Schlagwortarchiv für: Tagesschau

Eine Ente gegen rechts

Die erfolgreichste Story der Mediengeschichte zielte gegen die AfD und war eine Falschmeldung.

Von Kurt W. Zimmermann*

Das Gerichtsurteil war an Klarheit nicht zu übertreffen. Die Darstellung der Journalisten, so das Urteil, war von A bis Z erfunden. Wörtlich: Die Darstellung war «nicht nur im Wesentlichen unwahr, sondern gleichzeitig unklar, ungenau und unvollständig».

Das vernichtende Urteil fällte soeben das Landgericht Berlin. Es versenkte damit die Journalisten der linken Plattform Correctiv. Die Journalisten hatten im Januar 2024 unter dem Titel «Geheimplan gegen Deutschland» mit einer Gruselgeschichte über das sogenannte Potsdamer Treffen aufgewartet. Dort hätte man den Plan gefasst, Massen von Migranten abzuschieben und gleich auch noch Massen an Staatsbürgern, die zwar den deutschen Pass haben, aber zugewandert sind.

Von einem «Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger» fabulierten die Märchenerzähler von Correctiv. In den nachfolgenden Wochen ging als Folge davon über eine Million Demonstranten auf die Strasse, um «gegen rääächts» anzukämpfen.

Unwahr bleibt unwahr

Die Dichtung von Correctiv war zwar «unwahr, unklar, ungenau und unvollständig», wie das Gericht nun sagte, aber sie war dennoch ein Unikum in der deutschen Mediengeschichte. Gemessen an der Resonanz, war es die weitaus erfolgreichste Story, die jemals von einer Redaktion produziert wurde. Vermutlich war es, gemessen an der Reaktion, sogar die erfolgreichste Story weltweit. Als etwa in den USA die Washington Post die Watergate-Affäre aufdeckte, protestierten nur ein paar tausend Manifestanten vor dem Weissen Haus. In der leicht erregbaren Nation Deutschland war es nach dem Hype um Correctiv über eine Million.

Und das Schöne daran für die meist linke Journalistenszene: Es ging bei den Massendemonstrationen «gegen rääächts», das heisst gegen die AfD. «Der Skandal rückt an die AfD-Parteispitze heran», jubelte etwa die «Tagesschau» über den scheinbaren Skandal.

Die deutschen Medien verkrafteten es darum schlecht, dass das Landgericht Berlin ihre geliebte Correctiv-Story als Zeitungsente enttarnte. Es gebe zwar «Schludrigkeiten in der Darstellung», räumte etwa die «Süddeutsche Zeitung» widerwillig ein, «doch das heisst nicht, dass sie falsch ist».

Dann wurde es ulkig, denn nun erklärte die Süddeutsche ihren staunenden Lesern, wie heutiger Journalismus geht: «Die Sensation wird ein bisschen sensationeller dargestellt, als sie in Wirklichkeit ist

Folgerung der SZ: «War diese Reportage korrekt? Nun ja

Diese Konklusion ist schlichtweg absurd. Eine sensationell aufgemachte Unwahrheit wird nicht dadurch zur Wahrheit, wenn man sie «ein bisschen» weniger sensationell darstellt. Nein, es bleibt eine Unwahrheit.

Tatsächlich war an dem Potsdamer Treffen nichts Sensationelles dran. Eine Handvoll Politiker von AfD und CDU, dazu zwei Rechtsextremisten und einige mittelständische Unternehmer debattierten darüber, wie man die illegale Migration in den Griff bekommen könnte. Sie sahen Abschiebungen als sinnvoll an.

Ebenfalls in der Runde war die AfD-Bundestagsabgeordnete Gerrit Huy. Sie klagte gegen Correctiv und bestand darauf, in Migrationsfragen etwa dieselbe Position wie CDU und CSU zu vertreten. Dieser Argumentation folgte nun das Landgericht Berlin.

«Alle zusammen gegen Faschismus»

AfD-Politikerin Huy hätte gar darauf verweisen können, dieselbe Position wie die SPD zu vertreten. Unvergessen ist das «Spiegel»-Interview, das Bundeskanzler Olaf Scholz in seinen letzten Zügen gab. Titelzeile zu Scholz auf dem Spiegel-Cover: «Wir müssen endlich im grossen Stil abschieben

Bleiben wir noch ein wenig beim Spiegel, weil wir an diesem den Mechanismus der linken Presse gut beleuchten können. Nachdem die Correctiv-Story erschienen war, überschlug sich der «Spiegel» vor solidarischer Begeisterung. «Alle zusammen gegen Faschismus» lautete eine Titelzeile, und das Blatt wusste: «AfD-Funktionäre planten bei einem Geheimtreffen massenhafte Deportationen.»

Nachdem die Justiz nun diese Erzählung ins Reich der Fantasie transportierte, ist natürlich interessant, wie der Spiegel darauf reagiert hat. Schliesslich hatte er sich ziemlich blamiert. Nun, raten Sie mal.

Der «Spiegel» brachte zum Urteil des Landgerichts Berlin kein einziges Wort. So geht wahrer Journalismus.

_____

*Der Artikel (hinter Bezahlschranke) erschien zuerst in der Print-Ausgabe der «Weltwoche». Mit freundlicher Genehmigung.

Der schuldige Mohr

Sprachreinigung in der Tradition der Nazi-Ideologie.

Es ist müssig, den verpeilten Vergewaltigern der deutschen Sprache mit logischen Argumenten beikommen zu wollen. Es ist aussichtslos, ihre klaffenden historischen Wissenslücken zu schliessen. Es ist sinnlos, ihnen zu erklären zu versuchen, dass die Abschaffung oder «Kontextualisierung» historischer Begriffe weder etwas an der Geschichte ändert, noch einen Beitrag zur Verbesserung der Menschheit leistet.

Ob man Schwarzer, pigmentös Herausgeforderter oder Afroirgendwas sagt, ob man Neger durch «N-Wort» ersetzt, ob man Zigeunerschnitzel nicht mehr Zigeunerschnitzel nennt: dadurch gibt es weder weniger, noch mehr Rassismus in der Welt.

Man erkennt einen Rassisten nicht daran, dass er ein «Zigeunerschnitzel» bestellt. Man erkennt einen Antirassisten nicht daran, dass er stattdessen Paprikaschnitzel oder vornehm «à la zingara» ordert. Und nicht jeder, der ein «Balkanschnitzel» bestellt, ist kein Rassist. Wenn das so einfach wäre.

Das ist genauso bescheuert wie die Turnübungen der «Tagesschau», das nach einem uralten Fluss benannte Land Niger als «Nischee» auszusprechen. Der Name wurde ihm von den Tuareg gegeben, was in ihrer Sprache «grosser Fluss» bedeutet. Aber vielleicht waren auch sie schon Rassisten.

Besonders absurd ist dieser Kampf um die angebliche Reinheit der Sprache – ein zutiefst nazistisches und rassistisches Verlangen – beim Wort Mohr. Seine etymologische Herleitung, seine durchaus positive Konnotation: diese Flachköpfe und FlachköpfInnen sind zu faul oder zu unfähig, sich mit den Wurzeln des Rassismus zu beschäftigen. Sie meinen, mit einer sprachlichen Oberflächenreinigung hätten sie ein gutes Werk vollbracht.

Sie sollten mal einen Kubaner davon abhalten wollen, «moros y cristianos» zu essen. Abgesehen davon, dass das Regime schon dafür besorgt ist.

Besonders stossend wird das, wenn sich die Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch nicht entblödet, die Entfernung oder mindestens Überdeckung der Hausinschriften «Zum Mohrenkopf» und «Zum Mohrentanz» zu beschliessen. Weil sich dadurch, wie soll man das formulieren, pigmentös Andersartige in ihrer schwarzen Seele (Pardon) verletzt fühlen könnten.

So nebenbei, lieber Tamedia-Qualitätsjournalist Beat Metzler: Das Bundesgericht gab überhaupt niemandem Recht. Es trat schlichtweg auf eine Beschwerde nicht ein.

Die Staatsaktion geschah 2021 auf eine Anregung des Kollektivs «Vo Da» hin. Eine Ansammlung von prinzipiell Betroffenen und Diskriminierten. Bemerkungen über deren intellektuelle Flughöhe würden sicher Rassismusverdacht auslösen, also verkneift sich das ZACKBUM.

Der Heimatschutz erhob gegen diese Verschandelung Einspruch. Weil es den Steuerzahler brennend interessiert, wie dieser Kampf um ein Zeichen gegen Rassismus ausgeht, prozessierte man die Sache bis ans Bundesgericht. Vergeblich, aber nicht kostenfrei.

Also bleibt’s beim Entscheid des Verwaltungsgerichts: Mauch darf. Besser und entlarvender als «Vo Do» kann man diesen Schwachsinn nicht kommentieren:

«Die Entfernung rassistischer Begriffe und Symbole aus dem öffentlichen Raum ist ein Bekenntnis zu einer Gesellschaft, in der alle Menschen gleichermassen dazugehören.»

Nein, Nichtschwimmer sollten zum Beispiel bei der Züriseeüberquerung nicht dazugehören und dieses Recht auch nicht einfordern dürfen.

ZACKBUM sieht hier allerdings ein Bekenntnis zu Sprachhygiene in der Tradition der NSDAP. Und fordert in diesem Sinne den Ersatz des Wortes Vierzylinderexplosionsmotor durch Viertopf-Zerknalltreibling.

Sag niemals nie

Auch das Fallbeil vom Leutschenbach kümmert sich nicht um ihr Geschwätz von gestern.

Die Nervosität vor der Halbierungsinitiative steigt. Einerseits fällt SRF durch Fehlleistungen, einseitige Berichterstattung und richtige Kracher ins Aus auf – wie beim hochgezwirbelten Fall eines angeblichen Übergriffs eines Schaffhauser Anwalts.

Andererseits ist der Moloch so ausgewachsen, dass pro journalistisch tätigen Mitarbeiter zwei Sesselfurzer beschäftigt werden. Und dritterseits hat es SRF bislang geschafft, sich jede nationale Privat-TV-Konkurrenz vom Leib zu halten. Selbst Roger Schawinski scheiterte mit seinem «Tele 24».

Nun hat es SRF bislang geschafft, jede Ankündigung von Sparmassnahmen oder Stellenreduktion Lügen zu strafen. Die neuste lautet, dass 75 Vollzeitstellen gestrichen werden. Damit dürften schätzungsweise 10 Millionen Franken eingespart werden.

Allerdings sucht SRF gleichzeitig Dutzende von neuen Mitarbeitern für die Ausrichtung des ESC in Basel. Aber gut, wieso widerspruchsfrei bleiben.

Damit auch der Zuschauer merkt, dass hier gespart wird, bis es quietscht, werden Informationssendungen zusammengestrichen. «Tagesschau» am Mittag und um 18 Uhr: neu «Newsflashs», verfilmtes Radio. Aber natürlich bleibe die Information ein Kernbereich von SRF, widerspricht sich Nathalie Wappler selbst.

Dann wird die Sommerpause ausgeweitet. Auch der «Club» macht neu Pause, nachdem er von Moderatorin Barbara Lüthi ins Zuschauerelend moderiert wurde. Zuschauerdurchschnitt 2020 125’000. 2021 noch 101’000. 2022 klägliche 87’000. Ein Schwund von fast einem Drittel. Das führt nur beim Schweizer Farbfernsehen (oder beim «Blick») nicht zu dramatischen Konsequenzen. Kontroverse Themen werden so behandelt, dass zu kantige Kritiker gar nicht erst eingeladen werden, könnte zu viel Stress für die schnell hektisch werdende Lüthi geben. Aber als Partnerin des Chefs ist sie halt unkaputtbar, wie ZACKBUM enthüllte.

Im Sinne von straffen und schrumpfen hat Wappler auch eine interessante Entscheidung bekannt gegeben: die getrennten Chefredaktionen von Video und audio/Digital werden zusammengelegt. Das ist insofern interessant, als Wappler noch vor fünf Jahren tönte, unter ihr als Direktorin «werde es immer zwei getrennte Chefredaktionen für Radio und Fernsehen geben», wie sie persoenlich.com genüsslich zitiert. Und Nick Lüthi fragte nach, ob Wappler daher als Chefredaktorin zurücktreten werde. Das sei nicht der Fall, knirschte die Medienstelle.

Obwohl sich die SRG eines jährlichen Zustupfes von über einer Milliarde Zwangsgebühren erfreut, dazu noch selbst Werbung generiert, quasi eine nationale Monopolstellung besitzt, ist das Gelieferte oft so amateurhaft und uninteressant, dass auch hier gespart werden muss.

Man könnte sich nun bemühen, mit den üppig vorhandenen Moneten schlichtweg ein interessanteres Fernsehen zu machen. Zum Beispiel Diskussion- und Talksendungen, bei denen der Zuschauer nicht regelmässig wegschnarcht. Wer aber auf Gredig statt Schawinski setzt, eine Lüthi fuhrwerken lässt, keine anständige Late Night Show hinkriegt, eine gelinde gesagt befremdliche Auswahl bei Newsthemen pflegt, in unglaublich aufwendigen Reportagestücken äussert fragwürdigen Thesenjournalismus betreibt und rechthaberisch verteidigt, der muss sich halt über Zuschauerschwund nicht wundern.

Auch hier gilt das Gleiche wie bei Tamedia und CH Media: wenn angeblich die gleiche Qualität und das gleiche Angebot, nur besser, mit viel weniger Mitarbeitern möglich sein soll, dann waren die ja völlig überflüssig vorher. Im Gegenteil, sie standen einer Qualitätssteigerung im Weg.

Also kann man aufatmend feststellen, dass der mündige Staatsbürger zukünftig noch besser, noch nachhaltiger, noch qualitativ hochstehender informiert werden wird. Das garantieren Nathalie Wappler und Simon Bärtschi und Steffi Bucheli. Ehrenwort.

In China rettet die KP den Kapitalismus

Dies und andere Dinge, die Ihnen die Medien hierzulande gar nicht oder falsch erzählen.

Von Felix Abt

Im Gegensatz zu den Europäern sind die Chinesen seit jeher ein Volk von Händlern und Kaufleuten und nicht von Soldaten, Abenteurern oder Plünderern. Das zeigt sich in ihrer langen Geschichte. Als sie vor Jahrhunderten eine wirtschaftliche Supermacht waren, hätten sie einen Großteil der Welt erobern können, aber stattdessen zogen sie sich hinter ihre eigenen Grenzen zurück, um sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Ein Tweet (oder “X”-Nachricht) der deutschen ARD-“Tagesschau” über China, der von 152.000 Menschen gesehen wurde, verwendete als Symbolbild – verständlicherweise – ein Foto einer chinesischen Stadt; vermeintlich, jedenfalls. Denn wenn man genauer hinsieht, erkennt man eine japanische Stadt. Berühmt für ihre Pachinko-Spielhallen, betrieben von der Yakuza. Und auf einem der Schilder steht “Karaoke” auf Japanisch.

Schwaches Wirtschaftswachstum – oder schwache Berichterstattung? (Screenshot:Twitter)

Laut “Tagesschau” ist das also eine chinesische Stadt. Oder wollten die ARD-Qualitätsjournalisten etwa andeuten, dass Japan jetzt Teil von China ist? Oh Schreck! Der umgekehrte Fall wäre akzeptabler. Vielleicht würden Japaner die “Tagesschau”-Mitarbeiter “Baka” nennen, was in ihrer Sprache “Narr” bedeutet, ein Schimpfwort ist und ursprünglich aus China stammt… Aber jetzt habe ich schon zu viel gesagt und möchte es dabei belassen, um nicht noch mehr Verwirrung unter den gutgläubigen Tagesschau-Zuschauern zu stiften. Der Fairness halber möchte ich jedoch hinzufügen, dass ein Bild einer chinesischen Stadt auf die Website hochgeladen wurde (nachträglich?). Der Tweet wurde jedoch nicht gelöscht oder ersetzt.

Worum geht es in dem zugehörigen “Tagesschau”-Beitrag? Um schwaches Wachstum in China! Das passt. Aber warum dann nicht statt eines japanischen Fotos eines aus einer deutschen Stadt mit Null- oder Negativwachstum verwenden? Der Journalist zitiert ein paar anonyme Quellen und vermittelt in seinem Bericht sinngemäß den folgenden Eindruck: “Ich habe das Gefühl, dass die chinesische Wirtschaft zusammenbricht, weil die Taxis in Shanghai sehr schnell fahren, weil es weniger Staus gibt, und ich habe ein geschlossenes Restaurant gesehen, als ich hungrig war.

Reuters-Umfrage: die chinesische Wirtschaft wächst 2023 “nur” noch um 5 Prozent (Screenshot: Reuters)

Krise in China?

Die deutsche “Tagesschau” behauptet: “Chinas Wirtschaft steckt in der Krise – und das zeigt sich im täglichen Leben der Menschen.” Es könnte ein Freudscher Versprecher gewesen sein – denn diese Aussage trifft voll auf Deutschland zu. Andere westliche Medien behaupten dasselbe. Dass sich Chinas zuvor bemerkenswertes Wirtschaftswachstum zwar etwas verlangsamt hat, ist unbestritten – aber “Krise” ist eine absurde Übertreibung oder gar westliches Wunschdenken. Es fällt auf, dass die “Lückenmedien” die wahren Ursachen verschweigen, auf die der renommierte amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Jeffrey Sachs unverblümt hingewiesen hat: “Die Medien sprechen von einer Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft, aber sie verschweigen den Grund: Die USA greifen China auf eine Weise an, die eindeutig gegen die Regeln der Welthandelsorganisation verstößt.

Der von den westlichen Medien, Politikern und «Experten» vorhergesagte und herbeigesehnte wirtschaftliche Niedergang Chinas scheint nur von kurzer Dauer zu sein: Die chinesischen Konsumenten haben tiefe Taschen und haben auch während der Covid-Pandemie viel gespart und geben wieder Geld aus, und «Millionen chinesischer Touristen fahren wieder in den Urlaub

Wie schön, dass westliche Journalisten, die in China leben und mit Katastrophenbulletins über die dortige Wirtschaft berichten, dies auf Grundlage eines äußerst dürftigen wirtschaftlichem Grundwissens tun können! Andernfalls hätten sie vielleicht herausgefunden, was Jerry Grey, der seit 20 Jahren in der Volksrepublik lebt und fließend Mandarin spricht, schreibt: “Eines der größten wirtschaftlichen Probleme Chinas ist nicht die oft vorhergesagte, aber falsche Kollaps-Theorie, sondern ein ganz anderes Problem, ein Problem, das viele überrascht und manche sogar schockiert. So gerne die so genannten Experten auch glauben würden, dass es dazu kommen wird, Chinas Wirtschaft ist nicht vom Zusammenbruch bedroht, und einer der Gründe dafür ist, dass das Land einfach zu viel Geld hat; das ist richtig, China hat zu viel Geld, und das ist ein Problem.

“Probleme”, die sich andere wünschen würden

Da kann man nur sagen: Ein solches Problem sollte man sich wünschen, vor allem wenn man in Amerika, in Großbritannien oder in Deutschland lebt, deren Schulden in die Höhe schnellen!
Dass deutsche und andere westliche Journalisten, die in China stationiert sind, in der Regel kein Chinesisch können (und ihre in Japan stationierten Kollegen kein Japanisch), ist nichts Neues. Auch das passt: Wenn man nicht in der Lage ist, den Lesern, Zuschauern und Zuhörern die Unterschiede zwischen Asiaten zu erklären, für die Asiaten sowieso alle gleich aussehen – genauso wie asiatische Schriftzeichen -, dann bleibt die Kirche im Dorf.

Fortsetzung folgt morgen.

Was macht der Elefant im Raum?

Vor lauter Gejammer der Medienkonzerne kümmert sich kaum einer um SRF.

Sicher ist das Tessin ein Sonderfall. Dennoch ist es schon merkwürdig, dass das Schweizer Farbfernsehen der zweitgrösste Arbeitgeber im Kanton ist. Nach der Kantonsverwaltung. Wobei es auch einen regen Austausch zwischen beiden gibt.

Aber zunächst staatstragend: Wir sprechen natürlich von SRF, dem gebührenfinanzierten Service Publique für die einen, dem Staatsfunk mit Linksdrall für die anderen. Und der Gottseibeiuns für die Medienhäuser in der Schweiz.

SRF machte bislang allen privaten Versuchen, Funk und Fernsehen schweizweit zu etablieren, den Garaus. Viele, viele Millionen wurden in Experimente wie den Business Channel, TV3 oder gar CNN Money Switzerland verröstet. Selbst dem grossen Pionier Roger Schawinski gelang es nicht, mit Tele24 das Defacto-Monopol zu brechen.

Grosse Preisspanne bei der Sendeminute

Zurzeit bemüht sich einzig CH Media, mit einer Kollektion von Lokalradios, Lokal-TV-Stationen und Serien-Abnudel-Sendern, so etwas wie eine Konkurrenz aufzubauen. Trotz einzelnen Erfolgen wie «Bauer sucht Frau» oder munteren Talk-Sendungen ist das weit davon entfernt, von SRF als Konkurrenz empfunden zu werden.

Dabei spielt zunächst einmal hinein, dass die Herstellung einer Sendeminute einen gewaltigen Spielraum bei den Kosten hat. Eine halbe Stunde eingekaufte Serie kostet zwischen 2000 bis 5000 Franken. Je nach Alter, Beliebtheit und Sendetermin. 75 Minuten «Literaturclub» kosten hingegen knapp 60’000 Franken, 34 Minuten «Kassensturz» gar knapp 100’000 Franken. Roger Schawinski talkte dagegen für schlappe 15’000 Franken pro Sendung.

Aber das alles wir natürlich von einem Sendegefäss in den Schatten gestellt, bei dem die noch lebenden privaten Radio- und TV-Stationen gar nicht mithalten wollen: den Newssendungen. Für alle tagesaktuellen Nachrichtensendungen wirft SRF 50,3 Millionen Franken pro Jahr auf. Das ist mehr als jedes beliebige Redaktionsbudget in der Schweiz im privaten Medienbereich.

Die Nachrichtensendungen als das Filetstück der öffentlich-rechtlichen Sender

In der Schweiz probiert’s erst niemand wirklich, aber während in Deutschland zumindest in der werberelevanten Zielgruppe 14 bis 49 Jahre die grossen Privat-Sender ZDF und ARD weit hinter sich gelassen haben, sieht es bei einer Sendung ganz anders aus.

Die «Tagesschau» um 20 Uhr versammelt immer noch rund 10 Millionen Deutsche mit oder ohne Migrationshintergrund vor dem Bildschirm. «heute» um 19 Uhr im ZDF bringt es auf rund 4 Millionen. Erst dann kommt «RTL aktuell» mit  3 Millionen, weit abgeschlagen sind die «Sat1-Nachrichten» mit 1,3 Millionen Zuschauern.

Traumhafte Zahlen hat die «Tagesschau» von SRF; sie ist zwar nicht mehr das Lagerfeuer der Nation, aber bis zu 1,5 Millionen Zuschauer oder ein Marktanteil von weit über 60 Prozent um 19.30 Uhr, dagegen kommt niemand an.

Niemand? Nun, erst langsam und mühsam werden die Messgeräte für Einschaltquoten an moderne Zeiten herangeführt. Denn das «es wird gesehen, was auf die Mattscheibe kommt»-Publikum nimmt deutlich ab und stirbt auch langsam weg, weil das Durchschnittsalter der SRF-Zuschauer bei über 60 Jahren liegt; Tendenz Richtung AHV-Alter.

Analoges Fernsehen dämmert mit seinem Publikum weg

Falls Jugendliche überhaupt noch Nachrichten schauen, tun sie das immer häufiger zeitversetzt oder benützen eine Vorauswahl innerhalb ihrer Community. Auf jeden Fall haben sie eine sehr hohe Affinität für digitale Medien. Nun machen wir einen kurzen Ausflug auf die meistbesuchten Websites der Schweiz.

Natürlich nach Google, Facebook und Wikipedia.  «20 Minuten.ch» gelingt es immerhin, sich auf Platz 6 zu positionieren, noch vor der ersten Porno-Webseite. Dann hätten wir noch Kopf an Kopf «Blick.ch», «bluewin.ch» und «srf.ch.».

Die übrigen News-Seiten? Ach ja, da hätten wir «Tages-anzeiger.ch» dann auf Platz 39. Natürlich gibt es verschiedene Zählweisen und nicht wirklich objektive Rankings. Aber die Tendenz ist klar. Die Nase vorne haben zwei private Anbieter und zwei, nun, staatsnahe.

Wer wird sein Angebot in nächster Zeit kräftig ausbauen?

Dass bluewin.ch eine der meistbesuchten Newsseiten in der Schweiz ist, mag einige überraschen, die aber vielleicht auch nicht wissen, dass Migros und Coop die beiden mit Abstand auflagestärksten Zeitungen der Schweizer herausgeben.

Nun ist nicht anzunehmen, dass bluewin.ch sein News-Angebot in nächster Zeit massiv ausbauen wird. Das gilt wohl ebenfalls für «20Minuten» und «Blick». Bleibt, kopfkratz, grübel, studier, genau, der Kandidat hat 100 Punkte, SRF mit seinem 50 Millionen-Budget im Newsbereich.

Was macht da die privatwirtschaftlich organisierte sogenannte vierte Gewalt im Staate? Nochmal kopfkratz, grübel, ach ja: nichts macht sie. Einfach nichts. Ausser jammern und wehklagen. Immerhin müssen wir uns das nicht mehr anhören, wenn srf.ch das Meiste auf diesem Gebiet plattgemacht hat.

Das wird SRF auch schaffen, nachdem dort der Blitz einschlug; minus 250 Stellen, Einsparungen von 50 Millionen.