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Schlagwortarchiv für: Replik

redaktion@zackbum.ch

Judenhass wie eh und je

29. September 2026/36 Kommentare/in Allgemein/von redaktion@zackbum.ch

Replik auf «Ach, Alex», eine Kritik an seinem Artikel in der «Weltwoche».

Von Alex Baur

In der Weltwoche habe ich kürzlich die UNO als antisemitische «Schwatzbude» bezeichnet und die Rede des israelischen Premiers Benjamin Netanyahu daselbst als Glanzstück «in einem Meer von Mittelmass und Heuchelei». Kollege René Zeyer qualifiziert mich deshalb als «geschichtsvergessen» und Netanyahu als «mutmasslichen Kriegsverbrecher».

Stichwort «Schwatzbude»: Weil der prominente Nazi Wilhelm Frick den deutschen Bundestag 1927 als «Schwatzbude» bezeichnete, darf man gemäss Zeyer diesen Begriff nicht mehr verwenden. Dazu kann ich nur sagen: Im Gegensatz zu René Zeyer bin ich kein Deutscher, ich teile diese Hemmungen nicht und nehme mir die Freiheit, die UNO-Vollversammlung, die im Übrigen nicht mit einem demokratisch legitimierten Parlament zu vergleichen ist, als das zu bezeichnen, was sie ist, eine Schwatzbude. Abgesehen davon haben die Nationalsozialisten kein Exklusiv-Recht auf den Begriff. Hitler war ein bekennender Vegetarier, was nicht heisst, dass alle Vegetarier Nazi wären.

Stichwort «Kriegsverbrecher»: Die hanebüchene Propaganda-Mär vom «Genozid» in Gaza, deren Absurdität Netanyahu in seiner Rede meisterhaft entzaubert hat, war das eigentliche Motiv meines Kommentars. Es war die Regierung von Gaza, welche diesen Krieg am 7. Oktober 2023 gegen Israel ohne jeden Anlass und ohne Warnung aus dem Hinterhalt losgetreten hatte; Hamas stellt die Regierung in Gaza seit 2006; Gaza ist ein autonomes Territorium, war nie ein Teil Israels und ist längst judenfrei; Israel hatte diesen Krieg nie gesucht; im Gegensatz zur israelischen Armee schützten die Hamas die eigenen Zivilbevölkerung nicht, sondern benutzen diese vielmehr als menschliches Schutzschild (was tatsächlich ein Kriegsverbrechen darstellt); unter den mutmasslich über 70 000 Kriegsopfern befanden sich neben Hamas-Terroristen zweifellos zahlreiche zivile Opfer; die Verantwortung für diese Opfer tragen ausschliesslich die Hamas, die alles daran setzten, möglichst viele zivile Opfer zu generieren und propagandistisch zu verwerten; die israelische Armee rief die Zivilbevölkerung über alle möglichen Kanäle auf, das Kriegsgebiet zu verlassen, was jedoch von Hamas, die sich vorzugsweise in Spitälern und Schulen verbunkerte, systematisch verhindert wurde; das gleiche gilt für die von Hamas sabotieren humanitären Hilfslieferungen an die Bevölkerung von Gaza. Das ganze Setting ist derart zynisch, dass es schwerfällt, ernsthaft darauf einzugehen.

Ich habe in jungen Jahren eine schöne Zeit in Israel verbracht, das Dilemma um dieses Land ist mir einigermassen geläufig. Traurig, dass Hunderttausende Palästinenser 1948 aus Israel vertrieben wurden, traurig, dass im selben Zeitraum eine halbe Million Juden aus arabischen Ländern vertrieben wurden (die seither weitgehend judenfrei sind), traurig auch die zwölf Millionen Volksdeutschen, die damals aus Osteuropa vertrieben wurden. Spätestens in der zweiten Generation fanden sich die deutschen und jüdischen Vertriebenen mit ihrem Schicksal ab. Wenigen Deutschen würde es heute einfallen, die Rückgabe von Ostpreussen, dem Sudetenland oder Siebenbürgen zu fordern (und wenn sie es tun, dann werden sie geächtet). Die arabischen Nachbarn haben mehrere Angriffskriege gegen Israel lanciert und, wie die Deutschen, alle verloren. Der Unterschied besteht darin, dass die UNO das Rückkehrrecht der Palästinenser faktisch als vererbbar erklärte – ein völkerrechtliches Unikum – und dafür sorgte, dass der Konflikt auf immer und ewig bestehen bleibt.

Die Israel-Debatten, mit denen ich vor 50 Jahren konfrontiert wurde, waren exakt dieselben wie heute. Ich gelangte damals zum Schluss, dass es sich um ein regionales Problem handelt, bei dem allen Beteiligten am meisten gedient wäre, wenn sich Unbeteiligte nicht einmischen. Im gelebten Alltag stellte ich damals fest, dass israelische Juden und Araber verblüffend gut miteinander zu Schlage kommen. Immerhin sind heute 21 Prozent der israelischen Staatsbürger Araber, von denen viele in der Armee dienen, die meisten sind zweisprachig, nehmen an Wahlen teil, in Israel gibt es mehr Moscheen als in den meisten europäischen Ländern. Das Palästina-Problem ist ein Vehikel für Despoten, an denen es in der arabischen Welt nie mangelte. Auch unter den Juden gibt es einige, die den Konflikt bewirtschaften. Ich habe mich deshalb über Jahrzehnte der leidigen Debatte verweigert.

Aus zwei Gründen habe ich diese neutrale Position in jüngerer Zeit aufgegeben. Zum einen ist es der unsägliche weltweite Palästina-Hype. Wenn der historische Nazi-Vergleich schon im Raum hängt, dann würde den Palästinensern die Rolle des deutschen Volkes am ehesten gerecht. Die meisten zivilen Opfer waren unschuldig, wie in jedem Krieg, doch die Palästinenser hatten, wie die Deutschen, die Regierung gewählt, die den Angriffskrieg lancierte. Die Vernichtung des Judenstaates ist das erklärte Ziel von Hamas und Konsorten, den Kindern in Gaza wird von klein auf eingetrichtert, dass nur ein toter Jude ein guter Jude ist. Möglichst viele Palästinenser zu töten war nie das Ziel Israels, weder explizit noch implizit. Wie es den Palästina-Aktivisten gelungen ist, diese Opfer-Täter-Symmetrie mit plumper Propaganda in ihr Gegenteil zu verkehren, ist mir ein Rätsel. Ich kann nur konstatieren, dass es ihnen auf der internationalen Bühne erschreckend gut gelungen ist.

Womit wir beim zweiten Punkt wären. In Europa geben sich die Palästina-Aktivisten noch Mühe, wenigstens rhetorisch zwischen Zionismus und Judentum zu unterscheiden. In Südamerika, wo ich lebe, ist dieser Schleier längst gefallen. Wenn die linken Aktivisten hier von Zionisten reden, dann meinen sie unverblümt den «ewigen Juden», diesen geldgierigen, heimatlosen Wucherer, der über mysteriöse kapitalistische Netzwerke die Welt beherrscht. Von Lula da Silva (Brasilien) über Gustavo Petro (Kolumbien), Luis Arce (Bolivien), Gabriel Boric (Chile) bis Nicolás Maduro (Venezuela) setzten die sozialistischen Staatschefs den Gaza-Krieg unisono mit dem Holocaust gleich; doch wer diesen fürchterlichen Krieg am 7. Oktober 2023 losgetreten hatte, erwähnten sie mit keinem Wort. Perus marxistischer Interims-Präsident José María Valcárcel verstieg sich ungestraft in die These, die Juden hätten schon den zweiten Weltkrieg vom Zaun gerissen. Adolf Hitler sah es nicht anders.

Ich habe mich stets dagegen gesträubt, Israel-Kritik leichtfertig mit Antisemitismus gleichzusetzen. Doch wenn ich mir die zynische Umkehr von Opfer- und Täterrolle nach dem 7. Oktober 2023 vor Augen halte, finde ich beim besten Willen keine andere Erklärung: Es ist der Judenhass von eh und je. In den letzten zehn Jahren erliess die UNO 188 Resolutionen gegen den winzigen Judenstaat, doppelt so viele als gegen den ganzen Rest der grossen weiten Welt (91), wo sich tagtäglich fürchterliche Tragödien zutragen. Rational ist das nicht nachvollziehbar. Mit den Israel-Hassern zu verhandeln ist sinnlos, sie wollen die Vernichtung einer Nation, die es ihrer Meinung nach nicht geben darf. Das ist es, was Benjamin Netanyahu vor der UNO in seiner brillanten Rede zum Ausdruck brachte. Die Vertreter von 77 Nationen verliessen die Schwatzbude demonstrativ, bevor er zu reden begann – und gaben ihm damit auf plastische Weise recht.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-26-um-14.24.59.png 403 1037 redaktion@zackbum.ch https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg redaktion@zackbum.ch2026-09-29 05:00:452026-09-28 15:36:54Judenhass wie eh und je
René Zeyer

Kritzeleien an der Klowand

16. März 2026/20 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Blütenlese in eigener Sache. Ein Plädoyer für die Abschaffung der Kommentarfunktion.

Roger Köppel ergriff in der «Weltwoche» das Wort und liess es länger nicht los. «Narrenschiff» Europa» nannte er seine Titelgeschichte (hinter der Bezahlschranke). Es ehrt ihn und macht ihn und sein Blatt einzigartig, dass er mir die Möglichkeit zur Replik einräumte. Nein, noch toller, die WeWo fragte an, ob sie meinen Artikel hier auf ZACKBUM übernehmen dürfe.

Selbstverständlich.

Es ist klar, dass die meisten Leser der WeWo leider auch in einer Gesinnungsblase schweben, was bei vielen zu Schnappatmung und Hirnstarre führt, wenn es jemand wagt, ihrem Vordenker zu widersprechen. So weit, so gut, sinnvoll und richtig.

Allerdings überkommt einen das kalte Grausen, wenn man versucht, aus inzwischen 93 Kommentaren den durchschnittlichen IQ des WeWo-Lesers abzuleiten. Zunächst einmal beflügelt fast alle, dass feige Anonymität mutig macht. Obwohl die Trottel nicht wissen, dass man sie über ihre IP-Adresse dingfest machen könnte. Aber wozu die Mühe, in diesen Abfallhaufen zu steigen.

Bei der kleinen Auswahl von Höhepunkten ist zu verstehen, dass dabei null persönliche Betroffenheit mitschwingt. Wer seit Jahren mit eher kantigen Meinungen in der Öffentlichkeit steht, hat schon ziemlich alles gesehen. Und im Gegensatz zu den Wecheiern, die nach dem Kadi rufen, weil sie sich von uns beleidigt fühlen, kämen wir nie auf die Idee, das zu tun.

Was die folgende Aufzählung eigentlich will: man sollte selbst die moderierte Aufschaltung von Kommentaren seinlassen. Es gibt Organe, die eine Verifizierung der Kommentarschreiber verlangen. Nun, Peter Müller mit der E-Mail p.müller789@gmail.com ist ganz sicher eine real existierende Person.

Für Kommentare spräche höchstens noch, dass es eine möglicherweise therapeutisch nützliche Triebabfuhr für Gestörte, Zu-kurz-Gekommene und vom Leben und sich selbst Enttäuschte ist. Aber vielleicht gäbe es andere Möglichkeiten der Müllabfuhr als den Kommentar …

Der erste kann immerhin noch einen Hauch von Idee für sich in Anspruch nehmen:

«Wenn in einer Firma McKinsey auftaucht ist ihr Untergang besiegelt. Das selbe gilt bei Zeitungen wenn Zeyer auftaucht. Aktuell ist die WW und IP in freiem Fall.»

Das Pseudonym «wadlbeisser» spricht hier für sich selbst: «Wer schützt uns vor Zeyee?» (Alles immer in Originalorthografie) Der hier findet, alles sei schon gesagt, aber noch nicht von ihm: «Da die übergrosse Mehrheit der Kommentatoren hier bereits festgestellt hat, dass dieser Artikel nur als absoluter Nosens zu bezeichen ist, spare ich mir alles Weitere und kann nur zustimmen.
Erschreckend finde ich, dass es Menschen gibt, die solch einen Müll von sich geben. Ich kann einfach nicht glauben, dass das ihre eigene Meinung sein kann.»

«Sicher einer der schlechtesten Artikel, die Zeyer jemals geschrieben hat.» Langsam merkt es der geneigte Leser: ein argumentationsfreier Raum, dieses Gewäffel. «Ihr Text schafft nicht mal die Einstufung als gehobener Blödsinn.»

«René Zeyer, auch Gastautor bei der «Achse des Guten». Das sagt uns doch alles! Einer der Gutmenschen, wie sie überall hocken.» Dieser Trottel weiss nicht mal, welche politische Ausrichtung diese Plattform hat. «Zeyers Text ist das hilflose Moralgeschwafel eines Wichtigtuers», schwafelt einer hilflos.

Hier bringt einer einen leicht rassistischen Oberton ins Spiel: «Deutsche bleiben vom Geiste her leider immer Deutsche.» Aber eine «Heidi V.» zeigt immerhin einen Funken Humor: «Herr Zeyer, ich denke Sie brauchen ein starkes Pferd, um sich nicht zu (ver)irren.»

Hier hat ein Anonymus blitzschnell seine Meinung gebildet: «Schon beim Lesen der ersten Zeile wusste ich, wer da schreibt: ein Neidhammel!» Und auch der hier weiss es genau: «Mit diesem Text haben Sie sich als ernst zu nehmenden Journalisten komplett disqualifiziert.»

Wie kann man diesen Schrotthaufen zusammenfassen? Null Argument, lediglich Verbalinjurien aus der Deckung des verbalen Heckenschützen, der nicht mal in der Lage ist, mit seinem Namen zu seiner Herabwürdigung zu stehen. Stammtischniveau wäre eine Beleidigung dieser ehrwürdigen Veranstaltung; Kneipenschlägerei kurz vor Sperrstunde trifft es besser.

Natürlich gab es auch ein paar wenige Kommentare, die wenigstens versuchten, zu argumentieren. Aber bei 88 Stück doch erschreckend wenige.

Ach, und wie steht es mit den Kommentaren bei ZACKBUM? Gute Frage, liebe Kommentarschreiber, gute Frage. Etwas über 18’000 hat es seit Beginn gegeben. Dank strengen Erziehungsmassnahmen mussten nur eine Handvoll in den Papierkorb geschmissen werden.

Allerdings ist auch hier manchmal sehr störend zu bemerken, dass sich Kommentatoren ineinander verbeissen, statt, wie es sich gehört, auf den Inhalt des Artikels einzugehen.

Also Jungs (und Mädels und everybody beyond), das ist ein ordnungspolitischer Zwischenruf, wie das die NZZ nennen würde.

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-15-um-16.25.52.png 646 1316 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-16 05:00:152026-03-15 16:43:05Kritzeleien an der Klowand
René Zeyer

Leserbeschimpfung

12. März 2026/3 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Soll man nicht machen, kann man aber machen.

Business as usual bei den Gazetten ist, den Leser zu belehren, ihm gute Ratschläge auf allen Gebieten mit auf den Weg zu geben und ihn mit den flachbrüstigen Weltsichten der Redaktoren zu belästigen. Die meist von tiefer Humorlosigkeit und übler Laune begleitet sind, dargeboten in holprigem Deutsch. Als wollten die Schweizer Journalisten illustrieren, was Franz Kafka über ihren Dialekt gesagt hat: das sei mit Blei ausgegossenes Deutsch.

Aber wer war schon Kafka, nicht wahr, Frau Zukker.

Aber nur ZACKBUM leistet sich eine echte Leserbeschimpfung. Natürlich nicht gegen die Leser dieses hochstehenden Organs gerichtet. Aber gegen die mehrheitlich Finanzmenschen, die «Inside Paradeplatz» lesen.

Da veröffentlichte ZACKBUM-Redaktor René Zeyer kürzlich diesen hier:

Streit mit dem Nachbarn

Fand nicht allzu viel Zuspruch, aber das ist nicht das Problem. Hingegen grosses Problem: von zwischenzeitlich 36 Kommentatoren merkten ganze zwei (plus ein ewig alles Lobender), dass es sich nicht um eine reale Beschreibung aus eigenem Erleben handelte. Das wäre dann Tamedia-Niveau gewesen, also unterirdisch.

Die meisten Kommentatoren steuerten eigene Erfahrungen mit Nachbarn bei oder gaben gute oder weniger gute Ratschläge, wie man solche Konflikte vermeiden oder beilegen könne. Ein paar regten sich darüber auf, was denn so ein Beitrag auf IP zu suchen habe.

Nur zwei Genies merkten, dass es sich doch vielleicht um eine Parabel handeln könnte. So wie «Vor dem Gesetz» von Kafka, ohne dass sich jemand mit dem vergleichen könnte.

Nun gibt es hier zwei Möglichkeiten. Der Autor ist blöd, weil er den IQ seiner Leser gröblich überschätzt hat. Er hätte halt am Anfang oder am Schluss in deutlichen Worten darauf hinweisen müssen, dass es sich um eine Parabel handle. Vielleicht hätte er auch noch erklären müssen, was das ist, damit es auch alle Leser (und Leserinnen) verstehen.

Vielleicht hätte er auch die Sinnhaftigkeit in diesem Vorgehen erläutern sollen. Oder den Vorwurf entkräften, wieso er diesen Umweg wähle statt direkt über Israel, die USA und den Iran zu schreiben.

Die zweite Möglichkeit: der IP-Kommentator ist noch blöder, als es sich der Autor vorstellen konnte, und dessen Vorstellungskraft diesbezüglich ist nahezu grenzenlos. Denn der Autor ist alt genug, um sich noch an die Zeiten zu erinnern, als ein Leserkommentar noch eine Sache war, bei der diverse Hürden zu überwinden waren. Ein Papier in eine Schreibmaschine (falls vorhanden) einspannen, Fehler mit Tipp-Ex korrigieren, in ein Couvert falten, die richtige Adresse herausfinden, zukleben, Briefmarke draufkleben und in den Briefkasten damit.

War einer mutig durch feige Anonymität, wanderte das Schreiben in den Papierkorb.

Aber heute kann jeder Trottel spontan ins Mäusekino Smartphone töckeln, das Korrekturprogramm eliminiert die schlimmsten Schnitzer, Fake-Absender dran, und ab die Mail.

Obwohl Algorithmen und menschliche Kontrolleure bis zu 50 Prozent des Schrotts rausfiltern, wimmelt es an den Klowänden des Internets von Kommentaren, bei denen man sich ernsthaft fragt, ob die Alphabetisierung breiter Bevölkerungsschichten wirklich so eine gute Idee ist.

Und wenn wir schon bei Selbstbespiegelung und Bejammern sind. Unser Lieblings-Chefredaktor Roger Köppel machte mal wieder eine Pirouette und schrieb: «Das Völkerrecht ist eine gefährliche Abstraktion, eine Illusion».

Das verlangte nach Erwiderung: «Weltwoche-Chefredaktor vergaloppiert sich mit seinen amoralischen Ausschweifungen zum Völkerrecht». Die tatsächlich auch in der «Weltwoche» erschien.

 

ZACKBUM klopft sich auf die Schulter? Nein, das ist nicht der Grund der Erwähnung. Sondern: was immer man von Köppel halten mag, kein anderer Chefredaktor in der Schweiz (im deutschsprachigen Raum) würde sich in seinem eigenen Blatt niedermachen lassen. Keiner. Und das war nicht das erste Mal.

Plus fun facts: Zeyer bekam mehr Likes als Köppel (aktuell 215 zu 180). Allerdings viel mehr Dislikes (492 zu 57). Dafür wieder viel mehr Kommentare (110 zu 34).

Denn merke: auch der WeWo-Leser atmet gerne in seiner Gesinnungsblase, und nicht alle hatten den grossen Löffel dabei, als der Herr Hirn vom Himmel regnen liess.

Während natürlich die ZACKBUM-Konsumenten alle einen grossen Kübel aufstellten.

 

 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-10-um-11.05.39.png 859 1273 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-12 05:00:532026-03-12 17:29:48Leserbeschimpfung
redaktion@zackbum.ch

Sowjetische Mythologie

6. Dezember 2025/7 Kommentare/in Allgemein/von redaktion@zackbum.ch

Dass meine Gegenüberstellung von russischer und amerikanischer Geopolitik dem Sowjet-Nostalgiker René Zeyer nicht gefällt, versteht sich von selbst.

Von Alex Baur

Im Wesentlichen postuliere ich, dass Russland seit den Zeiten der beiden Iwans – dem grossen und dem schrecklichen – stets und meistens erfolgreich darum bestrebt war, seine Nachbarn entweder zu schlucken, zu beherrschen oder wenigstens zu schwächen. Die Sowjetunion stand voll und ganz in dieser Tradition aggressiver Expansion, wenngleich sie uns mit den bewährten Tricks marxistischer Dialektik das Gegenteil weismachen will. Auch die USA haben eine expansionistische Komponente in ihrer DNA, doch diese ist getragen von einer antikolonialistischen und aufklärerischen Mission, welche in der amerikanischen Verfassung ihren Ausdruck findet. Das ist notabene keine moralische Wertung. Auch die Amerikaner haben mit ihren Interventionen bisweilen fürchterlichen Schaden angerichtet. Den Frieden wollten sie beide – die einen durch Unterwerfung, die anderen durch Befreiung.

Gemäss Zeyer ist eigentlich alles falsch an meinen Argumenten. Eine umfassende Replik wäre uferlos. Ich beschränke mich daher auf das, was Zeyer als «Höhepunkt der Einäugigkeit, um es höflich zu formulieren» bezeichnet. Es geht um meine Feststellung: «Immerhin war es Stalin, der mit Hitler 1939 Polen überfiel und damit den Zweiten Weltkrieg lostrat.» Zeyer dazu: «Und da behauptete die ernstzunehmende Geschichtsschreibung doch bislang, dass Hitler den Zweiten Weltkrieg vom Zaun brach. Wahrscheinlich war sein Überfall auf die UdSSR eben doch ein Präventivschlag, wie revisionistische deutsche Historiker immer wieder – und vergeblich – behaupten.»

Revisionismus hin oder her: Selbstverständlich waren Hitlers «Präventivschläge» gegen Polen und Russland plumpe Propagandalügen. All jene, die «Mein Kampf» nicht nur gekauft, sondern auch gelesen haben, mussten es wissen. So wie Stalins «Präventivschlag» als Rechtfertigung für seinen Überfall auf Polen eine dreiste Propagandalüge war. Ich behaupte ja nicht, Stalin hätte den Krieg alleine losgetreten, die Sowjets taten dies in perfekter Komplizenschaft mit den Nazis. Tatsächlich waren der nationalistische Sozialist Stalin und der nationalsozialistische Hitler aus demselben Holz geschnitzt – nicht nur in ihrer Persönlichkeit, auch in ihrer Ideologie. Doch diese Vorstellung ist für den Deutschen René Zeyer, der in seiner Wohnung jahrelang mit einer unübersehbaren sowjetischen Fahne geschmückt hat, natürlich unerträglich. Ja, sorry – es hätte auch ein Hakenkreuz sein können.

Die historischen Fakten sprechen für sich. Am 24. August 1939 unterzeichneten Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der sowjetische Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Wjatscheslaw Molotow in Anwesenheit Josef Stalin in Moskau den deutsch-sowjetischen Neutralitäts-Pakt. Das Abkommen garantierte den Nazis die sowjetische Neutralität für den vorbereiteten Angriff auf Polen und den Fall eines möglichen Kriegseintritts der Westmächte. Doch entscheiden ist in dieser Hinsicht ein damals noch geheimes, heute allgemein bekanntes Zusatzprotokoll „für den Fall einer territorial-politischen Umgestaltung“. Dort wird gut die Hälfte Polens sowie Litauen den Deutschen zugesprochen, die Sowjets rissen sich dafür Ostpolen, Finnland, Estland, Lettland und Bessarabien (heute Moldawien) unter den Nagel. Und by the way: Sie haben Ostpolen, das bis heute Teil von Weissrussland und der Ukraine ist, nie wieder hergegeben.

Alles bloss präventiv, zum Schutz dieser Länder? Aber sicher doch. Die Sowjets wollten immer nur das Beste für die Völker, die sie abschlachteten, aushungerten und unterjochten.

Eine Woche später, am 1. September 1939, marschierten Zeyers Landsleute in Polen ein. Hitler drängte die Sowjetunion mehrfach dazu, mit ihrem angeblichen Präventivschlag gegen Polen endlich vorwärtszumachen. Nachdem Frankreich und das Vereinigte Königreich am 3. September dem dritten Reich den Krieg erklärt hatten, forderte der deutsche Außenminister Ribbentrop die sowjetische Regierung am gleichen Tag auf, Ostpolen zu besetzen, um deutsche Truppen an die entblößte Westgrenze verlegen zu können. Stalin wartete noch eine Anstandsfrist, bis sein Bündnispartner Warschau belagerte, um am 17. September, gut zwei Wochen nach dem deutschen Überfall, den russischen Überfall auf Polen zu vollziehen – als „Friedensmacht“. Aber sicher doch.

Fünf Tage später, am 22. September 1939, nahmen General der Panzertruppe Heinz Guderian und Brigadekommandeur Semjon Kriwoschein die erste gemeinsame deutsch-sowjetische Militärparade in Polen ab, tauschten feierlich Hakenkreuz gegen Rote Fahne, verwundete und von sowjetischen Ärzten versorgte versprengte Soldaten der Wehrmacht wurden übergeben. Während der Parade an der Demarkationslinie in der Stadt Brest-Litowsk, die zwischen den zwei verbündeten Aggressoren geteilt wurde, gratulierte Kriwoschein im Namen der sowjetischen Führung den Nazis zu ihren Kriegserfolgen und erklärte, die Deutschen nach ihrem bevorstehenden Sieg über Großbritannien in Moskau begrüßen zu wollen. Alles nur gespielt? Aber sicher doch.

Doch dabei blieb es nicht. Am 28. September 1939 wurde der Deutsch-Sowjetische Grenz- und Freundschaftsvertrag unterzeichnet, welcher eine längerfristige Zusammenarbeit der beiden Staaten vereinbarte. In teils geheimen (heute aber sauber dokumentierten) Abkommen besiegelten sie die Aufteilung Polens. In den kommenden zwei Jahren, bis zu Hitlers Überfall auf die Sowjetunion, lieferten die Russen Deutschland gewaltige Mengen an kriegswichtigem Öl und andren Rohstoffen. Ohne diese Lieferungen aus Russland wäre Hitlers Feldzüge nach der Seeblockade der Briten kaum zu bewältigen gewesen. Deutschland lieferte den Russen im Gegenzug Maschinen und Waffen. Der letzte Kesselwagen mit russischem Erdöl rollte noch Stunden vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Es braucht schon eine gehörige Portion an marxistischer Dialektik, um aus einer derart engen Kooperation eine Feindschaft abzuleiten.

Und leider waren die Sowjets gegenüber ihren Opfern auch kaum freundlicher als die Nazis. Allein im April 1940 richteten sie 22 000 bis 25 000 polnische Offiziere, Polizisten, Geistliche und Intellektuelle hin, notabene nachdem sich diese längst ergeben hatten. Die Massenerschießungen von Katyn sollten als erste Verbrechen gegen die Menschlichkeit dieser Art in die Geschichte des Zweiten Weltkrieges eingehen. Die Familien der Opfer wurden nach Kasachstan in die Sklaverei verschleppt.

Wenige Monate nach dem Deutschen Einmarsch stand die Sowjetunion Ende 1941 kurz vor dem ökonomischen Kollaps. Väterchen Winter hatte das Land gleichsam in letzter Minute vor dem Untergang bewahrt. Die wichtigsten Industrie- und Landwirtschaftszentren des Landes, der „Brotkorb“ Ukraine und große Teile des Zentrums der Schwerindustrie, des Donezbeckens, wurden von den Deutschen kontrollier. Zwar wurden viele Industrieanlagen Ende 1941 nach Osten evakuiert und so dem Zugriff der Wehrmacht entzogen, doch erst gingen Monate ins Land, bis die Produktion hinter dem Ural richtig anlief. Die Russen hungerten, einmal mehr. Die Zufuhr von Eisenerz, Kohle und Stahl fiel um 75 Prozent und die Versorgung mit kriegswichtigen Rohstoffen, wie Aluminium, Mangan oder Kupfer, um mehr als zwei Drittel. Vom einstmaligen Rohstoffreichtum verblieben nur noch Holz, Öl und Blei.

Bis zu diesem Zeitpunkt hielten sich die USA aus dem Krieg in Europa heraus. Die Erinnerungen an den 1. Weltkrieg waren noch wach, nur wenige verspürten Lust, für den Frieden in Europa zu sterben. Die Amerikaner waren sich sehr wohl bewusst, was gespielt wurde. Doch sie waren zum Schluss gekommen, dass es am besten wäre, wenn sich die Tyranneien der Nazis und der Sowjets gegenseitig ausbluteten. Erst als klar wurde, dass Hitler eine reale Chance hatte, Russland zu unterwerfen, griffen sie ein. Dann aber gleich mit der ganz grossen Kelle.

Unter dem so genannten «Lend and Lease Act» überliessen die Amis den Sowjets zwischen 1941 und 1945 unter anderem 14 795 Flugzeuge, 7 056 Panzer, 8218 Flakgeschütze, 131 633 Maschinengewehre, 15,417 Millionen Paar Stiefel, 4 Millionen Tonnen Lebensmittel, 2,54 Millionen Tonnen Stahl, 728 000 Tonnen Nichteisenmetalle, 764 000 Tonnen Chemikalien, 77 900 Geländewagen Willys MB („Jeep“), 151 000 leichte Transportfahrzeuge, 200 000 Studebaker US6-Lkw, 1900 Lokomotiven, 1,5 Millionen Kilometer Telefonkabel, 35 000 Funkstationen, 380 000 Feldtelefone, 30 % aller Reifen, 56 % aller Schienen und 1/3 aller Sprengstoffe. Die Amerikaner lieferten den Russen 90 Prozent des gesamten hochoktanigen Flugbenzins, ohne das ihre Flieger am Boden geblieben wären. Die wichtigste Zufuhrroute verlief übrigens durch den Iran. Inflationsbereinigt verfrachteten die Amerikaner Waren im Wert von über 100 Milliarden Dollar in die Sowjetunion, welche ohne die US-Hilfe gegen die Deutschen kaum hätte standhalte können

Am 7. Dezember 1941 zwang Japan die USA mit dem Angriff auf Pearl Harbour in den Krieg. Wenige Tage später, am 11. Dezember 1941, erklärte Hitler den USA den Krieg (und nicht umgekehrt). Das mag aus heutiger Sicht verwegen erscheinen. Doch damals befanden sich die Deutschen noch an allen Fronten auf dem Vormarsch, sie wähnten sich unbesiegbar (Hitlers Rede vor dem Reichstag, in der er die Kriegserklärung gegen die USA begründet, kann auf Youtube abgerufen werden; der Aufwand lohnt sich). Bis zur Schlacht in Stalingrad (November 42 bis Februar 43), die allgemein als Anfang des deutschen Untergangs gilt, sollte noch ein Jahr vergehen.

Doch die Sowjets dachten nicht daran, die USA im Krieg gegen Japan zu unterstützen. Im Gegenteil. Am 13. April 1941 hatten sie einen Neutralitätspakt mit Japan unterzeichnet, den beide Seiten bis ganz am Ende des Krieges einhielten. Die Sowjets zogen erst am 9. August 1945 gegen Japan in den Krieg. Es war der Tag, als die Atombombe über Nagasaki gezündet wurde, drei Tage nach der Zerstörung von Hiroshima. Zu diesem Zeitpunkt war allen klar, dass Japan kapitulieren würde. Doch Stalin nutzte die Gunst der Stunde, um noch schnell die Mandschurei, Teile Koreas und die Kurilen zu besetzen. Die Kurilen wurden definitiv annketiert, deren Bevölkerung vertrieben, mehrere Hunderttausend Japaner verschwanden als Zwangsarbeiter in russischer Kriegsgefangenschaft, die meisten kehrten nie mehr in ihre Heimat zurück.

Winston Churchill hatte schon früh erkannt, dass sich die Sowjets nicht nur Polen, für dessen Befreiung die Briten einst in den Krieg gezogen waren, sondern ganz Osteuropa unter den Nagel reissen würden. Nach der deutschen Kapitulation, im Mai 1945, liess Churchill hoch geheime Pläne für die «Operation Unthinkable» (Unternehmen Undenkbar) entwerfen: Zusammen mit den soeben besiegten Deutschen sollten die Alliierten die Sowjets wieder aus Europa vertreiben. Der Plan wurde als unrealistisch verworfen. Mittlerweile ist er auch dieser Plan nicht mehr geheim. Die Unterlagen zur «Operation Unthinkable» sind seit 1998 beim britische Nationalarchiv in London öffentlich einsehbar.

Wie wir heute wissen, waren dem sowjetische Geheimdienst NKWD dank seinen Agenten in der britischen Verwaltung bereits in der Eruierungsphase über Churchills Planspiele im Bilde. Die Sowjets ihrerseits hatten schon 1944 Überlegungen angestellt, nach einem Sieg über Nazi-Deutschland mit ihrer numerisch überlegenen Armee bis nach Frankreich und Italien weiterzumarschieren und parallel dazu Norwegen und Dänemark zu erobern, um die Ostsee zu sichern. Als bekannt wurde, dass die Amerikaner über Atomwaffen verfügten, wurde die Idee archiviert.

Was ich hier anführe, sind nicht irgendwelche Theorien, sondern gesicherte Fakten, die von ernstzunehmenden Historikern auch nicht bestritten werden. Dass es den Sowjets, die ganz Osteuropa und einen grossen Teil von Deutschland fünfundvierzig Jahre lang mit roher Gewalt unterjochten, trotzdem gelang, sich als Befreier zu etablieren, ist die vielleicht dreisteste Propagandalüge des 20. Jahrhunderts. Nun kann man die Russen als Opfer Stalins sehen (was viele tun). Fairerweise müsste man den Deutschen denselben Opferstatus bezüglich Hitler zubilligen. Und dafür wäre René Zeyer wohl kaum zu begeistern. Tatsächlich gibt es einen grossen Unterschied: Die Nationalsozialisten mussten sich ihren Verbrechen stellen, den Kommunisten blieb diese Mühsal leider erspart.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2025/12/Bildschirmfoto-2025-12-02-um-16.18.55.png 1130 1858 redaktion@zackbum.ch https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg redaktion@zackbum.ch2025-12-06 05:00:062025-12-07 13:22:02Sowjetische Mythologie
René Zeyer

Wumms: Alex Baur

14. Oktober 2024/17 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Peinlich, wenn ein guter Journalist sich öffentlich lächerlich macht.

ZACKBUM-Autor René Zeyer hatte ein Kurzfassung seiner Abhandlung über Kriegsverbrechen in der «Weltwoche» veröffentlicht. Daraufhin sah sich Baur genötigt (wieso eigentlich?), darauf zu replizieren. Daraus ist ein Dokument der Selbstverzwergung geworden. Wer’s nachlesen mag, bitte sehr.

Dafür wird Baur schon vom WeWo-Leser kräftig geprügelt, dem ist nicht viel hinzuzufügen. Ausser dem hier:

Baur hat keine Ahnung, aber viel Meinung. Das ist eine üble Mischung, wenn es um Kriegsverbrechen oder Massaker und die Schuldfrage geht. Aber jeder hat das Recht, sich öffentlich zum Deppen zu machen.

Zeyer würde «die Leier von angeblichen israelischen Kriegsverbrechen nachbeten», behauptet Baur. Zeyer betet nicht, und «nach» schon gar nicht. Dann schwirrt Baur in ein Paralleluniversum ab, indem er hinzufügt, dass Israel keinen Krieg gegen den Libanon oder die Palästinenser führe, sondern gegen den Iran. Das wüsste man allerdings, wenn Beirut, Libanon oder der Gazastreifen neuerlich zum Iran gehörten.

Der Höhepunkt der Realitätsverweigerung: «Der Iran und seine Vasallen hätten es in der Hand, das Blutvergiessen sofort zu beenden. Sie allein tragen die Verantwortung für das Elend.» Wie sollten sie das tun? Indem sich die Führung freiwillig selbst in die Luft sprengt?

Dabei wäre es doch so einfach. Wer Kriegsverbrechen begeht, trägt dafür die Verantwortung. Ob er das in Reaktion auf andere Kriegsverbrechen tut oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Jeder, auch Baur, kann nachlesen, was ein Kriegsverbrechen ist. Darüber kann es unter vernunftbegabten Menschen keine Meinungsverschiedenheit geben.

Alleine der Bericht von 99 US-Ärzten, den auch ZACKBUM zitiert hat, lässt keinen Zweifel daran, dass die israelische Armee nicht vereinzelt, sondern systematisch, systemisch und institutionell Kriegsverbrechen begeht. Womit erstellt ist, dass das keine Einzeltaten einer unkontrollierten Soldateska sind, sondern den Oberbefehlshabern bekannt und von ihnen geduldet.

Es gibt inzwischen eine neue Spielart von Realitätsverweigerern.

Nach den Holocaust-Leugnern gibt es nun die Kriegsverbrechen-Leugner.

Schade, dass Baur seine Reputation als ernstzunehmender Journalist so leichtfertig, ohne Not und ohne Kenntnisse beschädigt.

PS: Kommentator Müller empfiehlt einen Besuch im Ziv Medical Center, das regelmässig von Hezbollah-Raketen beschossen werde.

Nun, das hier ist ein aktuelles Foto des Spitals:

Und das hier ist ein aktuelles Foto des al-Ahli Spitals in Gaza City, nachdem es von der israelischen Armee bombardiert wurde:

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/01/Wumms.jpeg 438 882 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-10-14 06:00:182024-10-14 11:50:11Wumms: Alex Baur
René Zeyer

Ach, Bodenmann

6. Oktober 2022/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Peter Bodenmann ist noch recht kregel. Aber dann lässt er nach.

Der Anfang war nicht schlecht. Als mein Artikel «Bodenmanns Furz-Idee» erschien, klingelte kurze Zeit später das Telefon. Am Apparat war Bodenmann himself.

Er fragte mich einleitend, ob ich schon jemals eine Solaranlage installiert habe. Als ich zurückfragte, ob das irgend einen Einfluss auf die Richtigkeit meiner Argumente haben könnte, liess er das Thema. Fuhr aber fort, dass ich nun wirklich keine Ahnung habe, überhaupt nix verstehen würde und seine Berechnungen selbstverständlich alle richtig, meine alle falsch seien.

In gelöstem Gelächter endete das Telefonat, als er mich fragte, ob ich ein Mandat von der Atomlobby hätte. Ich ersparte ihm die Gegenfrage, ob er an chinesischen Herstellern von Photovoltaik-Anlagen beteiligt sei.

Auf jeden Fall rechnete ich fest damit, dass es im Anschluss daran hier oder auf «Inside Paradeplatz» eine gepfefferte Replik von ihm absetzen würde. Denn es wäre ja dringend nötig, allgemeine Sprüche wie «hat keine Ahnung» mit konkretem Inhalt zu füllen. So nach der guten, alten Devise: falsch ist, wenn Zeyer schreibt, richtig ist vielmehr.

Also so war das jedenfalls mal, als man sich noch nicht mit Verbalinjurien allgemeiner Art bewarf, sondern auf faktenbasierte Ansichten mit faktenbasierten Meinungen replizierte.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/10/Bodenmann-e1664964026620.jpeg 473 782 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2022-10-06 05:30:072022-10-05 12:02:04Ach, Bodenmann

  • Kleines Vademecum für Kommentarschreiber27. August 2020 - 16:08
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