• Home
  • QA
  • Links
  • Podcast
  • Video
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Schlagwortarchiv für: rassistisch

René Zeyer

«Arschloch» Mike Müller

21. September 2026/19 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Der Einzige, der Dick und Doof als Solist spielen kann.

Der Komiker kann nicht zählen. Auf Elon Musks Plattform X poltert er:

«Was ich nicht so verstehe, warum der Kanzler eines achtzig Mio.-Landes wegen einer knappen Million Nazis in einem gescheiterten Gliedstaat zurücktreten soll.»

Eigentlich versteht er gar nichts. In Sachsen-Anhalt haben insgesamt 1,3 Millionen gewählt. Davon 576’000 die AfD. Aber weder sie, noch die Wähler der SPD, CDU oder der Grünen sind Nazis. Und Sachsen-Anhalt ist kein Gliedstaat, sondern ein Bundesland, das nicht weiss, dass es gescheitert sein soll. An was auch, an Mike Müller etwa?

Der Komiker kann nicht lesen. «Der Weltwoche-Autor René Zeyer stellt fest, gewisse Begriffe im AfD-Programm seien «deutlich angebräunt». Fun fact: es stört ihn nicht.»

Der Komiker ist auch hier nicht komisch. Der Autor schrieb, dass der Begriff «Verzicht auf kulturfremde Fachkräfte» deutlich angebräunt sei. Wie der Staatshumorist daraus schliessen kann, dass ihn das nicht störe, versteht keiner.

Anschliessend zeigte er durch einen Vergleich mit den Wahlprogrammen der CDU, der SPD und des BSW, wie austauschbar sie sind. Aber das war offensichtlich zu hoch für Müller.

Sein primitives Gepolter gegen die meisten Wahlbeteiligten in Sachsen-Anhalt brachte ihm eine Strafanzeige von Peter Müller ein. Er ist der Sohn des Milliardärs Theo Müller («Alles Müller, oder was?») und lebt in der Schweiz.

Er hat seinen Namensvetter wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beschimpfung angezeigt. Gegenüber dem «Blick» sagt er: «Ich finde es schockierend, wie Mike Müller die Wähler einer demokratischen Partei pauschal mit den schlimmsten Verbrechern der deutschen Geschichte gleichsetzt.»

Hat Dick und Doof wenigstens ein wenig Einsehen? «Es ist Wasser auf die Mühlen der SVP, wenn es Ausländer gibt, die sich schlecht benehmen», will er wieder komisch sein. Und noch ein Brüller: «Ich würde nie Milch trinken, die so heisst wie ich.»

Eigentlich heisst er Michael Müller, aber das war ihm offensichtlich nicht komisch genug, also liess er sich im Handelsregister als «Michael genannt Mike Müller» eintragen.

Schon während den Corona-Zeiten fiel er durch Brachial-Beleidigungen auf und beschimpfte einen Impfskeptiker als «ungeimpftes Arschloch».

Gegen Christoph Mörgeli rülpste er diese Geschmacklosigkeit: «Und Sie? Fahren Sie zusammen mit Roger Köppel zu einer Gruppenvergewaltigung im Donbass?» Überhaupt haben es ihm SVP-Politiker angetan. Über Andreas Glarner: «Übelste Denkfaulheit. Rechtsextreme Gosse.» Über die SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann: «Solange sich Profis nicht inszenieren wie rassistische SVP-Nationalrätinnen, müssen wir uns keine Sorgen machen.»

Muss man sich über den Komiker, der nicht komisch ist, Sorgen machen? Eigentlich nicht, denn schliesslich darf sich jeder öffentlich zum Deppen machen. Und schliesslich ist Müller oder wie oder was der lebende Beweis für die Pisa-Studie. Rechenschwäche, Leseschwäche, Denkschwäche und Ernährungsschwäche, die zu Adipositas geführt hat.

Wahrscheinlich Frustfressen, weil ihn keiner komisch findet.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/09/Bildschirmfoto-2026-09-20-um-12.41.28.png 606 1060 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-09-21 05:00:202026-09-20 15:50:34«Arschloch» Mike Müller
René Zeyer

Schlaue linke «WochenZeitung»

31. Oktober 2024/0 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Der Presserat lässt sich an der Nase herumführen.

Von Thomas Baumann*
SRF-Moderator Sascha Ruefer habe sich über den Fussballspieler Granit Xhaka doch rassistisch geäussert, fand der Schweizer Presserat unlängst und wies eine Beschwerde gegen die linke Wochenzeitung WOZ ab.
Zu überraschen vermag das nicht: Die Präsidentin des Presserats — obwohl in diesen Entscheid nicht direkt involviert — ist die WOZ-Journalistin und ehemalige WOZ-Redaktionsleiterin Susan Boos.
Der Satz «Granit Xhaka ist vieles, aber er ist kein Schweizer», den Ruefer gemäss der WOZ «gesagt haben soll», verletzte zwar weder die Antirassismus-Strafnorm, noch werde hier eine Ethnie herabgesetzt, er sei aber dennoch rassistisch, weil hier Ausgrenzung «wegen einer Andersartigkeit» betrieben werde, so der Presserat.
«Blocher: Ein unschweizerisches Phänomen»
Dass der Satz nicht genau so geäussert wurde, spielte dabei für den Presserat keine Rolle. Auch den Hinweis in der Beschwerdeschrift, dass ein Buch des SRF-Journalisten Fredy Gsteiger über Alt-Bundesrat Christoph Blocher den Titel «Blocher: Ein unschweizerisches Phänomen» trägt, ignorierte er tunlichst. Ist ja auch zu blöd, dass dieses angeblich rassistische «Othering» hin und wieder auch gebürtige Schweizer trifft.
Noch etwas anderes macht stutzig: In der Beschwerde wurde unter anderem eine Verletzung des Zwei-Quellen-Prinzips gerügt. Treuherzig versicherte die WOZ in ihrer Beschwerdeantwort, sie hätte durchaus zwei Quellen gehabt: «Beide waren an der Produktion beteiligt und konnten glaubhaft machen, dass sie das Rohmaterial gesichtet haben.»
Zwei angeblich direkt involvierte Quellen und trotzdem kennt die Zeitung den genauen Wortlaut des Satzes nicht. Dass hier etwas faul ist, wäre jedem Redaktor eines Lokalblatt aufgefallen. Nicht jedoch dem Presserat: Dieser fiel voll darauf herein.

*Dieser Artikel erschien zuerst in der «Walliser Zeitung». Mit freundlicher Genehmigung.
https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2024/10/Bildschirmfoto-2024-10-29-um-19.44.16.png 349 744 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2024-10-31 05:00:472024-10-30 07:45:18Schlaue linke «WochenZeitung»
René Zeyer

Oh Mohr, du Mohr, du

25. Juni 2022/3 Kommentare/in Allgemein, Satire & Gelächter/von René Zeyer

Beim Tagi gibt’s keine Kontrollen mehr.

Das Abkratzen von Inschriften gehört zum guten Brauch der Sieger. Namen, die vorher in hohen Ehren standen, sind plötzlich in Ungnade gefallen. Weg mit ihnen.

Eine besonders absurde Variante findet gerade in Zürich statt. Das Wort des Anstosses ist «Mohr». Es gab schon ein Riesengebrüll, als sich ein Zuckerbäcker weigerte, das seit Jahrzehnten in seinem Betrieb hergestellte Naschwerk umzubenennen. Denn das hiess und heisst «Mohrenkopf». Furchtbar.

Weniger resistent erweisen sich uralte Inschriften an Zürcher Häusern. Da die Stadt keine wichtigeren Probleme hat, wurde beschlossen, diese schändlichen Begriffe abzukratzen. Nein, nicht ganz, die zivilisierte Nummer ist heutzutage, sie abzudecken. Damit keine empfindliche, vermutlich schwarze Seele Schaden nimmt.

Ein Mohr, der tanzt? Geht gar nicht.

Aber auch hier ist der Mohr resistent, vielleicht gar resilient. Denn gegen dieses Abdecken, was eine Baubewilligung braucht (aber keinen IQ-Test voraussetzt), seien Rekurse eingereicht worden, behauptete Stadtpräsidentin Corine Mauch. Aber das stimme gar nicht, musste sich nun das Stadtpräsidium korrigieren.

Der Tagi schreibt dazu: «Am letzten Mittwoch debattierte der Zürcher Gemeinderat über die von der Stadt geplante Abdeckung von zwei Häusernamen im Niederdorf, die das rassistische Wort «Mohr» enthalten».

Autor Beat Metzler räumt in seiner Selbstdarstellung freimütig ein: «Metzler begann seine journalistische Tätigkeit als ahnungsloser freier Mitarbeiter bei verschiedenen Zürcher Lokalzeitungen.» So weit, so ehrlich. Dann fährt er aber fort: durch die Arbeit im «Hintergrund» des Tagi habe sich «die Ahnungslosigkeit ein wenig gelegt».

Das täuscht. Denn das Wort «Mohr» war nicht rassistisch, als diese Inschriften angebracht wurden. Es ist’s auch heute nicht. Ein Blick in jedes beliebige etymologische Nachschlagewerk belehrt:

Mohr bezeichnete zunächst einen «Bewohner Mauretaniens (Marokkos), Äthiopiens», dann auch einen Menschen mit dunkler Hautfarbe, und ist eine Entlehnung aus lateinisch Maurus, «Bewohner der nordafrikanischen Provinz Mauretanien, Maure, Nordwestafrikaner».

Die Mohren oder Mauren waren in Spanien bis zur Reconquista leuchtende Vorbilder an Zivilisation, Toleranz und Aufklärung. Wer auf Spanisch «moros y cristianos» verspeist, ist keinesfalls ein Kannibale, sondern futtert (schwarze) Bohnen mit (weissem) Reis.

Irrtum eins all dieser Sprachreiniger ist, dass man durch das Ausmerzen angeblich rassistischer Begriffe Rassismus bekämpfe. Irrtum zwei ist, historische Begriffe aus dem Zusammenhang zu reissen. In früheren Zeiten waren die Bezeichnungen Weib oder Dirne für ehrbare Damen reserviert. Wer also aus einem zeitgenössischen Stück das Wort Weib entfernen oder ersetzen will, ist schlichtweg ein Dummkopf.

Gleich ihm ist ein Dummkopf, wer alte Hausinschriften verbergen will. Irrtum drei besteht darin, dass nicht das Wort selbst, sondern sein Gebrauch rassistisch sein kann. Man kann Mohr als respektvolle Bezeichnung verwenden, Schwarzer hingegen als abwertende Bezeichnung. Ein Weisser kann jemand sein, der über seine Hautfarbe beschrieben wird. Oder aber, der Begriff wird für einen arroganten postkolonialen Europäer gebraucht, der sich durch seine Herkunft dunkelhäutigen Menschen überlegen fühlt.

Dennoch bleibt ein Weisser ein Weisser. Ein Schwarzer bleibt schwarz, ein Afroamerikaner bleibt’s ebenso. Wer an die Hautfarbe rassistische Vorurteile knüpft, dem ist es völlig egal, wie die bezeichnet wird. Aber Ahnungslose wie Metzler fallen immer wieder auf Narrative rein und fühlen sich auf der richtigen Seite der Sprachpolizei. Ohne zu merken, wie bar jedes Wissens das ist. Man könnte sich darüber schwarzärgern, wenn das in einer politisch korrekten, blutleeren Sprache erlaubt wäre.

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2021/09/Mohr2.jpeg 213 626 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2022-06-25 06:00:322022-06-25 07:12:44Oh Mohr, du Mohr, du

  • Kleines Vademecum für Kommentarschreiber27. August 2020 - 16:08
  • Wer wir sind und was wir wollen25. August 2020 - 15:07
  • ZACKBUM.ch startet: Die Rückkehr der Medienkritik25. Juli 2020 - 6:05
© Copyright - Zackbum | Webdesign: 60francs.ch |  info@zackbum.ch | Datenschutz |  Impressum
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen
Unsere Website verwendet Cookies zur besseren Bedienbarkeit. Durch Ihre Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.