Brandmauer im Kopf
Eine legale Partei fährt einen Erdrutschsieg ein. Es folgt Japsen und Zetern.
«Gesichert rechtsextremistisch, Bedrohung demokratischer Institutionen, Angriff auf unabhängige Medien, ausländer- und emigrationsfeindliche Politik, Ausgrenzung und Rassismus, EU- und Eurofeindlichkeit, mangelnde Regierungsfähigkeit, radikales Personal, Spaltung der Gesellschaft …»
Die Aufreihung von Verbalinjurien liesse sich beliebig fortsetzen.
Fakt ist, dass bei sensationeller Wahlbeteiligung die AfD im Winzbundesland Sachsen-Anhalt die Wahlen gewonnen hat. Mit 43,8 Prozent, eine Steigerung um 23 Prozent. Während die CDU mit minus 19,9 Prozent mehr als halbiert wurde, die SPD immerhin die Fünf-Prozent-Hürde locker übersprang und die FDP wohl endgültig im Orkus verschwindet.
576’000 Stimmen bekam die AfD, 100’000 mehr als CDU, SPD und Grüne zusammen. Die ehemalige Regierungspartei FDP bekam noch ganze 34’000 Stimmen oder 2,58 Prozent.
Bei einem solchen Resultat wäre eigentlich klar: Regierungsauftrag für die AfD, während die CDU auf den Weg der SPD einbiegt, die sich von einer Volkspartei zu einer Kleinpartei verzwergt.
Nun fehlen der AfD drei Stimmen zur absoluten Mehrheit im Parlament, was eigentlich auch kein Hindernis sein sollte, bei diesem glasklaren Wählerauftrag.
Stattdessen keift der «Spiegel»: «Neonazi-Gastgeber, Urkundenfälscher, Stasi-Offizier. Unter den 39 künftigen AfD-Abgeordneten im Magdeburger Landtag sind einige Männer mit bedenklichem Hintergrund – darunter zwei, die einem verbotenen Neonazi-Verein nahestehen sollen.»
Aber natürlich werden auch die Wähler beschimpft: «Sie haben richtig was kaputt gemacht», hält ihnen Christian Bangel in der «Zeit» vor, sie seien Menschen in ihrer Umgebung gar «mit Anlauf in den Rücken gesprungen». Dabei meint der unbeteiligte Zuschauer, dass hier einfach gewählt wurde. Demokratisch und legal.
Die «Süddeutsche Zeitung» keift: «Die deutsche Demokratie ist von rechts außen herausgefordert wie niemals seit 1949.» Laut der «Tagesschau» der ARD hätten die Wähler für einen Kandidaten gestimmt, «der keine Antworten auf kritische Fragen hat. Außer ein Lächeln, das manchmal ins Auslachen kippt». Der «Deutschlandfunk» warnt gar AfD-Gegner vor «Rachefantasien von Teilen der AfD-Anhängerschaft».
Selbst die «New York Times» verliert die Contenance und befürchtet, «dass die extreme Rechte zum ersten Mal seit dem Ende der Nazizeit in einem Teil des Landes die Macht übernehmen könnte».
Stefan Reinhart von SRF behauptet gar, dass viele Positionen der extremen Rechten gesetzeswidrig seien, «doch das ist vielen AfD-Wählern egal». Judith Wittwer sekundiert: „Die AfD verspricht ein Deutschland, das es nie gab“.
Natürlich verrutschen der «Republik» sämtliche Begriffe: «Kommt es zur AfD-Machtergereifung?» Dass eine demokratische Partei mit 43,8 Prozent aller Stimmen einen klaren Wählerauftrag zur Regierungsbildung hat, denaturiert in diesem Demagogie-Blättchen zur möglichen, historisch vorbelasteten «Machtergreifung». Zum Fremdschämen.
Maximilian Steinbeis will gar «unverhohlenen Ankündigungen von Deportation, Entrechtung und Gewalt» hören.
Bloss der «Blick» mahnt zur Vernunft; Chefredaktor Rolf Cavalli schreibt:
«Dämonisieren ist kontraproduktiv».
Als wollten viele Massenmedien alle Vorurteile über Lücken- und Lügenpresse bestätigen, wird ganz allgemein verneint, dass ein Wahlsieger das Recht habe, im Wählerauftrag zu regieren.
Das darf offenbar nur dann der Fall sein, wenn es sich um eine Partei handelt, die die Sympathien dieser Schmierfinken geniesst.
Dass sie mit genau dieser Berichterstattung einen hübschen Beitrag zum Erstarken der AfD geleistet haben, ist ihnen in ihrer Raserei nicht mal bewusst.
Hätte man keine «Brandmauer» errichtet, sondern spätestens, nachdem die AfD die Zehn-Prozent-Hürde übersprang, ihr Regierungsbeteiligung angeboten, dann wäre sie höchstwahrscheinlich genauso wie die anderen Parteien auch an der Bewältigung der komplizierten Situation in Deutschland gescheitert und hätte ihren Nimbus als «wir machen dann alles anders und besser» verloren.
Aber um zu dieser banalen Erkenntnis zu gelangen, dafür braucht es einen Restbestand von Hirnzellen.













Der übelste Trick von allen: Wenn du’s nicht selber sagen willst, sag es als Zitat von einem anderen.