Schlagwortarchiv für: Lukas Bärfuss

Wumms: Andreas Tobler

Wann wird der Mann endlich entlassen?

Die Liste seiner Entgleisungen ist lang und länger. Liebedienerische Interviews mit ihm genehmen Typen wie Lukas Bärfuss, Luisa Neubauer oder Michel Friedman. Unverschämte Forderungen wie «Die Rammstein-Konzerte sollten abgesagt werden». Unschuldsvermutung statt Vorverurteilung? Doch nicht mit Scharfrichter und Rechthaber Tobler.

«Tötet Roger Köppel! Köppel Roger tötet!» ist für Tobler bloss eine «Künstleraktion». Widerlich.

Nun kommentiert er auch noch die Affäre Fischer. Und hat wie eigentlich immer eine Meinung, aber keine Ahnung:

Für die schreibende Schmachtlocke der «Republik» scheiterte Daniel Jositsch an sich selbst. Tobler sieht das bei Fischer genau so. Gleich am Anfang seiner «Meinung» stellt er klar, wo er steht: «Zu Beginn dieser Woche hat Patrick Fischer nochmals versucht, sich als Medienopfer darzustellen».

Dann zitiert Tobler Fischers Kernaussage: «Entweder wurde hier vorsätzlich gelogen oder mir fahrlässig unrecht getan.» Um ihn dann in die Pfanne zu hauen: «Beides stimmt nicht. Fischer wurde weder betrogen, noch widerfuhr ihm Unrecht.» Nun dürfen wir einer der merkwürdigsten Verrenkungen und Verdrehungen der jüngeren Mediengeschichte beiwohnen.

Das Trauerspiel hat drei Akte. Dass der SRF-Journalist Pascal Schmitz sich in seiner E-Mail ausdrücklich darauf bezieht, dass das Gespräch off the record war und dass er das sehr ernst nehme, zitiert Tobler nicht. Akt eins. Das ist unredlich.

Dafür zitiert Tobler, dass Schmitz schwiemelt, dass er es aber als «seine Verpflichtung» sehe, «Informationen von öffentlichem Interesse «zu prüfen und gegebenenfalls zu veröffentlichen»». Und unverhohlen droht: ««Solltet ihr dazu keine Stellung nehmen, behalten wir uns vor, nach anderen Wegen zu suchen, um unserer journalistischen Pflicht nachzukommen», schreibt Schmitz weiter.» Diese unverhohlene Drohung beschönigt Tobler: «Das mag drohend klingen, war aber ein Akt der journalistischen Fairness: Schmitz spielte mit offenen Karten.» Akt zwei. Das ist absurd.

Der Höhepunkt der Umdeutung: «Insofern hat Schmitz die «Off the record»-Vereinbarung nicht gebrochen.» Wie das? «SRF verlangte bei der Staatsanwaltschaft Luzern Einsicht in Fischers Strafbefehl – und erhielt sie.» Akt drei. Hirnrissig, unlogisch und aschgrau.

Nun ist alles erlaubt in Absurdistan, daher fährt Tobler fort: «Dass es eine solche Vereinbarung gab, scheint nach Publikation des E-Mails ausser Frage zu stehen, da Schmitz von «unserem ‹Off the Record›-Gespräch» schreibt». Moment, es folgt noch das Sahnehäubchen: «Wichtig ist aber nur: Schmitz hat Fischer nicht als Informanten geoutet, sondern die Geschichte über den offiziellen Behördenweg sauber nachrecherchiert

Wir versuchen, das einzuordnen, wie es im heutigen Elendsjournalismus so schön heisst. Tobler gesteht zu, dass es sich einwandfrei um ein off-the-record-Gespräch handelte. Entweder weiss Tobler nicht, was das ist, dann wäre er als Journalist disqualifiziert. Oder er weiss es, hält es aber für legitim, dass sich sein Kollege Schmitz darüber hinwegsetzt. Dann wäre er als Journalist ebenfalls disqualifiziert.

Was soll der Unsinn, dass Schmitz die Story «sauber nachrecherchiert» habe? Im englischen Rechtsgebrauch gibt es den schönen Ausdruck «fruit of the poisonous tree», die Frucht des vergifteten Baumes. Damit ist gemeint, dass ein rechtswidrig erlangtes Beweismittel nicht verwendet werden darf. Auch die Schweizerische Strafprozessordnung kennt das Beweisverwertungsverbot.

Nun handelt es sich bei einer off-the-record-Vereinbarung nicht um die Anwendung eines Gesetzesartikels. Aber um die Anwendung eines journalistischen Grundsatzes, der zum Fundament des seriösen und professionellen Verhaltens eines Medienschaffenden gehört. Es ist absurd, damit zu argumentieren, dass man zwar nicht aus einem solchen Gespräch zitiert habe und deshalb das Gebot nicht gebrochen. Allerdings habe man die daraus gewonnene Information «sauber nachrecherchiert». Daran ist nichts sauber, das ist ein Drecksspiel. Denn off the record ist nicht zitierbar, nicht verwendbar. Sonst wäre der Begriff ad absurdum geführt.

Was sollte nun Tamedia mit einem Mitarbeiter machen, zudem noch Leiter des Gesellschaftsressorts, also ein Vorgesetzter mit Vorbildfunktion, der solch einen eklatanten Verstoss gegen journalistische Regeln und Ethik nicht nur schönschreibt, sondern auch noch verteidigt?

Nun, es sieht ganz so aus, als ob das in diesem Hause den nächsten Schritt auf der Karriereleiter ermöglicht. Solange es dort überhaupt noch Publikationen gibt. Alle zukünftigen Gesprächspartner mit diesen Journalisten seien gewarnt: vergesst off the record bei denen, darauf zu pfeifen und das zu brechen, ist erlaubt.

Der weibliche Bärfuss

Au weia, ist das vielleicht sexistisch gegen Katja Brunner.

Aber der gequälte Kopfblattsalat-Leser von Tamedias Gnaden fragt sich mal wieder: muss denn das sein? Und Hand aufs Herz; binär, nonbinär, mit Sternchen oder ohne: ist dieser Gesichtsausdruck nicht typenähnlich mit dem ewig grimmigen Gesicht des Sprachverhunzers Lukas Bärfuss? Und muss man nicht zu verbaler Notwehr greifen, wenn man dem ausgesetzt wird?

Bei Geburt getrennt? Bildzitate «Tages-Anzeiger».

Damit haben die Ähnlichkeiten noch kein Ende gefunden. Nora Zukker dient als Souffleuse und Stichwortgeberin und verhunzt das, was man früher mal Interview nannte. Stattdessen gibt es hier kübelweise Geschwurbeltes, Aufgeblasenes, Soziologengequatsche, Gedöns und die immer gleiche Leier.

Auch die ZACKBUM-Leser sollen an der Qual teilhaben:

«In meinem Text wird Gewalt als «hauswirtschaftliches Problem» verharmlost, das die Betroffene gefälligst diskret selbst zu lösen hat. Die patriarchale Struktur wird nicht frontal durchbrochen, sondern radikal überbejaht, bis sie sich selbst entlarvt. Mich interessieren Formen der systemkritischen Intervention, wie man es aus tendenziell repressiven Systemen kennt.»

Nix verstan? Macht nix, das ist je nach Blickwinkel ein Anzeichen geistiger Gesundheit oder üblem, männlichem Chauvinismus. Aber nicht nur die Antworten rollen einem die Socken hoch, auch die Fragen:

«Sie zeigen, wie sich Täterstrukturen durch Sprache immunisieren. Machtmissbrauch tarnt sich also im Gewand von Fürsorge oder vermeintlicher «Normalität»

Nein, das ist allenfalls eine Immunisierung des Lesers durch Sprachfolter.

Das sind weitere Instrumente, die gnadenlos zum Einsatz kommen:

«Sprache ist tief normierend und erzieherisch. Solche «Dressuren» möchte ich in «Die Kunst der Wunde» sprachskeptisch verhandeln … Im Spätkapitalismus sind wir darauf getrimmt, Schmerz wegzumoderieren oder ihn zu kapitalisieren … Daher neigt unsere Gesellschaft auch dazu, strukturelle Gewalt gegen Frauen sofort ins Private zu verdrängen … Aber für marginalisierte oder verletzte Körper ist der Staat eine Instanz, die Wunden verwaltet, versteckt oder im schlimmsten Fall sogar wirtschaftlich ausnutzt

Ist ja gut, der Schmerz, den dieses Gestammel auslöst, lässt sich nicht wegmoderieren. Hier geht es mehr um die Nicht-Kunst, verbal Wunden zu schlagen. Und niemals, einfach nie darf die Binse «strukturelle Gewalt» fehlen. Bevor ZACKBUM wegen Folter eingeklagt wird, hören wir schon auf. Nur noch ein kleiner Blick in die Schreibwerkstatt der Autorin:

«Eigentlich raufe ich mich fortwährend mit der Sprache. Mit diesem Buch möchte ich vor allem Beschönigungen kenntlich machen und sie biegen, manchmal brechen, wenn sie sich als sehr unbeugsam erweisen.» Sie lässt noch tiefer blicken: «Ich liebe es, wenn ich im Theater in Bratislava sitze und kein einziges Wort verstehe. Ich versuche dann, den kulturellen Transfer nachzuvollziehen.»

Hier wird nichts beschönigt, alles gebrochen.Das Empfinden der Autorin in Bratislava kann der Leser, Pardon, der/die/das LeserIn** (womit weitere 162 Gender inkludiert sind), voll nachempfinden. Er/sie/es, nein, besser, die Lesenden verstehen auch kein Wort.

Aber, eine letzte erschütternde Erfahrung der Autorin müssen wir, tut uns Leid, dem ZACKBUM-Leser noch mitgeben. Als Zukker das Stichwort Austausch «mit Theaterschaffenden in Mexiko über Erscheinungsformen patriarchalischer Gewalt» liefert, steuert Brunner diese Anekdote bei: «Ich werde nie vergessen, wie eine Theatermacherin sagte: «Immer wenn ich das Haus verlasse, richte ich unsere Wohnung so ordentlich her, dass meine Kinder einige Tage durchkommen, falls ich nicht zurückkomme.» Wenn das, was ich schreibe, eine solidarische Verständigung mit ermöglicht, ist das für mich der Kern meiner Arbeit.»

Solidarische Verständigung? Nein, hier ist keine Verständigung möglich. Nur der Seufzer aus tiefster Seele: hört ein solcher pseudo-femininistischer Schwulst denn nie auf? Und warum ist es frau nie möglich, ein anständig-kritisches Interview mit frau zu führen?

 

 

Peter Bichsel †

De mortuis nihil nisi bene.

Für alle, die am grossen oder kleinen Latinum gescheitert sind: über Tote nichts sagen oder nur Gutes. Das geht bei ZACKBUM natürlich nicht.

Peter Bichsel (1935 – 2025) ist kurz vor seinem 90. Geburtstag gestorben. Das Feuilleton überschlägt sich mit ergriffenen Nachrufen auf den angeblich so grossen, genauen, immer das Einfache suchenden Schriftsteller. Der konnte so präzise dem Alltag auf die Spur kommen, verdichtete zum Gültigen, Blabla.

Mein Freund Hugo Loetscher nannte das, was Bichsel schrieb, Literatur in kurzen Hosen. Das trifft es haargenau. Wenn ein Primarlehrer zu schriftstellern beginnt und versucht, das Aufsatzniveau seiner Schüler zu treffen, dann kommt Bichsel raus. Frau Blum und der Milchmann und 100 Gramm Butter und der Austausch per Zettel. Schon damals geriet das Feuilleton gleich in Wallungen, selbst Marcel Reich-Ranicki bewies, dass auch er nicht unfehlbar ist, und lobte über den grünen Klee.

Einfache Begrifflichkeit löst Ergriffenheit aus. Wenn dann noch die Gesinnung stimmt (eher links, kritisch, aber nicht radikal), dann übersieht das Feuilleton gerne, dass Banales, banal formuliert, überraschenderweise banal bleibt. Solche Irrtümer gibt es immer wieder; aktuelles Beispiel ist der Sprachmalträtierer Lukas Bärfuss, der keinen geraden Satz hinkriegt, aber dank richtiger Gesinnung sogar den Büchner-Preis kriegte. Das hat der geniale Revolutionär und Dichter wirklich nicht verdient, das ist reiner Missbrauch.

Zudem sei Bichsel so bescheiden und zurückhaltend gewesen, wird gelobt. Dabei wusste er als einer der Ersten, wie man aus sich eine Marke macht. Die ewig gleiche übergrosse runde Brille, das blau gestreifte Hemd, das Gilet. In der Beiz am Tisch, vor sich ein Glas Roter. Später dann der Gag, dass Wasser im Glas war. Das nennt man Inszenierung, das nennt man Wiedererkennungswert.

Davon haben dann Gebrauchsschriftsteller wie Martin Suter einiges abgeguckt. Immer Anzug und Krawatte, immer die nach hinten gegelten Haare, der bekümmerte Blick. Natürlich auch Bärfuss, immer der grimmige Blick, die unter allem Unrecht der Welt leidende Miene, niemals lächeln. Die Form ist alles, der Inhalt nebensächlich.

So war es auch bei Bichsel. Hand aufs Herz, wer kann den Inhalt irgend einer seiner vielen Kurzgeschichten aus dem Stegreif wiedergeben? Wer erinnert sich noch, was in «Des Schweizer Schweiz» steht? «Für Schweizer gibt es zwei Welten. Das Inland und das Ausland.» Welch angestaubte Banalität, die sich als einfache Tiefe ausgibt. Wer das zitiert, würgt damit jedes muntere Tischgespräch ab.

Eins muss man Bichsel lassen: schon vor Harald Schmidt erhob er das Interview zur Kunstform. Gab verblüffende Antworten auf Fragen, die nicht gestellt wurden. «Ich weiss, dass es keinen Gott gibt, aber ich glaube an ihn.» Wow. Inzwischen dürfte er herausgefunden haben, ob sein Wissen oder sein Glauben zutrifft.

Andreas Tobler: eine Karriere

Statt wegen ständigen Fehlleistungen entlassen zu werden, wird der Mann befördert.

«Seit 2025 leitet er das Gesellschafts- und Debattenteam im Ressort Leben», verkündet Tamedia eine Trauerbotschaft. Tobler gehört zur Riege der ideologisch Verblendeten, die mit korrektem Gendersprech und lachhaften Anweisungen zur obligatorischen Verwendung von Sprachvergewaltigungen die Leser in Scharen vertreiben.

Er interviewt in Kammerdienerperspektive gerne ihm genehme Flachdenker wie Lukas Bärfuss, den Klaus J. Stöhlker korrekt als «in der Nemo-Klasse spielend» niedermacht. Der Holter-Polter-Poet, der schon längst einsitzen würde, wenn Sprachverbrechen bestraft würden, darf vermeintlich freche Sachen wie «Die UBS muss zerschlagen werden» sagen. Passt zum grimmigen Gesichtsausdruck des Dichterdarstellers, ist aber realitätsferner Radikalismus und Blödsinn.

Auch die Umweltaktivistin Luisa Neubauer (Spitzname «Langstrecken-Luise» wegen ihrer Vorliebe für weite Flugreisen) gehört zu seinen ständigen Gesprächspartnern, denen er den Teppich für Selbstdarstellung ausrollt: «Wie weiter mit dem Klimaktivismus?» Ganz kritisch, polemisch und demagogisch wird er hingegen bei seinen Feindbildern («Roger Köppel, Markus Somm und die internationale Weisswasch-Publizistik»).

In Bücklingshaltung gerät er hingegen, wenn er den deutschen Publizisten Michel Friedman Unsinn über die Schweiz palavern lässt – ohne mit einem Wort auf dessen Karriereknick einzugehen, als Saubermann Friedman mit jugendlichen Zwangsprostituierten und Koks in einem Hotelzimmer überrascht wurde.

Natürlich gehört auch der Krawall-Rabauke Jan Böhmermann zu Toblers Lieblingen. Dem eiferte Tobler schon nach, als er so unkundig wie nassforsch über die Bührle-Sammlung im Kunsthaus herzog.

In jedem Medium, das noch gewisse journalistische Standards hochhält, wäre Tobler nach all diesen Fehlleistungen spätestens dann entlassen worden, als der Gesinnungsjournalist inquisitorisch forderte: «Die Rammstein-Konzerte sollten abgesagt werden». Seine Begründung: «Nein, eine Absage der Rammstein-Konzerte in Bern hätte nichts mit Cancel-Culture zu tun. Aber nun braucht es eine Pause, um die schwersten Vorwürfe noch vertieft abklären zu können.»

Dabei eierte er: «Selbstverständlich gilt für Till Lindemann die Unschuldsvermutung, solange kein Verfahren eingeleitet und er nicht rechtskräftig verurteilt ist.» Andererseits solle man dennoch dem Sänger Berufsverbot erteilen, den Veranstalter der Konzerte in den Ruin treiben und Zehntausende von Zuschauern um das Konzerterlebnis prellen.

Als dann sämtliche Vorwürfe gegen den Sänger der deutschen Band in sich zusammenfielen, alle Strafuntersuchungen eingestellt wurden und dessen Anwälte diverse Organe (hier den «Blick») zu Entschuldigungsgestammel zwangen, was tat Tobler? Er schwieg feige.

Dabei schlaumeierte er noch: Ob man solche «Kunst, die gar keine Kunst mehr ist … noch irritationsfrei konsumieren» könne, fragte sich Tobler mit ungewohnter Sensibilität. Denn wenn es die Kunst gebietet, «Tötet Roger Köppel! Köppel Roger tötet!» zu texten, sah darin Tobler bloss eine «Künstleraktion».

Niemals wäre es Tobler in den Sinn gekommen, das Verbot der Aufführung des dazugehörigen Stücks im Zürcher Neumarkt zu fordern. Keinen Ton hörte man von ihm, als man seiner Logik folgend doch die weitere Herausgabe des «Magazins» unbedingt hätte unterbrechen müssen, bis die Vorwürfe gegen den ehemaligen Chefredaktor geklärt wären.

Damals schrieb ZACKBUM völlig richtig:

Tobler kann man nicht mehr ernst nehmen. Tobler ist weder behaftbar für sein Geseier, noch ist er bereit, Verantwortung dafür zu übernehmen. Er haut einfach was raus und hofft (nicht zu Unrecht), dass sich doch heute niemand mehr an sein dummes Gequatsche von gestern erinnert.

ZACKBUM forderte:

Wer solchen Unsinn verzapft, wer die Unschuldsvermutung mit Füssen tritt, wer künstlerische und wirtschaftliche Existenzen rücksichtslos vernichten möchte, ist eigentlich für ein sogenanntes Qualitätsmedium nicht mehr tragbar.

Aber Tamedia weiss eben, wie man den Journalismus auch 2025 weiter ins Elend treibt: fördern statt feuern, mehr Verantwortung für einen Verantwortungslosen. So einer soll das «Debattenteam» leiten können? Was für ein Team? Was für Debatten?

Wie stöhnt der ehemalige Tagi-Kulturjournalist Hans Jürg Zinsli schmerzvoll auf: «rasch das neue Tagi-Impressum angeschaut und wünschte, hätte es nicht getan. good night and … good night». Dort sollen inskünftig sieben Journalisten unter Tobler leiden. Wetten, dass es sehr bald einige weniger sind? Und wetten, dass das genau die Absicht des Qualitätsmeuchlers Simon Bärtschi ist, der publizistischen Leiter nach unten?

Hier wächst zusammen, was zusammen gehört. Ein Nichts leitet ein Nichts, ein demagogischer Polemiker ohne Verantwortung oder wenigstens Einsicht im Nachhinein soll das völlige Fehlen von Debatten im angeblichen Podiumsorgan konsequent weiterführen. Bis zum bitteren und absehbaren Ende.

Das Wort Realsatire ist viel zu schwach für eine solche Redaktions- und Leserverarsche.

Wollen wir mal wieder was lesen?

Es ist nie zu früh, sich mit Lektüre für die Festtage einzudecken.

Als leichten Hirnschmeichler können wir den neusten Harris bieten:

Nachdem John Le Carré eine Lücke hinterlassen hat, die niemand auffüllen kann, und er selbst war eigentlich «nur» ein Nachfolger von Eric Ambler, gehört Robert Harris zu den Autoren, deren Werke unbesehen im Reflex von ZACKBUM gekauft werden.

Nun ist die anhand von echten Liebesbriefen des damaligen britischen Premierministers H. H. Asquith an die aristokratische 26-jährige Venetia Stanley erzählte Story des Beginns des Ersten Weltkriegs aus englischer Sicht unterhaltsam. Wie der Mann Zeit fand, seiner Geliebten, die seine Tochter sein könnte, täglich Liebesbriefe voller Staatsgeheimnisse zu schreiben, unglaublich. Allerdings ist dieser Zivilisationsbruch schon viel besser und umfangreicher («Die Schlafwandler») beschrieben worden. Aber leichte Lektüre ist doch auch was.

Schon schwerer wiegt das Buch von Andreas Reckwitz:

Eine soziologische Untersuchung über das Phänomen Verlust und wie wir individuell und als Gesellschaft damit umgehen. Neuland, durchaus originell, allerdings manchmal sehr gelehrt und verkopft. Weniger Präzision und weniger Bedürfnis «ich bin ein unglaublich belesener und gebildeter Soziologe und methodologisch ganz vorne dabei» hätte dem Werk gut getan. Und eine Schlankheitskur (462 Seiten) auch. Aber mal etwas Anregendes im ganzen aktuellen Gejammer.

Wer Lust auf richtig Dickes hat, dem sei das Werk von Simon Sebag Montefiore empfohlen:

Die Weltgeschichte als Familiengeschichte, ebenfalls ein origineller Ansatz des britischen Historikers, der schon mit anderen Werken («Jerusalem: Die Biografie», «Stalin. Am Hof des roten Zaren») positiv auffiel. Sehr lesenswert. Der Lesegenuss hört auch lange nicht auf; der Schinken hat 1534 Seiten …

Wem es in der besinnlichen Weihnachtszeit mehr nach einem Kracher gelüstet; bitte sehr. Wie Harris garantiert James Ellroy auch immer für gleichbleibend brutale, facettenreiche, realitätsnahe und abgrundtief zynische Unterhaltung:

Um den Tod von Marilyn Monroe herum entwirft er hier ein weiteres Sittengemälde der amerikanischen Gesellschaft, bei dem es wenig Helles und viel Dunkles gibt. Constantin Seibt ist von der Lektüre dringlich abzuraten. Aber wer noch nicht genug hat, da wäre noch dieser hier:

Von den Abgründen menschlicher Existenz wieder in die lichten Höhen der Intellektualität:

Wolfram Eilenberger ist in seiner Serie ziemlich nahe bei der Gegenwart angekommen und kümmert sich um Adorno, Feyerabend und Foucault, was eine hübsche geistesgeschichtliche Mischung ergibt, die er durchaus bildungsbürgerlich, aber auch für in der Philosophie nicht so Bewanderte unterhaltsam und erkenntnisreich aufbereitet. Und wird es manchmal für den philosophischen Laien etwas zu gestelzt, kann er ruhig auch mal ein paar Seiten überblättern. Schliesslich gibt es auch hier genügend davon, nämlich 485.

Übrigens, wer von Christopher Clarke nach dessen «Schlafwandlern» noch nicht genug hat, im nächsten Werk nimmt er sich des «Frühlings der Revolution» an, nämlich den Ereignissen in Europa von 1848/49. Was gerade für Schweizer Leser von Bedeutung ist, denn schliesslich war die Schweiz das einzige Land Europas, in dem diese bürgerliche Revolution gesiegt hatte. Allerdings mit seinen 1161 Seiten auch eher für die ganz langen Winterabende geeignet.

Für Liebhaber des Abseitigen, oder besser gesagt für Leser, die gerne auf Entdeckungsreise in ferne Zeiten gehen, sei Herbert Clyde Lewis (1909 – 1950) empfohlen, der nur ein schmales Oeuvre hinterliess, dessen Meisterwerk erst seit Kurzem auf Deutsch übersetzt vorliegt:

Wunderbar ausgestattete 170 Seiten im Mare Verlag. Das erinnert an frühere Höhepunkte der Buchdruckerkunst in der «Anderen Bibliothek», einer der vielen Geniestreiche von Hans Magnus Enzensbeger, der noch schmerzlicher als Le Carré fehlt.

Als Absackerchen noch etwas zum Anschauen und leicht verstört zurückbleiben. Animiert von einem Besuch in der Wiener Albertina ist ZACKBUM wieder auf einen Fotografen gestossen, der einzigartig ist. Er fotografiert die Realität. Allerdings eine, die er selbst bis in jedes Detail erschaffen hat. Monatelange Planung, Hunderte von Mitarbeitern und Statisten und Schauspielern und technischen Spezialisten sind nötig, damit ein einziges Bild entsteht.

Dessen Aussage? Tja, man mache sich da selbst einen Reim drauf. Alles kommt auf den ersten Blick wirklich banal daher, aber irgendwie lauern immer Abgründe in diesen Fotos:

Vielleicht ist Gregory Crewdson der fotografierende Zwillingsbruder von Thomas Pynchon

Solche Werke lassen es (fast) verschmerzen und vergessen, dass der Rumpel-Holper-Autor Lukas Bärfuss (nur echt mit grimmigem Gesichtsausdruck) sagenhafte 350’000 Franken Steuergelder für die Übergabe seines Archivs an das Schweizerische Literaturarchiv erhielt. Der eiert (wie meist) herum, ob diese Summe seinem Werk angemessen sei: «Der Wert eines Archivs und die Bedeutung eines literarischen Werks sind zwei verschiedene Dinge», sagt er dem «Blick». «Vom einen auf das andere zu schliessen, ist unzulässig, daraus gar eine ‹Messbarkeit› abzuleiten, erscheint mir abwegig

ZACKBUM erscheint es hingegen abwegig, für den Brachial-Polemiker so viel Geld auszugeben – ohne dass er das Versprechen abgibt, nie mehr etwas zu publizieren.

 

Die Liste des Grauens

Dagegen wäre der arme Georg Büchner Sturm gelaufen.

Zu seinem Glück im Unglück ist der grosse Dichter aber seit 1837 tot, also muss er nicht mehr miterleben, wie ein Preis in seinem Namen an Unwürdige verliehen wird. An Autoren mit einer Halbwertszeit von vielleicht einem halben Jahr Feuilleton. Die im Wesentlichen die richtige Gesinnung mitbringen; literarische Fähigkeiten oder gar Ähnlichkeiten mit Büchner wären nicht einmal zufällig.

Es ist ein Graus, der grausige aktuelle Preisträger heisst Oswald Egger. Der ist bislang nicht weiter aufgefallen, der wird auch bald wieder in der Versenkung verschwinden, wie seine Vorgänger in den letzten Jahren. Nur eine Ausnahme gibt es da, und die ist ebenfalls grauenerregend.

Dieser bedeutendste Literaturpreis Deutschlands wird von einer Jury vergeben. Deren Namen müssen an einen Schandpfahl genagelt werden.

Zunächst gibt es «je einem Vertreter, einer Vertreterin des/der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Magistrats der Stadt Darmstadt mit beratender Stimme». Das mag ja noch angehen. Nun aber die entscheidende Jury:

Ingo Schulze, Rita Franceschini, Olga Martynova, Lothar Müller, Maja Haderlap, Felicitas Hoppe, Joachim Kalka, Daniela Strigl, Michael Walter.

Fragt da jemand: und wer ist denn das, so muss er sich nicht schämen. Schulze ist Präsident der Deutschen Akademie für Sprache, Autor eines schmalbrüstigen Werks, das zu recht vergessen ist. Franceschini ist eine Schweizer Sprachwissenschaftlerin, Martynova eine russische Lyrikerin und Übersetzerin, Müller ein Literaturkritiker, Haderlap «gilt als bedeutende lyrische Stimme unter den slowenisch schreibenden Österreicherinnen» (Wikipedia), Hoppe ist Schriftstellerin und selber Büchnerpreisträgerin, Kalka Schriftsteller (letztes Werk «Schatten und Schnee»), Strigl ist österreichische Germanistin mit Forschungsschwerpunkt österreichische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Walter schliesslich ein deutscher Übersetzer.

Ach und um das Panoptikum zu ergänzen, einen Namen haben wir bislang verschwiegen, es gibt noch ein weiteres Mitglied dieses erlauchten Kreises: Lukas Bärfuss.

Alle diese Nasen haben mit Büchner ungefähr so viel zu tun wie Nemo. Nämlich schlichtweg nichts. Ausser, dass sie vielleicht sein schmales Werk gelesen haben. Verstanden – das ist schon sehr fraglich, denn ihre Auswahl der Preisträger spricht dagegen.

Büchner war Revolutionär, ein Genie des Wortes, seine Theaterstücke überdauern die Zeiten wie die von Shakespeare, alleine sein Novelle «Lenz» ist ein Werk, zu dem all diese Nullnummern von tief unten hinaufblicken müssten.

Wie würdelos, geschmacklos ist es, einen Preis mit diesem Namen an zeitgeistige Modeschreiber zu verleihen, die den Tiefgang eines Paddelboots mit holpriger Sprachbeherrschung und einem sehr dünn gepackten Bildungsrucksack verbinden.

Wie inzüchtig ist es, ehemalige Preisträger in die Jury zu berufen; hat man schon mal davon gehört, dass Nobelpreisträger im Nobelpreiskomitee sitzen? Mit jeder solchen Verleihung wird der Name Büchners in den Schmutz gezogen.

Glücklicherweise überstrahlt sein Werk dennoch all das. Aber es zeugt doch von einer Unverfrorenheit sondergleichen derjenigen, die diesen Preis vergeben, wie auch derjenigen, die ihn annehmen.

Ihre Schande würde sie überdauern, erinnerte sich in ein, zwei Jahren überhaupt noch jemand an ihre Namen.

Zahlen zählen

Messen wir die Bedeutung von News an Zahlen und an Bärfüssen.

Fangen wir mit dem Naheliegenden an. Das Qualitätsorgan Tamedia und der ESC. Aktuell auf der Homepage zählen wir mal 3 Artikel zum ESC-Event in der Schweiz. Plus weitere 8 Artikel zum Nullthema Nemo. Also insgesamt 11. Vorläufiger Rekord.

Wir verleihen einen Bärfuss. Was das ist? Kommt noch.

Als nächstes Grossereignis zählen wir 5 Artikel über den vergangenen Muttertag. Aber ist nicht jeder Tag Muttertag? Wenn man ein «Gesponsert» hinzuzählt, was ja Schönsprech für bezahlte Werbung ist, die wie ein redaktioneller Beitrag daherkommt, käme Köchin Elif sogar auf 6 Auftritte. Wobei der «Eiersalat à la Mama» weiterhin doppelt vertreten ist, damit er dem Leser wirklich zum Hals raushängt. Zusammen auch ein Bärfuss.

Aber das ist noch gar nix. Das Blatt mit dem Regenrohr bringt es auf ganze 14 Artikel über und um den Niemand.  Niemand schlägt «Blick».

Das wären dann locker zwei Bärfüsse.

Allerdings gibt es in der glücklichen, aber schrumpfenden «Blick»-Familie ein Ereignis, das hier gewürdigt werden muss: «Zum vorerst letzten Mal erscheint an dieser Stelle der monatliche Essay von Lukas Bärfuss.» Yippie yeah. Der undichte Dichter beginnt passend zu seinem ewigen Gesichtsausdruck: «Das Schicksal ist unbarmherzig, grausam und ungerecht, und zum ersten Mal schlägt es bei unserer Geburt zu.» Und dann immer wieder, wenn man über einen seiner geholperten Texte stolpert. ZACKBUM gibt zu: diese Nachricht über den schreibenden Nemo zaubert ein verklärtes Lächeln auf unser Gesicht. Das lässt sich nicht in Bärfuss messen.

Aber es gibt ja keine gute Nachricht ohne bitteren Beigeschmack. In der WoZ publiziert Bärfuss weiterhin. Dort versucht er sich immerhin in höherem Dadaismus. Was er über Schullektüre zu schreiben hat, verdient ein längeres Zitat. Achtung, anschnallen, es geht los:

«Ein Buch allein zu lesen, ist in zweifacher Hinsicht sinnlos. Erstens: Wer ein einziges Buch liest, eines allein, kann keine Vergleiche anstellen zwischen Stoff und Sprache. Aus Mangel an Zusammenhang, an Kontext wird er oder sie das Buch nicht verstehen. Erst wer ein zweites Buch liest, schafft sich einen Kommentar, eine Kritik, einen Zusammenhang, eine Referenz. Es ist eine Sache, Virginia Woolfs Roman «Miss Dalloway», erschienen 1925, zu lesen, eine andere, diese Lektüre jener von Auguste Escoffiers «Guide culinaire» von 1903 folgen zu lassen. Die romanhafte Darstellung einer Einladung in der Londoner Upperclass nach dem Ersten Weltkrieg und die enzyklopädische Sammlung von Kochrezepten der bürgerlichen Küche Frankreichs enthüllen die Vorstellungen einer bestimmten europäischen Epoche über die Gastfreundschaft.»

Echt jetzt? Dem Trend zum Zweitbuch folgend: man nehme einmal Woolf, einmal Escoffier? Auf diese Idee wäre nicht einmal Christian Seiler gekommen. Jack Reacher und Teresa von Avila, die «International Classification of Diseases» und «Der Alchemist». Damit setzt der Mann mit dem grimmigen Gesichtsausdruck den obersten Massstab.

Drei grosse Bärfüsse, mehr geht nicht. Mehr gibt’s nicht. Das ist wie drei Sterne im Michelin.

Eigentlich kann das nur der Wortschmied selbst erreichen. Wir sind gespannt, ob wir Fundstellen ohne seine Beteiligung identifizieren können. Suchen wir weiter.

CH Media hält es je nach Kopfblatt lokalpatriotisch mit dem ESC. Im St. Galler «Tagblatt» gibt es 7 mal allgemeines Geschwurbel über Nemo. Plus 3 Artikel mit Ostschweizer Akzent (brr). «Der ESC in St. Gallen? Immerhin liegt Nemo die Ostschweiz im Blut». Sozusagen Blut-und-Boden-Ideologie, neu aufgebürstet. Das reicht nicht für zwei Bärfüsse, ist aber mehr als einer.

Also anderthalb, aber Bärfuss ist natürlich unteilbar.

Nun aber zum Leuchtturm der grossen Denke, dem Blatt, das zwar nz, nz, nz im Titel trägt, aber mit lediglich zwei Stücken über Nemo glänzt. Sorry, NZZ, das gibt natürlich zero points, bzw. null Bärfüsse, was aber eine Auszeichnung ist.

Bei «20Minuten» muss man meckern, dass eine News wie «Nemo hat es geschafft! Die Schweiz gewinnt den ESC» am Dienstag nicht mehr brandneu wirkt. Aber immerhin, das ist einer von lediglich zwei Artikeln über der/die/das singende Niemand, bravo und  kein Bärfuss.

Als Absackerchen noch «watson». Allerdings mit 9 Auftritten doch eher biederes Mittelfeld.

Aber das reicht für einen Bärfuss.

 

 

Das muss doch mal gesagt werden

Der öffentliche Diskurs ist kaputt. Nur: war er jemals ganz?

Der Worte sind genug gewechselt. Das ist von Goethe und gar nicht schlecht. Aber wir wollen keinesfalls Taten sehen, sondern uns fragen, ob eigentlich öffentliche Meinungsbildung, der Austausch von Position via Massenmedien, Kommentare, Positionen, Polemiken, Anklagen, Forderungen, Kritiken überhaupt noch Sinn macht (oder hat).

Wenn wir uns über die sattsam bekannten Narrative und Framings wie Gesinnungsblase, Social-Media-Umfeld, Misstrauen, Fake News, Rechtspopulisten versus Linksautonome, Splitter und Balken, moralinsauere Inquisitoren und Verteidiger der einzig richtig guten Wahrheit  usw. hinauf ins Abstrakte heben: hat das Kommunikative nicht ganz allgemein abgedankt?

Ziehen wir kurz einen historischen Bogen. Lange Jahrhunderte durfte vieles nicht gesagt, eigentlich nicht einmal gedacht werden. Die Kirche legte das Leichentuch der frommen Denkungsart über jede Form des Versuchs, die Welt nicht als Gottes Wille, sondern als beeinflussbare Wirklichkeit zu verstehen.

Hand in Hand mit dem Absolutismus, der jede Kritik am Herrscher als Gotteslästerung streng bestrafte. Überhaupt jede Kritik an der gottgewollten Richtigkeit der herrschenden Verhältnisse. All das ist, vielleicht mit Ausnahme Liechtensteins, wo der Fürst noch ausserhalb des Gesetzes steht und Herabwürdigung seiner Durchlaucht schwer bestraft wird, vorbei.

Zumindest in Zentraleuropa, den USA, Kanada, Australien und ein wenig Japan. Und auf ein paar weiteren, meist englischsprachigen Inseln von Neuseeland abwärts. Mehr oder weniger.

Unbestreitbar, wir wollen das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, haben Massenmedien einen gewissen korrigierenden und beaufsichtigenden Einfluss. Die Aufdeckung von kleineren oder grösseren Skandalen kann ab und an tatsächlich etwas bewirken. Das Ende einer Karriere, eines Zustands, eines Skandals. Aber auch diese Fälle werden eher selten, nicht häufiger. Die aufdeckende Kraft der Medien hat in den aufgepumpten Fällen von Dokumentendiebstahl, genannt Papers oder Leaks, auch seine denaturierte und untaugliche Form gefunden.

Hier desavouieren sich die Medien selbst, indem sie Hehlerware dazu verwenden, selbstherrlich Ankläger, Richter und Vollstrecker des Urteils zu werden. Das ist nicht die Aufgabe der Medien; ginge es ihnen nicht um billige Effekthascherei, würden sie die ihnen anonym übereigneten Daten den Strafverfolgungsbehörden aushändigen, Was sie aber unterlassen.

Am schlimmsten steht es  um die Funktion der Medien, den öffentlichen Diskurs über gesellschaftlich relevante Themen zu fördern. Die Bewältigung der Pandemie, die Aufarbeitung der gravierenden Fehler, die von Regierungen begangen wurden, die üble Rolle der Pharma-Multis, die sich haftungsfrei stellten und krumm verdienten, mit offensichtlich ihre Versprechen nicht einhaltenden Impfmitteln? I wo.

Der russische Überfall auf die Ukraine, Lösungsvorschläge, Analysen, die den Namen verdienen, statt Kriegsgegurgel Versuche der realistischen Einschätzung der Lage? Nix.

Die demokratische Misere der USA, wo ein seniler Greis gegen einen Amok-Greis antritt? Käumlich.

Gelegentlich mal Blicke in all die vielen Elendslöcher der Welt, wo noch grausamer gestorben wird als im Gaza-Streifen? Wozu auch.

Aber wozu in die Ferne schweifen. Wie soll es mit der Schweiz weitergehen? Staatsverschuldung durch Mehrausgaben, UBS als Monsterbank, Verhältnis zur EU, Neutralität, Flüchtlinge, Schulsystem, Übervölkerung, überforderte Systeme, Kriminalität, direkte Demokratie, Aufrüstung, Militärpolitik, mediokrer Bundesrat ist gut, inkompetenter weniger, das Elend der Literatur und Kunst, eine staatspolitische Debatte, das weitere Überleben eines Kleinstaats, Primat der Volksrechte, direkte Demokratie, Genderdebatte – die Themen liegen auf der Hand und sind ohne Zahl.

Über jedes einzelne liesse sich eine interessante Debatte führen, ein Diskurs auf verschiedenen Flughöhen, vom einfach Volkstümlichen bis zum intellektuell Anspruchsvollen. Und? Nichts und.

Meistens: Schiessscharte auf, rausfeuern, Schiessscharte zu. Einschlag der feindlichen Kugeln abwarten, dann Schiessscharte wieder auf.

Positionen und Meinungen in Massenmedien waren schon immer ideologiegetrieben, getränkt von Gesinnung. Aber der langjährige Beobachter meint doch drei fatale neuere Entwicklungen feststellen zu müssen:

  1. Das allgemeine intellektuelle Niveau ist aufs Erbärmliche gesunken. Symbolisch dafür steht ein Sprachvergewaltiger wie Lukas Bärfuss, der sich ja nicht nur als Literat, sondern auch als Gesellschaftskritiker missversteht. Wer dem applaudiert, und fast das ganze Feuilleton tut’s, der disqualifiziert sich selbst als ernsthafter Diskursteilnehmer.
  2. Die Bereitschaft, die Mühewaltung, nicht einfach nach dem Prinzip «je unsicherer, desto markiger» loszupoltern, sondern die Leser auf eine Reise zu mehr Erkenntnis mitzunehmen, existiert höchstens noch in Spurenelementen.
  3. Die kaleidoskopartige Farbigkeit einer lebendigen Medienszene, die genügend Alternativen bot, um auch wiederborstige Meinungen unterbringen zu können, ist ergraut, ist abgelöst worden durch zwei grosse Einheitsbreiküchen, einen kleinen Leuchtturm nebendran und ein in den Untergang geleitetes und gelenktes ehemaliges Boulevardblatt.

Auch das Versprechen des Internets, dass es hier eine weltumspannende Plattform für unendlich viele Diskurse, Anregungen und Meinungsaustausch gibt, hat sich nicht erfüllt.

Aber vielleicht bleibt es letztlich so, wie es sein muss. Der öffentliche Diskurs seit der Aufklärung hat seine Funktion erfüllt und ist damit obsolet geworden. Newsproduktion als profitables Geschäftsmodell hat ausgedient, bzw. unfähigen Medienmanagern fällt nichts dazu ein – ausser skelettieren, sparen, weniger Leistung für mehr Geld anzupreisen.

Also bleibt spannender Diskurs, Austausch von faszinierenden Ideen und Welterklärungsmodellen und Erkenntnissen wohl das, was es immer war. Ein Beschäftigung der «happy few».

Oder anders formuliert: wer – Ausnahmen bestätigen die Regel – bei Tamedia oder CH Media oder in der Südostschweiz oder auf «watson» einen Kommentar schreibt, eine Meinungskolumne absondert, disqualifiziert sich bereits durch diese Tat. Erschwerend kommt hinzu, dass der Inhalt – wenige Ausnahmen bestätigen die Regel – intellektuell und vom Kenntnishorizont, der Bildung, dem historischen Wissen her gesehen dermassen erbärmlich ist, dass man sich höchstens darüber aufregen könnte, wenn es nicht so lächerlich wäre.

Die Bedeutung der Massenmedien ist umgekehrt proportional zur Wichtigkeit, die sich die dort Tätigen anmassen, zubilligen, vormachen. Wer schreibt «Biden sollte, Xi müsste, Putin wäre gut beraten, Scholz hat einzusehen, Macron macht einen Fehler», wer selbst den Schweizer Bundeszwergen ungefragt gute Rastschläge gibt, der sollte eigentlich als Stand-up-Comedian auftreten. Nur hätte er da eine kurze Karriere vor sich, weil das Publikum schnarchend oder schimpfend reagieren würde – und sich schnell einmal weigerte, für solchen Sprachmüll auch noch Eintritt zu zahlen.

Intellele

Über die Bruchlandung einer Zunft.

Es gab Zeiten, da traf diese Definition von Wikipedia tatsächlich auf viele zu:

«Als Intellektueller wird ein Mensch bezeichnet, der wissenschaftlich, künstlerisch, philosophisch, religiös, literarisch oder journalistisch tätig ist, dort ausgewiesene Kompetenzen erworben hat und in öffentlichen Auseinandersetzungen kritisch oder affirmativ Position bezieht. Dabei ist er nicht notwendigerweise an einen bestimmten politischen, ideologischen oder moralischen Standort gebunden.»

Ob das nun «freischwebende» (Mannheim) oder «organische Intellektuelle» (Gramsci) seien oder ob der Begriff abschätzig verwendet wird wie unter den Nazis: gibt es diesen Typus eigentlich noch, und wenn ja, wie weit verbreitet ist er – oder gehören seine Vertreter zu einer aussterbenden Art?

Fangen wir mit den ausgewiesenen Kompetenzen an. Wie viel Prozent der in diesem Sinne an der öffentlichen Debatte Teilnehmende wissen, wer Mannheim oder Gramsci war? Wie viele haben einen Bildungs- oder Wissenshorizont, der nicht knapp oberhalb der Erdkrümmung liegt? Es mag Leute geben, die Lukas Bärfuss nicht für einen Sprachvergewaltiger, sondern einen Intellektuellen halten.

Lassen wir solche Fehlurteile (und solche Leute) mal beiseite, dann wird in der Schweiz die Luft recht schnell recht dünn. Denn am Kriterium «ausgewiesene Kompetenzen» scheitern doch die meisten.

Was kritische oder affirmative Positionen betrifft, daran herrscht allerdings kein Mangel. Nur geht das allzu häufig mit Rudelbildung einher. Ein Leitwolf heult, die Meute stimmt ein. Bringt dabei nichts Neues, Sinnvolles oder Erhellendes zustande, einfach nur die Repetition in einer Endlosschlaufe.

Damit verhalten sich viele Intellele, wie wir das nennen wollen, wie in einer Ameisenmühle. Das beste Bild für den geistigen Zustand in der Debatte, das ZACKBUM jemals gefunden hat. Eine Ameisenmühle entsteht, wenn blinde Ameisen der Duftspur der vorangehenden Ameisen folgen. Das ist eine prima Orientierungshilfe, damit sich der Ameisenstamm nicht bei einer Wanderung verliert.

Aber manchmal will es das ungnädige Schicksal, dass die voranmarschierenden Ameisen ihren eigenen Pfad wieder kreuzen. Daraufhin entwickelt sich ein Kreisverkehr. Fatal, denn durch den ständigen Rundlauf verstärkt sich natürlich die Duftspur und macht es den Ameisen unmöglich, diese Ameisenmühle zu verlassen. Nicht allzu selten endet das mit dem kollektiven Tod durch Erschöpfung.

Genau gleich verhalten sich viele Intellele in der Gesellschaft. Sie umkreisen ein Thema und werden dabei immer mehr. Sei das Gendern, der Nahe Osten, Trump, Energiewende, Ukraine, Klimawandel oder etwas Kleineres, Lokales. Da wird der Pfad dann ausgetrampelt und in ewigen Wiederholungsschleifen das Gleiche gesagt, von immer wieder anderen. Allerdings fallen die Intellektuellen dann nicht einer solchen menschlichen Mühle zum Opfer, sondern schwärmen wieder aus, wenn sich ein neues Thema gefunden hat, in das sie sich verbeissen können.

Am letzten Kriterium scheitern dann sowieso die meisten. In seinen Positionen sei der Intellektuelle nicht an Standorte gebunden, seien die politisch, ideologisch oder moralisch. Die dadurch entstehende produktive Verunsicherung halten die wenigsten Intellelen aus. Sie sind eben nicht mehr freischwebend, sondern haben einen festen Standort.

Das schützt sie vor der Verunsicherung, auf eine widersprüchliche und überkomplexe Welt mit eigenen Gedankengängen oder Analysen antworten zu müssen. Das würde nämlich intellektuelle Arbeit voraussetzen, und an dieser Fähigkeit mangelt es sehr.

Wie schön, wenn Putin einfach böse und Selenskyj einfach gut wäre. Wenn das auch für Trump und Biden gälte. Für den Nahen Osten. Für China. Für die USA. Für Überlebensstrategien des Kleinstaats Schweiz. Da könnten erfrischende, faszinierende Gedankenreisen unternommen werden, Mind Games, Food for Thoughts, wie man das besser auf Englisch ausdrücken kann.

Aber wiederkäuen und sich an die Korsettstangen des allgemein akzeptierten Framings zu halten, das ist natürlich viel einfacher. Vor allem hat das den Vorteil, dass sich der Intellele nicht als das outet, was er eigentlich ist: ein aufgeblasener kleiner Wicht, ein kleines Licht auf der Torte, sozusagen eine geistige Monade.

Die Folgen des Aussterbens der Intellektuellen sind dramatisch. Es finden kaum mehr aufklärende Debatten statt. Der Königsweg zur neuen Erkenntnis, das ungehemmte Aufeinanderprallen verschiedener Ansichten, ist längst im Dickicht, im Unkraut der korrekten und guten Denkungsart verschwunden.

Dumme Schwarzweissraster beherrschen weitgehend die intellele Welt. Die Teilhaber lassen sich auch nicht davon irritieren, dass sie so die Wirklichkeit nur sehr ungenügend abbilden oder verstehen können. Da spielen sich dann ständig Entwicklungen ab, die angeblich nicht vorhersehbar, überraschend, wider Erwarten geschehen.

Dieser Niedergang lässt sich in den letzten Jahren an zwei Knotenpunkten festmachen. Der erste ist die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Kaum jemals in der jüngeren Geschichte haben so viele angeblich kompetente Fachleute so krachend versagt und sich der Lächerlichkeit preisgegeben. Als wäre das nicht schon schlimm genug: anschliessend versuchten sie, ihr Versagen wegzuschwatzen. Heraus kam Relotius.

Der zweite ist die Pandemie. Mit geliehenem und nachgeplappertem Fachwissen sahen Intellele hysterisch den drohenden Untergang der Gesellschaft voraus und verhielten sich nicht weniger schlimm als Inquisitoren in dunklen Zeiten. Nur hatten sie zu ihrem Bedauern nicht deren Machtmittel. Aber soziale Ausgrenzung, berufliches Karriereende oder Stigmatisierung als potenzieller Massenmörder von Andersdenkenden, das kriegten sie hin. Auch da hat man kein Wort des Bedauerns oder der Entschuldigung gehört.

Es gibt ein weiteres signifikantes Indiz für den Niedergang der Intellektuellen. Die um sich greifende tiefe Humorlosigkeit. Empfindlichkeit. Die beleidigte Leberwurst als Vorbild. Die Erdenschwere der moralischen Verantwortung. Die Besserwisserei aus Unsicherheit. Das Verschanzen hinter vorgestanzten Positionen, um nicht schutzlos ins Schussfeld der freien Debatte zu geraten.

Und, last but not least: ein dramatisch um sich greifender Mangel an Bildung. An historischen, literarischen, philosophischen Grundkenntnissen. Nur all das zusammen, um es an einer Person zu erden (es könnten auch ein paar andere sein), nur all das erklärt es, dass ein Bärfuss nicht schallend ausgelacht wird, wenn er mit tief gefurchter Denkerstirne geholperten Flachsinn von sich gibt.

Es gibt allerdings noch kleine Widerstandsnester einiger Happy Few, die geradezu konspirativ alte Traditionen weiterführen und sich mit kenntnisreichen und witzig geführten Debatten intellektuellen Spass verschaffen. Aber man muss sie mit der Lupe suchen und gut aufpassen, dass sich nicht intellele Scheinriesen hineinschmuggeln und das Niveau unerträglich senken.

Jonas Lüscher langweilt

Jonas who? Na, der «bedeutende Intellektuelle», einer «der bedeutendsten Schweizer Intellektuellen».

Wer allerdings noch nie etwas von ihm gehört hat, muss sich nicht schämen deswegen. Man kann seine verquasten Romane lesen – oder es auch seinlassen. ZACKBUM ist für seinlassen.

Das hindert allerdings den «Kulturredaktor» Andreas Tobler von Tamedia nicht daran, mit dem Intellektuellen ein Interview zu führen, das den Leser auf  17’500 A kräftig langweilt.

Schon der Einstieg vertreibt den kundigen Konsumenten: «Die Linke steht gemäss Lukas Bärfuss vor einem Scherbenhaufen, weil viele zum Terror der Hamas schweigen. Autor Jonas Lüscher tritt dem differenziert entgegen – und plädiert für den Klassenkampf.»

Echt jetzt? Der andere bedeutende Intellektuelle und Autor Bärfuss sagt etwas ohne Hand und Fuss, und dagegen plädiert der differenzierte Lüscher für Klassenkampf? Nun, wirres Zeugs erzählen, das eint die beiden. Tobler spielt hierbei, wie bei Tamedia inzwischen üblich, man denke an das Gauck-Liebediener-Interview, den Stichwortgeber und liegt sich ideologisch mit Lüscher in den Armen. Was immer eine tolle Voraussetzung für ein spannendes Interview ist, in dem der eine ungestört von kritischen Nachfragen alles palavern darf, was ihm so in den Sinn kommt.

Dass Interview mal eine eigene Kunstform war, ein herausforderndes Gefäss im Journalismus, dieses Wissen ist offenbar bei Tamedia (oder zumindest bei Tobler) völlig verlorengegangen.

Heutzutage kommt ein Interview so daher:

«Das ist alles grauenhaft.
Ja, das ist unbegreiflich. Aber der linke Antisemitismus ist kein neues Problem. Es ist vielmehr so, dass es eben nie eine einheitliche Linke gab
Ein gemurmeltes Selbstgespräch, wo man zwischen Frage und Antwort nicht unterscheiden kann. Und die Antwort enthält lediglich Banalitäten, die früher bei der Verdichtung eines Interviews gestrichen worden wären.
Aber wenn schon die Frage banal ist, was kann man dann von der Antwort erwarten; vor allem, wenn sie von einem Flachdenker wie Lüscher kommt:
«Und das ist heute noch so?
Ja, auch heute ist die Bandbreite linken Denkens und linker Ideologien, gerade in der Nahostfrage, sehr breit.»
Hier erhebt sich wieder einmal gebieterisch die Frage, ob nicht vielmehr Tamedia dem Leser Schmerzensgeld zahlen müsste, als von ihm für einen solchen Schrott auch noch Geld zu verlangen.
Einordnung, Analyse, Denkstoff, Anregendes? Im Gegenteil, man arbeitet gemeinsam an Richtigstellungen. Nachdem Tobler einiges zum linken Antisemitismus abgefragt hat, der vor allem an Bildungsstätten sein Unwesen treibt, darf Lüscher endlich das erlösende Fehlurteil abgeben: «Antisemitismus ist, das zeigen die Zahlen sehr deutlich, massgeblich ein rechtes Problem
Dann macht Lüscher eine Denksalto, bei dem jeder Interviewer, verdiente er diesen Namen, ungläubig nachfragen würde: « …. die Art und Weise, wie die gegenwärtige Lage zur Stimmungsmache gegen Muslime und zur Durchsetzung noch härterer Asylregeln von rechts benutzt wird, widert mich an». Stimmungsmache gegen Muslime, die unter perverser Ausnützung der Meinungsfreiheit in Gesellschaften, die nicht von ihnen beherrscht werden, mit Pro-Hamas- und Pro-IS-Slogans grölend durch die Strassen ziehen? Ohne dass es von massgeblichen islamischen Organisationen lautstarken Protest dagegen gäbe? Wie kann man in einem Interview nur unwidersprochen einen solchen Humbug behaupten? Nun, dann, wenn der Interviewer jede kritische Distanz vermissen lässt.
Auch ein solches Geschwurbel dürfte eigentlich nicht ohne Widerworte durchgelassen werden: «Wenn auf die Frage, ob der Aufruf zum Völkermord an den Juden gegen die Universitätsregeln verstosse, die mittlerweile zurückgetretene Penn-State-Präsidentin antwortet, das sei eine kontextbezogene Entscheidung, wundere ich mich natürlich.» Wunder mich? Das ist alles? Das wundert den Leser nicht, das widert ihn an.
Dann noch das grosse Finale. Was tun, «was müsste die Linke Ihrer Meinung nach tun?» Da ballt Lüscher die Faust und skandiert: « …. es herrscht Klassenkampf. Es kämpft ihn gegenwärtig allerdings, und zwar mit allen Waffen und aller Gewalt, nur eine Seite: die der Vermögenden. Wir sollten diesen Kampf aufnehmen.»
ZACKBUM empfiehlt, vor diesem Kampf den Kampf um ein journalistischen Grundbedingungen genügendes Interview aufzunehmen. Kritisches Hinterfragen statt Abknutschen, Qualitätskontrolle, Verzicht auf Leserquälen, da gäbe es so viel zu kämpfen …