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Schlagwortarchiv für: SoBli

René Zeyer

ZomBli?

17. Juli 2026/4 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

So hätte der SoBli über sich getitelt. Früher.

Zunächst: Der Primeur stammt von der «Republik». «Vergangene Woche hat der Ringier-Verlag entschieden, den «SonntagsBlick» per Ende 2026 einzustellen. Das zeigen Recherchen der Republik.» Recherchen? Das hätten «verschiedene, voneinander unabhängige Quellen bestätigt». In Wirklichkeit war’s wohl ein Verräter mit Zugang zur Chefetage. Andere gefloppte Primeurs lassen aber einen Restzweifel.

Die Entwicklung der Auflage des SoBli ist tatsächlich selbst im Jammertal der Printmedien jämmerlich: im Jahr 2000 waren es noch 330’000 verkaufte Exemplare, 2010 dann 250’000, 2020 noch 125’000, und aktuell rund 74’000. Was der SoBli online einspielt, ist nicht bekannt, da das nie eigenständig gemessen wurde und er ab 2010 dort totalintegriert in blick.ch wurde.

Es ist allerdings nicht zu vermuten, dass die absurde Rechnung des Gerichts in Sachen Spiess-Hegglin zutrifft, dass Ringier dort Tausende von Franken pro Artikel verdient.

Also Rückgang um 78 Prozent seit 2000, nochmals fast eine Halbierung seit 2020. Das hat allerdings, wie überall sonst auch, nicht nur mit Internet, Google, Social Media, abwandernden Inseraten und anderem Leseverhalten zu tun. Das ist die übliche Entschuldigungsarie der unfähigen Verlagsmanager.

Die nicht  so glückliche «Blick»-Familie  hat’s allerdings besonders schwer getroffen. Schon ein halbes Jahr nach ihrem Eintritt wurde Ladina Heimgartner im Oktober 2020 CEO der Blick-Gruppe. Von da an ging’s noch steiler bergab.

Zum einen gab’s das übliche Bullshit Bingo:

«Wir wollen die relevanteste Medienmarke der Schweiz sein. … Der Journalismus bleibt das Herzstück unseres Geschäfts. … Digital first bedeutet nicht Print last. … Unabhängiger Journalismus ist für eine Demokratie unverzichtbar.»

Das sind nicht mal Gedanken im durchsichtigen Negligé, das ist luftiges Nichts.

Die Dame ohne jegliche Verlagserfahrung (sie kam aus der geschützten Werkstatt des rätoromanischen Staatsgebührensenders) stapelte dann mit Modewörtern wie «Resilienz» tief, verantwortete ein teures, aber völlig idiotisches Redesign mit Kästchen-Logos und einem l in Form eines Regenrohrs. Das sollte die Boulevardblätter angeblich weiblicher machen.

Und überhaupt  wurden sie enteiert; Boulevard ohne Boulevard, war die absurde Linie. Funktioniert etwa so, wie wenn man mit Platzpatronen in den Krieg zieht. Büsis, Blut, Busen? Igitt. Der ewige Renner Sex-Ratgeber? Weg damit. Blut? Nur noch in homöopathischen Dosen. Büsis? Gut, wenn’s sein muss. Aufreger, Kampagnen, Volkes Stimme, die ständige Eroberung der Lufthoheit am Stammtisch? Pfui.

Begleitet wurde das von einem rasanten Wechsel der Führungskräfte, denn irgend jemand musste ja die Verantwortung übernehmen, ohne am Schlamassel schuld zu sein. Christian Dorer, der mit seinem Schwiegersohn-Charme das menschliche Antlitz des noch einigermassen erfolgreichen Boulevards war: auf üble Weise abgesägt und entsorgt. Andreas Dietrich und Gieri Cavelty, erschreckt durch das Schicksal Dorers, reine Ja-Sager. Dann das letzte Aufgebot Rolf Cavalli und Reza Rafi, die sich wenigstens bemühen, zu retten, was zu retten ist.

Dazu die grösste Fehlbesetzung seit Christine Maier: Steffi Buchli, der erste «Chief Content Officer». Wenn man Form und Inhalt nicht mehr verschlimmbessern kann, dann fummelt man halt einen ganzen Zoo von absurden Titeln hin. Chiefs, Officers, Heads, die lange Zeit den halben Tag in Koordinierungssitzungen verbringen mussten, um herauszufinden, wer eigentlich wofür genau zuständig sei. Bei Absurd-Titeln wie «Head of Editorial Product & Innovation», im Unterschied zum «Head of Editorial Department». Hingegen der «Head of Growth Management» hat offensichtlich kläglich versagt. Kein Wunder, eine Frau. Ups, das war aber sexistisch.

Dazu kamen noch Blattmacher, Tagesleiter und Ressortleiter, plus eine vielköpfige Geschäftsleitung. Ach ja, und noch ein paar Indianer. Reporter, Aussenstellen, wo altbewährte Haudegen sassen und grossartige Storys herbeischleppten? Ach was, da kann man prima sparen. Reiner Slapstick, wenn’s nicht so tragisch wäre.

Ach doch, für eine Rückkehr des «Blick» zum alten, bewährten Logo reichte es dann doch, während der «SonntagsBlick» nochmal echt unter die Räder kam. Wie dichtete ZACKBUM damals? «Fällt dir gar nichts ein, mach doch ein Redesign».

Inzwischen lässt Ringier verlauten, dass es den SoBli weiterhin als «eigenständiges, starkes publizistisches Produkt» geben werde. Nur halt vielleicht nicht mehr am Sonntag. Das würde dann bedeuten: neu SaBli. Oder WoEnBli. Oder FaSoBli. Oder BlüBli. Eines ist sicher: es wird die schlimmstmögliche Variante werden.

Nur eines wird’s überleben, garantiert. Das Wort zum Sonntag (oder zu jedem beliebigen Wochentag) von Frank A. Meyer. Denn ohne seine lenkenden Eingriffe wäre Ringier, der Bundesrat, die Schweiz, Europa, ja die ganze Welt verloren.

Eng wird es allerdings auch für die noch zwei in der Deutschschweiz überlebenden Sonntagsblätter. Auch die SoZ ist dramatisch krankgeschrumpft worden, nur dank des Einzelkämpfers Arthur Rustishauser gibt sie manchmal Lebenszeichen von sich. Und die NZZaS? Man möchte fast meinen, wenn der Nachname des Chefredaktors mit B anfängt, dann wird’s zappenduster. Und hier heisst er Balzli. Mit Vornamen sogar Beat, doppeltes Vorzeichen.

Aber das ist nicht mal das Schlimmste. Die insgesamt rund 8000 Zusteller, die die Post beschäftigt, kosten trotz Subventionen nicht schlecht am Sonntag. Ging mal durch vier, zurzeit noch durch drei. Ob sich zwei das noch leisten und teilen können?

Von den grummelnden Redaktoren ganz zu schweigen, die am Samstagabend lieber ein vegetarisches Menü mit ihren Liebsten zu sich nehmen möchten, als noch die letzten News einzufangen, die fünf Stunden später sowieso Oldies sind.

Ist doch völlig klar, dass die drei Nulpen an der Spitze von Tamedia, Pardon, «Tages-Anzeiger», verflixt, dann halt TX, von «Blick» und von der NZZ bereits abgesprochen haben, wie das weitergeht. Einmal darf der Leser raten.

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-16-um-15.23.05.png 606 908 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-07-17 05:00:012026-07-16 15:50:40ZomBli?
René Zeyer

Ausgespielt

12. Juni 2026/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Die Verteidigungslinie von SRF gegen Patrick Fischer ist zusammengebrochen.

Im Hochmittelalter befassten sich Scholastiker mit Fragen wie: Haben Engel einen Körper? Können mehrere Engel gleichzeitig am selben Ort sein? Das wurde in der spöttischen Frage karikiert: Wie viele Engel haben auf einer Nadelspitze Platz?

Weltfremde und haarspalterische Debatten, um Absurdes zu erklären und aus Glauben Gewissheit zu machen. Auch aktuell gibt es immer wieder Scholastiker, die Offensichtliches leugnen und stattdessen Fantastisches herbeischwurbeln. So wie im Fall des geschassten Eishockeytrainers Patrick Fischer. Der war bekanntlich vom SRF-Journalisten Pascal Schmitz in die Pfanne gehauen worden. Fischer hatte ihm bei einem Mittagessen erzählt, dass er sich ein Covid-Zertifikat gekauft habe, um an die Winterolympiade 2022 nach Peking reisen zu können.

Nun hat Fischer via PR-Bude ein Gespräch aufzeichnen lassen, in dem er zum ersten Mal seine Sicht der Dinge schildert. «Entweder wurde hier vorsätzlich gelogen oder mir fahrlässig Unrecht getan», ist seine Kernaussage. Dabei geht es darum, ob dieses Gespräch «off the record» war oder nicht. Der Begriff bedeutet, dass eine gemachte Aussage nicht veröffentlicht werden darf. Weder direkt noch indirekt, auch nicht paraphrasiert. Einfach nicht. Und natürlich dürfen daraus auch keine Schlussfolgerungen gezogen werden.

Schon der dabei anwesende Medienchef des Schweizer Eishockeyverbandes hatte klargestellt, dass es eine eindeutige Zusicherung gegeben habe. Schmitz hatte schriftlich festgehalten: «Ich schreibe dir bezüglich unseres Off-the-Record-Gesprächs am Mittagstisch in Altstetten. Mir ist die Bedeutung einer Off-the-Record-Vereinbarung sehr bewusst, und ich nehme dies ernst.»

Daran gäbe es wenig zu deuteln. Eigentlich. Nun haben sich aber bereits die Vorgesetzten von Schmitz in die Schlacht geworfen. Nachrichtenchef Gregor Meier: «Es ist nicht ein vertrauliches Off-the-Record-Gespräch.» TV-Noch-Chefredaktor Tristan Brenn: «Es war kein Off-the-Record-Gespräch.»

Wie das? Die alten Scholastiker hätten ihre helle Freude an den anschliessenden Turnübungen am sprachlichen Hochreck: Das Mail belege nur eine Reaktion auf die nachträgliche Forderung, das Gespräch als off the record zu behandeln.  Ergo: «eine vorgängige Off-the-Record-Vereinbarung wurde damit nicht bestätigt». Und überhaupt:

«Eine Off-the-Record-Vereinbarung muss vorgängig, explizit und gegenseitig erfolgen – das ist ein anerkannter journalistischer Grundsatz. Das war hier nicht der Fall.»

Das ist formalistischer Quatsch. Schmitz selbst bezeichnet es als «Off-the-record-Gespräch». Daran gibt es nichts zu deuteln. Im Rahmen eines Vertrauensverhältnisses gibt es zudem stillschweigende Regeln, immer gibt es die journalistische Ethik. Immer ist der Journalist als Benützer eines grossen Megaphons namens medialer Öffentlichkeit dazu verpflichtet, mögliche Folgen seines Handelns abzuwägen.

Dass sich Schmitz und SRF bewusst waren, auf welch dünnem Eis sie sich hier bewegen, zeigt auch ihr damaliges Verhalten. Statt diese Aussage von Fischer einfach hinauszutrompeten, besorgte man sich unter fragwürdigem Verweis auf öffentliches Interesse den damaligen Strafbefehl gegen Fischer – und konfrontierte den Verband und ihn damit. Wobei stolz erwähnt wird, dass man sich ja an die Vertraulichkeit des Gesprächs gehalten und kein Wort davon publiziert habe.

Das ist ungefähr so realitätsnah wie die Erkenntnis der Scholastiker, dass zwei Engel nicht gleichzeitig am gleichen Ort sein könnten. Die richtige (oder falsche) Beantwortung dieser Frage ist allerdings völlig unerheblich, weil es Engel gar nicht gibt.

Im Fall von Fischer ist damit eine erfolgreiche Karriere abrupt beendet worden – unter ungnädiger Mithilfe eines überforderten Sportverbandes.

Kurt W. Zimmermann bezeichnet die dafür Verantwortlichen bei SRF als «moralische Schurken», die zu entlassen seien. Die Affäre werde «zum Charaktertest für die TV-Chefs Susanne Wille und Roger Elsner». Zunächst verwendete Zimmi einen noch stärkeren Ausdruck, der dann aber offenbar vom Rechtsanwalt der WeWo gecancelt wurde. Allerdings geistert er weiterhin fröhlich durch die Kommentare zum Artikel, saukomisch.

Bislang wird von SRF Normalität zelebriert und Schmitz durfte sogar wieder auf den Bildschirm zurückkehren.

Auch der inzwischen veröffentlichte vollstände Text der E-Mail von Schmitz ändert daran nichts. Gegen ein klares off the record ein angebliches öffentliches Interesse zu setzen, ist Haarspalterei, unredlich und verlogen.

Die Affäre erinnert stark an den Blattschuss, den Fabian Eberhard vom «SonntagsBlick» dem Bundeshaus-Journalisten Dominik Feusi versetzte. Wegen eines Plagiats aus dem Jahr 2024 wurde aus dessen Wechsel vom «Nebelspalter» zur NZZ nichts. Der Fehltritt war längst bekannt und wurde schon länger herumgeboten – ohne mediale Folgen. Bis Eberhard zugriff und die überforderte Geschäftsleitung der NZZ damit konfrontierte.

Dass Eberhard selber im Glashaus sitzt, hinderte ihn nicht daran, mit Steinen zu schmeissen, nachdem er entsprechend angefüttert worden war.

Wenn der Zweck die Mittel heiligt, kommt es zu solchen Entgleisungen.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/06/Bildschirmfoto-2026-06-10-um-08.15.28.png 503 1192 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-06-12 05:00:372026-06-11 14:32:48Ausgespielt
René Zeyer

Tief unten

22. April 2026/1 Kommentar/in Allgemein/von René Zeyer

Wieso hält niemand die NZZaS auf?

Die NZZ-Aktionäre waren friedlich gestimmt und winkten an der GV alles durch. Dabei half sicherlich die verfehlte 200-Franken-Dividende, die sich der Verlag eigentlich gar nicht leisten kann.

Während das Stammblatt einigermassen Kurs hält, kennt die NZZaS eigentlich nur das Motto des französischen Autors Joris-Karl Huysmans: «Là-bas», Tief unten. Falls noch so viel Bildung auf der Redaktion existiert.

«Mein Kind ist in der Kita. Droht ihm dort Gefahr?» Da müsste der SoBli protestieren, dass ihm die Konkurrenz ein Boulevard-Thema wegnimmt. Und wenn schon Hemmungslosigkeit ausgebrochen ist: «Lasst Timmy sterben!» Was der Wal aber zur Begeisterung des Publikums ums Verrecken nicht tut. Man vermisst irgendwie eine Teilnahme an der Debatte, ob in Zürich Tauben gekeult werden dürfen oder nicht.

Aber die Kita-Krise gibt schon genug skandalisierbaren Stoff: «Nach Jahren des Wachstums befindet sich die Kita-Branche in einem prekären Zustand.» Beweis? «Das zeigen auch Hilferufe von Betreuerinnen auf Social Media». Echt jetzt?

Die Letzten, die sich an einem Kita-Bashing versuchten, waren die Demokratieretter von der «Republik». Und gingen wie üblich mit ihren unbelegten Vorwürfen baden.

Die NZZaS versucht es mit der Luftpumpe. «Mitte Juni letzten Jahres ging bei einem Ausflug ein «kleiner Bub» verloren». Und wurde in der Obhut eines Buschauffeurs aufgefunden. Furchtbar, ein Systemversagen. Denn «der Fall steht nicht isoliert da». Erst kürzlich ging ein kleiner Bub « am Zürcher Glattpark-See vergessen». Jesses, zwei Fälle. Früher brauchte es für eine Welle mindestens drei. Aber bei den allgemeinen Sparmassnahmen …

Und dann die Übergriffe. Immerhin zwei aktuelle Fälle. Aber für die «tragischen Wiederholungen» muss weit in die Vergangenheit gegriffen werden. 2011, 2019. Immerhin, das sind vier, also eindeutig eine Welle. Und heutzutage kommt dann schnell die Frage auf: «Sollen Männer überhaupt in Kitas arbeiten?» Denn fast alle Übergriffe werden von pädophilen Männern verübt. Deshalb gibt es in Australien bereits einen «nappy ban». «Den männlichen Pädagogen ist es seither verboten, Windeln zu wechseln oder Kinder auf die Toilette zu begleiten.»

Weil die Doppelseite trotz Riesensymbolbild und dem wie immer absonderlichen Editorial von Beat Balzli noch nicht voll ist, halt noch ein Kasten mit Kommentaren einer Facebook-Gruppe «von Kita-Betreuungs- und Leitungspersonen». Das nennt man heutzutage eine harte Recherche.

Dann räumt der Orbán-Ersatz in Ungarn offenbar bereits kräftig auf. Immerhin ein witziger Titel über einer nicht ganz taufrischen Story: «Zittern auf goldener Toilette».

Überhaupt scheint die Produktion einen Scherzkeks gefrühstückt zu haben. Über neue Gewohnheiten auf dem Bau: «Linie statt Lager hell». Allerdings doch etwas hingeprügelt, so wie das Symbolbild mit fremder Geldnote:

Dann die schon fast obligatorische Haut-die-SVP-Story. Ein japanischer Konzern will 3000 Arbeitsplätze ins Limmattal bringen. «Und die SVP muss sich nochmals fragen, wie sie zum Wachstum steht». Hallo SVP, bitte antworten, die NZZaS wartet.

Dann wieder Abteilung Sauglattismus auf dem Boulevard: «Showdown der Superspermien». Soll das ein Angebot an den SoBli werden, die beiden Blätter zusammenzulegen?

Als wäre es der NZZaS selber peinlich, kommt dann aber endlich ein Artikel, der ganz, ganz oben ansetzt: «Was hält diese Welt eigentlich noch zusammen?» Gute Frage, aber leider soll sie Hans Joas beantworten. Hans who? Der «Soziologe und Philosoph» hat leider nur philosophisches Kleingeld dabei und mäandert etwas um die regelbasierte Weltordnung gestern, heute und vorgestern herum.

Mit Ausflügen ins Absurde: «Ich sehe grosses Potenzial in einem Bündnis global aufgestellter Religionen.» Wunderbar, angeführt von Donald Trump, Benjamin Netanyahu und einem noch nicht liquidierten Religionsführer aus dem Iran wird diese Gemeinschaft dann Friede, Freude, Eierkuchen verbreiten.

Die Wirtschaft, oh je, versucht’s mit einer Titelstory über – Weleda. Ja, diese anthroposophisch angehauchte Hautpflegebude. Dann lebt Klaus Schwab offenbar immer noch, was schön für ihn ist. Benjamin Triebe erklärt anhand des Ölpreises langatmig, was ein ein Margin Call ist und wieso der gefährlich sein kann. Dafür schaut man sich besser den wohl genialsten Film über die Finanzbranche an: eben «Margin Call». Kevin Spacey wie immer grossartig, sogar Demi Moore liefert ab, und Jeremy Irons als Big Boss ist unerreicht. Von der Story ganz zu schweigen; endlich versteht hier auch der Laie, welcher Wahnsinn in den grossen Finanzhäusern regiert.

Nicht viele Tierfreunde macht sich dann die NZZaS mit der ausführlichen Darstellung, wie segensreich so ein Walkadaver am Meeresgrund sein kann, dank ihm entstehe «ein einzigartiges Ökosystem». Ob man dem Blatt vielleicht sagen sollte, dass dieser Timmy mit seiner Höhe von 1,6 m aus dem flachen Wasser ragt?

Und wenn sie schon dabei ist, sich Freundinnen zu machen:

«Frauenherrschaft gab es noch nie».

Wumms. Denn «für die Existenz eines Matriarchats gibt es bis heute null Belege». Hui, das kann Ärger geben.

Die Hochkultur widmet sich dann tatsächlich dem Biopic über Michael Jackson. Auch hier ist der Titel noch das Beste: «Weder schwarz noch weiss». Wer dann schon immer mal wissen wollte, was eine «Belieberin» ist (nein, nicht das, was einige männliche Schweine unter den Lesern jetzt denken), sollte unbedingt S. 52 lesen. Alle anderen: einfach überblättern.

Tja, und damit hat sich’s auch fast ausgeblättert. Und man ist geplättet, um diesen Kalauer nicht ungenutzt zu lassen.

Wenn das so weitergeht, wird der Sonntag noch zeitungsfrei.

 

 

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-19-um-20.26.52.png 463 833 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-22 05:00:002026-04-20 16:27:17Tief unten
René Zeyer

Ein Wunder an Ostern

11. April 2026/4 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

ZACKBUM muss Marc Walder loben. Sind himmlische Mächte am Werk?

Wir geben zu: solcher Beistand wird uns nicht zuteil.

Ist vielleicht auch besser so, wenn man die Resultate anschaut.

Auf jeden Fall hätten wir nach der Affäre um eine Standleitung mit Ex-BR Berset und Walders Corona-Hysterie nie gedacht, dass er Analysen von sich gibt, die wenn vielleicht nicht total richtig, so doch sehr bedenkenswert sind.

Und das erst noch im Konkurrenzorgan NZZaS. Da wird der SoBli-Chefredaktor schön blöd geschaut haben.

Am Anfang des Interviews rudert der CEO und Mitbesitzer des Ringier-Verlags mit seinen Antworten um die Frage herum, wieso eigentlich Robin Lingg, der prädestinierte Nachfolger aus der Ringier-Sippe, nach 13 Jahren, nun ja, sich entschieden habe, «eigene Projekte verfolgen» zu wollen. Wohl deswegen, weil seine Performance bei Ringier so schwach war, dass er für höhere Weihen nicht mehr in Frage kam.

Hier geht es aber um Walders klare Ansagen, was die Zukunft der Medien in der Schweiz betrifft:

«Digital dürften in der Schweiz nur drei Medienmarken ökonomisch überleben: Die NZZ, der «Blick» und «20 Minuten». Und – subventioniert – natürlich srf.ch.»

Hoppla, da fragt die NZZaS eher fassungslos nach und kriegt nochmal eine klare Antwort serviert:

«Den «Tages-Anzeiger» und die Zeitungen von CH Media haben Sie jetzt gerade zum Tode verurteilt.
Als digitale Geschäftsmodelle dürften Regionaltitel und Lokalpublikationen nicht aufrechtzuerhalten sein. Es mag noch Nischenpublikationen geben, aber sie werden die Ausnahme sein.»

Er kann seine Prognose noch prägnanter auf den Punkt bringen: «Masse oder Spitze.» Und dazwischen gibt es dann nichts mehr.

Das gilt offenbar auch für das eigene Haus: «Heute haben wir 120 Medienmarken. In zehn Jahren werden es deutlich weniger sein. Wir haben zwanzig schwierige Jahre hinter uns. Die nächsten zehn werden noch schwieriger.»

Wen es als erstes lupfen wird, auch dazu macht Walder eine klare Ansage: «Es gibt Publikationen, die digital nie relevant sein werden. Die «Glückspost» zum Beispiel. Oder «Tele». Oder die «Schweizer Illustrierte». Diese drei verdienen mit Printpublikationen immer noch gutes Geld. Wunderbar. Digital werden sie das nie tun.»

Das wird natürlich die Noch-Angestellten bei diesen drei Zeitschriften ungemein freuen zu hören. Allerdings dürften es zumindest die intelligenteren unter ihnen bereits geahnt haben, dass es wohl kaum mehr bis zur Frühpensionierung im Job reichen dürfte.

Das alles ist von lobenswerter Klarheit und endlich mal eine Ansage, die ohne «wenn nicht, unter Voraussetzung, dass, von heute aus gesehen» und ähnlichem Blabla auskommt. Dafür ein grosses Bravo, denn wie schon mehrfach geschrieben, man muss auch loben können.

Auch was Walder zum Entstehen der KI sagt, hat Hand und Fuss und bringt ein Problem auf den Punkt: «Was in den letzten Jahren passiert ist, ist der grösste Diebstahl in der Geschichte. Als die chinesische KI Deepseek vor gut einem Jahr westliche Modelle überflügelte, warf Open-AI-Gründer Sam Altman den Chinesen vor, sie hätten alles nur geklaut. Das war amüsant. Open AI hat acht Jahre lang alles geklaut, was im World Wide Web auffindbar war.»

Nach so viel Lob muss natürlich auch getadelt werden, sonst würde es ja ein Schmuseartikel wie in den Mainstream-Medien. Denn der Börsengang der Swiss Marketplace Group (SMG), an der Ringier mit 20 Prozent beteiligt ist, war alles andere als ein Erfolg. Aber:

«Sie verfügt mit Brands wie Homegate, Immoscout, Autoscout, Ricardo und Tutti über sehr starke Plattformen. Dennoch hat sich der Börsenkurs fast halbiert. Die Entwicklung trifft das weltweite Segment der digitalen Marktplätze. Das Spannende daran ist: Bei der SMG hat sich kein einziger Performance-Indikator verschlechtert. Wir sehen nichts, was diese Abschläge rechtfertigen würde.»

Und weil das Ringier so sieht, hat er im Gegensatz zu Tx nicht einen schönen Teil seiner Aktien verkauft, als der Kurs noch doppelt so hoch war.

Aber auf jeden Fall gibt dieses Interview Anlass zur Hoffnung, dass wenigstens der CEO von Ringier weiss, wovon er spricht. Was man nicht von allzu vielen, vor allem weiblichen Grossverdienern auf der Teppichetage sagen kann.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/04/Bildschirmfoto-2026-04-05-um-17.58.34.png 398 860 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-04-11 05:00:392026-04-08 12:44:03Ein Wunder an Ostern
René Zeyer

Sonntagsblätter stochern im Nebel, Teil 2

4. März 2026/1 Kommentar/in Allgemein/von René Zeyer

Was machen die Redaktionen mit dem Kenntnisstand bis Samstagnacht?

Hier geht’s zu Teil 1.

Dann nimmt sich Robin Bäni im SoBli des Themas an. Bildstark, kenntnisschwach. Wer so einen Lead textet, könnte auch gleich dem Leser zurufen: bitte überblättern: «Der neue Krieg ist eine Zäsur im Nahen Osten». Eine Gedankentiefe, die vor Bedeutungsschwere kaum geradeaus laufen kann. Perfekt ergänzt durch den ersten Satz: «Im Nahen Osten herrscht Krieg». Das überrascht diejenigen SoBli-Leser, die den ganzen Samstag hindurch auf jegliche Informationsquellen verzichtet haben. Und auf Gespräche mit Mitmenschen.

Neben vielen Bildern und zu viel Text arbeitet auch der SoBli natürlich mit einer Infografik. Menschen mit leichter Farbenblindheit werden den Grafiker verfluchen, der die Ziele im Iran rot auszeichnete und die Gegenschläge mit einem etwas dunkleren Rot. Note 4, knapp genügend unter Zeitdruck.

Dann kommt – Überraschung – das Interview mit einem Fachmann. Wer wohl? Aber sicher, der «renommierte Islamwissenschaftler Reinhard Schulze» darf sich selber wiederholen. Aber immerhin sind die Fragen von Lino Schaeren intelligenter als die von Münger. Also Note 5.

Dann, zweite Überraschung, der Schweizer Aspekt: «Vier EDA-Mitarbeiter wollten ausfliegen – doch dann begann der Krieg». Note 5. Und schliesslich: «Kann Reza Pahlavi den Iran in die Freiheit führen?» Gut, kann man machen, muss man nicht machen. Statt einige Buchstaben zu verschwenden, hätte man auch kurz antworten können: nein.

6 Tabloid-Seiten Iran, Gesamtnote 4,5.

Die «NZZamSonntag» versucht es mit einem, nun, sagen wir mal originellen Ansatz:

Wollen «wir» keinen Sex mehr, weil wir wegen des Irankriegs Triebhemmungen haben? Wäre mal eine Antwort. Aber hier ergreift die nicht ganz sattelfeste Petra Ramsauer das Wort und ernennt, auch originell, Saudiarabien «neu zur dominierenden Macht in der Region». Ach was, und da soll es Leute geben, die das von Israel oder den USA denken.

Daniel Foppa, der stv. Chefredaktor, wirft den Ball im Editorial (Allah sein Dank, dass uns Beat Balzli erspart blieb) ins Spielfeld USA zurück: «Die Innenpolitik wird Trump bald einholen». Midterms, Prognosen über eine ungewisse politische Zukunft Trumps. Beim Aufsatz würde man sagen: Thema verfehlt. Aber originell. Also eine knappe 4.

Daneben darf Ramsauer dann ihre These ausführlich spazieren führen, ergänzt durch ein, nun ja, originelles Porträt von Mohammed bin Salman, dem «Kriegsprofiteur». Leicht absurd, aber auch originell, daher eine 4,5. Ergänzt durch – Überraschung – eine Time line.

Daneben eine Reminiszenz an den jungen Donald Trump, der damals durch die Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran und die schwache Reaktion der USA ein «Iran-Trauma» erlitten haben soll. Auch originell, daher 4,5.

Und das war’s dann schon bei der NZZaS zum Thema Iran. Man wollte wohl doch gesittet nach Hause und schlafen. Also insgesamt eine 4.

Gekniffen war natürlich die «Schweiz am Wochenende». Die lag den ganzen Sonntag mit Redaktionsschluss Freitagabend rum. Blöd gelaufen.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-01-um-15.41.28.png 774 1286 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-04 05:00:062026-03-03 17:43:19Sonntagsblätter stochern im Nebel, Teil 2
René Zeyer

Sonntagsblätter stochern im Nebel, Teil 1

3. März 2026/6 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Was machen die Redaktionen mit dem Kenntnisstand bis Samstagnacht?

Wenn SoZ, SoBli und NZZamSonntag am frühen Morgen in den Briefkästen liegen oder an die Kioske geliefert werden, sind mindestens fünf Stunden vergangen seit Redaktionsschluss. Das ist am Anfang eines solchen Krieges eine kleine Ewigkeit.

Dieser Artikel wurde am Sonntag geschrieben und erscheint am Dienstag und Mittwoch. Schafft noch mehr Distanz.

Wie gehen die Blätter damit um?

Fangen wir mit dem ersten Schrumpfblatt an. Das räumt fast alles oberhalb des Bundes frei, um ein Riesenfoto von Al Khamenei draufzuklatschen. Samt der vorsichtigen Schlagzeile, dass Israel behaupte, was inzwischen offiziell bestätigt ist: der Oberayatolle ist tot.

Und dann? Eine klare Positionierung von Chefredaktor Arthur Rutishauser:

«Es ist nicht einfach, für den US-Präsidenten Donald Trump Sympathien zu entwickeln. Aber für das Gelingen seines Iran-Abenteuers kann man ihm eigentlich nur Erfolg wünschen.»

Dann erinnert er immerhin daran, dass es «fast auf den Tag genau vor 23 Jahren war, als George W. Bush seinen Irakkrieg startete». Der bekanntlich mit der Lüge angeblicher Massenvernichtungswaffen begann und in einem blutigen und endlosen Bürgerkrieg seine Fortsetzung fand. «Mission accomplished»? My ass, wie der Ami zu sagen pflegt.

Gute Wünsche, Prinzip Hoffnung, etwas Geschichtslektion, sagen wir für ein Editorial gibt das die Note 4,5.

Und sonst? Die Time line, natürlich das Interview mit dem Islamwissenschaftler Reinhard Schulze, durchgeführt vom Chef Ausland ohne Ausland Christof Münger. Also ein Dilettant spricht mit einem Kenner der Sachlage, wunderbar. Wobei der arme Schulze auf viele absurd-hypothetische Fragen («Wie lange wird der Krieg dauern? Wie reagiert die iranische Bevölkerung?») mit gewundenen Konjunktivsätzen antworten muss. Geteilte Note, für Schulze eine 5, für Münger eine 3.

Dann die obligatorische Infografik, seit dem Irakkrieg beliebt für alle Sandkastengeneräle unter den Lesern. Und dann noch der Schweizer Aspekt: «In der Schweizer Botschaft in Teheran gibt es keinen Bunker, wo das Personal hinflüchten kann». Na, dann ist zu hoffen, dass die USA oder die Israeli hier kein Kriegsverbrechen begehen. Gesamtnote 5.

Dann kommt das «Gesicht der Diaspora in der Schweiz» zu Wort: «Unsere Sorge ist, dass es nicht Richtung Demokratie geht, sondern in die nächste Diktatur.» Das ist wohl leider keine Sorge, sondern die realistischste Prognose zurzeit. Note 5,5.

Das war’s dann mit dem Iran im Blatt, 4,5 Seiten, daher logischerweise Gesamtnote 4,5.

Auch der «SonntagsBlick» hat noch mitgekriegt, dass Chamenei, wie man ihn hier schreibt, tot sein soll:

Darunter eine Schlagzeile, die wohl Hoffnung machen soll, so nach der Devise: es gibt dann auch gute Nachrichten.

In seinem Editorial fängt Reza Rafi damit an, was Journalisten gerne tun: mit einem «ich war dabei»-Start. «Da steht Donald Trump also in Fleisch und Blut.» Schliesslich soll sich die Teilnahme an der Gockelparade WEF doch irgendwie auszahlen. Das kommt dann auch als Klammer gelegen, wenn Rafi nach seinem Slalom zum Iran in die Zielgerade einbiegt: «Bei der Begegnung am 21. Januar in Davos blieb unklar, ob der Verräter oder der Befreier Irans vor uns steht. Im Augenblick deutet viel auf Letzteres hin. Gestern jedenfalls hat Trump geliefert.» Verräter? Ein dunkles Wort des Chefs. Daher Note 4.

Fortsetzung folgt.

 

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-01-um-15.45.24.png 833 1309 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-03 05:00:382026-03-01 15:50:25Sonntagsblätter stochern im Nebel, Teil 1
René Zeyer

Sonntagszeitungen ade?

10. Februar 2026/5 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Fällt noch eine, ist die Distribution futsch.

Auf Englisch gibt es ein grossartiges, wenn auch etwas rustikales Erfolgsprinzip im Detailhandel: get the shit on the shelves. Hau das Zeugs in die Regale. Denn nur was in der Auslage liegt, kann verkauft werden.

Bei den drei verbleibenden Deutschschweizer Sonntagszeitungen heisst das: hau das Zeugs in die Briefkästen. Früher gab es noch die Zeitungsboxen, alleine der SonntagsBlick unterhielt über 3000. Weg, rentierte sich nicht mehr.

Die gesamte Auflage ist in den letzten 15 Jahren um bis zu 60 Prozent eingebrochen, auf rund 400’000 Exemplare (Print plus E-Paper). Der SoBli verkauft noch knapp 100’000 Exemplare, die NZZaS rund 90’000 und die SoZ um die 80’000.

CH Media eierte eine Zeitlang auch im Sonntagsmarkt herum. Zuerst mit «Der Sonntag», dann ab 2013 mit der «Schweiz am Sonntag», die dann im Februar 2017 eingestellt und durch die «Schweiz am Wochenende» ersetzt wurde. Die erscheint kostengünstiger am Samstag. und ist mit einer Auflage von rund 380’000 der Platzhirsch am Wochenende.

Denn Sonntag ist in erster Linie teurer als Wochentage. Die Redaktion muss am Samstag arbeiten, was vielen verweichlichten Familienvätern kräftig auf den Zeiger geht. Die Druckerei muss Samstagnacht arbeiten, und schliesslich muss in aller Herrgottsfrühe die Verteilung in die Briefkästen und an die Kioske klappen, die sonntags geöffnet haben.

Dabei greift der Staatsbetrieb Post den Verlegern kräftig unter die Arme. Diese Zustellung gehört zur universellen Dienstleistungspflicht oder Grundversorgung. Dabei liegen die verrechneten Preise deutlich unter den tatsächlichen Kosten. Diese Subvention läppert sich auf insgesamt bis zu 100 Millionen Franken im Jahr.

Für die frühmorgendliche Zustellung (wochentags und am Sonntag) ist die Presto-Presse-Vertriebs AG zuständig. Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Schweizerischen Post AG und beschäftigt ungefähr 8000 Zusteller. Daneben gibt es noch die Somedia Distribution AG, die sich um die Zustellung von Tages- und Sonntagszeitungen in Graubünden und Teilen der Ostschweiz kümmert. Auch die TX Group (das Mutterhaus von Tamedia) beschäftigt noch ein paar eigene, kleine Zustelldienste.

Im Elendstal der Printdistribution sind die Sonntagsblätter besonders gefährdet. Ihr mögliches Ende würde durch ein Bündel von Faktoren beschleunigt:

– die Auflage sinkt unter eine kritische Schwelle, die keinen Deckungsbeitrag mehr erwirtschaftet
– die Inserate im Print nehmen weiter ab
– Druck- und Papierkosten steigen weiter
– das Frühzustellungsnetz reisst
– die zahlende Leserschaft, die nur noch digital konsumiert, überschreitet die Schwelle von 75 Prozent, während die Print-Abos weiter überaltern
– Die Preissteigerungen erreichen ein Level, bei dem die Zusatzeinnahmen die Abgänge nicht mehr kompensieren

Es kein Naturgesetz, dass wochentags um 6.30 Uhr und sonntags um 7.30 Uhr ein Druckexemplar im Briefkasten des Abonnenten liegt. Nicht allzu selten ist der Inhalt bereits online überholt worden und altert auch durch den Tag relativ schnell.

Gegen eine Einstellung spricht, dass die Sonntagszeitung hohe Reichweitenmultiplikatoren haben und werbliche Pluspunkte (Lesezeit, Freizeit, ergänzende Hochglanzbeilagen) sammeln.

Sollte allerdings eine der drei verbleibenden Deutschschweizer Sonntagsblätter auch noch das Handtuch werfen (am ehesten wohl die «SonntagsZeitung», gell Herr Supino?), dürfte die Distributionsinfrastruktur in Frage gestellt werden.

Daher ist zu vermuten, dass sich Ringier, Tamedia und NZZ belauern, ob einer der Drei plant, den Sonntag im Print aufzugeben. Nachdem Tamedia bereits bei «20 Minuten» diesen Schritt vollzogen hat, würde ZACKBUM Wetten in nicht unbegrenzter Höhe halten, dass sich dieses Jahr hier was bewegen wird.

Dafür spricht auch, dass bereits die Integration der früher unabhängigen Sonntagszeitungsredaktionen in die Stammredaktion weitgehend stattgefunden hat. Vorbei die lustigen Zeiten, als eine Sonntagszeitung einen raushaute, worauf ihr vom eigenen Verlag am Montag selbst eine reingehauen wurde.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-09-um-13.27.17.png 611 915 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-02-10 05:00:042026-02-10 10:12:40Sonntagszeitungen ade?
René Zeyer

Lob des SoBli

6. November 2025/0 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Ja, es geschehen Zeichen und Wunder.

Wer niedermacht, muss auch loben können. Und irgendwie gelingt es in letzter Zeit den Chefredaktoren von «Blick» und «SonntagsBlick», trotz anhaltendem Sperrfeuer aus den oberen Etagen Relevanz zurückzugewinnen.

Statt enteiertem und auf frauenfreundlich gebürstetem Unsinns-Journalismus wird’s wieder kantiger.

Ein besonderes Lob hat sich mit der letzten Ausgabe Reza Rafi verdient. Und zwar alleine schon mal mit seinem Editorial.

Denn was sich im Sudan seit Jahren abspielt, ist ein Jahrhundertverbrechen mit Millionen von Vertriebenen und Massakrierten. Hier werden Verbrechen ohne Ende begangen. Zwei Warlords kämpfen mit allen Mitteln und unter Einsatz einer entmenschten Soldateska um die Macht. Ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung.

Chefredaktor Rafi schreibt völlig richtig:

«Die Bilder wecken Erinnerungen an den Völkermord in Ruanda 1994. Das Desinteresse der globalen Öffentlichkeit und die Gleichgültigkeit der Weltpolitik sind das Gemeinsame mit den Gräueln in der Vergangenheit.»

Die Hintergründe sind wie fast immer letztlich finanzieller und wirtschaftlicher Natur: «Die im Sudan mordende RSF-Miliz wird unterstützt von den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Dubai befindet sich einer der weltweit grössten Umschlagplätze für Gold. Das Steuerparadies am Golf hat keine eigenen Vorkommen, der bitterarme «failed state» Sudan dafür umso mehr. Der blutige Krieg ist auch ein Konflikt um Bodenschätze, gesponsert von muslimischen Bruderstaaten.»

Aber weil die VAR zur Achse der Guten gehören, wird über ihre Beteiligung an diesen Verbrechen genauso hinweggesehen wie über die Beteiligung Saudiarabiens an den Greueltaten im Jemen. Falsche Weltgegend, falsche Hautfarbe.

Hingegen wird jedes in der Ukraine verwundete Kind öffentlich und ausführlich betrauert. Was ihm widerfährt, ist ebenfalls schlimm. Aber man sollte vielleicht doch die Relationen wahren, statt einseitige Propagandaschlachten zu schlagen.

In diesem Sinne ist Rafis Editorial erfrischend und lobenswert. Auch seiner bitteren Schlussfolgerung muss man zustimmen:

«Der Schweiz als Depositarstaat der Genfer Konvention bleibt das Mahnen und Appellieren; und wenn Amerika und Europa, die Wiege der Menschenrechte, abseitsstehen, passiert nichts. In der viel beschworenen neuen Weltordnung lauert die moralische Impotenz.»

Die «Entlassungswelle bei Expads» als Aufmacherstory ist vielleicht auch nicht ein echter Boulevard-Heuler, aber durchaus von Relevanz.

Schon der Titel ist nicht schlecht «Streching mit der Staatspartei», und die Analyse des Spagats der FDP, deren neuer Co-Präsident gegen das Abkommen mit der EU ist, während der Parteitag mit überwältigender Mehrheit dafür stimmte, ist nochmals ein Einsatz von einigem Hirnschmalz durch Rafi.

Und der Rest? Nun ja, wir wollten diesmal ausschliesslich loben …

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/11/Bildschirmfoto-2025-11-02-um-17.56.45.png 646 950 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-11-06 05:00:372025-11-04 12:00:36Lob des SoBli
René Zeyer

Lob der NZZaS

28. Juli 2025/0 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Wo bleibt das Positive? Hier ist es.

Sommerloch. Sonnenloch. Wer kann, benützt den kommenden 1. August, um seine Ferien zu verlängern. Schlechte Voraussetzungen, um eine gute Sonntagszeitung zu machen. Die «NZZamSonntag» vom 27. Juli 2025 setzt ein Zeichen dagegen. Im Regen bei frischen Temperaturen statt Rekordhitzesommer.

Das Misslungene ist schnell aufgezählt. Das Editorial von Beat Balzli, der in einem kühnen Bogen Goethe, den Rollkoffer und den Tourismus in der Schweiz zusammennagelt. Er hätte besser Ferien gemacht. Und Nicole Althaus schreibt über üppige Busen, vor allem operierte. Der sei «wie immer politisch». Auch ihr würden Ferien guttun.

Aber sonst? Eine Aufarbeitung des «Kriegs um die Wahrheit». Die kennt niemand, ausser Gläubige. Aber Julian Heissler fügt die Mosaiksteine zusammen, wie Donald Trump, auf dem Weg zu einer modernen Autokratie, neben Justiz und FED auch die Medien kleinkriegen will, wenn sie ihm Unliebsames veröffentlichen.

Karin A. Wenger und Malak Tantesh haben es gewagt, den Chefstatistiker der Gesundheitsbehörde der Hamas im Gazastreifen zu besuchen. Deren Zählung von Toten durch die Zerstörungsaktionen der israelischen Armee (bislang 59’733 Tote und 127 Hungertote, darunter 85 Kinder) ist hochumstritten. Von Israel ohne Gegenbeweise als Propaganda abqualifiziert, zeigt dieser Bericht zumindest, dass trotz beschränkten Möglichkeiten versucht wird, möglichst akkurate Zahlen zu liefern. Hingehen, die andere Seite zu Wort kommen lassen, So soll Journalismus sein.

Ein Hintergrund zur Anklage gegen die schön blöde Provokateurin Sanija Ameti. Ein Interview mit Charles Lewinsky, der eigentlich immer Interessantes zu sagen hat. Eine Analyse über verheerende Auswirkungen von Chat-AI auf psychisch labile Menschen. Gut, von der «New York Times» übernommen, dafür sehr lesenswert. Auch wegen der Breite der Aufarbeitung, die wieder mal den Unterschied zwischen angelsächsischem Journalismus und dem meist flachbrüstigen (Pardon, Althaus) deutschsprachigen zeigt.

In der «Wirtschaft» ein Hintergrund zur weltgrössten Reederei MSC mit Stammsitz in Genf. Eine dem Zeitgeist geschuldete «Checkliste für Büroromanzen». Selbst die Kolumne «Geld & Geist» ist lesenswert, wenn Tobias Straumann schreibt und die Geschichte der Staatsverschuldung von der Französischen Revolution her aufrollt.

Eine Analyse des «Golden Dome», Trumps Weltraumprojekt in der Tradition von Ronald Reagans «Star Wars». In der «Kultur» eine Sektion «Utopien», Anti-Dsytopien, interessant aufbereitet. Wohltuend, wenn Peer Teuwsen in den Ferien ist. Mitsamt Trouvaille: wer wusste, dass Kooperative Longo maï immer noch existiert? Da lohnte sich ein «Ausflug in den Jura». Die geschrumpfte Kultur wird von Gerhard Mack bewirtschaftet, was immer ein Gewinn für den Leser ist.

Nach 48 Seiten ist Schluss, was der Leser bedauert.

Das letzte Mal liess ZACKBUM den «SonntagsBlick» aus.

Sehen wir grosszügig über das verunglückte neue Logo hinweg. Die Titelgeschichte ist immerhin eine Reportage, vielleicht etwas überverkauft. Das Editorial zum «Feuerwerk der Demokratie» ist ein Wischiwaschi-Slalom zu einem typischen Aufregerthema: «Feuerwerk – ja oder nein? Die Antwort spielt keine Rolle.» Dann könnte man es auch lassen.

«Kabul retour», an einem Einzelfall der missglückten Ausschaffung eines kriminellen Afghanen wird das ganze Elend und das Versagen von Bundesrat Beat Jans exemplifiziert. Reza Rafi giesst Öl ins Feuer im Krach zwischen Klaus Schwab und dem WEF: «Jetzt wird’s dreckig». Eine schöne Geschichte über den Intrigantenstadl in höchsten Kreisen, was das WEF am Zauberberg Davos ganz schön entzaubert.

Dann darf der Gaga-Politwissenschaftler Francis Fukuyama («Das Ende der Geschichte») mittels Interview ein Déja-Vu auslösen. Hatten wir das nicht schon woanders? Ach ja, bekannt aus NZZ und Tamedia.

Der SoBli nimmt sich verdienstvoll des nicht enden wollenden Skandals um die Herzklinik des Universitätsspitals Zürich an. Ursache ist eine dramatische Mortalitätsrate unter dem damaligen Leiter Francesco Maisano. Die von einem Whistleblower (entlassen) und seinem Nachfolger Paul Vogt (mit einer haltlosen Anklage verleumdet) an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Und seither bemüht sich die Spitalleitung mit allen Kräften und einer Alibiübung nach der anderen, den Skandal am Köcheln zu halten.

Hübsch auch, dem Amok Philipp Ruch ein Interview zu entlocken, in dem der Leiter des «Zentrums für politische Schönheit» seine Unterstützung der AfD durch die Störung des ARD-Sommerinterviews umdeuten darf. Ein Hinweis darauf, dass Ruch eine ähnliche Trottel-Aktion mithilfe des «Theaters am Neumarkt» gegen Roger Köppels «Weltwoche» durchführte, um in dem den Julius Streicher auszutreiben, wäre vielleicht angebracht gewesen.

Ein Bericht über Schweizer Minensucher «Ein falscher Schritt – und das Leben ist vorbei», der «grosse Hunger» über eines der Kriegsverbrechen der israelischen Regierung im Gazastreifen, «Schweizer paffen 300 Millionen Schmuggel-Zigaretten», der auf dem Posten des «Leiter Ringier Journalistenschule» frühpensionierte Peter Hossli bricht eine Lanze für «Macher»; macht nix.

Dann ein Lob der «Ferien-Macher» und der Erfolge des Schweizer Tourismus. Plus Lob des Patriotismus und dann ein Titel, der gleich im Lead geschrumpft wird: «Kleine Weltmacht. «Weltmacht» mag übertrieben sein. Doch …» Plus «Schweizer Weltrekorde». Ach so, eine «Verlagsbeilage», vulgo bezahltes Inserat. Der 1. August wirft auch hier seine Schatten voraus.

Dann wird Ozzy Osbourne selig im Zürcher «Hirschen-Club» verortet, wo er doch tatsächlich 1969 Konzerte gab. Allerdings bevor «Black Sabbath» weltberühmt wurden. Sabine Dahinden darf die Welt mit einem Statement überraschen: «Ich bin eine furchtbar schlechte Schwimmerin». So hat jeder seine grossen und kleinen Probleme.

Hier verflacht der SoBli etwas wie ein See nach einer Trockenperiode. Aber immerhin, es ist nicht rausgeschmissenes Geld.

Und die SoZ? Also bitte, alles hat seine Grenzen.

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-27-um-11.42.36.png 439 821 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-07-28 05:00:162025-07-28 13:07:17Lob der NZZaS
René Zeyer

Gesucht: Sonntagszeitungen

14. Juli 2025/0 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Wo sind sie geblieben, wer hat sie versteckt?

Es war ein guter Plan. ZACKBUM kauft die «SonntagsZeitung» und die «NZZamSonntag», haut sich mit ihnen in die besonnte Wiese und liest.

Allerdings muss es da zu einer fiesen Guerilla-Aktion gekommen sein. Für stolze 6.40 Franken wurden 62 Seiten eines Look-Alike ausgehändigt. Eine Imitation der SoZ, von irgendeinem C-Team zusammengeschustert. Auf der Front, in täuschend ähnlicher Aufmachung, unter dem Original-Logo, ein Riesenschwarzweissfoto von Dutti. Vorwand: «100 Jahre Migros. Erfolge und Skandale».

Autor der mehrteiligen Serie ist der unermüdliche Arthur Rutishauser, dessen Text irgendwie den Weg in diese Nachahmung fand.

Aber sonst? «In der Badi daheim. Bei den Stammgästen am Beckenrand». Wie verzweifelt muss man sein, das eine «Reportage» zu nennen? Und daraus fast eine Doppelseite mit anmächeligen Riesenfotos zu machen?

«An der Sonne. Wann ist es zu viel? Tipps der Ärztin». Wie verzweifelt muss man sein, daraus eine Doppelseite mit einem Riesenriesensymbolfoto zu machen? Und das dann noch «Sonntagsgespräch» zu nennen?

Fast eine Doppelseite, wie der Ortsbildschutz den Neubau eines Hauses blockiert. Wie verzweifelt muss man sein, oder sagten wir das schon?

Riesenfoto von Blocher Vater und Blocher Tochter, auf Heuhaufen sitzend. Kleine Story, dass die SVP mit Bauernverbänden über Kreuz liegt, die die EU-Verträge gut finden. Hätte man in besseren Zeiten eine Meldung, allerhöchstens eine halbe Spalte draus gemacht.

Dann beginnt nach den Badistammgästen das grosse Blättern.

Wirtschaft? Geschichtsstunde über Dutti, und sonst nicht viel.

«Leben & Kultur» und der ganze Rest? Aufmacher: «Während unserer Ehekrise war Chat-GPT wie eine Schulter zum Anlehnen». Der Text könnte von einer KI geschrieben worden sein, hat aber angeblich eine Autorin.

Andreas Vollenweider. Ja, der Harfengott lebt noch und greift auch noch rein.

Dann durfte eine Journalistin auf Kosten des Hauses ein Luxus-Ferienressort in der Provence besuchen. Das sei ihr gegönnt. Allerdings: «Suiten ab 1100 Euro». Pro Nacht, versteht sich, Verpflegung extra. Genau die Preisklasse für den SoZ-Leser.

Rätsel, Rätsel, Rätsel, TV-Programm und ein erschütternder Bericht, wie die Kultur der absaufenden Insel Tuvalu gerettet werden soll.

Dann die Erlösung: das war’s. Bleibt die Frage: wer war das? Die Überreste der «SoZ»-Redaktion oder wurde ausgesourct? Oder hat sich hier jemand einen üblen Scherz erlaubt?

Die gleiche Frage stellt sich bei der «NZZamSonntag». Schlappe 52 Seiten für stolze 7.10 Franken. Die Look-Alike Front:

Wenn der angeblich neue Körperkult sprechen könnte, würde er uns vielleicht etwas sagen. So aber wird eine nichtssagende Doppelseite mit schwellenden Muskelfotos draus.

Zuvor Turnübungen am Sprachreck von Chefredaktor Beat Balzli (mitsamt Bauchlandung beim Abgang) und Zahlensalat zum Dichtestress.
Dann ein Kriminal-Tango-Foto vom Gottseibeiuns Björn Höcke von der AfD. «Wolf im Wolfspelz»; für einen solchen Titel ist nicht mal ein Hitzschlag eine Entschuldigung.

Dann beginnt auch hier das Blättern. Kurzer Zwischenhalt beim Kampffeministen Peer Teuwsen, der die «Debatte» eröffnet mit: «Der Frauenfussball braucht keinen Artenschutz». Gegenteiliges hat auch niemand behauptet.

In der Wirtschaft hat der Chef der Schweizerisch amerikanischen Handelskammer seinen grossen Auftritt. Auch er wird dem Sommerloch dankbar sein dafür.

Der Dilettantenstadl zwischen Klaus Schwab und dem WEF profitiert auch von «und sonst haben wir wirklich nichts?»

«Wissen» droht: «Tod aus Schlafmangel». Die «Kultur weiss Abhilfe: «Museum der Langweile». Also das Zürcher Kunsthaus besuchen, schon schnarcht man friedlich. Dann noch die Sommerquälserie: «Postkarte aus Vaduz». Ein Kaff, das man nie besuchen möchte. Ausser, man will dort seine Stiftung streicheln. Wenn sie einem noch nicht geklaut wurde.

Auch hier endet endlich die Qual. Und auch hier bleibt die Frage: wer war das? Sogar das «Magazin» der NZZaS schlägt fotografisch nach unten alles, was es sich sonst schon leistet.

Wurde auch hier ein Dummy hergestellt und versehentlich ausgeliefert?

Es gäbe auch noch den SoBli? Also bitte, es gibt Grenzen.

So war die Lektüre auf der besonnten Wiese in ungefähr 15 Minuten vorbei. Fast ein Stutz pro Minute für nix. Gut, dass ZACKBUM vorausschauend den Riesenwälzer «Permafrost» von Viktor Remizov dabei hatte. Das sorgt nicht nur wegen des Titels für Abkühlung. Sondern ist ein Riesenstück Literatur, Liga Grossman oder Tolstoi.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/07/Bildschirmfoto-2025-07-13-um-16.48.20.png 1088 1888 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2025-07-14 05:00:572025-07-13 22:50:48Gesucht: Sonntagszeitungen
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