Beiträge

Sparen, sparen, sparen

Die fetten Zeiten sind vorbei. Jetzt wird gespart.

Die Mainstream-Medien machen aus dem neuen Überthema noch viel zu wenig. Das liegt daran, dass dort zu viel eingespart wurde. Kindersoldaten in Verrichtungsboxen, die Journalisten spielen, dazu frustrierte Hosen- und Meinungsträger, die die Welt mit ungewollten Ratschlägen zusossen, auf der Nase eine Gesinnungsbrille, dick wie Flaschenböden? Da kann noch gewaltig gespart werden.

Raumtemperatur senken, kurz duschen, Zähne kalt putzen, Kühlschrank erwärmen, Tiefkühler abtauen, Deckel auf den Topf, das ist doch alles Kinderkram. Da fehlt noch die letzte Konsequenz, die nötig ist, um den Kreml-Herrscher in die Schranken zu weisen.

Fangen wir bei der Heizung an. Was heisst da 17 Grad? Die Zeiten sind noch nicht so lange vorbei, als es gar keine Zentralheizung gab. Eine Bettpfanne für die Nacht, mit dem Herd wurde gleich noch geheizt, das reichte. Hat auch niemandem geschadet. Der echte Ukraine-Unterstützer dreht die Heizung vollständig ab. Seine Solidarität zeigt er dann, ganz im Sinne des Chefredaktors der NZZaS, indem er eine Ukraine-Fahne vor dem Fenster mit lustigen Eisblumen flattern lässt, darauf einkopiert das Foto des auf 0 gestellten Thermostaten.

Duschen, gar baden? Wieso eigentlich? Ist es nicht ein Vorteil des Winters, dass kalte Temperaturen Körperausdünstungen minimieren? Und wer unbedingt muss, etwas praktische Intelligenz kann nie schaden. Dafür nützt man den Besuch bei Freunden und Bekannten. Jammert etwas von «Dusche kaputt» und verschafft sich so Zugang zu Warmwasser. Bis man dann nicht mehr eingelassen wird.

Auch bei körperlichen Verrichtungen gibt es Sparpotenzial. Closomat und ähnliche dekadente Einrichtungen: sofort stilllegen. Wer sich in der Natur versäubert, braucht kein Wasser. Wer dabei rezykliertes Papier verwendet, erleichtert sich umweltbewusst. Wem der rasche Zugang ins Gebüsch verwehrt ist, kann anders sparen. Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, dass nach jedem Stuhlgang gespült werden muss. Das kann man auch erst dann tun, wenn die Schüssel bereits wohlgefüllt ist.

Ein grosses Thema ist auch der Individualverkehr. Das eigene Auto bleibt selbstverständlich in der ungeheizten Garage. Auch Elektro-Fahrer müssen einsehen, dass ein Tesla indirekt Putin hilft. Also stilllegen. Der ÖV, ein Stromfresser ohne Gleichen. Gut, dass die SBB Selbstversorger sind, allerdings nicht bei so unwichtigen Sachen wie Signalen oder Weichen. Die Züge bleiben dann ganz von selbst stehen, womit sich diese Stromverschwendung auch erledigt hat.

Wie man dann von A nach B kommt? Auch da kann man sich die Altvorderen als Vorbild nehmen. Zu Fuss, wie denn sonst. Ausser, man besitzt ein Pferd, aber das war damals auch nur wenigen vorbehalten. Ausserdem gibt es inzwischen Velos. Die sind übrigens nicht nur als Transportmittel geeignet. Mit einem Velo kann man eine Glühbirne und einen Kühlschrank betreiben, zum Beispiel. Eine vierköpfige Familie kann sich problemlos ablösen beim Trampen.

Das hat ganz nebenbei wohltuende Auswirkungen auf Fitness und Gesundheit. Treppensteigen statt Lift, Buch lesen statt TV glotzen, kalte Küche ist auch schmackhaft, Gemüse ist billiger als Fleisch und kann man prima roh essen. Wer nicht TV schaut, braucht auch kein Abo mehr. Das gilt natürlich auch fürs Internet, diesen Stromfresser. Man kann doch wieder Briefe schreiben, und ab und an ein Telefonat, das sollte noch möglich sein, aber bitte sich kurz fassen.

Wem es in der eigenen Stube zu kalt ist, der kann sich in den noch geöffneten Warenhäusern aufwärmen, bis auch dort die Heizung abgestellt wird. Mitsamt der Beleuchtung.

Ein grosser Vorteil unserer Breitengrade besteht darin, dass man, auch wie früher, Lebensmittel aufbewahren kann, indem man sie einfach der Kälte aussetzt. Das macht Kühlschrank und Tiefkühler völlig überflüssig. Dann gibt es ungeheuerliches Sparpotenzial bei Haushaltgeräten. Staubsauger, Föhn, Bügeleisen, Mixer, Kaffeemaschine, erst noch auf stand-by, elektrische Zahnbürste und Rasierapparat, da kann gespart werden, bis die Wasserkraftwerke überlaufen.

Der Volksgesundheit wäre auch ungemein zuträglich, wenn wir uns wieder an den von der Natur vorgegebenen Tagesablauf halten. Wenn es dunkel ist, ist’s halt dunkel. Dann geht man ins Bett. Oder, wer’s unbedingt wissen will, der setzt sich halt aufs Velo und strampelt sich Licht herbei.

Auch und gerade für Journalisten ist die Benützung einer mechanischen Schreibmaschine etwas Hilfreiches. Schliesslich haben auch Koryphäen wie Hemingway so ihre Artikel verfasst. Wer jeden Vertipper mit Tipp-Ex behandeln muss, beim Einfügen eines Absatzes die Schere benützen, bei einer Umstellung am besten den ganzen Artikel nochmal abtippt, der wird viel sorgfältiger formulieren und – das ist wahrhaft möglich und tut nicht übermässig weh – vor dem Schreiben zuerst nachdenken.

Genau das vermissen wir; denn all diese Tipps werden in den Medien noch nicht genügend propagiert. Aber das kommt hoffentlich noch.

Sparwahn

Das neue Allheilmittel. Spartipps, bis es kracht.

Corona, dann Ukraine, aber nun können die Mainstream-Medien den Herbst mit einem neuen Überthema einläuten. Sparen, sparen, sparen. Das ist den eingesparten Überresten in den Redaktionen sowieso ganz recht.

Sparen ist immer gut, und im Gefolge der absurd teuren Sparkampagne des Bundes überschlägt man sich mit sinnlosen und ganz sinnlosen Spartipps. Das Blatt für die lesenden Lastwagenfahrer, der Blöd-«Blick», probiert es mit einem Quiz:

Hier unterhält es den Leser mit grenzdebilen Fragen:

Satte 98 Prozent wussten hier die richtige Antwort. Bei der nächsten Frage wussten immerhin 48 Prozent die richtige Antwort: wenn er sich bewegt. Nur bewertete die das Blöd-Blatt als falsch:

Natürlich macht auch das Blatt für den lesenden Bentley-Fahrer bei den Spartipps mit:

An der Originalität der Titelgebung könnte man bei der NZZ noch etwas arbeiten, aber die Richtung stimmt schon mal.

Da kann das Weltblatt «Pilatus today» auch nicht zurückstehen und überrascht mit einer knallharten Reportage:

Natürlich darf auch unser buntes Bilderblatt nicht abseits stehen:

Das hört sich so gut und optimistisch an, wie es sich für die heile Welt in der «Schweizer Illustrierten» gehört. Wie geht das denn bloss? «Wer seinen Kühlschrank auf 7 statt etwa 3 Grad einstellt, spart Strom für rund 40 Franken im Jahr.» Nur hat eigentlich keiner seinen Kühlschrank auf 3 Grad eingestellt.

Aber da geht noch einer: «Wusstet ihr, dass man auch im Winter die Wäsche im Freien trocken kann? Es dauert einfach länger (dafür ist es massiv schonender, als wenn wir Wäsche an die pralle Sommersonne hängen). Den Tumbler wegzulassen, spart ziemlich viel Energie und zudem jährlich rund 60 Franken in der Familienkasse.»

Und zum Schluss noch ein echter Brüller, der allerdings jedem Pastafan die Haare zu Berg stehen lässt:

«Beim Kochen lässt sich ebenfalls eine Menge Energie sparen. Grundsätzlich lassen sich Nudeln ja sogar in kaltem Wasser gar kochen – indem man sie einfach über Nacht im Topf stehen lässt.»

Mit der grafisch grossen Kelle rührt die «Südostschweiz» an:

Die tollen Tipps: nicht mehr bügeln und nicht mehr fönen. Damit spart man satte 86 Franken im Jahr. Und noch der Hammertipp: «Wenn Sie einen Gefrierschrank abtauen, verbraucht das Gerät 15 bis 45 Prozent weniger Strom pro Jahr. Das wäre eine Ersparnis zwischen 14 – 27 Franken.» Aber nur, wenn das Wieder-Runterkühlen nicht gerechnet wird.

Entwarnung gibt dagegen das St. Galler «Tagblatt», auch wenn es gleichzeitig nach Zwangssparen riecht:

Logisch, dass man bei Elektro-Autos gewaltig Strom sparen kann. Aber wer denkt dann noch an die Umwelt?

So blödelt es sich allerorten dahin. Eigentlich ist es meistens eine doppelte Sparmasssnahme. Zum einen sind es die lustigen Tipps, zum anderen zeigt die Trostlosigkeit, mit der Spartipps gegeben werden, dass zumindest in den Redaktionen Sparen ernstgenommen wird. Bloss keinen übertriebenen Energieverbrauch im Oberstübchen.

Sparen ohne Kurzschluss

Kommen Zeiten der Kargheit und des Verzichts?

Ihr freiwilliger Beitrag für ZACKBUM

Die Lage ist ernst, aber lustig. Denn bevor die Eidgenossen im Winter zu Eisgenossen werden, belagert man sie mit Energiespar-Vorschlägen. Einer absurder als der andere.

Endlich haben die Medien ein neues Thema gefunden. Sie überbieten sich mit Spartipps. Körperhygiene ist einer der grössten Energiefresser im Haushalt. Da kann gespart werden. Extremsparen heisst: «echli stinke muess es». Unter Handschuhen fallen ungewaschene Hände und dreckige Fingernägel auch nicht auf.

Wer’s etwas zivilisierter mag, kann bei der Ganzkörperhygiene wesentliche Beiträge für den Frieden und gegen Russland leisten. Das Vollbad ist sozusagen eine direkte Unterstützung von Putin. Gestrichen. Besser duschen. Aber natürlich richtig. Also ein klares Bekenntnis gegen Warmduscher. Besser frieren für den Frieden: runter mit der Temperatur. Aber man kann noch mehr gegen den Kreml-Herrscher tun. Den Körper möglichst kalt benetzen. Dann Dusche abschalten. Einseifen, rubbeln. Dusche wieder einschalten, kurz abspülen.

Schon ist die Schweiz ein gutes Stück weniger abhängig von östlichem Gas oder europäischem Strom. Auch unsere Regierung ist inzwischen aufgewacht und überschlägt sich mit Sparvorschlägen. Nach der möglichst kalten Dusche kann man auch beim Zähneputzen unglaublich sparen. Wer nämlich meint, für seine sensiblen Zähne brauche er warmes Wasser, sollte ein kleines Opfer bringen. Denn unsere Regierung weiss: bevor das warme Wasser am Zahn angelangt ist, hat der Kurzputzer bereits gespült. Also unnötig Energie verbraucht.

Auch bei Ferienfotos kann man sparen

Licht löschen, Kaffeemaschine ausschalten, Kochen mit Deckel, es wäre so einfach, würde jeder seinen kleinen Beitrag leisten im grossen Kampf zwischen Gut und Böse. Auch das Internet bietet unzählige Sparmöglichkeiten. Nein, Sie müssen nun nicht hier aufhören zu lesen. Das spart gar nix.

Aber, ernsthaft, laden Sie nicht dermassen viele Ferienfotos ins Netz. Was das für einen Strom braucht; sicher mehr, als ein ganzes, grosses Wasserkraftwerk herstellt. Zudem ergeben sich jede Menge Zusatznutzen. Wer zum Beispiel kalt duscht, verträgt es besser, wenn die Raumtemperatur auf 17 Grad gesenkt wird. Wer sich die Zähne eiskalt putzt, wird schneller auf Karies aufmerksam. Wer erst gar nicht in die Ferien fährt, muss auch keine Bilder ins Netz stellen.

Nun müssen wir leider kaltherzig die ganze Euphorie etwas dämpfen. All das sind nette Symbolgesten. Geben warme Gefühle der internationalen Solidarität. Aber nutzen eigentlich nix.

Denn es gibt zum Beispiel einen Stromfresser, den niemand wirklich auf dem Radarschirm (Pardon, vor Augen) hat. Wir reden hier von gigantischen Beträgen. Es ist ein Stromfresser, der jährlich mehr Energie verschlingt als die ganze Ukraine vor dem Krieg. Rund das Doppelte des Stromverbrauchs der Schweiz. Oder Österreichs. Sie kommen nicht drauf? Machen wir’s noch energetisch etwas spannend.

Was sind die wirklichen Energiefresser?

Der grösste Energieverbraucher der Welt ist inzwischen China. Es sind nur geschätzte Zahlen, aber immerhin von der Cambridge University, also einer durchaus seriösen Quelle. Laut der zischen im Reich der Mitte 6’875 TWh jährlich durch die Leitungen. In den USA sind es 3844. Deutschland verbrizzelt 500 TWh, die Schweiz 59, und die Ukraine 124,5. Knapp vor der Ukraine liegt aber kein Land. Auch nicht der Verbrauch energieintensiver Herstellungsverfahren wie Stahl- oder Aluminiumgewinnung. Immer noch keine Ahnung?

Bevor der Leser unter Hochspannung gerät, lüften wir des Rätsels Lösung: 125,1 TWh verbraucht das Herstellen von Bitcoins. Für Kryptowährungslaien: das ist eine virtuelle Währung, mit der real bezahlt werden kann. Allerdings ist der Herstellungsprozess etwas speziell. Bitcoins werden «geschürft». Nicht in einem Bergwerk, sondern indem Computer komplizierte mathematische Formeln berechnen müssen, was gewaltige Rechenpower voraussetzt, was zu einem gewaltigen Stromverbrauch führt.

Nun machen wir kurz Spar-Kassensturz. Wenn das Schürfen von Bitcoin doppelt so viel Strom verbraucht wie die ganze Schweiz in einem Jahr, ist dann wirklich Lichterlöschen, Deckel auf dem Topf und kälter duschen sowie wohnen wirklich der Sparknaller?

Oder schlichtweg ein Verbot von Bitcoin, bzw. der Herstellung von neuen würde weltweit einen Stromfresser wegputzen, ohne dass damit etwas Wesentliches in Wirtschaft oder Gesellschaft wegbräche. Wäre es also nicht sinnvoller, statt viel Energie auf die Propagierung von Pipifax-Sparmassnahmen zu verschwenden, sich ernsthaft Gedanken um wirksame Sparmassnahmen zu machen? Nur so eine Frage …

Immer am Sonntag …

… geben drei Organe alles. Was nicht viel ist.

Wir wollen mit einem Lob der «NZZamSonntag» beginnen, auch wenn das den Leser überraschen mag.

Das ist immerhin ein Cover, das sich mit zwei Problemen beschäftigt, denen sich auch die Mitglieder der besseren Stände ausgesetzt sehen. Also tatsächlich etwas, was nahe beim Zielpublikum liegt. Was heutzutage im Gesinnungs- und Erziehungsjournalismus nicht allzu häufig passiert.

Ihr freiwilliger Beitrag für ZACKBUM

Ein Mü weiter weg vom Leser ist die «SonntagsZeitung»:

Von dieser Kampfansage für AKW hat man ausserhalb der SoZ noch nicht viel gehört. Und dass es den Gletschern auch schon mal besser ging, regt nicht mal mehr Greta (wo ist die eigentlich abgeblieben?) fürchterlich auf.

Der «SonntagsBlick» hingegen versucht überraschungsfrei, fürchterlich zu tümeln. Zu volkstümeln:

Nur gibt es dabei ein klitzekleines Problem. Im Zeitalter der elektronischen Medien haben das alle Schwinger-Fans bereits bis zum Abwinken in Bewegung gesehen. Wollen die das auf 15 Seiten nochmal nacherzählt bekommen, während die Chose heute weitergeht? Obendrüber ebenfalls Erwartbares. Putin muss natürlich sein (wenn einem sonst nichts einfällt), und eine «exklusive Umfrage» (wenn einem sonst nichts einfällt) soll ergeben haben, dass wir uns mehr umarmen möchten? Also auch auf die Gefahr hin, als unschweizerisch zu gelten: uns reichen die Umarmungen, die wir kriegen …

Bleiben wir einen Moment beim Blöd-Blatt. Das verbrät natürlich die Ergebnisse der «Exklusiv-Umfrage»:

Da sage wir Älteren zu den Jüngeren nur: ihr Weicheier, und von euch hängt unsere AHV ab? Aber im Ernst, der SoBli weiss auch, wo die Schweizer «positive Gefühle schöpfen»: In erster Linie aus «Natur und Partnerschaft». Wir wussten schon immer, dass es etwas bringt, Bäume zu umarmen. Nun könnte es vielleicht sein, dass der Leser meint, der SoBli habe immerhin das Geld aufgeworfen, um den psychischen Zustand der Schweizer erforschen zu lassen. Aber doch nicht im heutigen Spar-Journalismus: «… eine repräsentative Studie, die das Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag der Krankenversicherung Helsana auf der Webseite Blick.ch durchgeführt hat und an der 5554 Personen über 18 Jahren teilgenommen haben».

Wie repräsentativ ist eine Studie, die nur mittels einer Online-Umfrage stattfand und keinesfalls einem statistischen Sample der Schweizer Gesamtbevölkerung entspricht? Hat der SoBli schon wieder vergessen, dass man Online-Befragungen so was von kinderleicht manipulieren kann? Ist sogar schon dem Schweizer Farbfernsehen passiert. Aber doch nicht dem «Blick», der übernimmt ja sowieso nur von Helsana und Sotomo.

Echt komisch ist hingegen eine Titelsetzung eines kommentierenden Redaktors:

Geben Sie’s zu: als regelmässiger ZACKBUM-Leser erwarten Sie hier eine Meinung zur Band «Lauwarm», die vielfachen linken Ingrimm auf sich zog, weil sie sich nicht mit gesenktem (und mit Dreadlocks geschmücktem) Haupt canceln lässt, sondern dort aufspielt, wo man sie will, warum auch nicht beim traditionellen «Weltwoche»-Fest. Aber nein, Aeschlimann versucht, sich Lustiges über Energiesparen und Händewaschen abzuringen. Duftmarke: «Bei zwölf Grad im Schlafzimmer behält man die Handschuhe sowieso am besten gleich an. Dann können wir uns das verschwenderische Händewaschen sparen.» Ein Brüller.

Dann aber, endlich, echte Lebenshilfe:

Hoppla:

Wenn der Inserent auf bessere Ideen als die Redaktion kommt …

Der ganze SoBli ist übrigens durchzogen mit solchen «Präsentiert von». Früher mal hiess das «Publireportage», und ganz früher «Inserat». Sicher, nun fragen sich alle: und wo bleibt Meyer, Frank. A. Meyer? Genau, wo bleibt er denn? Kä Luscht, fühlte sich unwohl, hatte Wichtigeres zu tun, wurde gecancelt? Man weiss nichts Genaues.

Zurück zum Blatt für die gehobenen Stände. Da formuliert der Chefredaktor himself etwas an der Kaufkraft seiner Klientel vorbei, die sich gerne mal vom Butler noch ein Scheit im offenen Cheminée drauflegen lässt, wenn die Bodenheizung kurzfristig bollert, um angenehme 23 Grad zu garantieren. Wenn jemand wie Jonas Projer mit «Fröhliche Farben und gelebte Solidarität» anhebt, wird’s meistens aschgrau. Es geht hier um ein Zeichen, um Solidarität mit der Ukraine:

«Wer bereit ist, den Thermostaten in der eigenen Wohnung ein oder zwei Grad tiefer zu stellen, könnte die Fahne als Erkennungszeichen an den Balkon hängen.»

«Frieren müssen wir deswegen noch lange nicht. Es würde reichen, Wollpullover, dicke Socken und Skimützen in den ukrainischen Farben zu den modischen Accessoires dieses Winters zu erklären. Wer dicke Kleidung trägt, würde seine Unterstützung für die Ukraine nicht nur signalisieren, sondern auch leben.»

Wunderbar. Wir sind uns aber nicht sicher, ob beim White Turf in St. Moritz alle Pelzmäntel umgefärbt werden. Nun aber Butter bei die Fische. Wir erwarten, ja wir verlangen ein Beweisfoto der Familie Projer im Winter, die schön eingemümmelt in ihrer Stube sitzt und zum Beweis ein Thermometer in die Linse zittert. In der ungewaschenen, weil behandschuhten Hand. Und nein, das Thermometer vorher in den Kühlschrank legen, das gilt nicht. Sollte man auf einer Stirne auch nur kleinste Schweissperlen erkennen, wären sie überführt: Fake News.

Als echtes Recherchierblatt erweist sich dann allerdings die NZZaS, indem sie einen typischen EU-Skandal an der türkisch-bulgarische Grenze aufdeckt. Bravo.

Etwas hinterfotzig ist dann der Beitrag zur Völkerfreundschaft zwischen Österreich und der Schweiz:

Nur weil Putin, nett wie er halt ist, als Überraschungsgast bei der Hochzeit der damaligen österreichischen Aussenministerin auftauchte …

Das hier ist ein kleiner Beitrag zum Thema «wie der Herr, so’s Gescherr»:

Wenn’s der Chäf vorne sagt, darf’s der Untergebene hinten nochmal sagen. Oder NZZaS-vornehm auf Latein: «Plane qualis dominus, talis et servus».

Dann aber der Schocker, eiskalt grafisch serviert:

Denn die AHV ist bekanntlich eine grosse Umverteilungsmaschine von Reich zu Arm. Das muss auch mal wieder gesagt sein. Wer allerdings die Aussage der Riesengrafik kapiert, bekommt von ZACKBUM den Ehrentitel «Schlaumeier des Monats» verliehen.

Ach, und die SoZ? Also bitte, es ist so ein schöner Montagmorgen, und wer erinnert sich da noch an News von gestern für gestern aus vorgestern?

Oder wollen wir wirklich so einen Quatsch lesen?

Wir hätten für diese Reihe noch ein paar Vorschläge: «Selber atmen», «Besser Fussnägel schneiden», «Hinternputzen leichtgemacht», «Frieren, aber richtig», «Kalte Küche köstlich».

Verzichtet! Sofort!

Die Verlogenheit politischer Führer ist bedenklich.

Angeblich sind die Medien die Vierte Gewalt. Unerbittlich schauen sie den Herrschenden über die Schultern. Klopfen ihnen auf die Finger. Kritisieren, korrigieren, leuchten in Dunkelkammern.

Ihr freiwilliger Beitrag für ZACKBUM

Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, das welterschütternde Problem von weissen Dreadlocks-Trägern durchzukauen.

Dabei entgeht ihnen zunehmend eine Tendenz, die dramatische Auswirkungen auf die Gesellschaft haben kann. Denn Regierende haben die Macht, den von ihnen Regierten Vorschriften zu machen.

Und Forderungen aufzustellen. Eine Forderung der Stunde lautet: übt Verzicht. Der böse Russe dreht am Gashahn, sein Öl boykottieren wir sowieso, und dank des beschlossenen, aber noch nicht ganz zurückgenommenen Ausstiegs aus der Atomenergie laufen wir zusätzlich in eine Energiekrise hinein.

Dagegen kann auch die selbst von den Grünen, also den braunkohlegeschwärzten Grünen, favorisierte Wiederinbetriebnahme von Kohlekraftwerken nicht viel ändern. Was die Grünen aufführen, ist schlimm. Sie verraten locker alle Prinzipien, mit denen sie mal angetreten sind. Aber dass Politiker in der Lage sind, tapfer zu sagen: «Das habe ich schon immer gesagt» – und dann das Gegenteil davon zu sagen, das ist nichts Neues.

Eher neu und schlimmer ist hingegen, Wasser zu predigen und Wein zu saufen. So überbieten sich Exponenten der Schweizer SP darin, eine Einschränkung des Flugverkehrs zu fordern. Die beiden Vielschwätzer Wermuth und Molina sind dafür, hier knallhart Verzicht zu üben oder sogar alle innereuropäischen Flüge zu Destinationen, die mit Zug in unter 10 Stunden erreicht werden können, zu verbieten.

Dass ihr Bundesrat gerne mit dem Privatflieger den französischen Luftraum unsicher macht, nun ja, das ist seine Privatangelegenheit. Dass Wermuth und Molina mal kurz nach Berlin fliegen, um ein unscharfes Rotlichtfoto mit dem damaligen Wahlsieger Olaf Scholz zu knipsen, nun ja, das war nicht anders möglich. Dass der Genosse Andi Gross regelmässig den Vielfliegerrekord aller Parlamentarier aufgestellt hat – unabdingbar in seiner Funktion als Wahlbeobachter im Wilden Osten.

Dass der deutsche Grüne Özdemir einen peinlichen Flugmeilenskandal überlebte, nun ja, auch Politiker sind doch Menschen.

Aber inzwischen hat diese Doppelmoral eine neue Qualität erreicht. Denn von allen Politkanzeln tönt es: Verzichtet! Schränkt euch ein. Spart Energie. Spart Strom. Gas. Öl. Senkt im kommenden Winter die Raumtemperatur. Vermeidet unnötige Autofahrten. Mit frischen 18 Grad im Wohnzimmer lässt es sich auch leben, wozu gibt es warme Pullover und so.

Sparen, sparen, sparen. Ihr schon, wir nicht. So hat die deutsche «Bild» herausgefunden, dass der Reichstag, das Parlamentsgebäude, voll in Betrieb ist. Erleuchtet, klimatisiert, laufende Rolltreppen. Dabei ist Sommerpause, kein Parlamentarier in Sicht.

Mit dem Dienstwagen in den Urlaub? Aber sicher. Schliesslich will nicht nur unser Bundesrat Berset sich standesgemäss in der Staatslimousine von einem Liebesabenteuer im deutschen Freiburg nach Bern kutschieren lassen. Oder hätte er etwa fliegen sollen?

Lustig sind auch Politikerreisen zum Fototermin nach Kiew. Während der normale Deutsche immer noch dazu verpflichtet ist, in öffentlichen Verkehrsmitteln Maske zu tragen, lassen sich zwei deutsche Minister fröhlich im Schlafwagenabteil ablichten – ohne Maske.

Auch leuchtende Vorbilder fürs Gürtelengerschnallen.

Geht da noch einer drüber? Offensichtlich sehr erschüttert vom Erlebten müssen sich die beiden Minister mit Bürgermeister Klitschko und einem Gläschen Nuttendiesel erholen:

Wollt Ihr auch einen Schluck?

Die Stimmung muss bombig gewesen sein, wenn dieses Adjektiv in diesem Zusammenhang erlaubt ist. Es geht doch nichts über ein Glas Champagner auf dem Balkon mit Aussicht auf ein Kriegsgebiet.

Natürlich sind nicht alle Politiker oder Regierenden dermassen skrupellose Heuchler. Natürlich müssen nicht alle Entscheidungsträger sämtliche Einschränkungen selbst mitmachen, die sie ihren Untertanen auferlegen.

Aber das Problem ist: jeder einzelne führende Politiker, der dabei ertappt wird, wie er selbst fröhlich geniesst, was er anderen verbieten will, beschädigt die Glaubwürdigkeit von allen Herrschenden. Unterspült das Vertrauen, das nötig ist, um Sparappelle und Aufrufe zum Verzicht einsichtsvoll zu befolgen.

Wenn sich der Staatsbürger sagt: Wieso soll ich Verzicht üben, wo diejenigen, die ihn mir abfordern, sich selbst darum fouttieren? Wieso soll ich mich einschränken, wenn die schrankenlos herrschen und geniessen? Wenn er darauf keine befriedigende Antwort findet, dann wird er ranzig, störrisch und unleidlich.

Letztlich ist es ganz einfach. Ein dicker, ein fetter Regierender, der seinen hungernden Untertanen Trost spenden will, ist nicht glaubwürdig, sondern lächerlich und peinlich. Ein Regierender, der Abstinenz vom Fliegen fordert, um dann die Business Class im nächsten Flieger zu besteigen, ist nicht vertrauenswürdig, sondern gefährlich. Ein Regierender, der den Verzicht auf Klimaanlagen im Sommer predigt und eine deutliche Absenkung der Raumtemperatur im Winter, während er selbst im kühlen Luftstrom badet oder mollig warm in seiner Stube hockt, der ist nicht vorbildlich, sondern abschreckend.

Es ist eine Erfindung, aber es war ein subversiv böser Satz, der vor der französischen Revolution der damaligen Königin Marie-Antoinette in den Mund gelegt wurde. Als die gehört habe, dass es Hungerproteste in Paris gebe, weil die Getreidepreise in unerschwingliche Höhen kletterten und das Grundahrungsmittel Brot zum Luxusprodukt wurde, soll sie gesagt haben: Wenn sie sich kein Brot leisten können, sollen sie doch Kuchen essen.

Wer den Gürtel enger schnallen soll oder muss, reagiert renitent, wenn er merkt, dass diejenigen, die ihm das auferlegen, den Gürtel kaum mehr über dem fetten Bauch schliessen können.

Dass die Massenmedien nicht häufiger und aufmerksam auf solche Verlogenheiten aufmerksam machen, verschärft das Problem deutlich.

Es lebe die Nostalgie

Vorher/nachher. Das macht beim Abnehmen besonders Spass. Im Journalismus ist’s Schrumpfen.

Vorher

Letztlich ging es immer um die Deadline. Ob der Journalist eine Woche Recherchierzeit hatte, gar einen Monat, oder ob er in der Tagesaktualität arbeitete – es wurde immer ein Kampf gegen die Uhr am Schluss.

Es gab einerseits die sogenannten Must-Themen. Also Ereignisse von nationaler oder gar internationaler Bedeutung, die berichtet werden mussten. Bei Magazinen war das die Nachrichtenabteilung, meist in strengem Schwarzweiss, um die Seriosität zu unterstreichen. Wenn das Magazin etwas auf sich hielt, kopierte es nicht einfach eine Agentur-Meldung, sondern ein das Gnadenbrot geniessender Redaktor nahm sich dieser Themen an.

Aber was zählte, war natürlich die Eigenleistung. Reportagen. Interviews. Enthüllungen, exklusive Storys. Denkstücke. Damit der Konsument, der Käufer, immer wieder einen Grund geliefert bekam, wieso er Geld dafür ausgeben soll.

Nach der Materialsammlung kam die schreiberische Bewältigung des Themas, die Erfüllung gewisser Minimalstandards. Um eine Trend-Story zu machen, brauchte es mindestens drei konkrete Beispiele, identifizierbar, real. Anonymes, Angefüttertes war zunächst suspekt, wurde auf die Streckbank der einfachen Frage gelegt: cui bono? Wer hat was davon, was sind die Motive dahinter?

Dann ging der Text durch verschiedene Prüfstationen. Ressortleitung, Textchef, Produzent, schliesslich die Chefredaktion. Überall auf diesem Weg war es möglich, dass das hoffnungsvolle und zarte Pflänzchen eines neuen Artikels den plötzlichen Kindstod erlitt. Zu schwach, zu dünn, zu schlecht, zu wenig belegt, zu oberflächlich, zu wenig Newsgehalt, gewollt, aber nicht gekonnt.

 

Sorgfältige Qualitätskontrolle war früher ein Must.

Je nach Thema warf dann noch der Hausjurist einen Blick drauf, auf jeden Fall ging es zweimal durchs Korrektorat, in dem noch Koryphäen von Heuerschem Format sassen. Für Nachgeborene: Walter Heuer war lange Jahre Chefkorrektor der NZZ. Allgemein akzeptiert in der Schweiz als oberste Instanz in allen Sprachfragen. Als es noch darum ging, möglichst verständlich, genau und korrekt zu formulieren.

Das Ergebnis all dieser Mühen wurde dann täglich, wöchentlich, monatlich dem Leser serviert. Wenn der – trotz aller Bemühungen – einen Fehler entdeckte und monierte, dann gab das rote Köpfe auf jeder Hierarchiestufe.

Nachher

Es geht immer noch um die Deadline. Nur hat die sich virtuell aufgelöst, bzw. sie ist zu einer ständigen Einrichtung geworden. Als ob das für den Leser irgend eine Rolle spielen würde, gibt es absurde Wettkämpfe, welches Organ eine News ein paar Minuten vor der Konkurrenz hat. Rücksichtnahme auf jeglichen sprachlichen Anspruch ist dabei nicht mehr möglich.

Inzwischen gilt im Journalismus das alte kaufmännische Prinzip «put the shit on the shelves», hau den Scheiss ins Regal, damit er sich verkauft. Überwacht wird der Output mittels brandgefährlicher Software wie zum Beispiel Gotham und Apollo von Palantir. Die Firma wurde 2004 mit finanzieller Unterstützung durch die CIA gegründet und gilt heute als die Benchmark für Kontroll- oder Überwachungssoftware.

Indem grössere Teile des Journalismus zu einem reinen Sprintwettbewerb denaturiert sind, fallen natürlich fast alle Kontroll- oder Verbesserungsinstanzen weg. Recherche war gestern, heute ist Performance. Genommen wird (fast) alles, wenn es Clickzahlen verspricht. Gestohlene Geschäftsunterlagen, vertrauliche Papiere, Funde im Rahmen einer Strafuntersuchung, die zum Schutz des als unschuldig geltenden Involvierten strikt vertraulich bleiben sollten – alles wird genommen, ohne zu zögern.

Hörensagen, weitersagen, nochmal sagen, aufplustern.

Statt Leistung geht es meistens ums Aufpolieren von Ungenügendem. «Wie Recherchen dieser Zeitung ergaben», in diesem Nonsens-Satz ist alles Moderne drin. Die «Recherchen» können ohne Weiteres ein Telefonat, eine Google-Suche oder einmal copy/paste aus einer Quelle sein, von der der Autor hofft, dass sie dem Publikum nicht bekannt ist.

«Dieser Zeitung» heisst es, weil die gleiche Sosse aus einer Zentralredaktion in ein Dutzend, in zwei Dutzend Kopfblätter ergossen wird. Der Anteil selbst dieser geschrumpften Eigenleistung wird auch immer kleiner. Man achte auf das Kürzel SDA, verschämt und klein in Klammern nach Artikeln. Das heisst, dass schlichtweg die Agenturmeldung übernommen wurde.

Es gibt natürlich auch die Variante «sda/sj». Das bedeutet dann, dass die Tickermeldung übernommen wurde, aber der Redaktor sj seinen Senf dazugab. Er kürzte vielleicht einen Satz, ergänzte sogar einen anderen, amputierte einen ganzen Absatz, womit zwar Logik und Aufbau flöten gingen, aber he, im Internet soll’s kurz und knackig sein.

Reputationsmanagement ist vermeintlich alles.

Fehlerkultur? Aber sicher, in dieser Schrumpf-Kultur entstehen jede Menge Fehler. Nein, andersrum. Da alle anderen Instanzen weggefallen sind, produziert der Schreiber sein Stück gleich selbst, setzt also Titel, Vorspann, Zwischentitel und alle weitere Ausstattung, um sein Kind möglich aufzuhübschen.

Bei dem verlangten Output in kurzer Zeit kann sich der Autor natürlich auch nicht um so Pipifax wie Rechtschreibung, Stil, Aufbau usw. kümmern. Das nennt man moderndeutsch «digital first». Das bedeutet, dass die verbleibenden Medienhäuser ins Rattenrennen mit den sozialen Plattformen eintreten. Das sie natürlich nie gewinnen können. Aus diesem Grund steigt der prozentuale Anteil von Konsumenten, die sich überhaupt nicht mehr über die klassischen Newsmedien informieren, auf über 50 Prozent, umso jünger die Zielgruppe ist.

Fazit

Statt sich mit solchen, gravierenden Problemen zu befassen, akzentuiert noch durch die Unfähigkeit, sich gegen Google, Facebook, Amazon & Co. im Online-Marketing durchzusetzen, herrscht hilflose Nabelschau, Kolumnitis, werden Journalierende zu Kommentierenden, beschäftigen sich am liebsten mit ihrem eigenen Bauchnabel oder welterschütternd wichtigen Problemen wie der richtigen Anwendung des Gendersternchens und einem möglichst inkludierenden Schreibstil. Ohne dabei zu merken, dass sie damit vielleicht absurden Korrektheitsfantasien genügen, aber ihr verbleibendes Zielpublikum exkludieren.

Oder auf Deutsch: Texte auf Debilitätsniveau, null verarbeitete und eingeordnete Berichterstattung, weder sprachlich noch inhaltlich originell, an den Interessen der Zielgruppe teilweise brutal vorbeigeschrieben, gibt der moderne Journalismus nur sehr mangelhaft eine überzeugende Antwort auf die banale Frage: wieso soll man für diesen Schrott überhaupt etwas bezahlen?

Kein Wunder, dass das nicht klappt.

Um sich die weinerlichen Weltkommentare von voreingenommenen Flachköpfen anzutun? Von rechthaberischen Möchtegern-Weltverbesserern? Von erhobenen und wild fuchtelnden Zeigefingern? Von in den Genderwahn, die Antirassismus-Manie und diverse Ticks, Marotten, persönliche Steckenpferde abreitenden Textanbietern, die sich keine Gedanken mehr darüber machen, dass ihre persönliche Weltsicht nicht unbegrenzt jeden interessiert? Noch weniger ihr Leiden, ihre Phantomschmerzen, ihre geliehenen Schicksale, mit denen sie sich über die Banalität des eigenen Lebens hinwegtrösten wollen?

Nicht technologische Veränderungen. Nicht andere Businessmodelle. Nicht andere Distributionsformen. Nicht neue Konkurrenz. Nicht mal die Verlogenheit der Medienmanager, die Schrumpf- und Sparmassnahmen als Verbesserung des Angeboits schönschwätzen wollen. Das alles sind kleine Sargnägel.

Der grosse ist: wer will Geld dafür ausgeben, schlecht bedient zu werden? Wenn die Küche angekokelte Tiefkühlpizza anbietet, von übellaunigem Personal ohne Rücksicht auf Gästewünsche auf den Tisch geknallt, das zu exorbitanten Preisen, während der Belag immer frugaler, mediokrer und kleiner wird: wundert sich da einer, wenn das Lokal pleite macht?