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Bä- Bä- lästigung

Männer sind Schweine. Aber das wussten wir doch schon.

Bereits 2021 wusste Kampffeminist David Sarasin: «In Zürich werden neun von zehn jungen Frauen belästigt». Er zitierte dazu aus einer Gaga-Studie. Wahrscheinlich aus der gleichen Firma, die auch schon behauptete, dass jede zweite Frau bereits unverlangt ein Dick Pic zugeschickt bekommen habe.

Üble Schmiere jeder Art ist Sarasins Spezialität.

So konnte das auf jeden Fall nicht weitergehen. Also wurde für teures Steuerzahlergeld das Tool «Zürich schaut hin» (nicht zu verwechseln mit glotzen, bitte) entwickelt.

Ein «Traum für Trolle», meinte die NZZ völlig richtig. Die anonyme Denunziationsplattform ist für Analphabeten geeignet. Mittels Piktogrammen kann man den zutreffenden Übergriff melden:

Dann kommt die nächste Qual der Wahl:

Und weiter:

Also zum Beispiel: ich, anonym, wurde angestarrt. Durch eine Einzelperson, höchstwahrscheinlich non-binär, wobei mir der/die/das Täter*in unbekannt war. Die Belästigung zielte meiner Meinung nach auf «Anderes», bzw. «weiss nicht» ab.

Dadaismus, wie er leibt und lebt. Hätte Raoul Hausmann ungemein gefallen.

Seit 2021 wurden hier doch tatsächlich 2593 «Übergriffe» gemeldet.

Nun vermeldet Nina Fargahi auf Tamedia: «Die Stadt Zürich führt ihr anonymes Meldetool gegen Sexismus trotz Kritik weiter fort.»

Im Einzelnen wurden solche Schweinereien denunziert: «Bei 29 Prozent der Meldungen handelt es sich um Belästigung mit Worten, bei 15 Prozent geht es ums Anstarren

Männer (das gilt auch für Frauen, Non-Binäre and everybody beyond), hört endlich mal auf zu glotzen. Oder blöde Sprüche zu machen wie «glaubst Du an Liebe auf den ersten Blick oder muss ich nochmal vorbeikommen?». Seit Existenz des Tools werden doch tatsächlich täglich 1,5 solcher Vorfälle gemeldet.

Dagegen muss natürlich die Stadt Zürich energisch einschreiten. Aber, oh Schreck:

«Eine repräsentative Befragung der Universität Bern zeigte letztes Jahr, wie verbreitet Belästigungen und übergriffiges Verhalten in der Stadtverwaltung sind: Von rund 10’000 teilnehmenden Mitarbeiterinnen berichteten etwa 1500 von diskriminierenden Erfahrungen, besonders im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden. Viele Frauen gaben an, sexistische Sprüche gehört zu haben; auch Vorgesetzte hätten abfällige Kommentare gemacht. 41 Prozent der Befragten empfanden das Arbeitsklima als «nicht offen»».

Aber auch der öffentliche Raum  ist sexistisch geschwängert. Pardon, aufgeladen. So verliest Stadtpräsidentin Corine Mauch einige schreckliche Beispiele, die hier gemeldet wurden. Wir greifen nur eines heraus, mehr verträgt der sensible ZACKBUM-Leser nicht: «Ein Mann macht Kussgeräusche gegenüber einer Frau auf der Strasse

Hoffentlich erreichte die Frau noch rechtzeitig einen Safe Room, sicherlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten der nötigen psychologischen Betreuung.

Unbestritten, dass es sexuelle Belästigung in jeder Form gibt.

Aber auf die Gefahr hin, wieder mal als sexistischer Denunziationsspassverderber dargestellt zu werden: ein Mann, der auf der Strasse einer ihm unbekannten Frau Kussgeräusche macht, hat nicht mehr alle Latten am Zaun und ist zu bedauern. Eine Frau, die das anonym und folgenlos auf dieser Gaga-Plattform meldet, hat einen Sprung in der Schüssel und ist zu bedauern.

 

Durch den Bauchnabel

Die Berichterstattung über Crans-Montana ist am Ende.

Das merkt man daran, dass Alexandra Kedves über das schreibt, was die Journalisten am besten kennen und was ihnen am wichtigsten ist: der eigene Bauchnabel.

Oben auf der Meinungsseite von Tamedia verbreitert sich Nina Fargahi darüber, dass die Schweiz angeblich «zu ihren Werten zurückfinden» müsse. Denn es sei «höchste Zeit, die diplomatischen Bemühungen aufzugeben – und sich hinter die Protestierenden im Iran zu stellen».

Ach, da sind die Werte abgeblieben.

Wie stellt sich die Dame das vor? Wird sie Mitglied einer werteschweren Schweizer Delegation, die sich bei den Protestierenden einreiht? Schliesslich müsse, was den sonst, «ein klares Zeichen gesetzt» werden. Immer, wenn dieser Ausdruck vorkommt, weiss man, dass Schreibtäter mutig tun, während sie feige sind und sich selbst nicht meinen.

Darunter tut Kedves alles, um das Niveau weiter zu senken. Nicht ganz einfach, aber sie schafft es: «Was kostet denn jetzt so ein Feuerlöscher

Sie ist die Spezialistin fürs Banale und Triviale, so den Grad der Nacktheit der Frau von Kanye West. Aber wer meint, damit habe sie die Untiefen der Seichtgebiete ausgelotet, irrt. Denn Crans-Montana, da ist beim besten Willen nichts mehr herauszusaugen. Das Leid der Verletzten, der Angehörigen, die Behörden, das Wallis, das Leid der Helfer, das Image der Schweiz, der Brandschutz, die Gerüche.

Unter Einsatz des Wortes «unfassbar» bis zum Brechreiz ist alles gesagt und geschrieben. Ausser von Kedves natürlich. Die beginnt mit einer Binsenweisheit, die in ihrer klebrigen Second-hand-Betroffenheit unübertroffen ist: «Die Tragödie von Crans-Montana hat alle erschüttert.» Das musste endlich mal gesagt sein.

Das ist der erste und einzige Satz, der über den eigenen Lebenskreis hinausgeht. Denn schon kommt ihr jüngster Sohn zu Wort, der gefragt haben soll: «Wieso haben wir eigentlich keine Rauchmelder

Huch, das erinnert Kedves daran, dass mal vor Jahren über die Anschaffung eines Feuerlöschers nachgedacht wurde, doch «irgendwie geriet das Projekt wieder in Vergessenheit». Nicht ganz, jetzt wird es mit allen gequälten Tamedia-Lesern geteilt.

Sie kann auch noch Unappetitliches aus dem Familienleben berichten: das berüchtigte Schuhregal vor der Wohnungstüre, der Gipfel der Geschmacklosigkeit.

Nicht nur das: «Wie gefährlich ist es wohl wirklich im unwahrscheinlichen Brandfall? Fangen die Filzpantoffeln blitzschnell Feuer und wirken als Brandbeschleuniger? Stolpert man in der Hektik allenfalls tatsächlich über das kleine Ding? Das Treppenhaus ist der Fluchtweg und gilt für Feuerwehr, Sanität und Polizei auch als Rettungsweg

Aber der Platz ist, Gutenberg sei Dank, beschränkt, sie muss zum Ende mit der Bauchnabelschau kommen: «Die Sorglosigkeit, die man in beschwingteren Momenten als antibünzliges Bohèmetum zelebriert hat, bekommt den Anstrich von, let’s face it, unverantwortlicher Bequemlichkeit.»

Let’s face it: die Verwendung von englischen Wendungen in einem deutschen (na ja) Text, das geht gar nicht. So wenig wie die Verwendung des Pleonasmus «antibünzliges Bohèmetum». Das sich in einem Schuhregal von zweifelhaftem Anblick und unangenehmer Ausdünstung äusserte?

Zudem verhindert die Fixierung auf sich selbst das Vermeiden einer journalistischen Todsünde. Was kostet denn nun so ein Feuerlöscher? Da kann ZACKBUM helfen. Auf einschlägigen Plattformen gibt es handliche Modelle ab 19.30. Für Fortgeschrittene mit Schuhregal vor der Türe empfiehlt sich das Modell Gloria, ein Kohlendioxidfeuerlöscher für Fr. 345.-.

Wir sind gespannt auf den Selbstversuch. Der Familienvater ruft übungshalber «Fürio», das Schuhregal fliegt aus dem Fenster, die Kinder werden in Löschdecken gehüllt, die Gebrauchsanweisung fieberhaft gesucht.

Dagegen, die Leser in Wallungen zu bringen, dagegen hilft aber bei Tamedia weder ein Feuerlöscher, noch ein Tagesleiter, noch die Chefredaktion und Qualitätspapst Simon Bärtschi erst recht nicht.

Fargahis Schulmeisterei

Auf Stammtischniveau politisieren immer nur die Anderen.

Von Thomas Baumann
Am Samstag beglückte uns der Tagesanzeiger wieder einmal mit einem Leitartikel. Titel: «Die Volksschule darf nicht zur Kampfzone werden».
Was dieser Titel wohl bedeutet? Dass die Schule dem Lernen und nicht als Kampfarena dienen soll, ist ja eigentlich klar.
Im Lead fordert die Autorin, es brauche «konstruktive Lösungen anstatt plumper Forderungen aus der Politik».
Die «vielen Herausforderungen» führten dazu, «dass die Schweizer Volksschule zur Kampfzone der politischen Auseinandersetzung geworden» sei. FDP-Präsident Thierry Burkart hätte die integrative Schule für gescheitert erklärt, gleich wie die SVP. Selbst die Mitte-Partei fordere, das Konzept der integrativen Schule zu hinterfragen.
Die FDP fordere in einem Bildungspapier auch den Abbau von Frühfranzösisch und Frühenglisch, schreibt die TA-Redaktorin weiter.
Dass sich die Politik mit der Volksschule befasse, sei ja zu begrüssen. Jedoch: «Die Grenze ist dort zu ziehen, wo legitime Forderungen in Populismus umschlagen», belehrt uns TA-Redaktorin Nina Fargahi.
Populismus ist für sie zum Beispiel die Aussage von Marcel Dettling (SVP), dass die Schüler statt «richtigem Unterricht» Filme über Transsexualität schauen würden: «Provokationen à la Dettling tragen nur wenig — oder gar nichts — zur Verbesserung der Bildung unseres Nachwuchses bei.»
Trägt die Forderung von Dettling nun wenig oder gar nichts zur Verbesserung bei? Das ist durchaus ein Unterschied. Es ist natürlich klar, was die Redaktorin insgeheim meint: nämlich «nichts».
Aber sie getraut es sich nicht, das auszusprechen. Die Gründe dafür? Die Angst, dass sie falsch liegen könnte, Feigheit? Das Resultat: Die Aussage ist unbestimmt, unklar, unpräzise. Weil die Redaktorin Angst hat, etwas Falsches zu sagen, sagt sie gar nichts.
Viel lieber will sie ja Lösungen vorschlagen, «tragfähige Lösungen statt Stammtisch-Forderungen». Diese sehen zum Beispiel so aus:
«Vor allem braucht es mehr finanzielle Mittel und personelle Ressourcen, um den Schulbetrieb zu entlasten.»
Populismus oder plumpe Forderung? ‹I wo, ich doch nicht!› Und natürlich braucht die TA-Redaktorin für ihre Forderung auch nicht selber zu bezahlen. Darin ähnelt sie allen anderen Linken, die mit finanziellen Forderungen um sich werfen.
Was das Konzept der integrativen Schule betrifft: «Eine inklusive Gesellschaft braucht eine inklusive Schule», belehrt uns die TA-Redaktorin. Begründung? Fehlanzeige! Hat hier gerade jemand «Populismus!» gerufen?
Und wir lernen den tieferen Sinn des Titels kennen: Populisten sind immer nur die Anderen. Wehe, sie wagen es, mit anderen als den eigenen Forderungen anzutreten: Damit machen sie die Volksschule zur Kampfzone, diese Übeltäter!
Nicht gerade subtil, wie hier dem politischen Gegner die Legitimation abgesprochen wird.

Edito: Wie hältst du es mit der Frauenförderung?

Bevor wir’s vergessen: ein Wort zu Edito.

Bei wenigen Medien ist die Lücke zwischen Eigen- und Aussenwahrnehmung so breit wie beim Magazin Edito. Das Heft mag das Anrühren mit der grossen Kelle: «Edito ist das führende Schweizer Medienmagazin», schreibt es auf seiner Homepage. Dafür reichen schon vier Ausgaben pro Jahr. Zu den glücklichen Lesern gehören die Gewerkschaftsmitglieder von impressum und syndicom.

Inhaltlich und sprachlich hauen die Texte niemandem vom Hocker. Auf Kochstufe Sechs wird normalerweise über Medienkrise und Geschlechterkampf gejammert. Letzten Sommer meldete Edito aber überstürzt: «Radiojournalist auf den Philippinen erschossen». Die Täter: zwei Männer auf einem Motorrad. Das Opfer: Eduardo Dizon aus Philippinen. Die Brisanz für die Schweiz: nun, ja – null.

Beste Antwort ever

Was können wir über die aktuelle Nummer Schönes schreiben? ZACKBUM.ch wollte sich die Mühe nehmen, alle Texte durchzulesen. Bei Seite 3 wurde der Plan geändert. ZACKBUM.ch guckte sich die Bilder an. Bei den schriftlichen Fragen an Sportjournalisten («Wie gehen Sie mit dieser Situation um?») fiel auf, dass von sechs befragten Journalisten nur eine Frau war (Frauenanteil: 16,6 Prozent). Beim Fokus-Thema («Wie sind diese Tatsachen miteinander vereinbar?») wurden drei Wissenschaftler, aber keine einzige Wissenschaftlerin ausgequetscht (Frauenanteil: 0 Prozent).

Was sagt die Chefredaktorin Nina Fargahi dazu? Im letzten Heft seien mehr Frauen vorgekommen, darum «haben wir als Ausgleich in dieser Ausgabe etwas mehr Männer zu Wort kommen lassen.» Das ist bis jetzt die beste Genderantwort ever.