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Die Trumpete

Mal im Ernst: Hilft nur noch Galgenhumor bei diesem US-Präsidenten?

Nach einem kurzen Schwächeanfall hat sich Urs Gehriger von der «Weltwoche» wieder erholt: «Don Tsu: Mit der Blockade der iranischen Seeblockade adaptiert Donald Trump Prinzipien des antiken chinesischen Meisterstrategen Sun Tzu. Mit Folgen, die für Überraschung sorgen könnten».

Dessen Strategeme so missbräuchlich zu verwenden und ihre Anwendung einem Präsidenten zu unterschieben, der wohl im Leben noch nie ein Buch gelesen hat und nie von diesem Feldherrn gehört hat: immerhin schenkt uns das einen herzlichen Lacher, und das können wir brauchen.

Denn inzwischen ist es amtlich, leider nur noch nicht exekutiert: der Mann spinnt nicht nur, und zwar im pathologischen Sinn. Sondern er hat auch grösstenteils den Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Ein nicht unbekanntes Phänomen bei notorischen Narzissten, wenn die verzweifelt um die Erkenntnis herumrudern, dass sie mal wieder der Loser sind.

Der neuste Beweis, als ob es noch eines weiteren bedurft hätte: Kommenden Mittwoch läuft mal wieder ein Ultimatum ab. Dann endet die zweiwöchige Waffenruhe. Falls sie nicht verlängert wird.

Als grossen Erfolg, haben wir gelacht, verkaufte Trump, dass damit der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus wieder freigekämpft sei. Oder doch nicht, denn Schiffe mit iranischer Destination oder Herkunft würden nun von der US-Navy blockiert werden.

Das ist nicht schlecht. Hör auf mit deiner Blockade. Schön, du hast aufgehört. Dafür blockieren nun wir. Resultat dieser grossartigen Adaption eines Strategems: nach nur 24 Stunden, in denen gerade mal eine Handvoll Schiffe durchschlüpften, blockiert nun der Iran ebenfalls wieder.

Gelegenheit für den Auslandchef des Kopfblatt-Salats von Tamedia, sich mit einer Meinung, nein, einer «Analyse» lächerlich zu machen. Aber auch gut für einen Lacher.

Damit die Lachtränen weiter fliessen, legt US-Präsident Trump nun noch einen drauf. Er sieht eine neue Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan. Dafür sollen wieder sein Vizepräsident JD Vance, die Unglückskrähe Orbáns, Steven Witkoff (qualifiziert durch seine Freundschaft mit Trump) und Jared Kushner (qualifiziert durch seinen Status als Schwiegersohn) nach Islamabad reisen.

Ob sie das wirklich tun werden, ist allerdings unklar. Sonst wäre es ja kein echter Trump, sondern Trumpetengold. Schliesslich würden die USA einen «sehr fairen und vernünftigen Deal» anbieten, behauptet Trump, der auch behauptet, die Gespräche liefen vor diesem Treffen sehr gut.

Falls sie dann doch nicht so gut laufen sollten, droht er gleichzeitig, dass in diesem Fall die USA «jedes einzelnen Kraftwerk, jede einzelne Brücke im Iran zerstören» würden.

Da Trump auch immer mehr unter Sprachdurchfall leidet, perseveriert er dann einfach weiter. Das muss man sich im Original zu Gemüte führen:

«SCHLUSS MIT DEM NETTEN KERL! Sie werden schnell und ohne Zögern fallen, und wenn sie den DEAL nicht annehmen, wird es mir eine Ehre sein, das zu tun, was getan werden muss und was andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren gegenüber dem Iran hätten tun sollen. Es ist Zeit, die Vernichtungsmaschinerie des Iran zu beenden

Was sind das für Zeiten, in denen religiöse Wahnsinnige vernünftiger wirken als der US-Präsident? Die einen metzeln allerdings friedliche Demonstranten zu Tausenden nieder, der andere kündigt Mal für Mal schwerste Kriegsverbrechen an.

Der Iran stellt fest, dass es zurzeit kein zweites Treffen geben wird. Der ständige Kurswechsel der USA und haltlose Forderungen seien «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».

Ein Mad Man im Oval Office. Sollten wir das überleben, kann man rückblickend immerhin sagen: haben wir gelacht. Denn anders kann man dieser tödlichen Bedrohung nicht mehr begegnen.

Ein gefährlicher Irrer

US-Präsident Donald Trump spinnt. Das ist nun amtlich.

«Öffnet die verfickte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben – Ihr werdet sehen! Gelobt sei Allah.» Kann man das noch steigern?

Ja, wenn man ein schwer gestörter Narzisst ist, der mal wieder TACO spielte und ein Ultimatum an das andere hängte. Weil angeblich der Iran ihn darum gebeten habe. Allerdings hört Trump Stimmen, die nur in seinem Kopf sind.

Nun droht er mal wieder mit der Zerstörung der Infrastruktur des Iran, also mit Angriffen auf Kraftwerke, Strassen und andere zivile Ziele. Eindeutig die Ankündigung von Kriegsverbrechen, mit denen Israel bereits unterwegs ist.

Oder nicht? Das seien keine Kriegsverbrechen, meint Trump, weil die Iraner «Tiere» seien. «Jede Brücke, jedes Kraftwerk im Iran wird zerstört», randaliert der Präsident, völlig ausser Kontrolle.

«Wir haben ihre Navy, ihre Air Force und ihre Mine-Droppers vernichtet», so Trump. «Das grösste Problem mit dem Iran ist, dass sie nicht kommunizieren können. Wir kommunizieren wie vor 2000 Jahren, mit Kindern die Nachrichten überbringen».

Das ist eine Mischung von verbalem Randalieren und unverständlichem Gestammel. Dazu ein erschreckendes Video, wie Trump tief versunken im Gebet im Oval Office sitzt, umgeben von klerikalen Predigern, die ihm religiöse Kraft spenden wollen.

Er legt noch einen drauf:

«Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben, sie wird nie wieder zurückkehren. Ich will nicht, dass das passiert, aber vermutlich wird es das.»

Es ist das erste Mal in der Gesichte, dass ein US-Präsident ein monströses Kriegsverbrechen ankündigt. Seine Soldaten müssen nun entscheiden, ob sie seinen verbrecherischen Befehlen folgen – und später vielleicht selbst zur Verantwortung gezogen werden. Oder ob sie seine Befehle verweigern – mit allen Konsequenzen, die das im Militär hat.

Sein Pseudo-Kriegsminister Pete Hegseth, der den Kreuzfahrerspruch «deus vult» (Gott will es) auf seinen Arm tätowiert hat, will frömmlerisch noch einen drauflegen: die Amerikaner sollen «im Namen Jesu Christi jeden Tag auf gebeugten Knien« für einen US-Sieg im Iran beten. Ein fundamentalistischer Wahnsinniger dort hätte es es nicht besser formulieren können, nur mit anderen Figuren.

Das könnte problemlos auch von einem Mullah sein: «Lass’ jede Kugel gegen die Feinde der Gerechtigkeit und unserer grossen Nation ihr Ziel finden

Religiöser Wahnsinn und zunehmender Kontaktverlust mit der Wirklichkeit. Denn einmal ist der Iran bereits durch einen überwältigenden Sieg in die Knie gezwungen, all sein Waffenarsenal vernichtet, betteln nur Trump bekannte Führer um einen Deal, während die Schiffbarmachung der Strasse von Hormus gar nicht das Problem der USA sei.

Und handkehrum soll die endlich freigegeben werden, der angeblich schon längst besiegte Iran in die Steinzeit gebombt werden, weil er immer noch nicht gegenüber den absurden Wünschen Trumps willig sei.

Wenn es nur das Vokabular wäre, das für einen US-Präsidenten völlig inakzeptabel ist, nun ja. Erfolglose New Yorker Immobilienhaie verwenden halt keine gepflegte Sprache. Wenn es nur der zunehmende Realitätsverlust wäre, mit 79 und nach viel Bräunungscreme ist man halt nicht mehr ganz da.

Aber da ist die Ankündigung von klaren, eindeutigen Kriegsverbrechen, die nicht schongeschwatzt werden können, weswegen inzwischen selbst die «Weltwoche» in dieser Beziehung verstummt ist.

Da ist die Begründung, dass es sich nicht um Kriegsverbrechen handle, weil die Iraner Tiere seien, angeführt von sehr gestörten Menschen.

Sagt ein sehr gestörter Mensch.

Wen das noch nicht genügend ängstigt: das war erst ein wenig mehr als das erste Jahr dieser Präsidentschaft. Wenn wir alle richtig Pech haben, stehen uns noch knapp drei Jahre bevor.

Watch your words

Trumps Sprache verrät eigentlich alles über den Mann.

«Ich kenne den Mann seit Jahren und halte ihn für sehr klug und sehr stark.» So lobhudelte US-Präsident Donald Trump im April 2018 John Bolton, als er ihn zu seinem Sicherheitsberater machte.

Bolton sei ein «lowlife», Abschaum, nichtsnutziger Penner, ein «sleazebag» (Dreckskerl). Er sei nicht wirklich klug, aber er könnte «sehr unpatriotisch» sein. Plus die Drohung: «Ich werde es herausfinden.» Das sagt Trump heute über seinen Kritiker Bolton.

Über den Chef der US-Notenbank FED sagt Trump: Jerome Powell sei ein «Schwachkopf», der «Mister zu spät», er sei «crazy» (verrückt) und sein «Feind», der so schnell wie möglich zurücktreten müsse.

Seine ehemalige Konkurrentin sei die «crooked Hillary», die korrupte Hillary Clinton, Nancy Pelosi «crazy Nancy». Die Medien ganz allgemein seien die «Feinde des Volkes», was auch Richter treffen kann. Wer ihm unliebsame Artikel verbreitet oder Urteile fällt, sollte gefeuert werden.

Sein allgemeines Abwertungsvokabular umfasst unter anderem die Begriffe «Loser, Clown, disaster, stupid, very dumb, total disgrace».

Also Reaktion auf seine Amok-Zollpolitik würden ihm nun reihenweise Staatenführer den «Arsch küssen».

Sich selbst sieht er als «stabiles Genie», zu allen Themen, über die er sich äussert, hat er den Satz parat «niemand versteht das wohl besser als ich», was sich sogar auf das Wachstum und die Pflege von Rasen bezieht.

Beliebte Sätze sind ebenfalls: «Ich habe mehr für Amerika getan als fast jeder andere Präsident. Meine Rallyes sind die grössten und enthusiastischsten in der Geschichte. Die Leute lieben mich wie niemanden sonst

Auch historische Vergleiche scheut er nicht: «Viele Leute sagen, ich sei wie Abraham Lincoln – aber mit noch mehr erreicht.»

Hinzu kommt, dass Trump lügt, dass sich die Balken biegen und nicht nur über Personen seine Meinung diametral ändert. Das gilt nicht nur für US-Politiker. So ist Russlands Präsident Putin einmal für Trump «ein Genie», dann aber auch ein «madman», ein Verrückter.

Dazu ist Trump völlig skrupellos bei der Selbstbereicherung, was die «Financial Times» mit einer Unzahl Belegen als den «grössten Raubzug am helllichten Tag» der jüngeren Geschichte bezeichnet.

In letzter Zeit kommt es zunehmend vor, dass der 79-jährige Trump vom Thema abweicht, mäandert, sich in Nebensächlichkeiten wie dem Zustand des Grases in Washington D.C. («niemand versteht mehr von Gras als ich») verliert.

Alles, was ihn ausmacht, ist in einem Satz aus dem Wahlkampf von 2016 enthalten:

«I could stand in the middle of Fifth Avenue and shoot somebody, and I wouldn’t lose any voters, OK?»
«Ich könnte mitten auf der Fifth Avenue stehen und jemanden erschiessen – und ich würde keine Wähler verlieren.»

Mit aller gebotenen Vorsicht lässt sich daraus ein Psychogramm des mächtigsten Mannes der Welt erstellen. Von jemandem, der eine solche Kappe trägt und das nicht ironisch meint:

Er ist ein Narzisst mit starkem Bedürfnis nach Bewunderung und niedriger Frustrationstoleranz. Er benützt einfache Botschaften und hat ein klares Freund-Feind-Schema. Er hat ein hohes Bedürfnis nach autokratischer Macht und den Anspruch, allein die richtigen Lösungen zu haben. Er beansprucht Dominanz durch Herabsetzung des Gegners. Sich selbst sieht er gerne in der Opferrolle («Fake News», gestohlene Wahlen). Seine Bewertungen und Einschätzungen ändern sich je nach Loyalität oder Opportunität, gehorchen keinerlei Prinzipien.

Das ist alles nichts Neues; solche Machtmenschen gab und gibt es in der Menschheitsgeschichte immer wieder. Sie haben allerdings eines gemeinsam: von Stalin über Hitler bis Mao sind sie allesamt gescheitert. Das hatte jeweils Millionen von Toten zur Folge.

Keiner von ihnen war so mächtig wie der US-Präsident heute. Was geschieht, wenn ein Narzisst scheitert? Abwehr, Verleugnung, im besten Fall Depression und Rückzug. Im Normalfall Wut und Aggressionsausbrüche, da das Scheitern als Angriff erlebt wird.

Wehe uns.

Amtlich: Trump ist irr

Wer sollte noch Zweifel haben?

Der US-Präsident Donald Trump nutzte seine Arabien-Reise in erster Linie dazu, seine eigenen Taschen und die seines Clans zu füllen. Nicht nur, dass er sich eine Air Force One schenken liess. Er vereinbarte jede Menge «Deals», die mit neuen Trump-Towers Geld in seinen Beutel klingeln lassen  sollen. Obwohl sie, wie die meisten seiner Projekte, in einem Desaster enden werden.

Ein Raubzug am helllichten Tag, nannte das die  «Financial Times».

All das ist menschlich verständlich. Nach einem Leben voller Flops ist er endlich am Ziel seiner Wünsche angelangt. Als US-Präsident in seiner zweiten Amtstzeit geht es den multipel gestörten Narzissten um nichts anderes als Selbstbereicherung.

Bei Treffen mit dem saudirarabischen Schlächter Mohammed Bin Salman oder beim Handshake mit dem gewendeten fundamentalistischen Irren Mohammed al-Baschir ging es ihm nur um eins: um Deals, die auch seine Taschen füllen.

Dabei liess er den grossen Partner der USA links liegen; Israel, no deal, zero points.

Nachdem er sich bereits als valablen Kandidaten als Papst lächerlich machte, liess er ein neues Video posten, das ihn als musikalisches Multitalent präsentiert.

Seit seiner aberwitzigen Berechnung von Strafzöllen, die er dann Schritt für Schritt zurücknahm, hat er für Handlungsunsicherheit auf den Weltmärkten gesorgt und musste erkennen, dass der Bond-Markt stärker ist als er. Zudem will er die US-Staatsschulden auf Kosten aller Dollar-Besitzer herunterfahren.

All das lässt nur einen Schluss zu: der mächtigste Mann der Welt ist irre geworden.

Das ist ein Fakt. Umso verblüffender ist es, dass es von Köppel abwärts («Friedensfürst») immer noch genügend Fans gibt, die all sein erratisches und unverantwortliches Handeln mit Lobeshymnen begleiten.

Die menschliche Dummheit, im Gegensatz zum Universum, ist unendlich, sagte Einstein so richtig.

Hier zerstört der mächtigste Mann der Welt aus Eigennutz die wirtschaftliche Basis von Verlässlichkeit und Berechenbarkeit der nach wie vor wichtigsten und militärisch stärksten Macht der Welt.

Und bekommt dabei Applaus von Verpeilten und Vollpfosten, die seinem verantwortlosen Handel durchaus Positives abzugewinnnen meinen.

Dabei ist ein skrupelloser Irrer an der Macht, dem es ausschliesslich um die Partikiuärinterressen von ihm selbst und seines Clans geht.

Die angekündigten «Deals» in Multimillardenhöhe von über einer Billion werden sich bei genauerer Betrachtung in Luft auflösen.

Sein Vorgänger versuchte immerhin, finanzielle Engagements mit Unrechtsstaaten wie Saudiarabien, Katar oder den VAE an Bedigungen zu knüpfen. Darunter die, dass kein Technologietransfer zu Staaten stattfinden dürfe,  die die völlige Vernichtung Israels fordern. Oder solche Erkenntnisse an Russland oder China weiterleiten werden.

All das ist dem multipel gescheiterten «Deal Maker» Trump völlig egal. Man muss  ihn nur mit genügend Gold und Pomp und einem dicken Bakschisch empfangen, und schon hat man ihn um den Finger gewickelt.

«World gone wrong», sang Bob Dylan einst. Er wusste nicht, wie die Realität ihn überholt.

Denn  eine Figur wie Trump konnten wir uns in unseren Alpträumen nicht vorstellen.

Wumms: Richard Swartz

Wie man aus einer Taxifahrt einen Artikel leiert.

Richard Swartz ist ein mässig bekannter schwedischer Journalist. Nach dem Fall der Berliner Mauer bezeichnet er sich selbst als «Niemand», der ein erstes Buch auf Deutsch veröffentlicht hatte. Und der grosse Schriftsteller Stefan Heym «hatte grosszügig angeboten, den Grünschnabel mit seiner Anwesenheit zu unterstützen».

Das hätte er besser nicht getan, denn Swartz ist geblieben, dass sich zwar die Menschen im Berliner Literaturhaus drängten, aber nicht wegen ihm. Und während Heym ein Buch nach dem anderen signierte, «war es vor mir leer, und die Tinte in meinem Füller trocknete».

So eine verletzte Autorenseele ist nachtragend. Also erinnert sich Swartz «an meine merkwürdigen Begegnungen mit einem der bekanntesten Autoren der DDR». Genauer gesagt war es eine, und im Zentrum seiner Beschreibung steht die gemeinsame Taxifahrt mit Heym nach der verunglückten Dichterlesung. Da habe Heym sich an seinem Nachnamen aufgehalten, woraus Swartz eine pseudogelehrte Abhandlung über echte und angenommene Namen macht und als unglaubliche News verkündet, dass Heym ja in Wirklichkeit Helmut Flieg hiess.

Was angesichts des Monuments von Werk, das Heym hinterliess, nun so ziemlich die unwichtigste Information über ihn ist, die man geben kann. Auch ZACKBUM-Autor René Zeyer hatte Begegnungen mit Heym, aber er käme doch nie auf die Idee, irgendwelche unwichtigsten Reminiszenzen Jahrzehnte später zum Besten zu geben.

Am Schluss seines Texts macht Swartz nochmal klar, wieso Heym ein grosser Schriftsteller war und er selbst ein kleines Licht bleibt:

«Stefan Heym, einst Helmut Flieg, ist Namensgeber eines grossen internationalen Literaturpreises der Stadt, und aus dem Haus seiner Kindheit hat man ein Museum gemacht. Alles, um sich an ihn zu erinnern. Ich spaziere durchs Zentrum und kann mich binnen kürzester Zeit davon überzeugen, dass es dieselbe hässliche und heruntergekommene Stadt ist wie jene, die Karl-Marx-Stadt hiess. Seltsam eigentlich. Aber ich bin sicher, dass ein alter Chemnitzer wie Stefan Heym sich zurechtgefunden hätte, obwohl er nicht mehr Helmut Flieg heisst

Allerdings hätte Heym, was Swartz zu erwähnen vergisst, wohl sein Veto eingelegt, dass dieser Flachschreiber 2020 den Internationalen Heym-Preis bekommen hat. Allerdings zusammen mit Slavenka Drakulic, einer kroatischen Schriftstellerin. Was den Narzissten Swartz sicherlich nochmal getroffen haben dürfte.

Auch hier erhebt sich die Frage, wieso die Qualitätskontrolle der NZZ einmal mehr versagt und diesen Nonsens-Text publiziert. Mit einem Inhalt, der noch dünner ist als die Printausgabe des Blatts, wo es doch so viele interessante Stücke gäbe, die es verdienten, veröffentlicht zu werden. Statt eines sich aufplusternden Swartz, der zu recht immer im Schatten eines wirklichen Schriftstellers wie Heym stehen wird. Und dass der Flieg hiess, ist nun schlichtweg völlig bedeutungslos.

Alleine, dass Swartz mit keinem Wort das beeindruckende Oeuvre erwähnt, das Heym hinterliess, desavouiert diesen Möchtegern, der niemals verwand, dass ihm Heym bei ihrer einzigen Begegnung die Show stahl.