Ensemble für ein Schmierentheater
Es folgt die Mannschaft in alphabetischer Reihenfolge.
Jean-Martin Büttner, Fabian Eberhard, Dominik Feusi, Markus Somm und als Special Guest Star Roger Köppel.
Was wird genau aufgeführt? Ein Ein-Personen-Stück und eine gemeinsame Leistung, bzw. Schmiere. Der Prolog stammt vom Ein-Mann-Recherchierteam Fabian Eberhard. Das ist der stellvertretende Chefredaktor des «SonntagsBlick», der nicht mal die Büroräumlichkeiten des Internetradios Kontrafunk findet. Daraus aber eine grosse Fake-Enthüllungsstory bastelte.
Das ist der Denunziant, der titelt «Russland nutzt «Weltwoche» für Propaganda-Operation». Und ausholt: «Tatsächlich verbreitet das Blatt von Roger Köppel seit Russlands Angriff auf die Ukraine immer wieder plumpe Putin-Propaganda.» Um aber im Lead zurückzukrebsen: «Der Bayerische Verfassungsschutz stellte die Zeitung deshalb an den Pranger – nun muss er zurückkrebsen».
ZACKBUM nannte diese Methode «Ich sage nicht, Sie sind ein Arschloch». Nun hat Eberhard einen neuen «Scoop» gelandet:

Das hat dem zweiten Kopf neben Markus Somm beim «Nebelspalter» die ersehnte neue Stelle in der Wirtschaftsredaktion der NZZ gekostet. Es wäre tatsächlich die Frage gewesen, was der Mann von Wirtschaft versteht. Wenn man sich die Zahlen des «Nebelspalter» anschaut: nichts. Nach diversen Sparmassnahmen musste Feusi dort so ziemlich alles machen, während sein Chef Somm auch auf allen Kanälen wenig Sinniges und viel Unsinniges verzapft («die Israeli sind die Guten, man sollte Moskau bombardieren»).
Was tun, wenn das Hirn leer, aber der Internetauftritt noch leerer ist? In der Not greift der Journalist zum Plagiat. In diesem Fall schrieb Feusi fast eins zu eins eine Schwachsinns-Meinung des britischen «Telegraph« ab. Immerhin hat Eberhard hier recherchiert und kommt zum Ergebnis: «Eine Analyse von Blick zeigt, dass rund 90 Prozent des Textes von Feusi nahezu eins zu eins vom britischen Original übernommen wurden.» Das untermauert er sogar in seinem Artikel.
Die Untat geschah schon im Herbst 2024. Und sei damals einem Redaktor der alten Tante aufgefallen: «Das Blatt aber sah schliesslich davon ab, das Plagiat publik zu machen. Warum, ist unklar.*» Das Sternchen hat sich Eberhard eingebrockt, weil er was behauptete, was er nicht belegen konnte: «* Hinweis: In einer früheren Version stand, Markus Somm hätte laut Insidern bei der «NZZ» interveniert. Laut Somm stimmt das nicht. Der eine Satz wurde deshalb entfernt.»
Geht doch nichts über eine versuchte Anpinkelei nach der Devise «ich sagen nicht, dass Sie …». Auf jeden Fall hat nun die NZZ herausgefunden, «dass dieser Sachverhalt mit ihren publizistischen Grundsätzen nicht vereinbar ist». Und bevor Feusi am 1. Juli seine Stelle hätte antreten können, ist er schon weg. Erinnert etwas an Patrizia Laeri, aber das wäre wieder eine andere Story.
Während Somm das macht, was man halt so macht, wenn etwas sehr Peinliches passiert ist – abwiegeln –, tritt Eberhard fröhlich nach: «Bevor Gujer 2015 die Chefredaktion übernahm, scheiterte ein Versuch rechtsbürgerlicher Kreise, Markus Somm an die Spitze der «NZZ» zu hieven, am Widerstand der Redaktion. Nun scheitert auch der Transfer von Somms Schützling Feusi.»
Schützling, Transfer? Feusi wollte offensichtlich seine Arbeitsplatzsicherheit erhöhen und nicht länger im roten Bereich Storys liefern müssen. Einen, wie heisst’s so schön, «rechtsbürgerlichen» Journalisten abschiessen wegen eines Uralt-Plagiats, die feine Art ist anders. Das ist die hämisch-schäbige Art, wobei Eberhard offensichtlich aus der NZZ angefüttert wurde.
Allerdings muss man Feusi tatsächlich vorwerfen, dass vor und während den Zeiten von KI es doch das Mindeste ist, einen plagiierten Text wenigstens neu zu mixen und kräftig durchzuschütteln. Aber daran sind auch schon viele Doktoranden gescheitert.
Eberhard hat das Problem des Plagiats weniger. Denn was er selbst erfindet, hat er ja exklusiv und muss dafür auch nichts direkt abschreiben.
Zwei grosse Koryphäen des Metiers.
Ach, dann wäre da noch Jean-Martin Büttner. Seit er den Sparmassnahmen bei Tamedia zum Opfer fiel, eiert er zwischen seinem ehemaligen Blatt Tagi, der «Weltwoche» und anderen Organen herum. Und tut im «Magazin» etwas, wofür selbst ZACKBUM die Worte fehlen:

Daraus macht das «Magazin», inzwischen völlig schamfrei, seine Titelstory:
Acht Seiten, schonungslos bebildert, schonungslos entblösst, wie dem Journalisten die Finger seiner linken Hand abhanden kamen. Und was das für ihn bedeutet. Früher hätte man den Mann vor sich selbst geschützt und ihm nahegelegt, das seinem intimen Tagebuch anzuvertrauen. Heutzutage hilft man ihm bei der Selbstentblössung. Unsäglich, schändlich.


















