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Krachende Niederlage für den Mohrenkopf-Professor

Bernhard Carlos Schär verträgt Kritik nur schlecht.

Schnell droht er mit Presserat oder reicht gar Klage ein. Allerdings vergeblich.

Gegen die NZZ wollte der Assistenzprofessor der Uni Lausanne den Presserat anrufen. Sie hatte es gewagt, seine Studie über M*** als fehlerhaft und unwissenschaftlich zu kritisieren.

Denn wer sich Gedanken über den angeblich rassistischen Gehalt des Wortes Mohrenkopf oder Mohrentanz macht und das Pfui-Wort nicht mal ausschreibt, disqualifiziert sich selbst.

Das mit dem Presserat liess Schär dann bleiben, dafür reichte er Klage wegen Persönlichkeitsverletzung gegen einen Artikel dieses Autors in der «Weltwoche» und wegen drei Artikeln auf ZACKBUM ein.

Unter anderem forderte Schär, dass per superprovisorischer Anordnung diesem Autor verboten werden sollte, über die Klage gegen ihn zu berichten.

Unglaublich: das Regionalgericht Bern-Mittelland gab diesem Antrag statt. Ein einmaliger Maulkorb-Erlass, ein Anschlag auf die Medienfreiheit. Gegen den sofort Einsprache erhoben wurde.

Anschliessend liess sich das Berner Gericht fast zwei Monate (!) Zeit, um über diese Superprovisorische zu befinden. Um schliesslich am 25. November zur Einsicht zu gelangen: «Soweit weitergehend wird das Gesuch (von Schär, Red.) vom 29. September abgewiesen.»

Tschakata. Die WeWo und Zeyer wurden lediglich angewiesen, drei von vielen eingeklagten Bezeichnungen zu löschen.

Alle weiteren Behauptungen Schärs, dass hier eine Rufmordkampagne gegen ihn geführt werde, die auch sein berufliches Weiterkommen gefährde, weswegen auch nicht über seine Klage berichtet werden dürfe, sowie alle diese Artikel samt Kommentaren integral zu löschen seien, wurden aus dem Recht gewiesen.

Ein dritter ArtikelSchär, der Schweiger» ), der ebenfalls hätte gelöscht werden sollen, wird im Berner Entscheid nicht mal erwähnt.

Absurd war die Forderung seiner Anwältin, dass nicht nur all diese Artikel gelöscht werden müssten, sondern WeWo und Zeyer verpflichtet werden sollten, «keine neuen Artikel über den Gesuchsteller (Schär, Red.) zu publizieren».

Der empfindsame Forscher hat nun drei Monate Zeit, ob er es dennoch auf einen Prozess ankommen lassen will oder nicht.

Sein Mütchen kühlen dürfte allerdings die Entscheidung der Gerichtspräsidentin, dass er die Gerichtskosten und eine Parteienentschädigung übernehmen muss. Plus natürlich die Kosten seiner eigenen Anwältin.

Geschichtswissenschaft ist keine exakte Wissenschaft. Im Gegensatz zu Mathematik oder Physik gelten hier andere Regeln als Falsifikation oder Wiederholbarkeit eines Experiments als Methoden zur Überprüfung.

In seiner Gegendarstellung, die von der NZZ unverständlicherweise abgedruckt wurde, behauptete Schär: «Zutreffend ist, dass Prof. Dr. Bernhard C. Schär [. . .] kein wissenschaftlicher Fehler nachgewiesen wird. Unter schweren wissenschaftlichen Fehlern sind erwiesene Datenmanipulationen, Plagiate oder vorsätzliche Verfälschung von Forschungsergebnissen zu verstehen. Nichts Vergleichbares liegt hier vor.»

Zu bestreiten, was gar nicht vorgeworfen wurde, nämlich beispielsweise vorsätzliche Verfälschung, ist ein übler Trick aus der untersten Schublade der Demagogie.

Tatsächlich wird Schär vorgeworfen, dass er allein schon durch die Verwendung von Sternchen, weil er den Begriff «Mohr» – sein Untersuchungsgegenstand – nicht aussprechen will, Voreingenommenheit signalisiert.

Zudem wird ihm bislang unwidersprochen vorgeworfen, dass er sich in der Genealogie der Eigentümerschaft des Mohrenkopf-Hauses in Zürich wie auch in der Wappenkunde schwer verhauen hat.

Das sind zwar nach seiner Definition keine «wissenschaftlichen Fehler». Aber oberpeinlich ist es trotzdem.

Noch peinlicher ist, dass normalerweise in Geisteswissenschaften Erkenntnisgewinn durch Rede und Gegenrede entsteht, durch Behaupten und Widerlegen von Behauptungen.

Wer sich dem entzieht (inhaltlich wollte und will Schär zu keinem Vorwurf Stellung nehmen), erlaubt zumindest Zweifel daran, als historischer Forscher ernst genommen zu werden.

Damit findet ein ganz trübes Kapitel der Mohrenforschung hoffentlich sein Ende.

Wie bei ihm üblich hat Schär auch hier die Gelegenheit zur Stellungnahme nicht benützt.

Dass zum ersten Mal in der jüngeren Mediengeschichte einem Journalisten ein Maulkorb verpasst wurde, dass er über eine Klage gegen ihn selbst nicht berichten darf, bleibt als Skandal.

Dass die Mainstream-Medien das nicht einmal vermeldet haben, obwohl es alle Journalisten betrifft, ist bedenklich. Hier herrscht offenbar die Meinung vor: Maulkorb für Zeyer – recht geschieht’s ihm.

Dieser Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz».

Bührle und kein Ende

Die Stadt klagt gegen die Stiftung. Die soll sich nicht so anstellen, rät Tamedia.

Beat Metzler von Tamedia ist ein Tausendsassa. Der Erfinder des Blick-o-Meters, mit dem die Lüsternheit eines Männerblick gemessen werden kann (kein Scherz). Natürlich stand er auch im Mohrenkopfkampf an vorderster Front («rassistisch»), ist ein glühender Verfechter der Sprachvergewaltigung durch den Genderstern und verwendet auch gerne anrüchige Ausdrücke wie «Kulturkampf». Denn historische Bildung ist seine Sache nicht.

Während Kollega Tobler, der auch schon mal anregte, die Bührle-Sammlung doch schlichtweg ihrem Besitzer wegzunehmen, Pause macht, wirft sich Metzler nun in diese Schlacht.

Längst ist in den Hintergrund getreten, ob die x-te Nachuntersuchung der Provenienz der Kunstwerke und der Frage, ob einzelne ihren Besitzern unter Ausnützung einer Notlage billig abgekauft wurden, noch Sinn macht, in den Hintergrund getreten.

Die Stiftung beharrt darauf, dass das erschöpfend untersucht und beantwortet wurde, ein Gefälligkeitsgutachten im Auftrag der Stadt kam zu einem abweichenden Ergebnis, das wiederum hochumstritten ist.

Was macht der Beamtenapparat, wenn die Wogen hochgehen? Genau, er gibt eine weitere Untersuchung in Auftrag. Diese ganze Geschichte referiert Metzler einigermassen neutral.

Kollega Samira Kunz hatte zuvor zum x-ten Mal ins gleiche Fettnäpfchen gefasst:

«Im Artikel «Stadt geht rechtlich gegen möglichen Wegzug der Bürhle-Sammlung vor» in der Print-Ausgabe vom Donnerstag hiess es, die Sammlung sei wegen eines Umbaus bis 2027 geschlossen. Richtig ist, dass ab dem 20. März 2026 die Präsentation «Zwischenstand. Sammlung Bührle» eröffnet und eine Vielzahl der Werke wieder zu sehen sein wird.»

Richtiger ist, dass die Sammlung zurzeit nicht besichtigt werden kann.

Kein Wunder, dass es der Stiftung, die diese Kunstwerke für den Neubau des Kunsthauses als Leihgabe zur Verfügung stellte, den Hut gelupft hat.

Sie beschwert sich über

«massivste Vorwürfe von angeblich ethisch-moralischem Fehlverhalten, kritiklosem Umgang mit sogenannt historisch kontaminierten Kunstwerken bis hin zum Vorwurf von Antisemitismus».

Klare Rufschädigung.

Also hat es die Stiftung gewagt, aus ihren Statuten zu entfernen, dass die Werke in Zürich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Natürlich unbeschadet des Leihvertrags, der erst im Jahr 2034 abläuft.

Von der staatlichen Stiftungsaufsicht ist das problemlos genehmigt worden. Dagegen zieht nun die Stadt Zürich vors Verwaltungsgericht. Was absurd und die Verschwendung von noch mehr Steuergeldern ist, nachdem zusätzlich 5 Millionen Franken aufgeworfen werden, um die Kunstwerke nochmals zu untersuchen und zu «kontextualisieren».

Und genau hier legt sich Metzler nun in die Kurve und biegt nach Absurdistan ab:

«Psychologisch lässt sich die Abwehrhaltung der Bührle-Stiftung nachvollziehen. Erst bemühte sich die Stadt Zürich um die Bilder. Dann ging sie auf Distanz. Auch Kritiker haben die Stiftung teils unzimperlich angefahren.
Doch sie erweckt den Eindruck, Kritik von aussen generell als Zumutung wahrzunehmen. Mit der Präsentation ihrer Bilder in einem stark subventionierten Museum gehört solche allerdings dazu. Zudem hat die Stiftung mit Auseinandersetzungen rechnen müssen. Das Vermächtnis des Oerliker Waffenfabrikanten wird von links seit Jahrzehnten hinterfragt.»

Psychologisch? Da bietet die Stiftung Hand, den Neubau mit einer Attraktion zu füllen, die anfangs auch von der schreibenden Schmachtlocke Daniel Binswanger und vielen anderen als Bereicherung für den Kulturstandort Zürich bejubelt wurde. Dann begannen die Meckereien und haltlosen Verdächtigungen, die von der Stiftung mit Engelsgeduld beantwortet wurden.

Was soll daran nun rein psychologisch sein, wenn ein Verleiher von weltberühmten Kunstwerken dafür nicht ständig eins in die Fresse kriegen will? Sondern irgendwann völlig verständlich sagt: also wenn ihr die Sammlung so scheisse, zweifelhaft und anrüchig findet, wieso soll sie dann bei euch ausgestellt bleiben?

Dagegen Metzler: «Auch die Ansprüche, die das Kunsthaus an die Herkunftsprüfung stellt, sind keine Schikane. Sie gelten für alle Bilder im Museum. Und falls die Eigeneinschätzung der Sammlung als unproblematisch zutrifft, hat die Stiftung nichts zu befürchten durch weitere Abklärungen.»

Doch, in der x-ten Wiederholung des Generalverdachts, dass hier Raubkunst ausgestellt sein könnte, ist es reine Schikane. Und der Gang vor Gericht gegen die Stiftung ist reinste Schikane.

Kleine Frage am Rande: «Sie gelten für alle Bilder im Museum.» Welche anderen Bilder im Kunsthaus sind denn dermassen gründlich, wiederholt und dann nochmal wiederholt auf ihre Herkunft untersucht worden?

 

 

Himmel, der Pimmel

Die Erektionskurve bleibt hoch. Obwohl es völlig gaga ist.

ZACKBUM-Redaktor René Zeyer gesteht, dass er mehr als zwei Frauen kennt. Mehr als zwei Frauen, die von Alter und Äusserem her männliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im erweiterten weiblichen Bekanntenkreis, dem auch durchaus jüngere Damen angehören, machte ZACKBUM daher eine Umfrage.

Schlaffes Resultat: niemand. Keine. Nicht mal verlangt. Was?

Nun, das, was der ehemalige Stadtammann von Baden aus seinen Amtsräumen zu verschicken pflegte. Genau, ein Dickpic. Für weibliche (und auch männliche) Leser, die noch nie davon gehört haben: damit bezeichnet man die unerwünschte Zusendung des eigenen erregten (oder vielleicht sich auch in Ruhestellung befindlichen) Penis an ein weibliches Wesen.

Wie es diesbezüglich bei der LGBTIQA+-Community steht, ist leider nur ungenügend untersucht. Ebenso wenig wie die Frage, wie viele Männer schon unaufgefordert, aber lassen wir das.

Für einmal ist, das muss lobend erwähnt werden, der Titel des Tagi, der diesen Nonsens von der SZ übernommen hat, besser als das Original: «Form von sexualisierter Gewalt: «Das Dickpic funktioniert als Macht­demonstration – oder auch als Drohung»»

Da erregt sich Kerstin Lottriz nämlich: «Plötzlich ploppt ein Bild am Handy-Bildschirm auf. Ein nackter Penis. Fast jede zweite Frau im Alter von 16 bis 24 Jahren hat schon mindestens einmal ungefragt ein Nacktfoto erhalten.»

Die Redaktorin der Süddeutschen «plant als Chefin vom Dienst die aktuellen Themen im Bereich Kriminalität, Katastrophen, Kurioses und Promi-Klatsch für das Internet sowie die gedruckte und digitale Zeitung». Aber das ist ja auch keine Entschuldigung.

Immerhin, der Erkenntnis, dass das Dickpic «kein Austausch auf Augenhöhe» sei, der kann ZACKBUM noch zustimmen. Ausser, aber lassen wir diese Männerfantasie aussen vor.

Zu diesem ewig rezyklierbaren Thema interviewt Lottriz die Psychologin Sarah Koldehoff. Wer? Also bitte, die Autorin des neusten Buchs zum ewigen Aufregerthema mit dem eingängigen Titel «Dick Pics».

Dabei spricht die Psychologin harte Wahrheiten knallhart aus: «Relativ wenige Männer geben an, dass sie die Bilder aus bewusster Misogynie verschicken, ungefähr jeder Sechste. Der Grossteil gibt bei der Frage nach der Motivation an, dass sie etwas zurückbekommen wollten oder es sie erregt habe.»

Es mag nun durchaus männliche Geschlechtsgenossen geben, für die man sich schämen muss und die wie Geri Müller weiland tatsächlich Fotos des eigenen Gemächts verschicken und meinen, dass das bei der Empfängerin Lustgefühle auslöse.

Auf der anderen Seite: das sei schon fast jeder zweiten Frau im dafür empfänglichen Alter widerfahren?

Nun ist die ZACKBUM-Umfrage keinesfalls repräsentativ, auch wenn die Erweiterung der Frage, ob die Befragte vielleicht eine kenne, die eine kenne, die schon mal so ein Pimmelbild ungefragt bekommen habe, immer noch auf ein schlappes Nein stiess.

Also entweder muss sich ZACKBUM Gedanken über die Art seines weiblichen Bekanntenkreises machen – oder diese Behauptung ist blanker Unsinn. Auf der Ebene, dass der unkommentierte oder unverhüllte Anblick eines Mohrenkopfs (von seinem Verzehr ganz zu schweigen) Gefühle der Diskriminierung, des Rassismus oder des allgemeinen Unwohlseins auslösen könnte.

Leider ist ebenfalls nicht untersucht, was das Versenden (gefragt oder ungefragt) eines Dubler-Mohrenkopfs beim Empfangenden (wir wollen doch mal woke korrekt bleiben) auslöst.

Gibt es denn irgendwelche verlässlichen Untersuchungen, Umfragen oder was auch immer, die diese immer wieder kolportierte Behauptung stützen? Selbst eine auf Hochtouren arbeitende KI findet nicht mehr als eine englische Umfrage von 2018, bei der 41 Prozent der 2121 befragten Frauen behaupteten, sie hätten mindestens einmal und unaufgefordert ein Penisbild erhalten.

Und sonst? Nix, null, nada. Ausser einer unscharfen Schwemme von Umfragen über sogenannten «image-based sexual abuse», der aber alle Formen, beispielsweise auch das Weiterleiten von erhaltenen Nacktfotos, enthält. Hier ergab eine internationale Studie mit immerhin 16’000 Teilnehmern aus zehn Ländern, dass 22,6 Prozent damit Erfahrungen gemacht hätten. Wohlgemerkt mit irgend einer der vielen Formen.

Wodurch man zur Schlussfolgerung gelangen muss – auch wenn man sich dem Vorwurf aussetzt, ein alter, weisser Cis-Mann, Sexist und Sonst-noch-Was zu sein –, dass diese Behauptung kompletter Schwachsinn ist, auf dem sich aber immer wieder Autorinnen und Journalistinnen und Berufsopfer ihr Süppchen kochen.

Mohr und kein Ende

Peinliche Professoren gibt es zu Hauf.

Professor Bernhard C. Schär, die (…)* für die Historikerzunft, hat ein «Gutachten» verbrochen. Darin ist er nicht mal in der Lage, den zu begutachtenden Begriff M*** auszuschreiben. Eine (…)*. Zudem sind ihm (und seiner Mitautorin) offenbar gravierende Fehler unterlaufen, wie ein Gegengutachten eines renommierten Historikers festhält.

Das ist peinlich. Auf Anfragen – auch von ZACKBUM – reagiert der Professor nicht oder verweigert jede Auskunft. Obwohl das Machwerk den Steuerzahler 33’000 Franken kostete.

Als die NZZ eine fundierte Kritik an dieser Mohrerei vorbrachte, benützte er das Angebot zur Stellungnahme nicht. Oberpeinlich. Aber das lässt sich noch steigern.

Peinliche Professoren werfen sich für Schär in die Schlacht. Eine Professorin Monika Dommann behauptet, dass kritische Artikel wie der in der NZZ und der von René Zeyer in der «Weltwoche» gegen eine angebliche «Offenheit» gerichtet seien und Vertrauen und Transparenz «erschweren». Was immer das bedeuten mag.

Schär selber behauptet nun, er sei von der NZZ vor Erscheinen des Artikels nicht mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Im Artikel steht hingegen, dass er nicht Stellung nehmen wollte. Also nur eine der beiden Darstellungen kann stimmen. ZACKBUM kann dazu beitragen, dass Schär selbst auf die relativ harmlose Frage, was das Gutachten denn gekostet habe, nicht mal zu antworten geruhte.

Nun haben 29 Historiker an der Uni und der ETH Zürich einen «offenen Brief» an die NZZ gerichtet.

Sein erbärmliches Niveau lässt das Schlimmste für die Qualität der historischen Lehre und Forschung an diesen beiden Institutionen befürchten. Sie behaupten in ihrem Schreiben, der NZZ-Artikel konzentriere sich «auf die gezielte persönliche Diffamierung eines Wissenschaftlers». Ein happiger Vorwurf, jemanden in seinem Ansehen herabsetzen, verleumden. Noch massiver: «Im Zentrum steht die Diskreditierung einer Person, nicht die Debatte oder die Entkräftung einzelner Argumente.»

Während aber der NZZ-Artikel argumentativ diverse Werke von Schär kritisch unter die Lupe nimmt und ihm belegt handwerkliche Fehler vorhält, verabsäumen es diese 29 Historiker, ihre Behauptungen auch nur mit einem einigen Sachargument zu untermauern. Stattdessen fabulieren sie:

«Bernhard C. Schär ist ein international renommierter Wissenschaftler … Die Darstellung in der NZZ steht in eklatantem Widerspruch zu … der hohen Anerkennung, die Bernhard Schär in Fachkreisen geniesst.»

Es ist ein jämmerliches intellektuelles Niveau, die Kritik der NZZ an Schär mit solchen Behauptungen entkräften zu wollen. Selbst wenn Schär diese Anerkennung geniessen sollte: das würde null und nichts von der Kritik entkräften, die die NZZ vorgebracht und untermauert hat.

Eine wissenschaftlich anerkannte Methode wäre, die Kritikpunkte des Artikels aufzuzählen – und zu widerlegen. Aber dazu sind diese Professoren nicht in der Lage.

Am Schluss behaupten sie: «Wir stehen ein für den offenen und respektvollen Dialog.» Aber «unser Kollege» dürfe seine «wissenschaftlichen Einschätzungen einbringen, ohne dafür auf persönlicher Ebene diskreditiert zu werden».

Das ist nun höherer Gaga. Für diese Professoren besteht ein «respektvoller Dialog» wohl nur in einer kritiklosen «hohen Anerkennung». In der Kritik an Schär geht es keineswegs um seine «Einschätzungen», sondern um seine handwerklichen Fehler, seine ideologische Voreingenommenheit und konkrete Vorwürfe gegenüber der Wissenschaftlichkeit seines Vorgehens.

Was daran eine «Diskreditierung auf persönlicher Ebene» sein soll, das wissen – wenn überhaupt – nur diese Professoren.

Wer sich dermassen öffentlich blamiert – ohne diskreditieren zu wollen –, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er wirklich für das Tragen eines Professorentitels (und das Verbraten von hübsch Steuergeldern) qualifiziert ist.

Schliesslich verdient ein Professor bis zu 300’000 Franken im Jahr. Nehmen wir hier einen Durchschnitt von lediglich 200’000 Franken, haben also 5,8 Millionen Franken diesen offenen Brief unterzeichnet. Rausgeschmissenes Geld?

*Diese Wörter wurden auf Anweisung des Regionalgerichts Bern-Mittelland zensiert.

Mehr Mohr

Damit sich der Leser schwarz ärgert, tritt nun auch noch Fabian Renz nach.

Er hebt im Pluralis Majestatis an: «Auf diese Inschriften können wir verzichten». Wer ist «wir»? Er und zwei, drei verpeilte Kommentarschreiber, während alle anderen sich zum zweiten Mal aufregen, wie der Tagi das Thema behandelt.

Gelernt hat Tamedia-Renzleitet seit 2023 das Ressort Analyse und Meinungen») nichts. Er fängt gleich mit der Wiederholung des ersten Fehlers seines Kollegen an: «Die Stadt Zürich darf gemäss Bundesgericht die «Mohren»-Wörter auf zwei Häusern abdecken. Gut so

Analyse und Meinung falsch, muss man mal hinkriegen.

In Wirklichkeit schlecht so, das Bundesgericht ist auf eine Beschwerde des Heimatschutzes einfach nicht eingetreten, aus formaljuristischen Gründen. Das fällt ihm dann weiter unten auch auf, aber er will ja den anderen Mohrenkopf Metzler in der Redaktion nicht im Regen stehen lassen. Das Bundesgericht habe «zugunsten der Stadt entschieden, genauer gesagt: Es spricht dem Heimatschutz die Beschwerdeberechtigung ab».

Das ist etwa so bescheuert wie: zwei plus zwei macht fünf. Genauer gesagt vier.

Dann kriegen die Heimatschützer eins über die Rübe: «Sie führten um die beiden Inschriften einen Popanz auf, der spätestens seit 2023 einer kunsthistorischen Grundlage entbehrte.» Popanz? Ob der Mann wohl weiss, was das Wort bedeutet? Da kann ZACKBUM helfen: sich wichtig machen, prahlen, oft mit dem Ziel, Eindruck zu schinden oder Angst einzujagen. Allerdings entbehrt dieser Popanz «einer kunsthistorischen Grundlage». Und ist daher vielleicht nur ein Popotänzchen. Oder so.

Meiner Treu, kann denn niemand mehr beim Tagi richtiges Deutsch?

Renz wohl nicht; auch inhaltlich setzt er nun zu einer wilden Slalomfahrt an: das Entfernen oder Überdecken von zwei Mohren «mag man für übertrieben halten, für den Ausfluss eines hyperempfindlichen Zeitgeists».

Nein, nicht nur  ZACKBUM hält das für reinen Blödsinn, für perverse Rassenhygiene von Leuten, die einen Fensterplatz hatten, als in der Geschichte die Bedeutung des Wortes Mohr erklärt wurde. Nächste Kurve von Renz: «Übertrieben ist es freilich auch, deswegen von einem «Canceln der Geschichte» zu raunen, wie es Bürgerliche im Zürcher Gemeinderat taten», raunt er.

Dann hat es ihn aus der Kurve getragen, im Gebüsch erhebt er den Blick zum Grossenganzen:

«Stadtbilder verändern sich, passen sich den Bedürfnissen und Sensibilitäten der jeweiligen Bewohnenden an – das ist der Lauf der Dinge seit Jahrhunderten.»

Ach ja? Bevor woker Ungeist sein Unwesen zu treiben begann, wer wäre in vergangenen Jahrhunderten auf die Idee gekommen, dass das Wort oder die Darstellung eines Mohren «Sensibilitäten» auslösen würde? Und selbst wenn: darauf wäre mit einem «bescheuert oder was, mangelnde Kenntnisse sind doch kein Grund für so einen Quatsch» reagiert worden.

«Bewohnende» sind in Wirklichkeit Bewohner. Aber eben, Deutsch …

Dann verliert Renz sich völlig: «Der Heimatschutz hat die kulturkämpferische Stimmung unnötig angeheizt.» Und wir dachten, der Haufen Sensibelchen von «Vo Do» habe, unter williger Mithilfe der Stadtpräsidentin Corine Mauch, auf Kosten der Steuerzahler diese Hetzstimmung gegen Mohren angeheizt.

Dann noch ein letzter Biss in den Mohrenkopf: «Nicht alle mögen sich an diesen Inschriften stören. Aber nachtrauern muss ihnen definitiv niemand.» Muss definitiv niemand? Das ist genau diese inquisitorische Haltung eines Rechthabers, der alleine die einzig richtige Wahrheit mit Löffeln gefressen hat.

Ob sich «Vo do», Mauch, Metzler oder Renz mal überlegt haben, was sie einem stolzen Abkömmling der Mauren sagen, wenn der fragt, wieso eigentlich in Zürich ihn ehrende Inschriften oder Darstellungen verhüllt werden? Darf der dann nicht sensibel verletzt sein?

Jetzt müssen alle Begriffshysteriker – Pardon, -hygieniker – ganz stark sein:

Und niemals nicht Sardinien besuchen:

Tourette-Syndrom?

Eine Heilung ist leider nicht möglich, auch nicht bei Tamedia.

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Ein Tourette-Syndrom ist der unwiderstehliche Drang, Geräusche von sich zu geben, nicht zu selten auch unanständige Wörter.

So etwas Ähnliches diagnostiziert der Tamedia-Datenmensch Marc Brupbacher bei der Schweizer Bevölkerung. Immerhin, die gute Nachricht ist: wir sterben nicht mehr alle an der Pandemie, was Brupbacher eine Weile lang ernsthaft befürchtete, vor allem auch, weil für ihn die Schweizer Regierung krachend versagt hatte («jetzt sind sie komplett übergeschnappt»).

Aber inzwischen muss er an einem anderen Knochen nagen und verbellt fassungslos die Resultate der grossen Meinungsumfrage von «20 Minuten» und Tamedia. Wem das Thema bekannt vorkommt: oh ja, das wurde schon länglich und breitlich abgehandelt, «20 Minuten» verstieg sich zum unnachahmlichen Titel «Die Mehrheit der Schweizer sagt weiterhin M***kopf, Zi*** oder Asyl***». Plus postfaschistischem Erklärkasten «20 Minuten verwendet diese Begriffe nicht mehr».

Aber das Thema ist noch nicht leergesaugt in der Restenverwertungsanstalt «Tages-Anzeiger». Als Ausdruck des unbedingten Willens zu Qualität beklagt Brupbacher nun noch: «Umfrage zu Rassismus: Mehrheit der Schweizer Männer findet Blackfacing unproblematisch».

Männer sind Schweine, aber das wussten wir schon: «Schweizer Männer befürworten dies sogar mit einer Mehrheit von 51 Prozent (Frauen: 36 Prozent).» Noch schlimmer: «Aber selbst bei Linken hat jede vierte Person kein Problem mit Blackfacing

Was weder Brupbacher, noch die anderen Tamedia-Mitarbeiter auf dem Kriegspfad mit der deutschen Sprache verstehen wollen: weder das Wort Mohrenkopf, noch der Zigeuner und auch nicht das Schwarzanmalen des Gesichts sind per se rassistisch konnotiert. Das sind Kopfgeburten verpeilter Intellektueller. «Eine schwarze Frau», das ist nicht per Definition rassistisch. Es kann, in entsprechendem Kontext, rassistisch sein. «Eine Person of Colour mit Gebärmutter» ist nicht per Definition nicht-rassistisch. Aber bescheuert.

Die Umfrage hat auch zum groben Unwillen von Brupbacher ergeben, dass das Tragen von Dreadlocks von «weissen Personen» oder das Verkleiden an Fasnacht als «indigene Person» – Schreck lass nach – «von sämtlichen Subgruppen – mit teils grossen Mehrheiten – als unproblematisch bewertet» werde.

So geht das nicht, als muss eine Autoritätsperson den rassistischen und diskriminierenden Schweizern die Knöpfe reintun. Das wäre dann der «Kolonialhistoriker Bernhard C. Schär». Diese Koryphäe, sozusagen der Marko Kovic der Geschichte, ist zurzeit «Lehrbeauftragter der Fernuniversität Schweiz», wie man Wikipedia entnehmen kann. Mit diesem Leistungsausweis bewaffnet, zieht Schär gleich mal vom Leder: «Indigene Gesellschaften sind Überlebende von Genoziden und andauernder rassistischer Gewalt ausgesetzt. Wer sich zum Spass als Opfer von Massengewalt verkleidet, entwürdigt die Betroffenen.»

Nehmt das, Ihr Fasnachtsspassvögel (hoppla, ob das die Vögel entwürdigt?), fertig lustig mit dem Indianerkostüm, Cowboy könnte aber noch gehen, Schwarzer geht sowieso nicht, nicht mal, wenn man sich als Nelson Mandela verkleidet.

Aber wieso, um Herrgöttinnen willen, ähm, um Fraugöttin, finden so viele Blackfacing nicht widerlich? Auch da weiss der Professor Unrat: «Die Ursache für die breite Akzeptanz von Blackfacing ortet Schär in einem Mangel an historisch-politischer Bildung, den er generell nicht als selbstverschuldetes Unwissen kritisieren möchte, sondern die Bildungsinstitutionen in die Pflicht nimmt

Also, dumm geboren, aber nicht selber schuld, Schär möchte offensichtlich mehr Lehraufträge an «Bildungsinstitutionen» ergattern.

Nun schreitet Brupbacher unerschrocken zur Frage der Fragen:

«Sind wir ein Volk von Rassisten

Angesichts dieser erschreckenden Resultate erwartet der Leser (und die Leserin, auch die LeserInnen) ein klares Ja aus professoralem Mund. Nun ja: «Dies sei eine schwierige Frage, so Schär. Wer in der Schweiz aufgewachsen sei und nur eine einseitige, eurozentristische Bildung erhalten habe, könne sich wohl tatsächlich naiv das Gesicht schwarz anmalen ohne bewusste rassistische Absichten.»

Aber bevor wir Rassisten uns nun erleichtert zurücklehnen, fährt der Wissenschaftler fort: «Er oder sie nimmt damit aber am überindividuellen, historisch über Jahrhunderte gewachsenen, strukturellen Rassismus der schweizerischen Gesellschaft teil.»

Clever. Denn selbst Schär ist nicht so blöd, dass er als «Professor sagt, alle Schweizer sind Rassisten» zitiert werden möchte. Daher nimmt er die Allerheilmittelbegriffe «historisch gewachsen, strukturell» zu Hilfe, an denen man dann halt «teilnehme». Oder in einem Wort: Rassisten, allesamt!

Neben den historisch gewachsenen Strukturen, wer ist eigentlich schuld an so viel Rassismus? Da ist der Forscher unerbittlich mit einem klaren Urteil zur Hand: «Für den Historiker hängt es von den politischen Rechten ab, wie sich der Umgang mit Blackfacing und anderen problematischen Handlungen in Zukunft entwickeln wird.»

Also, ihr «Rechte», nehmt das: «Die Rechten müssen sich entscheiden, ob sie Europa weiter amerikanisieren wollen, indem sie Minderheiten als Bedrohung für deren Freiheit darstellen und die Demokratie damit beschädigen wollen.»

Nun ist der denkende Leser doch einen Moment verwirrt. Ist jemand, der Blackfacing lustig findet oder gerne als Indianer verkleidet an die Fasnacht geht, nun

a) ein Rassist
b) ein Rechter
c) ein rechter Rassist
d) ein linker Rassist
e) jemand, der eine Minderheit als Bedrohung für die Freiheit darstellt

Oder aber jemand, der rechts oder links sein kann, auf jeden Fall ein Rassist ist und eine Minderheit als Bedrohung darstellt und damit die Demokratie beschädigen will. Wozu offensichtlich die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ohne Weiteres bereit wäre.

Höchste Zeit, dass Brupbacher, im Verein mit einem irrlichternden Professor, einiges richtigstellt, darüber hinaus diagnostiziert, warnt und Entscheidungen einfordert.

ZACKBUM möchte sich gerne so entscheiden: bitte, Marc Brupbacher, kehren Sie zu Corona zurück. Das war entschieden lustiger.

 

Sprach-Idioten

Darauf einen Mohrenkopf!

Die Sprachreiniger sind unterwegs. Eine Fraktion kümmert sich um die Vergewaltigung der deutschen Sprache mit Sternchen, Ausrufezeichen und anderen Interpunktionen, die dort nichts zu suchen haben, wo sie hingespiesst werden.

Eine andere Fraktion will im faschistischen Sinn die deutsche Sprache von unerwünschten Ausdrücken säubern. In der irrigen Annahme, dass die Eliminierung des Wortes Mohr oder Mohrenkopf einen bedeutenden Beitrag gegen die Diskriminierung von schwarzen, Pardon, dunkelhäutigen, `tschuldigung, von people of color leistet.

Fast noch schlimmer sind aber die Sprachreiniger aus politischen Gründen. So benannten bescheuerte Amis die «French Fries», seit Alters her ihr Ausdruck für Pommes frites, in «Freedom Fries» um, als Frankreich es wagte, öffentlich Kritik an der völkerrechtswidrigen Invasion des Iraks durch die USA zu äussern.

Aber auch in der Schweiz ist keiner zu klein, Sprachreiniger zu sein. Nach der Ächtung von Wodka, Tschaikowski oder Dostojevski hat es nun den «Russenzopf» getroffen:

«Russen-Zopf» oder «Russenzopf»? Egal, muss weg.

Hoffentlich folgen die Grossverteiler, andere Bäckereien und auch Kochbücher diesem Trend. Denn es kann natürlich nicht angehen, dass ein politisch bewegter Mensch, ein Unterstützer der Ukraine und erbitterter Feind Putins, dazu gezwungen wird, «ich hätte gern einen Russenzopf» zu sagen.

Aber es ist noch schlimmer. Was macht denn Betty Bossi? Diese Putin-Versteherin, diese Kriegstreiberin bietet doch ein solches Rezept an:

Glutenfrei, aber nicht ideologiefrei. Betty Bossi sollte sich eins schämen, wo kann man dieser Dame mal ordentlich die Meinung geigen?

Es gibt da nur ein klitzekleines Problem. Der Russenzopf hat eigentlich gar nichts mit Russland zu tun. Putin kennt ihn gar nicht. Entmenschte russische Soldaten bekommen ihn nicht zum Frühstück. Aber dennoch: das Ding heisst jetzt «Hefe-Stollen», zumindest in Thun.

Damit kollidiert aber der «Hefe-Stollen» mit dem hier:

Dieses Problem wird aber sicherlich bald gelöst werden. Denn können wir unseren muslimischen oder anderen Religionen angehörigen Mitbürgern den Anblick eines «Christstollen» zumuten? Soll ein Jude, ein Atheist, ein frommer Anhänger des Islam tatsächlich sagen müssen: «Ich hätte gerne einen Christstollen?» Dann doch lieber: «Einen Russenzopf, aber schön saftig und gut gebacken

Ein Schelm allerdings, der ein Brötchen so wie Alfred Rasser selig bestellt: «Ich hätte gerne ein Bürli, so ein Waffenschieberli

 

Kurzmeldung der Woche

Wir haben den «Schweizer journalist:in» bekommen. Das ist zu viel.

Die Nummer 04/2021 umfasst 82 Seiten. Im Editorial fragen die beiden Chefredaktorinnen: «Warum kaufen Sie dieses Heft?» Tun wir nicht, wir bekommen es gratis zugestellt.

Das hat wohl damit zu tun, dass wir mal für den «Schweizer Journalist» geschrieben haben. Als es noch etwas zu schreiben gab und auch die Grundregeln der deutschen Sprache respektiert wurden.

Wir haben die 82 Seiten lustlos durchgeblättert und sind nirgends hängen geblieben. Beiträge über Schweizer Themen? Gähn. Aus den anderen deutschsprachigen Ausgaben übernommen? Schnarch.

Die «SRF-Moderatorin Angélique Beldner beleuchtet Rassismus im Schweizer Journalismus», barmt die Titelzeile. Luxusprobleme einer gut bezahlten TV-Frau. Die Chefredaktorinnen wollen ein Zeichen setzen und und dem «Süssigkeitfabrikanten aus dem Aargau» eine reinwürgen. Roland Dubler wagte es doch, Kritiken am traditionsreichen Namen seines Produkts zu entgegnen: «Im Zusammenhang, wie ich das Wort benutze ist es positiv. Der M*kopf ist qualitativ hochstehend». Das  Urteil der beiden Scharfrichterinnen:

«Das steht beispielhaft für den Schweizer Rassismus.»

Beispielhafter Schweizer Rassist? Nein, bodenloses Dummschwätzen.

Nein, die Verhunzung eines Wortes mit einem Sternchen und diese unqualifizierte, unbegründete Schmähkritik steht beispielhaft für den Niedergang der Medienkritik im Allgemeinen und des «Schweizer journalist:in» im Speziellen.

Leider stimmt es: was gratis ist, ist nichts wert. Deshalb hat ZACKBUM die weitere Belieferung abbestellt. Dafür ist das Leben dann doch zu kurz.

Rassenkunde: Neues vom Mohrenkopf

Gibt es verschiedene Rassen auf der Welt? Oder ist schon die Frage rassistisch?

Die «Süddeutsche» vermeldet: «Ein wichtiges Medizin-Fachjournal publiziert bald nur noch Studien, wenn in diesen die «Rasse» der Probanden angegeben wird. Woran liegt das?»

Natürlich findet dieser Artikel seinen Weg in die Spalten der Qualitätsmedien von Tamedia, die ja immer weniger Content selber herstellen. Allerdings wurde am Lead etwas geschraubt, so heisst die Schweizer Version:

«In Studien soll künftig die «Race» der Probanden angegeben werden, um Minderheiten besser abbilden zu können. Damit begibt sich das New England Journal of Medicine auf gefährliches Terrain.»

Denn es kann ja in diesem Konzern mit hochstehendem Qualitätsmanagement nicht sein, dass der Leser mit einer ergebnisoffenen Frage in einen Artikel entlassen wird. Da muss eine Wertung her, damit von Anfang an alles klar ist.

Worin besteht denn nun dieses «gefährliche Terrain»? Zunächst einmal kommt dieser Begriff im differenzierten Artikel des Wissenschaftsjournalisten Markus C. Schulte von Drach nicht vor.

Nicht nur wegen den Erfahrungen im Hitler-Faschismus ist der Begriff «Rasse» auf Deutsch aufgeladen, problematisch, verbrannt. Zudem herrscht allgemein Einigkeit, dass Rasse nur schwerlich ein biologischer Begriff ist, sondern vielmehr ein soziales Konstrukt, wie von Drach referiert.

Muss weg.

Dann liefert er die Begründung des NEJM, das übrigens zum Club der weltweit hochangesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschriften gehört.

«In den Vereinigten Staaten haben schwarze Amerikaner hohe Raten von Bluthochdruck und chronischer Nierenerkrankung, hispanische Amerikaner haben die höchste Prävalenz von nicht-alkoholischer Fettleber, amerikanische Ureinwohner haben überproportional häufig ein metabolisches Syndrom, und asiatische Amerikaner sind einem besonderen Risiko einer Hepatitis-B-Infektion und nachfolgenden Zirrhose ausgesetzt, jedoch sind diese Gruppen in klinischen Versuchen und Kohortenstudien häufig unterrepräsentiert.»

Differenzierte Debatte von Fachleuten

Zudem hat das Journal eine ganze Reihe von Fachleuten eingeladen, sich zu diesem Thema zu äussern. Sie liefern – verständlich – einen Eiertanz ab. Auf genetischer oder biologischer Ebene gebe es keinerlei Beweise für die Existenz unterscheidbarer rassischer Gruppen. «Aber in einigen Fällen, ich denke, da ist es den meisten von uns klar, dass Rassekategorien bis zu einem gewissen Grad mit genetischer Abstammung korrelieren», eiert Michele Evans. Ein Nephrologe ergänzt: «Es ist eine Sache zu sagen, dass Rasse ein soziales Konstrukt ist, aber es gibt genetische Abstammungsmarker, die sehr wirkungsvoll über die Ausprägung von Krankheiten in bestimmten ethnischen Minderheitengruppen informieren können.»

Dahinter steht das Problem, ob und wie man Rassismus Vorschub leistet. Diese unausrottbare Unart geht davon aus, dass gewisse Eigenschaften auf Rassen zutreffen. Also beispielsweise «Weisse sind intelligent, Schwarze sind faul und dumm». Das ist natürlich hanebüchener Blödsinn, weil es auch viele faule und dumme Weisse gibt, viele intelligente Schwarze.

Ist schon weg.

Nicht alle Schweizer mögen Schokolade, blasen ins Alphorn und arbeiten auf einer Bank. Der chaotische Italiener, der stolze Spanier, der pünktliche Deutsche. Alle diese normativen und generalisierenden Begrifflichkeiten sind Versuche, durch Verallgemeinerungen etwas Ordnung zu schaffen, greifen aber auf der Ebene individueller Betrachtung viel zu kurz. Dort entscheidet sich dann, ob ein Rassist spricht oder kein Rassist.

Verwendung von Unterscheidungsmerkmalen ist völlig richtig

Aber die Verwendung von Kategorien zwecks besserer Einteilung, gesteigertem Verständnis beispielsweise von Krankheiten, was soll daran falsch sein? Wer sagt, dass stark Übergewichtige überproportional höhere Gesundheitsrisiken haben im Vergleich zu Normalgewichtigen, ist deswegen doch kein Rassist oder Ausgrenzer und äussert auch kein Ressentiment gegen Dicke.

Es ist auch kein Rassismus, Formulierungen wie «gefährliches Terrain» als Ausdruck von in Dummheit umschlagendes Gutmenschentum zu kritisieren. Korrelationen zwischen Ethnien – um den Begriff Rassen zu vermeiden – und überproportional häufig auftretenden Krankheiten können bei Therapie und Heilung helfen. Wer dagegen ist, ist ein Dummkopf.

Wer sagt, jeder Schwarze habe Bluthochdruck, hat ebenfalls nicht alles verstanden. Hinzu kommt die unterschiedliche Sensibilität beim Ausdruck «race». In jedem amtlichen US-Formular wird heute noch nach Geschlecht, Nationalität und Rasse gefragt. Das stört dort auch niemanden gross, obwohl der Bürgerkrieg um die Sklavenbefreiung nicht Hunderte von Jahren her ist.

Ausdifferenzierte Fragen nach ethnischer Zugehörigkeit.

In den USA wird viel unternommen, um verschiedenen, bleiben wir bei Ethnien, gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft zu eröffnen. Einem Hispanic oder Schwarzen besondere Förderung zuteil kommen zu lassen, ist aber nur möglich – wenn er so kategorisiert werden kann.

Ethische und Rasseninformation wird gesetzlich verlangt.

Denn die Benachteiligung von Schwarzen ist nur messbar, wenn man Schwarze als solche identifiziert. All das übersehen die Rassimus-Kreischen, die am liebsten alle diese Kriterien als diskriminierend, eben rassistisch abschaffen möchten, so wie den Mohrenkopf.