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Serie Sommerloch: Zahlen der «Republik»

So ein Newsletter, der ist lustig. Wenn er von Dampfplauderern geschwurbelt wird.

Die Anrede ist neuerdings auf Denglisch, also teils deutsch, teils englisch: «Sehr geehrte Frau Verlegerin, Sehr geehrter Herr Verleger and everybody beyond».

Darunter gibt es zunächst einen grossen Schluck reine, bösartige Demagogie: «Am Ende warten die Echsenmenschen. Das sagt Ihnen nichts? Es geht da um die Theorie, dass Ausser­irdische auf der Erde schon lange die Macht übernommen haben. Dass in der Haut von Politikerinnen, Bankern, Industrie­magnaten in Wirklichkeit böse Echsen stecken, die die Menschheit unterjochen wollen

Daran würden viele Menschen glauben. Schuld daran seien auch «Menschen wie diejenigen Schweizer Medien­macher und Influencer, die in der Schweiz am rechten Rand seit Jahren ein Medien­biotop aufbauen, in dem Fakten keine Rolle mehr spielen. Im Zweiteiler «Die Infokrieger»» habe die «Republik» diese «Profis» vorgestellt. Über dieses Stück aus dem Klo der journalistischen Verrichtung haben wir schon gerichtet.

Nun geht’s aber um anderes. Um Niederlagen: «Wir lancierten einen Ukraine-Newsletter.» Damit wollte man an den Erfolg des Corona-NL anknüpfen. Aber: «Das hat überhaupt nicht funktioniert.» Nur «527 Neuanmeldungen». Woran das wohl liegt?

Zweiter Versuch: «In den Tagen nach dem russischen Einmarsch boten wir Ihnen auch an, die «Republik» für 8 Wochen an Freunde, Familie, Bekannte zu verschenken.» 3000 «Verleger» hätten davon Gebrauch gemacht und im Rahmen dieser Aktion rund 10’000 Einladungen ausgesprochen. «Republik», gratis, empfiehlt eine Vertrauensperson, das muss doch krachen. Allerdings: «Nur etwas über die Hälfte der Eingeladenen hat die Einladung auch angenommen – insgesamt 5199 dieser Zugänge wurden eingelöst.» Hoppla. Die andere Hälfte sagte also: nicht mal gratis lese ich das. Und von den Gratis-Benutzern wandelten «immerhin 342 Personen» in ein Monats- oder gar Jahresabo um. Weniger als 10 Prozent …

Das hindert die «Republik» aber nicht daran, ganze 8 «Neuzugänge» zu begrüssen. Denn wenn’s harzig läuft, ist das doch lange kein Grund, die Payroll nicht weiter aufzublasen.

Das ist auch – aus Sicht der «Republik» – dringend nötig, denn: «Wir denken jedenfalls nicht im Traum daran, den «Infokriegern» das Feld zu überlassen.» Denn dass auch die «Republik» Fake News, Demagogie, Skandalisierungen und Verschwörungstheorien kann, hat sie zur Genüge unter Beweis gestellt. Aber kein NL ohne eine knallige Schlusspointe. Oder so: «Und übrigens: Bei Echsen wächst das Schuppen­kleid nicht mit. Früher oder später müssen sie sich also alle häuten.»

ZACKBUM denkt seither vergeblich darüber nach, was uns die «Republik» damit sagen will. Natürlich während wir uns häuten …