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Aufrüstung mit Rafaela Roth

Man kann auch einen Vegetarier ins Schlachthaus schicken.

Einerseits mag das eine gute Idee sein. Auf der anderen Seite sind die Resultate eher vorhersehbar. Gelingen könnte das Experiment höchstens, wenn eine gute Schreibkraft aus dem Klischee was Besonderes macht.

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Rafaela Roth ist in letzter Zeit eher durch verunglückte Stücke aufgefallen. Besonders peinlich war ein Jubelporträt über eine furchtbar wichtige und angeblich erfolgreiche Medienanwältin, die aber um die Publikation des Frauensolidaritätsstücks eine Klatsche nach der anderen, eine Niederlage vor Gericht nach der anderen einsteckte. Ohne dass Roth das in ihrem Zerrbild auch nur im Ansatz darstellte.

Nun muss ein Schlaumeier es eine gute Idee gefunden haben, Roth an die grösste Rüstungsmesse Europas zu schicken. Das könnte durchaus was Explosives werden. Es wird aber zum Rohrkrepierer, wenn Roth den Fehler vermeiden will, mit Abscheu über die Zurschaustellung von Mordinstrumenten zu schreiben. Denn es ist ihr durchaus bewusst, dass der Ukrainekrieg viele Pazifisten in Kriegsgurgeln verwandelt hat.

Auf der anderen Seite läge ihr eine Jubelarie über die «Eurosatory» natürlich fern; Begeisterung für neue Waffensysteme, Applaus für ordensbehängte schwarzafrikanische Militärs? Niemals. Was bleibt?

Der Versuch eines Mosaiks mit hingewürgtem Sauglattismus: «Krieg wird zunächst in Anzügen gemacht – und mit Jutebeuteln.» Oder: «Serviertablette mit Prosecco schaukeln aus dem weissblauen Pavillon hervor, Rheinmetall hat ein ganzes Gebäude zur Messe mitgebracht.» Ist das für den Leser hilfreich, sind das signifikative Beobachtungen, ergibt sich daraus ein Gesamtbild? Ach was.

Es braucht natürlich noch ein Leitmotiv durch den Artikel, am besten eine Person. Daher hat Hanspeter Fäh, «Organisator des Schweizer Pavillons», richtig Pech gehabt. Der wird gleich im ersten Satz kurz hingerichtet: ««Krieg, Krieg, weisst du, wo er beginnt, der Krieg?» Hanspeter Fähs Zunge ist schon etwas schwer. Es ist der Rotwein, es sind die langen Tage, die vielen Fragen., manchmal verliert er die Geduld.»

Die Schnapsdrossel kommt dann ab und an wieder im Text vor: «Hanspeter Fäh taucht seine Hand in eine Schüssel Hackfleisch. Jetzt muss alles klappen: Gehacktes und Hörnli, Fondue und asiatischer Nudelsalat

Da fehlt doch was, aber das wird als Schlusspointe, nun ja, als letzter Rohrkrepierer nachgereicht: «Selten sind die Antworten einfach. Hanspeter Fäh hat auch keine mehr. Er hat sich eine Zigarette angezündet und holt noch eine Flasche Wein. So als wäre dies auch eine Antwort. Er sieht, trotzdem, irgendwie zufrieden aus

Das kann man ohne Weiteres als Charaktermord bezeichnen. Nicht mit moderner Artillerie begangen, sondern mit Buchstaben. Fäh, der Süffel. Der sich fehlende Antworten schöntrinkt und mit schwerer Zunge Philosophisches zum Krieg von sich gibt. Weisheiten aus der Rotweinflasche.

Da Roth nicht sicher ist, was sie denn eigentlich von so einer Waffenverkaufsshow halten soll, darf, heutzutage, wo völliger Abscheu gegenüber Mordmaschinen eher ausser Mode gekommen ist, knöpft sie sich halt den Organisator des Schweizer Pavillons vor. Mal schauen, ob er diesen Beschuss überleben wird.

 

Strahlendes Porträt einer Geflopten

Schwärmen kann man bei der NZZaS. Immer wieder.

ZACKBUM gesteht: bei dieser Titelstory des aktuellen Magazins der NZZaS tippten wir als Autorin sofort auf Rafaela Roth. Und lagen daneben, es geht noch schlimmer.

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Die ehemalige Mode- und Fashionredaktorin der «Annabelle» Andrea Bornhauser spürt dort nicht mehr neusten Trends nach, sondern versucht sich im ernsten Fach des Porträts. Nun ja.

Objekt der Anschmachtung ist Sanija Ameti, die Co-Präsidentin der «Operation Libero». Eine Frau, die ganz sicher nicht auf ihr Äusseres reduziert werden will. Bornhauser will sie aber liebend gerne auf eine Erfolgsstory reduzieren. Dabei macht sie den gleichen Fehler wie weiland Roth in ihrem völlig einseitigen und somit verunglückten Porträt einer angeblich unglaublich erfolgreichen Medienanwältin. Die aber dummerweise um die Publikation des Jubel- und Schmachtartikels herum eine Klatsche nach der anderen vor Gericht einfing. Sozusagen als Serienverliererin.

Alle Bildzitate aus «NZZ am Sonntag Magazin».

Das muss sich Bornhauser als Vorbild genommen haben, denn Pleiten, Pech und Pannen, die kommen in ihrem Porträt nicht vor. Schon gleich zum Stellenantritt bei «Libero» meldete sich Ameti mit der menschenfreundlichen Frage  zu Wort, ob wir als Mehrheit «in Kauf nehmen müssen, dass Menschen, die sich einer Impfung verweigern, ihre Mitmenschen gefährden, das Gesundheitssystem an den Anschlag bringen, Burn-outs beim Pflegepersonal und Schulschliessungen verursachen oder gar in einen Lockdown führen, welcher die Freiheit aller einschränkt». Nach dem Verursacherprinzip müssten diese Leute die wirtschaftlichen Schäden tragen

Dass sie damit zeigte, dass sie das Solidaritätsprinzip einer obligatorischen Gesundheitsversicherung nicht kapiert hat, was soll’s. Es gab sogar mehr Gesprächsstoff ab als ihre selbstverliebte Inszenierung in der SI. Lasziv mit rotgeschminkten Lippen und dicker Zigarre in der Hand. Aber bitte, liebe männlichen Leser, nicht zum Schwein werden und die Frau als Sexobjekt missverstehen.

Auch in der SI gab sie Vollgas mit der Selbstdarstellung.

Von ähnlich schwüler Tonlage sind auch die Fotos im Magazin der NZZaS. Besonders putzig ist die Bildlegende, dass sich Ameti auf Inszenierung verstehen würde – in einer mehr als inszenierten Fotoserie ausgedrückt.

Bei der Inszenierung stört der Kopf nur …

Aber bitte, es geht doch nicht etwa um Äusserliches, auf die Inhalte kommt es an. Also, da wäre mal die Forderung nach Selbstbezahlen von angeblich Selbstverschuldetem.

Im Jubelartikel geht’s ganz anders zur Sache: «Die Schweizer Politik hat Sanija Ameti ein romantisches Wochenende in Rom vermiest.» Schon der Einstieg gibt die Stimmlage des anhimmelnden hohen C vor.

«Die politische Aktivistin mit dem Inszenierungswillen einer Influencerin ist in der Presse kaum zu übersehen. Sanija Ameti provokant mit Zigarre im Mund, im Coca-Cola-T-Shirt, wie sie sich auf ihrem Designersofa räkelt.»

Hoppla, jetzt sind wir doch schon wieder in der Beschreibung von Äusserlichkeiten gelandet. Worum geht es ihr denn nun? «Sie sieht sich als eine Art moderner Laokoon, der einst die Trojaner vor dem Untergang retten wollte. «Ich möchte die Leute aufklären. Wer soll es sonst tun?»»

Vorne Ameti, hinten Laocoon.

Nun ja, mit oberflächlichen Kenntnissen der griechischen Sagen mag man das so formulieren. Gut ist auch immer die Frage nach Idolen. Die ist originell und die Befragte antwortet ganz spontan, als wäre es das erste Mal: «Sanija Ameti nennt alt Bundesrätin Elisabeth Kopp, weil sie für ihre Überzeugung eingestanden sei, auch wenn es nicht der Meinung ihrer Partei entsprach. Und Winston Churchill. Mit dem britischen Premierminister verbindet die Politikerin nicht nur die Vorliebe für Romeo-y-Julieta-Zigarren, die sie sich einmal im Monat und nicht nur fürs Foto gönnt, sondern auch die Vision eines vereinigten Europas.»

Wir laufen in die Zielgerade ein

Dann hätten wir’s ja fast, es fehlt nur noch der szenische Ausstieg. Es ist Zeit aufzubrechen, die Wahlfeier der Zürcher Grünliberalen beginnt gleich. Im Tram auf dem Weg ins «Terrasse» am Bellevue gesteht Ameti, dass sie Events nicht besonders mag.

Ein überraschendes Geständnis, wie süss. Als die beiden bei der Wahlfeier ankommen, macht sich Bornhauser noch so ihre tiefen Gedanken: «Inmitten der Parteikollegen wirkt sie fast ein wenig verloren. Während sie auf dem politischen Parkett regelmässig in den beast mode schaltet, scheint sie sich zurück in ihre Badewanne zu wünschen.»

Der Lohn der ganzen Mühe

411 Treffer verzeichnet die Mediendatenbank SMD in den letzten sechs Monaten für Ameti. Das ist zwar noch nicht in der Liga Molina (1658), Glättli (1665) oder Wermuth (2803). Aber sie ist gut unterwegs.

Allerdings neigt sie doch, wie bei ihren markigen Aussagen zur Pandemie und einem «differenzierten Impfzwang», auch sonst dazu, etwas viel Gas zu geben. Eine Todesanzeige zum «Gedenken an das Rahmenabkommen»? Kam angesichts der Ukraine nicht wirklich gut an. Die «Europa-Initiative»? Mit grossem Tamtam angekündigt, dabei gibt es weder Text noch Verbündete. Mitinitiator Balthasar Glättli hat inzwischen Besseres zu tun, selbst ihre eigene grünliberale Partei steht nicht mehr hinter diesem Flop.

Aber all das hat in einem Jubelporträt einer Moderedaktorin natürlich ungefähr so viel Platz wie die Erwähnung seines Verhältnisses zu Kindern in einer Würdigung auf Michael Jackson. Allerdings: die NZZaS hat nun doch ein Problem. Denn ihre Leser erwarten schon, dass es im Niveau, in der Darstellung und in der Qualität spürbare Unterschiede zu «Bravo», «Annabelle» oder SI gibt. Womit nichts gegen diese Zeitschriften gesagt sein soll.

Das Zielpublikum ist einfach etwas verschieden. Es gibt das Jubel-Hudel-Porträt der intellektuell etwas tiefergelegten Organe. Wie das mal visuell am Beispiel der «Schweizer Illustrierten» auf den Punkt gebracht wurde. Deren Porträtexte seien so wie die dazugestellten Fotos. Und die sähen so aus: Vorne hell, hinten hell, und in der Mitte lacht’s. Auch wenn hier in der Mitte ein leuchtend rot geschminkter Mund nicht lacht: das Prinzip ist das gleiche.

Leider auch das Prinzip, dass ein Porträt nicht mit einer Darstellung der Komplexität einer Person überladen werden sollte. Rückschläge, Flops, Niederlagen, Fragwürdiges, Widersprüchliches neben Strahlendem und Erfolgreichem? Das macht eigentlich jeden Menschen aus, macht ihn für den Leser fassbar, verständlich. Unkritische Lobhudelei und Oberflächenkosmetik hingegen wird von Fans goutiert, aber eigentlich weniger von erwachsenen Lesern. Die auf Wiederholungen zunehmend irritiert reagieren.

 

 

 

 

Wumms: Rena Zulauf

Nachhilfe für eine Anwältin: Wer sie als Rechtsvertreterin hat, muss sich warm anziehen.

RA Zulauf liegt mit ZACKBUM in diversen Rechtshändeln. Hier entstehen an Positivem ihre sicherlich beeindruckenden Honorarnoten. Sonst kommt aber nicht viel Nützliches heraus.

So wie das Bundesgericht Zulauf über banale Formvorschriften aufklären musste, erteilt ihr nun das Bezirksgericht Zürich Nachhilfeunterricht für Anfänger. Denn hier geriet sie ohne Not in das Problem, wer denn für ihre Zivilklage zuständig sei.

Sie verfasste eine weitschweifige, fünfseitige «Stellungnahme», die ihren Mandanten eine wohl ebenfalls fünfstellige Summe gekostet haben dürfte. Denn sie war vor den Einzelrichter gelangt, obwohl jeder Laie erkennen müsste, dass für ihre Zivilklage das Kollegialgericht zuständig wäre.

Nun hatte sie aber den falschen Pfad betreten und versuchte mit allen Kräften, das Schlimmste zu verhindern. Falls ein Einzelrichter nicht zuständig sein sollte, bat die Anwältin um Überweisung an das zuständige Gericht.

Schon wieder musste sie sich belehren lassen: «Eine Überweisung von Amtes wegen an das zuständige Gericht findet – entgegen den Ausführungen des Klägers – nicht statt.» Klatsch. Auf Deutsch: falschen Baum angebellt. Setzen, nach Hause gehen, nochmals antreten.

Oder wie das Bezirksgericht sec verfügt:

«Auf die Klage wird mangels sachlicher Zuständigkeit nicht eingetreten. Die Gerichtskosten werden der klagenden Partei auferlegt.»

Zudem muss sie der beklagten Partei (also ZACKBUM) eine Umtriebsentschädigung zahlen.

Das sind allerdings Peanuts im Vergleich dazu, was dieser Schuss in den Ofen ihren Mandanten an Honoraren bislang gekostet hat. Der litt schon andernorts unter der eklatanten Rechtsunkenntnis seiner Anwältin, worüber er draussen vor der Türe auf einem unbequemen Bänkli reichlich Zeit zum Nachdenken fand.

Die Liste der Klatschen ist lang und länger. Für ihre Mandantin Jolanda Spiess-Hegglin kassierte Rechtsanwältin Zulauf sicherlich erkleckliche Honorare – und Niederlagen. Über eine Buchveröffentlichung stritt sie bis vors Bundesgericht.

Das im ersten Anlauf auf eine schludrig abgefasste, nicht mal die Voraussetzungen erfüllende Berufungsschrift gar nicht eintrat – Höchststrafe in Anwaltskreisen.

Auch für ihre Mandantin Patricia Laeri klagte sie gleich zweimal gegen «Inside Paradeplatz». Damit machte sie nicht nur zwei Gerichte ranzig, die sich zähneknirschend für vorläufig zuständig erklärten. Denn die Justiz will natürlich unbedingt vermeiden, dass zwei Spruchkörper zwei verschiedene Urteile in gleicher Sache fällen. Zudem kassierte sie mit ihrer Forderung nach einer superprovisorischen Verfügung gegen einen Artikel gleich zwei Klatschen: abgeschmettert.

Das alles hinderte die NZZaS-Journalistin Rafaela Roth nicht daran, einen weiblich-solidarischen Jubelartikel über eine der angeblich «geschicktesten Medienanwältinnen der Schweiz» zu verbrechen. Solches Ausblenden der Realität findet normalerweise nur in der Staatspresse Russlands oder Chinas statt.

Wenn es Gerechtigkeit in dieser Welt gibt, sollten nun zwei Dinge passieren. Roth schreibt einen korrigierenden Artikel. Zweitens: nicht nur dieser Mandant, sondern auch ein paar andere suchen sich eine kompetentere Rechtsvertretung

Wumms: Rafaela Roth II

Jubeln ja. Antworten nein. Daher Roth Reloaded.

Rafaela Roth arbeitet unermüdlich daran, das Niveau der NZZaS zu senken. Sei es mit der Wiederholung eines Interviews mit einer erstaunlich langweiligen Psychiaterin, die bereits zuvor zum gleichen Thema – sie hat ein Buch geschrieben – von der «SonntagsZeitung» interviewt wurde. Ihr Werk handelt von Dummheit, kein Scherz.

Dann schrieb Roth ein Jubelporträt einer angeblich herausragenden Medienanwältin aus der Backfischperspektive. Dumm nur, dass um die Veröffentlichung herum diese Anwältin eine Klatsche nach der anderen einfing.

Grund genug, Roth Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. In der Anfrage beschrieb ZACKBUM kurz die Situation:

– Klatsche vor dem Bundesgericht. Es kommt selten vor, dass einer Anwältin so die Leviten gelesen werden, dass sie nicht mal die formalen Voraussetzungen einer Beschwerde erfüllt hat.

– Klatsche als Anwältin von Patrizia Laeri. Bereits ihre Anträge auf superprovisorische Verfügungen und Löschung eines kritischen Artikels wurden abgelehnt. Nun hat das Handelsgericht das nächste für RA Zulauf vernichtende Urteil gesprochen. Niederlage auf ganzer Linie, happige Kosten für ihre Mandantin.

Deshalb wollte ZACKBUM wissen:

Nachdem Sie mit diesem Artikel dermassen daneben gelegen sind, kann der Leser der NZZaS eine Korrektur aus Ihrer Feder erwarten?

Anders gefragt: Hielten Sie es nicht für einen Akt journalistischen Anstands, ein dermassen verschriebenes Porträt richtigzustellen?

Oder nochmal anders gefragt: wenn jemand aufgrund Ihres Jubelartikels auf die fatale Idee käme, RA Zulauf zu mandatieren, müssten Sie sich da nicht eine Mitschuld am wahrscheinlichen Ausgang geben?

Aber Selbstkritik scheint nicht die starke Seite von Roth zu sein. Sie liess die Leiterin Kommunikation der NZZ antworten: «Vielen Dank für Ihre Anfrage, die mir Rafaela Roth gerne weitergeleitet hat. Sie möchte dazu keine Stellung nehmen.» Das hat nun überhaupt keinen «Hauch von «Boston Legal»». Sondern ist bloss sackschwach.

 

Wumms: Rafaela Roth

Vielleicht wieder zurück zu «watson»?

Sie ist eine Allzweckwaffe. Medien, Bundesräte, Schriftstellerinnen, Crystal Meth, Afghanistan, Spielbankenkommission, Zocker: kein Thema zu klein, nicht beschrieben zu sein. Nicht immer sehr akkurat, nicht immer ausgewogen.

Schon im Oktober 2020 warnte ZACKBUM vor ihren Recherchierkünsten, als Rafaela Roth unfiltriert sich die recht einseitige Sichtweise eines Zockers zu eigen machte:

«Wie ein solcher Unfug von Rafaela Roth durch alle Kontrollinstanzen flutschte und üppig illustriert den Leser auf einer Doppelseite angähnt – unverständlich und beunruhigend.»

In letzter Zeit häufen sich die Flops von Roth. Ein lobhudelndes Porträt über eine umtriebige Medienanwältin, bei der nur Positives vorkommt und alles Negative sorgfältig ausgeblendet wurde.

Wäre das ein bezahltes Inserat, Pardon, ein «Sponsored Content» gewesen, hätte es Sinn gemacht – und die NZZaS hätte wenigstens etwas daran verdient, sich den Ruf zu bekleckern.

Ziemlich dreist ist allerdings, dem NZZaS-Leser auf einer Doppelseite ein Interview zu servieren, das inhaltlich verblüffend ähnlich mit der gleichen Psychiaterin genau drei Monate vorher in der «SonntagsZeitung» erschien.

Das Thema ist beide Male – feine Ironie – Dummheit. Hier muss man allerdings Roth in Schutz nehmen. Sie macht einfach ihren Weg, von «watson» über «Tages-Anzeiger» zum «Hintergrund» der NZZaS. Dumm, wer sich ein Interview mit der gleichen Person zum gleichen Thema drei Monate später als die Konkurrenz aufschwatzen lässt.

Die Lektüre von ZACKBUM hätte genügt, diese Doublette zu vermeiden. Wir kritisierten schon damals die Plattitüden, die Heidi Kastner in ihrem Buch und in Interviews von sich gibt. Wie sagte sie damals so richtig: «Die Dummheit hat aufgehört, sich zu schämen.»

Ob der Leiter «Hintergrund» geistig schon schamfrei bei seinem neuen Arbeitgeber weilt?

Dass Kastner gerne und ohne Aufwand doppelte PR für ihr neues Werk («Dummheit») macht – wer wollte ihr das vorwerfen. Aber vielleicht hätte sich Michael Furger wenigstens eine Plattitüde aus dem Roth-Interview zu Herzen nehmen sollen: «Wie merken wir, dass wir etwas Dummes tun?» – «Nachdenken ist immer gut.»

 

NZZaS: scharf beobachtet

Wir meinen zu wissen, was nicht drinsteht. Schauen wir uns an, was schon.

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Gross angekündigt auf der Frontseite: eine Reportage von Peter Hossli. Also doch. Endlich. Der Höhepunkt eines Bundesrats-Porträts. Reingefallen: das Werk nimmt als dünnen Aufhänger, dass in Zürich höhere Hochhäuser gebaut werden sollen.

Viel Turm um nichts.

Darüber denkt zumindest das Hochbauamt nach. Wahnsinn. Konkret bedeutet das: vielleicht. Vielleicht noch zu unseren Lebzeiten. Nachdem in rund 25 Jahren die letzte Einsprache vom Bundesgericht abgeschmettert wurde. Im besten Fall.

Das NZZaS-Cover schmückt daher der Burj al Arab. Der ist allerdings 322 Meter hoch; in Zürich sollen möglicherweise, unter Umständen, so als Idee Bauwerke bis 250 Meter zugelassen werden.

Vielleicht etwas überhöht, diese Story. Aber faktentreu; den Bericht des Amts scheint’s zu geben. Obwohl der vom «Tages-Anzeiger» veröffentlich wurde.

Leider noch mehr Bad News von der NZZaS

Also eher Bad News von der NZZaS. Noch mehr davon: «Autorin» Patti Basler werde «Kolumnistin». Die Dame versteht sich selbst als «Satirikerin» wobei die Frage ist, ob sie dieses Wort versteht. Zur Burka-Initiative äusserte sie sich auf jeden Fall völlig sinnbefreit: «Eigentlich müsse man doch verbieten, dass Männer Frauen Kleidervorschriften machen dürfen. «Aber stattdessen will man Frauen verbieten, wie sie sich kleiden».»

Kürzlich machte sie mit «Penissimo» peinlich auf sich aufmerksam. Damit nicht genug, als das kritisiert wurde, keifte sie zurück:

«Wer dies missversteht, handelt entweder ignorant oder bewusst hetzerisch. Schade, dass du als Journalist hier zynische Satire betreibst und ich als Satirikerin die Fakten erklären muss.»

Verstand auch niemand so richtig. Das gilt übrigens auch für ihre erste Kolumne. Da geht es um eine Entenmutter, Erpel und Raben. Bei der Lektüre denkt der sexistische Leser: Herr, meinetwegen auch Herrin, lass Hirn vom Himmel regnen.

Gibt’s auch was Nettes zu beschreiben? Nun ja, der Besuch bei Panzern auf einer Touristeninsel vor Schweden ist zumindest eine launige Reportage. Zwar ohne grossen Erkenntniswert, aber schön, dass wir wissen, dass es Gotland wirklich gibt.

Manchmal blitzen Lichtblicke im Dunklem auf

Das Interview mit dem Chef des US-Think Tanks Carnegie in Moskau beweist, dass es auch intelligente und interessante Analysen zum Ukraine-Konflikt gibt. Zudem ist Dmitri Trenin der lebende Beweis, dass man dort durchaus Kremlkritisches sagen kann («Russland ist eine Autokratie, geführt von einem Zaren»). An dieser Doppelseite kann man höchstens, mit Nachdruck und wiederholt meckern, dass es nun wirklich kein Riesenfoto eines Putins am Schreibtisch, im Gespräch mit US-Präsident Biden, braucht.

Die Seite «Meinungen» ist sicherlich der absolute Tiefpunkt der Ausgabe. Neben Basler vertreten sich hier der Pensionär Felix E. Müller und die «Chefredaktorin Magazine» Nicole Althaus (53) die Füsse. Ihr Alter muss wenig galant erwähnt werden, weil sie sich Gedanken zu Schauspielerinnen macht, die «the last fuckable day» hinter sich hätten. So launig zitiert sie eine US-Komikerin zum Thema «Frauen nach Menopause». Probleme gibt’s.

Müller hingegen setzt seinen Feldzug gegen «rechte Medien wie «Inside Paradeplatz», «Weltwoche», «Nebelspalter» oder «Ostschweiz»*» fort. Für die sei das mögliche Ende der Pandemie eine schlechte Nachricht, weil sie bisher von der «Opposition gegen die Corona-Politik gelebt» hätten.

Ist zwar Schwachsinn; ohne den Widerspruch zu seiner These zu bemerken, räumt Müller immerhin ein, dass die «Ostschweiz» im – Gegensatz zur NZZaS und eigentlich allen anderen Medien – Ende 2021 die regelmässige Berichterstattung über Corona eingestellt hat. Aber wieso sich eine dem Wunsch, nicht der Wirklichkeit entsprechende These von solchen Details kaputtmachen lassen.

Ach, Einfalt und Dummheit im Interview

Das grosse Doppelseiten-Interview im «Hintergrund» ist zumindest nicht so abgründig schlecht wie das Lobhudel-Porträt über eine Anwältin. Da es aber die gleiche Autorin hat, trägt die «österreichische Gerichtspsychiaterin», die «laut über Dummheit» nachdenke, nicht wirklich Intelligentes zum Thema bei. Rafaela Roth entlockt ihr lediglich eine Kette von Binsenwahrheiten («Wie merken wir, dass wir etwas Dummes tun?» – «Nachdenken ist immer gut»). Hätte das die Autorin doch nur getan, bevor sie mit Frauenbonus (Frau interviewt Frau, welcher männliche Vorgesetzte würde es wagen, das als zu flach abzulehnen?) diese intellektuelle Wüste ins Blatt rieseln liess.

Zudem weist ein aufmerksamer ZACKBUM-Leser zu recht darauf hin, dass vor genau drei Monaten die gleiche Psychiaterin zum gleichen Thema in der SoZ interviewt wurde. Da erhebt sich die Frage, wieso die NZZaS dieses Interview nicht einfach per copy/paste übernahm …

Nebenbei, wenn Hossli weiblich wäre, wer weiss, ob seine Berset-Schnüffelei nicht erschienen wäre.

Leider hat auch der sonst sehr stabile Daniel Meier einen kleinen Schwächeanfall, indem er sich als Royal-Experte outet und zum 70. Thronjubiläum der Queen (cheers!) die Verleumdung der Royal Family in Spielfilmen und Serien («Spencer», «The Crown») beklagt. Der alte Recherchierhase ging dabei der Frage auf den Grund, ob auf dem Landsitz von Sandringham bis heute eine alte Waage zum Einsatz käme. Die Frage ventilierte er mit diversen anderen Royal-Experten, die aber auch keine belastbare Aussage machen konnten.

Was bleibt? Natürlich, dranbleiben, an der «Medienstelle der königlichen Familie». Die ist sich Kummer gewohnt: «Mehrere Anrufe und E-Mails nach London sind nötig, um die schlichte Frage stellen zu können: Wird die Waage in Sandringham noch gebraucht

Bevor die Spannung des Lesers zum Herzinfarkt führt; Meier liefert die Antwort:

«Das ist nichts, zu dem wir uns äussern möchten.»

«Wissen» beweist mit einer Doppelseite «Und nach Omicron?», dass auch die NZZaS viel mehr unter dem Abgang dieses Themas leiden wird, als es sich Müller vorstellen kann. Vielleicht bemerkt dann das Sonntagsblatt wenigstens, wo echter Sparbedarf existiert.

Wir kommen kurz zum Höhepunkt

Für seine Verhältnisse eher locker vom Hocker berichtet die jugendfreie NZZaS über die Schreckensvorstellung vieler Männer: «Wenn das Ende auf dem Höhepunkt kommt». Denn:

«Menschen mit Herzproblemen können nach der Anstrengung beim Sex sterben».

Huch. Aber die NZZaS gibt gleich doppelt Entwarnung: «Den Spass im Bett muss sich aber niemand verderben lassen». Denn: «Plötzlicher Herztod nach dem Sex tritt sehr selten auf». Warum dann diese Leserschreckung? Um auch mal ein schlüpfriges, wenn auch dampfverhülltes Symbolfoto abdrucken zu dürfen?

Da dampft’s anzüglich aus dem seriösen Blatt.

Und die «Wirtschaft»? Genau, nichts Nennenswertes. Ausser, jemand interessiere sich noch dafür, dass nun selbst die streng vertraulichen Lohn- und Bonuszahlungen bei Raiffeisen öffentlich verhandelt werden können. ZACKBUM wird nächste Woche die Anfrage starten, ob man bitte schön die Konten samt Bewegungen und aktuellen Stand einiger ausgewählter Prominenten und Politiker bekanntgeben könne.

«Kultur» kommt hinten hoch, das Magazin auch 

«Kultur» schliesslich fängt mit einem mässig geschriebenen Zeitgeist-Stück über eine neue Modeerscheinung namens «Selbstsorge» oder knackiger «Sweet Selfcare» an. Aber wer da schon wegschnarcht, verpasst einen brauchbaren Nachruf auf Endo Anaconda und eine Hinrichtung der «Geld»-Ausstellung im Berner Historischen Museum.

Richtig Glück hatte das «NZZaS Magazin». Nach mehreren gebotenen Hinrichtungen erfreut es mit einer witzigen Reportage über «Dschingis’ letzten Kahn», die das Niveau dieses Kalauers hält.

Stimmung auf dem Mongolen-Kahn.

Man wusste, dass Sylvester Stallone überzeugt ist, dass er besser malt als schauspielert.

Da muss man ihm zustimmen (wenn man von «Copland» absieht). Und Mark von Huisseling zeigt, dass er die Investition des Galeristen und Stallone-Vertreters Mathias Rastorfer wert ist (kam «nebenbei erwähnt für meine Reise und Hotelübernachtung auf»). Denn den People-Journalisten trieb es nach Hagen (Ruhrgebiet), wo zum 75. Geburtstags des schauspielernden Malers eine «Retrospektive» stattfindet.

Dort wurde ihm ein Interview in der handgestoppten Länge von «10 Minuten und 48 Sekunden» gewährt. Ein begabter Schreiber füllt damit fast drei Textseiten.

Das Thema «Konsumkultur» wurde hingegen wieder dermassen blödel-blöd absolviert, dass wir dazu einiges sagen würden. Wären wir nicht durch das zuvor Gebotene milde und gnädig gestimmt.

Wer will sich damit wirklich zum Deppen machen?

 

*Packungsbeilage: René Zeyer schreibt mehr oder minder regelmässig in dreien davon.

Der Glücksspieler im Pech

Oder hat’s die «NZZ am Sonntag»?

Eine Story, von der jeder Boulevard-Journalist träumt: Spieler verliert in einer Nacht 1,5 Millionen. Nachdem er anderthalb Jahre zuvor schon mal über eine Million verzockt habe. Eine Story aus Las Vegas oder Atlantic City? Aber nein, das alles trug sich im Casino Zürich zu.

Gibt es dabei ein Problem? Eigentlich gewinnt immer das Casino, das weiss jeder «High Roller», jeder «Big Spender», jeder Berufsspieler wie der Engländer Henri Cammiade. Vielleicht wäre aber ein Boulevard-Journalist vorsichtiger an diese Story herangegangen – als die «NZZ am Sonntag».

Wohin nur mit so viel Bargeld?

Bei der jammerte sich nämlich der Berufszocker aus. Beim ersten Verlustabend habe er schon einige Gläser Wein intus gehabt. Erschwerend sei hinzugekommen, dass ihm das Casino mehrfach einen Mercedes der E-Klasse mit Chauffeur spendiert habe, womit er zu seinem Gelddepot fuhr, um Nachschub zu holen.

Gelddepot? Hier kommen wir zu einer Absonderlichkeit beim Glücksspiel um hohe Beträge. Gewinne werden in bar ausbezahlt, und nur in bar. Früher kein grosses Problem, aber man versuche einmal heute, zu einer europäischen oder Schweizer Bank zu gehen, einen grösseren Sack auf den Tresen zu wuchten und darum zu bitten, gerne mal eine Million in Cash einzuzahlen.

Woher man das Geld habe? Na, natürlich im Casino gewonnen. Da kichert der Bankangestellte. Ach, ob das Casino eine Bestätigung ausstellt? Nein, tut es nicht. Warum nicht? Aus dem gleichen Grund, wieso die Bank so viel Bargeld nicht annimmt: Angst vor Geldwäsche.

Einfühlsame Schilderung des Belohnungssystems im Hirn

Also muss der High Roller aus England grössere Summen Bargeld umherkutschieren, wenn er gewinnt. Oder sie bei seiner Zürcher Freundin lagern oder wie auch immer. Die NZZaS schildert einfühlsam, wie im Hypothalamus bei Spielsüchtigen das Belohnungssystem anspringt, bei hoher Taktung der Spiele umso stärker. «Noch besser fühlt es sich an, wenn die Suchtmittel kombiniert werden: Spielen, Alkohol, Rauchen.»

Davor sollten eigentlich diverse Mechanismen schützen, ein sogenanntes «Sozialschutzkonzept», ohne das Casinos in der Schweiz keine Konzession erhalten. Nun besteht das Problem natürlich darin, dass Zocker und Berufsspieler wie dieser Engländer unbegrenzt gewinnen dürfen. Aber vor unbegrenzten Verlusten sollen sie geschützt werden, durch gutes Zureden bis hin zur Sperre, dem Verbot, Schweizer Casinos zu betreten.

Der Not gehorchend, eröffnete der Spieler ein Jetonkonto

Hier wird die Story des High Rollers recht abenteuerlich. Nachdem er wieder kräftig gewonnen hatte, habe er Schiss bekommen, überfallen zu werden. Also sei ihm nichts anderes übriggeblieben, als ein Jetonkonto beim Casino zu eröffnen. Alleine im August dieses Jahres gewann er offenbar 1,24 Millionen Franken, die er auf dieses Konto gutschreiben liess.

Dann folgt die nächste Pechsträhne, Verlust auf Verlust. Er habe seinen «Client Relationship Manager» mehrfach gebeten, ihn nicht mehr weiterspielen zu lassen, behauptet Cammiade. Aber in einer Nacht sind wieder 1,5 Millionen weg, alles, was auf dem Jetonkonto lag.

Nun benehmen sich Berufsspieler manchmal nicht anders als Zocker an der Börse. Solange es gut läuft und die Gewinne sprudeln, ist alles bestens. Hagelt es Verluste, erhebt sich grosses Geschrei. Man sei nicht richtig über die Risiken aufgeklärt worden, man habe gar nicht so ein Risikoprofil, usw. Das mag manchmal stimmen, meistens aber nicht.

Nachdem andere Versuche scheiterten, wieso nicht Öffentlichkeitsarbeit

Nachdem der Berufsspieler mit seinen Versuchen, dem Casino unstatthaftes Verhalten vorzuwerfen, gescheitert war, ebenso bei der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK), der Aufsichtsbehörde über alle Schweizer Casinos, versuchte er es offensichtlich mit Öffentlichkeitsarbeit.

Ihm kam zupass, dass das Swiss Casino Zürich sträflich unterschätzte, welche Wellen dieser Artikel schlagen sollte. Am Montag wurde die Story breit aufgenommen; endlich mal etwas anderes als ewig Corona und US-Wahlen. Das Casino liess sich anfangs nur mit der knappen Mitteilung vernehmen, dass es den Fall an die ESBK gemeldet habe, die keinerlei Unregelmässigkeiten feststellen konnte.

Erst durch Gebrüll aufgeschreckt sagt Swiss Casinos was

Aufgeschreckt durch das Gebrüll vom «Landboten» über «20 Minuten», «Tages-Anzeiger», CH Media und natürlich des «Blick», bequemte sich Swiss Casinos endlich zu einer Stellungnahme. Während seine Medienmitteilungen normalerweise Themen wie «Säulirennen im Casino St. Gallen», «Zwei Zürcherinnen werden über Nacht zu Millionärinnen» oder «Wiedereröffnung Adventure Rooms» bestreichen, rückt der Betreiber  der Schweizer Casinos eine Kleinigkeit zurecht:

Nämlich dass der Berufszocker das Casino Zürich alleine im Jahr 2019 mehr als 30 Mal besucht habe. Und unter dem Strich, Gewinne minus Verluste, bislang mit 220’500 Franken – in der Gewinnzone sei.

Man kann sich also ungefähr vorstellen, welche Beträge er einsetzt, gewonnen hat und jeweils klaglos hinaustrug, wenn er nach über 2,5 Millionen Verlust in zwei Nächten immer noch mehr als das Dreifache eines durchschnittlichen Schweizer Jahreseinkommens als Trostpflästerchen besitzt.

Vielleicht hätte die NZZaS es besser mit Dostojevski probiert

Da er nun aber gesperrt ist, kann er diesen Betrag in der Schweiz weder legal durch Glücksspiel vermehren – oder verringern. Also geht es ihm besser als Dostojevskis «Der Spieler».

Die «NZZ am Sonntag» wäre vielleicht gut beraten gewesen, dieses Gewaltswerk auf zwei Seiten zu präsentieren – statt eine windige und einseitige Story eines Zockers, der sich nicht unter Kontrolle hat und dafür – wie üblich – allen anderen die Schuld geben will. Wie ein solcher Unfug von Rafaela Roth durch alle Kontrollinstanzen flutschte und üppig illustriert den Leser auf einer Doppelseite angähnt – unverständlich und beunruhigend.