Schlagwortarchiv für: Output

Eine Leichenschau

Das ist der kläglicher Ausstoss einer Woche «Republik».

ZACKBUM ergänzt die Grabrede durch eine Autopsie. Auf dem Schragen liegen 27 Stücke der rund 55 Nasen, die auf der Payroll dahinvegetieren. Stücke deswegen, weil es natürlich nur minderheitlich eigentliche Artikel sind.

Von den 27 Stücken einer Woche sind 14 Selbstanpreisungen. Nachrichtenüberblick, Artikelanrisse, das Klimalabor sendet kleine Lebenszeichen, eine weitere Urabstimmung stehe an, der Bericht über die katastrophale finanzielle Lage trägt den Witztitel «Fokus liegt auf Stabilität».

Bleiben also noch 13 Artikel. Davon sind ganze 7 Eigenleistungen, wenn man die Quatschkolumne von Daniel Binswanger und die Justiz-Kolumnen dazuzählt.

Ein gähnlangweiliger Artikel über die zu Recht vergessene Virologin Isabella Eckerle ist wie diverse andere Stücke eingekauft. Denn sonst würde das ja in eine übermenschliche Leistung der 55 Schnarchnasen der «Republik» ausarten, einen ähnliche Output wie ZACKBUM hinzulegen.

Vielversprechend ist auch der Auftakt zu einer neuen «Serie»: «Klimakrise und Literatur». Das wird sich als Schlafpille durchsetzen, schon bei der ersten Folge, obwohl die für «Republik»-Verhältnisse schlanke 10’000 A kurz ist, schläft einem das Gesicht ein.

Um das Prozedere einer Urabstimmung zu erklären, braucht die «Republik» dann allerdings 17’000 A.Um zu beklagen, dass der «Freisinn kuscht», sind es dann 20’000. Zu Russlands Rolle in Afrika, auch kein brandneues Thema, wurden 21’800 A eingekauft.

Fehlt da was? Nö, nicht wirklich. Naher Osten? Ist da was? Hunderttausende an Demonstrationen? Ach ja. Ständeratswahlen? Schnarch. Ukraine? Also man kann nicht auf alles achten. Antisemitismus-Debatte? Lieber Finger weg.

Man wäre ja schon mit wenig zufrieden. Zum Beispiel mit einem einzigen aktuellen Artikel in dieser Woche. Aber nein, so arbeitet diese Redaktion auf Sparflamme nicht. Dazu ist man viel zu sehr mit Interna beschäftigt. Wie schenken wir die nächste Urabstimmung ein, wie schreiben wir die katastrophale finanzielle Lage schön. Wie schweigen wir beredt zum katastrophalen Interview des VR-Präsidenten. Ach, und wo bleibt Constantin Seibt? Ist er in der Erforschung des US-Faschismus untergetaucht?

Ein Schattengewächs, ein Skelett, das müde mit den Knochen klappert. Dabei hat die «Republik» doch nur ganz wenige Mitarbeiter rausgeschmissen. Wenn man sich so die Payroll anschaut, fragt man sich schon – und vergeblich –: was machen die alle eigentlich den ganzen Tag? Gut, am Wochenende ruhen sie aus. Nur: wovon?

Man kann die Witzfrage mit der Glühbirne ohne Weiteres auf die «Republik» übertragen. Bei täglich einer echten Eigenleistung in Form eines Artikels darf man schon fragen, wie viele Republikaner es braucht, um eine Glühbirne einzuschrauben. Einer schraubt, die anderen machen die Schraube.