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Wumms:Fabian Renz

Der Schwurbler tut so, als wäre er blöd. Leserverarsche, Part III.

Renz fragt ja nur mal:

Dabei weiss er in Wirklichkeit ganz genau: nein. Ein Viertel der Bevölkerung sieht das laut Meinungsumfragen anders. Aber Alt Bundesrat Ueli Maurer «geht es um etwas anderes».

Der Reihe nach. Fabian Renz ist ein woker, linksgewickelter Journalist mit hohem Drang, seine Leser belehren, bevormunden und erziehen zu wollen.

Absurdes Auslöschen des Begriffs Mohr in Zürich? «Auf diese Inschriften können wir verzichten», dekretiert er im Pluralis majestatis.

Auch die ehemals kluge Haltung der Schweiz, die in der Verfassung festgeschriebene Neutralität, ist ihm ein Dorn im Auge: «Die Neutralität zeigt wieder mal ihr kaltes Zahnpastalächeln

Als ehemaliger «Leiter des Bundeshausteams» war er nie um einen Ratschlag an die Landesregierung verlegen, Der er zuerst mal die Knöpfe reintut: «Die Landesregierung ist aus dem Gleichgewicht». Das müsste sie schleunigst ändern: «Das Parlament muss diesen Zustand 2023 korrigieren.»

Also der typische Rechthaber, Besserwisser, Grossinquisitor und Mainstream-Meiner. Nun erregt seine Aufmerksamkeit, dass ein illustres Häufchen einen Verein gegründet hat, den Leonhard-Kreis. Präsident Ueli Maurer, im Vorstand Thilo Sarrazin und Hans-Georg Maassen.

Kollega Helene Obrist hat bereits einem «Experten» Gelegenheit gegeben, den Verein in die Pfanne zu hauen. Dass der «Experte» Co-Präsident der «Operation Libero» ist, die dem Verein Leonhard ideologisch konträr gegenüber steht, das unterschlug sie dem Leser. Für das gleiche Qualitätsorgan arbeitet Renz.

Der äussert ja nur seine Meinung:

«Man könnte versucht sein, die Gründung eines solchen Vereins durch ein Grüppchen älterer, längst aus Amt und Würden geschiedener Herren als spleenigen Aktionismus abzutun.»

Das wäre aber laut Renz ganz falsch, denn dem Verein gehe es überhaupt nicht um die Verteidigung der Meinungsfreiheit: «Stattdessen beklagten sich die Referenten über «Moralkeulen», «Inquisition», Sprachpolizei», «Denkverbote», «gesellschaftlichen Generalverdacht» – und ebenso unscharf wie diese Floskeln blieb auch, gegen wen sich die Vorwürfe eigentlich konkret richten.»

Dabei ist es doch sonnenklar: gegen Rechthaber wie Renz.

Schlimmer noch: «Die vernebelnden Begrifflichkeiten sind ein Wesensmerkmal des rechtskonservativen Diskurses um die Meinungsfreiheit – und eine seiner grossen Stärken.»

Denn hinter diesem Gejammer stecke eine von Renz enttarnte Absicht: «Es geht nicht um freie Rede, sondern um Macht. Die Klage über bedrohte Meinungsfreiheit ist der Auswuchs eines viel älteren Gefühls – der in rechten Kreisen weitverbreiteten Ansicht nämlich, dass man in den führenden Institutionen des Bildungswesens, der Medien und der Kultur unterrepräsentiert sei.»

Das ist zwar keine Ansicht, sondern eine belegbare Tatsache.

In den USA holze Trump da schon kräftig ab. «In der Schweiz und in Europa sollten wir daher wachsam bleiben. In der Logik von Maurer, Maassen und Co. könnte auch dieser Kommentar hier bereits ein Angriff auf die Meinungsfreiheit sein. Obschon er bloss eine Meinung wiedergibt.»

Renz tut so naiv und blöd. Vielleicht ist er es auch. Denn in seinem Kommentar wird er sich nicht bewusst, dass er genau diesen inquisitorischen Diskurs pflegt, vor dem Maurer und seine Mitstreiter warnen. Renz denunziert, missversteht absichtlich die Absichten dieses Vereins, diskreditiert seine Initiatoren, schreibt für ein Organ, das sich nicht entblödet, einen politischen Gegner dieses Vereins als «Experten» zu präsentieren.

Sein Kommentar ist keineswegs ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und würde von diesem Verein auch nie so denunziert werden, da will sich Renz vergeblich als potenzielles Opfer darstellen. Sein Kommentar illustriert hingegen unfreiwillig, wogegen dieser Verein antritt.

Renz selbst als Leiter des Ressorts «Analysen und Meinungen» würde niemals zulassen, dass eine seiner vorgefassten Meinung widersprechende Ansicht im «Tages-Anzeiger» publiziert werden dürfte. Das ist nun keine Zensur im klassischen Sinne. Aber wenn nicht mal in einem Kommentar das Wort «zackbum» auftauchen darf, ohne dass er zensiert wird, dann repräsentieren Renz und sein klägliches Blatt doch genau das, was sie als nicht-existent abstreiten.

Nämlich eine woke Blase von rechthaberischen Gutmenschen, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben und ihre Leser unablässig belehren wollen und dazu anhalten, bessere Menschen zu werden. Während Maurer & Co. ihrer Ansicht nach dieser löblichen Absicht im Wege stehen und daher entweder totgeschwiegen – oder niedergemacht gehören.

Sozusagen ein Widerspruch in sich selbst, dieser Herr Renz. Nur merkt er es nicht mal. Also tut er vielleicht nicht nur so, als sei er blöd.

 

 

Leserverarsche beim «Tages-Anzeiger»

«Experte» von der Operation Libero «warnt» vor bürgerlichem Verein.

Von Philipp Gut*

So frech manipuliert der «Tages-Anzeiger» seine Leser. Die Schlagzeile des Aufmachers im Zürich-Bund des «Tages-Anzeigers» ist reisserisch: «Claudio Zanetti gründet Verein – Experte warnt».

Plant der ehemalige SVP-Nationalrat etwa ein Attentat auf einen Bundesrat? Will er, wie es kürzlich die Linksextremen getan haben, die Bundesstadt anzünden? Will er an der Volksschule die Rute einführen?

Natürlich nicht. Der Verein – er nennt sich Leonhard-Kreis – will das Gegenteil: Er will Demokratie, Bürgerrechte und Freiheit stärken. Ihm gehören hochverdiente und prominente Mitglieder an, wie der ehemalige Bundesrat Ueli Maurer (SVP), der den Verein präsidiert, oder der ehemalige Berliner Finanzsenator und Vorstand der Deutschen Bank, Thilo Sarrazin, oder der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maassen.
Für den «Tages-Anzeiger» ist es aber eine Gefahr, vor der gewarnt werden muss, wenn solche Persönlichkeiten sich für den Rechtsstaat einsetzen. Er zitiert dafür einen «Experten» namens Stefan Manser-Egli, ein Postdoktorand, der zu «Staatsverweigerung und Souveränismus» forsche.

Schon der Begriff «Souveränismus» spricht Bände: Es ist ein wissenschaftlich verbrämter Kampfbegriff, der das Eintreten für die Souveränität von Staaten und Individuen negativ belegt. Dieser «Experte» ordnet den Verein für den Tagi am «rechten Rand» ein – «einordnen» ist ja auch so ein Codewort für Kästchendenken und Leserbevormundung. Der explizite Vorwurf dabei, pfui: «Der Staat gehöre zurückgebunden.»

Doch die Warnungen vor dem Verein, der sich erst am Montag (27. Oktober) öffentlich vorstellte, gehen noch weiter: «Man organisiere sich bewusst ausserhalb demokratischer Strukturen und gebe sich politisch neutral.» Ja klar, Ueli Maurer will die Demokratie abschaffen!

Solche Experten entlarven sich selbst. Aber die Causa wird noch lustiger, wenn man weiss, was der Tagi seinen Lesern unterschlägt: Dieser Stefan Manser-Egli ist Co-Präsident der Operation Libero, gemeinsam mit Sanija Ameti, die Schlagzeilen machte, weil sie auf ein Heiligenbild von Jesus und Maria schoss.

Wow! Wir sind beeindruckt. Was für eine journalistische Leistung, den Co-Präsidenten der Operation Libero als unabhängigen «Experten» zu verkaufen und den Lesern vorzuenthalten, was dieser Experte politisch so treibt. Dieses Kunststück hat den Zürcher Journalistenpreis verdient.

Auf Anfrage, warum sie diese wesentliche Information über ihren «Experten» den Tagi-Lesern vorenthalten habe, antwortete Autorin Helene Obrist schnippisch: «Wir haben Stefan Manser-Egli als Wissenschaftler eingeführt, da die Zitate im Artikel seine Forschung in den Bereichen Staatsverweigerung und Souveränismus untermauern. Dies war die relevante Qualifikation für die Einordnung des von Claudio Zanetti gegründeten Vereins.»

Logisch untermauern Zitate von Manser-Egli Forschungszitate von Manser-Egli. Wieso dieser Zirkelschluss allerdings eine Qualifikation sein soll, und wieso seine Funktion bei der Operation Libero für den Leser unerheblich sein sollte, weiss nur Qualitätsjournalistin Obrist.

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Dieser Artikel erschien zuerst in der «Weltwoche online». Mit freundlicher Genehmigung. Die Anfrage an die Autorin und deren Qualifikation stammt von ZACKBUM.

Die Bachelorette gibt Fersengeld

Aufatmen bei den Grünliberalen. Ein Problem weniger.

Aus kommunikativer Sicht macht die Bachelorette der Politik alles völlig richtig. Sie haut eine Provokation raus. Absichtlich und bewusst, lässt sich dabei fotografieren und postet es. Blöd gelaufen, der Shitstorm war dann doch etwas grösser als gedacht.

Im Nachhinein war es eine klare Fehlentscheidung der PR-Bude Farner, sie daraufhin zu feuern. Denn sie hat unbestreitbar Talent. Viel besser kann man einen solchen Fehler danach nicht abfedern.

Phase eins: Kopf runter, schweigen. Nur düstere Andeutungen machen, wie einen das alles mitnimmt und wie furchtbar mit einem umgegangen wird. Dazu noch das Triggerwort Polizeischutz in den Raum stellen. Und dann abwarten und Tee trinken.

Schliesslich das tränenschwangere Exklusivinterview in der auflagenstärksten Wochenendzeitung der Schweiz. Wohl mit klaren Abmachungen, was gefragt werden darf und was nicht. Die Erinnerung an den toten Bruder, niedriger geht’s nimmer. Danach wieder das Wasser testen, wie schaut’s so aus? Ein paar markige Sätze sagen; in der Politik bleiben, grünliberal bleiben, sich nicht unterkriegen lassen. Präsident fordert Austritt, Parteiausschlussverfahren unterwegs, eine ganze Sektion von Operation Libero verabschiedet sich, weil sich die Bachelorette nicht verabschieden will? Aussitzen, wieder schweigen.

Sich mal kurz im Gemeinderat der Halböffentlichkeit zeigen, mutige Sünderin spielen, die zum Opfer wurde. Perfekt.

Wieder die Wassertemperatur messen. Und feststellen: die kommende Anhörung beim Parteiausschlussverfahren würde nicht genügend positive News kreieren. Also nächster PR-Coup: fast zeitgleich die eigenen Partei und die Medien  informieren, dass die Bachelorette so nicht weiter bei der GLP politisieren kann.

Schliesslich sei sie in die Politik gegangen, um liberale und demokratische Werte, mitgestalten, Blabla. Aber: «Dies ist bei der GLP nicht mehr möglich». Ui, was für eine Partei. Nicht etwa die Bachelorette, nein, die Partei hat liberale und demokratische Werte aufgegeben. Also nehmt das.

Wunderbar auch, dass ausser dieser Medienmitteilung wieder mal «kein Kommentar» gilt. Was ist mit ihrem Posten als Gemeinderätin? Kann sie auch dort keine liberale und demokratische Werte mehr verteidigen? Oder aufrecht als Einzelkämpferin weitermachen? Woanders unterkriechen? Bleibt zurzeit ihr Geheimnis. Ach, und Operation Libero? Auf der lastet sie immer noch; als Co-Präsidentin zusammen mit Stefan Manser-Egli. Ihre grossartig angekündigte «Europa-Initiative» hängt in den Seilen, der ganze Verein hat deutlich an Wirkung und Schlagkraft eingebüsst, seitdem sie am Gerät ist.

Aber hier hat sie Solidarität erfahren, was anderen Mitgliedern der Operation so sauer aufstiess, dass sie gleich den Verein en bloc verliessen.

Aber auch diese Taktik ist PR-mässig erste Liga. Einen raushauen, Fragen offenlassen, wieder abtauchen. Um dann mit entsprechender Verzögerung nachlegen zu können. Denn der Kampf um Aufmerksamkeit ist heute mörderisch. Aber wer schafft es denn sonst mit einer Null-Message auf über 120 Treffer in der Mediendatenbank?

Da müsste Farner über den eigenen Schatten springen und dieses PR-Talent wieder einstellen. Vielleicht mit ein paar Guidelines im neuen Arbeitsvertrag.

«Unfassbar»

Die Bachelorette is back.

Patrik Müller, der ansonsten zurechnungsfähige Oberchefredaktor bei CH Media, hat es in ein gültiges Wort gefasst: «unfassbar». Allerdings meinte er es leider nicht so, wie es angebracht gewesen wäre.

Die Bachelorette der Politik hat es geschafft, wieder von null auf hundert zu kommen. Oder auf fast 90 Treffer in der Mediendatenbank seit Samstag. Obwohl sich die Sonntagspresse vornehm zurückhält; abgesehen von einem etwas verunglückten Beitrag von Alain Zucker in der NZZaS: «Was Sanija Ameti von Donald Trump lernen könnte». Was das genau wäre, enthüllt Zucker allerdings nicht. Und in der Reihe seiner Beispiele von gefallenen Politikern fehlt der wohl allergrösste Heuchler der Schweiz: der stramm katholische («heilige Werte der Ehe») Ex-CVP-Präsident Christophe Darbellay.

Der kam sogar mit einem Seitensprung mit Nachwuchs und einer nicht wirklich gut auf ihn zu sprechenden Seitensprungmutter davon. Damit sei er im katholischen Wallis wohl erledigt, vermuteten wir. Völlig falsch, er wurde problemlos zum Staatsrat gewählt.

«Strategie Kniefall», nennt das Zucker. Verblüffend ist hingegen, dass niemand, wirklich keiner auf die vielen Widersprüche in der tränen- und rührseligen Geschichte der Dame hinweist – ausser ZACKBUM. Wir tun’s gerne nochmal und erläutern die Bestandteile dieser Räuberpistole.

  • Nicht die Dame selbst hat die Fotos geknipst. Also kann sie sie auch nicht von Schmerz überwältigt selbst beim Hinausstürzen gepostet haben.
  • «Ich konnte den Schmerz nicht alleine tragen und wollte ihn abschalten. Und wusste offenbar nicht anderswo hin damit, als es zu posten.» Den Schmerz? Der sie bei Schiessübungen plötzlich überfallen hat? Weg damit ins Internet? Wie lachhaft ist das denn? Wie kann man dem widerspruchslos lauschen?
  • «Aber ich schwamm da in einem Meer des Schmerzes, der Kopf war … nicht mehr da. Ich war nicht fähig, irgendetwas zu überlegen, ich konnte nur noch tun. Das Handy war da, und so tat ich, was ich mit etwas Überlegen nie getan hätte.» Und derjenige, der die Fotos geknipst hatte, war nicht in der Lage, mit dem Handy in der Hand die Dame davon abzuhalten?
  • Der Tod des Bruders: «Ich habe es ein Leben lang verdrängt. Im Nachgang zu jenem Abend begriff ich, welche Dimension das hat. Ich habe mir dann professionelle Begleitung geholt.» Die Dimension tauchte bei Schiessübungen auf ein Marienbildnis auf, echt jetzt? Und wenn sie das schon als unglaubwürdige Entschuldigung (oder «Kontextualisierung») nimmt, dann möchte man auf die Frage «wann geschah der tragische Tod ihres Bruders?» schon eine genauere Antwort als «in den 90er-Jahren, aber ich möchte nicht darüber sprechen». Die Dame wurde 1992 geboren …
  • «Ich bezeichnete mich in den Medien mehrfach als Atheistin, wenn ich danach gefragt wurde. Ich habe eine muslimische Herkunft, aber ich bin Atheistin.» Sie bezeichnete sich in den Medien auch schon als Muslima. Als ZACKBUM sie fragte, was es denn nun sein dürfe, schwieg sie.
  • Sie machte auch schon mit der Behauptung Schlagzeilen, dass sie bis zu 100 Hassmails am Tag bekomme. Als ZACKBUM bat, doch eine anonymsierte Auswahl zu zeigen, schwieg sie.
  • Sie stellt munter weiter wilde Behauptungen auf: «Ich solle «verschwinden», hiess es öffentlich. Das war eine orchestrierte Hetze, die einem Manual der Identitären Bewegung folgte.» Wow, ein Manual der «Identitären Bewegung». Ob sie das zufällig zur Hand hat?
  • «Sich allein zu fühlen, bricht einen Menschen. Ich hätte all das nicht durchgehalten, wenn mir nicht meine Freunde, Verbündete in der Partei und bei der Operation Libero – und so unglaublich viele Fremde – geschrieben und mich unterstützt hätten. Und wenn nicht Tausende diese Petition unterschrieben hätten. Ich las jeden einzelnen Namen. Meine Familie und mein Umfeld liessen nicht zu, dass ich mich allein fühlte.» Ob die Dame wohl bereit wäre, eine kleine Auswahl dieser Unterstützungsschreiben anonymisiert zur Verfügung zu stellen?
  • «Noch bevor es Medienberichte gab, löschte ich meinen Post, entschuldigte mich und bat um Vergebung.» Das ist im Streubereich der Wahrheit; der Post war auf jeden Fall stundenlang online, bis ZACKBUM anfragte, was es damit auf sich habe – und keine Antwort erhielt.
  • «Beim Anblick des Bildes an der Wand sah ich gar nichts. Ich fühlte nur einen Schmerz. Einen Schmerz, der keinen Anfang und kein Ende kennt. Nach dem Schiessen rannte ich raus. Der Schmerz war immer noch da, irgendwie war er unterbewusst immer da, stärker seit dem Ukraine-Krieg.» Wie können zwei erwachsene Journalisten ohne Gegenwehr einen solchen Stuss anhören? Niemand formuliert so aus dem Stegreif. Das sind alles wohlvorbereitete, überlegte, auf ihre Wirkung hin abgeklopfte Narrative.

Was auch immer mit der Bachelorette der Politik geschehen wird, sie hat die Medien mal wieder um den Finger gewickelt. Tamedia hat sich sogar nicht entblödet, alte, peinlich gestellte Fotos zwecks Illustration seiner Nacherzählung wieder aus dem Archiv zu holen.

Vielleicht war es wirklich ein Fehler von Farner, die Dame zu entlassen. Sie ist ein Naturtalent, eine Wiedergängerin von Tartuffe im 21. Jahrhundert. Um ihre Kunstfertigkeit zu beschreiben, bräuchte es wahrlich einen Molière.

Wumms: Sanija Ameti

ZACKBUM macht errötend ein Geständnis.

Wir brechen hier ein Versprechen, denn wir wollten nie mehr über die Bachelorette der Politik schreiben. Aber da die Frau wirklich dumm wie Brot ist und leider die Plattformen geboten bekommt, das auch öffentlich zu zeigen, soll’s hier ein letztes Mal sein, Ehrenwort.

Zuerst das Positive: dieser Unsinn von Sanija Ameti wird die Grünliberalen mindestens ein Prozent Wählerstimmen kosten, und die «Operation Libero» wird weiter an Anhängern und Bedeutung verlieren.

Denn die Dichte an Dämlichkeit in diesen wenigen Zeilen ist erschütternd. Wir greifen ein paar wenige absolute Tiefpunkte heraus: «Die Realität ist, dass unsere Existenz als Kleinstaat von der internationalen Ordnung abhängt, die auf Regeln und nicht auf Macht beruht.» Welche internationale Ordnung? Vielleicht die, die von den USA als stärkste Militärmacht der Welt dominiert wird, die die Regeln bestimmen? Was auch Russland, China, Indien und ein paar andere Staaten versuchen? Diese Regeln beruhen nur auf Macht, worauf denn sonst?

«Die Schweiz befindet sich sogar inmitten des hybriden Gefechtsfelds. Der hybride Krieg» fände auch «bei uns» statt, weiss Ameti. Er richte sich auch «gegen unsere Unternehmen». Sehr wahr, da versuchen die EU und die USA, rechtsimperialistisch und als Machtdemonstration Einfluss auf die Rechtssouveränität der Schweiz zu nehmen, indem sie den Bundesrat dazu zwingen, ein Sanktionspaket nach dem anderen zu übernehmen und durchzuwinken, womit Rechtsstaat und Eigentumsgarantie beschädigt werden.

«Die Neutralität war nie für den Fall eines Angriffs auf die Schweiz gedacht. Diese Neutralität hat es nie gegeben. Sie ist ein Mythos.» Das ist Punkt für Punkt so falsch, dass nicht einmal das Gegenteil richtig wäre. Vielleicht hat Ameti vergessen, dass es im letzten Jahrhundert zwei Weltkriege gab.

Die Neutralität sei ein Mythos (die Dame weiss nicht einmal, was ein Mythos ist). «Der Mythos macht nicht mutig, sondern feige. Nicht frei, sondern handlungsunfähig

Zwischen den Stühlen zu sitzen, sich weder mit der guten, noch mit der schlechten Sache gemein machen, das ist der Wesenskern der Neutralität der Schweiz. Das ist mutig, kein Mythos, sondern real. Dagegen behauptet Ameti: «Sie muss sich entscheiden können, auf welcher Seite sie steht, jener der internationalen Ordnung oder der eines kleptokratischen Imperiums.»

Nein, muss sie nicht, und das ist gut so.

Das war nun definitiv das allerletzte Mal, dass wir uns über das Allerletzte äussern, was Ameti blödelt.

 

Wumms: Nicola Forster

Tagi-Interview, realoaded.

Offenbar kann  jeder, der unbelästigt von wirklich kritischen Fragen etwas loswerden will, auf  Tamedia zählen. Das betrifft auch Nicola Forster. Das ist der Marko Kovic der politischen Bewegungen.

Er hat die «Operation Libero» ins Leben gerufen, die gerade von Sanija Ameti beerdigt wird. Und die «Denkfabrik» Foraus, die gerade in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Schön, dass er als Präsident der altehrwürdigen «Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft» wieder ein Zubrot gefunden hat.

Dort schmiss er mal kurz den langjährigen Geschäftsleiter Lukas Niederberger raus, verkrachte sich heillos mit Teilen des Vorstands und hob «Pro Futuris» aus der Taufe. Immerhin hat Forster hier Zugang zu einer Kriegskasse von  rund 100 Millionen Franken.

Nun merkt der abgesägte Co-Chefredaktor von Tamedia kritisch an: «Der Netzwerker ist unter Druck geraten.» Aber gemach, wer Mario Stäuble ein Interview gibt, bzw. «Jetzt redet zum ersten Mal der Präsident, der scharf attackiert worden ist», weiss, dass er hier mit Samthandschuhen angefasst wird.

Daher darf er gleich am Anfang kompetent und inhaltlich überzeugend zu einer kritischen Frage Stellung  nehmen:

«Herr Forster, sind Sie ein Vereinsdiktator? – So ein Hafechääs
So geht’s dann weiter; pseudo-kritsche Frage, nicht hinterfragte Nonsens-Antwort. «Sie wollen Herrn Kallay nun aus dem Vorstand werfen. Nicht gerade demokratisch. – Es ist mir ein grosses Anliegen, alle Kräfte einzubinden. Aber dafür muss man sich in die Augen schauen können. Und in diesem Fall wurde unser Vertrauen Mal für Mal verspielt, wobei es nie um politische Fragen ging. Deswegen ist dieser Schritt unumgänglich. – Moment, Sie können Ihrem Widersacher nicht mehr in die Augen schauen? – Ich kann ihm sehr gut in die Augen schauen, aber… (bricht ab) Es ist eine schwierige Situation. Wir haben immer wieder versucht, ihn einzubinden, aber das hat nicht funktioniert.»

Hä?

Forster sistiert Neueintritte von Vereinsmitgliedern, kassiert immerhin 48’000 Franken für seine Tätigkeit (sein Vorgänger 12’000, die er gleich wieder spendete), die Organisation ist seit Amtsantritt Forster in hellem Aufruhr – alles gut, alles kein Problem, alles unter Kontrolle.

Es ist offensichtlich so: wer ins ideologische Raster von Tamedia passt, bekommt ein Gefälligkeitsinterview serviert, in dem er auf vermeintlich kritische Fragen ungehindert seine Propaganda-Show abziehen darf.

Das hat mit Journalismus ungefähr so viel zu tun wie eine Kuh mit Foxtrott. Nur verlangt die keinen Eintritt für ihre blamable Leistung.

 

Es gibt auch Kriegsgurgel*Innen

Sanija Ameti ist eine.

Wer die «Operation Libero» nicht mag, betet täglich dafür, dass Ameti möglichst noch lange «Co-Präsidentin» bleibe. Dann wird die gross angekündigte «Europa Initiative», die bedenklich lange ohne Initiativtext blieb, sicherlich nicht zustande kommen.

Denn obwohl auch schon ein Weilchen um Geld dafür gebettelt wird, sind laut Webseite von den angepeilten 500’000 Franken erst 131’159 eingetrudelt. Zudem gäbe es 63’013 «Unterschriften-Versprechen». Das ist lustig und demokratisches Neuland. Ob es sich bei den 130’000 auch teilweise um Spendenversprechen handelt? Da Ameti einige Male nicht auf Anfragen von ZACKBUM reagierte, verzichten wir …

Wir mussten uns schon einige Male mit dieser Bachelorette der Politik befassen, die sehr geschickt darin ist, mit Erregungsbewirtschaftung und Luftnummern in die Medien zu kommen. Allerdings auch mit Ausrastern, obwohl sie ihre Provokationen meistens sorgfältig vorbereitet. So behauptete sie, sie bekäme «bis zu 100 Hassmails am Tag». Als sie gebeten wurde, das doch mit einem beliebigen Beispieltag, mit oder ohne abgedeckte Absender, zu belegen, verstummte sie wie ein Fisch.

Einen gewissen Mut kann man ihr nicht absprechen. So nahm sie etwas merkwürdig gekleidet an einer Podiumsdiskussion von «Pro Schweiz» teil. «Pro Schweiz» ist die Nachfolgeorganisation der Auns und hat eine «Neutralitätsinitiative» gestartet.

Ameti hatte sich sorgfältig auf ihren Auftritt in Feindesland vorbereitet und trug eine Schweizer Armeejacke. Sie gehöre einem Islamay, dessen Eltern aus dem Kosovo in die Schweiz geflüchtet seien. Also aus einem Mafia-Staat, dessen erster Präsident vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Brüssel schwerer Verbrechen angeklagt ist. Für Ameti werde aber auch hier «unsere Freiheit» angegriffen, wenn die «internationale Ordnung» angegriffen sei. Nur welche, wäre die Frage.

«Jedenfalls wandte sich Frau Ameti gegen ein neutrales Abseitsstehen, plädierte für eine «Weltordnung» und ortete das Böse in Russland und China» berichtet die «Weltwoche». Dann tat Ameti das, was inzwischen zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Sie leierte eine vorbereitete Provokation herunter. So wie weiland im «Club» («kann mir keinen strammen SVP-Politiker politisch schöntrinken»), wie in einem Referat vor einer Europadebatte (zu Christoph Blocher: «Ihnen war kein Franken und keine Faktenverdrehung zu schade, um […] das Land im Gefängnis-Modus einzufrieren»).

Diesmal war Roger Köppel das Ziel ihres Angriffs: «Sie, Herr Köppel, mit Ihrer Weltwoche sind die fünfte Kolonne Putins in der Schweiz. Sie sind der Feind im Inneren. Sie sind der Feind, der unsere Freiheit angreift, und entsprechend werden sie auch behandelt.»

Das ist nun echt lustig, denn als «Fünfte Kolonne Moskaus» wurden früher Linke beschimpft, die öffentlich Sympathien für die damalige UdSSR äusserten. Auch sie seien der «Feind im Innern», auch sie hätten die «Freiheit» und überhaupt die Schweizer Gesellschaftsordnung angegriffen.

Ein Leichtes für Köppel, den souveränen Liberalen zu geben und zu betonen, dass er freundlich mit allen Menschen rede, auch wenn er deren Meinung nicht teile. Da stand dann Ameti trotz Kampfanzugsjacke eher nackt da.

«Entsprechend werden sie auch behandelt», kündigte Ameti abschliessend dunkel-drohend an. Damals war es so, dass diese Linken, diese «Fünfte Kolonne» Repressionen auf jeder Ebene erlitten. Berufliche Karrieren wurden zerstört, von gesellschaftlicher Ächtung begleitet, solche Radikale wurden illegal in Fichen erfasst und systematisch denunziert. Unvergessen und unverzeihlich, dass sogar die NZZ durch die Bekanntgabe seiner Wohnadresse einen wütenden Mob zum Zuhause des bekennenden Kommunisten und bedeutenden Kunsthistorikers Konrad Farner lenkte.

Ob Ameti diese Behandlung vorschwebt, die auch schon der Vollirre Philipp Ruch vom «Zentrum für Politische Schönheit» unter Beihilfe des Neumarkt-Theaters probierte? Er initiierte einen Saubannerzug zum Wohnsitz von Köppel, der allerdings an der Stadtgrenze Zürich kläglich stehenblieb.

Inzwischen ist aber zumindest die NZZ geläutert und schreibt zutreffend, dass die «Operation Libero» unter der Führung von Ameti immer mehr die «SVP der Progressiven» geworden sei. In der Geschmacklosigkeit einiger Provokationen steht sie der grössten Partei der Schweiz tatsächlich nicht nach. Allerdings verfügt die SVP über ein intelligenteres Führungspersonal.

Operation Libero-Gaga

Wer fragt, kriegt Antworten. Nur was für welche.

Die «Operation Libero» hat gravierende Probleme. Die haben wir bereits mehrfach beschrieben. Eines der Probleme ist die «Co-Präsidentin» Sanija Ameti. Die drängte sich mit der Behauptung in die Medien, sie erhalte bis zu 100 Hassmails am Tag. Daraufhin bekam sie ein Mail von ZACKBUM:

Sie lassen sich in den Medien damit zitieren, dass Sie bis zu «100 Hassmails» am Tag bekämen.
Das ist sehr bedauerlich. Sie sind sicherlich in der Lage, diese Behauptung zu dokumentieren.
Gerne erwarten wir eine Zusammenstellung von 100 Hassmails von einem Tag Ihrer Wahl.
Sie können die Absender schwärzen oder die Klarnamen stehenlassen, wir werden sie selbstverständlich nicht veröffentlichen.
Wir haben noch eine zweite Frage. Sie bezeichnen sich abwechslungsweise als Muslima oder als Atheistin. Welche der beiden Aussagen trifft mehr zu?
Es wäre wunderbar, wenn Sie uns diesen Beleg für Ihre Behauptung und die zweite Auskunft bis morgen, Donnerstag, 5. Januar 2023, 16.00 Uhr, zukommen lassen können; dafür bedanken wir uns im Voraus.
Eher überraschungsfrei traf keine Antwort von Frau Ameti ein. Darauf bekam sie ein zweites Mail von ZACKBUM:
Sie habe leider nicht geruht, zeitgerecht auf diese Anfrage zu antworten.
Daraus schliesse ich, dass Ihre Behauptung, bis zu 100 Hassmails pro Tag zu bekommen, substanzlos ist – um den Ausdruck «brandschwarz gelogen» zu vermeiden.
Wissen Sie, mit solchen Peinlichkeiten erweisen Sie sich selbst und Ihren Anliegen einen Bärendienst, vom Verhältnis von Schweizern zu Flüchtlingskindern ganz zu schweigen.
Das ist, dafür gibt es keine anderen Ausdrücke, erbärmlich, unanständig und niveaulos.
Darauf reagierte die «Operation Libero» mit Schnappatmung und Herzstillstand, also gar nicht. Bis zum 24. Januar, da griff die Geschäftsführerin in die Tasten:
Guten Abend Herr Zeyer 
Frau Ameti hat damit aufgehört, auf E-Mails wie die Ihre zu antworten – und das ist gut und richtig so. Aus verschiedenen Gründen: Die Mails sind nicht konstruktiv, leisten keinen Beitrag, sie sind höchst persönlich, obwohl man sich nicht persönlich kennt, sie sind unnötig angriffig und beleidigend, und zudem oftmals rassistisch geprägt und motiviert. 
Was nach meinem Guthalten erbärmlich, unanständig und niveaulos ist, sind Mails, wie die Ihre und dann gleichzeitig eine Antwort zu erwarten. 
Sie haben weder das Recht noch dürfen sie einen Anspruch darauf erheben, Frau Ameti Aufträge zu erteilen. Und wie so oft gilt auch im kritischen Miteinander: c’est le ton qui fait la musique. Sie sind an der Aussage von Frau Ameti interessiert? Warum nicht fragen anstatt zu unterstellen? Warum nicht um ein Gespräch bitten, anstatt Deadlines zu setzen, die Frau Ameti vielleicht, aus anderen Gründen nicht wahrnehmen kann und will, als die, die sie ihr unterstellen. 
Jemand einer Lüge zu bezichtigen ist dicke Post. Unterstellungen sind es ebenso. 
Und für das, dass sie Ihr gegenüber nicht kennen, sind die Anschuldigungen wie die ihre in meinem Verständnis unanständig. Von Mensch zu Mensch. 
Finden Sie nicht? 
Daraufhin erhielt die «Operation Libero» ein drittes und wohl letztes Mail von ZACKBUM:
Wie Sie – oder Frau Ameti – dazu kommen, eine höflich formulierte journalistische Anfrage, die wie allgemein im Journalismus üblich mit einer Antwortfrist versehen ist, dermassen arrogant, überheblich und geradezu dümmlich abzuqualifizieren, erschliesst sich mir nicht.
Ich habe Frau Ameti, welch merkwürdige Wortwahl von Ihnen, keinerlei Auftrag erteilt. Sie hat öffentlich eine Behauptung aufgestellt und ich habe ihr Gelegenheit bieten wollen, diese Behauptung zu belegen. Ein ganz normaler und üblicher Vorgang. Nichts Persönliches.
Wenn Sie – oder ich – öffentlich behaupten würden, bis zu 100 Hassmails am Tag zu bekommen, müssten wir auch darauf gefasst sein, dazu aufgefordert zu werden, eine solche Behauptung zu belegen.
Bleibt – zudem begründungslos – eine Antwort aus, ist es ebenfalls völlig normal, daraus zu schliessen, dass es sich um eine leere, unbelegte Behauptung handelt. Oder schlichtweg um eine Lüge. Dass das Ignorieren einer journalistischen Anfrage erbärmlich, niveaulos und unanständig ist, darüber sollte es wohl keine Meinungsverschiedenheit geben.
Statt all dieses Aufschäumen zu veranstalten, wäre es doch für Frau Ameti ein Leichtes gewesen, meine Anfrage direkt zu beantworten. Falls sich bei ihr die Hassmails dermassen stapeln, sollte das kein Problem darstellen.
Schauen Sie, es ist doch ganz einfach: würde ich öffentlich behaupten, ich würde von der Operation Libero unflätige Mails bekommen, dann wäre doch anzunehmen, dass Sie mich dazu auffordern würden, diese Behauptung entweder zu belegen oder zurückzunehmen.
Nun könnte ich das sogar belegen, denn mir zu unterstellen, mein Mail sei beleidigend oder gar noch rassistisch geprägt oder motiviert, ist schon ein starkes Stück. So mit der Rassismuskeule zu fuchteln, das ist eine Beleidigung für alle, die wirklich rassistischen Diskriminierungen ausgesetzt sind. Sie sollten sich eins schämen.
Es beweist sich hier mal wieder: wer dermassen austeilt, will damit etwas kaschieren. Denn mal Hand aufs Herz: haben Sie bis zu 100 Hassmails im Mailaccount von Frau Ameti gesehen?
Oder ist diese Frage etwa auch beleidigend und rassistisch motiviert?
Wenn ich Ihnen noch einen kleinen Ratschlag mit auf den Weg geben darf: das Beherrschen der deutschen Rechtschreibung hilft ungemein, sich verständlich zu machen. Da könnten Sie durchaus noch etwas üben, statt mit Verbalinjurien um sich zu werfen. Finden Sie nicht?
Ohne rassistisch, sexistisch oder beleidigend sein zu wollen: auf eine journalistische Anfrage nach einer Sendepause von 19 Tagen eine solche Antwort zu schicken, das ist schon ziemlich gaga. Finden Sie nicht?

Wumms: Elon Musk

Wollt ihr mich weiter als Chef?

Eines muss man dem erratischen Genie Elon Musk lassen: «Should I step down as head of Twitter? I will abide by the results of this poll.» Das ist mal eine Ansage.

Rund 17 Millionen Twitterer haben an der Abstimmung teilgenommen, ob Musk als Chef des von ihm für 44 Milliarden US-Dollar gekauften Kurznachrichtendiensts Twitter zurücktreten soll oder nicht. Zugleich verspricht er, sich dem Ergebnis zu unterwerfen.

Musk war an verschiedenen Fronten in die Kritik geraten. Zum einen, weil er kurz nach Amtsantritt praktisch die gesamte Führungsriege und die Hälfte der Angestellten gefeuert hatte – während die Überlebenden bereit sein sollten, auch 80-Stunden-Wochen zu schieben. Nach der Devise: besser jetzt im Büro schlafen als zukünftig auf der Strasse.

Dann hatte seine Politik, Konten wieder zu öffnen und andere zu sperren, ebenfalls für Gebrüll gesorgt. Sogar Regierungen äusserten ihr Unbehagen darüber, was mit Twitter zukünftig geschehen könnte, wenn Musk weiterhin herumfuhrwerkt.

Die Twitternutzer haben entschieden: 57,5 Prozent sind dafür, dass Musk zurücktritt.

Das ist nun unbestreitbar originell. Und sollte Schule machen. Wie wäre es mit einer Abstimmung unter Facebook-Nutzern, ob Mark Zuckerberg zurücktreten sollte? Das Resultat wäre allerdings von Vornherein klar.

Oder wäre das eine Möglichkeit, endlich doch die Volkswahl Schweizer Bundesräte einzuführen? Oder zumindest die Frage zur Abstimmung zu stellen, ob beispielsweise Bundesrat Alain Berset zurücktreten sollte oder nicht.

Schule machen könnte das auch in Biotopen wie «Operation Libero», «Republik» oder «Nebelspalter». Jeweils die Mitglieder oder Abonnenten könnten darüber abstimmen, ob Sanija Ameti, Constantin Seibt oder Markus Somm wegen erwiesener Unfähigkeit zurücktreten sollten. Da aber auch hier die Resultate vorhersehbar wären, wird das leider nicht geschehen.

Geradezu langweilig vorhersehbar war die Reaktion in den Mainstream-Medien, die Musk nicht mögen. Stellvertretend für alle anderen schrieb der «Digitalredaktor» Matthias Schüssler von Tamedia: «Pseudo-Abstimmung, scheindemokratisches Besänftigungsmanöver». Wäre doch immerhin was, wenn sein Oberboss Pietro Supino es auch mal auf ein solches Besänftigungsmanöver ankommen liesse. Das Resultat dürfte auch nicht anders ausfallen.

Himmel hilf: Sanija Ameti

«Operation Libero» am Abgrund. Dank ihrer Co-Präsidentin.

Sanija Ameti hat in ihrer kurzen, vom Mainstream bejubelten Karriere kaum einen Fettnapf ausgelassen. Wozu diese Schleimspur nochmals beschreiben.

Nun könnte es allerdings sein, dass der reine Überlebenswille der «Operation Libero» dazu führt, sie wegen Unfähigkeit und Schädigung der Reste des Ansehens zu kübeln.

Aus unerfindlichen Gründen war sie zum aktuellen «Club» im Schweizer Farbfernsehen eingeladen worden, in dem es um einen «Kandidatencheck» der beiden SVP-Politiker Alfred Rösti und Hans-Ueli Vogt ging.

Nach einer wackelig-nervösen Einleitung dachte Ameti wohl, sie müsse nun noch etwas Gas geben und sagte mit zittriger Stimme:

«Ich kann mir wahrscheinlich politisch betrachtet keinen von ihnen (gemeint sind die beiden Kandidaten, Red.) schöntrinken.»

Ein fataler Fehler. Denn Vogt liess sich die Gelegenheit zu einer öffentlichen Hinrichtung der Dummschwätzerin nicht entgehen.

«Frau Ameti, wir haben unterschiedliche politische Meinungen», setzte der Professor sanft an, unser Staat lebe von verschiedenen Meinungen. «Aber nie würde ich Ihnen am Anfang sagen», liess er dann das Fallbeil niedersausen, «dass ich Sie mir nicht einmal schöntrinken könnte». Ameti will hektisch intervenieren, Vogt behält die Oberhand und das Wort: «Konkordanz heisst, und ich respektiere das zutiefst, dass ein Mensch vor einem anderen Hintergrund redet. … Nie würde ich das Gespräch verweigern; Sie schaffen eine Gesprächsblockade. «Ich kann Sie nicht einmal schöntrinken», das ist eine krude Beleidigung. Ob Herr Rösti oder ich gewählt wird, wir respektieren zutiefst, dass man aufeinander zugehen und miteinander reden kann.»

Mit dem verlegenen Lächeln eines beim Rauchen erwischten Backfischs hörte sich Ameti die professorale Standpauke an.

Vielleicht hätte ihr noch geholfen, sich bei nächstbietender Gelegenheit für diesen Ausrutscher zu entschuldigen. Aber zutiefst unsichere Menschen überspielen das häufig mit Arroganz und Aggressivität. Wobei bei Ameti auch noch dazu kommt, dass sie einen eher kleinen Löffel dabeihatte, als der Herr Hirn vom Himmel regnen liess.