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Wow, weird

Ein Wort macht Karriere und wird angehimmelt.

Es soll der PR-Coup des Wahlkampfs sein. Die Demokraten in den USA haben offenbar beschlossen, nicht mehr inhaltlich oder mit Fakten auf die vielen Lügen von Donald Trump zu reagieren. Auch das Bashing seines Vizekandidaten tritt zurzeit in den Hintergrund.

Das Analyseportal «Blick» weiss: «Wie Kamala Harris Trump mit einem Wort zur Weissglut treibt». Tamedia ist immer noch auf der «haut den Trump»-Schiene: «Trumps plumpe Sätze über Harris bringen den Rassismus in den Wahlkampf». Kleiner Denkfehler: Die USA sind zutiefst rassistisch. Der Tagi legt aber auch nach: «Ist er «weird»? Wie Trump mit einem simplen Wort entzaubert wird».

Und der «Spiegel» frohlockt sogar: «Was sich von den US-Demokraten für den kämpf gegen die AfD lernen lässt». Womit wieder einmal klar wäre, wer der Feind des angeblichen Nachrichtenmagazins ist.

Was ist denn passiert, ist den US-Demokraten hier wirklich ein Coup gelungen? Wohl eher ein neues Strohfeuer, angefacht von der Journaille, die nach jedem Strohhalm greift, um ihrer Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass Trump bitte, bitte, niemals nicht wieder Präsident der USA werde.

Dass sie sich damit darum foutieren, dass er wie auch immer mindestens von fast der Hälfte aller US-Stimmbürger gewählt wird, dass es vielleicht mal interessant wäre, sich über die Gründe schlau zu machen, das Buch von Vance zu lesen, statt es nicht mehr zu verlegen, das kommt diesen verpeilten Gesinnungsjournalisten gar nicht erst in den Sinn.

Also was ist denn der wahltechnische Durchbruch der Demokraten? Nicht viel, bloss ein Wort: «weird». Seit es der demokratische Gouverneur Tim Walz zur Beschreibung von Trump verwendet hat, ist es «das Wort, das Donald Trump zerstören soll», wie die «Welt» behauptet.

«Weird» bedeutet seltsam, schräg, wirr, auch unheimlich. Ein solcher Mensch ist ein «Weirdo», aber das verwenden die Demokraten (noch) nicht.

Zwei Dinge (die der Journaille natürlich nicht auffallen) sind hier bemerkenswert. Die Demokraten wollen offenbar darauf verzichten, sich weiterhin inhaltlich mit Trump auseinanderzusetzen. Indem sie ihm seine Lügen um die Ohren hauen oder seine Ankündigungen all seiner zukünftigen Wundertaten mit Fakten als leere Behauptungen entlarven. Stattdessen begeben sie sich auf sein Niveau hinunter, was nun nicht unbedingt toll ist.

Das ist sicherlich irritierend für Trump, der bislang der unangefochtene Meister im Ring war, mit wilden und üblen Etikettierungen seiner Gegner. «Sleepy Joe» (Biden), «Crooked Hillary» (Clinton), «Sloppy Steve» (sein ehemaliger Berater Bannon), «Low Energy Jeb» (Jeb Bush), «Wild Bill» (Clinton), «Birdbrain» (Nikki Haley), «Laffin‘ Kamala» (Harris), «Crazy Bernie» (Sanders), «Pocahontas» (Elizabeth Warren); «Little Rocket Man» (Kim Jong-un); die Liste ist lang und unvollständig.

Nun ist er plötzlich selbst der «weird» Donald Trump, das trifft natürlich. Das kann man auch mit seinen lobenden Erwähnungen von Hannibal Lecter untermauern, oder seiner Überlegung, ob er auf einem lecken Elektroboot lieber durch einen Stromschlag oder einen nahenden Haifisch umkommen wolle (Stromschlag).

Der Mann ist nicht ganz dicht, das ist spätestens seit dem entlarvenden Interview von Tucker Carlson klar. Da mäandert sich Trump ungebremst in absurde Wortwolken hinein, dass einem Angst und Bange wird.

Also ist «weird» gar nicht schlecht. Aber ob es wahlentscheidend ist? Wohl kaum. Ob es eine Halbwertszeit von mehr als ein paar Wochen hat? In der Öffentlichkeit nicht, in den «wir hassen Trump»-Medien sicher.

ZACKBUM ist jetzt schon gespannt, ab wann und wie sich die Medien in die Kurve legen werden, wenn sich eine Niederlage von Harris abzeichnet. Aber damit haben diese Wendehälse und Opportunisten nicht das geringste Problem. Das haben sie schon beim armen Biden gezeigt. Vom einzig richtigen Kandidaten, von der grossen Hoffnung, von demjenigen, der die besten Chancen hat, Trump zu verhindern, zum senilen Greis, der sofort wegmuss, dauerte es nur weniger Augenblicke.

Fast wie bei Orwells Wahrheitsministerium, das bei Gelegenheit mitten im Satz kehrtmacht und im zweiten Teil das Gegenteil vom ersten behauptet. Nur ist das in seiner Dystopie Bestandteil eines Gedankenpolizeistaats, der die vollständige Kontrolle über die Hirne seiner Untertanten erlangen will.

Soweit sind wir in der Schweiz noch nicht, daher passiert hier nur eines: die Glaubwürdigkeit der Medien geht flöten, die Leser wenden sich mit Grausen ab – und damit verlieren diese Organe ihre Existenzberechtigung und krähen vor dem Untergang höchstens noch nach Staatssubventionen.