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Das Prinzip unlustig

Arrigoni gibt nicht auf. ZACKBUM auch nicht.

Manchmal wirkt gutes Zureden. So wurde das Sprachrohr einer verstummten, hasserfüllten Kämpferin gegen Hass im Internet entsorgt. Zuvor hatte diese publizistische Leiter nach unten die Leser von CH-Media-Produkten beleidigt und kübelweise Häme über eine Kritikerin seines Idols ausgegossen.

Sein Pendant, die journalistische Leiter nach unten bei Tamedia, ist allerdings noch am Gerät.

Möglicherweise haben die Leser ihm zu verdanken, dass ein neuer Karikaturist die Karikatur eines Karikaturisten gibt, der es schafft, so unkomisch zu sein, dass nicht einmal darüber gelacht werden kann.

ZACKBUM dachte, dass es sich vielleicht um die Nervosität des Anfängers handeln könnte, der halt ein Weilchen braucht, um warmzulaufen. Inzwischen ist aber klar: der Mann kann drei Dinge nicht.

Er kann nicht zeichnen. Er kann keine Pointe herstellen. Er kann nicht witzig sein. Das ist nun aber hinderlich, wenn man Karikaturist des grössten Kopfblattsalats der Schweiz sein will.

Inzwischen hat Tamedia, in seinem ewigen Bemühen, die verbleibenden Leser zu quälen, sogar eine eigene Rubrik eröffnet:

Hier handelt es sich allerdings um eine Mogelpackung. Zunächst müsste es heissen: Arrigoni gibt nicht auf. Die Spitzmarke «Arrogoni zeichnet»: eindeutig Fake News. Und die Lockfrage: «Lust zum Schmunzeln», das ist grobe Leserverarsche. Knapp gefolgt von «Rein in die Welt unseres Karikaturisten». Was für eine Welt? Die Vorhölle?

Wir wollen unsere Leser weiterhin schonen, aber ein, zwei, drei Beispiele müssen schon wieder sein, begleitet von der verzweifelten Frage: Was, um Nicos willen, soll daran lustig oder zum Schmunzeln sein?

Bildzitat eins. Gehämmertes oder Belämmertes?

Bildzitat zwei. Das soll Matthias Hüppi sein. Aber wo ist der Witz?

Bildzitat drei. Eine «Karikatur» zur Beeinflussbarkeit beim Einkaufsverhalten. Rechts, nicht im Bild, ist der schreiend davongerannte Witz.

Bildzitat vier. E-Bike-Unfälle mit Ü 65 nähmen stark zu. Nicht witzig, dafür aber geschmacklos.

Bildzitat fünf. «Habe uns dafür einen neuen great plan»? Die Strichzeichnung links soll wohl Trump sein; die rechts schaut so, als hätte sie diese unverständliche und missglückte Anfängerzeichnung gesehen. Dazu typisch Trump: kann nicht mal einen ganzen Satz bilden.

In Rücksicht auf unsere Leser halten wir ein. Und ja, die Artikelkarikatur ist so viel besser als all dieser Schrott, dass wir sie gerne wiederholen.

Ebenso wie die Stossseufzer: Gnade! Aufhören! Das ist Folter!

Wir sind so frei

Keine Boni mehr für SRG-Kader? Kein Problem.

Kurzarbeit für Mitarbeiter beantragen? Trotz geschützter Werkstatt mit fixen Gebühreneinnahmen? Na und? Deswegen oben auf Boni verzichten? Himmels willen, niemals. Dafür von der Medienministerin Sommaruga sanft gerüffelt werden, das sei «unsensibel»?

Okay, da sah man Handlungsbedarf. Geldgierig, das wäre ja noch egal. Aber nicht sensibel, das wollte sich die SRG nicht vorwerfen lassen. Also werden die Boni ab 1. Januar 2023 gestrichen.

Natürlich ist auch für Mitglieder der Geschäftsleitung der SRG das Portemonnaie ein ganz sensibles Körperteil. Das kennt den sogenannten Lochschmerz. Der entsteht normalerweise bei einer Zahnextraktion. Aber es geht hier bei den Boni um rund ein Fünftel der Lohnsumme, das läppert sich.

Zum Beispiel das Geschäftsleitungsmitglied X, zuständig für Luft, Laune und den ordentlichen Aktenrundlauf, bekommt wie alle anderen auch dafür 390’000 Franken im Jahr. Würden ihm davon 20 Prozent abgeschränzt, wären es nur noch 312’000. Das würde bedeuten, dass mehr bei Aldi und Lidl eingekauft werden müsste, weniger bei Coop und Migros.

Noch dramatischer wäre das bei SRG-Generaldirektor Gilles Marchand. Der würde von rund 533’000 Franken auf 426’400 runtergestuhlt. Damit wäre der Traum vom Zweitferienhaus ausgeträumt, die jüngeren Kinder müssten die Kleider der älteren auftragen.

Das Entstehen solcher Lochschmerzen musste unbedingt verhindert werden, aber unsensibel wollte man natürlich auch nicht erscheinen. Geniale Lösung: Boni gestrichen. Restlos. Vollständig. Abgeschafft. Dafür wird einfach der Fixlohn entsprechend erhöht. Ist das Hammer, megageil, megasensibel oder was?

Eigentlich wären nun alle zufrieden und könnten in Ruhe weiterarbeiten, wenn da nicht der Parteipräsident der «Mitte» wäre. Obwohl Gerhard Pfister die Namensänderung weg von CVP durchzog, hat er noch ein christliches Gewissen.

Und regt sich auf Twitter auf:

«Bei Banken würde @SRF investigativ tätig werden. Aber bei Saftläden ists ok. Bevor jemand mir die Parteibüchlein der VR-Mitglieder vorhält: Ich schäme mich fremd.»

Damit stellt Pfister drei Parteikollegen in der SRG-Geschäftsleitung mit an den Pranger.

Und ZACKBUM sagt für einmal: Chapeau, Herr Politiker, das nennt man Prinzipien. Da hätte sich ihr Vorgänger Christophe Darbellay einige Scheiben von abschneiden können.