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Die Schande der Werdstrasse

Bei Schauspielern würde man von Publikumsgift sprechen.

Es gibt einen Tamedia-Journalisten, der eigentlich auf der schwarzen Liste von ZACKBUM steht. Aber auch auf die Gefahr hin, jedes zuträgliche Niveau nach unten zu durchschlagen; es muss dennoch sein.

Denn zum einen zählt Philipp Loser zusammen mit der von der NZZaS eingewechselten Anja Burri «die nicht so geheimen Geheimpläne» durch, die angeblich vor den Bundesratswahlen ausgebrütet würden. Dabei versteigt sich Loser sogar ins Latein: contradictio in adiecto. Denn, he he, ein öffentlicher Geheimplan sei gar keiner.

Das ist richtig, aber Loser fällt es nicht auf, dass er selbst genau diese Terminologie dennoch verwendet. Aber Intelligenz war noch nie die starke Seite des vielfach Gescheiterten («Volksstimme», «TagesWoche»). Darauf, dass ihm selbst unterstellt wird, an nicht so geheimen Geheimplänen zu werkeln, geht er gar nicht ein.

Aber das wäre bloss das übliche Tamedia-Gedöns. Substanzloses Zusammenschreiben von Längstbekanntem, gut Abgehangenem, Erkenntnisgewinn null, vom ins Archiv entsandten Korrespondenten.

Aber das ist ja nur der halbe Loser. Betriebstemperatur erreicht er erst dann, wenn er ungehemmt meinen und kommentieren darf, wozu ihm das Loser-«Magazin» reichlich Gelegenheit gibt. Dabei gibt er gerne his master’s voice, wenn es gilt, einen unliebsamen Konkurrenten wie Lebrument einzutopfen. Das tat er dann mit Verve, aber so ungeschickt, dass sich sein Master persönlich entschuldigte, der Artikel gelöscht wurde und Loser höchstpersönlich nach Chur dackeln musste, um einen Kratzfuss hinzulegen.

Andere Journalisten würden nach solchen Peinlichkeiten den Beruf wechseln, weil sie sich nicht mehr im Spiegel anschauen können. Aber doch nicht Loser; was soll er denn sonst machen, und von irgendwas muss er ja leben. Auch wenn’s auf Kosten der Tamedia-Leser geht.

Man könnte vom Kampffeministen und woken Regler der richtigen Verwendung des Gendersterns mal ein kräftiges Wort zum Sexismusskandal beim «Magazin» erwarten, schliesslich muss er ja Augen- und Ohrenzeuge gewesen sein und könnte Klarheit schaffen, ob einige Behauptungen von Roshani gegenüber dem ehemaligen Chefredaktor des «Magazins», dass er sie coram publico (Latein, Loser!) übel verbal angegangen sei, zutreffen oder nicht. Aber da schweigt Loser feige.

Stattdessen wäffelt er nun in selbst für Tamedia-Verhältnisse brutal-demagogischer Manier gegen einen alt Bundesrat. Nein, nicht gegen Blocher, diesmal nicht. Diesmal geht’s gegen «Ueli Maurer, der Medienfeind». Typisch für Loser: zuerst gibts eine langfädige Einleitung, in der er Maurer «eine ausgeprägte Vorliebe für Autokraten» unterstellt. Trump, Putin, Xi, Orbán, die üblichen Verdächtigen halt, über die Maurer mal nette Dinge gesagt habe, so wie alle anderen sich diplomatisch ausdrückende Bundesräte auch.

In einem Salto mortale (vielleicht würde Loser sogar von einer contradictio in adiecto schwafeln) kommt er dann zur Kritik Maurers am gebührenfinanzierten Staatsfunk in der Schweiz, für deren Konsum der alt Bundesrat scherzhaft Schmerzensgeld fordert. Wer Losers Kolumne liest, empfindet ähnlich: «Maurers Aussagen zu den «Mainstream-Medien» klingen wie aus einem Handbuch für internationale Rechtspopulisten.»

Gäbe es ein solche Handbuch, dürfte es aber nicht von einem geistigen Tiefflieger wie Loser geschrieben werden. Der wirft Orbán, Trump, Putin und Xi in diesen Topf von Rechtspopulisten. Dass der chinesische Präsident und Chef der kommunistischen Partei Chinas ein Rechtspopulist sei, auf diese hirnrissige Idee muss man erst mal kommen.

Dann gründelt Loser im Banalen: «Autokraten mögen keine unabhängigen Medien. Diktaturen und unabhängige Medien schliessen sich aus.» Auf dem Niveau «zwei plus zwei ist vier» gelingt Loser hier sogar eine richtige Aussage. Aber damit ist seine Sternstunde schon beendet: «Auch Ueli Maurer, der sich gerne als Super-Demokrat inszeniert, mag keine Medien

Maurer äussert als ehemaliges Regierungsmitglied seine persönliche Meinung über die Qualität (und die Kosten) des Dargebotenen bei der SRG. Das ist erlaubt. Ihm eine allgemeine Abneigung gegen Medien in Gesinnungsgemeinschaft mit Autokraten zu unterstellen, ist bodenlos, demagogisch und unverschämt.

Nach diesem Tiefpunkt darf dann herzlich gelacht werden. Denn Loser erklärt auf seine Weise die Ursachen der Krise, in der sich die Medien befinden: «Das alte Geschäftsmodell des Journalismus ist zusammengebrochen, die Ressourcen werden laufend kleiner, das Vertrauen in die Medien sinkt entsprechend

Wegen kleinerer Ressourcen sinke das Vertrauen in die Medien? Falsch, Loser, ganz falsch. Wegen solchen Schmierenjournalisten wie Ihnen sinkt es. Wegen Dummschreibern, die behaupten: «Leute wie Ueli Maurer» zersetzten das Vertrauen, «die Medien werden geschwächt – und damit auch die Demokratie».

Ein Trugschluss wird nicht richtiger, wenn er ewig wiederholt wird. Diese Leier spielten die Medienhäuser schon beim verlorenen Kampf um die Subventionsmilliarde für reiche Verlegerclans. Als wolle sich Loser um eine Stelle bei der «Republik» bewerben, eiert er weiter: «Ohne unabhängige Medien, die über die Herrschenden und die Mächtigen berichten, keine Demokratie.» Daher sei das Verhalten von Maurer «demokratiegefährlich», irrlichtert Loser am Schluss.

Nein, blühender Blödsinn. Weder Maurer noch Loser sind demokratiegefährlich. Und Loser kritisiert ja wohl einen Mächtigen. Aber er schlägt mit seinem unqualifizierten und unanständigen Gewäsch und Gerempel einen weiteren Sargnagel ein, auf dass die Organe von Tamedia dann einmal in die Grube fahren. Denn abgesehen von einem harten Kern Gesinnungsfreunde, die aber, wie die «Republik» beweist, kaum mehr als 30’000 Nasen umfassen: wer will denn freiwillig etwas dafür bezahlen, dass üppig entlöhnte Schreiberlinge wie Loser kübelweise unausgegorenen und unverdauten Gesinnungsbrei flächendeckend ausspeien dürfen?

Einen missliebigen alt Bundesrat in Sippenhaft mit Autokraten nehmen und ihm die Gefährdung der Demokratie zu unterstellen – dafür wäre mal wieder eine persönliche Entschuldigung angebracht: finden Sie nicht auch, Herr Supino?