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Schlagwortarchiv für: Martin Hasler

redaktion@zackbum.ch

Ja zur Gebührensenkungsinitiative «200 Franken sind genug»

14. Februar 2026/10 Kommentare/in Allgemein/von redaktion@zackbum.ch

Ein Aufruf eines langjährigen Mitarbeiters von SRF.

Von Martin Hasler

Die Gebührensenkungs-Initiative «200 Franken sind genug», über die das Schweizer Stimmvolk am 8. März entscheiden wird, hat zum Ziel, die Radio- und Fernsehgebühr, landläufig Serafe-Gebühr, zu senken. Jeder Haushalt soll künftig anstatt 335 Franken pro Jahr nur noch 200 Franken bezahlen. 

Was rechtfertigt unsere im internationalen Vergleich mit Abstand höchste Mediengebühr? Die Schweiz ist ein sehr kleines Land, das aber aufgrund der sprachlichen und kulturellen Vielfalt auch in vier unterschiedlichen Landessprachen medial versorgt werden muss. Das kostet Geld, und diesen Service public-Auftrag nimmt die SRG gemäss Bundesgesetz über Radio und Fernsehen – kurz RTV-Gesetz – wahr. Trotzdem aber gibt es immer mehr Menschen, die mit den Leistungen der SRG nicht zufrieden sind und aus diesem Grund nicht mehr gewillt sind, diese sehr hohe Radio- und Fernsehgebühr zu bezahlen. Was ist der Hauptkritikpunkt dieser Medienkonsumenten? 

Gemäss Radio TV-Gesetz müssen konzessionierte Programme «die Vielfalt der Ereignisse und Ansichten angemessen zum Ausdruck bringen.» Leider aber wird genau diese Anforderung bei der SRG sträflich vernachlässigt. Und es geht bei dieser Kritik nicht nur um einen unübersehbaren ideologisch geprägten Hintergrund des journalistischen Schaffens. Es geht insbesondere auch um die problematische Themenauswahl beziehungsweise Themen-Nichtauswahl. 

Als langjähriger SRG-Mitarbeiter musste ich hinter den Kulissen selbst schmerzlich beobachten, dass eine ausgewogene und breit abgestützte Berichterstattung im Interesse einer wahren öffentlichen Meinungsbildung leider nicht gewollt ist. Und ebenso wird auch der gesellschaftliche Diskurs durch die journalistische Arbeit nicht gefördert, sondern mit aller Kraft verhindert, obschon dieser gemäss Erklärung des Schweizer Presserates ausdrücklich gesichert werden muss. Schliesslich wollen sich die Medienkonsumenten ihre eigene Meinung bilden und lassen sich nicht das vorgefertigte SRG Meinungskorsett aufschnüren. 

Welch gravierende Folgen die Ignoranz dieses umfassenden Informationsauftrages in unserer Gesellschaft haben kann, zeigt folgendes eindrückliche Erlebnis: 

Just zum Zeitpunkt, als im Frühjahr 2024 die Corona-Protokolle des deutschen Robert Koch-Instituts – kurz RKI-Protokolle – an die Öffentlichkeit gerieten, fragte ich eine ehemalige SRG-Kollegin und Journalistin, wann SRF endlich daran denke, über den hoch brisanten Inhalt dieser RKI-Protokolle zu berichten. Ihre sehr aufschlussreiche und gleichzeitig ernüchternde Antwort lautete: «Ach, da schaue ich gar nicht mehr hin, das Ganze ist für mich längst Geschichte.» 

Nein, ist es eben nicht! Denn auch die Unabhängige Beschwerdeinstanz kam zum Schluss, dass die Unterlassung der SRG das Vielfaltsgebot verletzt und zu einer unausgewogenen Darstellung der Pandemie-Aufarbeitung geführt hat.

Ja zur Gebührensenkungsinitiative «200 Franken sind genug» 

Aber es kommt noch dicker: Die SRG war nicht bereit, dieses Urteil zu akzeptieren und zieht den Fall weiter vor Bundesgericht. So hoffnungslos steht es um die SRG! 

Ich konnte jener Journalistin letztlich nur entgegnen: Wenn’s unangenehm wird, einfach verdrängen, unter den Teppich wischen, nicht mehr darüber sprechen? Ist dies die neue Art von Qualitätsjournalismus, wie du ihn dir auf die Fahne geschrieben hast und wie du ihn allen Ernstes auch in Zukunft ausüben möchtest? 

Die Vorgeschichte zu diesem persönlichen Erlebnis sowie zahlreiche weitere Beispiele von journalistischem Versagen dokumentiere ich in meinem Buch «Im Hexenkessel der Bundeshaus-Medien». 

Wie sehr die SRG die Gebührensenkungsinitiative fürchtet und sich Gedanken darüber macht, wie die Abstimmung gewonnen werden könnte, zeigen beispielsweise die zahlreichen öffentlichen Anlässe unter dem Namen «SRG Beizentour». 

Tatsächlich aber müsste sich die SRG vielmehr die Frage stellen, wie das Vertrauen der Bevölkerung in die SRG wiederhergestellt werden kann. Schliesslich wäre dies eines der absolut zentralen Elemente für den künftigen Erfolg der SRG. Unzählige Zuschriften von Mitmenschen bestätigen mir, dass dieses Vertrauen einen gravierenden Verlust erlitten hat. Korrigiert werden kann dieser Vertrauensverlust nur durch einen entschiedenen Gesinnungswandel. Dies setzt allerdings die Bereitschaft voraus, sich wieder in allen Teilen auf den Journalistenkodex des Schweizer Presserates zu besinnen, dem schliesslich der Schweizer Journalismus verpflichtet ist. Solange diese Bereitschaft ausbleibt und die SRG so weiterschummelt, muss sie sich nicht wundern, dass das Volk sagt: 200 Franken sind genug. 

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-12-um-19.01.06.png 341 554 redaktion@zackbum.ch https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg redaktion@zackbum.ch2026-02-14 05:00:022026-02-12 19:03:33Ja zur Gebührensenkungsinitiative «200 Franken sind genug»
René Zeyer

Zwei Arten von Journalismus

12. August 2022/7 Kommentare/in Allgemein, Blattkritik/von René Zeyer

Schmiere von Tamedia, Porträt von der «Weltwoche».

«Ein Insider rechnet mit dem Schweizer Fernsehen ab», so der Titel eines «Weltwoche»-Artikels vom 28. Juli 2022. Er thematisiert das Buch von Martin Hasler, der nach jahrzehntelanger Tätigkeit für die SRG im Bundeshaus im Herbst 2021 ausstieg. Die Berichterstattung über Corona hatte ihn zweifeln, dann verzweifeln lassen.

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WeWo-Mitarbeiter Stefan Millius beschreibt den entscheidenden Moment: «Nie in fast vier Jahrzehnten habe er (Hasler, Red.) das Bedürfnis verspürt, sich in den journalistischen Bereich einzumischen. Aber als Daniel Koch, der damalige «Mister Corona» im Bundesamt für Gesundheit, ein düsteres Bild der Lage in den Intensivstationen zeichnete, konnte Hasler nicht mehr anders.»

Er begann Fragen zu stellen, zu zweifeln, er konstatierte Einseitigkeit und Betriebsblindheit – und stieg aus, bzw. liess sich frühpensionieren. Inzwischen widmet er sich der Auslieferung seines im Eigenverlag erschienenen Buchs, das zu einer kleinen Erfolgsgeschichte geworden ist. All das beschreibt Millius mit der nötigen Distanz und der Genauigkeit, die entsteht, wenn man sich auf einen Menschen einlässt, ihm Raum gibt, ihn verstehen, nicht aburteilen will. Ohne deswegen seine Meinungen übernehmen zu wollen.

Am 10. August greift die Allzweckwaffe von Tamedia in die Tasten:

«Buch begeistert Service-Public-Gegner: Der SRG-Insider der «Weltwoche» ist Verschwörungstheorien verfallen»,

so betitelt Andreas Tobler seinen Verriss über den gleichen Autor und das gleiche Buch. Schon in der Unterzeile macht er alles klar: «Ein früherer Mitarbeiter wirft dem Schweizer Fernsehen in einem Buch Manipulation vor. Wer es liest, kommt zu einem anderen Schluss.»

Jeder, der das Buch liest? Nein, einer. Aber Tobler arbeitet in der Rechthaber- und Gesinnungsjournalismusbranche, wo man die Weisheit und Wahrheit mit Löffeln gefressen hat und es keineswegs als Aufgabe sieht, dem Leser Denkanstösse zu vermitteln. Sondern die Aufgabe ist, im Sinne des Wahren und Guten Grossinquisitor zu spielen, auch wenn man dafür das intellektuelle Rüstzeug nicht hat. Meinung ersetzt Kenntnis, Polemik Recherche, Demagogie eine der Wirklichkeit verpflichtete Darstellung.

Nach einer kurzen, unvollständigen Zusammenfassung des Inhalts wird eingeordnet. Nicht etwa die Aussagen des Buchs. Es wird vielmehr durch seine Resonanz verortet: «Neben der «Weltwoche» sieht auch das neue Internetradio Kontrafunk in Haslers Buch einen Beleg dafür, dass öffentlich-rechtliche Medien als «Instrument zur Indoktrination und Ablenkung» gelten können.» Devise: Was WeWo und «Kontrafunk»* gut finden, muss schlecht sein.

Was ist denn nur mit diesem Hasler los? Dafür hat Tobler eine einfache Erklärung parat: «Anfang 2021 suchte Martin Hasler einen Psychiater auf: Als «Sklave der Hintermänner» habe er die «seelische Vergewaltigung» während der Arbeit für die SRG nicht mehr ausgehalten, schreibt Hasler in seinem Buch.» Es hat eine lange, aber unselige Tradition, Abweichler vom Mainstream, wie man das heute nennt, als psychisch angeschlagen abzuqualifizieren.

Logisch, dass Tobler zu einem vernichtenden Urteil kommt: ««Im Hexenkessel» ist also nicht der Enthüllungsbericht eines Insiders. Sondern letztlich das Dokument eines langjährigen Mitarbeiters, der Verschwörungstheorien verfiel und damit aneckte.»

Immerhin gibt Tobler gegen Ende Hasler kurz Gelegenheit, sich gegen solche Diffamierungen zu wehren: «Als Verschwörungstheoretiker möchte Hasler nicht bezeichnet werden. «Verschwörungstheoretiker ist ein Diffamierungsbegriff, der von jemandem verwendet wird, der nicht bereit ist, alle Fakten auf den Tisch zu bringen und zu diskutieren», sagt Hasler.»

Es gibt allerdings einen bezeichnenden Unterschied zwischen Tobler und Hasler. Der angeblich Verschwörungstheorien Verfallene war bereit, mit Tobler zu sprechen und auf dessen Fragen zu antworten. Das ist allerdings meistens ein Fehler, wie schon der Chefredaktor der NZZaS feststellen musste. Diesen Fehler will Tobler selbst nicht begehen. Er antwortet prinzipiell nicht auf journalistische Anfragen. Ob man sich daher um seinen Geisteszustand Sorgen machen sollte?

*Packungsbeilage: Der Autor schreibt gelegentlich für die «Weltwoche», «Die Ostschweiz» und spricht im «Kontrafunk».

https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2022/08/MAske.jpeg 476 991 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2022-08-12 05:30:542022-08-11 22:50:35Zwei Arten von Journalismus

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