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Deshalb geht der «Blick» bachab

Wer inhaltlich nichts zu bieten hat, reorganisiert.

ZACKBUM hat das Phänomen anhand der Homepage von «Blick» beschrieben. Tagelang hängen dort Artikel herum, bis im Print das Papier vergilbt wäre. Neues bekommt Seltenheitswert, Rezykliertes steht neben Übernommenem.

Warum bloss?

ZACKBUM hat vermutet, dass die ständige Reorganisation und die Unmenge an Heads, Officers und Chiefs der Grund dafür sein könnte. Nun haben wir den Beweis.

Nehmen wir mal das «neue» Ressort «People, Gesellschaft und Service». Service, das sind die mit dem Kaktus-Penis. People, das sind die mit der aus der «GlücksPost» übernommenen Geschichte über Pepe Lienhards Ehe.

So, und nun wurde das irgendwie zusammengewurstelt. Dafür bekommt das «People-Team» einen neuen Leiter. Der hat zuvor das «Service-Team» aufgebaut und geleitet. Woran immer man das gemerkt haben mag. Gleichzeitig wird eine Karen Schärer den «Teamlead Gesellschaft» übernehmen.

«Wir freuen uns, mit Jonas und Karen den People- und Gesellschaftsjournalismus in der Blick-Gruppe weiter zu stärken. Sie kennen unsere Teams, sind bestens vernetzt und haben ein Gespür für relevante Themen und innovatives Storytelling», sagt Benno Tuchschmid, Co-Ressortleiter Gesellschaft/People/Service.

Dafür gibt es nun ein «People-Desk». «Wir freuen uns, diesen Bereich journalistisch zu stärken», sagt Co-Ressortleiterin Alexandra Fitz. Das alles bestätigte der «Chief Content Officer der Blick-Gruppe» Steffi Buchli gegenüber persönlich.com: «Im Rahmen der Reorganisation haben wir die Strukturen im Newsroom angepasst.»

Das neu fusionierte Ressort werde von Alexandra Fitz und Benno Tuchschmid Co-geleitet, denn ohne Weiblein und Männlein ist heute eine Leitung undenkbar. Damit das alles neu flutscht, was vorher alleine nicht flutschte, soll nun ein Lazlo Schneider «am Desk» die Kontrolle ausüben.

ZACKBUM ist verblüfft. In der «Blick»-Familie spriessen die Co-Heads, Teamleiter, Desks, Koordinatoren und Sub-Officers nur so aus den Verrichtungsboxen heraus. Wo bleiben da die Indianer? Stellen wir uns die Situation mal wieder konkret vor:

Indianer: Ich hätte da eine Story. Bei Pepe Lienhard hängt der Ehesegen schief, sagte eine Quelle.
«Teamleader Gesellschaft»: Pst, das behalten wir mal für uns bis ich herausgefunden habe, wo das am Desk andocken könnte.
Indianer: Hä?
«Teamleader Gesellschaft»: Verstehst Du nicht, Neuorganisation. Ich versteh’s auch nicht.
«Desk-Leiter»: Wer versteht hier was nicht? Kann ich helfen?
Indianer: Ich hätte da eine Story …
«Desk-Leiter»: Ich muss hier koordinieren, in welches Ressort gehört sie?
«Teamleiter People»: Der Indianer gehört zu mir, also ist das unsere Story.
«Co-Leiter People, Gesellschaft und Service»: Moment, das entscheide dann schon noch ich.
«Co-Leiterin People, Gesellschaft und Service»: Das entscheiden wenn schon wir, gell?
Indianer: Ich möchte ja nur eine Story loswerden; Pepe Lienhard
Alle im Chor: Schnauze, was wir hier besprechen, ist oberhalb deiner Gehaltsklasse.
«Teamleiter People»: Wie gesagt, mein Indianer, meine Story.
«Teamleiter Service»: Also wenn ich auch mal ein Wörtchen …
Alle im Chor: Schnauze.
«Teamleiter Gesellschaft»: Der Name Pepe Lienhard gehört nun einwandfrei zur Gesellschaft.
Alle im Chor: Seit wann?
Indianer: Es ist ja nur, weil wir doch diese Story aus der GlücksPost übernommen haben, dass die Ehe super laufe …
Betretenes Schweigen.
«Chief Content Officer»: Höre, hier gibt’s eine brandheisse Story, worum geht’s?
Indianer: Ich habe eine Quelle, die sagt, dass bei Lienhards der Haussegen schief hängt.
«Chief Content Officer»: Lienhard? Ist das der Tennisspieler? Oder Eishockey? Nein, ich hab’s, Formel 1?
Indianer verdreht stumm die Augen nach oben.
«Chief Content Officer»: Also auf jeden Fall muss da der Head Storytelling draufschauen. Oder ist das ein Chief? Vielleicht gibt’s da auch rechtliche Aspekte, also unbedingt den Chief Legal involvieren. Der Teamleiter «People Desk» berichtet dann an mich. Oder an den Chefredaktor online? Da kommt doch keiner mehr draus.
Indianer: Soll ich dann der Story nachgehen oder was?
Alle im Chor: Wir müssen uns sortieren, also «oder was».