ausgabepreis von 46 Franken pro SMG-Aktie, das entspricht schon mal einer Marktkapitalisierung von 4,5 Milliarden Franken. Davon gehören der TX Group (die Holding oberhalb von Tamedia & Co.) 30,7 Prozent. 1,38 Milliarden.

Das ist obendrauf auf die Marktkapitalisierung der TX Group von rund 2,17 Milliarden.  Daran hält der Coninx-Clan rund 69 Prozent aller Aktien.

Also eigentlich sollte das doch für ihre rund 50 Mitglieder reichen, um ihren Hobbys nachzugehen, Yachten, Villen und Kunstsammlungen zu unterhalten. Sowie sich jeden Tag ein Kotelett mit satt Kaviar drauf zu leisten.

Auf der anderen Seite wird Tamedia bis auf die Knochen runtergehobelt. Entlassungswellen, Schliessung von Druckereien, Sparziel 70 Millionen. Nur Traumtänzer wie die publizistische Leiter nach unten Simon Bärtschi können das als Qualitätssteigerung schönschwatzen.

Redaktionen wurden zusammengelegt, verwirrliche Zahlen von geplanten Rausschmissen verkündet. Die überlebenden Redaktoren, vor allem die Ü-50, haben Schiss, wen es als nächsten treffen wird.

Dementsprechend herrscht eine Bombenstimmung in der Käfigtierhaltung der Zentralredaktion. Einziger Zugang in letzter Zeit: Anuschka Roshani. Nun ja.

Eher kleine Schlagzeilen machte dagegen eine weitere Massnahme zur Profit- und Besitzsteigerung der Coninx-Aktionäre (und den versprengten übrigen).

Unter «Investor Relations» verkündete die TX Group, bezugnehmend auf eine Medienmitteilung, dass sie «über einen Zeitraum von maximal drei Jahren bis zu 662’000 Namensaktien zurückkaufen» werde, was bis zu 6,25 Prozent des Aktienkapitals entspricht.

Oder einem Wert von rund 128 Millionen Franken.

Ein Aktienrückkauf hat angenehme Auswirkungen – für die Aktionäre. Gleicher Gewinn des Unternehmens, weniger Aktien, höherer Profit pro Aktie. Wer seine Aktien verkauft, bekommt Kohle auf die Hand. Wer sie behält, profitiert längerfristig.

Schon nach der Gründung der SMG klingelte eine Sonderdividende von rund 44,5 Millionen Franken in den Kassen der Aktionäre, wenn alle rund 10 Millionen Aktien anspruchsberechtigt waren.

Durch diesen Aktienrückkauf steigt der Anteil des Coninx-Clans am Aktienwert von TX auf rund 73,5 Prozent.

Das sind rund Dreiviertel von Fantastilliarden. Nun können die Mitglieder des Coninx-Clans zwar nicht wie Dagobert Duck ein erfrischendes Bad im Geldspeicher nehmen.

Aber eigentlich haben sie in letzter Zeit doch das Problem: wohin mit all der Kohle? Big Boss Pietro Supino kann schlecht auf die Villa noch eine Villa stellen. Die Zeiten von noch grösseren Yachten oder Fliegern sind auch etwas vorbei.

Und mehr als ein Rolls-Royce Droptail für rund 32 Millionen Dollar geht auf vier Rädern auch nicht.

Ach, vielleicht könnte man sich darauf besinnen, wodurch eigentlich der Grundstein dieses Vermögens gelegt wurde?

Mit Journalismus.

Mit Otto Coninx fing’s an,  schliesslich Urenkel Pietro Supino, seit 2007 auf dem Thron. Was von der Tradition übrig geblieben ist, sind grosse Worte über die Bedeutung der Vierten Gewalt, von Qualitätsjournalismus, Kontrolle und wenn nötig Korrektur des Handelns der Mächtigen im Lande.

Aber statt für knapp 130 Millionen Franken einen eigentlich völlig überflüssigen Aktienrückkauf finanzieren, wieso nicht in einen Aus- statt Abbau von Tamedia investieren?

Tamedia machte im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatz von 191,5 Millionen Franken. Da würde eine Finanzspritze von 130 Millionen Franken über die nächste drei Jahre Wunder wirken.

Träume würden wahr. Journalisten könnten tatsächlich Tage oder sogar Wochen auf Recherchen verwenden. Und müssten nicht länger irgendwelche Hehlerware in «Papers» oder «Secrets» verwandeln.

Journalisten könnten wieder Dossiers aufbauen und Themen vertieft begleiten. Und wer weiss, vielleicht gelänge ihnen auch ab und an ein Artikel von der Tiefe einer «Financial Times», «The Atlantic» oder gar des «New Yorker».

Die übrigens alle beweisen, dass sich Qualitätsjournalismus auch finanziell lohnt. Allerdings nur, wenn man ihn auch finanziert.

Also, liebe Grossfamilie Coninx, wie wäre es mit etwas staatsbürgerlichem Bewusstsein?

Der Gesellschaft etwas zurückgeben. Verantwortung, Haltung, Verpflichtung.

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Der Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz».

TX: So kann gespart werden

Der Fisch stinkt vom Kopf …

Sparen à la Pietro Supino heisst: Jungs (und Mädels), rudert schneller, der Käpt’n will Wasserski fahren. Sparen in den sorgfältig separierten Profitcentern innerhalb der TX Group heisst: Mitarbeiter rausschmeissen, Budgets kürzen, die Leser für dumm verkaufen, dass es bei gleichen oder höheren Preisen weniger Ware gibt, das aber als qualitative Verbesserung umgelogen wird.

Dabei gäbe es so viele Sparmassnahmen, die auf der Hand liegen und nicht nur dem Content zugute kämen, sondern finanzielle Mittel für Sinnvolles freimachen würden. Gleichzeitig würde der Konsument nur Positives davon merken. Blöd wäre das nur für einige Amtsträger, aber damit müssten die leben.

Schliesslich hat TX schon den ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht, indem es die überflüssigen Verwaltungsräte der einzelnen Bestandteile der glücklichen Medienfamilie abgeschafft hat.

Allerdings herrscht auf der Chefetage immer noch Wildwuchs, können Lücken geschaffen werden, die den bisherigen Amtsinhaber völlig ausfüllen und ersetzen. Niemand merkt’s. Garantiert.

Fangen wir im Verwaltungsrat an. Da hätten wir Pascale Bruderer. Medienkompetenz null, unternehmerische Fähigkeiten null, strategische Kenntnisse null. Tripple-Null, verdient aber 112’000 Franken im Jahr. Money for nothing.

Dann Stephanie Caspar. Die deutsche Managerin baute einen Schuh-Onlineshop für Otto auf. War mal vier Jahre im Vorstand von Axel Springer. Meckerte über angebliche patriarchalische Strukturen und heuerte bei einer Investmentfirma an. Kenntnisse des Schweizer Medienmarkts null. Kassiert dennoch 80’000 Franken im Jahr als VR der TX Group. Money for nothing.

Oder Claudia Coninx-Kaczynski. Studium der Rechtswissenschaften und Spezialistin im Gesundheitswesen. Mediale Kenntnisse null. Mitglied des Familienclans. Verdient 85’000 im Jahr. Money for nothing.

Der gesamte VR von TX kassiert im Jahr rund 2,4 Millionen Franken. Schwergewicht Supino räumt alleine 1,71 Millionen ab. Dafür hat er die Subventions-Milliarde in den Sand gesetzt. In der Roshani-Affäre und beim Brandbrief von 72 erregten Tamedia-Frauen eine ganz schlechte Falle gemacht. Ist durch ruppige Interventionen in den Redaktionsalltag aufgefallen. Hat null Vision, aber 100 Prozent Sparwillen und Profitstreben. Money for nothing.

Dazu kommen noch die Einnahmen der «Gruppenleitung». Da hätten wir mal Ursula Nötzli. Sie ist CCO und – ganz wichtig – für Sustainability zuständig. Die war mal bei ABB, bei der Credit Suisse und der GAM Holding. Allesamt Erfolgsmodelle der Schweizer Wirtschaft. Mit Sustainability hat sie ungefähr so viel zu tun wie ein Elektriker mit Quantenphysik. Money for nothing.

Oder nehmen wir Jessica Peppel-Schulz, Geschäftsführerin von Tamedia. Hat das Betriebsergebnis (Ebit) mal kurz halbiert. Zwischen ihren «Sabbaticals» war sie CEO bei Condé Nast. Umsatz schlappe 50 Millionen im Jahr. Zuvor arbeitete sie bei einer Digitalagentur, die Umsätze im niedrigen zweistelligen Bereich machte, bevor sie aufgekauft wurde. Beste Voraussetzungen, in einem Milliardenkonzern erfolgreich die Weichen zu stellen. Daran arbeitet sie. Und arbeitet. Und arbeitet. Resultat? Ähnlich wie beim Digital-Crack Müller. Pardon, Müller von Blumencron. Der war bislang der grösste Windmacher im Bereich Digitalstrategie. Zog unter Hinterlassung eines Müllerbergs von Managersprachhülsen von dannen.

Da ist Peppel-Schulz noch dran. Messbare Ergebnisse ihres Wirkens? Ausser Minuszahlen: null. Aber nix ist immerhin besser als unter Null. Ob es einen Zusammenhang zwischen aufgeplusterten Allerweltsnamen und dieser Performance gibt?

Ein ganz anderes Kaliber (namensmässig) ist hingegen Tanja zu Waldeck. Pardon, Dr. zu Waldeck. Pardon, Tanja Dr. Prinzessin zu Waldeck, wie sie sich bescheiden auf LinkedIn anpreist. Die Prinzessin war ein paar Jährchen bei McKinsey, dann gründete sie die Webseite NetMoms, von da hopste sie in die Position des COO der BurdaForward GmbH. Nach weniger als einem Jahr dann der nächste Hopser: sie hat am 1. Juli als COO bei der TX Group angefangen. Bei dem Leistungsausweis als siebenmonatige COO bei einer Unterdivision von Burda kann da nichts schiefgehen.

Schon seit mehr als einem Jahr veredelt Ihro Durchlaucht den Verwaltungsrat der Goldbach Group. Das war so erfolgreich, dass «20 Minuten» beschlossen hat, die Inserateverwaltung wieder in die eigene Hand zu nehmen. Tamedia wird wohl folgen.

Aber nun eine COO-Prinzessin, ein «Bindeglied», wie sie so schön genannt wird. Offensichtlich soll auch sie technologische Transformationen voranbringen. Wie weiland Müller, Pardon Müller von Blumencron. Wie aktuell Schulz, Pardon, Peppel-Schulz. ZACKBUM wagt die Prognose, dass das ein lustiger Weiberkampf wird. Mit an den Haaren ziehen, giftigen Bemerkungen und Untergriffen. Prinzessin gegen Bürgerliche. Historisch gesehen müsste die Blaublüterin verlieren. Auf der anderen Seite ist sie hierarchisch übergeordnet.

Wer auch immer gewinnt, ein Verlierer steht bereits fest: die digitale Transformation.

Aber mal im Ernst. Mit den hier vorgeschlagenen Sparmassnahmen (gern geschehen) würde TX wirklich aufblühen. Ach so, den dämlichen Namen könnte man dann auch rückgängig machen, auch wenn schon wieder ein neues Logo ans Glashaus gepappt werden müsste.

Supino müsste sich nur an den Wahlspruch von Georges Danton halten; gefragt, was einen Revolutionär ausmache, sagte der: Mut, Mut und nochmals Mut. Und keine Angst, heute endet keiner mehr wie Danton. Erst recht nicht ein Mitglied des Coninx-Clans.

Tamedias tiefes Schweigen

Die Tx Group in Österreichs Korruptionssumpf?

Immerhin gibt es noch etwas Konkurrenzkampf im Schweizer Mediensumpf. So böllerte CH Media am 6. April:

Felix Austria, kann man nur sagen. Denn dort löst ein saftiger Skandal den nächsten ab, so geht das schon seit Jahren und Jahrzehnten.

Immer wieder für Schlagzeilen sorgt der gefallene Politstar und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz. Denn dessen kometenhafter Aufstieg scheint mit einigen Hilfsraketen erfolgt zu sein, deren Verwendung – selbst für österreichische Verhältnisse – nicht ganz legal war.

Wie es sich für die Wiener Kaffeehaus-Klatschkultur gehört, gibt es einen Mitarbeiter, der auspackt. Der langjährige Kabinetts-Chef Thomas Schmid lässt die Justiz seine rund 300’000 Nachrichten auf dem Handy auswerten. Und dabei kommt Kunterbuntes heraus.

Zum Beispiel, dass die Gratis-Zeitung «heute» (und nicht nur sie) den damaligen Bundeskanzler im besten Licht darstellte, als Gegenleistung für grosszügige staatlich bezahlte Inserate. Das betrifft auch die berüchtigte «Kronen Zeitung». Beide Blätter gehören zum Imperium der Dichands, seit Jahrzehnten die gekrönten Zeitungskönige in Österreich. Hans Dichand begründete das Imperium, das seit dessen Tod im Jahr 2010 von seinem Sohn Christoph Dichand und dessen Ehegattin Eva regiert wird.

Das Ganze wird nun sehr österreichisch saftig-kompliziert, daher die Zusammenfassung aus Wikipedia: Dem «Ehepaar Dichand wird (von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, Red.) zur Last gelegt, von Amtsträgern Inserate sowie Änderungen am Privatstiftungsgesetz gefordert zu haben und im Gegenzug dafür wohlwollende Berichterstattung in Heute und der Kronen Zeitung in Aussicht gestellt zu haben.»

Bis hierher wäre das eine innerösterreichische Angelegenheit. Ab hier nicht mehr, wie CH Media schreibt: «Das grösste Schweizer Verlagshaus, die Zürcher TX Group (ehemals Tamedia), ist über eine Beteiligungsgesellschaft mit 25,5 Prozent an der AHHV GmbH beteiligt. Das Digitalgeschäft der «Heute»-Verlagsgruppe, darunter Österreichs reichweitenstärkstes Newsportal «heute.at», ist in der DJ Digitale Medien GmbH gebündelt. Hier ist die TX Group mit 51 Prozent sogar Mehrheitseignerin.»

Natürlich sondert die Tx Group auf Anfrage von CH Media Staatstragendes ab: ««Heute» sowie der Eigentümerschaft sei an einer vollumfänglichen Kooperation mit den Ermittlungsbehörden und einer raschen Aufklärung des Sachverhalts gelegen. Der TX Group liegen «Stand heute keine Hinweise vor, die die erhobenen Anschuldigungen bestätigen». Ihr seien die redaktionelle Unabhängigkeit sowie die Qualität ihrer Medien sehr wichtig.»

Nun wird’s wieder lustig. Lediglich die NZZ nahm diese Meldung auf. Sie rekapituliert den Skandal und schreibt: «Indirekt betroffen ist auch die Schweizer TX Group, die Herausgeberin des «Tages-Anzeigers»». Ausser einer Bestätigung der Besitzverhältnisse, wie sie bereits CH Media darstellte, ist der NZZ aber die Verwicklung von Tamedia keine weitere Zeile wert.

Diesem Schweigen hat sich auch Ringier angeschlossen; der «Blick» übergeht die ganze Affäre, obwohl für den Boulevard wie gemacht, mit einer Stille wie aus der Kapuzinergruft.

Dass Tx, sorry, Tamedia, Pardon, «Tages-Anzeiger» nichts dazu sagt, verwundert weniger. Bis sich Chefredaktorin Birrer in die Thematik eingelesen hätte, wäre die Publizistik doch längere Zeit führerlos. Pardon, führerinnenlos.

 

Lieber Pietro Supino

Offener Brief: Sagen Sie beim Abschied leise «ciao».

Wissen, wann man aufhören sollte, ist das Schwierigste in einer Managerkarriere. Sie waren als Anwalt bei Bär & Karrer tätig, als Consultant bei McKinsey, als Gründungspartner des Vermögensverwalters Private Client Partners. Man erinnert sich an «Moonstone Trust», aber Schwamm drüber.

2007 wurden Sie als Nachfolger von Hans Heinrich Coninx Präsident des Tamedia-Verwaltungsrats. Sie gestatten, dass wir die Bude weiterhin so nennen, weil die ständigen Namenswechsel zwar gutes Geld für die Schilderwechsler am Haupteingang bedeuteten, sonst aber eher nerven. Aber gut, Sie sind auch noch «Executive Chairman» der «Tx Group».

Unter ihrer Führung wurde das Haus Tamedia um- und abgebaut. Sie verwandelten es in eine Ansammlung von Profitcentern unter dem Dach einer Holding. Die Bezahlmedien wuchsen durch den Ankauf dicker Brocken wie der «Basler Zeitung», der «Berner Zeitung», des «Bund» zum zweitwichtigsten Konglomerat in der Deutschschweiz; Sie beschallen damit über eine Million Leser.

Dem Flaggschiff «Tages-Anzeiger» wurden die Einkommensquellen der Handelsplätze weggenommen und als Tx Markets ausgegliedert. Dermassen ausgehungert, wurden die Redaktionen zu Skeletten heruntergespart; in Zürich stellt eine Zentralredaktion die Einheitssauce her, die sich dann in alle Blätter ergiesst, die dazu noch rudimentäre Lokalberichterstattung stellen. Zum inhaltlichen Schwund gesellt sich der Schwund an zahlenden Lesern.

Bei der Abstimmung über die zusätzliche Subventionsmilliarde agierten Sie als Präsident des Verlegerverbands mehr als unglücklich. Die Bekanntgabe einer Sonderdividende und des milliardenschweren Zusammengehens der Handelsplattformen mit Ringier, plus eine selten bescheuerte Kampagne, sorgten dafür, dass die Abstimmung verlorenging. Ein seltenes Kunststück, wo doch die geballte Medienmacht der Mainstream-Verlage dafür war.

Das Geschäftsergebnis des letzten Jahres ist desaströs, ein gewaltiger Gewinneinbruch, trotz weiteren Sparmassnahmen in Multimillionenhöhe, die der Glaubwürdigkeit der Bezahlorgane den Rest geben werden.

Sie sind also geschäftlich gescheitert.

Wie Sie die Affäre Roshani gehandhabt haben, ist ein Musterbeispiel, wie man es nicht machen sollte. Juristisch gingen Sie nur gegen die Konkurrenz von CH Media vor, als Sie persönlich angegriffen wurden. Ihren ehemaligen Chefredaktor Finn Canonica liessen Sie im Regen stehen, die interne Kommunikation war unter jeder Sau, offen gesagt.

Nachdem Sie und ihre beiden Geschäftsführer in dieser Affäre jämmerlich versagt hatten, liessen Sie den sachkompetenzfreien Mathias Müller von Blumencron Wortblasen zur zukünftigen Strategie schwatzen, dass es dem Leser ganz blümerant wurde und man sich zusätzlich Sorgen um die Zukunft der Tamedia-Redaktore machen musste.

Unabhängig davon, ob das angeblich schon lange geplant war; die Degradierung von Arthur Rutishauser zum Nur-noch-Chefredaktor der «SonntagsZeitung» liess klar erkennen, dass nach der versemmelten Roshani-Affäre ein Bauernopfer fällig war. Schon bei der bis heute nicht bewältigten Affäre um unbewiesene Anschuldigungen von 78 erregten Tamedia-Redaktorinnen machten Sie eine ganz schlechte Figur.

Als Krisenkommunikationsmanager sind Sie mehrfach gescheitert.

Aber als Familienmitglied des Besitzerclans Coninx sind Sie unantastbar.

Nun haben Sie mit der Wahl der Nachfolgerin von Rutishauser nochmals unter Beweis gestellt, dass Ihnen Qualität, Kompetenz, strategische Fähigkeiten und Glaubwürdigkeit bei den Bezahlmedien schnurzegal sind. Die Wahl von Raphaela Birrer kann nur als Sparmassnahme in jeder Beziehungen interpretiert werden.

Dass Charaktermasken wie Philipp Loser, Andreas Tobler, Marc Brupbacher oder Christian Brönnimann unzensiert und ungeniert von Flop zu Flop publizieren und wüten dürfen, ist ein Armutszeugnis sondergleichen.

Während es vor Jahren noch einen Konkurrenzkampf zwischen der NZZ und dem «Tages-Anzeiger» gab, ist Ihr Blatt inzwischen runtergewirtschaftet, übernimmt im Übermass Inhalt von der Münchner «Süddeutschen Zeitung», garniert ihn mit Tickermeldungen der SDA und schmeckt das Ganze mit besserwisserischen und völlig überflüssigen Kommentaren ab.

Die Auswechslung des Kolumnistenteams ist ein weiteres Beispiel für den beschleunigten Weg nach unten. Wer sich gegen dessen Willen und auf unschöne Art von Rudolf Strahm trennt, um ihn durch No-Names zu ersetzen, darunter ein Mode-Dummschwätzer, der schneller vergessen gehen wird als er zu zweifelhaftem Ruhm aufstieg, das Wirken einer Nora Zukker als Literaturchefin, das sind alles Mosaiksteine auf einem Sargdeckel.

Dass für dieses heruntergewirtschaftete Angebot weiterhin stolze Preise im Abonnement und im Einzelverkauf verlangt werden – nach der Devise: weniger Inhalt für gleiches Geld –, ist eine Bankrotterklärung.

Sie haben als Content-Manager krachend versagt.

Offenbar sind Sie nicht in der Lage, dringend nötige strategische Impulse zu geben. Die ewige Leier, dass das alles zur Qualitätsverbesserung diene, dass man sich der Bedeutung der Medien als Vierte Gewalt und Kontrollinstanz bewusst sei – das wirkt nicht mal mehr lächerlich, sondern nur noch peinlich.

Wenn Ihnen wirklich etwas an Publizistik liegt, an dringend nötiger Kontrolle, statt liebedienerischer Lobhudelei staatlicher Massnahmen wie während der Pandemie, dann sollten Sie Platz machen für einen Nachfolger, der noch weiss, worum es bei Newsproduzenten geht.

Treten Sie zurück, Herr Supino, die Leser, das Land, die Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

*Packungsbeilage: ZACKBUM-REdaktor René Zeyer war bei der «Sonntagszeitung» tätig.

Invoice uns

TX Group setzt die Hürden für Bezahlung höher.

Es soll tatsächlich noch Journalisten oder andere externe Dienstleister geben, die von der TX Group Geld erwarten dürfen. Für geleistete Dienste.

Es ist im Geschäftsleben üblich, dass erst «money in the Bank» den erfolgreichen Versuch krönt, von einem Debitor Geld zu kriegen. Nun ist die TX Group bekanntlich das Mutterhaus von Tamedia. Tamedia wiederrum ist der Gemischtwarenladen, in den TX alle Zeitungen des Hauses geschmissen hat. Mit der Ausnahme von «20 Minuten», das Blatt generiert immer noch so viel Geld, dass es ein eigenes Profit Center darstellt. Damit TX- und Tamedia-Boss Pietro Supino die übrigen Zeitungen noch gnadenloser dazu anhalten kann, gefälligst üppigen Gewinn abzuwerfen. Koste es, was es wolle.

Um an sein Geld zu kommen, muss der Lieferant von Buchstaben oder anderem verwertbaren Material neuerdings allerdings eine ganze Reihe von Formvorschriften erfüllen. Vorausgesetzt, er beherrscht Englisch, die Dienstsprache Nummer eins in einem Schweizer Gemischtwarenladen:

 

So, nur so und nicht anders hat eine Rechnung auszusehen. Besonders wichtig ist hierbei die Rechnungs-Nummer; ohne die wird der Versuch, an sein verdientes Geld zu kommen, abgeklatscht. Die Invoice (für des Englischen nicht Mächtige: die Rechnung) wird gnadenlos an den Supplier (Lieferanten) returned (zurückgeschickt).

Aber natürlich ist das nur eine von vielen Regeln des «must comply with the TX Group’s invoicing standard»; die Rechnung muss also mit dem Rechnungsstandard der TX Group complyen, if you know what I mean:

«Information for account assignment. One of the following cost objects must be included on the invoice:

  • Cost Center

  • Project

  • Campaign

  • Sub-activity

  • Activity

  • Offsetting transaction number

  • PO number (if applicable)»

Wer es zukünftig wagen sollte, von der TX Group Geld haben zu wollen, sollte sich auf der dafür extra gestalteten Unterwebseite zuerst mal schlappmachen, Pardon, schlaumachen.

Alles klar, Herr Kommissar? Falls nicht: «For uncertainty regarding invoice addresses, cost center, etc. please contact your business partner

Also der Business-Partner kann dann zum Beispiel ein Redaktor sein, der es tatsächlich gewagt hat, von einem externen Schreiberling einen Text einzuverlangen und dafür sogar noch Bezahlung in Aussicht stellte. Dieser Business-Partner muss nun nur noch den Black Belt in Accounting machen (ersatzweise tut’s auch ein CPA, das steht für Certified Public Accountant, if you know what I mean).

Sollte das der Redaktor allerdings unterlassen, läuft der Supplier Gefahr, dass ihm seine Rechnung um die Ohren gehauen wird. Bzw. retourniert. Aber irgendwann, irgendwann ganz sicher hat der Lieferant dann alle Formvorschriften erfüllt (und bitte die MWST separat ausweisen).

Dann, aber nur dann, steht nur noch der Zahlungslauf dem Empfang des Geldes im Wege. Denn vom Antragsteller gesetzte Zahlungsfristen kümmern die TX Group herzlich wenig. Sie hat da ihre eigenen Zahlungsabläufe, die so geheim sind, dass wahrscheinlich nur Supino höchstpersönlich alle Details kennt. Sollte ihm etwas zustossen, darf ein weiteres Mitglied des Coninx-Clans ein versiegeltes Couvert öffnen, in dem diese Geheimnisse notiert sind. Allerdings vernichtet sich das Papier nach zehn Sekunden selbsttätig; so viel «Mission Impossible» muss dann schon sein. If you know what I mean. And I’m really mean.

Knatsch zwischen Personalkommission und Tamedia

Es war zu erwarten. Die Vorstellungen liegen «weit auseinander».

Das «Berner Modell» mit den beiden Tamedia-Zeitungen «Berner Zeitung» und «Bund» ist bald Geschichte. Nach Inland, Ausland, Wirtschaft und Sport werden ab April 2021 auch der Lokalbund, regionale Kultur, Berichte über Berner Sportvereine und die lokale Wirtschaft zentral produziert. Unterschieden wird grosso modo nur noch die Titelseite. Etwas, was seit Anfang Jahr schon die Bündner Zeitung und das Bündner Tagblatt praktizieren. Eine ähnliche Fusion – vorerst im Regionalen – kommt sehr bald auch bei den Tamedia-Zeitungen im Grossraum Zürich: Tages-Anzeiger, Landbote, Zürichsee-Zeitung und Zürcher Unterländer legen ihre Regionalredaktionen zusammen. Dass es Entlassungen geben wird, ist ein offenes Geheimnis, auch wenn das der neue «Regio-Chefredaktor» Benjamin Geiger kürzlich im SRF-Medientalk etwas kleinreden wollte.

Sozialplan kommt, das spricht für eine Massenentlassung

Tamedia bestätigt nun gegenüber ZACKBUM: «Der Sozialplan wird bei allen betroffenen Mitarbeitenden zur Anwendung kommen.» Sprich: Es wird einen Sozialplan geben. Kenner sind überzeugt, dass Tamedia, respektive die TX Group unter Pietro Supino, nur dann eine soziale Ader entwickeln, wenn es nicht anders geht. Und das bedeutet Folgendes: Bei Entlassungen kommt nur dann eine gesetzliche Sozialplanpflicht zur Anwendung, wenn der «Arbeitgeber ab einer Grösse von 250 Arbeitnehmern innert 30 Tagen mindestens 30 Arbeitnehmern aus Gründen kündigt, die in keinem Zusammenhang mit ihrer Person stehen».

Auch wenn Tamedia immer etwas anderes zu sagen versucht: Es steht ein Kahlschlag bevor.

Zackbum weiss gemäss einem internen Schreiben: Momentan geht’s bei den Verhandlungen der Personalkommission mit Tamedia «konkret um die Höhe der Leistungen, also um Abgangsentschädigungen und Unterstützungen bei der Frühpensionierung». Dabei seien bei den bisherigen Verhandlungen einzelne Verbesserungen erreicht worden. Trotzdem «liegen die Vorstellungen der Arbeitgeberin und Mitarbeiter noch weit auseinander».

Es gebe sogar einen Dissens über das grundsätzliche Konzept eines Sozialplans.

Wenn es so weitergeht, will man innerhalb der Belegschaft eine Umfrage machen, was die Position der Tamedia wohl nicht stärken wird. Vor allem, wenn die Resultate des Stimmungsbarometers nach aussen dringen. Ziel sei nach wie vor,  «innert nützlicher Frist einen unterschriftsreifen Sozialplan zu haben. Wir sind aber noch mehr daran interessiert, einen Sozialplan zu erreichen, der diesen Namen verdient», so der Wortlaut der Peko im Schreiben.

Laut Mediensprecherin Nicole Bänninger (sie ist auch stellvertretende TX-Group-Konzernsprecherin) will sich Tamedia (noch) nicht in die Karten blicken lassen.

Den überschaubaren Fragenkatalog von ZACKBUM.ch beantwortet Bänninger «thematisch zusammengenommen», wie sie schreibt.

Wissen Sie schon, wieviele Stellenprozente wegfallen in Zusammenhang mit der Fusion BZ und Bund, sowie Regionalredaktion Tagi/ Landbote/ ZSZ und Zürcher Unterländer? Wie ist der Zeitplan des Abbaus?
Dazu können wir noch keine Aussage machen. Wir versuchen, notwendige personelle Massnahmen soweit wie möglich über Fluktuation, interne Verschiebungen oder andere Anschlusslösungen zu vollziehen. Für die von einer Kündigungen betroffenen Mitarbeitenden kommt ein übergreifender Sozialplan zur Anwendung.

Wie beurteilen Sie die Verhandlungen mit dem Personal in dieser Causa? Bis wann rechnen Sie damit, dass ein Sozialplan steht? Gibt es schon Details, wie hoch sich die Abgangsentschädigungen und die finanziellen Unterstützungen bei Frühpensionierungen belaufen?  
Es finden regelmässige Verhandlungssitzungen mit der Personalkommission statt. Der Austausch ist vorwiegend konstruktiv, es liegt jedoch in der Sache der Natur, dass die Vorstellungen zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgeberin nicht immer identisch sind. Es geht uns nicht primär darum, die Verhandlungen so rasch wie möglich abzuschliessen, sondern die von einem Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden mit einem guten Sozialplan bestmöglich unterstützen. Inhaltliche Details können wir vor Abschluss der Verhandlungen nicht geben. Der Sozialplan wird bei allen betroffenen Mitarbeitenden zur Anwendung kommen.

Schweizer Grossverlage fest in Männerhand

Chefredaktorinnen sind auch 50 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts eine exotische Spezies.

Sonntag, 7. Februar 1971 – vor genau 50 Jahren stimmten die Schweizer Männer für die Einführung des Stimm- und Wahlrechts  auch für Frauen. Natürlich ein prägendes Thema in den Medien. Doch einen Aspekt fand man nirgends. Wie halten es die Schweizer Medienhäuser eigentlich mit den Chefinnen bei den Redaktionen? Wo sitzen Frauen auf dem Newsroom-Chefsesseln und nicht nur im Assistenz-Zimmer? ZACKBUM.ch, selber ein reines Männertrio, aber immerhin als Kollektiv geführt, hat die Situation analysiert.

Fangen wir mit dem umsatzstärksten Medienunternehmen der Schweiz an. Bei der börsenkotierten TX Group AG.

Tamedia: Priska Amstutz erst in dritter Führungsebene

Chefredaktor der zur TX Group gehörenden Tamedia und somit der Tages-Anzeiger-Mantelredaktion und der Sonntags-Zeitung ist Arthur Ruthishauser. Was kompliziert tönt, ist recht einfach. Ein Mann, ein Chef.
Leiter der Regionalteile des Tages-Anzeigers, des Landboten, der Zürichsee-Zeitung und des Zürcher Unterländers ist nun Benjamin Geiger. Erst dann und eine Führungsstufe tiefer kommt eine Frau und erst noch in Co-Leitung; Priska Amstutz, zusammen mit Mario Stäuble. Bei der Berner Zeitung heisst das Geiger-Pendant Simon Bärtschi, beim Bund Patrick Feuz, bei der Basler Zeitung Marcel Rohr. Fazit: Beim sich oft linksliberalfortschrittlich gebenden Titel ist der Frauenanteil ganz oben eine Enttäuschung.

Wie sieht’s bei den anderen Titeln der TX Group aus? CR bei der Finanz und Wirtschaft: Jan Schwalbe. Immerhin: Bei Le Matin Dimanche ist Ariane Dayer Chefredaktorin. Bei der Tageszeitung «24 heures» teilt sie sich den Job aber mit Claude Ansermoz.

Auch zur TX Group gehört 20 Minuten. Hier ist Gaudenz Looser am Ruder. Bei der französisch- und der italienischsprachigen Ausgabe sind auch Männer Chefredaktoren. Als Stv. nach Lorenz Hanselmann beim Pendlerblatt-Hauptsitz in Zürich ist noch Désirée Pomper aufgeführt.

Dass bei der Vermarkterfirma Goldbachmedien mit Michael Frank ein Mann CEO ist – wohl nur eine Randnotiz.

Seit 2019 nicht mehr zur TX Group AG gehört die «Annabelle». Nach Lisa Feldmann (2004–2013) war Silvia Binggeli von 2013 bis 2019 Chefredaktorin.

Ringier: Bei den Chefredaktionen eine Männerdomäne

Das Familienunternehmen Ringier AG hat mit Ellen Ringier in der Verlegerfamilie eine prominente Stimme der Frauen. Bei der Frauenquote in redaktionellen Chefetagen schlägt sich das nicht unbedingt nieder.

Dabei lief eine Zeitlang alles recht gut. Andrea Bleicher, Kurzzeit-Chefredaktorin des Blicks 2013 holte damals viele Frauen in Führungspositionen. Die meisten mussten nach ihrem Abgang wieder gehen, wie sie später in einem Doppelpunkt-Interview bei Roger Schawinski sagte.

Zurück zum Heute: Konzernchef ist der ehemalige Journalist Marc Walder. CR der Blick-Gruppe ist der nebenberufliche Buschauffeur Christian Dorer. Dann kommen verschiedene Unterchefs, Andreas Dietrich (Blick) und Gieri Cavelti (Sonntags-Blick). Jetzt erst wird mit Katia Murmann eine erste Chefin aufgeführt, von blick.ch und mit dem Titel «Leiterin Digital». Seit März 2020 ist sie immerhin noch Verwaltungsratspräsidentin von SMD/swissdox, der Mediendatenbank für Journalisten. Und Steffi Buchli, die neue Sportchefin? Die Powerfrau ist, wenn man so will, durchaus Sport-Chefredaktorin. Oder aber einfach Ressortleiterin. Sie muss berichten an Andreas Dietrich und Gieri Cavelti, sowie übergeordnet an Christian Dorer…

Die Frauenzeitschrift in männlicher Hand

Weiter im Boulevard. Bei der Glückpost ist Leo Lüthy Chef. Früher war dort Béatrice Zollinger Chefredaktorin. Sie sagte mal: «Als Frau versteht man schon besser, was andere Frauen wollen». Lüthy macht seinen Job aber (auch) gut. Beim TV-Heftli Tele ist Gion Stecher CR, Chefredaktor Schweizer LandLiebe ist André Frensch. Bei der legendären ehemaligen Geldkuh SI (Schweizer Illustrierte) gibt’s eine Co-Leitung älter/jünger: Werner De Schepper und Nina Siegrist. In der Romandie hat es kürzlich Rochaden gegeben. Michel Jeanneret ist nicht mehr CR von I`illustre, sondern Chefredaktor von BLICK Romandie. L`ilustre wird neu von Stephane Benoit Godet verantwortet.

Beim eingestellten SI-Style fallen völlig veraltete Wikipediaeinträge auf, wie auch beim verblichenen «Blick am Abend». Aber das nur am Rande. Auch nicht mehr bei Ringier ist «le Temps». Dabei wäre dieser Titel für die Ehrenrettung gedacht gewesen. Denn dort ist Madeleine von Holzen Chefin.

Beobachter und Bilanz ohne Frauenleitung

Bei RASCH, einem Konstrukt zwischen Ringier und Axel Springer Schweiz AG, gibt’s auch noch einige Titel. Sieht’s dort besser aus? Nein. Beim Beobachter ist Andres Büchi Chef, er übergibt altershalber im Mai 2021 an – einen Mann, an Dominique Strebel. Und da wäre noch die Bilanz. Dort heisst der Chefredaktor Dirk Schütz. Die, ja Bilanz,  von Ringier und Axel Springer Schweiz ist eindeutig. Fast nur Männer sind Chefredaktoren. Frauen, leider unter ferner liefen.

Die NZZ an der Falkenstrasse 

Keine Frage. Bei der NZZ läuft alles wie immer. Eric Gujer ist Chefredaktor. Alle seine Vorgänger seit 1780 waren ebenfalls männlich. Die NZZ am Sonntag: hier heisst der Chefredaktor Luzi Bernet. Beim Folio war bis Januar 2021 Christina Neuhaus Chefin. Sie wurde Inlandchefin der NZZ. Neu ist Aline Wanner (nicht mit den AZ-Wanners verwandt) zuständig. Das ideale Stichwort…

CH Media

Seit dem Zusammenschluss NZZ/ AZ Medien (CH Media) ist Pascal Hollenstein als «Leiter Publizistik» so eine Art Superchefredaktor. Patrik Müller ist Chefredaktor der Schweiz am Wochenende, der ehemaligen Sonntags-Zeitung der AZ-Medien, die jetzt samstags rauskommt, immerhin mit 26 Regionalausgaben.

Bei der Aargauer Zeitung mit ebenfalls einigen Regionalausgaben ist Rolf Cavalli Chef. Als Stichprobe, ob sich das mit der Männerdominanz auch hier durchzieht: Bei der Limmatal-Zeitung steht David Egger als Regionalchef im Impressum, beim St. Galler Tagblatt Stefan Schmid. Doch herrscht nicht ein bisschen Morgenröte? Anna Wanner, Tochter des Eigners Peter Wanner, ist schon mal Co-Ressortleiterin Inland und Bundeshaus bei CH Media.

Zur CH Media gehört auch eine Reihe von Radios. Hier ist der Geschäftsführer Florian Wanner, Sohn von Eigner Peter Wanner. Weiter unten in den Organigrammen kommen dann zum Teil schon Frauen vor, bei Radio 24 etwa Programmchefin Giulia Cresta, bei Radio Argovia Andrea Moser (Leiterin Programmgestaltung). Das Sagen haben aber ausnahmslos Männer.

Bei TeleZüri, TeleBärn, Tele M1, tvo und Tele 1 heisst der Chefredaktor Oliver Steffen.

Nicht zu CH Media gehört das Millionengrab watson.ch. Es ist immer noch bei den AZ Medien: Da ist Maurice Thiriet Chef. Seine Videos, wo er Mitarbeitende «ironisch» herunterputzt, sind legendär. Doch weiter zu einem weiteren Familienunternehmen.

Somedia, Herausgeber des «Alpenblicks»

Im Clan der Familie Lebrument hat’s eine Tochter, Susanne Lebrument. Sie ist jetzt noch mehr in der Minderheit, seit Martina Fehr den Chefredaktorsessel verlassen und als Chefin zum MAZ gewechselt hat.  Leiter der «Medienfamilie» (inkl. Radio und TV Südostschweiz) ist nämlich Reto Furter, Philipp Wyss ist neu Chefredaktor Online/Zeitung. Und Susanne Lebrument? Die MAZ-Absolventin ist Delegierte des Verwaltungsrates der Somedia-Gruppe. Immerhin.

Die Heftli von Coop, Migros und TCS

Bis jetzt ist das Resultat aus Frauensicht ernüchternd. Wird’s bei den grossen Gratiswochenblättern besser? Fehlanzeige. Die Coop-Zeitung, der Auflagenprimus mit über 1,8 Millionen Exemplaren, wird vom Chefredaktor Silvan Grütter geleitet, das Migros-Magazin von Franz Ermel. Hier gibt’s aber zusätzlich eine «publizistische Leitung: Sarah Kreienbühl». Die Auflagen-Nr. 3, das Heftli des Touring Clubs Schweiz, wird von Felix Maurhofer geführt.

Was gibt’s noch für erwähnenswerte Medien mit Frauen als Chefs?

Das ist leider kurz erzählt. Nau.ch: Micha Zbinden, Republik.ch: Christof Moser, zentralplus.ch: Christian Hug, ostschweiz.ch: Marcel Baumgartner und Stefan Millius.

Sind wenigstens die linken Zeitungen ausgewogener?

Erstaunlicherweise nein. Die Schaffhauser AZ wird von einem männlichen Duo geleitet: Mattias Greuter und Marlon Rusch. Aber die WoZ? Hier sind es Kaspar Surber und Yves Wegelin, die sich die Redaktionsleitung teilen. Quoten scheint’s keine zu geben.

Dass die Weltwoche mit Roger Köppel als Chefredaktor, Verleger und offiziell Besitzer nicht anders tickt, versteht sich von selbst.

SRG und SRF: Das Sagen hat am Schluss mit Gilles Marchand ein Mann

Und der parastaatliche Betrieb, die SRG? Dort ist Gilles Marchand «Unternehmenschef», der bei der Aufarbeitung von Frauenfragen bekanntlich ein besonderes Sensorium hat. Ihm unterstellt sind die sogenannten «Unternehmenseinheiten», so SRF und Swissinfo. Nathalie Wappler ist seit März 2019 Chefin von SRF, so genannte Intendantin. Weil sie alles zu verantworten hat, ist sie durchaus eine Art Chefredaktorin. Obwohl, offiziell Chefredaktor von SRF ist ein Mann, Tristan Brenn. Bei Swissinfo heisst die Chefredaktion Larissa M. Bieler.

Eine ernüchternde Bilanz, die aber die Wirtschaft wiederspiegelt

Fazit dieser Fleissarbeit: Gefühlt 98 Prozent der Chefredaktoren der grösseren Medien in der Schweiz sind Männer. Eine Quote, die etwa gleich ist wie vor 50 Jahren. Obwohl heute bei den Journalismus-Ausbildungen die Frauen oft in der Mehrheit sind. Immerhin liegt der Medienzirkus im Mittel der Wirtschaft. Auch dort ist die Quote der weiblichen Chefs sehr tief. Da liegt Zackbum mit seinen 100 Prozent Männeranteil gar nicht so weit darüber.

In einer ersten Version schrieb der Autor von (zu) wenigen Frauen in der Ringier-Chefetage. Nun ist präzisiert, dass es um die redaktionellen Bereiche, nicht um die Geschäftsleitung von Ringier geht. Zudem ist dieser Passus neu hinzugekommen: Michel Jeanneret ist nicht mehr CR von I`illustre, sondern Chefredaktor von BLICK Romandie. L`ilustre wird neu von Stephane Benoit Godet verantwortet. Bei Radio Argovia ordnete er Programmleiter Nicola Bomio zuerst dem weiblichen Geschlecht zu. Was nun die Frauenquote bei CH Media nochmals verschlechtert.