Wumms: Charlotte Theile
Die journalistische Allzweckwaffe mit klaren Feindbildern.
«Spiegel» «Süddeutsche», NZZaS Magazin, «Beobachter», Tamedia, «Blick», «annabelle»: Theile bestreicht sie alle. Sie war auch mal Co-Chefredaktorin des «Schweizer Journalist», was dem Branchenmagazin nicht guttat. Sie ist Buchautorin («Ist die AfD zu stoppen? Die Schweiz als Vorbild der neuen Rechten» im Rotpunkt-Verlag), sie bezeichnet sich selbst als «Autorin und Gründerin», auf ihrer Webseite bietet sie an:
«Du interessierst dich für neue Geschäftsmodelle im Journalismus, für Vereinbarkeit von Familie und Selbständigkeit, fürs Podcasting oder einen anderen Aspekt meiner Arbeit? Lass uns reden!»
Sie hält Reden, hat eine Kolumne, machte einen Podcast. Ein wahrer Tausendsassa. Im «Spiegel» bedient sie konsequent ein Bild wie aus dem Zerrspiegel der Schweiz. Neustes Subjekt:

Bei diesem gewaltigen Werk muss man ein Stück herausgreifen, um den voreingenommenen Drall sichtbar zu machen, den die in der DDR geborene Journalistin pflegt.

Nein, zu dieser Bachelorette der Politik ist (auch auf ZACKBUM) mehr als genug gesagt und geschrieben worden. Hier soll es darum gehen, wie Theile anlässlich der Gerichtsverhandlung diese Affäre beschreibt.
Szenischer Einstieg, die ewige «Spiegel»-Masche seit gefühlt hundert Jahren:
«Am Abend des 6. September 2024 ging Sanija Ameti in ihren Keller, riss eine Seite aus einem Kunstkatalog, heftete sie an die Wand und schoss mehr als 20-mal auf die Abbildung »Madonna mit Kind und Erzengel Michael«, die meisten Schüsse trafen das Jesuskind direkt ins Gesicht. Sie fotografierte das durchlöcherte Bild.
Kurz vor Mitternacht lud sie es zusammen mit einem Foto von sich, mit einer gigantischen Luftpistole am Anschlag, bei Instagram hoch. Sie tippte »Abschalten« dazu und legte sich schlafen.»
Daran stimmt schon mal ein entscheidendes Detail nicht. Das war nicht einfach eine unbedachte nächtliche Aktion. Denn Ameti hatte sich ja nicht selbst fotografiert, sondern wohlinszeniert fotografieren lassen. Bis hin zu ihrer martialischen Kleidung und Pose. Ihr Problem bei ansonsten inhaltsleeren Provokationen ist das jedes Provokateurs: das nächste Mal muss noch einer draufgelegt werden.
Dass sie beim Rückzug den Tod ihres Bruders im Bosnienkrieg und ihren muslimischen Hintergrund ins Feld führte, bedeutete dann das endgültige Aus.
Aber Theile macht daraus ein Aufwallen des typisch schweizerischen Rassismus, der Fremdenfeindlichkeit der Eidgenossen, indem sie eine absurde Überhöhung der linken WoZ zitiert: «Der misogyn-rassistische Eifer, mit dem eine junge Frau mit muslimischer Migrationsgeschichte angegangen wird, die mit ihrer Meinung für gewöhnlich nicht hinterm Zaun hält, die laut ist und damit vielleicht auch nervt, sagt viel über hiesige Verhältnisse aus – nichts Gutes.»
Wer’s noch nicht verstanden hat, dem hilft Theile auf die Sprünge: «Im Fall Ameti geht es auch um die Frage, ob die Schweizer Öffentlichkeit einer jungen, migrantischen Politikerin zugesteht, dass sie sich in den Mittelpunkt stellt und aneckt. Wer in der Schweiz weit kommen will, so war das immer, muss unauffällig bleiben, seinen Ehrgeiz verstecken. Ameti wollte sich dem entziehen – das Ergebnis spricht für sich.»
Das Ergebnis ist, dass es nicht gut kommt, wenn man provokativ die Beschiessung eines religiösen Motivs inszeniert. Unabhängig vom Hintergrund des Schützen.
Soll die Langstrasse zum Unesco-Erbe gemacht werden, erteilt Theile der «früheren Zwangsprostituierten «Rose»» das anklägerische Wort. Zum Thema Menopause äusserte sie sich im Magazin der NZZaS: «Ladies, wenn ihr schlau seid, nehmt ihr Testosteron!» Auch ihren eigenen Hormonhaushalt breitete sie in der «annabelle» ungeniert aus:
Dass sich der Jugendliche mit einem gestohlenen Roller einer Polizeikontrolle entziehen wollte und ohne polizeiliches Verschulden durch einen Unfall starb, verursacht durch überhöhte Geschwindigkeit, was soll’s.







