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Hitzschlag

Wenn Männer Frauen sind. Oder sich so fühlen.

«Die Berner SP-Stadträtin Nadine Aebischer widerspricht: «Es ist falsch, die Sicherheit von cis Frauen – also jenen Frauen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde und die sich auch damit identifizieren – gegen jene von trans Frauen auszuspielen»».

Besser kann man den brüllenden Wahnsinn in der Geschlechterfrage nicht auf den Punkt bringen. Eine Stadträtin disqualifiziert sich selbst, Tamedia zitiert sie, ohne den geringsten Widerspruch anzumelden, und lässt sie weiter nach Absurdistan galoppieren: «Aebischer plädiert dafür, die Geschlechterbinarität von Mann und Frau zu überwinden und die Vielfalt der Geschlechter als neue Normalität anzuerkennen – auch in der Frauenbadi

Der Tagi verlinkt dazu auf die voreingenommene, unwissenschaftliche und parteiische Webseite «Queer Lexikon», als ob es keine seriösen Quellen gäbe. Eine Spitzenleistung von ganzen fünf Journalierenden, die zur Herstellung dieses Artikels nötig waren. Der unter dem Titel «Politik & Wirtschaft» und mit einem riesigen Symbolbild auf eine ganze Seite aufgeblasen wird.

Kurz zurück zu den Fakten. Im für Frauen reservierten FKK-Bereich des Marzilibads zu Bern erregte ein sogenannte Transfrau Unwohlsein bei anderen Frauen, weil die sich an dem zur Schau gestellten Penis im «Paradiesli» störten. Nachdem sich der/die Penisträgerin weigerte, den Frauenbereich zu verlassen, wurde die Polizei geholt.

Während sich andere Frauen mit dem/der/die Person solidarisierten und das Subjekt sich auch weigerte, sich auszuweisen, zudem Widerstand leistete, wurde es in Handschellen abgeführt, um auf der Polizeistation seine Identität festzustellen. Die Stadt Bern entschuldigte sich inzwischen für diesen Polizeieinsatz.

In der Schweiz ist es seit 2022 möglich, für läppische 75 Franken seinen Geschlechtseintrag zu ändern. Eine trans Frau probierte das sofort in der Frauenbadi in Zürich aus – und wurde abgewiesen, weil sie einen Schnurrbart trug und das Personal sie als Mann wahrnahm. Auch ein Journalist, der in Form eines Experiments seinen Geschlechtseintrag auf weiblich änderte, wurde von einer Bademeisterin abgewiesen mit dem Argument: «Ich lese sie männlich

Das kommt davon, wenn man biologische Fakten der persönlichen Befindlichkeit überlässt. In der Schweiz soll es vielleicht 10’000 sogenannte trans Frauen geben, also 0,1 Prozent der Bevölkerung. Schätzungen sind deshalb schwierig, weil es sich um eine Selbsteinschätzung handelt, um eine sogenannte Geschlechtsidentität, also jemand identifiziert sich als weiblich in einem Männerkörper – oder umgekehrt.

Das widerspreche dann dem «bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht». In einer FKK-Frauenbadi kommt die ganze Absurdität dieses Geschlechtertheaters in aller Nacktheit zum Vorschein. Zum einen gibt es das Schutzbedürfnis von Frauen vor lüsternen Männerblicken. Dem sich aber auch eine trans Frau ausgesetzt sieht, deren körperliche Merkmale wiederum Frauen, bei denen Körper und Identität übereinstimmen, stören.

Das ist die Fortsetzung des Sprachreinigungswahnsinns, dem sich beispielsweise der Mitautor Andreas Tobler seitenlang hingegeben hat. «Gendern, aber richtig», nannte er seinen dreiseitigen Tiefpunkt im angeblichen Kultur-Ressort der «SonntagsZeitung», den er 2021 zusammen mit der Rädelsführerin eines Denunziationspamphlets Aleksandra Hiltmann verbrach.

Insgesamt soll es – je nach unvollständiger Zählung – bis zu 160 verschiedene Gender geben. «Genderfluid, Demiboy, Polygender, Xenogender, Pangender, Neutrois», den absurden Begriffen sind keine Grenzen gesetzt.

Das kommt davon, wenn man sich aus der Welt der klaren Definitionen verabschiedet. Amtlich und biologisch gibt es haargenau zwei Geschlechter. Es ist unbenommen, dass sich nicht alle zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen oder sich in ihrem Körper nicht wohlfühlen. Aber das sind subjektiv-individuelle Entscheidungen. Das Ausüben beliebiger Sexualpraktiken, solange sie einverständig unter Erwachsenen betrieben werden, problemlos. Das Ausleben auch absurdester Genderidentitäten, solange sie keine klaren Regelverletzungen darstellen, problemlos.

Aber wenn ein biologischer Mann mit entsprechenden Geschlechtsmerkmalen meint, sich in einer FKK-Frauenbadi zeigen zu müssen, sich dort Massnahmen und der Aufforderung zum Vorzeigen eines Ausweises mit Gewalt widersetzt, ist jeder mit dem Klammerbeutel gepudert, der das toleriert, verteidigt, unterstützt.

Ab wann beispielsweise ein lüsterner Blick einen strafbaren Übergriff darstellt, darf nicht ausschliesslich dem subjektiven Empfinden der/des Angeblickten überlassen werden. Damit wäre der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Dass das sogenannte Qualitätsblatt Tamedia darauf verzichtet, absurde Meinungsträger, Pardon, Meinungstragende, zur Ordnung zu rufen, ist ein weiterer Tiefpunkt der Berichterstattung. Ach was, ein Bestandteil der Tiefebene, Bestandteil der Leservertreibung, die sich in grosser Mehrheit von Gendersternchen, inkludierender Sprache und solchen Randrandgruppenproblemen abgestossen fühlen.

Immerhin griff hier dann noch die Chefredaktorin Raphaela Birrer ein, was man auch mal lobend erwähnen muss. «Nacktheit im öffentlichen Raum ist kein Menschenrecht», schlaumeiert sie. Aber keiner erwähnt, dass die Transe, die ihren Pimmel zur Schau stellte, sich anschliessend weigerte, einen Ausweis zu zeigen und zu randalieren begann. Das geht nun geschlechtsunabhängig nicht.