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Weiber!

Schon wieder werden männliche Vorurteile bedient.

So schnell war nur selten ein Aufmacher-Artikel von der Homepage des «Blick» verschwunden:

Für Nicht-Eingeweihte: das ist ein Akronym für Gülsha Adilji, Yvonne Eisenring und Maja Zivadinovic. Die feierten mit einem gemeinsamen Podcast Erfolge und füllte sogar das Hallenstadion in Zürich. Warum? Gute Frage.

Aber nun das. Adilji, deren Kolumne in der «SonntagsZeitung» schon mehrfach Erwähnung bei ZACKBUM fand («Die Zumutung aus dem Hause Tamedia»), ist ausgestiegen. Per sofort. Warum? Gute Frage.
Schlechte Antwort: ««Wir haben festgestellt, dass wir unterschiedliche Vorstellungen von der Weiterentwicklung des Podcasts haben», sagen die drei Frauen. Den Entscheid für den Abschluss des Projekts hätten sie gemeinsam getroffen», sülzt der «Blick».

Allerdings, so trippelt sich Tamedia an die nicht so lustige Konsequenz heran: «Die bereits angekündigte Frühlingstour mit fünf Shows in Basel, Zürich und Bern findet statt – allerdings ohne Gülsha Adilji. Sie steigt «aus persönlichen Gründen» aus. »

Da gibt es dann ein kleines Problem, das «Blick» adressiert, wie man heute neudeutsch sagen würde: «Was passiert jetzt mit meinen Zivaddiliring-Tickets?» Denn die wiederum werden im Wesentlichen über Ticketcorner vertrieben. Und an der Bude ist «Blick»-Herausgeber Ringier zu 50 Prozent beteiligt.

Da hat der «Blick» dann doch eher schlechte Nachrichten: «Manchen dürfte das sauer aufstossen – und sie wollen möglicherweise ihre Tickets zurückgeben. Wie stehen in diesem Fall die Chancen? Blick hat beim Schweizer Konsumentenschutz nachgefragt. Sara Stalder, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz, sagt: «Vermutlich ist es chancenlos, das Ticket aufgrund der anderen Zusammenstellung des Trios zurückgeben zu können.» Sie bezieht sich dabei auf die AGB von Ticketcorner, die laut Stalder «typisch für die Ticketbranche» sind.»

Es gibt da höchstens einen kleinen Hoffnungsschimmer: «Das Ticket kann über die Ticketcorner-Resale-Plattform ‹Fansale› zum Verkauf angeboten werden», zitiert der «Blick» nochmals die Konsumentenschützerin, die hier ganz sanft ist.

Man kann natürlich sagen: jeder ist selber schuld, der sich dafür ein Ticket gekauft hat.

Auf der anderen Seite ist es belustigend, dass weder der «Blick», noch der Tagi mit einem Wort erwähnen, dass die übliche Begründung doch wohl zum Himmel stinkt.

Natürlich kann es immer unterschiedliche «Vorstellungen von der Weiterentwicklung» geben, das kennt sogar ZACKBUM. Aber Knall auf Fall vor einer geplanten und demnächst startenden Tournee aussteigen, für die schon Tickets verkauft wurden? Das sieht nicht wirklich nach unterschiedlichen Vorstellungen aus, sondern nach einem handfesten Krach, bei dem die Fetzen flogen.

Dass der «Blick» darum herumtänzelt, verständlich, Ticketcorner. Aber wieso das der Tagi und die übrigen Medien auch tun? Die SI verrät immerhin, dass «Blick» mutig nachgefragt habe und zur Antwort bekam: «Darüber hinaus möchte Gülsha nichts weiter dazu sagen

Und: «Am letzten Freitag gewann das Trio noch den Podcast-Award in der Kategorie «Live». Bereits da fehlte Gülsha bei der Preisverleihung

Nun kann man natürlich sagen, dass dieses Ereignis noch unwichtiger ist als das Schicksal des Buckelwals, der sich immer wieder auf den Sand setzt.

Auf der anderen Seite ist doch interessant, wie zahm die Medien werden, wenn sie Furcht vor dem Urteil haben, sie könnten da allenfalls sexistisch oder gar frauenfeindlich rüberkommen.

ZACKBUM kennt auch da keine Furcht und sagt nur: Weiber.

PS: Gestern war übrigens 1. April, im Fall …

Wumms: Axel Wüstmann

Wenn Würstchen an die Macht kommen, wird der Senf rationiert.

An diese alte Lebensweisheit erinnern die Zustände im Hause CH Media. Seit 2013 ist dort Axel Wüstmann als CEO am Gerät und spielte eine wichtige Rolle beim Aufblühen und Expandieren des Konzerns. Aufkauf einiger TV- und Radiostationen, die Übernahme aller NZZ-Beibootszeitungen, das waren ziemlich clevere Husarenstücke.

Nun rückt im Wanner-Clan die nächste Generation nach. Das hätte bedeutet, dass Wüstmann im März 2023 das Zepter an an Michael Wanner übergeben sollte. Der hatte zuvor versucht, den Voigt-Flop «watson» endlich aus den roten Zahlen zu holen. Nicht wirklich mit Erfolg.

Aber es ist klar: der Sohn vom Chef macht sich immer unaufhaltsam auf den Weg nach oben, wenn nicht Fürchterliches passiert.

Aber irgend etwas muss passiert sein, denn statt die angekündigte Stabsübergabe im März durchzuziehen, überraschte das Haus Wanner am Montag mit der Mitteilung, dass man sich per sofort von Wüstmann getrennt habe. Oder wie das offiziell immer heisst: man habe sich gemeinsam darauf geeinigt.

Viel an Gemeinsamkeiten kann es allerdings nicht mehr geben, wenn ein sowieso abtretender CEO per sofort den Badge abgeben muss. Nicht mal eine Würdigung von Mann und Werk wurde rechtzeitig fertig, so schnell fiel hier das Fallbeil.

Warum, was ist passiert? Nun, was innerhalb von Clans abgeht, ist ungefähr so transparent wie das Innenleben des Kreml. Schon die blitzartige Trennung von der journalistischen Leiter Pascal Hollenstein erfolgte ohne weitere Begründung und so schnell, dass Hollenstein ein Weilchen brauchte, bis er wieder ein sanftes Ruhekissen in der Bundesverwaltung fand.

Hier kann man höchstens vermuten, dass Wüstmann vielleicht nicht wirklich von den unternehmerischen Fähigkeiten von Wanner Junior überzeugt ist und das unziemlich durchblicken liess. Zumindest er dürfte kein Problem haben, eine neue Position zu finden. Ob Wanner allerdings CEO würde, wenn er Meier hiesse, das sei dahingestellt.

So trennt man sauber den Müll

Pardon, redaktionellen Inhalt und bezahlte Werbung. Eine Obduktion.

Wir hätten auch «watson», «nau.ch» oder «20 Minuten» nehmen können. Oder ein Beispiel von CH Media oder Tamedia. Aber keiner tanzt den Inserate-Rap so neckisch unbekleidet wie der «Blick».

Das machen wir doch am besten in Form eines Wettbewerbs. Zehn Beispiele vom Online-Auftritt des «Blick». Nicht vollständig, aber alle zum gleichen Zeitpunkt genommen. Wettbewerbsfrage: Wer findet alle bezahlte Werbung? Oder vielleicht, könnte einfacher sein, wer findet alle Eigenleistungen?

Ein Ratespiel für die ganze Familie. Selbstverständlich dürfen auch Schimpansen, Papageien oder Hunde teilnehmen. Es gibt keine Beschränkung durch IQ.

Frage 1:

Okay, das ist nur zum Aufwärmen …

Frage 2:

Schon schwieriger, gell?

Frage 3:

Der Schwierigkeitsgrad steigt …

Frage 4:

Wie viele bezahlte Inhalte? Einer, zwei oder drei?

 

Frage 5:

Eine Erholungsfrage …

Frage 6:

Es wird wieder schwieriger.

Frage 7:

Kein Stress, kann man rauskriegen.

Frage 8:

Nichts für Warmduscher.

Frage 9:

Tipp: rechts wird’s wärmer.

Frage 10:

Noch ein Dreierrätsel.

Frage 11:

Bonusfrage, denn Frage 10 ist verteufelt schwierig.