Wer war in Peking?
Grosse Feier, aber die Medien erwähnen nur zwei Gäste.
Die Fotografien sagen etwas anderes, aber die meisten Schweizer Medien stellten die Sache so dar, dass neben Chinas Präsident Xi eigentlich nur Wladimir Putin und Kim Jong Un aus Nordkorea bei der grossen Militärparade in Peking anwesend waren.
Ach, und natürlich noch der alt Bundesrat Ueli Maurer, was an diversen Orten zu Schluckauf und fassungslosem Gefasel führte.
In Wirklichkeit war die Liste der anwesenden Staatschefs oder hohen Würdenträger eine Idee länger:
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Armenien: Premierminister Nikol Pashinyan
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Aserbaidschan: Präsident Ilham Aliyev
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Weißrussland: Präsident Alexander Lukaschenko
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Kambodscha: König Norodom Sihamoni
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Kuba: Präsident Miguel Díaz‑Canel
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Vietnam: Präsident Lương Cường
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Indonesien: Präsident Prabowo Subianto (zunächst abgesagt, kam dann doch)
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Iran: Präsident Masoud Pezeshkian
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Kasachstan: Präsident Kassym‑Jomart Tokayev
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Kirgisistan: Präsident Sadyr Japarov
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Laos: Präsident Thongloun Sisoulith
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Malaysia: Premierminister Anwar Ibrahim
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Malediven: Präsident Mohamed Muizzu
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Mongolei: Präsident Ukhnaagiin Khurelsukh
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Myanmar: Militärchef Min Aung Hlaing
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Pakistan: Premier Shehbaz Sharif
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Nepal: Premier K. P. Sharma Oli
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Usbekistan: Präsident Shavkat Mirziyoyev
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Tadschikistan: Präsident Emomali Rahmon
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Turkmenistan: Präsident Serdar Berdimuhamedov
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Republik Kongo: Präsident Denis Sassou Nguesso
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Simbabwe: Präsident Emmerson Mnangagwa
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Serbien: Präsident Aleksandar Vučić
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Slowakei: Premier Robert Fico
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Neuseeland (ehemalige Premier): John Key, Helen Clark
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Australien (ehemaliger Premier von Victoria): Daniel Andrews
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Nicaragua: Berater Laureano Ortega Murillo
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Brasilien: ehemalige Präsidentin Dilma Rousseff
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Venezuela: Jorge Rodríguez (Präsident der Nationalversammlung)
Nicht alles Lichtgestalten oder lupenreine Demokraten, aber heutzutage wäre es schwierig, eine gleichlange Liste von Lichtgestalten herzustellen.
Noch etwas gewichtiger war die Teilnehmerliste des Treffens der Shanghai Cooperation Organisation (SCO), das kurz zuvor stattfand:
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China – Xi Jinping (Gastgeber)
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Russland – Vladimir Putin
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Indien – Narendra Modi (Ministerpräsident)
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Iran – Präsident Masoud Pezeshkian
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Pakistan – Premierminister Shehbaz Sharif
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Kasachstan – Präsident Kassym‑Jomart Tokayev
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Kirgistan – Präsident Sadyr Japarov
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Tadschikistan – Präsident Emomali Rahmon
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Usbekistan – Präsident Shavkat Mirziyoyev
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Belarus – Präsident Alexander Lukaschenko
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Malediven – Präsident Mohamed Muizzu
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Myanmar – Verwaltungschef Min Aung Hlaing
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Vietnam – Ministerpräsident Phạm Minh Chính
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Laos – Präsident Thongloun Sisoulith
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Armenien – Premierminister Nikol Pashinyan
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Aserbaidschan – Präsident Ilham Aliyev
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Kambodscha – Premierminister Hun Manet
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Nepal – Premier KP Sharma Oli
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Türkei – Präsident Recep Tayyip Erdoğan
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Mongolei – Präsident Ukhnaagiin Khürelsükh
Hier waren knapp 50 Prozent der Weltbevölkerung und über 25 Prozent der Weltwirtschaft vertreten.
Und keinen hat’s gekümmert, dass Europa, die USA und ein paar ihrer Verbündeten abwesend waren. Keinen hat’s gekümmert, dass es Sanktionen gegen Russland gibt. Wenn man die EU als einen Wirtschaftsraum nimmt, haben insgesamt lediglich 20 Länder der Erde Sanktionen verhängt, wobei nicht alle alles übernehmen, was die USA und die EU durchführen. Wobei die EU weiterhin, beispielsweise beim Erdgas, zu den besten Kunden Russlands gehört.
20 von insgesamt 195.
Die Kraft- und Machtverhältnisse verschieben sich auf der Welt. Der grosse Verlierer ist die EU, die trotz grosser Wirtschaftsmacht politisch in die Bedeutungslosigkeit versinkt.
Während sich um die neue Allianz China, Russland, Indien ein neues Zentrum bildet und die USA als verlässlicher Bündnis- oder Handelspartner ausfallen.
Aber bis sich das mal in den Schweizer Redaktionsstuben herumgesprochen hat …





